Das Land der unbegrenzten Schmerzmittel

11. August 2017
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Schmerzmittel in Tausender-Packs und Hormonpräparate in Form von Fruchtgummis: In den USA sind viele Medikamente frei in Drogerien verkäuflich. Ist das überregulierte System der Arzneimittelabgabe in Europa im Vergleich zu den Staaten noch zeitgemäß?

Die Abgabe von Medikamenten ist in Deutschland streng geregelt. Wer hierzulande ein wirksames Arzneimittel kaufen will, braucht dafür ein Rezept, oder muss zumindest eine Apotheke aufsuchen. Manch einer findet das übertrieben. Ist ein freierer Verkauf wie in den USA die zeitgemäßere Variante? Ich habe in den Regalen amerikanischer Drogerien gestöbert und mich im Selbstversuch dort beraten lassen.

Das Sortiment der CVS-Pharmacy in Downtown Chicago erinnert auf den ersten Blick an eine deutsche Drogerie. Doch zwischen Keksen, Windeln, Shampoo und Sonnenbrillen stehen hier drei Regalreihen mit Dosen voller bunter Pillen. Fast wie Smarties sehen sie aus, es sind aber Medikamente, von denen viele in Deutschland nicht frei verkäuflich wären. Arzneimittel, für die man kein Rezept braucht, nennt man auch hier OTC, also Over-The-Counter-Präparate, was etwas verwirrend ist. Denn die Apothekenpflicht mit Verkauf nur über die Theke gibt es so nicht. Alles, wofür man kein Rezept benötigt, steht offen im Regal, OTC-Medikamente wie Nahrungsergänzungsmittel – allerdings würde vieles davon in der EU komplett anders eingestuft.

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Fruchtgummis mit Melatonin © Habich

Der offene Zugang genau wie deren Aufmachung lässt viele Präparate zu Unrecht harmlos wirken. Sieht man sich etwa die Produkte der Firma Nature’s Bounty an, könnte man meinen, sämtliche Gesundheitsprobleme ließen sich mit Fruchtgummis lösen. Es gibt „Co Q-10 Gummies‟ für die „Herzgesundheit“, „Energy-Gummies“ mit grünem Tee, Kola-Nuss und Guarana. Und, unter der Verkaufsbezeichnung „Sleep Gummies“, Fruchtgummis mit Erdbeergeschmack, die 5 mg des Hormons Melatonin pro Dosis enthalten. Melatonin, natürlicherweise von der Zirbeldrüse gebildet, beeinflusst den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers. Präparate mit Melatonin sind wegen unklarer Langzeitwirkungen auf den Stoffwechsel in Deutschland verschreibungspflichtig. Die bekannten Nebenwirkungen sind zahlreich und reichen von Schwindel, Depressionen, Migräne und Albträumen bis zu Synkopen und Veränderungen des Blutbilds. Bei Kindern wird befürchtet, dass Melatonin sich auf die sexuelle Entwicklung auswirkt.

„Alles ganz natürlich‟

Auf der Rückseite der „Sleep Gummies“ werden diese als „Drug free Sleep Aid“ bezeichnet. Im Kleingedruckten steht, dass das Produkt schläfrig machen kann und Stillende, Schwangere oder Kinder es nicht einnehmen sollten. Außerdem gibt es eine Warnung vor dem Autofahren und dem Bedienen von Maschinen nach der Einnahme. Auf der Vorderseite bestätigen farbige, große und gut sichtbare Siegel, dass das Produkt weder Gluten noch Lactose enthält, was manchem hier womöglich wichtiger ist.

Ich mache den Test und frage die junge Frau, die in einer Ecke des Ladens hinter der Beratungstheke steht. Hier werden auch rezeptpflichtige Medikamente abgegeben. Ich sage ihr, dass Melatonin in Deutschland verschreibungspflichtig ist, weil man es für riskant hält und frage sie nach möglichen Nebenwirkungen. Sie dreht die Dose leicht ratlos in der Hand und wirft einen kurzen Blick auf die Beschriftung. „Nein“, sagt sie, „da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, das ist rein natürlich.“

Eine gründlichere Aufklärung bekomme ich auch nicht zu dem Hormon Dehydroepiandrosteron, das hier von der Marke Sundown Naturals als DHEA 50 mg verkauft wird, mit dem vagen Versprechen „may help support sugar metabolism“. „Das ist nicht für Kinder“ sagt sie da immerhin. So steht es auch auf der Packung. Überhaupt sind die Warnhinweise hier etwas ausführlicher gestaltet, auf das Risiko von Nebenwirkungen weisen sie zumindest indirekt hin. Frauen und Menschen mit einer Vor- oder Familiengeschichte von Brust- oder Prostatakrebs sollen vor der Einnahme ihren Arzt fragen. Ebenso solle man zum Arzt gehen, wenn einem als Frau nach der Einnahme an unerwünschter Stelle Haare wachsen oder die Periode ausbleibt, heißt es.

Drei Antibiotika in einer Salbe

Ich wiederhole das Spiel mit einer Salbentube „Triple Antibiotic & Pain Relief“, die ich ebenfalls im Regal gefunden habe – sie enthält Bacitracin, Neomycin und Polymyxin – und stelle mich noch einmal dumm: „Kann das nicht die Bildung von Resistenzen fördern?“ Damit bringe ich die Dame zum Lachen. Nein, das sei doch so niedrig dosiert, da passiere nichts dergleichen. „Hinter der Theke hier haben wir noch ganz andere Sachen!“ Ich frage die Frau noch einmal, ob sie Apothekerin ist. Sie sagt „yes, I am a pharmacist.“ So steht es auch auf dem kleinen Schild an ihrem Revers.

Aceta

Paracetamol im 1000er Pack © Habich

Was sagt ein deutscher Pharma-Experte zu dieser Beratung? Harald Schweim, unter anderem ehemaliger Leiter des BfArM und ehemaliger Professor für „Drug Regulatory Affairs“ an der Universität Bonn, ist wenig begeistert. Das mit den Antibiotika hätte eine Apothekerin besser wissen müssen, findet er: „Zunächst einmal ist es genau umgekehrt. Eine niedrige Dosierung fördert die Bildung von Resistenzen. Genau wie die Kombination: Hier ist ja allein schon die Zusammensetzung aus drei verschiedenen Antibiotika ein Verbrechen.“

Auch die Beratung zu Melatonin sei nicht zufriedenstellend ausgefallen. „Es hat natürlich eine ganze Reihe von problematischen Nebenwirkungen. Und es wird mit Versprechungen beworben, die nicht einhaltbar sind.“ Tatsächlich hat Melatonin ein Image als Anti-Aging-Mittel, ohne dass es dafür gesicherte Beweise gäbe. Auch DHEA gelte zu Unrecht als „neues Wundermittel“, führe zum Nachlassen der sexuellen Leistungsfähigkeit und wirke als Steroidhormon womöglich krebserregend.

Der Fehler, sagt Schweim, liege aber auch im System: „Amerikanische Apotheker werden schlichtweg nicht für die Beratung zu rezeptfreien Medikamenten ausgebildet.“ Und selbst der Beipackzettel entfällt: „Die Idee dahinter ist, dass man eben selbst wissen sollte, was man da kauft.“ Allerdings dürften die wenigsten wissen, welche Substanzen sie zu sich nehmen – mal ganz davon abgesehen, welche Risiken das birgt. Die Medikamente sind auch nicht etwa nach Wirkstoffen sortiert. Sondern so, dass es Laien die Selbstmedikation möglichst leicht macht. Wer unter einer Augenentzündung leidet, kann zum Beispiel zwischen Regalen mit der Beschriftung „Dry Eye“, „Allergy & Itchy Eyes“ und „Redness & Pink Eyes“ „Eyes Treatment & Vitamins“ wählen.

Amerikanische Grundhaltung spiegelt sich wider

„Im Gesundheitssystem der USA spiegelt sich eine Grundhaltung wider, die noch aus deren Gründungszeiten stammt. Und die besagt, dass sich jeder um sich selbst zu kümmern hat. Regulierungen gibt es wenige, weil alles brutal dem Markt untergeordnet ist“, sagt Schweim. Der freie Verkauf von Medikamenten sei im Grunde ja sogar nötig, weil so viele Menschen unversichert sind. „Wenn man dort aber ohne Versicherung zum Arzt geht, um sich ein Antibiotikum verschreiben zu lassen, kostet das schnell 200 $.“

Welche schlimmen Folgen so eine Politik haben kann, zeigt ein Blick in die Krankenhausstatistik. Laut einer Studie, die vor zwei Jahren im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, suchen jährlich 23.000 Amerikaner wegen einer Überdosierung mit dem, was man hier als harmlose Nahrungsergänzungsmittel einstuft, die Notaufnahme auf. Wie viele darüber hinaus täglich mit OTC-Medikamenten ihrer Gesundheit schaden, weiß niemand so genau.

Missbrauch mit Folgen

Ein Problem dabei ist neben der Selbst- auch die Multimedikation. So wurden in Europa die Packungsgrößen von NSA immer weiter verkleinert, unter anderem, um damit Suizidversuchen vorzubeugen. In den USA hingegen werden Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (ASS) weiterhin in Riesendosen zu 500 oder 1000 Tabletten verkauft, was zum sorglosen Gebrauch verleitet. Und tatsächlich nehmen viele Amerikaner täglich ASS ein, weil sie das für gesund halten. Obwohl Experten das allenfalls für eine bestimmte Altersgruppe mit kardiovaskulärem Risiko empfehlen. Und weil Acetylsalicylsäure dem Magen schadet, greifen sie als nächstes zu Protonenpumpenhemmern, die ihrerseits Nebenwirkungen haben.

Etliche weitere Medikamente, die am besten nur in Absprache mit einem Arzt eingesetzt werden sollten, stehen hier frei verkäuflich im Regal. Auch Stoffe mit Missbrauchspotential. Berüchtigt ist das Erkältungsmittel Robitussin, das den Wirkstoff Dextromethorphan enthält. Für dessen gängige Verwendung als Rauschmittel wurde sogar ein eigenes Wort erfunden: Robotripping. Vor einigen Jahren ergab die Erhebung einer amerikanischen Anti-Drogen-Organisation, dass sich jährlich 2,4 Millionen Jugendliche mit der Substanz berauschen. Dabei kam es auch schon zu Todesfällen durch Überdosierung. Obwohl all das seit vielen Jahren bekannt ist, beschließen erst nach und nach einige Staaten in den USA, zumindest den Verkauf an Minderjährige zu unterbinden. In Florida etwa sollen Erkältungsmittel mit Dextromethorphan seit Beginn diesen Jahres nicht mehr an Minderjährige verkauft werden. Wer jünger als 25 Jahre aussieht, muss an der Kasse seinen Ausweis vorzeigen. (In den gleichen Läden, die Robitussin verkaufen, bekommt man übrigens ohne Ausweis kein Bier wenn man jünger aussieht als 40.)

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Anleitung zur Selbstmedikation © Habich

Dextromethorphan ist auch in Kombipräparaten enthalten, die es im deutschen Handel gibt. Allerdings ist die Dosierung deutlich niedriger, und der Preis im Verhältnis so hoch, dass er einen Missbrauch wenig attraktiv macht.

Während aus deutscher Perspektive vieles unglaublich erscheint, was in den amerikanischen „Apotheken“ abläuft, ist es umgekehrt übrigens ähnlich. Als ich in den USA in einem Seminar an der Universität zu Gast bin, erzählt mir eine Studentin, wie sie sich einmal im Deutschland-Urlaub erkältet hat. „Ich wusste ganz einfach nicht, woher ich Medikamente bekommen sollte“, berichtet sie einigermaßen fassungslos. Ich versuche zu erklären, dass die strengeren Regeln zum Schutz der Menschen gedacht sind. Die Studenten nicken alle sehr höflich, so sind die Amerikaner. Ich habe den Eindruck, dass sie das irgendwie doch zutiefst seltsam finden.

Harald Schweim ist mit dem europäischen System der Arzneimittelabgabe weitgehend zufrieden. „Wir haben viele vernünftige Regeln. Damit geht einher, dass manches vielleicht auch überreguliert ist.“ Zu schwierig ist es seiner Meinung nach zum Beispiel, in aussichtslosen Fällen vielversprechende, aber unzugelassene neue Medikamente ausprobieren zu können. „Ich halte das System aber immer noch für das beste, das es gibt.“ Das Prinzip der weitgehend unkontrollierten Abgabe in den USA hingegen bezeichnet er als „ganz einfach gefährlich.“

78 Wertungen (4.72 ø)

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78 Kommentare:

Befürworter von Herrn Hoppe
Befürworter von Herrn Hoppe

Stimmt, bei uns ist leider wirklich viel zu viel überreguliert und unter der Dummheit einiger weniger (s. im Suff noch ein paar Paracetamol hinterher), muss dann die Allgemeinheit leiden, weil das als Grund dafür von staatlicher Seite benutzt wird, alle insgesamt für unmündig zu erklären, selbstbestimmt Entscheidungen treffen zu können. Übrigens kann ich mir auch hier 1000 St. Paras, ASS o. DXM-Präparate zusammenkaufen, wenn ich möchte und erhalte im übrigen auch nicht häufiger als in den USA-“Drogerien” eine qualifizierte und detaillierte Antwort in deutschen Apotheken, im Gegenteil.

#78 |
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Gast
Gast

@65 @ 69
Ach, was , vergeßlich bin ich nicht: Mein Arzt wich auf ein anderes Pharmakon als Tramadol, weiß ich, auch aus: Katadolon.Dazu sagte er, als ich ihn bei meiner Migräne-Attacke anrief, es sei nicht mehr im Handel.Ich rief ihn an ausserhalb der Sprechstundenzeiten: Daheim, privat. Mir erging es sehr schrecklich.Er sagte eben: “Das Mittel ist aus dem Handel genommen” ich solle die gewohnten nehmen.Da halfen auch noch bei Spannungskopfschmerz, sehr schlimm, die gewohnten.Rosa Brille, wie Er das nannte, ohnehin.Ist alles zu lange her: Gut 30 Jahre: Wer weiß da noch Genaues.In so einem Notfall gibt es in der Apotheke noch nichts.Ich nahm mein Trancopal: Muskel -Trancopal mit Paracetamol: Sowohl gegen Verspannungen als auch degen Kopfschmerzen.Es half sogar.Ich war auch mal in der Apotheke in einer fremden Stadt als Reisender: Nachts, zudem sonntags:gegen 23.00 Uhr: Herr Apotheker gab mir sogar ein Glas Wasser, die Kopfschmerztabletten damit zu schlucken: Freundliche Begegnung.Fand gute Erleichterung, Schmerzfreiheit, damals.Vergesse ich nie.

#77 |
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Gast
Gast

PARACETAMOL:
Also, da bekommt einer meinetwegen nachts oder am Sonntag, riesige Schmerzen-etwa am oder im Kopf, die ich für die sowieso allerschlimmsten halte:-:Und hat meinetwegen Paracetamol nicht zu Hause, sondern muß noch zum Sonntagsdienst der Apotheke: Und dieser Mensch hat schon genugsam Alkoholika getrunken und nimmt die Arzneidroge dazu: Dann kann er mit Leberschaden kollabieren.Dann wäre es besser gewesen, bessere Pharmaka, die rezeptpflichtig zwar sind, aber im Notfall auch in geringer Dosis nicht verabreicht werden dürfen, bekommen zu haben.Paracetamol, so habe ich gelesen, würde, wenn es erst heute zugelassen werden müsste, eine Zulassung nicht mehr bekommen. Fast : “Pfui”.Dass Amis ASS “gesund” finden, mutet absonderlich an. Freilich ist es in geringer Dosis ein Thrombozytenaggegationshemmer, mit 500-1000 mg antiphlogistisch mir willkommener als = analgetisch: Alles Ermessenssache.ASS kann zuweilen die bessere Wahl sein.

#76 |
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Gast
Gast

WANDEL DER ZEITEN
Es sollten für Notfälle auch in Apotheken Notschalter zur Verfügung stehen: Dass bekommt, wer weiß, was er braucht.Ein Verweis an die Notaufnahme wird allein dadurch widerlegt, dass sich diese sehr stark darüber beklagen, dass derart viele Patienten dort landen und zur völligen Überlastung der Notaufnahmen führen, die anders besser hätten bedient werden können. Das ist aktuell sogar in nicht fachzeitschriftlichen, sondern populären Medien zu lesen.

#75 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

5mg in Österreich , Bestellung hier in DTL

#74 |
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Dr. Ezra Pierpaoli
Dr. Ezra Pierpaoli

Melatoninpräparate sind in Spanien und Italien bis zu einer Tablettenstärke von 2 mg auch als Nahrungsergänzungsmittelpräparate zu kaufen.

#73 |
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Frank
Frank

Warum in die Ferne schweifen?
Die Abgabe von Medikamenten in Grichenland in einer Apotheke, also einem EU Land, ist ähnlich unproblematisch wie in den USA. Mit dem kleinen Unterschied, das es keine verkaufsfördernen Verpackungen gibt. Wohldurchdachte Ausnahmen gibt es bei Antibiotika.
Der Ruf nach dem mündigen Bürger findet in Deutschland dort die Grenzen, wo Pfründe in Gefahr sind.

#72 |
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Gast-interessierter Laie
Gast-interessierter Laie

Welch ein Vermeinen!
Sollte zu meinem vorherigen Kommntar ’71 irgendeiner vermeinen, er träfe nicht zu:Dann werde ich mich fragen müssen, :Wo liegt unsere Wahrheit, unser Empfinden auch für Wahrheit?

#71 |
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Bernd Hoppe
Bernd Hoppe

Also in einem Land wo Nikotin und Alkohol frei und unbegrenzt erhältlich sind, sollte man sich bei wesentlich unschädlicheren Stoffen nicht so anstellen. Außer dem sind tägliche Eier (mayonaise) mit Fipronil und Antibiotika aus der Tierhaltung wohl das größere Übel. Und warum 1000 per Order mufti von der Versorgung abschneiden, weil 1 Idiot es nicht rafft und zuviel nimmt. Das Leben hat auch Risiken und der Staat wird nicht alle ausschalten. Im Gegenteil, wenn es ihm gefällt wird er uns in den Krieg schicken. Also bitte mehr Freiheit und Selbstbestimmung für den einzelnen, denn die Freiheit ist durch nichts zu ersetzen. Oder sollen wir alle einen Vormund bekommen, weil z.B. Boris Becker 200 Millionen verspielt hat ?

#70 |
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Gast-interessierter Laie
Gast-interessierter Laie

@ 65
Ja, Sie haben vollauf Recht, mit dieser Migräne,Naratriptan, mir selbst unbekannt, mag besser sein: Mir half aber Tramadol gut, und ich war seinerzeit froh, es erhalten zu haben.Hätte es nicht geholfen, wäre der Herr Doktor sicher auf ein anderes Arzneimittel ausgewichen. Mir half es -und froh war ich darüber.Ist eh fast schon 30 Jahre her.Mensch, war ich froh, endlich diese extremen Kopfwehattacken nicht mehr aushalten zu müssen.Erstdiagnose war eh: Spannungskopfschmerz. Dann Erweiterung mit Erbrechen, was nur 3-5 mal vorkam: Zum Glück!Zum Glück alles längst überstanden!Gute Nacht!

#69 |
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Gast-interessierter Laie
Gast-interessierter Laie

Ich bin völlig irritiert:
Ich beobachte jahrzentelang die Diskussion zwischen nichtsteroidalen, organotoxischen und opioiden Pharmaka: Lese jetzt vom Opioid-Notstand in Amerika, : Was soll ich sagen? Hier ist nicht Amerika, sage ich.Dass die Opioide in Amerika freilich nicht in der Drogerie erhältlich sind, dürfte klar sein.Ich ende.

#68 |
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Gast-interessierter Laie
Gast-interessierter Laie

Todesnähe
Also stärker wirkende oder stark wirkende Opiate/Opioide sind wirklich nur bei starken Schmerzen einzusetzen -und die gehen einher mit Todesnähegefühl:Die wird es auch in Amerika nicht rezeptfrei geben.Eine Verachtung dieser euphorischen, das heißt grundlegend nur: das Leiden erträglicher machenden Wirkung der Morphiumartigen darf nicht medizinisch vorkommen.Die anscheinende Nebenwirkung von Morphium , nämlich die zentralnervöse, erkenne ich nicht an: Diese anscheinende Nebenwirkung neben der eigentlichen, substantiellen geht zentralnervös und aus der Tiefe ins Ich des Selbstes.Sie ist nicht nur nebenbei, sondern substanziell.Jeder, der eine Tiefe des Seins und der Seele besitzt, empfindet das.Schweifte ich hiermit ab? Nein.Ich lasse eh alles offen.

#67 |
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Gast-interessierter Laie
Gast-interessierter Laie

zu # 60
Sehr hochgeehrte Frau Stuppe!
Nun, immerhin weiß ich, dass wer schwere Not an Migräne zu erleiden hat,im Notfall Triptane erhalten kann.Zum Glücke erleide ich das seit gut 25-30 Jahren nicht mehr. Bin ich erleichtert!Ich hatte das damals mal.Ich ging einmal in tiefer Nacht so um 2 Uhr, weil ich meine Schmerzen nicht mehr aushielt, zur nächsten Apotheke: War vergeblich.Die war zu , nächste Nachtapotheke viel zu weit weg, vergeblich.War ein von Anfang an vergeblicher Rettungsversuch bei äußerst schlimmen Schmerzen.Ohne Rezept gibt es eh nichts, was hilft.Und ich: Auf dunkler Straße in dieser schwarzen Nacht auf der Suche nach dem rettenden Schmerzmittel!
Dies das eine: Anderseits: Ich hatte Migräne-als Mann, selten- zum Kotzen, kaum auzszuhalten: Also Kopfschmerz mit Erbrechen.Damaliger Arzt( Wohnort gewechselt) gab Tramadol: Ich endlich schmerzfrei.Gott sei dank: Der gab mir das( Ärzte besitzen durchaus eine Opioidphobie, dachte und weiß ich).Zum Glück ereignete sich das nur höchstens 2-4 mal.
Wenn es da einen echten Notschalter in Apotheken gäbe, wo das Rezept eventuell nachgereicht werden könnte, wäre Vielen weiter geholfen.

#66 |
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Nichtmedizinische Berufe

Gast 53 , dass Sie meinen, bei Migräne würde Tramal helfen, das ist so ein typischer Anfängerfehler. Im schlimmsten Fall – so wars bei mir- sind Opioide Trigger für Migräneanfälle. Die Frau Apothekerin meinte Naratriptan, das gibt es in kleiner Packung in der Apotheke – sehr nützlich, denn sonst müsste man bei einer unerwarteten Migräneattacke ( jetzt habe ich immer einen verschriebenen Vorrat, doch am anfang nicht) eventuell den Notarzt rufen.

#65 |
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Gast-interessierter Laie
Gast-interessierter Laie

Sehr hochgeehrte Frau!
Jetzt habe ich selbst es wieder zu kurz gehalten.Selbstverständlich würde ich Tramadol nur bei wirklich stärkeren Beschwerden mir selbst zuordnen, hingegen schwach wirksame, nichtsteroidale Analgetike wie Ibu oder ASS bei geringeren Schmerzen nehmen (auch wenn diese entzündlich verursacht sind, kann es sein, dass sie antiphlogistisch besser helfen) Einen Lehrsatz habe ich von meinem Hausarzt gelernt, der einschlug wie Donner und Blitz: “Das ist Ermessenssache”
Ich nehme zuweilen Aspirin, andermal, wenn angemessen, Novaminsulfon, das ich zu meinen bevorzugten Schmerzmitteln in der Mitte rechne, so gut wie nie ,-nur wenn schlimmer- Tramadol.Als ich Spätjugendlicher -Früherwachsener war, nahm mich Tramal bei Migräne mit Erbrechen schwer mit (“rosa Brille”), beseitigte aber mein schlimmes Schmerzleiden.Ich war so froh, Abhilfe gefunden zu haben. Die graduelle Einstufung des Schmerzes wird die Medikation regeln.Übel wurde mir nicht.(Wohl aber mit Codeinphosphat 50 mg: Da musste ich erbrechen, aber dies Erbrechen war nicht aus echter Übelkeit, sondern eine wirkliche Erleichterung von Magen und Körper her, also wohltuend, nicht vom Übel)Ich hatte gegen Ibu und für Novamin beim Arzt zu kämpfen:Mit sehr starken Schmerzen nur Ibu 800 bekommen zu haben, ließ mich zu keiner Schmerzlinderung, aber zum Empfinden einer Vergiftung des ganzen Körpers kommen. Später bekam ich doch Novamin, das starke Schmerzen auch nicht nimmt(ich habe ja akut gar keine mehr), aber mir verträglicher ist.”Das ist Ermessenssache”: Das habe ich knallhart von meinem damaligen geehrten Arzt gelernt Mit Pneumonie und Pleuritis mit wirklich sehr sehr starken Schmerzen wenigstens nach später Konsultierung des Hausarztes Tramadol:Die Nebenwirkungen im Zentralnervensystem sind nicht nur nebenbei, sondern gehen dirket ins substantielle Sichselbstempfinden der leib-seelisch seienden Person, des Ichs.Wer Opioide aufgrund der Tiefenwirkung nicht braucht oder mag, bevorzuge, was ihm zuspricht..Alles wurde schon wieder nicht gesagt: Vielen Dank für Ihren Beitrag und Anregungungen zum Gespräch!

#64 |
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Ärztin

Bei diesem unkontrollierbaren pharmakologischen Background: sind amerikanische Studien, insbesondere die beliebten telefonischen Umfragen, in Europa überhaupt verwertbar?? Und die vielen “Metaanalysen“?? Oder sollten wir Europäer uns nicht lieber auf unsere eigenen Qualitäten besinnen….?

#63 |
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Gast-interessierter Laie
Gast-interessierter Laie

zu #55
Hochgeehrte Frau!
Mit viel Spannung und Aufmerksamkeit las ich Ihren Beitrag, Ihre sehr zugleich persönlich gehaltene Erzählung bzw. Geschichte.Ihre Gewissensbisse, die Sie darüber hatten, dass Ihr Beitrag- ich nenne das nicht Kommentar, sondern einen werten Beitrag-,zu lang sein könnte, kenne ich von mir selbst; aber ich sage: Dem ist gar nicht so. wer was nicht zu lesen gestimmt ist, kann das leicht überspringen.
Diese Freiheit der Person liebe ich.”Der schlimmste Feind der Philosophie ist die Enge”, so der Denker Whithehead.Und einer derart schnurstracksigen Enge sollte sich kein freier Liebender unterworfen fühlen müssen.
Kurz gehe ich noch auf Ihre Unverträglichkeit des Opioides Tramadol ein: Für mich seltsam, dass Sie Ibuprofen bevorzugten, weil Ihnen Übel wurde.Aber: Wie Sie schrieben: Jeder muss wissen, was ihm gut tut.Schönes Wochenende, alles Gute Ihnen, schönen morgigen Sonntag

#62 |
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Dr. Michael Weller
Dr. Michael Weller

In Deutschland gibt es nicht einmal eine Ausnahmeregelung, um für Foschungszwecke verschreibungspflichtige Arzneimittel kaufen zu können. Da ist man mit der Sicherheit ganz offensichtlich über das Ziel hinausgeschossen…

#61 |
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Apothekerin

@#58 Bert Rottmann:
Ich dachte, aus meinem längeren Beitrag zuvor werden Gründe für die scheinbaren Widersinnigkeiten der Verschreibungspflicht ersichtlich. Um das Beispiel Omeprazol zu erklären, da ist gar nix paradox. Omeprazol ist bis 20mg in kleiner Packung (14 Stück meine ich) nicht verschreibungspflichtig. Das ist erstmal Fakt. Es gibt nur deshalb keine rezeptfreie 10mg Version, weil sich kein Hersteller dazu entschlossen hat, eine zu vermarkten, ganz einfach. Das wäre jederzeit möglich, lohnt sich aber für die Hersteller eher nicht, da es dafür keinen Anwendungsfall (bzw. nur sehr wenige Anwendungsfälle gibt).
Und eh sie das auch für paradox halten mangels Hintergrundwissen (kein Vorwurf), erkläre ich das gleich mit. Der Anwendungsfall und damit die Indikation der kleinen 20mg-Packung, die sich der Patient jederzeit ohne Verschreibung in der Apotheke holen kann, ist eine kurzfristige(!) Behandlung von gehäuft auftretendem Sodbrennen oder anderen durch Magensäure bedingten Beschwerden. Dazu genügt die 10mg Variante nicht. 20mg 1-2x täglich für ein bis zwei Wochen ist die sinnvolle Dosierung für Jugendliche und Erwachsene. Für Kinder könnte man die 10mg Variante wählen, aber Kinder haben doch recht selten solche Beschwerden, und da tuts ein einfaches Antacidum normalerweise auch. Bei längerdauernden Beschwerden dieser Art bei Kindern würde ich immer raten, den Kinderarzt zu konsultieren. Aus diesen beiden Gründen entscheiden sich die Pharmafirmen – betriebswissenschaftlich nachvollziehbar – nicht dazu, eine solche Packung anzubieten. Warum gibt es dann die 10mg Variante überhaupt in verschreibungspflichtiger Form? Weil diese, niedrig dosiert, Anwendungsfälle in der chronischen(!) Therapie oder Prävention hat. Rezeptfreie Medikamente sind jedoch normalerweise für Akuttherapien gedacht (unter der Voraussetzung, dass diese insbesondere in Bezug auf ihre Sicherheit mehrere Jahre erprobt wurden – Omeprazol wurde ja auch erst nach vielen Jahren Erfahrung aus der Rezeptpflicht entlassen). Und hier braucht es die 10mg Variante in den allermeisten Fällen nicht.
Ich hoffe die Fragen sind damit beantwortet – Fazit: nur weil es etwas nicht auf dem Markt gibt, heißt es nicht, dass es nicht erlaubt ist.

@#53: ich sprach nicht von Opioid-Analgetika, sondern von Triptanen, als ich die Migränemittel erwähnte. Opioide sind ne ziemlich schlechte Idee bei Migräne, die verstärken richtig schön die Übelkeit (ich weiß wovon ich rede, ich habs mal probiert – bevor ich wusste dass es Migräne ist). :D

#60 |
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Gast
Gast

So hatte ich 30 Jahre einen chronischen Harnwegsinfekt, der immer weniger zu
beherrschen war. 2 x hatte ich in der Klinik eine Uro-Sepsis. Die Ursache für all das konnte niemand finden. Es hieß am Schluss:”Wir können nichts mehr für sie tun!” Dann brachte mir mein Bruder aus Australien ein Präparat mit Namen “Hyprex”. – Und Schluss war es mit den Harnwegsinfekten. Dieses Präparat ist in Deutschland nicht zugelassen. In Australien in England und in USA hat man keine Probleme damit. Ein befreundeter Arzt aus USA kennt das Präparat schon seit 1958! Warum ist es nicht zugelassen? Weil bei der Verstoffwechselung in der Blase am Schluss Formaldehyt ankommt! Bekanntlich eine krebserregende Substanz! Ich bin 80 Jahre alt. Soll ich mir darum noch Sorgen machen? Mir geht es ohne Harnwegsinfekte sehr gut!
MfG – P. Osthoff

#59 |
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Tierheilpraktikerin

In vielen Dingen sind wir widersinnig und paradox überreguliert. Warum ist Omeprazol 10 mg verschreibungspflichtig und Omeprazol 20 mg frei verkäuflich? Das ist nur ein Beispiel und sagt schon vieles aus.

#58 |
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Gast
Gast

Hier ist auch der Notstand ausgebrochen, wer ruft ihn aus?

#57 |
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Gast X
Gast X

@ Helga (55): Respekt und Zustimmung.

#56 |
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Gast 69 Jahre alte Ärztin und Patientin
Gast 69 Jahre alte Ärztin und Patientin

Dies ist der zweite Kommentar, den ich hier schreibe, weil viele Beiträge mich ärgern.
Ich bin alte Ärztin, nur noch bei Blutspendeterminen tätig (sehr gern und dankbar noch arbeiten zu dürfen) und auch Patientin, da ich an diversen Herzbeschwerden leide und seit Jahrzehnten an Muskel- Skelettbeschweren.
Ich möchte zunächst bemerken, daß jeder seine Befindlichkeit, sein Bedürfnis selber einschätzen kann, seinen Körper am besten kennt und für sich sorgt. Zumindest ist es meine vielleicht “Wunsch” Einschätzung.
Ich plädiere dafür, daß jeder für sich und seinen Körper selbst die Verantwortung übernimt oder aber absolut übernehmen sollte. Wer es nicht tun kann, dem sollte selbstverständlich geholfen werden! Wer es nicht tun will, darüber will ich mich eines Kommentars enthalten. Es scheinen aber sehr viele Patienten zu sein, die andere für ihren selbstverschuldeten Zustand verantwortlich machen, seien es Adipositas, Diabetes Typ 2, Verdauungsbeschwerden bezüglich ungesunden Essens, Immobilität, Alkohol, Rauchen, Fastfood usw.
Jeder Mensch hat auch eine Informationspflicht für sich selbst und auch eine Pflicht, sich für seine Gesundheit Essen, Bewegung , Vorsorge selber zu engagieren.
Früher konnte ich unter Schmerzen wunderschöne Bergtouren unternehmen,
habe mich durch Joggen entspannt und fit gehalten, sowie durch Radfahren und Schwimmen und meinen Stress mit verschiedensten Entspannungstechniken zu reduzieren versucht.
Seit Jahrzehnten leide ich an chronischen Schmerzen. Nach starker Belastung schmerzen alle Muskeln, meine beiden Hüften bräuchten eine Endoprothese, nach Überbeanspruchung habe ich einen Trizepsabriß am rechten Oberarm mit Knochenabbau u.u. u.
Nun zunächst kommt für mich keine Operation in Frage, da nach Jahrzehntelangem Diagnoseversuchs endlich ein sehr äußerst seltener homozygoter Gendefekt erkannt wurde. Keiner kann mir genau erklären, was er bewirkt, außer, daß meine Muskeln ineffizient arbeiten und sich nicht trainieren lassen und keiner kennt sich damit aus.
Dies bedeutet für mich, daß ich damit leben muß, wie schon Jahrzehnte vorher, auch ohne die Diagnose zu kennen.
Was ich damit sagen will ist, daß ich von keiner Operation profitiere, weil ich meine Muskulatur nicht mehr auftrainieren kann. Das bedeutet, daß ich seit Jahrzehnten Ibu, Diclo, eventuell Metamizol nehmen muß.

Zum Thema. Ich halte die meisten Menschen für kompetent genug, damit umzugehen. Soweit es nicht absolut möglich ist, lehne ich jegliche Operation ab. Wenn ich weiß, daß ich mich an einem Tag sehr stark belasten muß, nehme ich eine IBU 600 für Tags, an den anderen Tagen nichts! Eventuell gelegentlich Metamizol, manchmal auch nachts damit ich schlafen kann. Einmal habe ich Tramadol versucht und es hatte verheerende Nebenwirkungen! Übelkeit, Schwindel. Nie mehr ein Opioid. Dieses scheußliche jedenfalls nicht!!!
Ich kann meine Schmerzen damit aushalten. Nehme nichts bei Ruhe, nehme mehr bei Belastung und kann das selbst steuern. Bei so wenig habe ich auch noch keinen Magenschutz benötigt.
Was ich damit sagen will, ist, daß es auch jeder bei freiverkäuflichen Arzneimitteln selber verantworten sollte, wieviel er davon nimmt, oder eben nicht Allerdings Voraussetzung, er wurde aufgeklärt.
Ich bin dankbar, daß mein Gehirn noch funktioniert und ich noch arbeitsfäjig bin. Meine Freude hat sich natürlich von sportlichen Aktivitäten mehr auf Theater, Musik ud vor allem Bücher verlagert.
Meiner Ansicht nach ist man sehr wohl befähigt, sich den körperlichen Gegebenheiten anzupassen und für sich andere Quellen der Lebensfreude zu finden. Meine Lebensfreude hat nicht abgenommen, eher zugenommen, da ich sehr liebe Enkelkinder habe und mich darüber sehr freue. Die Priorität hat sich verlagert.
Was mir mißfällt ist das Ärzte- und Apothekerbashing.
Als Kassenpatientin habe ich aber manchmal lange auf einen Facharzttermin warten müssen, vielleicht zu lange, bei meiner Erkrankung, aber jeder der bisher involvierten Ärzte und Apotheker hat sich große Mühe gegeben und ich bewerte diese alle absolut positiv, weshalb mich deren Schelte ärgert.
Facit: auch mit plötzlichen, nicht vorhergesehenen und schicksalhaften Einschränkungen , kann das Leben noch positive Qualität besitzen, deren Priorität sich dann verlagert.
Der Hauptgrund, warum ich auf diesen Artikel antworte ist, daß jeder Mensch eine Kompetenz haben sollte und selbst entscheiden, was und welche Arzneimittel in welcher Menge für sie gut sind, aber nach sehr guter Aufklärung, und wenn sie nicht sehr mental eingeschränkt sind auch haben werden und er selber die Einnahmemenge bestimmt.
Sorry! Wahrscheinlich ist mein Kommentar zu lang und Thema verfehlt.
Verzeihung für einen Neuling!
Helga

#55 |
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Gast
Gast

Falls es irgendjemanden geben sollte, der mir nicht glaubt, wenn ich vom Opioid-Notstand in Amerika rede:

Opioid-Krise: Trump ruft den nationalen Notstand aus
Der Präsident hat wegen der hohen Zahl von Opioid-Abhängigen in den USA den “nationalen Notstand” erklärt. Jetzt können Gelder in die Suchtbekämpfung fließen.
11. August 2017, 3:35 Uhr Quelle: ZEITONLINE, ap, mib 203 Kommentare
Opioid-Krise: Ein Regal voller Schmerzmittel in den USA. Viele enthalten Opioide.
Ein Regal voller Schmerzmittel in den USA: Viele enthalten Opioide. ©Bryan Woolston/Reuters

US-Präsident Donald Trump hat angesichts von zahlreichen Opioid-Abhängigen in seinem Land offiziell einen “nationalen Notstand” ausgerufen. Die Drogenkrise setze der Nation zu und sei ein ernsthaftes Problem, das die USA in diesem Ausmaß noch nicht gesehen hätten, sagte Trump am Donnerstag in einem seiner Golfclubs im US-Staat New Jersey. Chemische Opioide befinden sich in vielen Schmerzmitteln, die in den USA verschrieben werden.

Eine von Trump extra einberufene Expertenkommission hatte vor wenigen Tagen bereits gefordert, dass in der Sache der nationale Notstand erklärt werde. “Wir werden eine Menge Zeit und Geld aufwenden, um die Opioid-Krise in den Griff zu kriegen”, sagte der US-Präsident in einer überraschenden Ansprache zum Thema.

Der “nationale Notstand” sorgt dafür, dass Mittel zum Kampf gegen die Medikamente zur Verfügung gestellt werden und Polizeibeamte mit entsprechenden Gegenmitteln zur Schnellbehandlung ausgestattet werden. Auch können süchtige Amerikaner, deren Krankheitskosten von der öffentlichen Krankenversicherung Medicare getragen werden, ein größeres Netz an Medizinern aufsuchen.
Alle drei Wochen ein 11. September

Mehr als 95 Millionen Amerikaner haben allein im vergangenen Jahr verschreibungspflichtige Schmerzmittel genommen. Geschätzte 2,7 Millionen sind davon abhängig. Allein 2016 starben mehr als 59.000 Amerikaner an einer Überdosis. Alle drei Wochen, rechnete die neue Expertenkommission jüngst vor, würde Amerika einen 11. September erleben, gemessen an den Todesfällen.

Pharmakonzerne wie Purdue, Tevaund Johnson & Johnson hatten die Medikamente in den neunziger Jahren als neue Allzweckwaffe gegen chronische Schmerzen beworben und Ärzte im ganzen Land dazu gebracht, sie häufiger zu verschreiben. Eine Kampagne, die sich auszahlte: Seit 1999 hat sich die Zahl der Verschreibungen solcher Schmerzmittel vervierfacht. Laut des US-Anwaltsverbandes sind verschreibungspflichtige Medikamente das zweithäufigste Suchtmittel hinter Alkohol.

#54 |
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Gast
Gast

zu # 51
Vielen Dank, Sie sprachen ausführlich:MIGRÄNE-MEDIKAMENT
Nur zur Migräne sage ich: Wenn jemand vor Kopfschmerz sogar erbricht, ist das schrecklich.Wenn dann jemand Tramal verschrieben bekommt, dann darf er überfroh sein, weil er Schmerzfreiheit erlangte.Wenn auch mit “rosa Brille”
Ach, ich sag nicht mehr viel:Dieses doch nur mittelstark wirksame Opioid, nicht BTMG, wenigstens erhalten zu haben, dürfte vielen geholfen haben zur Analgesie.
Dass es wenige gibt, die damit mißbräuchlich umgehen könnten, sollte keinen verantwortungsvollen Arz davon abhalten, Bedürftigen die Arznei zu verordnen.In der Apotheke gibt es das rezept-freiheitlich freilich besser nicht.Wäre gefährlich.

#53 |
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Gast
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#50: Sie haben recht. Und deshalb ist es gut, dass man in der Apotheke daraut hingewiesen wird, dass man so ein Nasenspray nur eine Woche lang anwenden soll, maximal. Dennoch: es gibt so viele Apotheken, dass jeder sich darüber hinweg setzen kann … gilt auch für Ibu, PCT usw., aber letztlich sollte jeder frei entscheiden können – wenn er frei ist …

#52 |
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Apothekerin

Toll, das Ding hat den halben Beitrag gefressen, neuer Versuch:

Die Geschichte mit dem Elmex Gelee hat nen anderen Hintergrund als die Therapiesicherheit allein. Verschreibungspflichtige Dinge werden von den Kassen (zumindest unter bestimmten Umständen/Diagnosen) erstattet, rezeptfreie grundsätzlich nicht (außer für Kinder unter 12 Jahren).
Es gibt sogar Beispiele, wo es von einem Medikament in gleicher Packungsgröße und Wirkstärke eine verschreibungspflichtige und eine rezeptfreie Variante gibt, z.B. Laif (ein Johanniskraut-Präparat). Johanniskraut ist prinzipiell zwar rezeptfrei erhältlich, auch in den hohen Dosierungen, aber da der pflanzliche Wirkstoff seine hohe Wirksamkeit in guten Studien gezeigt hat, ist es dann irgendwann in die Verschreibungspflicht gegangen – hauptsächlich für die Erstattungsfähigkeit – aber auch für die Sicherheit (da einige Wechselwirkungen und Kontraindikationen zu beachten sind). Trotzdem blieb die nicht-verschreibungspflichtige Variante – in Apothekenpflicht – zulässig und auf dem Markt, da die Grenzen zwischen Selbstmedikation einer leichten bis mittelschweren Depression und einer schweren, unter ärztliche Behandlung gehörigen, Depression recht fließend sind. Als Apotheker entscheidet man dann in der Beratung mit dem Patienten, ob man es den Patienten in Eigenregie versuchen lässt oder ihn direkt zum Arzt schickt. Wobei eben wie gesagt, die verschreibungspflichtige Variante genauso wie andere Antidepressiva, auf normalem Kassenrezept aufgeschrieben und erstattet werden kann. Und genauso sollte es auch sein, denn es handelt sich um ein zugelassenes Arzneimittel, das Wirksamkeit, Sicherheit und Unbedenklichkeit in guten Studien zeigen konnte.
Fazit also: es ist positiv zu sehen, wenn es “beide” Varianten gibt. Verschreibungspflichtig heißt eben in den meisten Fällen (nicht in allen) erstattungsfähig, und das wiederum ist bis auf gewisse Ausnahmen, die ich hier lieber nicht anspreche, ein Anzeichen für eine bewiesene Wirksamkeit. Und wenn man dann trotzdem noch eine rezeptfreie Variante zur Selbstmedikation (natürlich nach Beratung des Apothekers) zur Verfügung hat, gibt einem das mehr Freiheit. Also nicht schimpfen über die scheinbare Sinnlosigkeit zweier Varianten für einen Wirkstoff, sondern freuen. ;)

Zweites Beispiel: Migräne-Medikamente. Normal verschrieben vom Arzt, erstattet von der Kasse (as it should be!), aber im Notfall ohne Arzt in kleiner Packung in der Apotheke zu holen. Gute Sache für den Patienten.

#51 |
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zu 47:
Ja,erster Teil Ihres Kommentars ok: Nur, diese Sucht , die das schleimhatabschwellende Nasenspray verursacht, kann nicht mit einer Rauschdrogensucht verglichen werden, weil es keine psychoaktive Substanz ist, sondern nur die Nasenschleimhat sich daran gewöhnen könnte und das Mittel dann immerzu braucht und immer mehr und ohne nicht mehr auskommt.. Hier heißt es eben : Sehr vorsichtig sein: Aber die Apotheke warnt gut vor Gefahren.Gute Nacht.

#50 |
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Apothekerin

Die Geschichte mit dem Elmex Gelee hat nen anderen Hintergrund als die Therapiesicherheit allein. Verschreibungspflichtige Dinge werden von den Kassen (zumindest unter bestimmten Umständen/Diagnosen) erstattet, rezeptfreie grundsätzlich nicht (außer für Kinder

#49 |
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zu # 45:
Da habe ich wieder was raus gelassen.In keinster Weise werde ich Alkohol und Haschisch oder alle Rauschgifte gleich stellen und behandeln. Wer meint, Heroin sei gleichzustellen mit einigen Gläschen Wein oder Bier, der geht gewaltig in die Irre: Und so irre ist auch der amerikanische Drogeriemarkt, trotz aller Unterschiede zu eben diesem Deutschland, eben gar nicht.Und auch Haschisch/Mariuhana können nicht wie Wein behandelt werden.Dies zu behaupten, zeugte von einem gravierenden Mangel fein-exakten Differenzierungsvermögens.Das zu Amerika und der Freizügigkeit im Umgang mit Hasch in manchen BundesstaatenIch erwähne nur, fälle noch keine endgültigen Urteile. Gute Nacht!

#48 |
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Gast
Gast

Schmerzmittel erst wegen Schmerzen, aber dann die Opioide zum Vergessen des seelischen Leides zu nehmen, ist in der abgehängten und armen Mitte der USA sehr verbreitet, darüber hinaus sind Schmerzmittel allgemein viel zu leicht erhältlich, wie andere potentiell abhängig machende Mittel auch (ich habe dort gelebt und war monatelang von abschwellendem Nasenspray abhängig, das im Supermarkt für ‘n Dollar in großer Flasche zu haben war …).

#47 |
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Gast
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zu 35
Oxycodon und Todesfälle
Ich werde mich hierüber genauer zu informieren haben, um Bescheid zu wissen. Ich ging bisher immer davon aus, dass gerade die Verweigerung von Opiaten/Opioiden und die Abspeisung mit nur schwach wirksamen Analgetika, um das BTMG zu umgehen, zu weit mehr Desastern , Komplikationen(Dialyse) führten und Opioide bei richtiger Verordnung die kaum organotoxischen Arzneimittel sind. Ich werde an derÜberprüfung der Wahrheiut auch in Zukunft weiter streng als Beobachter zu arbeiten haben

#46 |
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Gast
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“To drink is a christian diversion, unknown to the turk or Persian”
Wenn´s dem auch so wär. Viel wird kolportiert.Ich ziteierte aus dem Lehrbuch
“Psychopharmakologie” von Elbert und Rockstroh, Springer, S.335..”Tatsächlich spielt der Gebrauch von Haschisch im Orient und fernen Ostenm eine größere Rolle als ” soziale Droge”, während im Westen Alkohohol diese Rolle einnimmt”
(ebd)
Es geziemt mir, mehr nicht zu sagen, denn: Nichts ist schlimmer, als lauter Falschheiten zu hören zu bekommen. Davon kann man schnell genug bekommen haben.

#45 |
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Gast
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Das nächste große Thema aus Amerika:
Marihuana frei?
Sind wir hier in Deutschland(nicht Europa, sondern Deutschland) zu streng mit dem Umgang mit Cannabis?Ich komme in einer solchen Diskussion nicht zum Ende.
Aber ASS in Amerika wie Bonbons zu schlucken und nachher PPI nehmen, weil das gesund(vegetativ intonierend) sei, geht auch nicht, meine ich. Mensch: Lauter Meinungen hast Du!
Hanf ist eine Arznei, ebenso: Hanf kann genüßlich mißbraucht werden. Wo die Scheide liegt, darüber enthalte ich mich vorerst.Eben Amerika.

#44 |
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Tierarzt

wegen Rezeptpflicht medizinisch unterversorgt
wegen Schikanen seitens Jobcenter war ich acht Monate ohne Krankenversicherung konnte weder benötigte rezeptpflichtige Schmerzmittel
erwerben noch ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen
weder das von mir wegen Muskelkrämpfe Lumbago benutzte Limptar
ist jetzt ohne Rezept mehr erhältlich aber dennoch wird es von der Krankenkasse nicht bezahlt noch gibt es für meine Alterswarzen immun respons per Nachfrage
nach Testosteron und Schmerzmittel für mein Wohlbefinden Stoffwechsel getraue ich mich meinen Hausarzt gar nicht an zu sprechen das kaufe ich mir immer rezeptfrei in Thailand wenn es mal wieder über den Winter reicht
anti ageing auf Rezept für Normalsterbliche eine Horrorvision für Hausarzt und Krankenkasse
23.000 landen in der Notaufnahme wegen frei käuflicher Medikamente
wie viel landen hier in Deutschland wegen der Rezeptpflicht medizinischer Unterversorgung auf dem Friedhof ??

#43 |
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Gast
Gast

AMERIKA:OPIOID-NOTSTAND
Ich setzte mich immer gegen eine vorherrschende Opioidphobie in Deutschland- diesem unserem Deutschland- ein:Jetzt werde ich durch Nachrichten aus Amerika dagegen stark abgeschreckt:Amerika ruft fast einen Notstand aus gegen eine Epedemie des Mißbrauches an Opioiden, was bis zu Heroin gehe.Das habe es in diesem Ausmasse noch nicht gegeben.Zu sagen ist, dass sogar solche, die ordentlich mit Opioiden behandelt wurden, auf dem Schwarzmarkt sich Diacetylmorhin (Heroin) beorgen würden. Es handele sich um Millionen.Da denke ich rückwärts: Nur: Die Psychologie gehört dazu.Ist eben heute in den riesigen Nachrichten aller Magazine groß zu lesen.Immerhin: Zum Artilel: Ich weiß, dass geringe Dosen an Codein in Amerika frei erhältlich sind und dass, wer unter extremem trockenem Reizhusten litt, froh sein wird, das zu bekommen, weil ein deutscher Arzt das verweigert.Usf.

#42 |
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Gast
Gast

zu #36
Sehr geehrter Herr!
Nun, dieses Gleichnis , dass ein Pharmakon (etwa schwaches Analgetikum wie ASS, schlimmer Paracetamol)nicht einfach eine Nascherei wie Haribo ist, bildete ich schon mir selbst , bevor ich das hier las.Huxley,A., dürfte allerdings so manchem näher bekannt und geschätzt sein:Und da werden Geister sich scheiden.Besser , wenn ich nichts mehr sage, sondern still schweige: “Pforten der Wahrnehmung”, esoterisch, nicht für die Gemeinheit.Gute Nacht!

#41 |
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Gast
Gast

Über dieses Thema könnte ein fettes,foliantes Buch geschrieben werden.Ich sage nur kurz: Ich bin sehr froh, also zufriedengestellt darüber, dass es rezeptfreie Pharmaka zu erwerben gibt: Eben weil der Arzt eh nichts mehr verschreibt bzw. verschreiben darf.Oben zitiertes Dextromethorphan inclusive. Aber etwa auch Antitussiva etc.Der Patient muss zwar selber bezahlen, findet aber Hilfe(Also er bekommt gar nicht alles von der Krankenkasse bezahlt, kriegt aber doch wirksame Substanzen frei).In schweren Fällen braucht er freilich ein rezept.Die Verantwortung hat tatsächlich in erster Linie der Käufer zu tragen:Wertzuschätzen ist, dass hierzulande ausführliche mündliche(Apotheke) und schriftliche Warnhinweise gegeben wurden, um einen ordnungsgemäßen Umgang mit dem Pharmakon(was auch “Gift”heißen kann), zu erreichen.Das ist vernünftig: Nur: Der Mensch leider nicht immer so.

#40 |
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Nichtmedizinische Berufe

Gast 38, wollte ich auch sagen, wenn die große Tube so herumliegt, dass ein Kleinkind dran kommt, ist es wurst, ob der Arzt das verschrieben oder Mutti sich das im Drogeriemarkt besorgt hat. Die Kindersicherheit kann also nicht der Grund sein.
Übrigens sind viele Medikamente heute rezeptfrei, die früher rezeptpflichtig waren, das hat aber eher den Grund, dass die KK nicht gewillt sind, die Kosten zu übernehmen und weniger mit ihrer Ungefährlichkeit.

#39 |
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Gast
Gast

Wenn wie bei Elmex Gelee toxische Effekte bei der großen Tube bei Verschlucken auftreten können, dann treten diese Effekte doch auch auf bei der großen Tube, wenn sie verschrieben worden ist?
Ok, may be, dass der Apotheker davor warnt, kann und sollte er aber auch tun, wenn die große Tube nicht verschreibungspflichtig gewesen wäre?
Irgenswie eigenartig das Ganze!

#38 |
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Isolde Schick, Heilpraktikerin
Isolde Schick, Heilpraktikerin

Die Medikamente, die bei uns ohne Rezept verkauft werden, reichen auch schon aus, um sich Sorgen um die Patienten zu machen, weil sie diese Medikamente damit als “harmlos” einstufen, “sie sind ja ohne Rezept” zu haben… Über die Dosierung herrscht dann genauso Unklarheit wie über die Tatsache, ob das Medikament überhaupt für die entsprechenden Beschwerden wirklich richtig ist, nach dem Motto: “Das hat bei meinem Nachbarn, bei meiner Freundin so gut geholfen…”. Der “Gummibärchenverkauf” hat ja bei uns auch schon einen ziemlich großen Markt. Etwas mehr Wissen im Umgang mit dem Thema ist absolut wünschenswert, Freiheit, tun und lassen zu können mit dem eigenen Körper hin oder her…

#37 |
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In dem Buch von Aldous Huxley “Brave New World” kauen junge Männer den ganzen Tag “Hormonkaugummi” – nun also Gummibärchen! – #32: “Beraten lassen” schon richtig; aber so???
Dr. H. Landau

#36 |
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Uwe Niese
Uwe Niese

Das weitaus größere Problem scheint mir die immer noch viel zu verbreitete ärztliche Verschreibung von Opioiden wie Oxycodon (Durogesic) gegen “Schmerzen aller Art”. Die Todesfälle häufen sich.– So bekommt das Wort “Freitod” im Land der unbegrenzten Möglichkeiten endlich einen Sinn./Sarkasmus off.

#35 |
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GnG
GnG

@ No. 30: Also doch “betreutes Wohnen”, sprich denken und leben? Ich möchte das für mich nicht und möchte diese Beratung auch nicht für jeden Deppen bezahlen. Um die 23.600, die schlussendlich (auf Kosten der Allgemeinheit) behandelt werden, müssen wir uns auch keine Sorgen machen. Die fallen bei den hunderttausenden Systemneuzugängen seit 2015 gar nicht mehr ins Gewicht.

#34 |
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Bürgerin Marina Bausmer
Bürgerin Marina Bausmer

Gemeint war es mal so : Jeder sollte sich selbst versorgen können , im Land der Freiheit sollte die Selbstbestimmung Vorrang haben, was nicht gemeint war : das sich jeder selbst der Nächste sein solle.. und Aufklärung dazu gehören tut (Beratung !)-

#33 |
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Gast
Gast

@#30 Ganz einfach, wie im Artikel beschrieben: sich beraten lassen. Wer darauf verzichtet, entscheidet sich selbstbestimmt für (möglicherweise) Probleme.

Im einen System ist man präventiv und versucht die zu vermeiden und erzieht die Menschen so gut (und viel) es geht, im anderen lässt man es passieren und jeden seinen Mist machen. Zum aufräumen gibts dafür dann die Superhelden der Liga der Gerechtig… äh Gesundheit, sprich die im Artikel genannten 23000 Menschen, die auch von jemandem dann schlussendlich behandelt werden müssen. Oder auch nicht. Problem gelöst.

#32 |
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Gast
Gast

Ich fände es gut, es wäre bei uns so, wie in Amiland! Was soll dies ganze Theater um Packungsgrößen und Verschreibungspflicht, wenn man hier in unbegrenzten Mengen Alkohol und spottbillig die perversesten (Anti-)Nahrungsmittel kaufen und konsumieren kann. Ich glaube noch nicht mal, dass es für die Konsumenten hier sicherer ist, wenn ich sehe, was für Zeug den Leuten alles durcheinander verschrieben wird und wie wenig oder gar nicht über Nebenwirkungen aufgeklärt wird. Wer sich selbst kaufen kann, was er will, wird sich vielleicht verantwortungsbewusster informieren und nicht einfach blind verschiedenen Ärzten vertrauen, die im Zweifelsfall vor allem ein Interesse habe: Einen Klagegeist so schnell wie möglich wieder aus dem Sprechzimmer hinaus zu katapultieren.

#31 |
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GnG
GnG

@ No. 29: Nur wenige Leute sind in der Lage, sich täglich geeignete Nahrung auszuwählen. Viele lesen sich nicht die Inhaltsstoffe des gewählten Fertiggerichts durch. Und nun? Betreutes Wohnen für alle?

#30 |
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Vitaminpräparate und Kombi-Präparate sind dann problematisch. Wenige Leute machen sich die Mühe nach Einzel-Inhaltsstoffen zu suchen und der empfohlenen Dosis. Eine Verantwortung mit der nicht Jeder umgehen kann- ob nun hier oder in den USA.

#29 |
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Dr. Theo Payk
Dr. Theo Payk

Als nächsten Schritt empfiehlt sich der freie Verkauf von Op-Bestecken einschließlich Narkosemitteln zur häuslichen Selbstversorgung. Gewehr
und Pistole sind nur begrenzt geeignet.

#28 |
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Gast
Gast

Einerseits beschwert man sich, wenn in Deutschland jeder wegen kleinster Beschwerden zum Arzt rennt, andererseits möchte man aber alles regeln und bis ins Kleinste dokumentieren. Entweder man hat mündige Bürger und Patienten, die wirklich krank sind, oder wir haben die Bevormunder von SPD und Grünen. Lässt sich bei den Wahlen alles ändern oder auch nicht.

#27 |
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Gast
Gast

Dann würden mich auch Zahlen interessieren,
welche Erkrankungen treten denn in den USA signifikant häufiger auf, die auf eine unsachgemäße Selbstmedikation zurück zu führen sind.

#26 |
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GnG
GnG

Früher wurde der Dumme vom Wolf gefressen, das nannte man natürliche Auslese. Heute wird kaum einer vom Wolf gefressen, ergo gibt es viele Dumme zu schützen.

Wenn der Schutz wenigstens einer gewissen Logik folgen würde. Wer verzehrt eine Tube Elmex Zahnpasta. Die ist wirklich nicht lecker.
Wer kennt einen, der durch Melatonin (nicht zugelassen) einen Schaden erlitten hat? Wieviele Menschen machen sich ihren Magen mit frei verkäuflichem Aspirin kaput?

#25 |
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Gast
Gast

vielleicht kann man von unseren US-Freunden lernen: was hier an Freiheit bemängelt wird, ist die Chance sich selbst schneller zu helfen. Bevor wir uns in den Wartezimmern der Sprechstunden mit allem anstecken dürfen, erscheint mir die amerikanische Variante ehrlicher zu sein. Was nicht erwähnt wurde sind die hervorragend zusammengestellen Multivitaminpräparate. Eine gesundheitliche Schräglage benötigt eben erstmal eine ausreichende Zufuhr von stärkenden Nahrungsmittelergänzungen. Allein der bei uns limitierte tägl. Vitamin C- Bedarf ist mehr als lächerlich. Bei diesen o.a. Bedenken fehlt eine Gegenüberstellung der prozentualen Krankheiten und der Lebenserwartung in den US, um bessere und keine vorschnellen Schlüsse zu ziehen.

#24 |
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Guter Bericht

#23 |
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Sehr interessant

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Apotheker

#12: In der Anlage 1 der AMVV (verschreibungspflichtige Wirkstoffe) steht:

“Fluoride, lösliche,
– sofern nicht auf Behältnissen und äußeren Umhüllungen eine Tagesdosis angegeben ist, die einem Fluorgehalt bis zu 2 mg entspricht –
– ausgenommen in Zubereitungen als Gel zur lokalen Anwendung an den Zähnen in Packungsgrößen bis zu 25 g, sofern auf Behältnissen und äußeren Umhüllungen angegeben ist, dass die Anwendung auf Erwachsene und Kinder ab dem vollendeten 6. Lebensjahr sowie auf eine einmalige Dosis pro Woche, die einem Fluorgehalt bis zu 7 mg entspricht, beschränkt ist – ”

So hat das der Gesetzgeber nunmal festgelegt. Irgendwas wird der sich schon dabei gedacht haben, und wenn nicht, können wir als Apotheke da auch nichts dafür.

#21 |
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Gast
Gast

#18 Rüdiger Schöning: Kleinkinder sollten viele Dinge nicht verzehren. Diese Dinge werden aber deswegen nicht rezeptpflichtig. Wissen Sie übrigens wie viele Vergiftungen es bei Kleinkindern durch rezeptpflichtige Arzneimittel gibt?

#20 |
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Gast
Gast

#14 Alina Pfeifer:

Die große Packung Kochsalz enthält insgesamt soviel Natriumchlorid, dass durch das (versehentliche) Schlucken der gesamten Menge, toxische Effekte auftreten können.

Die große Flasche Wodka enthält insgesamt soviel Ethanol, dass durch das (versehentliche) Schlucken der gesamten Menge, toxische Effekte auftreten können.

usw.

#19 |
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Rüdiger Schöning
Rüdiger Schöning

ad #12, #14 und #15:

Es geht einfach um die Sicherheit – die große Tube enthält so viel (Amin-) Fluorid (nicht Fluor!!!) daß ein Kleinkind sie nicht auf einmal verzehren sollte.

Sola dosis facit venenum!

Grüße vom Zahnarzt

#18 |
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“#16 Ich fühlte mich mit dem amerikanischen System freier, selbstbestimmter – und verantwortlicher für meine Gesundheit. ”

Ich finde das gut das sie sich so fühlen, nichts desto trotz wirft dieser Artikel ein Licht darauf, dass es anscheinend auch viele Leute gibt die mit dieser Verantwortungn nicht umgehen können und zu deren Schutz es gewisse Regeln geben sollte im Umgang mit pharmakologisch wirksamen Substanzen, meinen Sie nicht?

http://news.doccheck.com/de/newsletter/4218/27422/?utm_source=DC-Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=Newsletter-DE-DocCheck+News+17.32+%28Apotheker_Frx2%29-2017-08-11&user=0b0b1e93ad18fd5cf45789c086fdfbfe&n=4218&d=28&chk=2b590cca770a4ad4defb23bba467647d

#17 |
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Nichtmedizinische Berufe

ich kenne das amerikanische System aus Südamerika. Und ja, da bekomme ich alles ohne Rezept , auch Novalgin und Antibiotika und Psychopharmaka ( keine Benzos!) – es sei denn, ich würde unglaubwürdig wirken. Denn der freie Geschäftsmann hat in seiner Drogerie das Hausrecht, muss mir also nix verkaufen, wenn er mich beispielsweise für süchtig hält. Beipackzettel gibt es auch nicht, dafür aber eine verhältnismäßig gute Beratung bei Bagatellerkrankungen ( Bindehautentzüdung, grippaler Effekt, Magenschmerzen, Durchfall) immer mit dem Nachsatz, dass – sollte es in wenigen Tagen nicht besser werden – ein Arzt aufzusuchen ist.
Dann gibt es wieder Sachen, die werden streng gehandhabt, wie mein Versuch, VitaminA-Säurecreme zu erwerben ( erfolglos), außerdem Opioide und spezielle Antibiotika.
Ich fühlte mich mit dem amerikanischen System freier, selbstbestimmter – und verantwortlicher für meine Gesundheit. Zumindest werden nicht so viele Medikamente weggeworfen , weil ich nur das kaufe, was ich auch wirklich gewillt bin, einzunehmen.
“Die große Packung Elmex Gelee enthält insgesamt soviel Fluor, dass durch das (versehentliche) Schlucken der gesamten Menge, toxische Effekte auftreten können.”
Da ging einfach niemand davon aus, dass jemand so dumm ist – und im übrigen könnte das dann mit dem vom Arzt verschriebenen Produkt genauso passieren.

#16 |
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#12 Fragen Sie Ihre Krankenkasse / Gesundheitspolitiker / den Hersteller warum das so ist und mit welcher Motivation das getan wird. Dies ist übrigens nur ein Beispiel von vielen.

Die Apotheke vor Ort ist sicherlich nicht dafür verantwortlich welche Arzneimittel den Status rx/otc/frewihal bekommen und welche nicht, genauso wenig wie die “Apothekenlobby”.

#15 |
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Alina Pfeifer
Alina Pfeifer

an # 12. Die große Packung Elmex Gelee enthält insgesamt soviel Fluor, dass durch das (versehentliche) Schlucken der gesamten Menge, toxische Effekte auftreten können.

#14 |
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#7 egal welche Branche sie nehmen, sie werden es im Internet immer günstiger bekommen. Das hat seine logischen Gründe. Ich glaube das braucht man nicht weiter auszuführen.
Hilft Ihnen das Internet auch wenn Sie nachts 40° Fieber haben, eine Rezeptur sofort brauchen, oder ein Arzneimittel sofort benötigen?
Hat Ihre Apotheke keinen kostenlosen Botendienst (weil Sie das Thema Versandkosten ansprechen?) Wenn Sie wirklich mal Rat vom Apotheker brauchen (was manchen nicht immer bewusst ist) kostet Sie die Beratung was beim Apotheker?

Die Apotheken werden zudem seit Jahren weniger (aus finanziellen Gründen). Das müsste Ihnen doch dann gut in den Kram passen. Dann werden bald alle vom Amazon-DHL Boten beliefert und unsere Gelder fließen weiterhin in globale Großkonzerne die alles an kleineren Unternehmen platt machen was noch existiert und unsere Innenstädte aussterben lassen bzw in völlig vergleichbare 0-8-15 Fußgängerzonen verwandeln.

Ich denke das das angesprochene Missbrauchspotential was #10 angesprochen hat existiert, aber durch die Entwicklung des Marktes Richtung Onlineverkauf eher größer als kleiner wird.

Ich habe fast oft Patienten die sich von Dr. Google haben beraten lassen und mit völlig abstrusen Wünschen in die Apotheke kommen, weil es irgendwo im Internet steht. Die hätten dann was gekauft, was sie sich hätten sparen können. Nur kann man sowas halt nicht in Zahlen ausdrücken. Genauso wenig wie unsere Notdienste oder das wir jeden Tag Rezepturen herstellen weil es sie so am Markt nicht gibt. Eine Versandapotheke tut das eben nicht.

Und zum Thema Öffnungszeiten: Selbst in den kleinen Dorfapotheke kann man heute meistens per Internet/E-Mail/Anrufbeantworter/Whatsapp bestellen. 24/7. Das Mittel kommt dann auch spätestens am nächsten Tag, eher in den nächsten Stunden. Ich denke hier kann das Internet derzeit nicht mithalten.

Unterm Strich kostet es dann tatsächlich mehr im Einzelhandel als im Internet. Aber das ist z.B. bei Artikeln aus dem Baumarkt, Elektrofachhandel, etc. genau so.

Und den Wettbewerb den sie angesprochen haben der existiert doch längst, sie sagen doch selber das es Preisunterschiede zwischen 30-50% gibt. Dann sollte man auch die Leistung vergleichen und die Qualität in der Versorgung denn das spielt bei ernsthaften pharmakologischen Szenarien eine viel größerer Rolle als der reine Produktpreis.

#13 |
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Medizinphysiker

Elmex 25g ohne Rezept
Elmex größere Menge: nur auf Rezept

Kann jemand mir das erklären?

#12 |
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Heilpraktiker

Wenn eine fachkundige Beratung sichergestellt ist, ist es relativ egal, wo sie erhältlich sind. Als Arzneimittel eingestufte Waren sollten nur mit fundierter Beratung erhältlich sein und nicht zur Selbstbedienung im Regal stehen.

#11 |
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Dipl. Ing. Thomas Zimmermann
Dipl. Ing. Thomas Zimmermann

Na, ja, wenn ich hier ein paar Apotheken abklappere, habe ich auch schnell ein paar hunderte Ibus zusammen. Und das DMX gibt es hier auch bis 30 mg rezeptfrei. Große Verpackungseinheiten sind noch kein Grund zum Alarm.
Die wirlich wirksamen Substanzen unterliegen auch in den USA der Rezeptpflicht.

#10 |
  10
Gast
Gast

Bei uns sollte das ganze Apothekenwesen neu überdacht werden. Wie lange soll der deutsche Michel noch in den Apotheken anstehen?

#9 |
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Mitarbeiter Industrie

Ein vielschichtiges Thema…
Fragwürdig erscheint eine Apothekenpflicht zumindest dann, wenn Arzneimittel wie NaCl 0,9% 250ml Infusionslösungen oder Wundantiseptika darunter fallen.
In solchen Fällen dient diese offensichtlich nicht primär dem Schutz des Patienten oder der “Volksgesundheit”, sondern vielmehr dem wirtschaftlich-unternehmerischen Schutz der Apotheken.

#8 |
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Weitere medizinische Berufe

Die Apotheken sonnen sich in diesem Schutz
Fast weltweit gibt’s das in Drogerien
Komisch die Versandapotheken verkaufen diese Partikel um 30 bis 50 % billiger
oft einschließlich. VERSANKOSTEN,!
Die Lobby ist in Deutschland stärker als alle Wähler
Dazu noch bei schlechten Öffnungszeiten
Da gehört wirklich mal Wettbewerb her

#7 |
  30
Gast
Gast

#1: liebe Ärztin, die Zweckbestimmung eines Produkts regelt, in welche Kategorie es eingeordnet wird. Werden Gummibärchen zu therapeutischen Zwecken angepriesen oder angewandt, sind sie Arzneimittel.
#5: ja, das ist richtig, was Sie sagen. Und es ist ein unangenehmes Gefühl, wenn man als erwachsender Bürger wie ein dummes Kind behandelt wird.

#6 |
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Hans Gerlach
Hans Gerlach

2 völlig unterschiedliche Systeme treffen hier aufeinander. In den USA ist es der mündige Bürger, der selbst entscheiden kann und soll, bei uns ist alles bis zum letzten Komma reguliert und der Patient ziemlich ausgebremst. Ein Mittelweg würde beiden Systemen sicher gut tun, ist aber bei uns kaum machbar. Wir regulieren uns halt bis in den Tod.

#5 |
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Dr. med. Erika Plöntzke
Dr. med. Erika Plöntzke

Wir brauchen keine Republik der Abhängigen! Suchtmittel sind auch so frei ver-
fürbar,die USA hat damit Probleme.Dr.PLöntzke

#4 |
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Dr. Eduard Schiemenz
Dr. Eduard Schiemenz

Ich dr.eduard schiemenz ,82 Jahre alt habe die gesamte Tragödie ” Contergan ,” pharmazeutisch erlebt

In USA war es Frau Kelsey, Pharmakologin in der FDA die es verhindert hat gegen die pharmazeutische Industrie ,dass Contergan zugelassen wurde

Pharmakologisch wirksame Substanzen und daraus hergestellte Arzneimittel sind” waren besonderer Art “

#3 |
  3
Gast
Gast

Die eigentliche Frage wäre, ob in den USA prozentual der Anteil, der durch falsche Medikation bedingten Erkrankungen höher ist denn in Europa?

Wenn ja, darf man sich selbstzufrieden zurücklehnen und sagen: Alles richtig auf dem alten Kontinent.

Andernfalls….nun ja….

#2 |
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Ärztin
Ärztin

Ich sage zu meinen Patienten immer: Je weniger Tabletten desto besser, soviel wie nötig, sowenig wie möglich. Medikamente sind keine Gummibärchen. Sollte ich mich da etwa geirrt haben?

#1 |
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