Rheumatoide Arthritis: Entzündung gestoppt

20. Juli 2017
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Entzündliche Prozesse, die während einer rheumatoiden Arthritis in den Gelenken stattfinden, schienen bisher unaufhaltsam. Wissenschaftler haben nun jedoch einen Zelltyp des Immunsystems identifiziert, der einen Stopp der Entzündungsreaktion gezielt steuern kann.

In Deutschland leiden circa 800.000 Menschen, vorwiegend Frauen, an rheumatoider Arthritis. Dabei schädigt eine anhaltende Entzündung die Gelenke und den Knochen. Patienten leiden an Bewegungseinschränkungen und Schmerzen.

„Besonders dramatisch für die Betroffenen ist die Tatsache, dass die Entzündungsreaktion im Gelenk ausgesprochen chronisch ist und daher meist eine lebenslange Therapie erforderlich macht“, erläutert Prof. Georg Schett, Direktor der Medizinischen Klinik 3.

Angeborene Lymphozyten übernehmen zentrale Rolle

Zu wenig bekannt war bisher, wie sich Entzündungen auflösen und warum diese Auflösung bei Rheumatikern nicht funktioniert. Durch eine Kooperation mit Wissenschaftlern in London, Barcelona, Zürich, Indianapolis und Dublin gelang es den Erlanger Forschern jetzt dieses Rätsel zu lösen.

Eine bislang wenig erforschte Zellgruppe des Immunsystems, die sogenannten Angeborenen Lymphozyten (engl. Innate Lymphoid Cells), übernehmen die zentrale Rolle zur Auflösung von Entzündung, erläutert der Erlanger Immunologe Simon Rauber, Erstautor der Studie.

Zellgruppe im Winterschlaf

„Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis befinden sich diese Angeborenen Lymphozyten in einer Art Winterschlaf. Die Entzündung bleibt daher bestehen. ‚Weckt‘ man Angeborene Lymphozyten, kommt es zum Stopp der Entzündung und zur Beendigung der Schädigung am Gelenk“, erläutert der Studienleiter Dr. Ramming.

Die Entdeckung dieses wichtigen Mechanismus könnte einen völlig neuen Ansatz zur Entwicklung innovativer Behandlungsmethoden bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen darstellen.

Neue Möglichkeiten zur Therapieüberwachung

Schon jetzt ermöglicht die Messung der Anzahl der Angeborenen Lymphozyten im Blut eine Prognose des Behandlungsverlaufs. Sind nur wenige Angeborene Lymphozyten im Blut vorhanden, kommt es zum Krankheitsschub und das Gelenk nimmt weiteren Schaden. Steigen die Angeborenen Lymphozyten jedoch an, ist dies mit einer Auflösung der Entzündung verbunden.

Durch deren Messung im Blut kann frühzeitig eine individuelle, gezieltere Therapie begonnen werden und der Patient vor einem erneuten Krankheitsschub bewahrt werden. „Diese Erkenntnis ermöglicht es in Zukunft, mit Hilfe der Angeborenen Lymphozyten die Therapiequalität bei rheumatoider Arthritis entscheidend zu verbessern“, stellt Dr. Ramming fest.

 

Der Text basiert auf einer Pressemitteilung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

 

Quelle:

Resolution of inflammation by interleukin-9-producing type 2 innate lymphoid cells
Simon Rauber et al.; Nature Medicine, doi: 10.1038/nm.4373; 2017

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Forschung, Medizin, Orthopädie

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8 Kommentare:

Medizinjournalist

Doc Check News wirbt damit “Journalismus sei eine Dienstleistung”. Anyway “Gast”….es gab keine Antwort auf meine Anfrage. Ein Versuch bei 9 (!) Mäusen dürfte weder auf der Website der Uni noch hier irgendeine Erwähnung finden.

#8 |
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Gast
Gast

“Der Text basiert auf einer Pressemitteilung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.”

@#6 Pressemitteilungen abschreiben war noch nie Journalismus. Das sollte doch jedem klar sein. Armes Deutschland.
Ich bin gespannt auf Ihren Artikel mit der Antwort des Professors.

#7 |
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Medizinjournalist

Hallo Zusammen,

der Artikel ist journalistisch leider tatsächlich eine Katastrophe. Der Abstract unter pubmed ebenso wenig aussagefähig. Aber ich werde dem Prof. gerne eine kurze e Mail schreiben und fragen ob es eine klinische Relevanz hat.

Die News an sich (so sie denn wissenschaftlich stimmt und re- produzierbar ist) ist natürlich eine tolle.

VG Andreas

#6 |
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Katharina Weißbach-Hempel
Katharina Weißbach-Hempel

Wie bescheuert ist denn Kommentar Nr 4.?! Ja, superlustig, wenn zum Beispiel eine 12jährige auf passende Medikamente hofft.

#5 |
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Gast
Gast

Vielleicht hilft ein Wecker(grins-gins)

#4 |
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Gast
Gast

Ja, prima, und was muss man tun? Wenig erbaulicher Beitrag, schade.

#3 |
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Gast
Gast

Das würde mich auch sehr interessieren, wie man die Angeborenen Lymphozyten weckt. Ich habe einige Patienten, unter Ihnen auch ein zwölfjähriges Mädchen, das schon sehr schwere Zeiten mit starken Medikamenten hinter sich hat.
Gibt es bereits jetzt Ansätze, die weiterhelfen würden ?

Vielen Dank für helfende Kommentare

Heilpraktikerin Doris Klein

#2 |
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und wie weckt man sie?

#1 |
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