Witwenbuckel und Knochenkiller

30. Juli 2010
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Alle vier Sekunden passiert es: Ein Knochen, durch Osteoporose geschwächt, bricht. In Deutschland leiden sechs Millionen Menschen daran, weltweit sogar 200 Millionen. Doch Diagnostik und Therapie machen große Fortschritte.

Bei den stark anwachsenden Patientenzahlen explodieren zwangsläufig auch die Krankheitskosten. Experten rechnen mit etwa drei Milliarden Euro allein hier zu Lande – ein Großteil durch Stürze und Brüche und die damit verbundenen Folgeerkrankungen. Mit eng verzahnter Diagnostik, Therapie und Prävention kann aber vielen Menschen geholfen werden.

Das Yin und Yang der Knochen

Im Idealfall arbeiten körpereigene Zellen ständig an unseren Knochen: Osteoblasten bauen deren Substanz auf und Osteoklasten wieder ab. Bei der Osteoporose – auf Deutsch Knochenentkalkung – stimmt dieses Gleichgewicht nicht mehr. Es laufen biochemische Prozesse ab, die zu einem Verlust der Knochensubstanz führen. Anfangs häufig unbemerkt, nimmt die Knochendichte mit der Zeit immer weiter ab. Treten erste Frakturen auf, sind meist größere Interventionen nötig, um Patienten wieder zu mobilisieren und deren Schmerzen zu lindern. Häufig sind die Wirbelkörper betroffen – der Volksmund spricht wenig schmeichelhaft vom Witwenbuckel. Aber auch Frakturen des Schenkelhalses am Oberschenkelknochen sowie des Oberarmkopfes treten auf. Hinzu kommen Brüche der Handgelenksknochen bzw. des Beckenknochens.

Allerdings unterscheiden sich viele Knochen grundlegend voneinander. Wissenschaftler des Berliner Max-Planck-Instituts für Molekulare Genetik und der Charité haben deshalb die Entwicklungsprozesse unter die Lupe genommen. „Fast alle Knochen entstehen aus einem knorpeligen Vorskelett“, so Stefan Mundlos. Gesteuert wird der Prozess von den sogenannten Hox-Genen, die knochenbildende Stammzellen kontrollieren. Diese wären nach Mundlos ein möglicher Ansatz für neue Therapien.

Am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Berlin-Buch konnten Forscher den Mechanismus der Osteoporose entschlüsseln. Ein Genschalter, der in zwei Varianten auftritt, steuert dabei das Gleichgewicht zwischen dem Aufbau und Abbau von Knochensubstanz. Eine Form unterdrückt die Aktivität der abbauenden Osteoklasten, die andere erhöht sie.

Keine Chance für Knochenkiller

Zahlreiche Erkrankungen machen den Knochen spröde. Meist sind Hormonumstellungen der Auslöser: Rund 80 Prozent der Krankheitsfälle treten bei Frauen auf, und zwar meist nach der Menopause. Sinkt der Östrogenspiegel, wird vermehrt Kalzium ausgeschieden. Auch eine zu aktive Schilddrüse nimmt über hormonelle Regelkreise Einfluss auf den Kalziumstoffwechsel. Und manche Neoplasien bzw. chronischen Entzündungserkrankungen machen das Knochengewebe spröde.

Zu wenig Magensäure, beispielsweise durch die Behandlung mit Protonenpumpenhemmern, hat ebenfalls fatale Folgen: Durch die Anhebung des pH-Werts nimmt der Körper Kalzium nicht mehr ausreichend aus der Nahrung auf. Damit lüfteten Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf das Rätsel, warum Patienten, die mit Säureblockern behandelt wurden, ein höheres Knochenbruchrisiko haben. Als Therapie schlägt das Team um Thorsten Schinke und Michael Amling Kalziumgluconat vor – das gebräuchliche Carbonat würde bei fehlender Magensäure kaum aufgenommen.

Kalkfresser Kortison

Bei einer hoch dosierten Kortisontherapie kann es zu einer Entkalkung der Knochen kommen. Den Grund fanden Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Altersforschung – Fritz-Lippmann-Institut. Sie konnten zeigen, dass bei einer Kortisongabe der Knochenaufbau in Mitleidenschaft gezogen wird, nicht – wie früher angenommen – der Abbau der Knochensubstanz forciert wird. „Es gibt aber auch gute Nachrichten“, so Jan Peter Tuckermann. „Wir sind zuversichtlich, dass es bald gelingt, die unheilige Allianz zwischen Therapieeffekt und Nebenwirkungen durch die Entwicklung neuer Glucocorticoide aufzubrechen“.

Diagnostik aus dem Meer gefischt

Zur Messung der Knochendichte nutzt man üblicherweise Röntgenstrahlen, die durch Gewebe unterschiedlicher Dichte verschieden stark geschwächt zu werden. Manche Patienten lehnen diese Messungen aus Angst vor den Folgen der Strahlenexposition jedoch ab. Für sie haben Meeresforscher am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften quasi durch Zufall eine neue Methode entwickelt. Die Meeresbiologen untersuchten eigentlich die Einlagerung von Mineralien in Ablagerungen, um die Geschichte der Ozeane zu ergründen. Ihre Erkenntnis für die medizinische Diagnostik: Aus dem Verhältnis verschiedener Isotopen – also Atomarten – des Kalziums können Aussagen über eine mögliche Störung des menschlichen Kalziumhaushalts getroffen werden. Dazu wird lediglich eine Urinprobe benötigt. Sind in dieser vermehrt „schwere“ Kalzium-Isotope zu finden, lässt dies zum Beispiel Rückschlüsse auf einen Mangel des Minerals zu.

Die Milch macht´s – aber nicht allein

Vorbeugen ist besser als „bohren“, auch bei der Osteoporose. An erster Stelle stehen körperliche Aktivität sowie der Verzicht von Alkohol und Nikotin. Bei älteren Menschen sollte auch über eine Sturzprävention nachgedacht werden. Zu einer Sturzanamnese, die vor allem die gesamte Arzneimitteltherapie bewertet, raten Experten bei multimorbiden Patienten sogar in jährlichem Abstand.

Eine entscheidende Rolle hat Cholecalciferol. Das sogenannte Vitamin D3 reguliert den Kalziumspiegel im Körper. Es bildet sich in der Haut aus einer Vorstufe, sobald der Körper UV-B-Strahlung ausgesetzt ist. Stehen ansonsten Fettfische auf dem Speiseplan, so nimmt der Körper die Substanz in ausreichendem Maße auf. Aber auch andere Tiere unseres Speiseplans enthalten Choleclaciferol in unterschiedlichen Mengen. Die physiologisch aktive Form, Calcitriol, reguliert den Kalziumhaushalt über die Knochen, den Darm, die Nebenschilddrüse und die Niere.

Als Ergänzung kann Risikopatienten die Aufnahme von etwa einem Gramm Kalzium und 600 bis 1.000 IE Vitamin D pro Tag geraten werden. Laut einer Metaanalyse, die am Gentofte County Hospital, Kopenhagen, Dänemark, ausgeführt wurde, ist nur die kombinierte Gabe sinnvoll – ohne das „Knochenhormon“ wird das Mineral schlecht eingebaut.

Bereits die Versorgung von Babys und Kleinkindern scheint einen viel stärkeren Einfluss auf eine mögliche Osteoporose im Alter zu haben als bisher angenommen. Das konnten Wissenschaftler der North Carolina State University zumindest an Versuchstieren zeigen, die während der ersten Lebenstage mit einer kalziumreichen bzw. kalziumarmen Diät gefüttert wurden. Die Gruppe, die das Mineral in ausreichendem Maße bekommen hatte, zeigte deutlich mehr Osteoblasten als die andere Gruppe. Chad Stahl, Autor der Studie: „Ausgehend von dieser Erkenntnis muss über die optimale Kalziummenge in Muttermilchersatz neu nachgedacht werden“.

Therapeutische Vielfalt

Bei Frauen vermindert die Hormonersatztherapie u.a. das Risiko, nach der Menopause eine Osteoporose zu entwickeln. Jetzt liegt mit der Women´s Health Initiative (WHI) eine Doppelblindstudie vor, die eine deutliche Verringerung von Schenkelhals- und Wirbelkörperfrakturen ergeben hat. Diese präventive Aspekt allein ist jedoch keine Indikation, da die Behandlung auch mit zahlreichen Risiken einher geht: Patientinnen erkranken häufiger an Brustkrebs bzw. entwickeln öfter Embolien in den tiefen Beinvenen und in der Lunge. Vielmehr gilt es, Nutzen und Risiken sorgfältig abzuwägen.

Bisphosphonate lagern sich aufgrund ihrer chemischen Verwandtschaft zum Phosphat direkt im Knochen ein. Der Nutzen: Sie binden vorzugsweise an Stellen mit stärkerer Knochenresorption und verhindern dort den weiteren Abbau von Substanz. Bisphosphonate werden aber auch von Osteoklasten, den knochenabbauenden Zellen, aufgenommen. Über eine komplexe Kaskade kommt es schließlich zum induzierten Tod dieser Zellen.

Hingegen führen Östrogenrezeptormodulatoren zu einer östrogenartigen Wirkung auf die Knochen. Über eine komplexe Kaskade hemmen die Substanzen Osteoklasten und tragen damit zu einem vermehrten Aufbau von Knochensubstanz bei. Aufgabe von Antiresorptiva wie Teriparatid ist die Neubildung von Knochensubstanz, indem sie die Osteoblasten stimulieren. Das Molekül gilt als Hauptregulator des Kalzium- bzw. Phosphatstoffwechsels in der Niere und im Knochen.

Auch ein Mineral hat Einzug in die Therapie gehalten: Strontium, mit Kalzium chemisch verwandt, bindet mit hoher Affinität an den Knochen. Dort hemmt es osteoklastäre Zellen. Bei Schmerzen bzw. Komplikationen im Wirbelbereich greifen die Fachleute zur chirurgischen Stabilisierung durch einen Ballonkatheter und die nachfolgende Auffüllung mit Knochenzement, was meistens die Schmerzen der Patienten schnell lindert.

Frisch aus der Pipeline

RANK – hinter diesem Kürzel verbirgt sich ein Eiweiß, das im Körper als zentrale Schnittstelle des Knochenstoffwechsels fungiert. Bei Babys etwa sorgt RANK für eine ausreichende Aufnahme aus der Muttermilch. Auch den ständigen Auf- und Abbau von Knochensubstanz koordiniert dieses Protein. Basierend auf den Erkenntnissen wurde eine Therapie mit humanen Antikörpern gegen die Bindungsstelle von RANK entwickelt. Ende Mai hat die Europäische Arzneimittelbehörde Denosumab die Zulassung zur Behandlung von postmenopausalen Frauen sowie von Männern mit Prostatakarzinom erteilt.

Einen anderen Weg gingen Wissenschaftler von Merck Sharp & Dohme mit dem noch im Prüfstadium befindlichen Antikörper Odanacatib. Dieser bindet an das Enzym Kathepsin K, das beim Abbau von Knochen durch Osteoklasten eine zentrale Rolle spielt. ,,Die Ergebnisse zeigen, dass Odanacatib mehrere klar gekennzeichnete biochemische Knochenumsatzmarker bei Krebspatientinnen mit Knochenmetastasen reduzierte, was darauf hinweist, dass dieses Prüfpräparat den mit Knochenmetastasen verbundenen beschleunigten Knochenabbau potenziell verlangsamen kann“, so Dr. med. Christopher Wynne, Studienleiter und klinischer Onkologe des Christchurch Clinical Studies Trust in Neuseeland. Einen weiteren möglichen Hemmstoff fanden Forscher des Hans-Knöll-Instituts und der Universität Jena beim Kontakt des Schimmelpilz Aspergillus nidulans mit Bakterien. Hier ist jedoch noch mehr Forschungsbedarf nötig.

164 Wertungen (4.38 ø)

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17 Kommentare:

Heilpraktikerin

Danke Herrn Prof. Dr. Dieter Böning
für den kurzen wichtigen Kommentar!!

#17 |
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Dipl.Med. Christian Typke
Dipl.Med. Christian Typke

Schon interessant wieviel “Fachmeinung” hier mit Halbwissen verbreitet wird.Auch in China ist die Osteoporoseinzidenz nicht wesentlich niedriger als in Europa und hier sehr regional unterschiedlich. Knochendichtemessung mittels Ultraschall für einen Preis von 70-80 Euro entsprechen nicht der GOÄ und sind schlechthin Abzocke am Patienten! Ich glaube kaum das ein verantwortungsvoll agirender Osteologe solche Preise nimmt, noch dazu da dieses verfahren nicht so ausgreift ist. Mann sollte ehrlich die Aussagepower einer Knochendichtemessung immer kritisch sehen, denn die Diagnose einer Osteoporose (mann siehe die Leitlinien der DVO 2009) ist ein komplexer Diagnoseprozeß!

#16 |
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Prof. Dr. Jan Koolman
Prof. Dr. Jan Koolman

Zugegeben, die Nomenklatur des Vitamin D-Hormons ist etwas komplex.

Wir können das Vitamin entweder als Vitamin D2 oder D3 mit der Nahrung aufnehmen (besonders aus Fisch, aber auch aus Fleisch oder Pflanzen) oder selbst aus Cholesterol durch UV-Belichtung in der Haut bilden. Vitamin D3 ist chemisch identisch mit Cholecaliferol (historischer Name) oder (besser) Calciol. Diese Verbindung (Calciol = Vitamin D3)hat noch keine Hormonwirkung, wie im Artikel behauptet. Calciol wird in der Leber zu Calcidiol (= 25 Hydroxycholecalciferol = 25-Hydroxy-Vitamin D3) hydroxyliert und dann weiter im entscheidend regulierten Schritt in der Niere zu Calcitriol (= 1alpha,25-Hydroxycholecalicferol) umgewandelt. Calcitriol ist die hormonaktive Verbindung. Und sie steuert den Calcium-Stoffwechsel zusammen mit zwei anderen wichtigen Hormonen, die unerwähnt bleiben, dem Parathormon (PTH) und dem Calcitonin.

Wie Östrogene den Apatit-Abbau im Knochen über Cytokine hemmen, ist weitgehend bekannt, soll hier aber nicht auch noch referiert werden.

Aber eine wichtige neue Erkenntnis muss noch hinzugefügt werden: Calcium-Präparate gegen Osteoporose erhöhen das Infarkt-Risiko (British Medical Journal Bd. 341, S. c3691, 2010). Hier sollte also sorgfältig abgewogen werden!

#15 |
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Prof. Dr. Dieter Böning
Prof. Dr. Dieter Böning

Der Autor wirft Begriffe durcheinander. Osteoporose heißt auf Deutsch nicht Knochenentkalkung, sondern eher Knochen”durchlöcherung” (griechisch poros Loch). Die Grundsubstanz wird geringer z. B. durch veringerte Eiweißsynthese wegen der verringerten Östrogene bei älteren Frauen. Eine Kalkeinbaustörung z. B. bei Vitamin D Mangel führt zu Osteomalazie (“Knochenerweichung”).

#14 |
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M.E. wird in disem Artikel zu wenig auf Erährung und sportliche Ativität geachtet.

#13 |
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Dr. Christoph Eisen
Dr. Christoph Eisen

Es ist schon erstaunlich, wieviel Unwissen, Halbwissen und Pseudowissen sich hier trotz alller Aufklärungskampagnen seit mehr als 20 Jahren hinsichtlich dieser “Volkskrankheit” (vergleichbar viele Betroffene und vergleichbare gesundheitsökonomische Kosten wie aufgrund von Typ-2-Diabetes) offenbart! Ohne den einzelnen Kommentatoren zu nahe treten zu wollen, sei hier die Website des Dachverbandes Osteologie (DVO e. V.) empfohlen:

http://www.dv-osteologie.org/

Ansonsten ein paar Kommentare:

1. dass Milch dem Knochen Kalzium entzieht, ist wissenschaftlicher Humbug, der leider nach wie vor von militanten Milchgegnern (“die Milch gehört den Kälbern”) verbreitet wird.
2. Prophylaxe ist sicher gut und wichtig, hilft aber den Menschen mit bestehender Osteoporose wenig. Im Hinblick auf eine erfolgreiche Prävention ist die Politik gefordert, generell Gesundheitserziehung in den Kindergärten und Schulen einzuführen.
3. Die Ultraschallmessung ist nicht standarisiert und daher nur in klinischen Studien sinnvoll. 50,- bis 70,- Euro hierfür ist Wucher und hinausgeschmissens Geld. Die DXA-Methode (ca. 40,-) ist nach wie vor wissenschaftlicher Standard für eine valide Diagnose und Voraussetzung für eine begründete Therapieentscheidung.
Dass auch diese Messung derzeit nur bei vorhandener Fraktur von der GKV bezahlt wird ist leider richtig und sollte geändert werden. Eine aktuelle Bewertung durch das IQWiG lässt hier hoffen.
100 nmol/l ist sicher eine etwas gewagte Vorstellung für einen optimalen Vitamin D-Spiegel (empfohlen werden Werte zwischen 75 und 100 nmol/l, siehe Fr. Prof. Bischoff-Ferrari, Uniklinik Zürich und andere anerkannte Vitamin-D-Experten). Allerdings hat sich puncto Dosierungen einiges getan: Dosierungen bis 2000 Einheiten pro Tag gelten auch für Kinder über 11 als sicher (Bewertung des Sachverständigenausschusses der Europäischen Kommission EFSA) und werden so auch vom DVO empfohlen (800 – 2000 I.E. pro Tag)
Die Vitamin D-Messung ist relativ teuer, wenig standarisiertr und meistens entbehrlich. Aus Kostengründen empfiehlt sich eine generelle Supplementierung insbesondere in den Wintermonaten von 100 – 2000 I.E./Tag. Allerdings wird weder eine optimale Ernährung und Bewegung noch eine flächendeckende Vitamin D-Supplementierung die Osteoporose “ausrotten”. Die Senkung von Homocystein ist nach wie vor umstritten, eine Senkung des Frakturrisikos ist nicht nachgewiesen (im Gegensatz zu Calcium/Vitamin D und zugelassenen spezifischen Osteoporose-Medikamenten.
Zum Thema Kieferosteonekrose: Die erwähnten hochdosierten Gaben werden nicht im Bereich Osteoporose sondern bei Knochenmetastasen eingesetzt. Kieferosteonekrosen sind bei Osteoporosepatienten extrem selten (laut deutschem Kieferosteonekrose-Register Berlin: 1:36.000 Patienten). Eine Bisphosphonattherapie auch bei Krebspatienten ist nur einer von vielen Risikofaktoren.

#12 |
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Pharmazie-Praktikantin

Wieder ein interssanter Artikel zu dem Thema Osteoporose.

Zu den Ausführungen von HP D.-R. Noschinski habe ich eine Frage. Es geht um den Satz:” Definiert man eine unzureichende Versorgung…”. Muß es vielleicht heißen:” Definiert man eine Ausreichende Versorgung…”.
Soweit mir bekannt ist, sind als unterste Grenze eines ausreichenden Vitamin D-Spiegels 75nmol/l in der Literatur angegeben.

#11 |
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Johanna Maria Schaller
Johanna Maria Schaller

Interessanter Artikel

#10 |
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Dr. rer. nat. anette Schweizer
Dr. rer. nat. anette Schweizer

Auch ich habe eine mit Bisphosphonaten versorgte Osteoporosepatientin, die jetzt an massiven Kieferproblemen leidet. Also Vorsicht!. AUßerdem sollte die latente Übersäuerung, nicht nur als Folge von MAgensäurebehandelten, bei der Entstehung einer Osteoporose berücksichtigt werden. COla-Konsum, einseitige Ernährung, die in einen Säureüberschuß mündet, etc. Auch der Schlankhiets-bis MAgerwahn erhöht aufgrund einer langjährigen Mineralmangelversorgung ein frühzeitig einsetzendes Osteoporoserisiko.

#9 |
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Rita Wiedemann
Rita Wiedemann

Soweit ich informiert bin, entzieht Milch (oder Michprodukte) dem Knochen Kalzium. Somit stimmt die Aussage “die Milch macht´s” nicht. Ganz im Gegenteil.
In China scheinen sehr wenige Menschen an Osteoporose zu leiden. Das wird sich jetzt wohl ändern, nachdem überlegt (oder sogar vielleicht schon beschlossen) wurde, daß man die Bevölkerung grossflächig mit Milch versorgen möchte.
Hat hierzu einer noch mehr Informationen?

#8 |
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Mag ja alles zutreffend und nützlich sein. Mir fehlt die natürliche Prophylaxe in diesem Artikel: Ernährung und Bewegung.
Artikel und Kommentare zeigen deutlich die Probleme der nur chemischen Behandlung der Osteoporose.

#7 |
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Weitere medizinische Berufe

Es ist ja schön zu lesen, daß die Forschung auf diesem Gebiet Fortschritte macht. Nur, was nutzt die ganze Forschung, wenn die am häufigsten betroffenen Patienten, die älteren Frauen mit sehr oft einer geringen Altersrente, sich die Ultraschall-Untersuchung (Osteosonographie) nicht leisten können. Die Vorsorge wird von den GKV nicht, oder nur selten übernommen und 50,- bis 70,- EUR haben viele Frauen halt nicht übrig. Da sollte der Ärzteschaft die Möglichkeit gegeben werden, auch diese Untersuchung, auch für GKV Versicherte, durchführen zu können. Mit Sicherheit lassen sich hier die Folgekosten einer Osteoporose-Erkrankung erheblich reduzieren, ganz abzusehen von dem Leid, welches den Patienten und Angehörigen erspart werden kann.

#6 |
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Irmgard Schneiter
Irmgard Schneiter

An der Universitätsklinik Homburg/Saar fing man an zu experimentieren u.fand einen erstaunlichen Zusammenhang:
Patienten, die an Osteoporose litten, hatten stets einen viel zu hohen Homocystein-Spiegel. Gab man diesen Patienten einen Homocysteinsenker (Vit.B6,B12 und Folsäure), sanken die Werte und die Osteoporose besserte sich.
Hat man damit nun doch eine neue Heilungschance bei der
gefürchteten Osteoporose gefunden?

#5 |
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Meine Praxis hat in den letzten Jahren eine große Zahl an Patienten auf ihre Versorgung mit 25(OH)Vitamin D untersucht. Definiert man eine unzureichende Versorgung mit einem Serospiegel von 100nmol/l und höher, dann lagen 90% der Betroffenen darunter bzw. deutlich darunter.
Vitamin D nützt nur dann etwas, wenn es ausreichend hoch dosiert wird, d.h.:
1) Messung des Ausgangswertes und
2) Kontrollen von 25(OH) Vitamin D und Calcium im Serum.
Letzteres, weil Calcium im Serum unter einer Therapie mit 25(OH)Vitamin D nicht über Norm ansteigen sollte.
In wenigen Wochen hat jeder Patient seine individuell passende Tagesdosis an 25(OH)Vitamin D. Und das Ganze ist -trotz Labor- wesentlich preiswerter als Bisphosphonate.
Leider konnte man sich in den Fachschaften lediglich dazu durchringen, die Empfehlung für die Tagesdosis insgeamt auf 600-1.000IE zu erhöhen. Die Älteren unter uns werden sich noch erinnern, dass jahrelang vor hohen Vitamin D-Gaben über 400IE gewarnt wurde, weil sie “fettlöslich seien”, und sich “in den Zellen einlagern” würden und ähnlichen Unsinn.
Ich plädiere für die individuelle Einstellung von Betroffenen bzw. Risikogruppen auf 25(OH)Vitamin D.
Das ist m.E. die preiswerteste Lösung – und genau deswegen glaube ich, dass das in der nächsten Zeit nicht kommen wird.
Trotzdem herzliche Grüße an Alle und vielen Dank schon jetzt für zahlreiches Klicken auf “Daumen runter” ;-)

#4 |
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Dr. Dirk Friedrich Rodekirchen
Dr. Dirk Friedrich Rodekirchen

Eine äußerst informative Zusammenfassung zu einem Thema, welches mehr und mehr in den Vordergrund zu treten scheint.
Ich kann meine Vorgänger-Kommentare nur unterstreichen!

#3 |
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Dr. Markus Willmes
Dr. Markus Willmes

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Bisphosphonate -besonders bei hoher intravenöser Gabe- extreme Kiefernekrosen mit radikalen OP-Folgen entwickeln können!!!!!
Vor Gabe stets zahnärztliches Konsil und strenge Indikationsstellung!

#2 |
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Sehr guter und übersichtlicher Artikel üb diese so wichtige und oft noch unzureichend behandelte Krankheit.

#1 |
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