Bonushefte: Die Poesiealben der GKV

7. August 2017

Viele Krankenkassen animieren mit Bonusangeboten zu gesundheitsbewusstem Verhalten. Manche Angebote wirken dabei so putzig wie Glanzbilder bei Kerzenlicht. Wozu sollen Ärzte desorientierten Patienten raten? Fünfzehn Punktesysteme im Überblick.

Für die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen oder Sportkursen erhalten Versicherte von ihrer gesetzlichen Krankenkasse Geld oder Punkte, die sie sich bar auszahlen lassen können oder ab einem bestimmten Wert gegen Prämien eintauschen können. Sollen Ärzte ihren Patienten zum Bonusheft raten?

Eine Bezeichnung – große Unterschiede

Vor zwei Jahren nahm die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen die Bonusprogramme der 30 größten gesetzlichen Krankenkassen unter die Lupe – und fand deutliche Unterschiede. Die Geldprämien, die ein Versicherter sich durch Vorsorgeuntersuchungen und regelmäßige Sportkurse „ersammeln“ konnte, reichten von 30 bis 300 Euro. Auch der Aufwand, den der Versicherte für den Bonus betreiben musste, war sehr unterschiedlich: Um den Maximalbetrag zu erhalten, waren zwischen drei und zwanzig Bonus-Aktivitäten notwendig – einzelne Krankenkassen verlangten sogar mindestens 27 Maßnahmen.

Daran hat sich auch zwei Jahre später kaum etwas geändert. Immer noch gibt es deutliche Unterschiede in der Gestaltung des Bonusprogramms, dem Aufwand und der Belohnung für die Versicherten. Einige Programme beinhalten eine Reihe von Pflichtkriterien, die für eine Bonuszahlung erfüllt werden müssen und weitere Optionen, mit denen der Bonus dann erhöht werden kann. Bei anderen Kassen ist die Hürde niedriger, sodass schon wenige Aktivitäten genügen, um einen Bonus zu erhalten. Wieder andere arbeiten mit Punktzahlen, die erreicht werden müssen, um Boni zu bekommen. Ein weiterer Punkt, in dem sich die Kassen voneinander unterscheiden, ist der Zeitraum, in dem Versicherte die Punkte ansammeln können. Bei den meisten Krankenkassen gilt das laufende Kalenderjahr auch als Bonusjahr. Es gibt aber auch Kassen, bei denen der Bonuszeitraum über mehrere Jahre ausgedehnt wird. Einheitlich dagegen sind die Kategorien, in denen Versicherte Bonuspunkte sammeln können.

Kategorien der Bonuspunkte:

Belohnung für nichts

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisierte vor zwei Jahren vor allem, dass viele Krankenkassen Einzelwerte im Normbereich belohnen würden. Ein unauffälliger Blutdruck oder ein normaler BMI würden häufig mit je zehn bis 25 Euro honoriert werden. Besonders hervorgestochen ist damals die DAK Gesundheit, die bei fünf normalen Werten und einer Fitness-Aktivität 210 Euro zahlte. „Doch wer aktiv nichts für seine Gesundheit tut, muss nicht mit einer attraktiven Prämie belohnt werden“, kritisierten die Verbraucherschützer damals.

Die Kritik haben sich anscheinend einige Kassen zu Herzen genommen. Zum Beispiel erhalten Versicherte bei der DAK Gesundheit keine Boni für normale Werte, dafür gibt es für die Teilnahme an Ernährungsberatungs- oder Raucherentwöhnungskursen jeweils etwa zehn bis zwanzig Euro. Die Techniker belohnt die Teilnahme an Gesundheitskursen zur gesunden Ernährung oder Suchtmittelkonsum mit jeweils 400 Punkten (1.000 Punkte entsprechen 30 Euro). Auch bei der AOK, Viactiv, Knappschaft, Siemens-Betriebskrankenkasse oder der IKK classic gehen Mitglieder mit unauffälligen Werten leer aus. Anders sieht es bei der Barmer, der Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union oder der Kaufmännischen Krankenkasse aus. Letztere zahlt bei einer sportlichen Aktivität und zwei normalen Werten 30 Euro bzw. bezuschusst Gesundheitsleistungen mit 60 Euro.

Impfen nur für das Bonus-Heft?

Auch die Durchführung von Schutzimpfungen wird von den meisten Kassen mit Punkten oder Geld belohnt. Allerdings kann der Versicherte sich diese nur einmal im Jahr anrechnen lassen – und das häufig unabhängig davon, ob nach der Impfung ein vollständiger Schutz gewährleistet ist oder ob die verabreichte Impfung für die Personengruppe von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wird. Beispiele hierfür sind die Knappschaft oder die mhplus-Krankenkasse. Die Siemens-Betriebskrankenkasse oder die IKK classic setzen in ihrem Kriterienkatalog voraus, dass die Impfung von der STIKO empfohlen wurde. Einige Kassen wie z. B. der Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union oder die Audi Betriebskrankenkasse schreiben den Versicherten das Geld bzw. die Punkte nur gut, wenn ein nach STIKO empfohlener Impfschutz besteht – unabhängig davon, ob eine Impfung durchgeführt wurde.

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Wer sich impfen lässt, den belohnen die Kassen mit Geld bzw. Punkten. © NIAID, flickr

Kosteneinsparung und Kundenbindung

Für die Krankenkassen haben Bonusprogramme einige Vorteile. Mithilfe der Prämien wollen sie ihre Mitglieder zu einer gesünderen Lebensweise erziehen. Dies spart Kosten. Denn gesunde Versicherte bedeuten für die Krankenkassen geringere Ausgaben für Medikamente, Krankenhausaufenthalte oder Arztbesuche. Zum Anderen binden die Bonusprogramme die Mitglieder an die Kasse. Prämien gibt es nämlich häufig nur bei einer ungekündigten Mitgliedschaft.

Sollen Ärzte zum Bonusheft raten?

Das hängt vom Bonusprogramm ab. Durch Bonusprogramme erhalten Krankenkassen-Mitglieder einen Anreiz, bestimmte Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Krankheiten können dadurch verhindert oder wenigstens möglichst früh erkannt werden, sodass sie noch gut geheilt werden können. Bei einigen Krankenkassen genügen Vorsorgeuntersuchungen schon, um  einen (zumindest kleinen) Bonus zu erhalten. Manchmal verlangen die Kassen noch einen vollständigen Impfschutz oder eine Schutzimpfung. Bei der Audi-Betriebskrankenkasse beispielsweise erhalten Mitglieder nur durch Vorsorgeuntersuchungen und einen vollständigen Impfstatus zwischen 45 bis 105 Euro zurück. Bei vollständigem Impfschutz und allen altersrelevanten Impfungen zahlt die Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union 70 Euro. Ähnlich viel erhalten Versicherte bei der Bahn-Betriebskrankenkasse. Für eine Schutzimpfung, die Zahnvorsorge sowie eine Früherkennungsuntersuchung gibt es 75 Euro. Deutlich weniger (etwa 30 Euro) bekommen die Versicherten bei der Knappschaft, der Kaufmännischen Krankenkasse (bei Wahl der Geldprämie), der DAK, der Barmer, der mhplus Krankenkasse, der Siemens-Betriebskrankenkasse sowie der AOK.

Einen Bonus nur durch Vorsorgeuntersuchungen zu erhalten, ist bei der Techniker Krankenkasse und der IKK classic schwieriger. Versicherte ab 35, die an keinem Gesundheitskurs teilnehmen und sich nicht sportlich betätigen wollen, erhalten die Geldprämie nur, wenn sie die Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll legen (abwechselnd Check-Up und Hautkrebsvorsorge). Bei der Techniker Krankenkasse ist zusätzlich eine Schutzimpfung notwendig. Auch der Bonus der Viactiv ist allein mit Vorsorgeuntersuchungen, d. h. ohne sportliche Betätigung, kaum zu erreichen. Es sei denn, man ist normalgewichtiger Nichtraucher mit vollständigem Impfschutz. Ebenfalls schwierig wird es bei der Handelskrankenkasse. Erschwerend für „die Motivation zu einem gesundheitsbewussten Leben“ kommt hinzu, dass sich einige Maßnahmen wie eine professionelle Zahnreinigung, die Mitgliedschaft in einem Sportverein oder das Fitnessstudios den Versicherten teilweise mehr kosten, als er durch die Geldprämie zurückbekommt. Aber auch die Teilnahme an Tabakentwöhnungs- oder Gesundheitskurse kosten Geld: Die Krankenkassen erstatten nämlich nur 80 Prozent der Kurskosten. Von so einem Bonusprogramm profitieren häufig nur die Versicherten, die z. B. auch ohne Prämienprogramm sportlich aktiv sind oder regelmäßig ihre Zähne beim Zahnarzt reinigen lassen.

Versicherte erhalten bei den meisten Krankenkassen für folgende Maßnahmen Punkte:

  • Häufige Bonuskriterien
  • Besuch von Präventionskursen
  • Aktive Mitgliedschaft im Sportverein oder Fitnessstudio
  • Schwimm- oder Sportabzeichen
  • Nichtraucherstatus/Raucherentwöhnungskurs
  • BMI im Normalbereich
  • Vorsorgeuntersuchungen (Check-Up, Krebsfrüherkennung etc.)
  • Schutzimpfungen
  • Professionelle Zahnreinigung, Zahnvorsorge
  • Mutterschaftsvorsorge
  • Kinderuntersuchungen (U1 – U9)

Übersicht der Bonusprogramme von 15 gesetzlichen Krankenkassen

AOK: Zwischen 100 und 400 Punkte gibt es neben den üblichen Bonuskriterien auch auf die Teilnahme an einem strukturierten Behandlungsprogramm (DMP), einem Fahrsicherheitstraining (Alter zwischen 15 und 20 Jahren), einem Erste-Hilfe-Kurs sowie auf die Teilnahme an verschiedenen Online-Programmen. Ab 800 Punkten können sich die Versicherten Sachleistungen aussuchen. Geldprämien gibt es ab 1.900 Punkten (entspricht 40 Euro). Die Scheckhefte müssen nach einem Jahr (spätestens am 31. 01.) bei der Krankenkasse sein, die Punkte werden auf einem Punktekonto gutgeschrieben und verfallen nach drei Jahren.

Audi Betriebskrankenkasse belohnt jede Bonus-Aktivität mit jeweils 15 Euro. Für eine Auszahlung benötigt der Versicherte mindestens zwei solcher Aktivitäten, maximal acht können in einem Jahr gesammelt werden (maximale Geldprämie von 120 Euro).

Die Bahn-Betriebskrankenkasse zahlt eine Basisprämie von 50 Euro, wenn der Versicherte zwei Aktivitäten nachweisen kann. Jede weitere Aktivität bringt weitere 25 Euro. Maximal können die Mitglieder 125 Euro (entspricht neun Aktivitäten) pro Kalenderjahr sammeln.

Barmer: Neben den üblichen Bonuskriterien können Versicherte auch beim Blutspenden, Entspannungs- oder Ernährungskursen Punkte sammeln. Belohnt werden die einzelnen Maßnahmen einmal im Jahr mit 100 bis 200 Punkten. Prämien gibt es ab 500 Punkten. Zur Verfügung stehen Sachleistungen wie Kinderhelme, Fieberthermometer (sehr viele für bereits 500 Punkte) sowie Geldprämien (500 Punkte entsprechen 30 Euro) oder ein Zuschuss zu einer persönlichen Gesundheitsleistung (500 Punkte entsprechen 50 Euro). Die Besonderheit: Die Punkte sind maximal drei Jahre gültig.

Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union: Mitglieder erhalten 70 Euro Bonus im Jahr, wenn der Impfschutz vollständig ist und die altersrelevanten Untersuchungen (Kinder-/Jugend-Untersuchung, Check-Up, Krebsfrüherkennung, Zahnvorsorge) durchgeführt wurden. 30 Euro zusätzlich gibt es, wenn der Versicherte eine sportmedizinische Untersuchung oder eine Zusatzversicherung abgeschlossen hat. Weitere 30 Euro zahlt die Kasse, wenn das Mitglied in den letzten zwölf Monaten mindestens drei weitere Bonuskriterien wie normaler BMI, Nicht-Raucher oder die Teilnahme an einem Gesundheitskurs vorweisen kann.

DAK Gesundheit: Versicherte erhalten unter anderem für die Teilnahme an Kursen zum Stressmanagement sowie zur Sturzprävention, für Ernährungsberatungskurse sowie Wassergymnastik oder Jogging zwischen fünf und zwanzig Punkte. Jeder gesammelte Punkt ist einen Euro Wert, den die Versicherten sich im Folgejahr auszahlen lassen können. Alternativ kann der Bonus auch als Zuschuss zu selbstfinanzierten Gesundheitsleistungen verwendet werden. Dann wird jeder Punkt mit 1,20 Euro vergütet.

Handelskrankenkasse: Die Kasse belohnt drei Aktivitäten (eine aus Bereich Früherkennung) mit einer Geldprämie von 30 Euro oder einem 50 Euro-Zuschuss zu Gesundheitsleistungen. Bei sieben Gesundheitsmaßnahmen erhalten die Mitglieder 150 Euro oder 250 Euro Zuschuss.

IKK classic: Erwachsene müssen in einem Zeitraum von zwölf Monaten nur vier verschiedene Aktivitäten nachweisen, um einen Bonus von 100 Euro zu erhalten. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Prämie ist hier relativ gut.

Kaufmännische Krankenkasse: Für drei Bonus-Aktivitäten (1 x Vorsorge/Sport, 2 x freie Wahl) erhalten die Versicherten eine Geldprämie von 30 Euro bzw. einen 60-Euro-Zuschuss zu einer Gesundheitsleistung. Maximal können sich die Mitglieder 90 Euro in bar oder 180 Euro Gesundheitsbudget ersammeln. Dafür müssen sie drei Vorsorge- bzw. Sportangebote, zwei gesundheitsfördernde sowie vier weitere Maßnahmen vorweisen. Neben den üblichen Bonuskriterien berücksichtigt die Kasse bei ihrem Programm einen vollständigen Impfstatus sowie normale Blutdruck-, Blutzucker- oder Gesamtcholesterin-Werte (nur in Verbindung mit einer regelmäßigen sportlichen Aktivität).

Die Knappschaft belohnt sportliche Aktivitäten im Fitnessstudio mit 50 Euro und eine aktive Mitgliedschaft im Sportverein mit 25 Euro. Check-Up, Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen sowie der Erwerb eines Sportabzeichens bringen jeweils 15 Euro. Für Schutzimpfungen und Kinder-/Jugend-Untersuchungen erhalten die Mitglieder jeweils 10 Euro. So sollen, laut der Werbung auf der Webseite der Kasse, ein Bonus von 250 Euro möglich sein. Dieser Betrag ist für eine einzelne Person in einem Jahr (ohne Baby-Bonus) unwahrscheinlich.

Bei der mhplus Krankenkasse erhalten Mitglieder bereits für zwei Aktivitäten eine Belohnung. Die Kasse berücksichtigt pro Jahr maximal zehn Bonusmaßnahmen, für die die Versicherten jeweils 10 Euro oder 100 Punkte erhalten. Diese können sie sich bar auszahlen lassen oder gegen Sachprämien eintauschen.

Versicherte der Mobil Betriebskrankenkasse erhalten für die üblichen Bonus-Aktivitäten eine Geldprämie von maximal 90 Euro oder einen Zuschuss für Gesundheitsleistungen von maximal 250 Euro.

Die Siemens-Betriebskrankenkasse zahlt für jede Bonus-Aktivität je zehn Euro. Erwachsene können sich so in einem Jahr maximal 100 Euro zurückholen. Neben den üblichen Maßnahmen erhalten Versicherte auch für Wanderungen, Mountainbike-Kurse und der Teilnahme an SBK-Gesundheitsaktionen im Unternehmen Geld. Anzumerken ist, dass der ganze Katalog nur zehn Maßnahmen umfasst, von der jede nur einmal jährlich, der Gesundheitscheck sogar nur alle zwei Jahre angerechnet werden können. Hinzu kommt, dass nicht jeder Versicherte jede Maßnahme durchführen kann. Für den Gesundheitscheck beispielsweise muss der Versicherte mindestens 35 Jahre alt sein und eine Schwangerenvorsorge ist für Männer bzw. nichtschwangere Frauen schwierig.

Techniker Krankenkasse: Der Schwerpunkt des Bonusprogramms liegt im Bereich Sport und Fitness. Neben den üblichen Maßnahmen erhalten die Versicherten unter anderem für die Teilnahme an einer Rückbildungsgymnastik, einem Gesundheitskurs über Suchtmittelkonsum oder Stressbewältigung Punkte. Die einzelnen Maßnahmen im Bonusprogramm haben einen Wert von 200, 400 oder 500 Punkten. Um eine Prämie zu erhalten, müssen Versicherte innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten eine Mindestpunktzahl von 1.000 Punkten erreichen. Dann können sie zwischen einer 30 Euro-Geldprämie oder einer 60 Euro-„Gesundheitsdividende“ wählen. Letzteres ist ein Zuschuss für Leistungen wie Akupunktur, Brillengläser oder Hebammen-Leistungen. Jede weitere 100 Punkte bringen 2,50 Euro mehr Bargeld oder 5 Euro mehr Zuschüsse ein.

Viactiv: Versicherte, die innerhalb eines Jahres sieben von zehn möglichen Bonuspunkten sammeln, erhalten eine Geldprämie von 50 Euro. Wer neun von zehn Punkten erreicht, erhält 100 Euro. Bei beiden Varianten sind vier Aktivitäten verpflichtend (Check-Up, zwei Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen, Zahnvorsorge), die restlichen können aus einem Maßnahmenkatalog ausgewählt werden. Ist der Versicherte noch zu jung für die verpflichtenden Untersuchungen, gelten diese als erfüllt. Zu den Wahlpunkten zählen normaler BMI, Nichtraucher, regelmäßiger Sport, Schutzimpfungen, Gesundheitskurse und eine professionelle Zahnreinigung.

Studieren geht über probieren

Ein Vergleich zwischen einzelnen Bonusprogrammen ist jedoch schwierig. Manche Kassen zahlen schon, wenn nur zwei Maßnahmen im Bonusheft abgehakt sind, andere arbeiten mit Punkten. Prämien gibt es dann nur, wenn der Versicherte eine bestimmte Mindestpunktzahl erreicht hat. Bei Familien ist es noch komplizierter. Bei manchen Kassen kann die ganze Familie Bonuspunkte sammeln, andere bieten eigene Bonusmodelle für Kinder an, andere schließen mitversicherte Familienmitglieder komplett aus. Wer sich für eine Teilnahme an einem Bonusprogramm interessiert, sollte vorher genau die Teilnahmebedingungen prüfen und sich überlegen, ob sich die Mühe für ihn auszahlt.

27 Wertungen (4.3 ø)

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32 Kommentare:

Florian Reber
Florian Reber

Sehr interessanter Vergleich.
Was ich auch mal interessant fände – vielleicht kann DocCheck dafür ja auch mal einen Vergleich machen, Vorschlag an die Redaktion ;) – wäre ein Vergleich, welche Krankenkassen vollständig schwurbelfrei arbeiten – d.h., vor allem keine Homöopathie und Heilpraktiker-Leistungen freiwillig bezahlen. Ich kenne mehrere Dutzend Leute, die sofort wechseln würden!

#32 |
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Gast
Gast

Ausserdem ist Schmerzlinderung individuell und damit nicht evident.

#31 |
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Gast
Gast

Zu 28:Verlinkten Sie bitte die placebokontrollierten, doppelverblindeten randomisierten Studien zu den von Ihnen als evident bezeichneten Maßnahmen! Da bin ich gespannt.

#30 |
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Astrid Laumanns
Astrid Laumanns

Zu 25: Raucher sind wie Freeclimber nicht die Patientengruppen, die durch langes Siechtum auffallen bzw. jahrzehntelange teure Medikamentenanamnesen aufweisen, eher frühes “sozialverträgliches”Ableben. Ja, auch die Therapie für ein Bronchialkarzinom oder eine COPD kostet Geld. Auch die Bergrettung für einen tödlich verunglückten vom Felsen gefallenen Kletterer kostet. Aber nichts im Vergleich zu den Therapiekosten, die die Massen an Diabetikern, Fettleibigen, Bluthochdruckpatienten etc. verursachen und damit unser GKV-System sprengen, allein schon durch deren Anzahl. Die alle sich privat versichern lassen? Eine schöne Lösung, jedoch gäbe es dann das GKV-System nicht mehr, denn Zucker essen oder andere schlechte Ernährungsgewohnheiten bzw. Bewegungsmangel sind so weit verbreitet, dass ein Grossteil der Bevölkerung aus der Gesetzlichen fliegen würde.

#29 |
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Nichtmedizinische Berufe

Gast 24: Psychotherapie und Psychoanalyse ist evident, (Studien) KortisonInjektion bei akutem Lumbago hilft laut meinem Orthopäden nur, wenn es wirklich ein Bandscheibenproblem ist, Antibiotikagabe bei Erkältung, Statine bei leicht erhöhten Werten, ist laut meinem Hausarzt Unsinn, denn Erkältungen sind Virenerkrankungen und Statine haben mehr Nebenwirkungen als Nutzen,
Osteopathie undm ganz wichtig, alle Kurmaßnahmen streichen, es gibt keinen evidenten Nutzen. Au ja, die Verordnung teurer Inhalatoren bei COPD kann man ja auch bleiben lassen, genauso wie die Inkontinenzversorgung. – das fällt dann eher unter ” Schmerzlinderung bzw. Linderung, man kann nicht alles heilen, manchmal geht es Ärzten auch darum, einfach nur die Krankheit erträglich zu machen. (Meinung meines Neurologen).
Was wirklich nicht evident ist: Bonusprogramme

#28 |
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Gast
Gast

Bei Überschüssen sollten die Leistungserbringer angemessen bezahlt werden.
Da die KK der Ansicht sind, das bereits zu tun, müssten sie den Überschuss an all ihre Mitglieder ausschütten und zwar ohne Bedingungen. Diese Hefte sind einfach nur lächerlich.

#27 |
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Zum Thema Schutz-Impfungen und Schutzhandschuhe gibt es noch keine verbindlichen Leitlinien bzw. verlässliche prospektive Studien. Das darf in der Praxis mit der eigenen und der Impflings-Hautdesinfektion bei zugelassenen Mitteln passieren. Kanülensicherung ist wichtiger. Thema Schmuck in der Praxis ist anders als bei invasiv-interventionellen Fächern. Silber- und Kupfer-beschichtete Oberflächen (z. B. bei Türklinken) werden in Kliniken zur Keim-Reduktion derzeit getestet. Eine Uhr braucht man insbesondere in der Hausärztlichen Praxis und bei Hausbesuchen. MfG

#26 |
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Gast
Gast

Zu 12: Das sage ich schon seit Jahren: Alle Raucher privat versichern. Problem gelöst und viel Geld gespart! Übrigens auch alle anderen gefahrenträchtigen Freizeitaktivitäten wie Freeclimbing etc. Das würde was bringen.

#25 |
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Gast
Gast

Konsequenterweise und der Logik der vorherigen Kommentatoren müssten dann aber auch dran glauben: Psychotherapie und Psychoanalyse, Gesprächstherapie, KortisonInjektion bei akutem Lumbago, Antibiotikagabe bei Erkältung, Statine bei leicht erhöhten Werten, Onkologika, Osteopathie undm ganz wichtig, alle Kurmaßnahmen streichen, es gibt keinen evidenten Nutzen. Au ja, die Verordnung teurer Inhalatoren bei COPD kann man ja auch bleiben lassen, genauso wie die Inkontinenzversorgung. Ist alles nicht evident.

#24 |
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Gast
Gast

#22: Ja. Und unterlassen werden sollten auch Kurse jeglicher Art für Versicherte.

#23 |
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Gast
Gast

#21 Zustimmung. Das schliesst aber Leistungen, die keine Evidenz haben auch vollends aus. Homöopathie wäre hier zu nennen.

#22 |
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Gast
Gast

Krankenkassen sollten Solidargemeinschaften und Versicherungen sein, nicht mehr. Sie sollten sich weder in Prophylaxe noch Therapie einmischen, sie können es nicht, sie verschwenden nur Geld damit. Weshalb bleibt nicht einfach jeder Schuster bei seinen Leisten?

#21 |
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Gast
Gast

Also ich finde es nicht schlecht, dass mich meine Kasse an Vorsorgeuntersuchungen mittels Bonusheft erinnert und mit den 15€ pro Untersuchung quasi Fahrt- und Parkkosten übernimmt.

#20 |
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Bei diesen ganzen Bonusheften muss ich immer an das frühere Geld zurück-System der Betriebskrankenkasse meiner Mutter denken, das ihr fast das Leben gekostet hätte. Für jeden Quartalskrankenschein, der nicht verbraucht wurde, gab es 10 DM (60er Jahre) zurück. Zwei Quartale lang klagte meine Mutter über Bauchschmerzen, die stets wieder abklangen. Zum Arzt wurde nicht gegangen (s.o.). Im 3. Quartal kam dann der Notarzt, Notoperation eines Gallensteins, meiner Erinnerung nach beginnende Sepsis, mindestens 3 Wochen Krankenhausaufenthalt. Meine Mutter überlebte. – Röntgenbild und Steine habe ich vor kurzem bei der Wohnungsauslösung gefunden und leider entsorgt. Beides wäre aufgrund der sensationellen Größe des Steins für eine Fachzeitschrift sehenswert gewesen.

#19 |
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Medizinphysiker

Da fehlen nur noch Bonusprogramme für Bestatter, wer recht ungesund lebt, der….

#18 |
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Gast X
Gast X

Völlig Sinn- und nutzloser Verwaltungsaufwand. Die GKVn drücken sich bei jeder Gelegenheit davor ihrer wahren Aufgabe und einzigen Existenzberechtigung nachzukommen, das ist einzig und allein die Vergütung der medizinischen Versorgung ihrer Mitglieder. Alles andere ist Zweckentfremdung und somit Veruntreuung.

#17 |
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Die Versicherten der GKVen sind Mitglieder keine ‘Kunden’! Das ist ein Punkt, den die gesetzlichen Krankenversicherungen immer übersehen! Dem Versicherten gehört somit ein Teil der Versicherung!

#16 |
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Die Versicherten der GKVen sind Mitglieder keine ‘Kunden’! Das ist eim Punkt, den die gesetzlichen Krankenversicherungen immer übersehen! Dem Versicherten gehört somit eim Teil der Versicherung!

#15 |
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Gast
Gast

Ich blicke bei den vielen Programmen nicht mehr durch, und seit meine DAK vor 3mca. 3 Jahren auf ein neues System umgestellt hat, ohnehin nicht. Raucherentwöhnung sollte nicht belohnt werden, das ist klar. Aber statt Boni zu vergeben, wäre allgemein bessere Bezahlung der Ärzte besser, das sage ich als Patient. Ein guter und motivierter Doc ist mir lieber als jedes Bonusprogramm.

#14 |
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Jedenfalls bekommen die Patienten mehr als ein Arzt, ist das der Plan?

#13 |
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Gast3
Gast3

Auch ich halte diese Art der “Motivation” für ungünstig. Außerdem werden z.B. bei Sport, Fitness nur solche Aktivitäten “belohnt”, für die Geld gezahlt werden muss. Wer sich gesundheitsbewusst – mit Sport, Bewegung, Ernährung, Entspannung etc. – verhält, erhält keine “Bonuspunkte” … Wenn “Boni” verteilt werden, sollten auch “Mali” möglich sein.

#12 |
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Gudrun Kühlen
Gudrun Kühlen

zu #1 und #9
Allein schon die zum Sammeln und Lagern von Krankheitserregern perfekt geeignete Länge der Fingernägel ist eine Zumutung. Selbst wenn die Hände routinemäßig desinfiziert werden sollten, dürfte sich das bei den Unterseiten der Nägel schwierig gestalten.

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

– Gibt es Studien darüber, ob die Bonusprogramme überhaupt gesundheitsgefährdete Menschen erreichen oder sind das “Leckerli” für die Mitglieder, die ohnehin schon unproblematisch wären?
ist das der Fall, bin ich nicht dafür. Die KK sollen sich auf ihr Kerngeschäft – Absicherung im Krankheitsfall – konzentrieren und zwar für alle ihre Mitglieder.

#10 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Ich kann mich dem Kommentar von A. Nonym nur anschließen. So ein Bild geht gar nicht. Ich hoffe inständig das es sowas in keiner Praxis mehr gibt! Den Text hab ich schon gar nicht mehr wahrgenommen, so schockierend ist dieses Impfbild.

#9 |
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Zahnärztin

Was soll das?! Was ist daran ” ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich”? Worin liegt der tiefere Sinn, Versicherte zu belohnen in Zeiten in den Ärzte nach einem System bezahlt werden, das einer Spielbank gleicht?( Wer arbeitet denn sonst noch ohne zu wissen, wieviel er oder sie letztlich bekommt??!)
Oder was ist daran gerecht, dem Raucher die Teilnahme an einem Entwöhnungskurs zu vergüten, die der Nichtraucher, der statistisch gesehen, derjenige ist, der die Solidargemeinschaft weniger belastet, gar nicht braucht? Zusätzlicher Verwaltungsaufwand an vielen Stellen mit fraglichem Nutzen…..

#8 |
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Gast
Gast

Wie wär’s m Abschaffung v. Leistungen für Behandlungskosten bei durch Tabakkonsum hervorgerufenen Erkrankungen wenn der Patient eine Entwöhnungsbehandlung ablehnt? Bei den Einsparungen in Euro könnten Beiträge dann für alle gesenkt werden.

#7 |
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axel tausch
axel tausch

Besser als Mali sind Boni allemal, unsere jungen Patienten haben oft schon von sich aus einen anpruchsvollen Lebensstil (Lifestyle medicin)sind somit kostensparend und das sollte zuerst den Hausärzetn gelten, denn die brauchen ebenso motivierende boni statt ICD-Mali.

#6 |
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Gast
Gast

Besser als das Geld für Homöopthatie und anderen Eso-Quatsch zu verblasen.

#5 |
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Dr. med. Volker Leiss
Dr. med. Volker Leiss

Ich finde die Verhältnismäßigkeit zwischen ärztlichem Honorar und Bonuszahlung nicht angemessen. Ein Patient, der (fiktiv) täglich zu seinem Hausarzt läuft, sorgt bei einem Scheinschnitt von 60€ für 240 € Honorar für 200 Beratungen. Er bekommt dann aber 300 € , weil er bestimmte Präventionsanforderungen erfüllt. Find ich unlogisch! Wenn die Kassen Geld übrig haben, sollen sie zunächst die Leistungserbringer bezahlen und dann die Leistungsempfänger … Daumen runter für Bonushefte!

#4 |
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Gast
Gast

Ganz ehrlich, ganz Deutschland befindet sich im Punkte-Wahn, vom Supermarkt, Tankstelle, Ärzte sollen auch fleißig Fortbildungspunkte sammeln. Ich denke, es reicht ,mir zumindest hängen die Pünktchen schon zu den Ohren raus. Ich bin ein strikter Punkte-Verweigerer

#3 |
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Gast
Gast

Moin in die Runde,
ich würde auf den Begriff “Bonus-Hefte” verzichten.
Dieser Begriff ist schon vergeben für das zahnärztliche Bonusheft das es seit 1991 gibt, und die Zuzahlung bei Zahnersatz regelt.
Zahnärzte verwenden gerne den Begriff “Vorteilsheft” für diese oben beschriebenen Rabatthefte.
Verwirrend ist es vor allem deshalb weil das gesetzliche zahnärztliche Bonusheft unentgeldich ausgefüllt und geführt werden muss, während man das Ausfüllen solche Vorteilshefte ablehnen kann oder evtl. auch eine Gebühr für die Ausfüllarbeit erheben kann.
MfG
Dr. Peter Hinrichs

#2 |
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A. Nonym – HBA Chirurgie
A. Nonym – HBA Chirurgie

Die Bebilderung der Impfung ohne Handschuhe dafur mit Schmuck, Nagellack und Uhr sollte in 2017 unter Berücksichtigung der “Erkentnisse” der Durchführung aseptischer Tätigkeiten eigentlich nicht mehr vorkommen… autsch

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