Numerus clausus bald vor dem Ausus?

23. August 2017
Teilen

Tausende bewerben sich jährlich vergeblich auf einen Medizinstudienplatz. Die meisten müssen lange warten – manchmal mehr als sieben Jahre. Jetzt prüft das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, ob der Numerus clausus als Auswahlkriterium gegen das Grundgesetz verstößt.

Mit der Frage, ob der Numerus clausus als Zulassungsvoraussetzung für das Medizinstudium mit dem Grundgesetz vereinbar ist, befasst sich derzeit das Bundesverfassungsgericht. Der Grund: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen fand, die bisherige Regelung verstoße gegen das Grundgesetz und wandte sich an die oberste gerichtliche Instanz.

Die Richter in Karlsruhe holen derzeit die Meinungen von Hochschulen, Verbänden und Gewerkschaften ein, am 4. Oktober wird es dann eine öffentliche Anhörung geben. Studienplätze der Humanmedizin sind begehrt: Im Wintersemester 2014/2015 bewarben sich rund 43.000 Bewerber auf 9.000 Studienplätze, so das Gericht, die Wartezeit betrage 15 Semester – das sind mehr als sieben Jahre.

„Derzeit vergibt die Stiftung für Hochschulzulassung die Studienplätze für die Studiengänge Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie im Zentralen Vergabeverfahren,“ sagt Verena Hoppe, Sprecherin des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und somit des Verwaltungsgerichts: „20 Prozent der Studienplätze werden in der Abiturbestenquote, weitere 20 Prozent der Studienplätze in der Wartezeitquote und 60 Prozent der Studienplätze im Auswahlverfahren der Hochschulen vergeben.“ Innerhalb der Abiturbestenquote bestehe keine bundeseinheitliche Notenrangliste, so Hoppe, es werde für jedes Bundesland getrennt eine eigene Notenrangliste aufgestellt. „Das Abitur wird bundeseinheitlich von allen Ländern als Studienberechtigung anerkannt. Der Verzicht auf eine bundeseinheitliche Notenrangliste aber wird damit begründet, dass die unterschiedlichen Schulsysteme zu einer Verzerrung der Konkurrenz führen könnten“, so die Sprecherin.

Knackpunkt Abiturbestenquote

Die Abiturbestenquote ergibt sich aus den besten Noten und, bei gleicher Note, der Wartezeit. „Die  Stiftung für Hochschulzulassung stellt nun für jedes Bundesland getrennt eine Rangliste auf“, erklärt Pressesprecher Patrick Holtermann: „Die für die Abiturbesten verfügbaren Studienplätze jeder Universität werden addiert und nach einem festgelegten Schlüssel auf die einzelnen Bundesländer aufgeteilt. Um diese Plätze konkurrieren die Abiturienten, die in diesem Bundesland Abitur gemacht haben. Am Ende dieses Auswahlverfahrens stehen dann 16 manchmal unterschiedliche Auswahlgrenzen (Landes-NC).“ Durch dieses Verfahren werde gewährleistet, dass nur Studienbewerber eines Landes miteinander konkurrieren, die unter gleichen Lehrplanbedingungen ihre Studienberechtigung erworben haben, sagt Holtermann: „Jede der drei Hauptquoten besitzt ihre eigene Systematik. Landesquoten kommen nur beim Prozess der Abiturbestenquote zum Einsatz.“

Nicht vergleichbar und ungerecht

Die Richter in Gelsenkirchen sehen in der jetzigen Regelung gleich mehrere Kritikpunkte. Zum Einen befanden sie, die Abiturnoten seien bundesweit nicht vergleichbar, so dass es unterschiedliche Landesquoten brauche, damit das System gerecht sei. Diese Aussage bezieht sich aber auf das eigene Auswahlverfahren der Hochschulen, die keine Landesquoten bilden, sondern 60 Prozent der Studienplätze über Abiturbestenquote und der Wartezeitquote vergeben.

Zum Zweiten kritisiert das Verwaltungsgericht, dass die Abiturnote selbst eine zu große Rolle bei der Auswahl geeigneter Bewerber spielt. Zudem stellten sie infrage, ob die Rechtssprechung insgesamt fortentwickelt werden müsse: Das Bundesverfassungsgericht hatte zuletzt 1972 entsprechende Kriterien ausgearbeitet auf der Grundlage des in Art. 12 Abs. 1 Satz 1 GG gewährleisteten Rechts auf freie Wahl des Berufes. Daraus resultierte ein Recht auf Zulassung zum Hochschulstudium und die Auflage, die Auswahl der Bewerber müsse sachgerecht sein und jedem eine Chance bieten.

Die Abinote ist nicht alles

Die Gelsenkirchener Richter stehen damit nicht allein da: Der Deutsche Hochschulverband (DHV) etwa hält die derzeitige prädominante Orientierung an der Abiturnote für nicht zielführend: „Die Durchschnittsnoten der Abiturzeugnisse differieren in den Bundesländern um bis zu einer halben Note“, so Sprecher Matthias Jaroch. Eine Landesquote auch bei den Hochschulen solle die Differenz ausgleichen. Zudem möchte der DHV persönliche Auswahlgespräche einführen, damit neben den intellektuellen Fähigkeiten auch die soziale und empathische Kompetenz geprüft werde: „Die Studienmotivation und die charakterliche Eignung, die für ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis erforderlich ist, können durch die Abiturdurchschnittsnote allein nicht abgebildet werden“, meint Jaroch.

Status quo unzumutbar

Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) findet, die Wartezeitquote erfülle zwar das Grundrecht auf freie Berufswahl, es könne aber bei einer Wartezeit von mittlerweile 13 Semestern kaum noch von zumutbaren Kriterien gesprochen werden. „Das aktuelle Verfahren der Wartezeitquote muss also dringend in ein anderes Verfahren überführt werden, das für Medizinstudium gut geeignete Bewerber schon frühzeitig erkennt“, sagt Isabel Molwitz, Vizepräsidentin für Externes.

„Gute Abiturnoten gehen nicht zwangsläufig mit guten Studienleistungen einher, auch wenn ein Zusammenhang zwischen der Abiturdurchschnittsnote und dem erfolgreichen Abschluss des Medizinstudiums besteht“, so Molwitz. Die bvmd lehne die Abiturbestenquote ab, da so keine Aussage über die Eignung zum Medizinstudium getroffen werden könne. „Wir fordern daher schon seit Jahren eine grundlegende Reform des Auswahlverfahrens zum Medizinstudium, weg von der bisherigen Vergabe der Studienplätze in den drei Quoten, hin zu einem einheitlichen Auswahlverfahren unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien, dass allen Bewerbern mit Hochschulzulassung eine faire Chance einräumt“, sagt Molwitz.

Bitte nicht einfrieren

Ähnlich sieht es der Marburger Bund: „Der stark gestiegene NC und die zunehmende Zahl notwendiger Wartesemester haben berechtigte Zweifel an der bisherigen Studienplatzvergabe im Fach Humanmedizin hervorgerufen“, sagt Sprecher Hans-Jörg Freese. Er plädiert für eine neue Quote, bestehend aus Abiturnote und Auswahlverfahren der Hochschulen. „Darin sollen die Ergebnisse des Schulabschlusses niedriger und Auswahlkriterien mit entsprechender Aussagekraft, wie beispielsweise Sozialkompetenz und Motivation, stärker und möglichst bundeseinheitlich berücksichtigt werden“, so Freese.

Der Marburger Bund halte es auch versorgungspolitisch für problematisch, die Studienkapazitäten auf einem Niveau einzufrieren, wie es Mitte der 1980er Jahre in der Zeit vor der Deutschen Einheit bestand. Nehme man diesen Stand zum Maßstab, so müssten heute unter Einbeziehung der medizinischen Fakultäten in den ostdeutschen Bundesländern rechnerisch mindestens 16.000 Plätze pro Jahr zur Verfügung stehen. „Stattdessen gibt es gegenwärtig jährlich etwa 10.600 Plätze für Studienanfänger“, sagt Freese, „dabei wächst der Ersatzbedarf an Ärzten von Jahr zu Jahr, nicht nur wegen des allgemeinen demografischen Wandels, sondern vor allem auch wegen der Ruhestandswelle, die auf die Ärzteschaft zurollt, wenn die Babyboomer-Generation in zehn bis 15 Jahren aus dem Beruf ausscheidet.“ Der Marburger Bund ist für eine Erhöhung der Anzahl der Studienplätze um mindestens zehn Prozent.

Gute Lösung – in weiter Ferne

Die bvmd macht es konkret: Zusammen mit dem Medizinischen Fakultätentag (MFT) hat sie ein Konzept zur Reform der Zulassung erarbeitet. „Die bisher bestehenden drei Quoten für die Abiturbesten, das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) und die Wartezeitquote sollten zu einer zentralen deutschlandweiten Auswahlstufe zusammengeführt werden,“ heißt es in der aktuellen Pressemitteilung der bvmd vom 23. August 2017. Gemeinsam schlagen sie vor, bei der Auswahl in unterschiedlicher Gewichtung die Abiturdurchschnittsnote, Studierfähigkeitstest (TMS, HAM-Nat), berufspraktische Erfahrung oder einen staatlich anerkannten Freiwilligendienst zu berücksichtigen. Für diese Kriterien würden jeweils Punkte vergeben und daraus eine bundesweite Reihenfolge der Bewerber erstellt.

Für Tausende Bewerber, die aktuell auf einen Studienplatz hoffen, ist eine schnelle Lösung nicht in Sicht: „Nach der Anhörung am 4. Oktober gehen sicher noch einige Monate ins Land, bevor das Bundesverfassungsgericht zu einem Urteil kommt“, sagt Pressesprecher Michael Allmendinger. Umgesetzt werden müsste es anschließend dann auch noch.

61 Wertungen (4.56 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

64 Kommentare:

Gast
Gast

Ich habe nach 6 Jahren Wartezeit, auf Grund meines nur durchschnittlichen Abiturs, einen Platz in der Zahnmedizin erhalten. Mittlerweile bin ich im 9. Semester und musste kein Semester wiederholen. Diese Wartezeit war sehr lange und nur durch meinen grossen Wunsch diesen Beruf auszuüben habe ich durchgehalten. Ich denke, dass eine noch längere Wartezeit mich abgehalten hätte obwohl ich handwerklich sehr geschickt und meiner Meinung nach für diesen Beruf gut geeignet bin. Ich sehe eine berufsvorbereitende Ausbildung als gute Vorbereitung, der auch die Uni bei der Platzvergabe viel mehr Beachtung schenken sollte. Ich kenne mich da im Medizinstudium nicht so gut aus, aber eine abgeschlossene Ausbildung in der Pflege kann doch durchaus ein Zeichen für eine besondere Eignung sein, bzw. einen grösseren Wunsch ausdrücken diesen Beruf auszuüben wollen. MfG

#64 |
  0
Gast
Gast

@62 Sind aber zum Glück nur 20% der Plätze. Und muss ich ehrlich sagen, ich war selbst eher empathisch meh in den ersten Jahren. Guter Gesprächs- und Psychologie-Kurs meiner Uni plus Erfahrungen in Pflegepraktikum haben mich da noch sehr geformt. Heute mache ich Facharzt zum Allgemeinmediziner mit Fremdjahr in der Psychosomatik. Dinge ändern sich und kann man erlernen, unter anderem auch den Anspruch an sich selbst ein guter Arzt zu werden. Hab dafür andere gesehen die zwar ganz empathisch mit “ICH WILL MENSCHEN HELFEN” begonnen haben welche jetzt ziemlich empathielos Patienten “abfertigen”, Leuten mit Depressionen ins Gesicht sagen sie sollen sich “nicht so haben” und ich den Impuls bekomme “meine” Patienten möglichst fern von diesen zu halten. Gibt halt solche und solche. Bei einer Sache stimm ich aber zu: NC sagt nix drüber aus was für ein Arzt am Schluss raus kommt. Tests zum sozialen Verhalten, Empathie u.s.w. aber leider auch nicht. Bestes Beispiel: Kollegin die im “Medizinertest” deutlich im unteren Drittel war: Heute hochgeschätzte und bei Patienten sehr beliebte Ärztin an einem großen Klinikum. Ist damals “Nur” über ihren NC ins Studium gekommen. ;) All systems are flawed.

#63 |
  0
Gast
Gast

Ich habe im Studium die Erfahrung gemacht, dass das Problem v.a. die Abibestenquote ist. Darüber kommen teilweise Leute ins Studium, die womöglich dieses Studium sehr gut abschließen, aber menschlich völlig ungeeignet für diesen Beruf sind.
Besonders hervorzuheben ist dabei wohl, dass viele der “Abibestenquotler” von sich selbst sagen, dass sie nur aufgrund ihrer Note den Studienplatz haben und sie niemals durch ein Auswahlverfahren der Hochschulen mit Tests zum sozialen Verhalten, Empathie etc. einen Platz bekommen hätten, da sie sich selbst als garnicht geeignet empfinden, kein soziales Engagement aufweisen etc.

#62 |
  0

Die Abinote mag durchaus ein Hinweis für eine größere Wahrscheinlichkeit sein, das Medizinstudium erfolgreich abzuschließen. Ich selber konnte hier in meinem Studium subjektiv, an einer kleinen Gruppe von Medizinstudenten, die ich kenne, aber selbst hier keinerlei Zusammenhang entdecken! Aber selbst wenn es diesen Zusammenhang geben sollte: Es stellt sich doch die Frage: Sind diejenigen, die das Medizinstudium erfolgreich abschließen auch die besseren Ärzte? Da das Studium selber sehr theoretisch aufgebaut ist (selbst die klinischen Semester!) glaube ich gar nicht, dass nur diejenigen abbrechen, die später einmal schlechte Ärzte geworden wären! Somit glaube ich auch, dass die Abinote nichts darüber aussagt, ob wir am Ende mal einen guten Arzt haben! Wir hören ja überall, dass das Medizinstudium zum “Besseren” mehr praxisbezogen verändert wird. Wenn diese Veränderung dann wirklich stattgefundne hat, sollte man auch noch mal neu bewerten, ob weiterhin die Abinote so gut abschätzen kann, ob das Studium auch erfolgreich abgeschlossen wird- Ich denke spätestens dann wird man erkennen, dass diese alten Zusammenhänge zwischen Abinote und gutem Abschluss des Studiums nicht mehr so gelten. “Lehren heißt, ein Feuer entfachen, und nicht, einen leeren Eimer füllen”. Dieses Feuer konnte die Schule bei mir nie entfachen, es wurde aber im Medizinstudium bei mir voll entfacht- Bei einer guten Lehre, die praxisbezogen direkt die Interessen der Studenten anspricht dürfte das vielen Studenten so gehen, die nur vom Abi her keinen Studienplatz bekommen hätten. Wenn die Studienabgänger und jungen Ärzte heute, die ja früher mal über das Abi schwerpunktmäßig vorsortiert wurden, wirklich alle “gute Ärzte” wären, in denen ein Feuer brennt dort zu wirken, wo sie helfen können und wirklich gebraucht werden, dann würde es doch keinen Landarztmangel geben!

#61 |
  0

Besonders begrüße ich den Ansatz der Studierfähigkeits-Tests, sowie des freiwilligen, anerkannten Jahres. solches läuft durchaus schon lange in Groß-Britannien und die Studenten werden somit zuerst in die harten Fakten der Realität geführt.

Vor über 40 Jahren galt ein mehr- jähriges Arbeiten als Vorexamen ,durch Praxis in einer Apotheke, auch als Voraussetzung für das Pharmazie-Studium. Schade, dass dies abgeschafft wurde!

Dass es im Leben wirklich um Menschen und Heilung geht, wurde doch eher vergessen. Bei aller Liebe zu modernen Möglichkeiten heute, es sind beides, der Arzt und der Apotheker, Heilberufler, nicht Therapieanwendler

#60 |
  1
Gast
Gast

Hier wird ja viel die Empathie des Arztes angesprochen aber so gut wie gar nicht die Abgrenzfähigkeit. Empathie hin oder her, das allein macht auch keinen guten Arzt und übermäßige Empathie kann sogar hinderlich sein. Ich kann nicht mit jedem Patienten mitleiden, irgendwo muss eine klare Grenze gezogen werden zwischen Patientenleid und eigener Person.
Empathie ist gut aber kann genau so hinderlich sein.
Es ist tatsächlich schwierig zu definieren was einen guten Arzt ausmachen und erst recht vorher zu sehen ob ein 18 oder 19 Jähriger Bewerber (oder halt 20 oder 30 wenn später Einsteiger) einmal zu einem heranreifen kann. Viele Sachen sind nämlich erlernbar und auch verlernbar. Am Schluss wird es nie 100% “Fair” sein es sei denn man will puren Zufall und lost ALLE Studienplätze aus.
Außerdem, relativieren wir mal bitte ETWAS den NC der Medizin mit dem Mythose “nur die besten” bekämen einen Platz… Ich hab meinen mit 1,4 an der Wunschuni bekommen. Regensburg nahm jahrelang z.T. bis 1,8. Über Losverfahren, Wartesemester und andere Wege waren Leute mit 3,5 in meinem Jahrgang. Und dann gibt es ja noch den Weg Privatuni oder Im Ausland beginnen (Ungarn, Estland, Österreich sind Beliebt) und dann nach Deutschland wechseln. Klar, das ist kein direkter Weg aber gangbare Wege die nicht selten gegangen werden. Was man vorher nicht im Abi gezeigt hat kann man so durchaus auf anderen Wege zeigen sag ich da nur.
(Was natürlich WIEDERUM nix über die Qualität als Arzt danach aussagt… sind die gleichen Streubreiten wie bei denen die den “normalen” Weg gehen)

#59 |
  3
Gast
Gast

Es gibt weniger Plätze als Leute die es gern machen wollen. Es wird also immer eine Mehrheit leer ausgehen (zu Recht) und die werden sich dann zu unrecht beschweren. Irgendwie muss man fest machen wer eine Chance bekommt, einfach mehr Plätze würde die Qualität der Lehre vernichten und noch dazu das Problem nur weiter nach hinten verschieben. Ich finde gut, wenn derjenige der die beste Leistung gebracht hat den Platz bekommt – das ist das einzig faire gegenüber denen die leer ausgehen. Empathie ließe sich höchstens bei Auswahlgesprächen mittels simulation erproben, selbst da sehr subjektiv, ist aber kostenaufwändig und es muss dafür auch eine vorauswahl geben – in Göttingen werden 3x so viele zum gespräch geladen wie plätze da sind, nach Abi. Also bis 1,2. Ich fände es gut einen einheitlichen Eignungstest zu haben und Boni für zusätzliches Engagement wie zB Ehrenamt, am besten wäre das für die vorauswahl und dann würde im auswahlgespräch mit simulationspatienten die finale auswahl getroffen werden. Mein abi habe ich nur mit dem Ziel medizin zu studieren gut gemacht sonst wäre es mir auch egal gewesen und ich persönlich glaube nicht dass fächer wie geschichte einen einfluss auf die eignung für medizin haben.

Just my 2 Cents

#58 |
  4
Gast
Gast

Die Problematik ist wie bei so vielen Sachen viel tiefgreifender, als es im ersten Augenblick erscheint. Nur zu sagen, dass die Vergabe der Plätze nach der Abiturnote ungerecht und schlecht ist, reicht leider nicht.

In den Kommentaren wurde oft gesagt: Lasst die motivierten Leute endlich ins Studium, die fehlen in den Kliniken! Nur warum fehlt das Personal? Weil die Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal in Deutschland unter aller Kanone sind. Das gilt nicht allein für die Ärzte-Pflegepersonal, Therapeuten etc. Das Gesundheitssystem ist so konstruiert, dass ein Krankenhaus wirtschaftlich arbeiten muss. Möglichst wenig Personalkosten, Patienten als Fallpauschalen. 60-Stunden-Wochen, Dienste, dazu Dokumentationspflicht bis zum Umfallen.
Da kann man noch so motiviert ins Studium einsteigen-die Realität sieht einfach anders aus.
Kein Wunder also, dass hintenraus die Ärzte fehlen. Es müsste also grundsätzlich mal was am Gesundheitssystem geändert werden, und da habe ich von der Landarztproblematik noch nicht einmal begonnen.
Dann wandern die deutschen Ärzte vielleicht nicht reihenweise ins Ausland ab.

Zum eigentlichen Thema des Artikels: Wie in anderen Kommentaren schon richtig gesagt wurde: EIN Medizinstudienplatz kostet über 6 Jahre über 120.000 Euro. Die logische Konsequenz also: möglichst wenig Abbrecher im Studium. Nun können die Studenten mit 3,0er Abi und Wartezeit so empathisch sein wie sie wollen-sie sind die Gruppe, die am häufigsten abbricht oder Prüfungen nicht schafft. Und die Gründe sind verständlich! 6 Jahre aus der Schule, wohlmöglich alle Naturwissenschaften abgewählt-und dann plötzlich in der Vorklinik die volle Dröhnung Physik, Chemie, Biologie, Physiologie, Biochemie? Dazu wohlmöglich Kinder und Teilzeit immer noch im alten Job, weil Eltern oder Bafög als Unterstützung fehlen?

Die Studienplatzvergabe über die Note ist momentan also die beste Absicherung für geringe Abbruchquoten.

Dennoch bin ich dafür, nicht nur 1,0 Kandidaten ins Studium zu lassen. Es sollte meiner Meinung nach tatsächlich eine Vergabe über einen Aufnahmetest in Kombination mit einem Auswahlgespräch erfolgen-allerdings ist das ein organisatorischer Wahnsinn.
Zu Aufnahmetests ähnlich es TMS bleibt aber auch zu sagen: wer in der Schule gerade so das Abitur geschafft hat, wird nicht wie durch ein Wunder auch in diesem Test gut abschneiden. Letztendlich werden auch hier die guten Schüler ausgesiebt werden-wobei aber alle die gleiche Chance hatten.

Ich denke aber auch, dass dennoch ein Teil über die Note vergeben werden sollte-denn wer schon in der Schule sein Ziel kannte und sich reingehangen hat, soll dafür belohnt werden. Aber dafür müsste das Schulsystem in Deutschland ersteinmal vereinheitlicht werden-eine schier unlösbare Aufgabe, wenn nicht mal der Umstieg von G9 auf G8 geklappt hat.

Insgesamt ist es also nicht damit getan, zu sagen der NC muss weg.

#57 |
  1
Gast
Gast

Seltsam. In dieser Diskussion gibt es viele Stimmen, die zurecht behaupten, schulische Leistungen sagen im Grunde nichts über die Fähigkeiten späterer Ärzte aus. Schaut man sich dann aber die Kommentare an wenn es um Kompetenzen anderer mediznischer Berufe geht, dann kann die Leistung nie gut genug sein, sie kommt niemals an die Kompetenz eines Arztes heran und muss schärfstens unter Ärtzliche Kontrolle gestellt oder abgeschafft werden. Jeder ist quasi “dumm”, der nicht Medizin studiert hat. Na, wer findet den Fehler. Bigotterie in Reinform.

#56 |
  2
Gast
Gast

“… dann müssten wenige auf den “Heilpraktiker” ausweichen … ” – Die Patienten weichen nicht wegen des NC auf Heilpraktiker aus, sondern aus ganz anderen Gründen. Will man aber in den eigenen Reihen nicht wahrhaben, und so versucht man ein umfassendes Monopol zu errichten. Wenn man diversen Medizinberufen mehr Kompetenzen zugestehen würde, was durchaus angebracht wäre, dann wären Ärzte auch nicht so “überlastet” mit zig Überstunden. Aber man möchte ja die Fuchtel über alles mögliche halten, vor Allem aber bestimmte Töpfe nicht teilen. Alles natürlich “zum Wohle der Patienten”…

#55 |
  3

Ich kann mir kein perfektes Auswahlsystem vorstellen, denn die meisten Mitdiskutanten gehen wohl davon aus, dass ein Abiturient fertig entwickelt und reif genug ist zu wissen, was er will und voller Empathie für einen Beruf ist. Daran glaube ich nicht. Mein Interesse für Naturwissenschaften entwickelte sich erst in den letzten 2 Jahren des Gymnasiums. Eigentlich wollte ich Biologie und Biochemie studieren, da ich wissen wollte, wie funktioniert das Leben. Vom Professor wurde ich dann auf Medizin verwiesen, wo ich alles zusammen hatte. Während des Studiums dachte ich nicht daran, einmal praktizierender Arzt zu werden, die Forschung hätte mich interessiert. Empathie besaß ich m.E. zu diesem Zeitpunkt wohl kaum. Aber nach den zahlreichen Patientenkontakten im Studium orientierte ich mich um. Ich bin heute ein mit voller Empathie praktizierender Arzt, lebe für meinen Beruf und für meine Patienten. Ich konnte 1977 glücklicherweise noch mit einem “schlechten” Abitur von 1,5 sofort studieren, keine Ahnung, ob ich psychologische Tests etc. bestanden hätte. – Ähnlich ging es mit meiner Tochter: Sie wollte Medizin studieren. Ich Idiot riet ihr davon ab, da sie zum damaligen Zeitpunkt nicht den Eindruck machte, dafür geeignet zu sein, sich über den Durchschnitt einzusetzen und ausreichende Empathie und Motivation für diesen Beruf mitzubringen. Ich werde das mein Leben lang bereuen. In ihrem jetzigen Beruf zeigt sie alle Qualitäten, die aus ihr auch einen hervorragenden Arzt gemacht hätten.

#54 |
  0
Gast
Gast

@52 Verstehe Ihren Fall gut und ja, es ist sicherlich unfair dass das Abitur sie so verfolgt. Auf der anderen Seite ist es unfair das Abitur nicht zu berücksichtigen denjenigen gegenüber der bereits in Schulzeiten wusste was er wollte und hart und lang dafür gearbeitet hat. Wie würden sie sich fühlen wenn sie für ihr Abi geackert hätten ohne Ende, am Schluss vielleicht sogar einen sehr guten Abschluss mit 1,1 oder 1,0 hatten… und dann Ihnen gesagt wird “Ist ja ganz hübsch aber der andere da mit 2,7 Schnitt nehmen wir weil… der ganz dolle den Beruf Arzt will und ihm das erst nach dem Abi klar geworden ist”.
Sehen Sie die Abiturnote nicht als Absolutum an sondern wirklich als groben Filter der diejenigen belohnt die schon zu Schulzeiten zielstrebig gewesen waren. Und sie haben es ja offenbar trotzdem geschafft auf anderen Wege an das begehrte Studium zu kommen nachdem ihnen klar geworden ist was sie wollten. Die Studienplätze sind halt rar, wenn man einen will muss man sich was einfallen lassen.
Über Punkteverjährung in Flensburg… nun, ich war bisher noch nie Verkehrssünder ;) Aber bitte, das eine ist eine Leistungserfassung zu einem bestimmten Zeitpunkt, das andere ein Strafregister, bitte nicht vermischen.

#53 |
  0
Student mit 3er Abi
Student mit 3er Abi

@51

Leider finde ich es Unfair, dass mir mein Abitur mein Leben lang im Weg steht. Nur weil ich vor 8 Jahren andere Flausen im Kopf hatte und das Abitur auf einem Technischen Gymnasium gemacht hat, was mir im Nachhinein doch nicht so lag, bin ich kein schlechterer Student !

Ich habe eine medizinische Ausbildung absolviert und viele Jahre in dem Beruf gearbeitet. Als ich dann zu Studieren begonnen hatte war es natürlich eine Umstellung denn man hat schon lange nicht mehr an Büchern gesessen. Ich muss allerdings sagen, dass das Studium nicht so hart ist wie Sie sagen. Ich habe alle Klausuren und die erste ÄP beim ersten mal bestanden. Natürlich muss man lernen, aber man wächst auch im Geiste und nur weil ich vor so vielen Jahren eine “schlechte” Note erzielt habe, heißt das noch lange nicht, dass das aktuell immer noch so wäre… Oder möchten Sie z.B Ihre Punkte in Flensburg von vor 8 Jahren weiterhin behalten ?!

#52 |
  1
Gast
Gast

Ich weis ja nicht warum der NC immer so verteufelt wird. Was viele Leute vergessen: das Medizinstudium ist HART. WIRKLICH hart. Ja, die Abinote ist unfair und sagt nichts drüber aus wie gut ein Arzt ist… aber im Studium spielt es auch keine Rolle wie empathisch man ist. Da geht es drum die Massen an Wissen die man BRAUCHT ins Hirn zu bekommen und die an zu wenden. Sorry aber wer das zu Schulzeiten nicht auf die Reihe bekommt… warum soll man ihm dann zutrauen das Studium zu schaffen? Studiuenplätz sind rar und es ist TEUER einen Studenten aus zu bilden… ich hab mal Zahlen um die 100.000 Euro gehört. Für EINEN Medizinstudenten. Wundert es da einen dass der NC als grober Filter vorgeschaltet ist? (Und seien wir ehrlich, welche Uni führt mit tausenden von Bewerbern persönliche Gespräche, das ist logistisch gar nicht möglich) Außerdem: viele Unis HABEN zusätzliche Systeme, die 60% der Plätze liegen in der Hand der Unis. 20% sind Warteliste, 20% Abi-Besten. Ehrlich gesagt find ich das fair. (vor allem weil der NC als hartes Kriterium frei von Sachen wie Geschlecht, Hautfarbe, Orientierung, politische Meinung, u.s.w. ist. Bei persönlichen Gesprächen? Bei einigen Profs die ich kannte währe da hart “aussortiert” worden…) Losverfahren und alles gibt es ja auch noch zusätzlich. Klar ist das im Einzelfall unfair und ich kenn auch Ärzte mit 3,0 Abi… aber das sind Einzelfälle und oft Leute die andere Zugangswege zum Traumberuf fanden. Wo ein Wille ist ist ein Weg, trotz NC und schlechtem Abi. Auf der anderen Seite kenn ich mehr 3,0 Abiturler die schreckliche Ärzte wären… nur so als Gedanke. NC ist sicherlich nicht optimal… aber vermutlich einfach der einfachste grobe Vorfilter.

#51 |
  7
Biochemiker
Biochemiker

Der NC hängt massgeblich von den Fächern ab die für das Abitur gewählt wurden und die müssen nicht unbedingt die Fächer sein die für Medizn gebraucht werden.

Ich fände einen bundesweit identischen Eignungstest gepaart mit einem Interview das die persönliche Eignung und Motivation durchleuchtet wesentlich besser um zu entscheiden wer denn für die weniger Studienplätze qualifiziert ist. Die ‘Wartezeit’ sollte für medizin-relevante Erfahrungen genutzt werden um auch einzufliessen.

#50 |
  1
Ingeborg Kaup
Ingeborg Kaup

Na, jetzt bin ich ja platt.
Den NC gibt es seit ca. 50 Jahren und es war schon immer klar, daß der NC nicht geeignet ist als Auswahlkriterieum für engagierte und dem Patienten zugewandte Ärzte.
Wenn ich allerdings den Lernaufwand aufgrund des erheblich vermehrten medizinischen Fachwissens betrachte (mein Schwiegersohn lernt gerade auf das “Hammerexamen”), stellt sich die Frage nach sinnvollen neuen Auswahlkriterien.

#49 |
  3
Gast
Gast

Das Problem unterbesetzter Fächer und Orte lässt sich am einfachsten und effektivsten auf finanzielle Art lösen. Wenn psychiatrische Assistenzarztstellen 20% mehr vergütet werden, und Stellen in der unterversorgten Peripherie ebenso, hat man fähige und motivierte Ärzte genau dort. Das Problem ist, dass während der ersten Weiterbildungsjahre, wo das Geld gebraucht wird keine finanziellen oder auch sonstige Anreize existieren. Was interessiert es einen Studienabsolvent was er in 5-6 Jahren als Facharzt verdienen kann, wo man ohnehin nur noch um Geld verhandelt, das man eigentlich nicht braucht. Man entscheidet sich dann natürlich für die Fachrichtung, die einen am meisten interessiert, vielleicht auch noch für die, die einem die beste Work-Life-Balance und Familienvereinbarkeit in Aussicht stellt. Ich will nicht behaupten, dass jeder Absolvent für die Neurochirurgie genauso wie für sie Psychosomatik geeignet ist. Trotzdem hat jeder Absolvent ein gewisses Fächerspektrum, in dem er gut und motiviert arbeiten könnte. Die mangelnde zentrale (bspw. finanzielle) Steuerung sorgt dafür, dass alle schön gerecht gleich bezahlt werden und jeder sich eben in die Fächer drängt, die er halt am liebsten hat. In der Allgemeinmedizin zeigt sich das am deutlichsten. Kaum ein Weiterbildungsassitent in einer Praxis verdient soviel wie ein Assisten in der Klinik, da für die Praxisweiterbildungszeiten kein Tarifvertrag gilt. So ist Allgemeinmedizin für viele, die letztlich Innere als Alternative wählen, finanziell die schlechtere Entscheidung. In der Psychiatrie muss man häufig die teure Psychotherapeutenausbildung selbst zahlen und danach wartet der am schlechtesten bezahlte niedergelassene Facharztberuf auf den, der das trotzdem durchgezogen hat. Btw: In Norwegen beispielsweise sind Zuschläge von über 150% für Arbeit in entlegenen Gebieten drin.

#48 |
  0
Nichtmedizinische Berufe

“Der NC sagt direkt etwas darüber aus, wie fähig und wie gewillte der Student ist, theoretische Probleme, die gerade die heutige Medizin immer mehr aufweist, zu durch denken. Genau das erwatet man, wenn man zu einem Arzt geht.” Gast 34, der NC ist erstmal nur ein praktisches Sieb.
Außer Medizin gibt es ja noch mehr zulassungsbeschränkte studiengänge, der Grund ist einfach, dass es nicht genug Studienplätze für Bewerber gibt. Manche Studiengänge haben nur in bestimmten Jahren, andere nur an bestimmten Unis NC. Für Medizin gibt es immer und überall wesentlich mehr Bewerber als freie Plätze, daher ein hoher NC. mit den Anforderungen hat das erstmal nix zu tun.

#47 |
  3
Gast
Gast

#48: Gerade in unserer Studenten-/Ärztegeneration stößt es den meisten doch am bittersten auf, dass v.a. anfangs Überstunden en masse geleistet werden, und das Privatleben dadurch über Jahre massivst eingeschränkt wird.
(Täglich von 8 bis 18 Uhr in der Klinik plus Dienste, viel mehr als abends KO auf der Couch zu hängen bleibt einem da nicht wirklich.)
Das ganze dann noch als Pflichtdienst, d.h. man wäre den Chefebenen wehrlos ausgeliefert, weil kündigen aufgrund der drohenden hohen Strafzahlung nicht möglich ist?
Das wäre einmal für die Weiterentwicklung der Arbeitsbedingungen der Ärzte fatal, weil eben eine große Menge Assistenten bereitstünden, mit denen man für fünf Jahre machen könnte, was man will. (Und zu welcher Behandlung das führt, sieht man ja z.B. beim PJ, wo an vielen Unis Stundenlöhne von 2€ gezahlt werden…)
Desweiteren möchte ich ehrlichgesagt nicht von einem Assistenten behandelt werden, der dementsprechend ausgebeutet wird, und in dessen Kopf permanent “nur noch zwei Jahre…” herumspukt…

#46 |
  2
Student der Humanmedizin

@Dr. med. Bodo Mees #45

man kann in der Schule gelernt haben richtig zu lernen und ein sehr gutes Abitur z.B. 1,7 aber eben kein hervorragendes mit 1,0-1,2 schreiben und das aus mannigfaltigen Gründen die nicht in der persönlichen Leistung des Schülers gründen. Ich glaube nicht daran das Kommabereiche auf der Abiturnote und darum geht es bei manchen Bewerbern einem die erfolgreiche Studierfähigkeit absprechen können. Davon mal abgesehen stimme ich Ihnen vollkommen zu das ein Schüler mit hervorragender Abiturnote i.d.R. auch das Medizinstudium mit entsprechender Leistung abschließen wird.

Es kann nicht nur Ärzte geben , die Kapazitäten sind ausgelastet , warum mehr zulassen wenn genügend ausgebildet werden. Es sollten die Gründe gesucht werden warum hier nicht so viele arbeiten wollen wie ausgebildet werden. Auch der Zwang nach dem Studium eine bestimmte Zeit in Deutschland arbeiten zu müssen ist keine richtige Lösung, wäre aber eine Möglichkeit…

#45 |
  4
J. Schmid
J. Schmid

#44: Volle Zustimmung! Tatsächlich schon vor 30 Jahren war es klar, dass ein Einser-NC überhaupt nicht gewährleistet, dass der Arzt für seine praktische Tätigkeit geeignet ist.

#44 |
  2
Student der Humanmedizin

Wir haben in Deutschland nicht zu wenig Ärzte weil zu wenig ausgbildet werden, es wandern zu viele ab. Und da kann an Zulassungsbeschränkungen so viel herumgedreht werden wie man will, wenn sich die Bedingungen für das spätere Berufsleben und damit meine ich vordergründig Arbeitszeiten und ein an die hohen Anforderungen und die große Verantwortung gekoppeltes Gehalt wird man nur erreichen das bei doppelt so vielen Zulassungen -> doppelt so viele abwandern.

Für mich ist die einzig sinnvolle Lösung: ein Zwang für alle Studiengänge die einen NC aufgrund der Nachfrage machen müssen, eine bestimmte Zeit in Deutschland als Arzt (oder Jurist … etc. je nachdem welcher Studiengang) arbeiten zu müssen (z.b. eine gut gewählte Zeit wie 5 Jahre) ansonsten volle Rückzahlung der Studienkosten.

#43 |
  2

@Gast X 14: Wer sind denn die Abbrecher oder Gescheiterten?

Solange die Studienplatzvergabe nur nach der Abiturnote erfolgte, hatte das Fach Medizin die geringste Abbrecher- und Gescheitertenquote. Wer in der Schule nicht gelernt hat zu lernen, wird die Stoffmenge nicht bewältigen können.

Am Ende hilft nur der, der’s gelernt hat und kann und nicht der, der’s so gerne gewollt hätte.

#42 |
  11
Hendrik Hebecker
Hendrik Hebecker

Das ist überfällig. Auch Politiker sollten sich diesem Dauerproblem annehmen. Geld in Bildung stecken klingt gut, bringt aber nichts ,wenn man keinen Plan hat. Schon zu meiner Abizeit (1981!!!) waren sich alle einig, daß ein “Einser” -NC keine guten Landärzte hervorbringt. Hunderttausende hochmotivierte junge Leute scheiterten seit den letzten 40 oder mehr Jahren an fragwürdigen Einstelluingskriterien. Ich sehe aber, wenn ich das hier lese, da keine Perspektive derzeit. Gute Schulnoten haben mit guten Ärzten wenig gemeinsam. Mein Tipp wäre: 1 soziales Pflichtjahr im Krankenhaus oder auch Altenheim, danach weiß ein junger Mann-bzw. junge Frau mehr, der bvmd erwägt es zumindest.
Diese Einschätzung teile ich mit Ärzten aus dem beruflichen Umfeld und Bekanntenkreis.

#41 |
  4
Gast
Gast

… dann müssten wenige auf den “Heilpraktiker” ausweichen …

#40 |
  6
Dr. med.dent Stefan Troendle
Dr. med.dent Stefan Troendle

Laßt’s gut sein ihr doc checker .
Es ist langsam wie im Bundestag nach der Melodie:
Es ist zwar alles gesagt, nur nich nicht von mir

#39 |
  4
Sofia Judizki
Sofia Judizki

Gast

3 Filter: Aufname(Eignung)Gespräch, Aufnahmeprüfungen und Bereitschaft mind. 5 Jahre(Verpflichtung) in Deutschland zu arbeiten

#38 |
  8
Gast
Gast

# 39 Fortsetzung… Er hat den Arztberuf nicht weiter ausgeübt, sondern ist jetzt Mitglied einer Sekte ,den Hare Krishnas

#37 |
  2
Gast
Gast

Wenn das so einfach wäre Herr Bedynek, ich habe einen Bekannten ,der hat sein Medizinstudium mit Bravour gemeistert, nur als er dann wahrhaftig seinen Arzt im Krankenhaus stehen musste ,ist er auf der ganzen Linie gescheitert. Es reicht nicht ein exzellenter Theoretiker zu sein, ein wirklich guter Arzt braucht den Patienten nur anzuschauen und weiß oftmals was ihm fehlt.

#36 |
  7
Gast
Gast

die Alternative liegt in Holland und Österreich, dort geht man anders mit der Medzin um. Kein NC sondern Eignungsteste sind ausschlaggebend. Daran solte man sich orientieren !!! Das Studium ist umfänglich auch mit dem Blick in die Naturheilkunde !!!

#35 |
  2
Gast X
Gast X

@34: das ist vollkommen falsch. Sie verwechseln wohl nc mit der Abiturnote. Der numerus clausus ist ein Produkt aus Angebot und Nachfrage und hat nicht das geringste mit den intellektuellen Anforderungen eines Studienganges, geschweige denn des späteren Berufes zu tun. Andere Studiengänge mit gleichen oder höheren Anforderungen wie Physik, Pharmazie, Veterinärmedizin uvm haben je nach Anzahl der Plätze und Bewerber einen anderen nc. Wer denkt dass der nc bedeutet dass “nur die besten” genommen werden, der irrt.

#34 |
  3
Gast
Gast

Auch eine Landarztquote finde ich sehr fragwürdig: sicherlich wäre das attraktiv für Leute, die einen schlechten Abiturschnitt haben.
Aber ernsthaft, sich bereits vor dem ersten Semester auf Allgemeinmedizin festlegen? Da ist man von den ersten klinischen Praktika über zwei Jahre entfernt und hat doch nicht die geringste Ahnung, welche Fachrichtung man später mal wählen will…
Schlimmstenfalls hat man dann einen unmotivierten Arzt, der vielleicht gerne z.B. Psychiater geworden wäre und dann eben frustriert mit Dienst nach Vorschrift seine 15 Jahre auf dem Land absitzt – ich glaube nicht, dass das in irgendeiner Hinsicht die Lösung des Hausarztmangels auf dem Land ist…

#33 |
  1
Gast
Gast

So einfach, wie der eine oder andere sich das hier denkt ist es aber dann doch nicht.
Ein sinnvolleres Auswahlverfahren für die vorhandenen Plätze zu schaffen ist sicherlich überfällig – trotzdem wird es eine Menge Leute geben, die nicht sofort studieren können und lange Wartezeiten auf sich nehmen müssen.
Den NC einfach abschaffen ist unsinnig. Die Kapazitäten der Unis sind bereits in der Vorklinik schon ausgeschöpft, was die vorhanden Hörsäale sowie Kurse angeht – mehr Studienplätze anbieten würde also unmittelbar die Qualität der Lehre stark einschränken. Um hier mehr Studienplätze anzubieten, müssten erst einmal entsprechende Räumlichkeiten gebaut werden, was viel Geld und Jahre Vorlauf bräuchte.
Das ganze spitzt sich aber in der Klinik noch mehr zu. Auch hier sind die Kapazitäten absolut ausgeschöpft (man kann es z.B. daran sehen, wie schwer es Studenten mit Teilstudienplatz haben, einen Klinikplatz zu bekommen). Außerdem ist die Anzahl der Studienplätze an die Betten der Lehrkrankenhäuser gebunden. (Auch das macht Sinn: wenn ich in einem Praktikum alleine auf einer Station bin kann ich jede Menge machen und dementsprechend lernen. Sind plötzlich z.B. noch ein Praktikant und ein Famulant da, wird es schon langsam langweilig. Wäre man dann stattdessen zu fünft, würde niemand mehr irgendetwas lernen).
Fazit: ein Gericht, dass den NC verbietet bzw. Wartezeiten als unzumutbar einordnet, hilft niemandem. Das ganze ist ein politisches Problem, dass etwas mehr als Phrasen wie “NC abschaffen!” benötigt.

#32 |
  0
Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

Der NC sagt direkt etwas darüber aus, wie fähig und wie gewillte der Student ist, theoretische Probleme, die gerade die heutige Medizin immer mehr aufweist, zu durch denken. Genau das erwatet man, wenn man zu einem Arzt geht.

#31 |
  25
Prof. Dr.Dr. Rudolf Reich
Prof. Dr.Dr. Rudolf Reich

Auswahlgespräche – hört sich gut an, aber wie wird das festgeschrieben? Unter dem Vorwand der Justitiabilität werden Anforderungen gestellt, die kein Klinikum ohne drastische Einschränkung der Krankenversorgung und anderer Funktionen erfüllen kann: Pro Bewerber 3 Dozenten, darunter ein Klinikchef, Dauer des Auswahlgesprächs in festgelegtem Procedere mit festgelegtem Rahmen je eine Stunde, endloses formalisiertes mehrseitiges Protokoll (noch einmal 40 Min. mindestens, siehe heutiges 3.Staatsexamen Medizin), das ist so ein Mindest-Modell.
Bei 25 Bewerbern, die über diese Schiene gefunden werden sollen, bedeutet dies ca 85 Mannstunden in den überbelasteten Universitätskliniken.
Daher sind die Auswahlgespräche dort so unbeliebt, daß diese Option nur selten beantragt wird.

#30 |
  0
Ärztin

Es ist trotz Intelligenz nicht immer einfach, ein 1er-Abitur zu erwerben. Es gibt Menschen, die großartige “social skills” mitbringen, aber ein schlechteres Abi erreichen, und solche, die großartige Noten, aber sonst nicht viel vorzuweisen haben. Wie soll man da eine Auslese treffen? Ich selbst habe ein mittelmäßiges Abitur erreicht (2,4), aber im Vorfeld eine Menge Lebenserfahrungen gesammelt, die mir als spätere Fachärztin für Psychiatrie rückblickend enorm wichtig waren und sind. Der Medizinertest hat mir, schwupps, über die Testbestenquote schnell den Weg ins Studium gebahnt. Oh, hat man da aus Versehen ‘ne Dumme reingelassen?

#29 |
  2
Martin Ulbricht (Hmedstudent)
Martin Ulbricht (Hmedstudent)

Ich bin per se nicht für die Abschaffung des NC, wohl aber dafür, dass er nicht als Kriterium im Auswahlverfahren der Hochschulen genutzt wird. Zu meiner Bewerbungszeit gab es mehrere Beispiele, die dadurch theoretisch 80% ihrer Bewerber so aus dem Pool zogen. Sicherlich ließe sich auch eine Neugewichtung der Verteilungszahlen durchführen, meines Erachtens nach ist aber nicht das Verteilungssystem der Flaschenhals, sondern tatsächlich die Kapazitäten der Universitäten. Und da hilfts auch nichts, Semester mit 2000 “Erstis” zu öffnen, wenn bis zum Physikum 1000 “rausgeprüft” werden für die klinische Aufnahmefähigkeit.
Alles in allem durfte ich trotz TMS/EMS, 2,0er Schnitt und RettAssausbildung 6 Jahre warten, und sehe trotzdem andere Brennpunkte als wichtiger an, als die totale Abschaffung des NC’S. Eine wie oben beschriebene Anpassung unter Einbezug von Fächerwahl, erlerntem Beruf etc. tte m.E. nach schon reichen…

#28 |
  2

Es gibt viele bessere Lösungen. Man könnte neben der Abinote noch ein von der Schule festgelegte Eignungastufe für sein Studiumwunsch bekommen. Z.B. Gut geeignet-geeignet- nicht geeignet. Dazu ggf. Aufnahmeprüfung und gut ist es. Das Problem ist wie immer die Politik, denn die sind ständig am Wichtigtuen und daraus resultierend am festlegen von ” Ideotenspielen”.

#27 |
  12

Ein Glück, dass zu meiner Zeit eine doch recht umfängliche , naturwissenschaftlich orientierte Aufnahmeprüfung darüber entschied, ob man zum Studium zugelassen werden konnte oder eben nicht. Aber das ist eben Geschichte!

#26 |
  3
Gast R.
Gast R.

Den NC abzuschaffen wird Zeit. Zum Thema Anzahl der Studienplätze möchte ich hinzufügen, dass die Anfangssemester, die von Studienabbrechern verlassen werden, nicht wieder aufgefüllt werden. Warum? Das weis ich von meiner Freundin, deren Töchter beide gerne Medizin studieren möchten. Die Eine hat jetzt nach 7 Jahren einen Platz bekommen, die Andere macht, wie vorher schon erwähnt wurde, eine Ausbildung zur Rettungsassistentin.
Ich bin sicher, dass viele froh wären, sie könnten in das 2. Semester noch einsteigen und würden entsprechend lernen. Dann wäre die Zahl der Abschließenden auch höher.

#25 |
  4
Gast
Gast

super; gite Noten aber nix im Hirn, find ich klasse

#24 |
  19
Philipp Lex
Philipp Lex

Das ganze schlägt viel weiter aus, als man auf den ersten Blick sieht. Bundesweit gibt es im Rettungsdienst Personalmangel – wieso? Weil die Ausbildungsplätze größtenteils von auf Medizinstudienplätzen wartenden jungen Menschen belegt werden, die nach wenigen Jahren sich dann aus dem Beruf wieder verabschieden, wenn endlich die 7 Jahre Wartezeit Rum sind. Es ist ein ständiges Gesuche nach brauchbaren Azubis mit “möglichst schlechtem Abitur”… das ist einfach nicht zielführend!

#23 |
  2
Gast
Gast

Die einzige ursächliche Therapie wäre vermutlich die Studienplatzzahl zu erhöhen, dann gäbe es den Druck und die Klagen der Wartenden nicht mehr so stark, schätze ich. Solange dies nicht kommt, sind irgendwelche Reformierungen von Quoten und Auswahltests nur das herumdoktern am Symptom. Mal ehrlich: es klingt schon sehr toll die “charakterliche Eignung” von Studienplatzbewerbern zu prüfen. Aber ich kann mir schlecht vorstellen, wie das gehen soll. Viele Studienanfänger kommen direkt aus der Schule (ist ja auch nicht schlecht!) – woran genau soll man bitte bei 18-Jährigen messen und abschätzen, ob dieser Mensch mal ein empathischer Arzt wird? Das ist doch etwas, was man nicht angeboren bekommt, sondern auch erlernt, oder? Gleiche Kritik ist hier auch den Landarztquoten vorzuwerfen: Welcher Erstsemestler kann denn seriös und verbindlich sagen, dass er sich nach 13 Semestern Studium verschiedenster Fächer für die Allgemeinmedizin im ländlichen Raum entscheiden wird? Niemand sollte so mit den Hoffnungen und Träumen junger Menschen spielen. Das lässt sich sehr gut in der Politik verkaufen, weil es Tateneifer signalisiert – für die konkret betroffenen Studenten aber nicht so sicher die Lage vereinfacht, oder? Ich bin etwas abgedriftet, das möge man mir verzeihen ;) Kurz und knapp: Mehr Studienplätze hilft!

#22 |
  1
Nichtmedizinische Berufe

” Allerdings habe ich keine Vorstellung, wie man das rechtsverbindlich gestalten könnte. Auf diese Weise wäre jedenfalls motivierten Bewerbern geholfen, und zugleich könnten drohende bzw. bereits existente Versorgungsengpässe entschärft werden.” Dr. Peveling, eventuell so wie bei der Bundeswehr, da verpflichtet man sich auch 17 Jahre, und wer früher geht, muss Schulden zurückbezahlen. Funktioniert aber nur, wenn die Ärzte dann auch so etwas wie staatliche Angestellte und nicht selbstständig wären, in Ambulanzen und staatlichen Polykliniken. Ein Manko wäre freilich, dass es dann auf dem platten Land nur dienstverpflichtete, unerfahrene Ärzte gäbe.
Anstatt einen Studienplatz zur Verfügung zu stellen, fände ich die Idee eines Bonus für Landärzte besser.

#21 |
  3
Gast
Gast

“Cordula Sachse
Solange die Abiturnote im Vordergrund steht, bedeutet dies, und das ist makaber, folgendes: in Deutschland bestimmt im Wesentlichen die Lehrerschaft in Form der in größten Teilen subjektiven Notenvergabe, WER Medizin studieren darf. Es kann nicht sein, dass (indirekt) die Pädagogen entscheiden, WAS die Mediziner deutlich besser einschätzen können. Diese Diskrepanz ist verwerflich und Grund genug, sich an die oberste gerichtliche Instanz zu wenden. Danke, endlich werde ihr vernünftig.”

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Es ist auch nicht der Punkt, dass die Noten von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind, nein, auch von Schule zu Schule! Gehe ich auf eine bayerische Privatschule oder Schule kirchlichen Trägers, spende ein wenig aus Papis Geldbeutel, schon ist die 1,0 sicher bei halbwegs Grips in der Birne.
Ich war auf einer Schule mit sehr, sehr geiziger Punkte- und Notenverteilung, ich habe alles gegeben, aber durch die “Tendenz zur Mitte”, die alle Lehrer pflegten (keine Ausreißer nach oben und nach unten), wurde es über die mündliche Note immer wieder gedeckelt, sodass ich am Ende “nur” mit 1,2 abschloss. In ein paar Jahren bekäme man vermutlich auch mit dieser Note kaum einen Studienplatz und an der Universität ist man damit unter Medizinern schon einer der “schlechteren” Abiturienten.
Und trotzdem habe ich das Staatsexamen mit 1,0 abgeschlossenen. Ich habe bisher keine einzige Note als 1 bekommen.
Ich finde es wichtig, endlich zu prüfen, ob der Bewerber überhaupt die Fähigkeit hat, in dieses Stoffgebiet einzutauchen. Es ist am Ende ein naturwissenschaftliches Studium, auf das sich so viele NaWi-Idioten bewerben, die sich nie und nimmer für Chemie bewerben würden.

Auswahlgespräche dagegen sind noch schlimmer als die Abinote als Kriterium. Denn dann wird man in 10-15 Jahren nur noch die Blender und Narzissten als Ärzte herumlaufen haben, die sich damals gut präsentieren konnten, aber wenig Sachverstand haben.

#20 |
  3
Gast X
Gast X

Dass der nc abgeschafft wird ist höchste Zeit. Auch wenn hier immer wieder von “zu wenig Studienplätzen” die Rede ist…. ist das so nicht korrekt. An unserer Uni waren wir vor über 10 Jahren etwa 700 Erstsemester, mit denen die sich nachträglich dazugeklagt haben nochmal mehr… und wieviele durften bei der Abschlussfeier ein Zeugnis entgegen nehmen? Gerade einmal 200! Wenn nur ein Drittel der Studenten das Studium auch mit Examen beendet bedeutet das nicht dass es zu wenig Studienplätze gibt, sondern dass die verfügbaren Plätze an die falschen Leute vergeben werden. Hohe Abbruchquoten sind in meinen Augen ein Indiz für ein falsches Auswahlverfahren.

#19 |
  4

50% NC und 50% Berufung wäre gut

#18 |
  3
Gast
Gast

Warum leisten wir uns in Deutschland immer noch einen NC, wenn wir mittlerweile in vielen Kliniken kaum noch Ärzte finden, die noch nicht einmal der deutschen Sprache mächtig sind, ganz zu schweigen von der teils äußerst minderwertigen medizinischen Ausbildung. Unsere jungen Studienkollegen Menschen reglementieren wir und auf der anderen Seite fehlen an jeder Stelle in Deutschland junge Ärzte, die auch wieder bereit sind den schönsten Beruf der Welt auch auszuüben! Krank!!!

#17 |
  2
Dr. K. Fischer, Kelkheim
Dr. K. Fischer, Kelkheim

Prüfung ist gut, aber das Grundgesetz besteht schon lange. Also wenigstens Prüfung, dann könnte man ja eventuell wieder weiter schlafen, was ich nicht hoffe.

#16 |
  2
Sebastian Schulze
Sebastian Schulze

Alle paar Jahre wird dieses Thema wieder neu diskutiert. Ich hatte selbst leider auch eine lange Wartezeit. In dieser Zeit wurde ebenfalls von Abschaffung des NC`s, Eingangstests, Abschaffung der ZVS etc. gesprochen. Was ist im Endeffekt passiert? Die ZVS wurde umbenannt in “Hochschulstart”, das wars. Es scheint wohl nichtso einfach zu sein, dieses bestehende System zu ändern.

#15 |
  1
Cordula Sachse
Cordula Sachse

Solange die Abiturnote im Vordergrund steht, bedeutet dies, und das ist makaber, folgendes: in Deutschland bestimmt im Wesentlichen die Lehrerschaft in Form der in größten Teilen subjektiven Notenvergabe, WER Medizin studieren darf. Es kann nicht sein, dass (indirekt) die Pädagogen entscheiden, WAS die Mediziner deutlich besser einschätzen können. Diese Diskrepanz ist verwerflich und Grund genug, sich an die oberste gerichtliche Instanz zu wenden. Danke, endlich werde ihr vernünftig.

#14 |
  8
Dr. med. Mechthild Laqua-Schönert
Dr. med. Mechthild Laqua-Schönert

Es ist politisch gewollt aber für die medizinische Versorgung nicht akzeptabel, dass die Zahl der Medizinstudienplätze auf dem Stand vor der Wiedervereinigung eingefroren worden ist.
Da jeder fertige Arzt in seiner Arbeitszeit vorausberechenbare Kosten für das Sozialsystem verursachen wird, ist es beabsichtigt die medizinische Versorgung zu verschlechtern, damit sie bezahlbar bleibt.
Dies ist bei einer zunehmend Überalterungen der Gesellschaft bei gleichbleibenden Arztdichte die logische Konsequenz.
Aber wer trifft eigentlich diese politische Entscheidung?
Die höchst richterliche Instanz sollte sich also sich nicht nur mit den Zulassungskriterien beschäftigen, sondern auch die Zahl der Studienplätze unter die Lupe nehmen.

#13 |
  1
Student der Humanmedizin

#11: Jura ist derzeit an vielen Universitäten zulassungsfrei.

#12 |
  1
Matthias Cürten
Matthias Cürten

Wenn der Numerus clausus fällt, dann aber auch für alle anderen Fächer. Damit kann dann auch jeder motivierte sofort Jura studieren.
Kleiner Scherz.
Wetten daß das nur für Medizin gilt? Hier werden billige willige Arbeitskräfte gebraucht. Was in der Krankenpflege geklappt hat, geht doch sicherlich auch im Arztberuf …

#11 |
  1

Bedauerlich, dass hier solch eindimensionale Stereotype vorherrschen …

#10 |
  7
Dr. med.dent Stefan Troendle
Dr. med.dent Stefan Troendle

Das wird auch langsam Zeit.
Vor allem der Auswahlmodus mit der Abinote war so ziemlich das Dümmste was den bürokratischen Sesselfurzern einfallen konnte.

#9 |
  6
Dr. Sabine Dettling
Dr. Sabine Dettling

Vielleicht werden dann endlich einmal auch mehr wirklich empathische Menschen und Menschenfreunde auf die Patienten losgelassen, und nicht mehr so viele streberhafte Roboter, denen die Kranken und deren Angehörigen komplett am A… vorbeigehen, weil sie nur Evidenzen, berufliches Fortkommen, Spesen von der Pharmaindustrie und möglichst viele Publikationen pro Monat im Auge haben.

#8 |
  12

Nachtrag: Ich habe in der ersten Hälfte der achtziger Jahre mit viel Glück einen Studienplatz erhalten. Hätte seinerzeit die Möglichkeit bestanden, sich zu verpflichten, hätte ich dies zweifelsohne getan.

#7 |
  3

Ich bin für die Einführung einer “Landarztquote”, d.h. auch Bewerber mit schlechterem NC könnten einen Studienplatz erhalten, sofern sie sich verpflichten, sich nach der Ausbildung in strukturschwachen Gebieten niederzulassen. Allerdings habe ich keine Vorstellung, wie man das rechtsverbindlich gestalten könnte. Auf diese Weise wäre jedenfalls motivierten Bewerbern geholfen, und zugleich könnten drohende bzw. bereits existente Versorgungsengpässe entschärft werden.

#6 |
  10
Elke Lickteig
Elke Lickteig

Das könnte jungen Menschen die Hoffnung geben, doch den gewünschten Studienplatz bekommen zu können. Junge Menschen, die viel Interesse und Empathie mitbringen , sich seit Jahren als Rettungssanitäter ehrenamtlich engagieren, in den Sommerferien statt zu chillen im Krankenhaus Praktika machen -die für die Sache brennen – aber ” nur ” ein Abi mit 1,8 gemacht haben. Nach den derzeitigen Kriterien haben sie nämlich absolut keine Chance einen Studienplatz zu bekommen. Zu einer Wartezeit von 7 Jahren kann ich als Mutter ihm wirklich nicht raten.
Doch wir brauchen junge Ärzte und sollten sie auch ausbilden. Derzeit suchen viele im Ausland ihr Studienglück und in Deutschland werden Ärzte aus dem Ausland eingestellt. Da stimmt was ganz und gar nicht.

#5 |
  3
Gast
Gast

#3: Weiter gefasst ausgedrückt: das Abitur als Vergleichswert für Schüler bundesweit bzw. bereits innerhalb eines Bundeslandes (z.B. zwischen einzelnen Schulen oder auch direkt zwischen einzelnen Schülern mit unterschiedlichen Fächerkombinationen) ist völlig wertlos.

#4 |
  3
Zahnarzt

NC ist ein veralteter Selektionsmechanismus, das ist alles

#3 |
  4
Gast
Gast

Grundsätzlich ist die Diskussion zu begrüßen.
Aber auch ein geändertes Zulassungsverfahren ändert nichts daran, dass es zu wenige Studienplätze für zu viele Bewerber gibt – Wartezeiten können sich also dadurch nicht ändern, sondern bestenfalls nur etwas fairer Verteilen.
Dass Wartezeiten von 13 Semestern nicht zumutbar sind wurde meines Wissens bereits vor 5-6 Jahren vor relativ hohen Gerichten verhandelt, damals ohne Ergebnis.
Mal abgesehen von den Folgen: würden Gerichte urteilen, dass eine lange Wartezeit unzulässig ist und Bewerber vorher ein Recht auf einen Studienplatz hätten, müssten entsprechend die Unis wesentlich mehr Studienplätze zur Verfügung stellen.
In der Vorklinik mag das noch möglich sein (auch wenn die Qualität darunter sehr leiden würde, weil vielerorts z.B. die Anatomiekurse o.a. schon völlig überfüllt sind), aber in der Klinik hängt die Anzahl der möglichen Studienplätze fix mit den Krankenhausbetten zusammen (was auch Sinn macht, denn mehrere Studenten im Praktikum auf der gleichen Station sitzen dann eben nur entsprechend viel rum). Ergebnis wäre, dass die Unis wesentlich massiver in der Vorklinik aussieben müssten oder aber mehr Teilstudienplätze vergeben – mit entsprechend frustrierten Studenten, die im Zweifel wiederum dagegen klagen würden.
Ich denke, die ganze Thematik ist eine politische Entscheidung und keine, die ein Gericht lösen kann.

#2 |
  0
Student der Humanmedizin

endlich….
damit bliebe auch tausenden der Umweg über das ( teure ) Ausland erspart.
Ich selbst mit Abitur 2,5 ( Bawü)
Jetzt Staatsexamina 1,2
Wenn Auswahlkriterien, dann lieber mal die Frage ” sind sie bereit Nachtdienste zu schieben und Überstunden zu machen ”
Was bringt mir meine religionsnote , wenn ich keine 3 Stunden im op stehen kann? …
Ok… dann werd ich halt Radiologe ;)

#1 |
  9


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: