Büffeln, begreifen, belohnen – Lernen mit Strategie

23. Juli 2010
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Immer wieder stehen Studenten vor der Herausforderung, eine Prüfung oder gar ein Examen bestehen zu müssen. Besonders die angehenden Mediziner werden mit Prüfungen geradezu überschüttet. Kann man sich gezielt vorbereiten - und wenn ja, wie? Wir helfen!

Die Situation kennt wohl jeder Medizinstudierende: Das Semester ist bald zu Ende, einige Scheine müssen noch erworben werden, das ein oder andere Fach wurde mal eben “geschoben” und am Jahresende droht vielleicht sogar das Staatsexamen. Nun müssen Tausende von Buchseiten gewälzt, etliche Tabellen auswendig gelernt und anatomische, biochemische oder physiologische Zusammenhänge begriffen werden. Aber wann soll man überhaupt anfangen mit Lernen? Die Prüfungen rücken in bedrohliche Nähe und man läuft Gefahr, sich im wahrsten Sinne des Wortes zu “verzetteln”. Ein paar Überlegungen im Vorfeld können helfen, dem Stress vorzubeugen:

Wie und wann fange ich das nur an?

Ein wichtiger Tipp hierbei: Man sollte – rechtzeitig – mit dem Fach beginnen, das einen am meisten interessiert, und in welchem man gut und motiviert ist! Wenn man nämlich frühzeitig einen Erfolg sieht, steigert dies die allgemeine Motivation. Am besten fängt man so an, sich durch alle Fragen zu kreuzen und diese zu wiederholen, bis man (möglichst) alle richtig beantworten kann. Eine gute Hilfe sind hierbei z.B. die Schwarze Reihe, der DocCheck Ixxer oder die diversen CD-ROMs auf dem Markt. Ganz wichtig bei diesem Vorgehen ist auch: Nicht stur nach dem Muster 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – … vorgehen, sondern immer wieder auf alte Themen zurückkommen, auch oftmals richtig beantwortete Fragen wieder ins Lernen einbauen und die einzelnen Fachgebiete miteinander vernetzen.

Artverwandte Themengebiete bieten sich hierbei hervorragend zur “Vernetzung” an. Zum Beispiel kann man Zellbiologie und Zellphysiologie mit Mikroskopie kombinieren. So erschließen sich einem viele Zusammenhänge und man schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Ein ganz wichtiger Tipp bei aller Motivation und positivem Ehrgeiz am Rande: Nicht versuchen, auf Facharztniveau zu lernen! Auf keinen Fall sollte man sich in winzige Details verlieben und verlieren. Solche Fragen sind nämlich in Klausuren, in mündlichen Prüfungen während des Examens die absolute Ausnahme und entscheiden nicht über Bestehen oder Durchfallen. Fundiertes Grundwissen ist das A und O!

Wer kann mir helfen, oder wo finde ich Hilfe?

Eine Lerngruppe kann stark motivieren. Sich gegenseitig abzufragen und Prüfungssituationen zu simulieren nimmt viel Druck aus der bevorstehenden mündlichen Prüfung. Wie sitze ich entspannt, was mache ich mit meinen Händen, wie überbrücke ich möglichst unauffällig ein Blackout? Diese Fragen mögen trivial klingen, können aber (sollten sie unbeachtet und unbeantwortet bleiben) in der Prüfungssituation für enormen Druck sorgen.

Wenn man eher der Einzelkämpfer ist, kann das Internet helfen. Viele Seiten und Angebote gibt es hier zum Thema Examen, Prüfungen und Lernvorbereitung. Eine kleine Auswahl findet Ihr hier:


Hilfreiche Lernmittel und Adressen:

Stärken nutzen – Schwächen kompensieren

Absolut unumgänglich für die Vorbereitung auf eine Klausur, eine mündliche Prüfung oder gar ein Staatsexamen ist das Verstehen und Akzeptieren des eigenen aktuellen Niveaus. Wie sind die letzten Klausuren in dem betreffenden Fach gelaufen? Wie lange habe ich für die Vorbereitung eines mündlichen Testates benötigt? In welchen Fächern bin ich immer nur so mit Ach und Krach ans Ziel gekommen? Welche Fächer liegen mir besonders und in welchen bin ich ein ständiger Wackelkandidat?
Wenn man weiß, welches individuelle Gewicht welches Fach bei der jeweiligen Prüfung zugemessen bekommt, hat man schon einen guten Anhaltspunkt, wie viel Energie und Zeit man darauf verwenden muss.

Gibt es eigentlich ein Leben nach der Prüfung?

Und diese Frage – das ist die gute Nachricht – wird auf alle Fälle mit einem lauten “JA!” beantwortet.
Bevor diese Aussage als trivial abgetan wird, hier ein paar Worte dazu: Wer viel lernt, muss sich auch viel gönnen! Die richtige Einstellung zu finden, um sich über Tage, Wochen oder gar Monate hinweg täglich an den Schreibtisch zu setzen, ist alles andere als leicht! Aber die Überwindung, sich einen Berg an Wissen anzueignen, fällt viel leichter, wenn man sich richtig motivieren kann. Hierbei ist es wichtig und kann äußerst hilfreich sein, wenn man rechtzeitig die passenden Aktivitäten und “Belohnungen” für sich findet.

Wenn man sich zum Beispiel vornimmt, sich abends mit einem guten Freund auf ein Bier zu treffen, falls man tagsüber mindestens 75% der ausgewählten Fragen richtig kreuzt, so ist das ein guter Anfang. Auch gut ist die Vorstellung, dass man sich die neue CD der Lieblingsband kaufen darf (wahlweise auch die DVD vom aktuellen Lieblingsfilm), wenn man sich ein Thema bis zum berühmten “Aha!” ins Hirn gezwängt hat.

Kurzum: Belohnen, motivieren, und auch mal ganz dringend abschalten! Man sollte auch mal einen Tag in der Woche gar nichts machen oder ganz das Haus verlassen, um ins Kino oder den Zoo zu gehen oder einfach mal Sport zu treiben. Alternativ kann man auch seinen Freund oder seine Freundin mit einem spontanen Ausflug überraschen. Wichtig und unerlässlich hierbei ist jedoch, dabei nicht an das Examen oder den Prüfungsstoff zu denken. Klingt schwerer, als es tatsächlich ist!

Viel Erfolg beim Lernen!

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1 Kommentar:

Volker Horbach
Volker Horbach

Ich kann mich meinem Vorredner nur anschliessen. Sicherlich gibt es Menschen, die sich mit Motivation schwer tun. Als Erwachsener Mensch sollte das jedoch kein Thema sein – so man im Bereich Medizin unterwegs sein möchte. Ist man nicht Wissenshungrig, tut man sich im Berufsleben schwer bzw. scheitert in Berufen, in den Wissenschaft u. Technik sich permanent weiterentwickeln. IT, Management, Ingenieurstechniken usw. leben von Neuem.
Effizienz, Zeitdruck und mangelnde Ressourcen regieren die Wirtschaft, aber auch den Studenten oder den Heilpraktiker-Anwärter.
Hunderte von Büchern stapeln sich, Internetlinks, Broschüren von Pharmaherstellen und und und.

Die Kunst besteht darin:
– wichtiges von unwichtigem zu trennen
– Praxis und Theorie zu trennen (welche Krankheit läuft wirklich nach
Lehrbuch ab, dies wird jedoch verlangt zu wissen
– WARUM ist der Schlüssel für alles!
Warum ist das Gelenk so aufgebaut? Warum unterlegt Hormon x dem hypophysären Regelkreis o. warum nicht? Warum sinkt der RR bei dieser Krankheit?
– Ist Diabetes mellitus eine KH-Stoffwechselkrankheit oder handelt es sich um einen Insulin-Mangel: Warum ist der Unterschied wichtig? Was macht Insulin bzw. seine Antagonisten? Ups, Insulin wirkt sich ja nicht nur auf KH aus….
– Problematisch ist aber, wie der Autor schon beschrieben hat, den nötigen Detailierungsgrund zu finden. Hier hilft oft das Gespräch mit Medizinunerfahrenen. Jemandem etwas erklären zu können, vielleicht in Bildern u. Metaphern, zeigt, ob man etwas verstanden hat.

Zum Schluss noch ein Thema Stil. Lesen, Kreuzen, Schreiben, Malen, Hand anlegen, Skizzieren, Audios Hören oder selbst besprechen, Videos: Hier ist jeder sehr individuell und vielleicht muss es auch der richtige Mix sein. Das sollte man an einem Thema ausprobieren, wo man eh schon gut drauf ist – gleiches gilt bei der Auswahl v. Büchern. Muss es immer das Anatomie + Physiologie + Patho + Labor + Anamnes Buch sein…?
Auf jeden Fall sollte man etwas schriftlich tun. Nur, wenn man sich Notizen oder ‘Spickzettel’ baut, dann verarbeitet man wirklich den Stoff.

Tja, alles einfach gesagt….. in der Praxis des Lernens fehlt dann leider oftmals die Zeit, um es ideal nach eigenem Gusto zu machen. Deshalb frühzeitig ein kleineres Thema wählen sich daran einen Erfahrungsschatz aufbauen.

So, dann will ich Euch nicht länger aufhalten. Viel Erfolg beim Lernen und allen viel Glück bei der nächsten Prüfung.

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