Frühwarnsystem für Magen-Darm-Trakt-Tumore

12. Juli 2013
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Mediziner haben ein hochempfindliches Verfahren zum Nachweis von Tumorzellen entwickelt. Durch eine Blutuntersuchung können Informationen über Krebszellen von speziellen Tumoren gewonnen werden. Es lässt sich auch frühzeitig erkennen, ob ein Tumor auf die Therapie anspricht.

Das Verfahren erkennt DNA-Bruchstücke von Krebszellen, die durch Umbauvorgänge des Tumors ins Blut gelangen. Durch eine weiterführende molekularbiologische Untersuchung, die kleinste Spuren von genetisch veränderter Tumor-DNA nachweisen kann, lassen sich aus den Bruchstücken Informationen darüber gewinnen, ob ein Krebs entsteht und ob die jeweilige Behandlungsmethode den Tumor erfolgreich zurückdrängt. Damit steht erstmals ein spezifischer Tumormarker für die Verlaufsuntersuchungen bei dieser Krebsart zur Verfügung.

„Das Verfahren ermöglicht uns bei Patienten mit Tumoren im Magen-Darm-Trakt wichtige Aussagen über den Krankheitsverlauf“, erklärt Prof. Dietger Niederwieser, Leiter der Abteilung für Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Leipzig. Die molekularbiologische Prüfung der Zellinformationen zeigt auch, ob ein entfernter Tumor wieder aktiv ist und der Krebs wiederkommt. Bisher war dafür eine Untersuchung im MRT oder Computertomografen notwendig. „Aber auch diese aufwändigen Untersuchungen waren oft nicht spezifisch genug, um uns die für eine weitere Therapie nötigen Informationen zu liefern“, so Niederwieser. Zudem könne der Bluttest im Gegensatz zum CT problemlos regelmäßig und in kurzen Zeitabständen wiederholt werden.

Tumormarker gibt genauen Aufschluss über Krebsart

„Mit der Entwicklung dieses extrem spezifischen Tumormarkers können wir anhand des Blutes sehr genaue Informationen über diese Krebsarten gewinnen“, erläutert Privatdozent Dr. Thoralf Lange. Der Arzt und Wissenschaftler hat gemeinsam mit der Biochemikerin Dr. Jacqueline Maier in jahrelanger Forschungsarbeit diese Methode ursprünglich für die Leukämiediagnostik entwickelt und dort auch erfolgreich angewendet. Da sich diese Tumoren des Gastrointestinaltraktes ähnlich wie Blutkrebs durch ganz bestimmte Schäden in der Erbinformation (Mutationen) auszeichnen, wurde das Markerverfahren auch auf diese Krebserkrankungen ausgedehnt.

In einer ersten Pilotstudie erwies sich das Verfahren als sehr aussagekräftig, wie die UKL-Forscher jetzt in der Fachzeitschrift „Clinical Cancer Research“ berichten. Die inzwischen auch patentierte Methode soll nun in einer gerade gestarteten großen Folgestudie weiter untersucht werden. Grundsätzlich ist eine Anwendung des Verfahrens auch bei anderen Krebsarten denkbar, soweit diese durch analoge Gendefekte in der Erbinformation verursacht werden.

„Durch diesen Test gewinnen wir auf sehr einfache Weise für die Behandlung sehr wichtige Informationen“, betont Prof. Niederwieser. „Das ist ein großer Fortschritt im Interesse unserer Patienten.“

Originalpublikation:

Detection of mutant free circulating tumor DNA in the plasma of patients with gastrointestinal stromal tumor (GIST) harboring activating mutations of CKIT or PDGFRA
Dietger Niederwieser et al.; Clinical Cancer Research, doi: 10.1158/1078-0432.CCR-13-0765; 2013

50 Wertungen (4.04 ø)

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2 Kommentare:

Evelyn Winges
Evelyn Winges

Sehr guter Artikel und vor allem die Arbeit von diesem jungen Mann,dieser Test revolutioniert wirklich die Diagnostik verschiedener Krebserkrankungen,kein Wunder das er so viele Absagen bekommen hat! Aber er hat es geschafft,ich bin gespannt ob und vor allem wann die Patienten davon profitieren können,immerhin ist Darmspiegelung,CT usw. nicht gerade einfach für Patienten,obwohl das natürlich weiterhin gebraucht wird,eben bei Diagnosestellung und zur Beurteilung von Lage und Größe z.b. bei Darmkrebs! Trotzdem könnten zur Früherkennung empfohlene Darmspiegelungen dadurch ersetzt werden und so viel Geld gespart werden! Also ein Gewinn für Kassen und Patienten,fast zu schön um Wahr zu sein! Vielleicht erfindet Jack ja noch eine Medizin zur Heilung dieser Krankheiten,man darf gespannt sein!

#2 |
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Gast
Gast

Klingt gut. Dazu passt doch auch dieser Test, von einem 15-jähirgen Schüler entwickelt: http://www.welt.de/gesundheit/article113630589/15-jaehriger-Schueler-revolutioniert-die-Krebsmedizin.html

#1 |
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