Kommt die Meldepflicht für Kunstfehler?

22. August 2017
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Bei Behandlungsfehlern klären häufig außergerichtliche Schlichtungsstellen die Streitigkeiten zwischen Arzt und Patienten. Experten kritisieren dabei, dass Fehler nicht systematisch erfasst werden, denn nur dann könne man aus ihnen lernen.

Der Fehler war eindeutig: ein vergessener Tupfer führte bei einer 47-jährigen Patientin zu einer Entzündung in der Bauchhöhle, zu Schmerzen und zur Entfernung des rechten Ovars. Die Frau wandte sich an die Schlichtungsstelle Nord für Arzthaftpflichtfragen – und bekam Recht.

Gutachter und Schlichtungsstelle befanden das Vorgehen als „vermeidbar fehlerhaft“ und die Schadenersatzansprüche für begründet. Die Schlichtungsstelle empfahl eine außergerichtliche Regelung, im Klartext: kein Richter, aber Geld.

Schlichtungsstelle klärt Streit zwischen Patient und Arzt

Dieser Fall ist einer von rund 4.100 Anträgen, die die Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern jedes Jahr bearbeitet. In ihr sind die Landesärztekammern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig Holstein und Thüringen zusammengefasst.

Ziel ist es, Streitigkeiten zwischen Arzt und Patienten außergerichtlich zu klären. „Die Schlichtungsstelle bewertet die vom Patienten vorgeworfene vermeintlich fehlerhafte Behandlung“, sagt Geschäftsführerin Kerstin Kols: „Was der Patient angibt, ist meist nur eine sehr kurze Schilderung des Sachverhalts. Er weiß vieles oft nicht, wie der Verlauf im Krankenhaus im Einzelnen war, und welche Ärzte beteiligt waren.“

Das Ausmaß an Fehlern ist nicht bekannt

Wie häufig Ärzte in Deutschland Fehler machen und in welchem Ausmaß, ist nicht bekannt. Allenfalls gibt es Schätzungen: Von rund 12.000 nachgewiesenen Behandlungsfehlern geht das Robert-Koch-Institut aus, eine Annahme aus dem Jahr 2001.

Was vor Gericht verhandelt oder von Versicherungen und Leistungserbringern entschädigt wird, taucht in keiner Statistik auf; allein die Schlichtungsstellen und die Gemeinschaft der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) und des GKV-Spitzenverbands (MDS) sammeln ihre eigenen Fallzahlen. 15.094 fachärztliche Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern haben die Medizinischen Dienste im Jahr 2017 erstellt.

Max Skorning, Leiter Patientensicherheit bim MDS, fordert eine Meldepflicht für Behandlungsfehler.

Max Skorning, Leiter Patienten-sicherheit beim MDS, fordert eine Meldepflicht für Behandlungsfehler.

Auswertung von Behandlungsfehlern: Ein Muss

„Es ist ein Unding“, sagt Max Skorning, Leiter der Patientensicherheit beim MDS, „dass selbst entschädigte Behandlungsfehler nicht systematisch erfasst werden. Wir fordern, dass Fälle von anerkannten ärztlichen Behandlungsfehlern gesammelt und ausgewertet werden müssen, um daraus zu lernen und sie künftig besser zu vermeiden.“ Das könne auch anonym geschehen, fügt der Experte hinzu.

„Stellen Sie sich vor, in der Luftfahrt passiert ein Unfall, es werden ein paar Passagiere verletzt, die werden entschädigt, und damit wäre die Sache erledigt“, so Skorning. „Es gäbe keine Nachforschung und keine Dokumentation, andere würden nichts davon erfahren. Das wäre nicht möglich in der Luftfahrt. Die Probleme, die man kennt, werden stattdessen systematisch präventiv angegangen, damit der Fehler eben nicht noch einmal passiert.“

Und weiter: „Klare, schwerwiegende Fehler und auch leicht zu vermeidende Fehler, die auffallen und sogar entschädigt werden, verschwinden einfach als Einzelfälle im Aktenschrank.“

Er glaube deshalb, dass man Fehler kennen muss, um daraus lernen zu können. Man wisse zudem, dass die meisten Behandlungsfehler nicht vorgeworfen werden oder gar nicht auffallen. Eine Verwechslung von Medikamenten zum Beispiel: „Vielleicht fällt es dem Patienten sogar auf, doch aufgrund seines insgesamt schlechten Gesundheitszustands entscheidet er sich dazu, keinem einzelnen Fehlerverdacht nachzugehen“, sagt Skorning. „Wir haben also ohnehin eine hohe Dunkelziffer.“

Plädiert für außergerichtliche Einigung: Kerstin Kols.

Die Juristin Kerstin Kols plädiert für außergerichtliche Einigung zwischen Arzt und Patient.

Viel Aufwand für wenig Erkenntnis

Kols sieht eine solche Meldepflicht skeptisch. Sie befürchtet einen hohen Verwaltungsaufwand für wenig neue Erkenntnisse, die Fehler seien bekannt. Schließlich hätten die Schlichtungsstellen und Gutachterkommissionen die Daten, sammeln diese und werten sie für die Ärzteschaft aus.

„Eine Evaluation Ende 2016 mit dem Basisjahr 2011 hat belegt , dass sich nach unseren Bewertungen im Schlichtungsverfahren bei mehr als 85 Prozent der Fälle keine gerichtliche Auseinandersetzung mehr zwischen Arzt und Patient anschließt. Das Ergebnis wird offenbar ganz überwiegend von den Beteiligten akzeptiert“, so Kols.

In den übrigen 15 Prozent der Fälle seien Klagen erfolgt, davon seien 60 Prozent so entschieden worden wie die der Schlichtungsstelle vorgeschlagen, 24 Prozent kamen zu einem anderen Urteil. Die restlichen Gerichtsverfahren seien noch anhängig.

Experten überprüfen die Fälle

Insgesamt gesehen dauerten Prüfungen von Arztfehlern durchschnittlich 16 Monate, sagt die Juristin: „Wird ein Vorwurf an uns herangetragen, so sieht sich zunächst einer unserer 68 Fachärzte den Fall an und es wird nach einem längeren Abstimmungsprozess mit allen Beteiligten ein Gutachter beauftragt. Wenn dieses zurückkommt, wird es mit der Möglichkeit zur Stellungnahme an alle Beteiligten verteilt. Diese schauen, ob es ihrer Ansicht nach Widersprüche oder Fehler gibt. Danach geht das Gutachten mit allen Stellungnahmen zu unserem ehrenamtlich tätigen Arzt, der sich alles noch einmal anschaut und im Hinblick auf inhaltliche Plausibilität hin prüft.“

Schließlich werde ein Entwurf der abschließenden Bewertung gefertigt, der von einem Juristen hinsichtlich der juristischen Fragestellungen ergänzt werde. Erst wenn Arzt und Jurist sich einig seien über das unverbindliche Ergebnis des Votums, erfolge die Versendung der Unterlagen an den Patienten, den Arzt bzw. das Krankenhaus und an den Haftpflichtversicherer, so Kols.

„Auf diese Weise ist allen gedient“, sagt die Juristin. „Für den Patienten ist unser Verfahren gut, um eine kostenfreie qualitativ hochwertige Einschätzung zu bekommen, für den Arzt ist es ein Verfahren, das ihn nachhaltig vor schwieriger, langwieriger und kostenintensiver Auseinandersetzung schützt. Ein Vorwurf hat ja auch immer mit Reputationsverlust zu tun.“

Der Verlust von Ansehen und der Schaden könnten immens sein, gerade auch, wenn es eine Diskussion in der Öffentlichkeit gebe. „Wir lösen den Fall sachlich und objektiv, erklären, was passiert ist, und bereinigen damit auch viele Emotionen“, sagt Kols weiter.

Jeder Eingriff eine Körperverletzung

Emotionen spielen nicht nur auf Patientenseite eine Rolle – Ärzte sind laut Skorning oft unsicher in Bezug auf ihre Haftbarkeit: „Ein Fehler muss immer nachgewiesen werden und zwar vom Patienten, nicht vom Arzt. Zusätzlich muss der Patient einen Schaden nachweisen, der von dem Fehler ausgelöst worden ist. Und der Fehler muss nachweislich, nicht nur mit hoher Wahrscheinlichkeit, diesen Schaden ausgelöst haben.“

Die gefürchtete Beweislastumkehr, dass nämlich der Arzt nachweisen müsse, dass der Schaden nicht durch seinen Fehler ausgelöst worden sei, gebe es vor allem im Fall des seltenen „groben Behandlungsfehlers“, so Skorning. „Das wird nur relevant, wenn ein Fehler so eindeutig gegen ärztliche Standards oder Sorgfaltspflichten verstößt, dass es nur noch Kopfschütteln auslöst. Dass nicht mal ein Fehler vorliegt, der Arzt aber trotzdem haften muss, wie gelegentlich verbreitet wird, das gibt es nicht.“

Grundsätzlich sei jeder ärztlicher Eingriff eine Körperverletzung, sagt der Experte. Sie werde dadurch entschuldigt, dass der Patient aufgeklärt wird, einwilligt oder ein Notfall vorliegt, zum Beispiel bei einem Bewusstlosen. Man könne von einer Einwilligung ausgehen, etwa wenn der Eingriff zur Lebensrettung erforderlich ist. Wäre der Patient aber aufgeklärt worden, hätte nicht eingewilligt, und trotzdem wäre eine ärztliche Maßnahmen durchgeführt worden, dann sei dies natürlich eine Körperverletzung, die auch strafrechtlich relevant werden könne, so Skorning.

Das alte Bild vom Gott in Weiß

„Strafverfahren gegen Ärzte sind aber eine Rarität“, sagt er, „der Großteil der Verfahren ist im zivilrechtlichen Haftungsbereich angelegt. Da geht es nicht um Strafe, sondern darum, ob der Arzt bzw. seine Berufshaftpflichtversicherung eine Entschädigung zahlt.“

Davor, Fehler zuzugeben, sollten Ärzte keine Angst haben, im Gegenteil. In einer Kultur, in der wir wüssten, dass Fehler gemacht würden, sollten Ärzte selbstverständlich zu diesen stehen, ebenso wie auch die Haftpflichtversicherung einspringen und selbstverständlich den Schaden entschädigen sollte, so Skorning.

„Das Problem ist historisch gewachsen. Es gibt noch immer dieses alte Bild vom Arzt als Gott in Weiß, der keine Fehler macht. Doch Ärzte sind Menschen, sie machen Fehler, gerade auch in der Kommunikation in der Zusammenarbeit in Teams passiert das.“

Meldepflicht für vermeidbare Ereignisse

Dabei gebe es, sagt Skorning, eindeutige medizinische Fehler, wie etwa eine Seitenverwechselung. „Da muss nicht medizinisch begutachtet werden, ob links links und rechts rechts ist. Hier ist einfach ein Fehler passiert – und davon erfährt oft außer den Beteiligten niemand“, so Skorning. Der MDS wolle, dass Fehler bekannt gemacht würden, damit man bestmöglich wisse, wo und welche Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen vorgenommen werden müssten.

„Wir fordern deshalb eine Meldepflicht für vermeidbare, unerwünschte Ereignisse. Das ist ein feststehender medizinischer Begriff und bedeutet in der Regel nichts anderes als juristisch ausgedrückt ‚Behandlungsfehler mit resultierendem Schaden‘. Diese Fälle müssen ausgewertet werden. Gehen zum Beispiel die Zahlen von Seitenverwechslungen oder von zurückgebliebenen Tupfern zurück? Oder steigen sie möglicherweise sogar an? Das weiß in Deutschland kein Mensch.“

48 Wertungen (4.6 ø)
Medizin

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43 Kommentare:

Gast
Gast

Viele öffentliche CIRS kann man leider nur als gescheitert bezeichnen. Es erfolgen viel zu wenige, viel zu unkonkrete Meldungen zu wenig relevanten Fällen, aus denen dann – wenn überhaupt – eine unverbindliche Kommentierung erfolgt, die nur wenige lesen, vermutlich oft diejenigen gar nicht, die sie am dringensten benötigen würden. Ein guter Ansatz ist CIRS trotzdem. Allerdings haben wir seit Beginn eine Stagnation im Stadium der “Kinderschuhe”.

#43 |
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Gast
Gast

@28 Man muss nur genau unterscheiden zwischen “Fehlern” und “dumm gelaufen”. Die Medizin ist keine Dienstleistung und wir geben keine Garantie auf Behandlungserfolg… aber viele Patienten verstehen nicht dass selbst wenn alles 100% korrekt läuft es trotzdem “schief” gehen kann. (abgesehen davon: Behandlungsfehler, Kunstfehler, Diagnosefehler sind alles verschiedene Sachen. Kunstfehler sind wirklich schlecht. Behandlungs- und Diagnosefehler sind HÄUFIG) Außerdem sehe ich in einem öffentlichen Register keine Verbesserung der Fehlerkultur oder der Verbesserung der Medizin. Das anonyme CIRS System welches bereits angesprochen wurde ist eine sehr gute Sache und motiviert auch dazu eigene Fehler selbstständig an zu geben. Ein öffentlicher Pranger dagegen schreckt ab.

#42 |
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Gast
Gast

@35 kommt drauf an was für ne OP und wie dringlich. Schönheits-OPs mit hohem Risiko für den Patienten z.B. müssen Monate vorher aufgeklärt werden und zwar Anästhesie und Chirurgie getrennt voneinander. Elektive Orthopädische Eingriffe wie neue Gelenke erfolgen meist 1-2 Monate vorher (bei Hüft-Ops z.T. wirklich Monate wenn Eigenblut zur Transfusion später gegeben werden soll). Akut-OPs die nicht Lebensbedrohlich sind (ja auch eine Appendicitis gehört dazu) mindestens 24 Stunden. Notfall-Ops die nicht warten können (z.B. Aortaruptur) bedürfen gar keine oder nur eine SEHR kurze Aufklärung vorher. Das ist alles ziemlich genau geregelt und wird sehr scharf überprüft. Dreimal so genau bei den angesprochenen “Wahlleistungen”.

#41 |
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Dipl.-Chem. Friedrich Wasserfall
Dipl.-Chem. Friedrich Wasserfall

#36 das ist ja nur der eine Teil der interessiert, wo sind die Statistiken zu finden über die Anzahl erfolgreicher Widersprüche oder Gerichtsverfahren gegen Kassenentscheidungen (zuungunsten des Patienten oder von Leistungserbringern von der Kasse beschlossen) – wie ist das kassenübergreifende Melde- bzw. Lernsystem im Sinne des QMS bei solchen Entscheidungen? Aus Fehlern soll doch gelernt werden und dafü ist transparenz notwendig, nicht nur für Fehler anderer Gruppen.

#40 |
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Gast
Gast

Die Medien machen die Patienten schon verrückt genug! Da brauchen wir jetzt die Krankenkassen oder deren Dienste nicht auch noch in diesem Boot. Oft empfinde ich in den Medien eine gewisse Hetze, denn “Only bad news are good news” – war in der Journalie schon immer so.
Und -wie oft höre ich von Patienten:” … der Dr. oder das Krankenhaus hat das versaut!” – wobei am Ende aber das Ergebnis der Erkrankung und nicht der Behandlung beklagt wird. Dies kann oder will der Patient oft nicht auseinanderhalten. Also macht die Leute nicht noch verrückter! Der durchschnittliche Patient ist mit diesen Angelegenheiten einfach überfordert.
Die Schlichtungsstellen sind ein Segen für alle Beteiligten. Alles andere ist nur wieder neuer Bürokratiekram. Es geht nicht ums Lernen aus dem Fehler, denn jeder Arzt kennt die möglichen Komplikationen seines Handelns und erfährt auch von den Fehlern seiner Kollegen. So etwas spricht sich herum, weil jeder Arzt Angst hat Fehler zu machen oder zu versagen.
Also liebe Krankenkassler, bitte verschwendet die Versichertengelder nicht für scheinheilige Fehlkonstruktionen und seht in uns Ärzten nicht immer Eure Feinde.

#39 |
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Gast
Gast

Wer weiss eine Antwort auf # 35?

#38 |
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Gast
Gast

In Thüringen werden jährlich die von der zuständigen Schlichtungsstelle bearbeiteten Fälle mit Kommentar im Ärzteblatt veröffentlicht. Da kann jeder (der interessiert ist) nachlesen und lernen. Dies halte ich für einen vernünftigen Weg.
Bezüglich der Qualität der Arbeit beim MDK, ist zu bemerken: Wer im Glashaus…

#37 |
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Gast
Gast

@#34 (Transparenz bei Krankenkassen): Schonmal von Geschäftsberichten und Bilanzen gehört? Alles online verfügbar, auch und gerade von gesetzlichen Kassen, z.B.
https://nordost.aok.de/fileadmin/user_upload/AOK-Nordost/05-Content-PDF/Geschaeftsbericht-2015-AOK-Nordost.pdf

Gehälter von Kassenvorständen liegen sogar im Bundesvergelcih vor, siehe z. B. hier: https://www.krankenkassen.de/krankenkassen-vergleich/statistik/finanzen/vorstand/2015/vorstandsgehaelter-2015/

Also erstmal schlau machen, bevor pauschale Vorwürfe zur vermeintlichen Intransparenz erhoben werden.

#36 |
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Gast
Gast

Wieviel Stunden bzw. Tage vor einer Operation muß der Patient als Bedenkzeit
haben, um sich für Wahlleistungen zu entscheiden bevor er entgültig diese unterschreibt ?

#35 |
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Gast
Gast

Die Transparenz müsste auch umgekehrt funktionieren. Der GKV Versicherte ist der quasi der Arbeitgeber der Krankenkassenmitarbeiter. Warum besteht dort keine Transparenz hinsichtlich der Ausgaben. Meldepflicht für Dienstreisen, Fehlinvestitionen, Vorstandsgehälter, Verwaltungskosten, Fehlinvestitionen usw. Das ist zwingend notwendig, damit sich der Versicherte die Krankenkasse aussuchen kann, die seine Zwangsgebühren für Behandlung ausgeben.

#34 |
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Gast
Gast

@#30 da lache ich mal gequält.

#33 |
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Gast
Gast

Kontinuierliche Verbesserung: In der Medizin leider oft ein Fremdwort.
Ich bin für eine Meldepflicht.

#32 |
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Gast
Gast

Das ist aber gut anders bewiesen: Fehler geschehen in anderen Hochrisikobereichen, z. B. Luftfahrt, Kraftwerke, sehr viel seltener als in der Medizin.

#31 |
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Gast
Gast

Ich wage mal die Behauptung:
Mit der geringen Fehlerquote im medizinischen Bereich wäre jeder andere Sektor mehr als zufrieden.

#30 |
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Gast
Gast

#26 Jameda…Ist das nicht eher ein kaschierter Mist.Wenn selbst die Zunftzeitung für Patienten sich hier mit den tollen Ergebnisse und Zufriedenheit der Patienten schmückt .Obwohl getürkt ohne Ende. Jeder Arzt,der sich mit diesen tollen Werten schmückt,ist eher fragwürdig.

#29 |
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Gast
Gast

# 26 Es geht gar nicht darum jemanden anzuprangern ,sondern darum Fehler einzugestehen .Unde je nachdem wie gravierend die ganze Sache war ,eine Wiedergutmachung vorzuschlagen und sich entschuldigen.

#28 |
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Gast
Gast

@26: Ja, dann müssen sie sich nicht wundern warum es keiner will und nutzt am schluss. Fehler in der Medizin zu zu geben ist schwierig. Im anonymen CIRS dagegen fällt es einem leichter wenn man weis wie man es bedient UND Leute können von den Fehlern lernen ohne dass derjenige der Fehler gemacht hat an den Pranger gestellt wird. (Außerdem mal ehrlich, Medizinisches Personal sind alle Menschen, Fehler WERDEN passieren. Das ist schrecklich aber darf man nicht verteufeln… aber auch bitte nicht den Umstand dass die wenigsten Ärzte Fehler öffentlich zugeben wollen. Würden sie sich von nem Chirurgen operieren lassen der sagt “Also meine Fehlerquote liegt bei 10-25%”?) Aber ich denke die ganze Diskussion ist mal wieder dem Umstand geschuldet dass Leute zusammen sitzen die eben NICHT medizinisch tätig sind und versuchen ein Gesetz über eben dieses zu machen…¯\_(ツ)_/¯

#27 |
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Gast X
Gast X

@25: Meine Rede. Aber anonym ist der springende Punkt. Das reicht den Leuten halt nicht. Ein öffentlicher Pranger im Stil von Jammerda, wo jeder unzufriedene Kunde eine faule Tomate werfen kann, das ist es was die Menschen wollen.

#26 |
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Gast
Gast

Um, gibt es nicht schon ein Meldesystem? Überall wo ich gearbeitet habe hatten wir ein annonymes CIRS. (Critical Incident Reporting System) welches auch regelmäßig genutzt und ausgewertet wurde. Klappte ganz gut, vor allem wenn der Chef den richtigen Ton findet (nicht rumbrüllen was für einen “scheißdreck” jemand gemacht hat sondern sachlich aufgeklärt was die Situation war und klare, eindeutige Aussagen gemacht was im nächsten Falle zu tun sei.) Abgeschaut ist CIRS übrigens von der Luftfahrt… die haben ein ähnliches. (Bitte beachten: Der Springende Punkt ist ANONYM.)

#25 |
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Gast
Gast

Wozu brauchen Ärzte und Zahnärzte denn eine Haftpflichtversicherung, wenn sie doch unfehlbar sind ?

#24 |
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#12 Ihren Vorwurf verstehe ich nicht. Gesammelte Erfahrungen müssen doch immer eingebracht werden, sonst ist es ein Zeichen großer Dummheit. Oder sollten Kinder immer wieder ihre Hand auf die heiße Herdplatte legen, um durch Schmerz zu erkennen, dass sie dabei ihre Hände verbrennen?

#23 |
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Nichtmedizinische Berufe

#21 Bei folgenschweren Fehlern werden Ärzte in der Regel ihre Fehler NICHT zugeben, allein schon deshalb,weil ihre Haftpflichtversicherungen ansonsten von vornherein ihre Leistung verweigern.Sie wollen die Angelegenheit juristisch geklärt haben;mit der Beweislast beim Patienten. usw,usw,usw.
#19 Bin grundsätzlich gleicher Meinung. Das Übel kann daher unter solcher Voraussetzung durch die Meldepflicht merklich verringert werden.
Im übrigen sollten wir auch anerkennen, dass die überwiegende Mehrheit der Ärzte schon im eigenen Interesse der Erhaltung ihres gehobenen Sozialprestiges WOHL alles tut, um folgenschwere Fehler zu vermeiden .

#22 |
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Was bringt das Ganze? Noch mehr Arbeitsaufwand, noch mehr Geldverschwendung, eine Statistik mehr, null Nutzen. Ich stehe zu meinen Fehlern und diskutiere sie auch mit anderen Kollegen im QM-Zirkel. Aber was ist, wenn man einen Fehler macht, weil der Patient etwas sehr Wichtiges verschweigt und selbst auf Nachfragen dann verneint? Wie wäre es mit einer Statistik über falsche vorsätzlich oder fahrlässig erfolgte Patientenangaben? Wie wäre es mal mit einer Fehlerstatistik der Ärzte des MDK? – Lassen wir die Kirche doch einmal im Dorf. Entlastet uns von überflüssigen Beschäftigungsmaßnahmen, dann haben wir mehr Zeit für den Patienten, damit sinkt die Fehlergefahr.

#21 |
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M.A. Evelyne Hohmann
M.A. Evelyne Hohmann

Forderung der Patientenbewegung seit vielen Jahren, auch gut in anderen europäischen Staaten umgesetzt. Wie auch auf anderen Feldern des Gesundheitswesens werden etablierte Standards wegen der aktiven Gegenwehr der ärztlichen Selbstverwaltung in Deutschland nicht umgesetzt. Und auch die Krankenkassen kommen ihrer Aufgabe, Versicherte vor vermeidbaren Fehlern zu schützen, nicht ausreichend nach.

#20 |
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Gast
Gast

Als Betroffene kann ich nur über “Schlichtungsstelle” lächeln… Macht man sich die Finanzierung dieser Stelle bewusst, wird klar, warum so viele Gutachten so und nicht anders ausfallen. Wer den Fehler macht und sich als erstes an diese Stelle wendet, hat schon verloren. Was soll eine Meldepflicht daran ändern? Es gibt keine wirklich unabhängige Stelle, die für geschädigte Patienten tätig wird, es sei denn, man findet einen engagierten Patientenanwalt.
Eine Meldepflicht ändert nichts am Grundproblem.

#19 |
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Barbara
Barbara

Ich selbst habe Fehler bzw. Unterlassungen nach OP mit massiven gesundheitlichen Folgen am eigenen Leib erlebt.
Aber ich erkenne in diesem Bericht, dass man es sich immer noch schwertut, dem Menschen, dem durch einen Fehler nach Behandlung, ein gesundheitlicher Schden entstand, Recht zu geben und dementsprechend zu handeln.
Eine Pflegekraft wird viel schneller für Fehler verurteilt.

#18 |
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Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

Nicht nur vergessene Tupfer und Seitenverwechslung gibt es, sondern auch falsche oder unterlassene Medikation oder Überversorgung!

#17 |
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Gast
Gast

@Gast #13: in welchem Geister-“Chor” singen denn Zahnärzte?

#16 |
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Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

Ich wiederhole mich gern. Jedem sei dazu die Psychcast zum Thema anempfohlen:
http://psychcast.de/pc048-human-factors/

#15 |
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Lowellbrase
Lowellbrase

100 satoshi every 15 minutes + 10000 Jackpot

#14 |
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Gast
Gast

Bei Zahnärzten ist der Chorgeist, leider zulasten der Patienten, besonders ausgeprägt. Die Schlichtungsstelle verdient das Wort nicht. Da sie nur dem Zahnärzten dient. Hier wäre es für Patienten hilfreich, wenn sie wüssten, dass auch andere Patienten ein gleiches oder ähnliches Problem haben.
Also eine Meldepflicht würde Arzt/Zahnarzt helfen und dem Patienten.

#13 |
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Nichtmedizinische Berufe

Vernünftigerweise kann man einer Meldepflicht für unerwünschte Ereignisse nur begrüßen.Wie zahllose Fälle aus der Praxis zeigen, führt die Verfolgung
auf dem Rechtsweg fast immer zu langdauernden Gutachter-Prozessen zwischen Patienten und Haftpflichtversicherungen.Letztendlich kommt es dazu,dass Patienten dann zu für sie unbefriedigten Vergleichen genötigt werden. Man muss also das ärztliche Kunstfehlerproblem bereits im Vorfeld angehen.Es gab sogar schon Fälle, dass ein Zahnarzt,der als Gutachter bei Gericht Erfahrung sammeln konnte, diese Erkenntnisse ungestört profitbringend bei seiner Arbeit einbringen konnte.Dies kann dann leicht geschehen, wenn die Fehler für den (unerfahrenen) Patienten nicht sofort erkennbar sind.

#12 |
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Dipl.-Psych. Werner Wiegand
Dipl.-Psych. Werner Wiegand

@#3 Eine vorgeschrieben Einarbeitungszeit wäre ein sehr gute Idee, hier passiert in den Kliniken nur wenig Systematisches. Dagegen müsste kein Otto-Normalarzt Fehlerdatenbanken persönlich durchsuchen. Dazu gibt es in jedem Krankenhaus ein Qualitätsmanagement, das die Erkenntnisse daraus in entsprechende Ablaufstandards einfließen lässt. Nur haben wir hier leider das Problem, dass so mancher Otto-Normalarzt sich nur ungern vom QM unterstützen lässt. Hat er nicht nötig, denkt er.

#11 |
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Gast
Gast

#9 ja

#10 |
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Gast
Gast

Haben Zahnärzte eine Schlichtungsstelle?

#9 |
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Gast
Gast

Alles nachvollziehbar, nur fliegen sie oft schon nach dem ersten Haftpflichtfall aus der Arzthaftpflicht per Sonderkündigung. Und dann müssen sie zusehen, ob und wie sie eine neue Haftpflicht finden.

#8 |
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Dr. med. Dieter Feldmann
Dr. med. Dieter Feldmann

Wird ein Zahnarzt bestraft, wenn er seinen Fehler bemerkt, aber absichtlich nicht dokumentiert und weitermacht, als wenn nichts wäre? Das aber letztlich doch rauskommt?

#7 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich bin auch absolut dafür. Eine sehr gute Idee. Man kann Fehler vermeiden/reduzieren, wenn diese schon vorher erfasst sind. Diese Erfassung dient dem Transparenz und dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

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Christin Schauss
Christin Schauss

. . . den Ton und die Wortwahl des 3. Kommentars finde ich unangemessen und unproduktiv.
Eine Meldepflicht für Behandlungsfehler hingegen produktiv und notwendig.
Fehler passieren und müssen zugegeben werden können. Hier hat die Ärzteschaft ein erhebliches Akzeptanzdefizit. Auch die weiterbehandelnden Kollegen stehen vor einem Problem, denn verpflichtet sind sie allein dem Wohle des Patienten.
Diesem zu helfen ohne das Dogma des Netzbeschmutzers bei erkannter Fehlbehandlung zu unterliegen, ist schwierig. Und dann wird sich auf die Seite der Kollegen gestellt, geschwiegen, aber die Stimme des schlechten Gewissens ist laut. So laut, dass ein Fehler geschehen kann, u.s.w. . . .

#5 |
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jAcOb
jAcOb

Ähnlich wie mit der Pharmakovigilanz könnte auch hier ein System installiert werden …

#4 |
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Das ist so ein Bullshit, wie soll der Otto-Normalarzt in seinem überbelasteten Arbeitsalltag jetzt noch Fehlerdatenbanken durchforsten, die haben doch einen Schaden!!! Vielleicht mal einfach im Klinikalltag gesetzliche Einarbeitungszeiten einführen und für mehr Personal sorgen!

#3 |
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Medizinisch-Technischer Assistent

Absolut dafür, so etwas einzuführen. Auch das man als Patient einen vernünftigen Maßstab hat, sich eine kompetente Klinik auszusuchen..Es muss endlich Schluss sein, mit Standesdünkel und Unfehlbarkeitsanspruch in der Ärzteschaft, dies nützt weder Ihnen selbst noch den Patienten!

#2 |
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Gast X
Gast X

Natürlich gibt es Meldesysteme. Z.B. PaSis. Fehlersammlungen auf die jeder zugreifen und etwas dazulernen kann, so er denn will. Und jeder kann seine eigenen Fehler dort melden, so er denn will.

#1 |
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