Hypnotikum: Die Schluck-Schlaf-Schleife

8. September 2017

Mit Schlafproblemen haben viele zu kämpfen – für rund drei Millionen Deutsche scheinen Schlafmittel daher eine geeignete Lösung zu sein. Ob Patienten bereits süchtig sind, ist für Ärzte jedoch nicht leicht zu erkennen. Auch Dr. Wimmer kennt das Problem.

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19 Kommentare:

Arzt | Ärztin

Auch wenn die Dosis der Hypnotika konstant ist, kann eine Sucht vorliegen (siehe Definition Sucht). Und die erhöhte Sturzgefahr bei älteren Patienten unter Schlafmitteln ist keineswegs harmlos. Patienten haben natürlich ein Recht auf eine Behandlung von Schlafstörungen. Diese sollte aber lege artis sein – was für die Dauerverordnung von Benzos eben nicht zutrifft.

#19 |
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Arzt | Ärztin

Man muss zwischen Abhängigkeit und Sucht entscheiden.
Ich kenne Patienten, die seit drei Jahrzehnten ohne Dosissteigerung die Hypnotika konsumieren. Das widerspricht des Suchtdefinition.
Und echte Schäden erkenne ich bei denen auch nicht.
Patienten haben ein Recht auf Schmerzfreiheit aber auch auf Schlaf.
Welche wirklich nachgewiesenen Schäden machen mäßig dosierte Benzos oder Z-Substanzen? Stürze sind es nicht. Da steckt viel Ideologie dahinter.
Dr. Herbert Woschnagg

#18 |
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Gast
Gast

Nehme seit ca 20 Jahren Benzos zur Behandlung einer vegetativen Dystonie (Tor-
ticollis,Schreibkrampf,Kamptokormia).
Sie wirken immer noch in vertretbarer gleichbleibender Dosis.

#17 |
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Gast
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@Flensburg
In Ihrer Aussage geht ja einiges gründlich durcheinander:
“Bei verschiedenen Formen der Abhängigkeit bildet sich ein massiver Placeboeffekt aus”? Was soll das heißen? Und wieso wäre es unbequem, eine Tablette gegen eine andere auszutauschen? Woher wissen Sie, dass “Omi” nichts bemerken wird?
Genau das meinte ich mit dem Blinden, der versucht Farbe zu erklären.

#16 |
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Gast
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Abwägung
Also, ein Schlafmittel macht abhängig: Nur: Wenn dieser Patient nicht mehr schlafen kann, sind dann die Nebenwirkungen wirklich schlimmer als die positiven Auswirkungen?Dass Schlafmangel bis zum Herzinfarkt leicht führt, dürfte bekannt sein.Schwer , gel, ist das abzuwägen!

#15 |
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Gast
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Bei der Abwägung zwischen negativen und positiven Wirkungen zu Schlafmitteln: Erkannte ich:Eine chronische Schlafstörung induziert folgliche durchaus schwere Erkrankungen.Die negativen Auswirkungen eines Hypnotikums werden hiermit überkompensiert durch die wirklich positiven: Chronischer Schlafmangel kann tötlich enden, dies sei gewußt.

#14 |
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Gast
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Das nehm ich aber gleich wieder zurück, dass der Art selbst gestört sei: Und sage ich abermal: Also, was gilt denn nun? Das wird jederzeit erst zu eruieren sein.

#13 |
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Gast
Gast

Arzt psychisch gestört
Wie kann einBlinder Blinde führen? Schon möglich? Dieser Arzt ist mit seiner Psyche nicht im Gleichgewicht.

#12 |
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Gast
Gast

Zu 10: Schauen Sie sich bitte noch einmal die unterschiedlichen Formen der Abhängigkeit an. Es bildet sich ein massiver Placebo Effekt aus und die Angst nicht mehr schlafen zu können. Beweis: Vertauschen Sie für einen Abend die liebgewonnene Schlaftablette der Seniorin mit einer exakt gleich aussehenden P-Tablette. Oma wird den Unterschied nicht merken. Aber halt, das wäre ja unbequem. Darum wird es nicht gemacht. Ganz herzliche Grüße aus dem schönen Flensburg.

#11 |
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Gast
Gast

Bei der Lektüre der Kommentare 1, 3, 6 und 9 hat kommt mir der Vergleich mit dem Blinden, der Sehenden erklären will, was Farben sind.
Haben Sie als norddeutscher Apotheker schon einmal länger als 4 Wochen Benzodiazepine zu sich genommen?
Warum sollten die Patienten nach dem Medikament verlangen, wenn es doch gar nicht mehr wirkt?
Es mag sein, dass es im Laufe der Zeit die Dosis gesteigert werden muss, um das gleiche Maß an Beruhigung zu erreichen, aber ich kann Ihnen versichern: Es wirkt auch noch nach Jahren.

#10 |
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Gast
Gast

Frau Dr. Stümper trösten Sie sich: Nach vier Wochen wirkt es ohnehin nicht mehr, nur noch Nebenwirkungen treten auf. Dafür wird auch kräftig auf Privatrezept verordnet, damit der quengelnde Patient, der ja dann unbequem ist, befriedigt wird und die GKV und alle Kontrollinstanzen nix mitbekommen. Außer der Apotheke, aber die wird mit Hinweis auf Allmacht und Therapiehoheit schnell zum Schweigen gebracht, der Naturwissenschaft zum Trotze. Siehe Kommentare 2,4,5

#9 |
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Dr. Judith Stümper
Dr. Judith Stümper

Das Problem liegt doch in der unreflektierten Verschreibungspraxis der Ärzte, die die Patienten im Dienste der Pharmaindustrie in die Abhängigkeit treiben. Schließlich ist es bekannt, dass diese Substanzen sehr schnell abhängig machen.

#8 |
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Gast
Gast

Zu 5: Darf ich Sie daran erinnern dass Benzos und generell Z-Substanzen die Sturzrate von Senioren enorm erhöht? Ist das denn vertretbar, wenn Oma Lottchen zugedröhnt mit Schlafmitteln die Treppe runter fällt?

#7 |
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Gast
Gast

Zu 5 ja der Effekt wäre der Gleiche. Vielleicht noch einmal einen Auffrischungskurs in Pharmakologie besuchen? Siehe Kommentar vom norddeutschen Apotheker. Eine andere Alternative ist, es gar nicht so weit kommen zu lassen.

#6 |
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Gast
Gast

Bestes Beispiel in unserer Praxis: die 85jährige Seniorin auf Schlafmittelentzug setzen und stattdessen Globuli verschreiben. Da kann man sich wirklich nur an den Kopf greifen.

#5 |
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Dr. med. Marc Heydenreich
Dr. med. Marc Heydenreich

Wollen Sie im Ernst eine 72 Jährige zum Benzodiazepinentzug bringen? 3 bis 6 Monate stationär und Rückfallquote über 50%. Teurer und sinnloser Versuch.

#4 |
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Gast
Gast

Ja Herr Strauß dass sich Ärzte nicht gerne in ihre in diesem Falle unwirksame Medikation reinreden lassen, ist bekannt. Und dass Pharmakologie nicht unbedingt DAS Steckenpferd der Mediziner ist, weiß jeder der ein paar Jahre in der öffentlichen Apotheke gearbeitet hat. Vielleicht erhellen Sie unser aller Geist und schreiben auch, warum wir wissenschaftliche Tatsachen ignorieren sollten?

#3 |
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Arzt | Ärztin

a) mir wäre lieber, wenn statt “Schlafmittel” die Substanz(Gruppen) benannt würden: Benzodiazepine, Z-Substanzen, Pregabalin.
b) die Behandlung einer Abhängigkeitserkrankung von diesen Substanzen ist sehr diffizil und zeitaufwendig und sollte von erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden,
c) verehrter Gast-Apotheker, vergessen Sie Herrn Bastigkeit.

#2 |
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Gast
Gast

Verehrter Herr Dr. Wimmer, ich empfehle einen Kurs bei Herrn Bastigkeit. Da wird sehr nachdrücklich erklärt, warum Benzos und Z-Substanzen ohnehin nur maximal vier Wochen lang wirken. Danach ist keine Wirkung mehr da, null, nix, nada. Eine Anwendung über diese vier Wochen hinaus ist also pharmakologisch gesehen Schwachsinn. Dann lieber blaue p-Tabletten verordnen mit dem Hinweis sine copia. Viele Grüße ein norddeutscher Apotheker

#1 |
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