Borreliose: Vampire ohne Sexappeal

3. August 2010
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In unseren Wäldern lebt eine kleine Bestie, der „Gemeine Holzbock“, umgangssprachlich als Zecke bekannt. Als wahrer Überlebenskünstler und Überträger von Krankheitserregern ist der Wald-Vampir inzwischen das wohl einzige wirklich gefährliche Waldtier in Deutschland.

Wird von „der Zecke“ gesprochen, dann ist meist der „Gemeine Holzbock” (Ixodes ricinus) gemeint, ein Spinnentierchen, das in seinem Darm Borrelien und im Speichel FSME-Viren beherbergt. Diese gemeine Zecke, die nur eine von rund 800 Zeckenarten weltweit ist, sitzt auf Grashalmen oder Büschen und sucht nach einem Opfer, von dessen Blut sie lebt. Allerdings saugt sie nur dreimal in ihrem dreijährigen Leben Blut.

Zecken gibt es seit über 300 Millionen Jahren. Dass sie Krankheitskeime übertragen, ist jedoch erst seit rund 100 Jahren bekannt. Ein Grund dafür, dass es Zecken schon seit Urzeiten gibt, ist vermutlich ihre Zähigkeit. Sie sollen Waschen bei 40 Grad überleben, so gut wie nicht ertrinken können, und selbst Minus-Temperaturen bedeuten nicht automatisch ihr Ende. Gefährlich ist aber nicht so sehr die Zähigkeit der Zecken, gefährlich sind die Borrelien als Erreger der Borreliose und die Viren als Verursacher der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Infektionsrisiko bei einem Stich: zwei bis drei Prozent

Die Borreliose ist in Deutschland die häufigste durch Zecken übertragbare Erkrankung. Die Bakterien gelangen erst nach Stunden des Saugens in das Blut des Wirts. Je schneller die Zecke entfernt wird, um so niedriger ist das Erkrankungsrisiko. Es gibt weder eine Immunität noch eine Impfung. Die Erkrankung kommt überall dort vor, wo auch Zecken leben. Verschiedene Zeckenarten sind als Überträger bekannt. In Europa ist der Holzbock der wichtigste. Zum Glück sind nicht alle Zecken mit Borrelien infiziert. In Europa sind es nach Angaben des „European Centre for Disease Prevention and Control“ (ECDC) zwölf Prozent der Zecken. Die Rate schwankt regional jedoch stark und liegt zwischen zehn und über 30 Prozent. Das Risiko, durch einen Stich infiziert zu werden, betrage in Deutschland durchschnittlich zwei bis drei Prozent, sagt Professor Andreas Krause von den Rheuma-Kliniken Berlin-Buch. Allerdings machen nicht alle Borreliose-Bakterien krank. Die Infektion verläuft in mehr als 25 Prozent der Fälle klinisch unauffällig. Verbreitungskarten gibt es nicht. Angegeben wird eine jährliche Inzidenz von bis zu 150 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Von der Wanderröte bis zur Gesichtslähmung

Charakteristisches Symptom ist die Wanderröte (Erythema migrans). Diese ringförmige Rötung um die Einstichstelle kann mehrere Wochen sichtbar sein. Allerdings kommt sie nur bei 80 bis 90 Prozent der Patienten vor. Im frühen Erkrankungsstadium treten auch Allgemeinsymptome wie bei Grippe auf. Typisch, aber selten ist das Lymphozytom – schmerzlose Knoten an Ohrläppchen, Skrotum sowie im Bereich der Brustwarzen. Ohne Therapie kann es mehrere Monate bestehen. Innerhalb von sechs bis 12 Wochen nach der Infektion können Symptome der Neuroborreliose auftreten; sie betrifft etwa zehn Prozent der Patienten. Früh-Symptome sind Meningitis, Radikuloneuritis und eine periphere Fazialislähmung. Typisch für die späte Neuroborreliose ist eine Meningoenzephalitis. Im chronischen Spätstadium kommt es oft auch Gelenkentzündungen. Die Lyme-Arthritis befällt meist große Gelenke, in der Regel das Kniegelenk. Selten ist eine Karditis mit Herzrhythmusstörungen. Möglich sind zudem zerebrale Vaskulitiden, die allerdings ebenso wie eine Hauterkrankung, die Acrodermatitis chronica atrophicans, sehr selten (unter fünf Prozent) sind. Darüber hinaus würden, so die Erfahrungen des Rheumatologen, viele unspezifische oder unklare Symptome fälschlicherweise der Borreliose zugeordnet, da die Patienten eine positive Borrelienserologie aufwiesen. Dies führe oft zu unbegründeten Diagnosen, erfolglosen Therapien und großer Verunsicherung, kritisiert Krause.

Sinnvolle und sinnlose Diagnose-Verfahren

Antikörper sind etwa vier bis acht Wochen nach der Infektion nachweisbar. Im Spätstadium sind die Patienten meist sero-positiv. Falsch positive Antikörper-Tests können vorkommen. Die Suche nach Antikörpern oder Borrelien-DNA im Liquor, in Hautbiopsien und in Gelenkflüssigkeit ist selten indiziert. Angeboten werden jedoch auch Methoden, deren Nutzen nicht gesichert ist, etwa der Lymphozytentransformationstest sowie der VCS („Visual Contrast Sensitivity“-) Test. Eine Perspektive bietet möglicherweise der Nachweis des Chemokins CXCL13 im Liquor. CXCL13 kommt in hohen Konzentrationen im Liquor, aber nicht im Serum von Neuroborreliose-Patienten in Europa vor. Derzeit könne der routinemäßige Nachweis aber nicht empfohlen werden, schränkt Professor Hans-Walter Pfister vom Klinikum Großhadern in München ein.

Trotz Therapie: Symptome können Monate anhalten

Borreliose-Patienten können gut antibiotisch therapiert werden, vor allem im Frühstadium. Doxycyclin, Amoxicillin und Ceftriaxon sind die Mittel der Wahl. Resistenzentwicklungen gegen diese Antibiotika wurden bisher nicht belegt. Zur Antibiotika-Prophylaxe wird nicht geraten. Zu berücksichtigen sind Patienten, die aufgrund unspezifischer Beschwerden und meist positiver Serologie vermuten, an chronischer Borreliose zu leiden. Hierbei handelt es sich um Patienten, die nach Antibiotika-Therapie bei gesicherter Borreliose weiter über Beschwerden klagen. Studien belegen, dass die Symptom-Rückbildung Wochen bis Monate dauern kann. Viele Patienten befürchten laut Krause, dass die Therapie nicht ausreichend war. Verlaufsuntersuchungen belegen aber, dass die meisten Symptome, über die nach Behandlung berichtet wird, nicht häufiger vorkommen als bei Personen ohne Borreliose-Anamnese, abgesehen von milden Restsymptomen. Darüber hinaus gebe es Patienten, die nie an einer gesicherten Borreliose erkrankt waren, sondern nur einen „Durchseuchungstiter“ als Hinweis auf eine frühere Infektion aufwiesen.

Knoblauch zur Prophylaxe

Die Verhütung von Zeckenstichen ist die einzige Methode zur Prophylaxe. Empfohlen wird, Risikogebiete zu meiden, geschlossene, helle Kleidung zu tragen und sich nach Zecken abzusuchen. Grundsätzlich können auch Repellents angewendet werden. Nach dem Aufenthalt im Freien ist Waschen der behandelten Haut zu empfehlen. Permethrin ist nur für die Anwendung auf Kleidern gedacht. Nach einem Stich sollte die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden, da die Wahrscheinlichkeit für die Erreger-Übertragung mit der Dauer des Saugaktes zunimmt. In Schweden gibt man Waldarbeitern übrigens Knoblauchpillen. Denn die mögen die Wald-Vampire angeblich überhaupt nicht.

FSME: in Deutschland abnehmende Inzidenz

Die zweite wichtige Erkrankung, deren Erreger von Zecken übertragen wird, ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis. Das Virus wird zwar in erster Linie von Zecken auf den Menschen übertragen. Es sind jedoch auch Fälle bekannt, bei denen rohe Milch von infizierten Kühen oder Ziegen die Krankheit ausgelöst hat. Das Infektionsrisiko bei einem Stich ist gering, da die meisten Zecken virusfrei sind. Selbst in Risikogebieten haben nur 0,1 bis 5 Prozent das Virus in sich. Allerdings ist die FSME-Inzidenz in den letzten Jahrzehnten in Europa (Russland ausgenommen) stark gestiegen – laut ECDC von 1452 Fällen pro Jahr zwischen 1976 und 1989 auf jährlich 2805 Fälle zwischen 1990 und 2007. Unklar ist, ob die gestiegene Inzidenz real ist oder scheinbar – aufgrund verstärkter Aufmerksamkeit. Als ein möglicher Grund wird auch der Klimawandel diskutiert. In Deutschland ist die Inzidenz rückläufig. Hier wurden zwischen 2001 und 2009 im Mittel 318 Fälle pro Jahr diagnostiziert, 2009 waren es 313. Damit liegt die Zahl etwas höher als 2001 bis 2004 (239–277), aber deutlich niedriger als 2005 (432) und 2006 (546). Die höchsten Inzidenzraten haben Bayern und Baden-Württemberg.

Widerstand zecklos

Eine Infektion führt zur Immunität. Klinisch kommen meningitische, enzephalitische und myelitische Verläufe vor. In über 70 Prozent bleibt die Erkrankung klinisch unauffällig. Die Letalität beträgt beim westlichen Erregersubtyp 1–2 Prozent (bei der myelitischen Form 20 Prozent), beim östlichen Subtyp 20 Prozent. Bei fast 30 Prozent der Patienten finden sich lang anhaltende neurologische Defizite. Da die Viren im Speichel der Zecke sind, können sie zwar sofort in die Wunde gelangen. Es gilt aber auch hier: Je länger die Zecke saugt, um so höher ist das Infektionsrisiko. Eine spezifische Therapie gibt es nicht, aber eine Impfung, die von der STIKO für Angehörige bestimmter Risikogruppen empfohlen wird.

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Medizin

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26 Kommentare:

Finally,

die schlimmsten Terror-peuten der Borreliose sind die:

– die bei ECM oder Lymphozytom aufgrund der (noch)

NEGATIVEN Serologie

nicht sofort mit AB behandeln….

– die aufgrund der Klink ertsmal mit LA/Cortikoid-Injektionen rumwurschteln, die Serokonversion weiter verzögern und den Erfolg einer Ersttherapie deutl. immunsupprim. reduzieren, wenn die Sympt. u. Anamnese eine Borreliose wahrscheinlich erscheinen läßt: z.B. von Hopf-Seidel schön herausgearbeitet, frei im Internet zugänglich, plakativ neuralgiformer “lasegue-neg. Ischias” uvm.

– bei Neuroborreliose, (Poly-)Radikulitiden mit Ceftriaxon nur Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag behandeln – also an galoppierender ergophobischer Inkompetenz leiden und besser Psych. praktizieren sollten, denn deren Kollegen haben doch angebl. für “alles Verständnis”

Nur MIBI mit HIRN und Herz – also nicht nur Brain-Heart-Infusion, sondern auch klinischer Sachverstand führen bei den vielstadigen Infektionskrht. zum Erfolg,also nicht nur bei der Borreliose!!!

#26 |
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Lieber Herr Prof. Schardt,

ob bakteriostatisch oder bakterizid ist akademisch, VIEL wichtiger ist stets das Erreichen suffizienter Wirkspiegel am Ort des Geschehens – auch bei der Borreliose! Zuuuu niedrige Spiegel und ein BAKTERIZIDES wirkt nur ….????
Wie war das?

Wer z.B. mit Cefotiam oder Cefotaxim eine auf ALLE Penicilline und Cephalosporine empfindlich gestestete Opsi-Meningitis – also nicht aus dem spanischen Resistenzraum stammende bekapselte Pneumokokken vorgeht ist ein mordsgefährlicher Narr, da diese eben auch in der Katastrophe der angeblich schwerst geschädigten Blut-Hirn-Schranke fast nicht ins ZNS gelangen (grob 1% lt. Simon/Stille uva.)

Warum man in Würzburg das nicht (immer) beachtet – wissen Sie das? Fragen Sie doch mal den “Orchester-Chef” dort, was man mit diesen iv-AB auf Neu-Int. machen “will”?

Zu oft wird dort sonst etwas “ver-Geigt” werden können – schade um Pat. und Kosten.

Im Übrigen kann KEIN einziges Chemotherapeutikum einen OVERKILL bewirken – immer muß das Immunsystem den Rest erledigen! AB verbessern die Relation und den Zeitrahmen/Abstand der exponentiellen Vermehrung der Angreifer und der unspezifischen, später spezifischen immunologischen Verteidiger.

Wenn die Verteidiger nicht kommen – dann hat man immer verloren – kein Einziger nach Myeloablation (Strahlen, Chemo, MDS, CML udgl. mehr) ist mit AB lange rettbar.

Auch bei der Borreliose müssen daher ALLE Kompartimente, die gem. Klinik usw. evtl. befallen sind, wie bei allen Infektionen mit sicheren Wirkspiegeln versorgt sein, das ist das second to none Prinzip – zu häufig von “Klinikern” vermasselt, von Mikrobiologen/Hygienikern beklagt – dazwischen liegt die Wahrheit und das MISSING LINK!

Sie kennen doch sicher noch die Diskussionen beider Zünfte auf den ICU aus Ihrer Zeit vor der Betriebsarzttätigkeit, oder?

#25 |
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Ob Biss oder Stich – so macht das die Zecke- und Zähne/zahnartige Werkzeuge gibt es auch (zit. n. Wikipedia))!

“Der Mundbereich des Holzbocks (Gnathosoma oder auch Capitulum) ist ein vom sonstigen Körper abgegliederter Teil, der die Saugwerkzeuge enthält. Diese Werkzeuge setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen.

Zum ersten Teil gehören die keulenförmigen Pedipalpen, sie dienen als Tastorgan, womit der Holzbock genau die Beschaffenheit der Haut ertasten kann. Ein Stück weiter innen an der Oberseite befinden sich die beiden

Cheliceren.

Sie besitzen an der Spitze mehrere

scharfe Zähne,

mit denen der Holzbock ein Loch in die Haut schneiden kann. Nach dem Schnitt des Lochs kommt das sogenannte Hypostom zum Einsatz. Es ist ein zungenartiges hohles Körperteil in der Mitte des Gnathosoma (Capitulum), welches mit vielen feinen Widerhaken besetzt ist. Durch dieses Saugrohr kann der Holzbock das Blut einsaugen.”

#24 |
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Prof. Dr. med. Fritz Schardt
Prof. Dr. med. Fritz Schardt

Frau Dr.Schäfer hat völlig Recht mit ihrer Kritik an der bakteriostatischen Therapie(Doxycyclin)bei der Erstmanifestation und dem Erythema migr.Lediglich für Stadium3 ist Minocyclin indiziert.Zuerst sollten immer bacterizide Antibiotika(Penicilline,Cephalosporine)bis zum endgültigen Verschwinden der Symptome eingesetzt werden.Eine Änderung der Leitlinien ist längst überfällig.

#23 |
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Prof. Dr. Hans-Willi Breuer
Prof. Dr. Hans-Willi Breuer

Interessanter Beitrag. Entscheidend ist nach meiner Erfahrung, dass Patienten informiert sind und bei einem Erythema migrans sofort den Arzt aufsuchen. Bei meinen Fortbildungen vor Laien bzgl. Zeckenerkrankungen zeige ich immer zahlreiche Bilder zur “Wanderröte”, um potenziell Betroffene zu sensibilisieren, die Hautveränderung ernst zu nehmen.Ein Großteil von Patienten mit dem Erythema migrans erinnerst sich übrigens gar nicht an einen “Zeckstich” (ist in wirklich weder Stich noch Biss – das betroffene Hautareal wird quasi durchschnitten). Sofern dann im Frühstadium eine der üblichen Antibiotikatherapien adäquat 14-21 Tage durchgeführt wird, ist das Auftreten von Spätschäden nicht zu erwarten. Falsch und leider noch oft praktiziert sind das Warten auf eine positive IgM Titer-Bildung vor Therapiebeginn (in den ersten Wochen nach Infektion sind noch gar keine pathologischen Laborwerte nachweisbar!)und des weiteren die immer wieder praktizierten unsinnigen Titerkontrollen der Immunglobuline nach Therapie. Im Gegensatz zu anderern Infektionskrankheiten kann bei der Borreliose IgM auch noch Jahre nach erfolgreicher Therapie persistieren – und nicht nur wie üblich nur IgG.

#22 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

@16:
Vielen Dank, sehr interessante Infos!

#21 |
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Tierarzt

So entfernt man eine Zecke richtig:

von http://www.bundestieraerztekammer.de/service/tipps_fuer_tierhalter/zecken-entfernen.htm

“Wie entferne ich eine Zecke richtig?

Greifen Sie die Zecke fest mit Hilfe einer Pinzette oder Zeckenzange zwischen Haut und Zeckenkopf und ziehen Sie die Zecke vorsichtig aber zielstrebig, möglichst gerade heraus. Von der Zecke darf kein Teil in der Haut verbleiben ¿ z.B. der Kopf, da sich dort eine Entzündung bilden kann. Wichtig ist, dass die Zecke so tief an der Haut wie möglich gefasst und dann herausgezogen wird, ohne die Zecke zu quetschen.

Beim Entfernen einer Zecke dürfen Sie KEIN Nagellack, Öl oder Ähnliches auf die Zecke träufeln. Das begünstigt die Übertragung von Krankheitserregern, denn die Zecke entleert in Panik ihren Mageninhalt in die Wunde. Dadurch gelangen die Erreger in die Blutbahn Ihres Haustieres und können die Infektionskrankheit auslösen. Lassen Sie sich die Zecken-Entfernung von Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt zeigen. Wenn die Zeckenbissstelle auffällig erscheint, z.B. eine Rötung oder Schwellung zu sehen ist, stellen Sie das Tier in Ihrer Tierarztpraxis vor.”
Wobei in diesem Fall Haustier gegen Mensch und Tierarzt gegen Arzt durchaus ausgetauscht werden kann. Leichtes drehen der Zecke kann helfen. Besser als eine Pinzette ist eine Zeckenzange es geht aber auch mit den Fingern. Wichtig: fest zufassen aber nicht zerquetschen!
Unter der BTK Adresse gibt es auch Hinweise zu Impfstoffen gegen Borreliose (3 in Deutschland – Hund, Babesiose 1 in Frankreich – Hund).
Sicher kann es durchaus sinnvoll sein bei begründetem Verdacht eine Antibiotikatherapie einzuleiten, aber prophylaktische Kuren? Da muß ich Kollegen Pehle zustimmen, dass es so nicht sein kann!

Zecken orientieren sich, falls ich mich noch richtig an die Parasitologiekurse erinnere an CO2, Milch- und Buttersäure. Also Geruchsreize die sie mit dem Haller Organ am ersten Beinpaar feststellen können. Sie werden dann mow. durch den potentiellen Wirt abgestreift. Bei uns verbreitet Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus – am häufigsten, aktiv März bis Juni und September bis Dezember), Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus – zunehmend, aktiv Februar bis Dezember) und selten die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus, idR in Wohnräumen und Zwingern ganzjährig aktiv). Wobei die Witterung auch eine Rolle zu spielen scheint. Ich habe schon Holzböcke im Januar / Februar gesehen.
Für die FSME Verbreitung gibt es gute Karten. Für Borreliose habe ich auch nichts gefunden.

#20 |
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“16
04.08.10 – 10:21
Denise Aeschbacher
Heilpraktiker/in

… hier noch einen interessanten Beitrag meiner Zertifikatsarbeit zur komplementären Behandlung bei Borreliose:

http://www.weiterbildung.uzh.ch/programme/ethnobot/Abschlussarbeiten/LymeBorrelioseDeniseRussofinal.pdf

“Zertifikatsarbeit”? Was für ein Zertifikat bekommt man da?

In der “Zertifikatsarbeit” “zur komplementären Behandlung bei Borreliose” vermisse ich die genaue Beschreibung der “komplementären Behandlung”. Das Ding liest sich eher wie ein Warenhauskatalog eines Scharlatans, der bei verschiedenen Quellen gespickt hat und mit dem Namen einer Universität und hochtrabenden Begriffen Eindruck schinden will.

Das PDF liegt auf einem Server der Universität Zürich:

http://www.weiterbildung.uzh.ch/index.html
“Weiterbildung an der Universität Zürich ¿ wo Forschung und Wissenschaft die berufliche Praxis prägen
Herzlich Willkommen auf der Website der Weiterbildung der Universität Zürich! Wir freuen uns, Ihnen unser Angebot vorzustellen!”

Man bekommt geradezu Lust, bei der Universität Zürich einen Hausbesuch zu machen und den hochgelahrten Damen und Herren die Leviten zu lesen, WAS Wissenschaft ist. Zürich als Stätte der qualifizierten Bildung kann man jedenfalls vergessen.

#19 |
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Kollege Grötschel sollte doch sehr darauf achten, was er da schreibt! Antibiotikakuren als Frühjahrsputz?! Was soll das denn???
Unser Berufsstand steht sowieso schon unter Dauerfeuer, was den Einsatz von Antibiotika angeht. Ich dachte bisher, zu Unrecht. Aber wenn ich so etwas lese, verschlägt es mir die Sprache. Ist denn alle Fachpresse und Berufspolitik umsonst?

#18 |
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Leider können die Zecken nicht mit den Zähnen klappern, wenn sie die weitere Irrlehre im Kollegenbeitrag (Sven Falkenhain,Nr. 9) lesen könnten; Zecken haben keine Beißwerkzeuge, auch nicht im “Amiland”, sie stechen !!!

#17 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Das Borreliose bei Pferden nicht auftritt stimmt nicht. Eines meiner Pferde war über Jahre an Borreliose erkrankt und dies wurde auch klinisch bestätigt. Leider haben wir dies zu spät erkannt und leider ist das Pferd aufgrund eines akuten Arthritisschubs gestorben. Also Tod durch die Spät- folgen einer Borrelioseinfektion. Grundsätzlich gibt es im Raum Nordwestmecklenburg sehr viele Borrelioseerkrankungen. Ich kenne einige Dorfbewohner die durch Borreliose ernsthaft krank waren.

#16 |
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Heilpraktikerin

… hier noch einen interessanten Beitrag meiner Zertifikatsarbeit zur komplementären Behandlung bei Borreliose:

http://www.weiterbildung.uzh.ch/programme/ethnobot/Abschlussarbeiten/LymeBorrelioseDeniseRussofinal.pdf

#15 |
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Heilpraktikerin

Der aus den USA stammende Impfstoff konnte weniger helfen als schaden und ist deswegen aus dem Verkehr gezogen worden.

#14 |
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Dr. med. Klaus Schreiber
Dr. med. Klaus Schreiber

Es fehlen m.E. weiterre zeckenbissassoziierte Erkrtankungen wie Babesiosen, etc.
aber guter Artikel.

#13 |
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vielleicht wäre auch ein Hinweis, wie man eine Zecke fachgerecht entfent, hilfreich.

MfG
Michael harrasser

#12 |
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Dr. Hermann Grötschel
Dr. Hermann Grötschel

Borreliose tritt gesichert nur bei Menschen und Hunden auf. Bei Pferden wird darüber diskutiert.Es gibt in Deutschland zugelassene Borreliose-Impfstoffe für Hunde. Im Grunde genommen gehört mit der Behandlung der Borreliose gleich nach dem Zeckenbiss begonnen und zwar mit Antibiotika und nicht mit irgendwelchen dubiosen Globuli. Natürlich weiss man dann nicht ob die Behandlung notwendig war oder nicht. Als Betroffener wäre mir das aber herzlich egal, Hauptsache die Krankheit ist nicht ausgebrochen. Im übrigen befürworte ich gelegentliche kurze “Antibiotikakuren” so ein- bis zweimal im Jahr wie so eine Art Frühjahrsputz für den Körper. Resistenzbildung ist da nicht zu befürchten. Im Übrigen habe ich in meiner langjährigen Tätigkeit festgestellt, dass Antibiotika gegen die sich zahlreiche Resistenzen gebildet haben, nach mehrjähriger Pause in einer Population eingesetzt plötzlich wieder sehr gut wirksam sind.

#11 |
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Dr Elke Schäfer
Dr Elke Schäfer

Bei Zecklab wird im Western Blot eine genaue Bandenauflistung – B.afzelii,garinii,burgdorferi – geliefert. Nach meiner Erfahrung korrelieren die positiven Banden gut mit den jeweiligen Symptomen des Patienten. Damit will ich nur sagen,dass auch bei uns alle Arten der Borreliose – mit den verschiedensten Symtomen wie Arthritiden,ZNS,Haut,Kardial..etc auftreten.
Natürlich ist es schlimm,wenn Pat. nur mit homöopathischen Arzneimitteln behandelt werden.
Im Stadium I ist eine antibiotische Therapie einfach- aber was ist,wenn das ECM nicht bemerkt wird,oder gar nicht auftritt.
IN den weiteren Stadien habe ich auch schon viel zusätzlich bei meinen Patienten verwendet- Karde,Zapper,Borr-Globuli – als einzig wirksam erwies sich die Blutnosodentherapie,die ich auch in mein Therapieschema seit längerem fix integriert habe,da das ganze Immunsystem gestärkt wird.

Zur Impfung : Es gab vor einiger Zeit-ich weiß nicht,ob sie noch immer am Markt ist,eine Impfung für Hunde- auch wir liesen damals unseren Hovavard impfen – mit der Konsequenz dies nie wieder zu machen,da sie kurz darauf hinten gelähmt war und dies 4 MOnate andauerte – sich ihr ganzer Körper aber nie wieder so gut erholt hat.
Auc beim Menschen empfehle ich vor jeder Fsme Impfung eine Titerkontrolle zu machen – da der Impfschutz meist ausreichend ist und man durch ein über den Titer impfen einen Impfdurchbruch riskiert- aber es gibt noch immer genügend Ärzte,die dies gut mit ihrem Gewissen vereinbahren können ?!

#10 |
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Nichtmedizinische Berufe

Das ist wiede ein Thema für einen alten Waldläufer: Obwohl ich schon seit 40 Jahren aktiver Waldläufer bin mit jahrelang ca 100 KM Trainingsumfang/Woche und gelegentlichen “Quer-durch-den-Wald-Läufen”, habe ich, nein, hat mich, noch niemals eine Zecke erwischt!
Wie komt das? Bin ich zu schnell unterwegs oder rieche ich nicht genügend stark nach der von Zecken angeblich so beliebten Buttersäure?
Immer wieder höre ich von Laufkoleginnen/Kollegen, daß sie eine Zecke erwischt haben, das ist also bei Waldläufern gar nicht so selten. Aber schließlich muß es ja doch für die Zecken einen triftigen Grund geben, daß sie mich verschmähen-gottseidank. Gibt es eine plausible Erklärung?? Übrigens laufe ich in Süddeutschland auf dem “Albuch”, also einer Gegend, wo es quadratkilometergroße Fichte/Buchen/Mischwälder gibt.

#9 |
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Impfstoff? Das wäre mir neu.
Zecken stechen nicht, sie beißen.
Ich denke auch, dass die Symptomatik in fortgeschrittenen Stadien im Beitrag etwas zu kurz kommt. Im Zeifelsfall würde ich immer antibiotisch behandeln.
In Amiland handelt es sich übrigens um einen anderen Erreger. Man erklärt sich damit die häufig etwas andere Symptomatik als die in Europa vorkommende: Arthritiden sollen dort häufiger sein.

#8 |
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“7
03.08.10 – 20:04
Dr Elke Schäfer
Arzt/Ärztin

Die Problematik von Borreliose Stdium II-III wird meines Erachtens nach weit unterschätzt.”

Um so schlimmer ist es, wenn Homöopathen dazu raten, KEINE Antibiotika zu nehmen, sondern statt dessen homöopathischen Zuckerzauber.

So empfiehlt ein Heilpraktiker in seiner Web-Site::


Praktische Hinweise:

1. Eine erprobte Möglichkeit auszutesten, ob Sie überhaupt von Borreliose oder FSME befallen sind, ist der Versuch mit homöopathisch potenzierten Nosoden. Wenn Sie danach eine Verbesserung oder auch (Erst)verschlimmerung haben, so sind Sie befallen und sollten sich behandeln.

Stets sollten Sie außerdem vorsorglich – und zwar zweckmäßig an Stelle von Antibiotica! – nach einem Insektenstich, der borrelienverdächtig ist und jedenfalls immer nach einem Zeckenstich folgende homöopathischen Nosoden einnehmen:

Borrelia C 200 Glob oder D 200 Glob

Syphilinum C 200 Glob

FSME C 200 Glob oder D 200 Glob.

Aber glauben Sie bitte nicht, das unüberlegte Einwerfen dieser Globuli sei es dann bereits. Sie sollten sich stets auch die obigen Artikel durchlesen und dort insbesondere meine jeweiligen Anfügungen.

Danach werden Sie in der Regel wissen, ob Sie mit Borrelien bezw FSME belastet sind oder nicht. Es wird nach den Erfahrungen von frisch befallenen Patienten auch ausreichen, dass sich eine Borreliose/FSME danach gar nicht erst entwickelt.( Symptome können allerdings auch Folge einer FSME-Schutzimpfung sein )

#7 |
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Dr Elke Schäfer
Dr Elke Schäfer

Die Problematik von Borreliose Stdium II-III wird meines Erachtens nach weit unterschätzt.
Ich habe Patienten mit diagnostiziertem Alzheimer / MS / Rheuma die eigentlich an einer Borreliose leiden. Typiscerweise zeigen sich dabei im Labor/Western Blot im IgG Banden aber auch im IgM – was für den schubförmigen Verlauf spricht. Die Klinik der Patienten ist vielfältig – es ist nicht umsonst das Chamäläon der Medizin.
Ich schicke Proben an Labor Zecklab/ BUrgwedel – dort bekommt man eine schöne Bandenauflistung.
WEiters wird in Europa anders behandelt,als in anderen Staaten. Da wir mit bakterostatischen Antibiotika behandeln, können diese nur in der Vermehrungsphase wirken- jedoch hören die Borrelien sehr schnell auf sich zu vermehren / oder “verstecken” sich in schlecht durchbluteteten Gewebe – daher ist aus meiner Erfahrung von einer länger dauernden AB-Therapie abzuraten- da völlig wirkungslos und eher dem Körper schadend- Weit besser wirksam is die sog. Pulstherapie- weil so die Borrelien immer wieder in der Vermehrungsphase erwischt werden.Wichtig ist auch sowohl liquorgängige als auch zellgängige und AB gegen die Zystenform zu verwenden und zu kombinieren – Nachzulesen auch unter deutsche Borreliosegesellschaft, Dr.Hassler u Dr. Hopf Seidel um nur einige zu nennen.
Ich hoffe einen kleinen Denkanstoss gegeben zu haben

#6 |
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dr. med.dent. Günther Wüst
dr. med.dent. Günther Wüst

Es gibt die Möglichkeit des Zeckenteste über http://www.zeckenlabor.de.
Dies ist ein Angebot für einen Zeckenschnelltest.
Über die Firma http://www.zeckenschlinge.com ist auch eine
sehr gute Zeckenschlinge erhältlich.
Die Packung enthält auch ein Röhrchen ,in das die
entfernte Zecke zur Untersuchung mittels PCR ins Labor
geschickt werden kann.

(…)

(werblicher Hinweis von der Redaktion entfernt)

#5 |
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Bei der Angabe über das Waschen sucht man am besten den Originaltext. Dies ist die Quelle:
http://www.ars.usda.gov/is/pr/2007/071005.htm
http://www.ars.usda.gov/pandp/people/people.htm?personid=892

#4 |
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“1
03.08.10 – 14:21
HEIKE KNIPPENBERG
Tierarzt/-ärztin

In Amerika gibt es einen zugelassenen Impfstoff , der aber leider wegen der geringen Stückzahl an Impfdosen zur Zeit nicht produziert wird.”

Geringe Zahl an Impfdosen? Das ist ganz sicher NICHT der Grund.

#3 |
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Die sogenannten “Wald- Vampire” werden fälschlich so bezeichnet( eine offensichtlich nicht ausrottbare “Irrlehre”)! Zecken kommen auf der Wiese, im Park und im auch im eigenen Garten vor! Sie stürzen sich auch nicht von den Bäumen auf ihre Opfer, sondern können z.B. beim Gehen durch die Wiese oder Gestrüpp “umsteigen” und sich dann ein nettes Plätzchen zum Saugen aussuchen. Sie sind “überall”, heute auch in höheren Mittelgebirgsregionen ( bis über 1500m)!

#2 |
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HEIKE KNIPPENBERG
HEIKE KNIPPENBERG

In Amerika gibt es einen zugelassenen Impfstoff , der aber leider wegen der geringen Stückzahl an Impfdosen zur Zeit nicht produziert wird.

#1 |
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