Depression: Hilfe aus dem Off

25. August 2017
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Rund jeder zehnte Hausarztpatient zeigt Anzeichen einer Depression. Nur die wenigsten beginnen eine Therapie. Mit einem neuen Behandlungsverfahren soll der Fokus nun auf eine Online-Betreuung gesetzt werden, die Hilfe leistet, bevor eine schwere Depression entsteht.

Niedergeschlagenheit muss nicht immer in einer Depression münden – aber sie kann ein Vorbote sein. Unklar ist hierbei, an welcher Stelle eine schwere Depression beginnt und ob auch eine leichte Depression oder eine depressive Verstimmung schon behandlungsbedürftig ist.

Die Grenzen zwischen der subklinischen Depression und einer klassischen unipolaren Depression sind fließend und verändern sich entsprechend den gerade gültigen Leitlinien

Vernachlässigte Depressions-Vorstufe?

Rund jeder zehnte Hausarztpatient zeigt Anzeichen einer Depression, aber nur die wenigsten gelangen konsequenterweise in die Obhut eines Spezialisten. Mehr als die Hälfte depressiver Menschen bekommen laut Detlev Ganten, Präsident des World Health Summit, keine angemessene Behandlung, weil die Krankheit von Ärzten und Patienten nicht ernst genommen wird.   Aber auch wenn es zu einer Therapie kommt, können Probleme entstehen, besonders bei ernsten Fällen: Antidepressiva helfen dauerhaft weniger als einem Drittel dieser Patienten.

Die zum Einsatz kommenden Wirkstoffe oder ihre Derivate sind meist bereits seit über einem halben Jahrhundert in Gebrauch, wirken nicht spezifisch und helfen nur einem Teil der Erkrankten. Depression ist die Krankheit mit der längsten Dauer im Verlauf eines Lebens. Angesichts der unzureichenden Versorgung ist demnach die Prävention umso wichtiger. Die Behandlung auch schon geringgradiger Depressionssymptome sollte begonnen werden, bevor die Krankheit in eine ernsthafte Form übergeht.

Subklinische Depression, Subthreshold Depression oder Dysthymie – wer nach diesen Stichworten sucht, findet nur wenige Studien dazu. In den letzten zwei Jahren sind jedoch zwei größere Untersuchungen im Journal of the American Medical Assoviation (JAMA) erschienen, die jeweils die psychotherapeutische Behandlung der Krankheit beschreiben, noch bevor sie wirklich gefährlich wird: Während die britisch-amerikanische Studie dabei eher Patienten im Seniorenalter rekrutierte, sahen sich Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg Teilnehmer im Durchschnittsalter von circa 45 Jahre an.

Ermutigung durch wöchentlichen Telefonanruf

Wie in der ersten von beiden Studien deutlich wird, hat sich im angloamerikanischen Raum das „Collaborative Care“-Modell bewährt, in dem eine psychotherapeutische Versorgung in die Primärversorgung integriert ist. Ein „Care Manager“ überwacht dabei die Behandlung unter der Verantwortung eines Psychotherapeuten. In dieser Studie mit 705 Patienten mit mindergradiger Depression im Alter von über 65 Jahren verglichen Simon Gilbody von der University of York und seine Kollegen die normale hausärztliche Versorgung mit dem integrierten Versorgungsansatz. Der bestand in diesem Fall aus wöchentlichen Telefonanrufen durch den Care Manager.

In der ersten Einheit trafen sich dabei Fachkraft und Patient persönlich, danach wurde der Patient in einem halbstündigen fernmündlichen Gespräch ermutigt, mehr soziale Kontakte zu knüpfen und mit Hobbys und anderen Aktivitäten depressive Perioden zu vermindern. Nach vier Monaten sowie einem Jahr maßen die Wissenschaftler mittels Fragebogen den Effekt dieser Kurzzeit-Maßnahme.

Im Vergleich zur Kontrolle schnitten die so betreuten Patienten auf einer Neun-Punkte-Skala nach vier Monaten um 1,3 Punkte besser ab. Auch nach einem Jahr blieb dieser Unterschied stabil. Die Effektgröße von 0,3 entspricht dabei den Ergebnissen ähnlicher Studien bei Fällen von schwerer Depression. Das Risiko, an einer schweren Depression zu erkranken, sank dabei um ein Drittel. Die vergleichsweise unaufwändige Maßnahme verringerte jedoch nicht nur das Risiko, sondern half auch gegen Ängste und funktionelle Einschränkungen im Alltag als Folge der leichten Depression. In einem Kommentar zu dieser Studie lobt Kurt Kroenke vom Regenstief Institut in Indianapolis, dass diese kurze und ökonomische Maßnahme der Verhaltensaktivierung scheinbar gut dazu geeignet ist, den Übergang in eine schwerere Form der Krankheit zu verhindern.

Selbsthilfe-Programm online

Zu diesem Ergebnis kommt auch die zweite deutsche Studie mit über 400 Teilnehmern, die statt des Telefons ein interaktives Online-Programm verwendete. Auch hier verglichen die Studienleiter ein „normales“ webbasiertes psychotherapeutisches Selbsthilfeprogramm mit einer persönlichen Behandlung durch einen Online-Trainer, die Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie enthielt.

Die Teilnehmer bekamen Hausaufgaben, die der Betreuer individuell beurteilte und entsprechend darauf reagierte. Insgesamt sollten sechs 30-minütige Sitzungen den Patienten weiterhelfen, im Idealfall zwei pro Woche. Zwölf Monate später analysierten die Wissenschaftler die Ergebnisse anhand von strukturierten Telefoninterviews mit den Teilnehmern, um herauszufinden, ob aus der leichten eine schwere Depression geworden war.

Nicht alle wollen eine Therapie

Beim einfachen Selbsthilfeprogramm war das immerhin bei 41 von 100 der Fall. Wirkte der Online-Trainer aktiv an der Therapie mit, sank die Rate auf 27 Prozent. Die daraus errechnete Hazard-Ratio beträgt 0,59. Pro sechs Patienten kann das Intensiv-Programm also innerhalb eines Jahres eine schwere Depression verhindern.

Dennoch erscheinen 28 bzw. 41 Prozent als Risikoziffern für die Verschlimmerung einer leichten Depression eher hoch. Andere Studien berichten eher von rund 10 bis 20 Prozent. Möglicherweise liegt das aber auch an der Teilnehmerauswahl. Für die Studie kamen nur Personen mit funktionellen Einschränkungen im Alltag in Frage, ausgewählt aus den Akten einer großen gesetzlichen Krankenkasse. Schließlich gibt es auch keine Konsensusdefinition für eine subklinische Depression, sodass sich auch hier die Ausgangsbasis zwischen den Studien unterscheidet.

Nicht alle, die – wenn auch über längere Zeit – mit düsteren Gedanken  zu kämpfen haben, wollen überhaupt eine Therapie. Nur bei entsprechender Entschlossenheit ist der Erfolg einer solchen Maßnahme wirklich spürbar.

Prävention rechnet sich

Die Frage, ob es sinnvoller ist, bei länger andauernden leichten Symptomen einer Depression erst abzuwarten oder gleich mit einer Therapie anzusetzen, lässt sich derzeit aufgrund mangelnder Daten nicht beantworten. Bisherige Ergebnisse deuten darauf hin, dass Antidepressiva bei Patienten mit subklinischer Krankheit nicht besser als Placebo wirken. Insofern scheint die psychotherapeutische Methode der pharmakologischen überlegen. Ob die webbasierte Therapie auch ökonomischer als eine herkömmliche Behandlung ist, ist Gegenstand aktueller Studien.

In ihrem Artikel im Journal of Medical Internet Research betonen die Autoren den eindeutigen ökonomischen Vorteil einer webbasierten Behandlung: Sie kalkulierten ihre Mehrkosten für die 200 Teilnehmer der intensivierten und personalisierten Therapie pro Patient mit rund 136 Euro für die bereits erwähnten sechs Sitzungen. Der Großteil davon geht auf den Coach, der insgesamt rund drei Stunden Zeit pro Teilnehmer aufwendete. Auf der Gegenseite stehen die zusätzlichen depressionsfreien Jahre und die erhaltene Lebensqualität, errechnet aus den standardisierten Interviews mit den Teilnehmern.

Rund drei Monate muss ein Mensch mit Depression im Schnitt warten, bis er einen Therapieplatz bei einem Spezialisten bekommt. Dann dauert es noch einmal rund ein Vierteljahr, bis die eigentliche Behandlung beginnt. Um es gar nicht zu einem Fortschreiten der Anfangsphase einer Depression kommen zu lassen, sind also Frühmaßnahmen gefragt.

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Medizin, Psychiatrie

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56 Kommentare:

Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

Herr Graf, # 53, wo hätte ich geschrieben, dass ich Molekularbiologe bin? Ich bezeichne mich als Evolutionsbiologen/Anthropologen (1. u. 2. Staatsexamen.
Dass sie nur ihre recht oberflächliche Meinung gelten lassen ist typisch für Gutmenschen.
Kennen sie die Originalwerke Darwins von 1859 und 1871 ? Sonst würden sie nicht solchen Unsinn schreiben. Man kann sich Darwin nicht schön reden und alles weg lassen, was einem nicht in sein Gutmenschenbild passt.

#56 |
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Lieber Herr Lederer, vielen Dank für diese erklärenden Worte und für die Behandlung dieses wichtigen Themas.
Beste Grüße

#55 |
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Medizinjournalist

#25 Danke für Ihren Hinweis auf mein Zitat im Artikel. Da habe ich mich wohl wirklich missverständlich ausdrückt und meinte dabei wohl etwas ganz anderes als Sie verstanden haben.
Es geht um leichte Depression und die Erfahrung der Studien-Orgnisatoren, gerade für diese leichte Form Teilnehmer zu finden. Dann etliche der Kandidaten empfanden wohl ihre Störung als “gar nicht so schlimm” – nicht so, schlimm, dass es einer Therapie bedürfe. Die “völlige Handlungsunfähigkeit und Perspektivlosigkeit” betrifft ganz sicher schwere Formen, aber auch die subklinische Form?
Wohl nur der Therapeut weiß, dass man die leichte Form nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte – denn für jeden 5. geht diese Form in nach einiger Zeit in die viel schwieriger zu therapierende Form über.

#54 |
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Herrn Bredynek: Ihre Aussage (#25): “Ich denke ein Depressiver könnte sich auch selbst helfen, wenn er will” zeugt von einer solchen Ignoranz und völlig fehlenden Empathie, wie sie nur jemand tätigen kann, der keinerlei Vorstellung davon hat, was eine Depression für Betroffene bedeutet.
So finde ich auch die in dem sonst guten Artikel stehende Aussage “Nicht alle, die – wenn auch über längere Zeit – mit düsteren Gedanken zu kämpfen haben, wollen überhaupt eine Therapie” für unglücklich gewählt. Die Unfähigkeit, sich Hilfe zu holen oder auch diese anzunehmen ist vielfach Teil dieser Krankheit (völlige Handlungsunfähigkeit und Perspektivlosigkeit).
Positiv bewerte ich, dass sich die Akzeptanz für Depressionen und andere psychische Erkrankungen im Sinne einer Gleichwertigkeit mit somatischen Leiden in den letzen 20 Jahren immens verbessert hat und Psychatrie nicht mehr mit “Klappse” gleichgesetzt wird
Noch ein Wort zu Ihnen Herr Bredynek: Als Molekularbiologe, der sich seit vielen Jahren mit Evolutionsbiologie beschäftigt, schäme ich mich fremd, wie Sie Darwin und seine Arbeit permanent malträtieren.

#53 |
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Manfred L. DIETWALD, Apotheker
Manfred L. DIETWALD, Apotheker

Jeder Fall ist anders, und ein Erfolg ist beim nächsten ähnlichen Patienten nicht gewährleistet. Beim Analysenkochen im Studium der Pharmazie wurden beste Analytiker durch ein Fehl-Ion (Ammonium bei Kaliummengenanalyse oder Ascorbinsäurezusatz bei Eisentitration) ausgebremst, obwohl alle anderen Analysen mit Bravour gemeistert wurden. Wer kann mit Bestimmtheit sagen, ob Lügengeschichten eine Routinebefragung zu falschen Meinungen führen? Nur der Erfolg gibt eventuell Recht.

#52 |
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Bürgerin Marina Bausmer
Bürgerin Marina Bausmer

OFF ? Wieso , es betrifft doch auch jeden , wie bei anderen Beschwerden und Einschränkungen und Überlastungen auch ? Hilfe aus dem Mitmenschlichen Bereich und auch in diesem Falle von dem Berufsfeld ist doch kein off ?

#51 |
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Gast
Gast

Depression ist leider ein sehr häufiges Krankheitsbild, jeder Fünfte in Deutschland durchlebt mind. 1 depressive Episode (>2 Wochen) in seinem Leben. 1. Anlaufstelle sind nun mal Allgemeinmediziner weshalb die psychosomatische Grundversorgung Teil der Ausbildung ist. Meiner Meinung nach muss aber die Ausbildung umfassender sein. Mache gerade für meinen Facharzt Fremdjahr Psychosomatik weil ich live gesehen habe was passiert wenn Hausarzt keine Ahnung hat (zugegeben, der Kollege war vom FA Chirurg aber wer Hausarzt spielen will und mit Trizyklischen Neuroleptika und Lithium rummatscht muss auch Verantwortung tragen).
Zusätzlich muss das ganze sich für den Hausarzt lohnen. Wenn man nur 8 Minuten Zeit pro Patient abrechnen kann, wen wundert es dass sich Hausärzte über aufwendige Patienten mit psychiatrischen Diagnosen ärgern?

Ein weiterer Ansatzpunkt ist natürliche eine Erhöhung der Zahl der Psychotherapeuten und Psychiater. Da gelten immer noch Richtzahlen aus den 60ern. (übrigens falsche Annahme dass Leute früher weniger depressiv waren. Sie wurden nur einfach nicht diagnostiziert und behandelt.) Mehr ausbilden und vernünftig vergüten damit die nicht in der Wirtschaft verschwinden… Anreize müssen schon geschaffen werden.

AD helfen übrigens prima bei mittelstarken und starken Depressionen, bei schwachen sind sie nicht dringend indiziert. Heilpraktiker und co können durchaus hilfreich sein… wenn es eine ZUSAMMENARBEIT ist. Ich schau hier beide Seiten an.

#50 |
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Roman Semar
Roman Semar

Das gilt für alle Berufe in der Medizin. Ich bin Physiotherapeut und muss mit sovielen Fehldiagnosen leben. Es gehört sich einfach eine gründliche Fortbildung zu betreiben und nich nur die Beträge zu betrachten
Semar

#49 |
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Dr. rer. medic. Martin Peveling, M.A.
Dr. rer. medic. Martin Peveling, M.A.

Sehr geehrter “Gast” (leider anonym),

es geht mir nicht um eine pauschale Abwertung der Heilpraktiker. Es gibt bestimmt gute Heilpraktiker, so wie es gewiss auch schlechte Ärzte gibt. Um so mehr ist es an der Zeit, deren Ausbildung endlich auch inhaltlich zu regeltn, so wie in den anderen Gesundheitsberufen auch.

Insofern sind die gegenwärtigen Bestrebungen um eine fachliche Fundierung und Qualifizierung des Heilpraktikerberufs doch ein legitimes Ansinnen, das letztlich dann auch einer verbesserten Krankenversorgung zugute kommt. Ich persönlich würde eine (auch nebenberuflich mögliche) Qualifizierung auf Bachelor, ggf. Masterniveau favorisieren, so wie es auch in anderen Gesundheitsfachberufen gegenwärtig erfolgt bzw. möglich ist.

P.S.: Da Sie eine Weiterbildungspflicht anführen: Weder der Ablauf der Ausbildung noch die Einhaltung einer (wohl eher selbst verordneten) Weiterbildungspflicht werden m. W. bislang von staatlicher Seite überwacht. Und die amtsärztliche Prüfung dient bekanntermaßen einer anderen Zielsetzung.

#48 |
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Gast
Gast

Was wir auch nicht vergessen dürfen ist, dass es vielleicht durchaus Heilpraktiker (ausgebildet im Bereich der Psychotherapie und auch andere) gibt, die langjährige und umfassende Ausbildungen absolviert haben und die sehr wohl Menschen professionell helfen. Manche dieser Ausbildungen – auch bei Vertretern der hohen Schulmedizin – kosten viel Geld. Darauf aufbauende Therapien werden manchmal sogar von Krankenkassen (PKV oder Zusatzversicherungen), vielfach jedoch bewusst von den Klienten selbst übernommen.

In der Berufsverordnung für Heilpraktiker ist übrigens die Pflicht zur ständigen Weiterbildung vorgeschrieben.

Darüber hinaus kenne ich einige gut besuchte Praxen von HeilpraktikerInnen für Psychotherapie.

Eine pauschale Abwertung des Heilpraktikerberufs ist also – wieder einmal – völlig unnötig.

#47 |
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Wir dürfen eines nicht vergessen: Unsere ärztliche Vorstellung darüber, was einen guten Arzt oder Psychotherapeuten ausmacht, unterscheidet sich ganz erheblich von dem, was sich Patienten wünschen (und oft auch brauchen). Und eine der wichtigsten und zugleich im jetzigen System in vielen Fachdisziplinen am wenigsten zur Verfügung stehenden Ressourcen ist die “Zeit für die Hinwendung zum Patienten”. Eine solche Hinwendung zum “ganzen Menschen” wird erforderlichenfalls dann auch woanders – fachfremd – eingekauft, wobei auf dem “Gesundheitsmarkt” das rare Angebot die Nachfrage und den Preis bestimmt.

Dennoch sollte darauf geachtet werden, sich vorzugsweise jemandem mit einer geregelten fachlichen Ausbildung anzuvertrauen. Eine solche ist bei Heilpraktikern nicht sichergestellt, da gesetzlich nicht vorgeschrieben. Daher verstehe ich auch nicht ganz die Aussage mit der “teuren Ausbildung”. Bei den psychologischen Psychotherapeuten hingegen ist eine teure Ausbildung leider immer noch obligat.

#46 |
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Gast
Gast

Beitrag#44: Eva

#45 |
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Gast
Gast

@#22 Frau Cortes:
Genau so ist es, da aber für die meisten weder Seelsorger noch weise Verwandte oder ein gutwilliger Freundeskreis zur Verfügung stehen, sollte es andere Alternativen – gerade für den psychoreaktiven Bereich – geben als abzuwarten bis es schlimm genug ist für Arztbesuch mit Rezept oder Psychologen.
Dafür wurde vor einigen Jahren der Beruf des “Heilpraktikers für Psychotherapie” geschaffen mit einem klar abgegrenzten Bereich. Auch und gerade bei Mobbing, Stress und Burnout.
Ich kenne sehr viele HP Psych’s, die voller Gutwilligkeit und Motivation im mittleren Lebensalter, also mit einem gerüttelt Maß an Lebenserfahrung, diese teure Ausbildung absolviert haben. Jedoch kenne ich niemanden, der ausreichend Klienten vorweisen könnte. Und das liegt nicht alleine darin begründet, dass Ärzte reflexartig von allem was HP heißt abraten, sondern weil leider die Anspruchshaltung besteht, alle Behandlungen gratis haben zu wollen. So gehen Therapien meist nicht über kostenlose Erstgespräche hinaus und dann wird lieber ein halbes Jahr auf einen Gratisplatz beim Psychologen gewartet.

#44 |
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Gast
Gast

Interessanter Ansatz, aber würde wirkliche Prävention nicht die Frage nach der Ursache beinhalten? Kann da jedem nur mal Erich Fromm ‘Haben und Sein’empfehlen.
“Es ist kein Zeichen psychischer Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Welt zu sein! ” (Autor unbekannt)

#43 |
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Nichtmedizinische Berufe


Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurig bedrückt oder hoffnungslos? 1.
Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun? 2.
Werden beide Fragen mit „Ja“ beantwortet, ist die klinische Erfassung der formalen Diagnosekriterien erforderlich, da nur durch die explizite Erhebung aller relevanten Haupt- und Nebensymptome eine adäquate Diagnosestellung nach ICD-10 möglich ist.”

Ja , jeder meiner behandelnden Ärzte ist wohl dazu fähig, solch eine erste Diagnose zu stellen, wenn auch nur die Neurologen in der Schmerzamulanz dieses screening routinemäßig- nämlich bei jedem Praxisbesuch – machen.
Über die Wirksamkeit von AD scheint auch unter Ärzten keine Einigkeit zu bestehen – also ausprobieren? gleich weglassen?
Psychotherapie ist unumstritten wirksam, nur steht da der Patient erstmal auf der Warteliste.
Wie geht die Behandlung nach der Diagnose weiter?

#42 |
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Angelika Ulrich
Angelika Ulrich

Zur Unterstützung der ambulanten Therapie könnte das Trainingsprogramm hier hilfreich sein:
https://moodgym.de/
Es wurde von australischen Wissenschaftlern entwickelt und die Langzeitwirkung nachgewiesen. Das Programm ist kostenlos und die Nutzung anonym.

#41 |
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Gast
Gast

# 38 Das mag ja Alles so sein, trotzdem sollten wir uns Alle weiterentwickeln und humaner und spiritueller werden. Dieses Chef-Affen-Gehabe ist OUT

#40 |
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Melanie Maring
Melanie Maring

Ergotherapie kann ebenfalls eine Alternative sein, in der Wartezeit auf einen Platz beim Psychotherapeuten und natürlich ergänzend zur Psychotherapie. Das ist aber nicht vielen Ärzten bekannt. So hat es sich entwickelt, dass vornehmlich neurologische, orthopädische Patienten in den ambulanten Ergopraxen versorgt werden, obwohl der psychosoziale Bereich der Ergotherapie in den Leitlinien einiger psychischer Erkrankungen aufgenommen ist.

#39 |
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Gast
Gast

Soll heißen Herr Bedynek, fressen, fressen, fressen und bloß nicht gefressen werden

#38 |
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Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

Die Herren “G ä s t e ” (leider) #27, #29 bekennen sich als Gutmenschen (… die das Gute wollen, aber zu oberflächlich denken und dadurch das Gegenteil bewiurken.)
Bei aller Zivilisation und Kultur ist der Mensch in erster Linie ein biologisches Wesen, das seine vielen angeborenen Instinkte nur etwas besser frei kombinieren kann als die Tiere – auch nach Darwin – Wilberforce lässt grüßen!

#37 |
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Manfred L. DIETWALD, Apotheker
Manfred L. DIETWALD, Apotheker

Leider hatte ich die neue Erkenntnis, dass Seotoninmangel für Alzheimer und nicht für Depressionen verantwortlich ist, jetzt erst gelesen. Auch kann man durch Zugabe eines Enzyms im Saatgut der Nahrungsmittel eine Mangelsituation an diesen Aminosäuren vermeiden Hoffentlich wird es durch Starkregen nicht ausgewaschen.

#36 |
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Manfred L. DIETWALD, Apotheker
Manfred L. DIETWALD, Apotheker

Da Glyphosat Unkräuter vernichtet, die auf für Menschen 5 lebensnotwendigen Aminosäuren angewiesen sind, und diese Aminosäuren in den Serotoninhaushalt eingreifen, der für Depressionen meist verantwortlich ist, kommt in der Ernährung mit Mais, Reis, Kartoffel, Raps und anderen Nahrungsmitteln ein Problem der Mangelernährung auf uns zu.

#35 |
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Medizinjournalist

Ich bin zwar nicht die DocCheck-Redaktion, die sonst die Diskussion hier moderiert – aber trotzdem würde ich mir wünschen, dass die ewige gegenseitige Beschimpfung Arzt vs Heilpraktiker , Schul- vs Alternativmedizin irgendwo anders geführt würde. Hier gehts nur um Behandlungsmöglichkeiten von leichteren Depressionen und nicht um Berufsbilder bei Therapeuten.
Danke.

#34 |
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Gast
Gast

# 28 Das Niveau mancher Ärzte lässt auch stark zu Wünschen übrig

#33 |
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# 32 Sorry falscher Name, dass war mein Allerbester Freund, leider verstorben

#32 |
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BPS kombiniert mit einer schweren somatischen Krankheit ist der Horror Pur , dann lieber Tod. Leider habe ich bis heute keinen Arzt gefunden, der mir ausreichend Morphium, Fentanyl oder ähnliches gibt und vor Allem die richtige Dosierung nennt.

#31 |
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Gast
Gast

Im Grunde sind Alle Krankheiten Psychosomatisch. Körper, Seele und Geist sind eine Einheit, die kann man nicht einfach so trennen.

#30 |
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Ich würde ebenfalls in diesem Forum ein wenig mehr “Fachlichkeit” begrüssen.

#29 |
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Gast
Gast

# 28 Herr Bedynek hat eine chronische Allergie gegen Gutmenschen, aber eine besondere Vorliebe für den Darwinismus

#28 |
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Ärztin

Lieber Herr Lederer: Evidenzbasiert ist der- auch in einer sehr großen Landarztpraxis- in 30 Sek. druchzuführende „Zwei-Fragen-Test“, der mit einer Sensitivität4 von 96 % und einer Spezifität5 von 57% ein sehr zeitökonomisches Vor-gehen darstellt:
Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurig bedrückt oder hoffnungslos? 1.
Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun? 2.
Werden beide Fragen mit „Ja“ beantwortet, ist die klinische Erfassung der formalen Diagnosekriterien erforderlich, da nur durch die explizite Erhebung aller relevanten Haupt- und Nebensymptome eine adäquate Diagnosestellung nach ICD-10 möglich ist.

Whooley MA, Avins AL, Miranda J, et al. Case-finding instruments for depression. Two questions are as good as many. J Gen Intern Med 1997;12(7):439-45.

In der Primärversorgung kenne wir ja in der Regel unsere Pat. ganz gut und lange und wir können die gelebte Anamese nutzen um unsere psychodynamische und lern- und Verhaltensanamese zu erweitern. Vergl.Heft 4/2016 Schattauer Verlag Ärztliche Psychotherapie 2016;11:186-191″Hausärztliche Behandlung von Patienten mit Angst und Depression”.

Übrigens für Angsterkrankungen und Zwangserkrankungen gibt es ganz genau solche Screeningfragen.
Man muss nur die Leitlinien lesen , diese sind um so besser für den Promärversorger geeignet je mehr DEGAM in der Steuerungsgruppe saß.

Liebe Portalverantwortliche: Soll das hier wirklich auf dem Niveau der letzten Kommentar weitergehen? Dann würde ich mich auf Dauer verabschieden.
Lieber Herr Lederer, Sie haben den Artikel geschrieben?
Ich fände es nicht unangemessen vor dem Schreiben die Leitlinien zu lesen (http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/nvl-005.html)
MFG
Anne Ilka Aden FA Allg.med- Psychotherapie,

#27 |
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Gast
Gast

Ist schon klar Herr Bedynek, am Besten nach dem Darwinismus handeln, die Schwächsten sollen doch verrecken. Natürliche Auslese

#26 |
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Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

Ich möchte die Aussage von Frau Cortes unterstützen (Dorfpfarrer, Heilpraktiker”): keinesfalls augebildete Ärzte. Ich denke ein Depressiver könnte sich auch selbst helfen, wenn er will. Das ist nicht so bei z.B. einem somatisch-Kranken wie Herzklappen- Nieren- oder Tumorkranken. Wer absolut “nicht will”, dem ist halt nicht zu helfen.

#25 |
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Gast
Gast

# 20 Für so eine Aussage: Immer diese Psychos ,sollte diese untragbare Ärztin verklagt werden. Manche Ärzte sollten wirklich ihren Beruf überdenken

#24 |
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Gast
Gast

# 20 Für so eine Aussage: Immer diese Psychos ,sollte diese untragbare Ärztin verklagt werden

#23 |
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Nichtmedizinische Berufe

Depressionen, die einfach aus dem Nichts kommen, sind imho weniger häufig, haben eine starke genetische Komponente und sprechen oft gut auf AD an. Wesentlich häufiger sind die “reaktiven Depressionen” auf einen Trauerfall, Mobbing, Überarbeitung, Arbeitslosigkeit, Verluste, Scheidung und allgemein auf Situationen, in denen sich Mensch ohnmächtig ausgeliefert und hilflos fühlt. Um diesen Patienten zur Seite zu stehen, bedarf es vermutlich gar nicht eines ausgebildeten Psychiaters oder Psychotherapeuten. Früher übernahmen diese Aufgaben der Dorfpfarrer, der Schamane, eine ältere weise Verwandte – diese Strukturen existieren nicht mehr. Vielleicht würden “Lebensberater” auch in vielen Fällen genügen.

#22 |
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Medizinjournalist

#12 Sehr geehrte Frau Dr. Aden,
ich kann ihre Bedenken und Argumente nachvollziehen. Danke auch für den Bericht “aus der Praxis”.
Ich bin kein Praktiker. Daher würde mich interessieren, ob es denn wirklich ganz leicht ist, eine subklinische, leichte Depression (“subthreshold”) auf der einen Seite von einer leichten Verstimmung und auf der anderen Seite von einer ernstzunehmenden Depression abzugrenzen. Und ich gebe ihnen recht: Bei einer schweren Depression sind ein paar aufmunternde Telefongespräche oder ein paar Aufgaben im Internet wirklich zu wenig. Aber darum ging es ja nicht.
Es ging darum etwas zu finden – möglichst nicht allzu aufwändig- das sich schon bei ersten Anzeichen einer Depression anwenden lässt und zumindest das Risiko einer Fortentwicklung senkt. Das jedenfalls scheint beiden Studien gelungen zu sein. Beide Studien haben ein Jahr nach der Maßnahme – also viele Monate nach der letzten Therapieeinheit – nachgeschaut, ob der Effekt anhält – und zumindest für diesen Zeitraum kann man wohl sagen “Ja”.
ich glaub, bei unserem Engpass bei der Psychotherapie sollten wir froh sein, dass es überhaupt etwas gibt, was dem Patienten nutzt, bevor seine Krankheit so schwer ist, dass es keinen anderen Ausweg mehr gibt.
Wenn es für mich eine eindeutige Diagnose gibt und das Risiko einer schweren Depression in einigen Jahren da ist, wären mir persönlich die 136 Euro nicht zuviel.

#21 |
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Auch wenn die Medizin kaum noch “hinterherkommt”, kann das nicht das Verlassen der wissenschaftlich begründeten, evidenzbasierten Diagnose- und Behandlungspfade rechtfertigen und eine Hinkehr zu teilweise abstrus anmutenden “Krankheitskonzepten” legitimieren. Die Versorgung psychisch kranker Menschen muss unbedingt weiter verbessert werden, aber dieses kann gewiss nicht durch die Ausweitung einer dubiosen “Paramedizin” sichergestellt werden. Insofern sind die gegenwärtigen Bestrebungen um eine fachliche Fundierung und Qualifizierung des Heilpraktikerberufs ein legitimes Ansinnen, das letztlich dann auch einer verbesserten Krankenversorgung zugute kommt.

#20 |
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Petra Fabritz
Petra Fabritz

Warten wir doch einfach, bis sich die Hälfte aller Depressiven umgebracht hat. Das senkt die Kosten ungemein.
Da wird erwartet, dass sich jemand, der sich morgens nicht mal eine Tasse Kaffee kochen kann, 15-20 Therapeuten abtelefoniert, damit er vielleicht in 9 Monaten mal ein Vorgespräch ergattert.
In der Zwischenzeit bekommt er von seinem schlecht ausgebildetem Hausarzt ein Anti-Depressivum verschrieben, das gut läuft und 10 Minuten Gesprächszeit.
Der Hausarzt ist dann froh, dass er sich danach wieder um die “wirklich” Kranken kümmern kann und die Krankenkasse macht telefonisch Druck, wann der Depressive nun endlich wieder arbeitsfähig sei.
Es ist kein Platz für die Leisen, Empfindlichen, die, die nicht kämpfen können.
O-Ton einer Allgemeinmedizinerin: ” Immer diese Psychos”

#19 |
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Gast
Gast

# 11 Toll geschrieben

#18 |
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Gast
Gast

# 17 Fortsetzung…. und der Oberhammer ist, dann landet man im Krankenhaus, es wird eine Magen-Darm Spiegelung gemacht mit negativen Befund und trotz weiter massiver Beschwerden wird man wieder entlassen, anstatt den Ursachen auf den Grund zugehen . Um es hier mal ganz krass auszudrücken: Ich fühle mich verarscht.

#17 |
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Gast
Gast

Wenn man jahrelang mit Bauchschmerzen unklarer Genese, Ganzkörperschmerzen die stärker werden plus 2 Fehldiagnosen rumlaufen muss, dann kommt auch irgendwann die Depression . Wo man irgendwann das Vertrauen in so manche Ärzte verliert

#16 |
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Gast
Gast

# 7 Dazu gehört auch BPS und erschwerend kommt noch dazu, dass viele Mitmenschen uns überhaupt nicht verstehen.

#15 |
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Gast
Gast

# 16 Das kenne ich nur zu Gut, meine organischen Beschwerden werden auf meine Borderline Störung geschoben. Nur ich kenne meinen Körper sehr gut und weiß, dass das Nichts Psychosomatisches ist. Oftmals eine Eigentlich habe ich keine Ahnug Diagnose, muss Psychosomatisch sein

#14 |
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Heilpraktiker

Zur (symptomatischen) Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen eignet sich der leider viel zu wenig beachtete Neurostresstest mit nachfolgender Behandlung über Nahrungsergänzugsmittel.
Um den Neurostress im Labor zu testen wird Speichel und Urin eingesendet. Das Labor sendet dann einen Bericht über verschiedenste Parameter. Die Wichtigesten sind: Serotnin, Adrenalin, Dopamin, Noradrenalin, Cortsol.
Ist der Stresshaushalt im Ungleichgewicht werden NEM bestehend aus Aminsäuren, Pfanzenstoffen und B- Vitaminen eingesetzt.

Damit ist die Ursache leider noch nicht behandelt.
Naturheilkundlich gesehen: Übersäuerung elimimieren, Stoffwechselstörung HPU abklären, entgiften von Umweltgifen / Schwermetallen, chronische Infektionen, Allergien / Unverträglichkeiten erkennen und behandeln, Hormonhaushalt checken, Mitochodriopathien auschliessen,
Magen- Darm sanieren. (hier findet laut Lieratur 90 % der Serotoninproduktion statt)…..
Parallel zu diesen Maßnahmen sollten andere Ebenen mit einbezogen werden: Mama, Papa, Traumata, Sexualität…
Das Alles braucht Zeit!
Unsere reiche Kirche die eigentlich für “Seelsorge” zuständig zuständig sein sollte kommt nicht hinterher, die Medizin kommt nicht hinterer (Wartezeiten bis zu 0,75 Jahren für einen Therapieplatz).
Konequenz daraus ist viel zu oft: Psychopharmaka mit immensen Nebenwirkungen.
Und dann gibts auch noch die Tendenz dazu den Heilpraktikerberuf möglichst zu erschweren / verbieten.
Traurig!

#13 |
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Gast X
Gast X

Das A und O ist eine umfassende Diagnostik. Gerne liegt ein Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Lifeevents, hormonelle Dysregulation, medikamentöse Nebenwirkung uvm der vermeintlichen Depression zugrunde. Diese Diagnostik ist es die die meiste Zeit verschlingt (so man sie denn gründlich betreibt…), das MUSS nun einmal beim Arzt geschehen, da hilft ein Onlineprogramm wohl kaum weiter…

#12 |
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Ärztin

Eine Depression zu diagnostizieren nach ICD lernt jeder Arzt: Dies ist auch nicht besonders kompliziert. Die Empfehlung der EvbasedMed., S3 LL, Datenlage bei der F32.0bzw F33.0 ist klar formuliert( die Wirkstoffe- Gott sei dank- gut bekannt( bitte nicht so einen Quatsch in einem Artikel schreiben, s.o.): Psychotherapie oder abwartendendes Offenlassen oder medikamentöse Therapie auch. Die Frage für den Hausarzt ist: Was für wen.
Natürlich werden dafür 35100 und 35110 gebraucht! Wer in der Plausi- Prüfung auffällt ( Gast- das ist ja kein Regresse, sondern ein Vergleich mit dem Nachbarn) möge sich an seinen (hausärztlichen?) Vertreter im beratenden Fachausschuß PT in seiner KV wenden, oder an die AG -Psychosomatik der DEGAM(www.Degam.de), die solche Probleme bündelt und an die Landesverbände des HÄV weitergibt, im Teilgebietsärztlichen ( sog. Facharzt) Bereich mögen das die Verbände bitte selber regeln.

ICD10 beschreibt – erklärt nicht äthiologisch. Ich bitte auf solch einen Blösinn wie Herr Hauck ihn schreibt nicht zu hören. Ein möglicher Deutungsansatz der Äthiologie mancher Depressionen ist ein psychodynamischer: Patienten, die im depressiven Modus ( nach Mentzos)agieren oder dysfunktionale depressive Abwehrmuster aufweisen leiden unter einem existentiellen “Zuwenig” primärer Versorgung und spieglender wohlwollender Selbstobjekterfahrung. Hier scheint mir, dass sich der Ansatz einer Internet-basierten oder Telefon-basierten billigen Therapie nicht mit dem Grundkonflikt auseinanderzusetzen. Andererseits ist die Datenlage für CBT sehr gut, manchal muss man eben anfangen zu Üben und umzulernen, dann sind korrigiernde Neuerfahrungen auch möglich.Aber ob diese durch ein paar Telefonate und Ermutigungen “raus zu gehen”, die einer kleinen Subgruppe (>65J)nach 4 Monaten! etwas halfen, bzw in der anderen Studien nach 1 J, nachhaltig den Patienten beschwerdefrei machen und dem Versorgungsproblem Depression helfen, wage ich wirklich sehr zu bezweifeln.
Natürlich ist es verführerisch, einbilliges deligierbares Programm bei solch großen Erkrankungszahlen zur Verfügung zu haben. Meine gefühlten Erfahrungen( Eminenz basierten Medizin) mit Pat. die von den Kassen parallel zur hausärztlichen- kleinen -Psychotherapie(35110) immer wieder angerufen wurden sind: Schlecht. Wenn das Telefoncoaching endet ist alles beim Alten oft vorher auch. Die Telefonate erlebe ich als unverschämten Einfriff in meine Therapie.
Ich halte es für klüger, die Mängel, die es noch in der hausärztlichen Psychosomatischen Grundversorgung gibt ( vergl Kommentare der Vorredner), aktiv anzugehen durch Weiterbildung und offensive politische Arbeit in den KVen.

#11 |
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Diätassistentin “Vita-Gesund”
Diätassistentin “Vita-Gesund”

Selbst als Ernährungsfachkraft häufen sich die Patienten mit einer diagnostizierten oder durch Gespräche feinfühlig vermuteten Diagnose “Depression”.
Immer wieder leiden Patienten darunter, dass kaum ein Hausarzt in der Lage ist, bei den vorangehenden Beschwerden, das Leiden eines “depressiven Patienten” korrekt einzustufen bzw. Ernst zu nehmen. Das leidliche Thema u.a. ist auch die Zeit, die vielen Ärzte (weshalb auch immer) fehlt.
Der Gesundheitssektor und die Regierung sollten sich in der heutigen Zeit zu diesem Thema eine ganz dicke Frage stellen: WARUM so viele DEPRESSIVE Menschen???? WAS ist der AUSLÖSER??? Denn oftmals sind es nicht nur familiäre Probleme, NEIN, der Druck in der Arbeitswelt, der Druck im privaten Leben, finanzielle Probleme und stetige Nachrichten, die uns Bangen lassen BEGÜNSTIGEN in meinem Augen und Erfahrungen die Depression!!!!

Erst danach folgt die Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen.
Es benötigt zukünftig ein gesamten Team, wobei sich Ärzte, Psychologen und Ernährungsfachkräfte mit dem Thema Depression zusammenfinden, sobald ein Patient darunter leidet!

So bleibt mir weiterhin die Hoffnung, das im Namen der Erkrankten schnellst möglichst ein Umdenken entsteht und die gesamte Menschheit endlich auch wieder “langsamer und ruhiger” wird in diese viel zu schnelllebigen, hektischen, isolierten, verängstlichen, egoistischen Welt, die verlernt ohne Internet und Handy miteinander zu reden….

#10 |
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Gast0815
Gast0815

@ Gast
Dann müsste genau das geändert werden! Dies würde auch die langen Wartezeiten senken. Es ist doch auch erwiesen, dass das Risiko für ein Rezidiv gesenkt wird, wenn man ordentlich behandelt wird.

#9 |
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Gast
Gast

Wer soll denn die ganzen depressiven Patienten behandeln? Spezialisten?!
Psychiater und Psychotherapeuten?
Das wird wohl kaum funktionieren, dafür gibt es zu wenige.

#8 |
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Die WHO hat’s erforscht: Depressionen sind die Erkrankungen mit dem höchsten Leidensdruck, noch vor Karzinomen. “Unklar ist hierbei, an welcher Stelle eine schwere Depression beginnt …” So so, im Goldberg-Depressionstest z.B. ab 54 Punkten. Wem nicht klar ist, wie schwer eine Depression ist, hat entweder keine genaue Vorstellung von der Erkrankung oder keine saubere Anamnese gemacht und keinen ordentlichen Befund erhoben, wobei zum “ordentlichen Befund” auch – aber natürlich nicht nur – eine standardisierte Testung gehört.
“Antidepressiva helfen dauerhaft weniger als einem Drittel dieser Patienten.”: Mag daran liegen, daß immer weniger Fachkollegen auch eine konsequente Antidepressivatherapie betreiben: Dosiseskalation, Spiegelbestimmung, Präparatewechel – wird nicht gemacht: Angst vorm Budget!

#7 |
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Gast
Gast

Das Problem ist doch, dass man aus dieser Schublade nie wieder heraus kommt. Ich habe mit 22 Jahren meine schlechte Kindheit in einem 3-monatigen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik aufgearbeitet. Danach hat mein Hausarzt egal welches Symptom immer als psychisch abgeschmettert. Das hat mich Jahre von Schmerzen und falschen Diagnosen gekostet.

#6 |
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Ökonomie: Ja, schlimm, aber niedergelassene Fachärzte sind nun einmal auch Freiberufler und müssen einen angemessenen Umsatz erwirtschaften können. Dabei geht es vielen gar nicht um Gewinnmaximierung, sondern lediglich um Existenz-Sicherung.

#5 |
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Gast0815
Gast0815

Ich finde es furchtbar, dass es so viel um Ökonomie geht bei der Behandlung. Depressionen sind ein so quälendes Leiden. Es müsste doch etwas getan werden, damit die Wartezeiten für professionelle Hilfe nicht mehr so lang sind. Ich erachte es aber als positiv, dass es als Überbrückungsmaßnahme genutzt werden kann, damit wenigstens ein kleiner Anker da ist.

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Selbstredend müssen im Rahmen einer leitliniengerechten Depressionsbehandlung zunächst alle relevanten und seriösen Differenzialdiagnosen ausgeschlossen werden.

#3 |
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Heilpraktiker

Depressionen werden auch verursacht durch Infektionen, Schwermetalle wie Quecksilber,Blei, Toxische Stoffe (Beruf?), Schimmel im Haus, chronische Schmerzen usw. Die Abklärung der vielen verschiedenen körperlich bedingten Ursachen sollte bei der Behandlung von Depressionen ebenfalls erfolgen bevor Antidepressiva verschrieben werden.

#2 |
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Gast
Gast

Ganz große Klasse. Ich habe gerade von der KVN einen Regress angedroht bekommen, weil ich mit meiner Abrechnung der Ziffer 35100 (Psychosomatik) reichlich über dem Durchschnitt meiner Kollegen liege. Nun, ich habe eben sehr viele dieser Patienten und kümmere mich um sie, nehme sie ernst, interveniere und stütze sie. Die Patienten machen Mundpropaganda – es kommen immer mehr depressive.
Passt aber leider nicht ins Konzept. Nun dürfen sie bleiben wo der Pfeffer wächst. Ich werde mir nicht stundenlang die Ohren spitzen oder den Mund fusselig reden für nichts…

#1 |
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