Die Gluten-Lactose-Erdnuss-Verschwörung

28. Juli 2017
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In Deutschland glauben etwa 60 Prozent der Menschen, bestimmte Lebensmittel nicht zu vertragen. Aber an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leidet nur ein Bruchteil von ihnen. Ärzte sollten Patienten davon überzeugen, dass sie mehr vertragen, als sie denken.

Verunsicherte Patienten zwingen sich oft vorschnell zu Verzichtsdiäten oder bestellen im Internet teure, aber teilweise nicht aussagekräftige Lebensmittel-Reaktionstests. Ärzte können Patienten durch gezielte Aufklärung überzeugen, nicht unnötigerweise bestimmte Lebensmittel aus ihrem Alltag zu streichen. Die Begriffe „Allergie“, „Intoleranz“ und „Unverträglichkeit“ werden oft  vermischt – dabei sind dies unterschiedliche Dinge, die es voneinander abzugrenzen gilt.

Nur vier Prozent leiden an einer Intoleranz bzw. Allergie. Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie verschiedener Allergologen vom Brigham and Women´s Hospital, dem Partners HealthCare System sowie der Havard Medical School in Boston. Die Mediziner hatten 2,7 Millionen Dokumente von Patienten analysiert, die zwischen den Jahren 2000 und 2013 in Boston und Umgebung behandelt worden waren. Die Akten verfügten über ein „Allergie“-Feld, in das die Mediziner unerwünschte Reaktionen auf Essen, Medikamente oder Umweltstoffen eintragen konnten. Allerdings enthalten die Daten neben bestätigten auch unbestätigte Intoleranzen bzw. Allergien sowie Nahrungsmittelvorlieben der Patienten.

Insgesamt hatten die Allergologen in den 13 Jahren etwa 100.000 Reaktionen auf Lebensmittel registriert, wobei ein Patient durchschnittlich 1,2-mal reagiert hatte. 28 Prozent der Intoleranzen oder Allergien äußerten sich in Form einer Urtikaria, 16 Prozent in Form einer Anaphylaxie und 12 Prozent in Form von Magen-Darm-Beschwerden. Reaktionen wie Anaphylaxie, Kurzatmigkeit, Bronchospasmus, Urtikaria, Juckreiz, Angioödem oder Hypotension ordneten die Autoren als potenziell Immunglobulin E vermittelt ein. Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen wurden demnach als Folgen einer Intoleranz eingeordnet.

Allergie oder Intoleranz?

Aus medizinischer Sicht ist eine „Nahrungsmittelunverträglichkeit“ der Überbegriff für unterschiedliche, unerwünschte Reaktionen auf Nahrungsmittel:

  • Funktionelle Nahrungsmittelunverträglichkeit: Ursache ist eine isolierte Funktionsstörung (z. B. ein Enzymmangel), bei der der Magen-Darm-Trakt anatomischmorphologisch nicht verändert wird.
    Toxische Reaktionen (Vergiftungen): Ursache können Nahrungsstoffe sein, die mit Bakterien-, Pflanzen- oder Pilztoxinen, Glykoalkaloide oder anderen Giften verunreinigt waren.
    – Nicht-toxische Reaktionen werden weiter unterteilt in:
    a) Immunologisch vermittelte Reaktionen (Allergie)
    b) Nicht immunologische vermittelte Reaktionen (Intoleranz)
  • Strukturell bedingte Nahrungsmittelunverträglichkeit (eher selten): Ursache ist eine anatomisch-morphologisch belegbare Erkrankung. Es kommt zu einer Strukturveränderung des Magen-Darm-Trakts, die die Beschwerden beim Verzehr von Nahrungsmittel hervorrufen.

Eine Allergie beispielsweise gegen Kuhmilch ist ebenso eine Unverträglichkeit wie eine Intoleranz zum Beispiel gegen Milchzucker. Beide haben jedoch ganz andere Ursachen, mitunter andere Folgen und müssen ganz anders behandelt werden. Im Fall der Milchallergie reagiert das Immunsystem mit der Produktion von Antikörpern der Klasse E, Immunglobulin E oder kurz IgE. Die allergischen Reaktionen sind nicht auf bestimmte Organe begrenzt. Schleimhautreaktionen in der Mundhöhle und im Rachen (am häufigsten), Hautveränderungen (Quaddeln, Quincke-Ödem), Beschwerden im Magen-Darm-Trakt (Diarrhö, Obstipation), Hals-Nasen-Ohren-Bereich (Niesattacken, Fließschnupfen), Bronchien (Husten, Atemnot) oder sogar ein anaphylaktischer Schock sind möglich.

Die Laktoseintoleranz beruht auf einem Enzymdefekt: Das Enzym Laktase, welches im Dünndarm Milchzucker verdaut, steht nicht oder nur in geringen Mengen dem Körper zur Verfügung. Die Folgen dieses Mangels sind Blähungen, breiiger Stuhlgang oder Diarrhoen sowie teils kolikartige Bauchschmerzen. Die Beschwerden sind grundsätzlich auf den Magen-Darm-Trakt beschränkt; Atemnot oder Hautveränderungen treten nicht auf.

Frauen sind häufiger betroffen

Laut den amerikanischen Allergologen waren besonders Frauen (4,2 Prozent versus 2,9 Prozent) und Asiaten (4,3 Prozent versus 3,6 Prozent) von einer Lebensmittelintoleranz oder -allergie betroffen. Etwa 50 Prozent der dokumentierten Vorfälle könnten durch Immunglobulin E vermittelt gewesen sein. Bei einer immunologisch vermittelten Nahrungsmittelallergie reagierten die Menschen vor allem auf Meeresfrüchte (0,9 Prozent), Obst oder Gemüse (0,7 Prozent), Milchprodukte (0,5 Prozent) sowie Erdnüsse (0,5 Prozent) allergisch. Angaben zu Nahrungsmittelintoleranzen wurden nicht gemacht.

Die Studie wurde vorwiegend in Massachusetts in der Region New England durchgeführt. Daher ist fraglich, ob die Ergebnisse auf die gesamten Vereinigten Staaten übertragen werden können. Denn die Häufigkeit von Lebensmittelallergien und ihre Auslöser sind von Region zu Region unterschiedlich. Besonders oft leiden Menschen in Ballungsräumen und in New England darunter. Zudem ist die Bevölkerung in New England zu 83 Prozent, in den übrigen Staaten jedoch nur zu 64 Prozent kaukasischer Abstammung.

…und in Deutschland?

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Prof. Dr. med. Jörg Kleine-Tebbe, Allergie- und Asthma-Zentrum Westend © Dr. J. Kleine-Tebbe

Nur etwa ein bis zwei Prozent der Erwachsenen leiden laut Prof. Dr. med. Jörg Kleine-Tebbe an potenziell bedrohlichen Nahrungsmittelallergien, die primär in Folge einer Sensibilisierung im Magen-Darm-Trakt auf vorwiegend stabile Proteinallergene entstehen – häufig schon im Säuglings- oder Kleinkindalter. Der Hautarzt und Allergologe ist im Allergie- und Asthma-Zentrum Westend in Berlin tätig und lehrt an der Charité Universitäts-Hautklinik.

Werden auch die Patienten berücksichtigt, die an einer sekundären Nahrungsmittelallergie leiden, erhöht sich die Zahl der Betroffenen jedoch auf fünf bis zehn Prozent. Sekundäre Nahrungsmittelallergien entstehen infolge einer Sensibilisierung gegen Pollenallergene mit anschließender Reaktion auf strukturverwandte Allergene in Lebensmitteln. In unseren Breiten stehen Birkenpollen-assoziierte Nahrungsmittelallergien an der Spitze: IgE gegen das Birken-Hauptallergen Bet v 1 bindet an ähnliche Stressproteine aus der PR-10-Familie, die in winziger Menge in Kern- und Steinobst, Nüssen, Karotten und Soja enthalten sind.

Meist verlaufen die lokalen Reaktionen nach Kontakt der Mundschleimhaut mit den rohen pflanzlichen Nahrungsmitteln mild, die Bet v 1-homologen Proteine sind nämlich thermo- und säurelabil. In gegarten Lebensmitteln sind sie unschädlich; nach dem Verschlucken werden sie ohnehin von der Magensäure zerstört. Nur manchmal reagieren Birkenpollen-Allergiker je nach Menge und Begleitumständen (z.B. nach körperlichen Anstrengungen) auch heftig auf diese pflanzlichen Nahrungsmittel, vor allem im Kopfbereich z.B. mit grotesken Schwellungen. Sicher häufiger als Nahrungsmittelallergien ist die Laktoseintoleranz. Etwa zehn bis 15 Prozent  der Deutschen leiden wahrscheinlich an dem Enzymmangel.

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Prof. Dr. med. Dr. h. c. Torsten Zuberbier, Leiter des Allergie-Centrum-Charité © ECARF Institute GmbH

Die Zahl der Menschen, die glauben, bestimmte Lebensmittel nicht zu vertragen, ist deutlich höher. In Deutschland sollen es gemäß kürzlich publizierter Zahlen über 60 Prozent sein [Paywall]. Doch nicht alle kommen in eine allergologische Sprechstunde. „Ihre Fälle werden also nicht dokumentiert und die Betroffenen nicht behandelt. Man weiß daher nicht, ob eine Unverträglichkeit vorliegt, und um welche es sich handelt“, so Prof. Dr. med. Dr. h. c. Torsten Zuberbier, Leiter des Allergie-Centrum-Charité von der Stiftung ECARF.

Die Frage, ob Allergien und Intoleranzen zunehmen, sei laut dem Allergologen schwierig zu beantworten. „Bei Allergien lässt sich aber etwa beobachten, dass Heuschnupfen stärker und intensiver auftritt, weil der Klimawandel hierzulande für eine längere Pollensaison sorgt, exotische Pflanzen heimisch werden und auch die Luftverschmutzung eine Rolle spielt. Pollenassoziierte Kreuzallergien treten dadurch natürlich auch häufiger auf“, erläutert Torsten Zuberbier. „Auch lässt sich beobachten, dass exotische Lebensmittel mittlerweile immer und überall erhältlich sind, auch das kann Sensibilisierungen gegen einige Lebensmittel verstärken“ erläutert Torsten Zuberbier.

Zudem wurden viele Allergien bzw. Intoleranzen früher nicht als solche erkannt. „Viele Menschen achten in dieser Hinsicht heute stärker auf ihren Körper und sie gehen dann zum Arzt, weil sie vermuten, dass etwas nicht stimmt. Das ist zu begrüßen“, so Torsten Zuberbier.

Tests im Internet – sinnvoll?

Auch viele Firmen haben das gesteigerte Gesundheitsbewusstsein der Deutschen erkannt und bieten Tests zum Nachweis von Nahrungsmittelunverträglichkeiten an – einfach, schnell und ohne Wartezeiten. Lebensmittel, die einem „nicht guttun“, sollen dann vom Speiseplan für eine bestimmte Zeit gestrichen werden. So könne die Nährstoffaufnahme verbessert, die Ausdauer im Sport gesteigert werden und man regeneriert nach dem Training schneller.

Video:

 

Bei diesen im Internet angebotenen Selbsttests kommt es darauf an, was im Blut nachgewiesen wird. Tests, die das Immunglobulin E nachweisen, gelten als wichtiger diagnostischer Baustein bei Verdacht einer Nahrungsmittelallergie. Dennoch können erhöhte IgE-Werte nur eine Allergiebereitschaft anzeigen, die bei etwa der Hälfte der deutschen Bevölkerung erhöht ist. „Aber nur die Hälfte der Menschen mit Allergiebereitschaft entwickelt Beschwerden, sodass man von einer Allergie sprechen kann“ meint Jörg Kleine-Tebbe. Bluttests auf spezifische IgE-Antikörper können daher auch verunsichern, wenn sie ungezielt und ohne vorherigen Allergieverdacht vorgenommen werden.

Tests, die das Vorhandensein des Immunglobulins G im Blut messen, sind dagegen laut Jörg Kleine-Tebbe sinnlos. Denn jeder menschliche Körper reagiert bei Kontakt mit fremden Proteinen mit der Bildung spezifischer IgG-Antikörper. Ein hoher IgG-Spiegel zeigt daher keine Unverträglichkeit an, sondern nur, dass diejenige Person das entsprechende Nahrungsmittel zu sich genommen hat und sein Immunsystem fremde Proteine erkannt hat. „Das ist rausgeschmissenes Geld“, urteilt Jörg Kleine-Tebbe, der mit anderen Allergologen und Wissenschaftlern bereits 2009 europäische Leitlinien zu diesem Thema veröffentlicht hat. Daher wird auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz von der Anwendung von IgG-Tests gegen Nahrungsmitteln ganz klar abgeraten. Auch von anderen Methoden mit unwissenschaftlicher Basis wie Bioresonanz oder Kinesiologie wird laut Jörg Kleine-Tebbe in der kürzlich überholten Leitlinie zu Nahrungsmittelallergien entschieden abgeraten.

Die gleiche Meinung vertritt auch Torsten Zuberbier. „Wer fürchtet unter einer Nahrungsmittel-Intoleranz zu leiden, sollte zu einem fachkundigen Arzt gehen“, rät er. „Wir raten generell von Tests ab, deren wissenschaftlicher Nutzen unklar oder widerlegt ist. Dazu gehören sogenannte IgG-Tests, Haaranalysen, Bioresonanz oder kinesiologische Tests.“

Die Rolle der Lebensmittelindustrie

Auch die Lebensmittelindustrie hat den Trend erkannt und setzt verstärkt auf gluten- und laktosefreie Produkte. Die auffällige Werbung mancher Hersteller sowie die Vielzahl der angebotenen Produkte können bei den Verbrauchern den Eindruck erwecken, so die Verbraucherzentrale Sachsen, dass es sich um besonders qualitativ hochwertige Lebensmittel handle, die das Wohlbefinden steigern und beim Abnehmen helfen.

Die vielen Berichte über Stars und ihre Ernährungsspleens fördern diesen Eindruck. Lebensmittel, die frei von Gluten oder Laktose sind, gelten daher häufig als Lifestyle-Produkte. Umfragen zufolge ernähren sich bis zu zehn Prozent der Menschen glutenfrei – und das obwohl sie das nicht bräuchten. „Das ist eine Modeerscheinung. Die Menschen glauben, dass Gluten für alle möglichen Beschwerden verantwortlich ist“ sagt Jörg Kleine-Tebbe. Andererseits gäbe es tatsächlich Menschen, die Gluten nicht vertragen; etwa ein Prozent der Bevölkerung würde zum Beispiel an Zöliakie, einer Erkrankung bei der sich IgA-Antikörper und Entzündungen im Darm bei Ernährung mit Gluten bilden, leiden und die müssten das Klebe-Eiweiß konsequent meiden.

Viel Unwissen

Doch wie können Ärzte ihre Patienten davon überzeugen, dass sie nicht unnötig auf Lebensmittel verzichten müssen, wenn vermeintlich eine Allergie oder Intoleranz vorliegt? „Vertrauen gewinnen“ antwortet Jörg Kleine-Tebbe. „Und den Patienten anschließend aufklären.“ Torsten Zuberbier sieht das ähnlich. „Diagnose, Beratung und Aufklärung sind das A und O,“ meint er und nennt folgendes Beispiel:

Menschen mit nachgewiesener Kuhmilchallergie müssen das Allergen, in diesem Fall die Milch, in jedweder Form meiden. Aber eine Kuhmilchallergie ist sehr selten im Gegensatz zu einer Laktoseintoleranz. Die Folgen beider Unverträglichkeiten können manchmal ähnlich sein: Bauchkrämpfe, Verdauungsbeschwerden, Unwohlsein. Aber für Menschen mit Kuhmilchallergie kann der Kontakt mit dem Allergen mitunter lebensbedrohlich werden (anaphylaktischer Schock). Bei einer Laktoseintoleranz passiert dies nicht. In so einem Fall reicht es aus, wenn die Betroffenen stark laktosehaltige Lebensmittel meiden oder bei Bedarf Laktasetabletten zu sich nehmen, um den Milchzucker richtig zu verdauen.

Hier gibt es viel Unwissen: „Menschen mit Laktoseintoleranz verzichten oft unnötig auf Milchprodukte, die von Natur aus kaum oder gar keine Laktose enthalten. Dazu gehören Schnittkäse oder Mozzarella. Dann wiederum gibt es Produkte, etwa Vollmilchschokolade, denen Milchpulver konzentriert zugefügt wird, und die einen hohen Laktosegehalt aufweisen. So kann die groteske Situation entstehen, dass im Einkaufswagen die teure laktosefreie Milch, zum Wohle der Gesundheit, neben dem Fünferpack Schokoriegel liegt“ erläutert Torsten Zuberbier. „Je nach Unverträglichkeit lassen sich gute Ernährungspläne aufstellen, die viele Lebensmittel beinhalten. Abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig, deshalb sollte man nicht unnötig auf Lebensmittel verzichten, die für den Körper wichtig sind.“

Doch nicht immer ist eine Intoleranz oder Allergie an Magen-Darm-Beschwerden schuld. Denn manche Lebensmittel sind einfach schwer verdaulich und sollten daher immer nur in Maßen verzehrt werden. „Ein Teller voller Pilze, Bohnen und Sauerkraut, dazu ein großes frittiertes Schnitzel an dunkler Mehlschwitze, ein Stück Sahnetorte, fünf Scheiben Käse und drei Gläser Rotwein: Natürlich kommt es da zu Beschwerden, denn die Mengen an sich und ihre Kombination sind nicht gut verträglich“, so Torsten Zuberbier.

Exkurs: Nachweis von Allergien und Intoleranzen

„Ob und welche Unverträglichkeit vorliegt, klären wir zunächst in einem Gespräch über die Beschwerden und Ernährungsgewohnheiten,“ so Torsten Zuberbier. „Wenn wir eine Allergie vermuten, wird dieser Verdacht mit einem Hauttest und/oder Bluttest weiter abgesichert.“ Allerdings zeigen solche Tests nur die Sensibilisierung für einen bestimmten Stoff an – ein Beweis für eine Allergie sind sie nicht. Der anschließende Provokationstest bringt dann Sicherheit. Hierfür ernähren sich die Patienten einige Zeit allergenfrei. Im Anschluss erhalten sie unter ärztlicher Kontrolle geringe Mengen des Lebensmittels.

Zur Diagnose der Nahrungsmittel-Intoleranzen stehen eine Reihe von diagnostischen Mitteln zur Verfügung, die sich zum Teil von allergologischen Tests unterscheiden. Neben einer ausführlichen Anamnese sowie das Führen eines Ernährungstagebuchs kommen Atemtests oder auch Provokationen zum Einsatz. „Wenn dann eine exakte Diagnose vorliegt, können wir gemeinsam mit dem Patienten einen geeigneten Therapieplan entwickeln,“ so Torsten Zuberbier.

 

 

117 Wertungen (3.56 ø)
Bildquelle: Ewan Munro, flickr / Lizenz: CC BY-SA

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37 Kommentare:

Dr. Karl Balusek
Dr. Karl Balusek

“Wenn der Mensch keinen Glauben mehr hat wird der Körper zum Tempel, und Gesundheit zur Religion” . Ich empfehle “Wunderheiler” von E. von Hirschhausen. Und wer jetzt jammert, “getretene Hunde bellen”.

#37 |
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#33 und #35: Vielen lieben Dank

#36 |
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Gast
Gast

Schöne Artikel .

#35 |
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Manfred L. DIETWALD, Apotheker
Manfred L. DIETWALD, Apotheker

Vor etwa 70 Jahren war jeder froh, wenn er Milch, Mehl, Fett oder Fleisch ergattern konnte, Inzwischen hat unser Kientel bewiesen, dass sein Intellekt bestens funktioniert, deswegen hat man Angst, dass der Körper versagt. Es gibt Mangelernährung in grossen Teilen der Menschheit, Übergewicht auch hierzulande und Hundertjährige, die alle Ratschläge missachtet haben. Wenn man bedenkt, dass Gluten mit Alkohol extrahiert wird und dieser dann mittels Destillation weiterverwendet werden kann, um das glutenfreie Produkt teurer werden zu lassen, müßte man von einer Geldallergie sprechen.

#34 |
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Dr Wolfgang Funk
Dr Wolfgang Funk

Liebe Frau Kerscher-Hack,

lassen Sie sich von den Fakten-Intoleranten nicht irritieren, Ihr Artikel besticht durch seine ausgewogene Herrangehensweise. Das stört natürlich alle, die von alternativen Fakten leben!

#33 |
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@30: Auch wenn es vermutlich anders beachsichtigt war, aber dieser Kommentar ist keine Werbung, sondern faktisch Anti-Werbung für die Bücher von Herrn Bolland: Wer einen kausalen Zusammenhang zwischen dem geringen Casein-/Gliadin-Konsum in Japan und der dortigen hohen Lebenserwartung behauptet, hat den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität nicht verstanden. Auf dem gleichen logischen Niveau könnte man behauptet, die Lebenserwartung in Japan wäre deshalb so hoch, WEIL dort viel mehr Sake getrunken oder viel mehr Algen gegessen werden als bei uns. Oder umgekehrt: Die Magenkrebsprävalenz ist in Japan so hoch wie nirgendwo sonst auf der Welt, WEIL dort so wenig Casein/Gliadin verzehrt wird. Das ist natürlich Unsinn…

#32 |
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Ich bin Zöliakie Patient und muss somit auf alle glutenhaltigen Lebensmittel verzichten. Ich bin heilfroh über den Trend zum Glutenverzicht, da es dadurch immer mehr Angebot gibt und die angebotenen glutenfreien Lebensmittel immer günstiger werden. Viele Lebensmittel werden ausschliesslich aus lebensmittelTECHNISCHEN Gründen OHNE NOT mit glutenhaltigen Produkten versetzt. Ich frage mich also, warum man Menschen dazu überzeugen muss, glutenhaltige Produkte zu essen !! Lasst die Leute doch !!! Es gibt keine gesundheitlichen Einschränkungen, geschweige denn Mängel, wenn man darauf verzichtet …. also so what ??? Die Menschheit kann auch gut OHNE Gluten überleben …. dafür bin ich und alle anderen Zöliakiepatienten das beste Beispiel

#31 |
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Dr. med. Axel Bolland
Dr. med. Axel Bolland

Schlecht recherchiert Frau Kerscher-Hack. Der Volksmund spricht: “Schuster bleib bei Deinen Leisten!” Bleiben Sie also bitte bei der Pharmakologie.
Ich führe seit 35 Jahren Tausende durch Heilfastentherapien. Beim Heilfasten nach Pastor Felke gibt es keine glutenhaltigen Nahrungsmittel und keine Milchprodukte. Beide zusammen stellen unsere Grundnahrungsmittel dar und wirken als Spättypallergien so, dass die Menschen sie erst bemerken, wenn sie sie einige Tage meiden. Meine Erfahrungen dazu habe ich ich in zwei Büchern beschrieben. Das erste umfasste eine 7 jährige Praxisstudie und das zweite ist die überarbeitete 2. Auflage, die 7.2016 erschien. “Pro Gesundheit – contra Gluten”. Darin werden Sie einiges lesen, was Sie nicht wussten. Z. B., dass Laktoseintoleranz nicht das eigentliche Problem ist, sondern die Caseinintoleranz bezogen auf Kuhmilch. Casein und das Gliadin aus dem Gluten kann unser Körper kaum unterscheiden. Beides haben die Japaner bisher kaum in ihrer Nahrungskette gekannt. Nun raten Sie mal warum die Japaner noch die gesündesten Menschen sind, die am längsten leben? Richtig, weil sie kein Gluten und kein Casein essen.

#30 |
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Birgit Hörger
Birgit Hörger

Kurz und bündig: So viel unzureichend recherchierte und falsche Aussagen sowohl im Artikel als auch in den Kommentaren habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Mir ist die Zeit zu schade, auf so einem Niveau mein Wissen zu “erweitern“. Ähnlich wie in der Impffrage wird das so hoch eingeschätzte, aber doch so unzureichende Wissen der klassischen Medizin als Messlatte für alle Thesen und Therapien verwendet. Mit wieviel Erfolg???
Sehr schade. Ein Appell an die Redaktion, etwas besser auszuwählen und ein höheres Niveau anzustreben.

#29 |
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Gast
Gast

@27, vielleicht weil sie auf den Fortbildungen von Falk&Co nichts darüber
lernen und es lustiger ist, sich über die eingebildeten Kranken zu amüsieren?
Mir geht es jedenfalls weniger schlecht, solange ich Zusatzstoff-arm esse, wenig tierisches Eiweiß, und wenn, dann in Bioqualität.

#28 |
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Dr. Gero Beckmann
Dr. Gero Beckmann

Wieso werden die meisten Beschwerden “rund um den Darm” herum – auch in Fachkreisen – sehr schnell recht ideologisch und apodiktisch diskutiert? Wie wäre es mit einer Diagnostik aus ärztlicher/therapeutischer Hand, die berücksichtigt, dass der Darm einerseits prinzipiell durchlässig sein MUSS und andererseits eine lebenswichtige Barrierefunktion erfüllen MUSS. Kommt es hier zu Störungen welcher Art auch immer, dann knallt es…Ergo wäre doch sinnvoll, sich die intestinale Mikroflora nebst Entzündungs- und Verdauungsparametern anzusehen, daneben das darmschleimhautassoziierte Immunsystem sowie Parameter der Schleimhautintegrität. Und dann ggf. in einem 2. Schritt spezifische Antigene etc. testen. Wie sagte es der Kliniker NAEGELI: “vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gesetzt”….

#27 |
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Gast
Gast

#25: Etwas plump ausgedrückt: Verbraucher haben auch jahrhundertelang mit den Füßen für Aderlass abgestimmt. Hat es ihnen geholfen? Sicher nicht.

#26 |
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Gast
Gast

Das was uns als Milch und Weizen angeboten wird, hat mit Milch von einer gesunden, auf einer Weide gehaltenen Kuh mit 3500l Jahresleistung, nichts mehr gemein, und Weizen mit dem Brotgetreide von vor 100 Jahren auch nicht mehr. Die Weizenfelder werden zum “reifen” mit Glyphosat gesprüht, kurz vor der Ernte, ein Schelm, der meint, daß das Probleme bereiten könnte.Wie auch immer, Menschen, die auf bestimmte Nahrungsmittel ( Lebensmittel möchte ich dazu nicht mehr sagen) verzichten und zwar konsequent sind nicht hysterisch und sicher auf einem guten Weg, den man sicher noch optimieren kann, als Autoimmunkranker sogar muß. Verbraucher stimmen mit den Füßen ab.

#25 |
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Weitere medizinische Berufe

„Wenn dann eine exakte Diagnose vorliegt, können wir gemeinsam mit dem Patienten einen geeigneten Therapieplan entwickeln,” so Torsten Zuberbier.
Als Ernährungstherapeutin mache ich die Erfahrung, dass dieser “geeignete Therapieplan” sich in aller Regel auf ein ausgedrucktes Merkblatt beschränkt, wenn Ärzte sich nicht mit Ernährungstherapeuten vernetzen, weil Ärzte gar nicht die Zeit haben, die Ernährungslenkung ausführlich zu besprechen und über je nach Indikation über mehrere Stunden individuell zu planen. Ich fände es angebracht, an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass diese Ernährungslenkung, Vertiefung und fallweise Benennung weiterer Verdachtsdiagnosen mit Empfehlung zu weiteren Untersuchungen in Zusammenarbeit mit qualifizierten Ernährungstherapeuten (Oecotrophologen, Ernährungswissenschaftler, Diätassistenten) erfolgt. Das Wohl des Patienten hängt von funktionierender Interdisziplinarität ab. In diesem Sinn würde ich mir eine bessere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Ernährungstherapeuten wünschen. Ernährungstherapie bei LM-Allergien oder Unverträglichkeiten wird von Krankenkassen nach § 43 SGB V bezuschusst oder sogar komplett übernommen.

#24 |
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Medizinjournalist

Wer konditioniert denn die absurde aber völlig durchgesetzte Hilflosigkeit der modernen Konsumzivimenschen?

Werbung Tag und Nacht. Attribute, die angeblich Verbesserungen enthalten, sind wegen tatsächlich erledigter günstiger zuführbarer “Weiterntwicklungen” eher schädlich oder wenigstens nicht notwenig und müssen daher umdiktiert in die Kosumhirne hineingepresst werden. Das was unser Körper kann, ist begraben unter Bergen von Leid und Elend und Schmerzen und Hoffnungslosigkeit – alles virtuell. Nach derartigem Training müsste man dem Hund nur noch den Wecker im Fernsehen zeigen, dann liefe schon der Magensaft. Menschen sehen vor ihrem inneren Auge bei jedem Gesicht egal ob im Fernsehen oder echt eine Leidensliste von mehreren Kilometer und flugs gehen sie erschlagen und entmutigt in die Apotheke und kaufen sich ein gutes 5-Minuten-Gewissen mit irgendwas von Ratiopharm und oder all den anderen Kondtitionierungsexperten der Pharmasseure.

#23 |
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Nichtmedizinische Berufe

gast 18 : Auch auf die Gefahr einer Menge Dislikes ;) – den Leuten geht es schlecht oder zumindest nicht gut. Immer Bauchdrücken, Durchfälle oder Blähungen ohne genaue Ursache trotz ärztlicher Abklärung. “Funktionelle Störung” schreibt der Arzt dann auf. Und dann fängt der Patient halt an wie Junigast 21 beschreibt, mit dem Weglassen verschiedener Lebensmittel .
Nebenbei bemerkt, man weiß, dass Darmprobleme auf grund der dort stattfindenden Serotoninproduktion auch ganz schön auf die Stimmung schlagen.
Die zweite Gruppe ist diejenige, der es eigentlich gut geht , die gesund, fit und schlank sind und denken, durch eine bestimmte Art Lebensmittel können sie das optimieren.
Das ist das Problem des Optimierungwahnes überall. Und dann kommen ja auch die Diskussionen auf, Leute, die das nicht tun, höhere Krankenkassenbeiträge bezahlen zu lassen.
Überall herrscht Heuchelei ohnesgleichen.
Übrigens: Ich hatte bisher einen einzigen Hausarzt, der mich mit Ernährung umfassend und gut beraten hat, leider bin ich in eine andere Stadt gezogen. Andere Ärzte gehen nicht darauf ein.

#22 |
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Junigast
Junigast

Danke für diesen interessanten Artikel.
Dennoch – ich habe wie viele Pat mit autoimmunen Erkrankungen mehr als 20 Jahre Unwissen, Desinteresse und Abkanzelung von Ärzten erlebt. Nur mithilfe eines kompetenten Selbsthilfe Forums und intensiver Lektüre aktueller Forschungsergebnisse konnte ich wieder ein normales Leben leben. Nicht jeder hat die Fähigkeit dazu.
Derart allein gelassen, sowohl auf dem Land als auch in der Stadt, ist man natürlich auf der Suche nach Dingen, die helfen. In diesem Bereich ausgebildete Ärzte, die den Regelkreis der Schilddrüse verstehen, schon mal etwas von der Blut-Hirn-Schranke gehört haben, von leaky gut, von sibo, einen Überblick über verfügbare Medikamente besitzen und vielleicht auch noch zur Einstellung anleiten können, das wäre eine Lösung. Stattdessen begegnen den Pat nur die Stell dich nicht so an Variante. Aerzte, die selbst gleich alt sind und 50 Std in der Woche arbeiten, erzählen mir, es sei OK, nach einem halben Tag erschöpft und verzeifelt auf der Couch zu liegen.
Also probiert man alles. Auch Nahrungsmittel auszutauschen. Und so führt das Weglassen von glutenhaltigen Speisen plötzlich zur Entdeckung vieler wunderbarer Alternativen. Tatsächlich habe ich persönlich nie so viele Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte genossen wie jetzt. Und wenn ich tatsächlich Lust auf ne Pizza habe, esse ich sie. Aber nicht täglich 5x . In dem Bewusstsein, dass die Medizin eben nicht alles weiss und vieles diagnostizieren, aber nicht erklären kann.
Uebrigens, Seither habe ich zum ersten Mal seit mehr als 20 J. Konstant keine Antikörper mehr. Ich habe auch Gottlob Ärzte, die das prüfen. Das wäre doch mal eine Forschung wert? Statt sich abwechslungsreich und vollkornig ernährenden, ihr Brot selbst backenden Menschen zu sagen, die weissen Brötchen beim Bäcker seien so wahnsinnig gesund? Und jeder, der aus jahrzehntelanger Verzweiflung mal was probiert, spinnt?
Wenn ich bei meiner Brottheke, bei der fünf grosse Bäcker ihre Ware feilbieten, nach einem Brot mit Vollkorn Frage, gibt es unter den hunderten Produkten – zwei! Der Rest ist Weissmehl. Guten Appetit! (:-))

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Es ist auch immer eine Tragödie, wenn die Patienten von einer “Jod-Allergie” berichten und das iv-Kontrastmittel ablehnen. Meist geht es um kleine Pickelchen vor 20 Jahren nach einer Jodsalbe oder um Übelkeit nach einer iv-Galle vor 30 oder mehr Jahren. Das hat natürlich nichts mit den modernen Kontrastmitteln zu tun. Aber es kostet enorm viel Zeit, das jedes Mal zu erklären, weil der Lieblingshausarzt eben behauptet hat, der Patient hätte eine “Jodallergie”. Man könnte natürlich das ganze Problem lösen, indem man einmal Rat bei uns einholen würde. Aber das scheint zu anstrengend zu sein.

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Joachim Grüner
Joachim Grüner

Das Schöne an der Orthorexie ist, dass sich die davon Betroffenen durch ihre Besserwisserei selbst die Lebensqualität nehmen – die gerechte Strafe für ihre Nerverei. Der Spaß hört allerdings auf, wenn sie ihre hirnverbrannten Diäten ihren Kindern aufzwingen, die sich nicht dagegen wehren können.

#19 |
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Gast
Gast

#17: Darum geht es doch gar nicht. Selbstverständlich macht es Sinn, ein bestimmtes Lebensmittel wegzulassen, wenn es einem dadurch besser geht (insbesondere wenn man wie bei Ihnen sogar einen möglichen organischen Zusammenhang kennt).
Aber Sie werden einen ganzen Haufen Leute finden, die sich ohne jegliche Diagnostik z.B. eine Glutenunverträglichkeit zuschreiben, oder noch schlimmer mit Pseudodiagnostik (wie z.B. die oben erwähnten IgG-Testkits) eine ganze Latte Lebensmittel für sich ausschließen, und das eben oftmals völlig sinnlos.
Es kann ja auch durchaus sein, dass man eben z.B. bei einem Reizdarm-Patienten nie zu einer objektivierbaren Diagnose kommt.
Aber sich völlig ohne Diagnostik aus der puren Überzeugung Allergien u.a. anzudichten macht eben auch keinen Sinn.

#18 |
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Nichtmedizinische Berufe

ich habe seit einem Monat Durchfall und leichte Übelkeit, mein Hausarzt hat Stuhlprobe und Blutprobe untersucht. Ergebnis: Nix – laut der Ergebnisse pumperlgesund. Nur – das Problem ging davon nicht weg.
ich habe selbst gemerkt, dass ich kein Fett mehr vertrage und angefangen, sehr fettarm zu essen. Seitdem geht es mir besser. Wenn jemand auf ein Nahrungsmittel verzichtet und merkt, Blähungen und Durchfälle gehen weg, dann will ich den Arzt sehen, der ihm das ausredet.
Die meisten Ärzte sind doch froh, wenn es dem Patienten durch so etwas Alltagstaugliches wieder gut geht.
(Ein mir bekannter Heilpraktiker denkt in meinem Fall, ich leide an einem Postcholezystektomiesyndrom, damit wäre es keine typische Nahrungsunverträglichkeit, aber das nur am Rande).

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@kommentar 14. In dem Text steht doch, dass verschiedene Ursachen für die selben Symptome in Frage kommen. Und das daraus falsche Schlüsse gezogen werden können (Milch/Lactose wird als Beispiel genannt). Warum sind dann gleich Patienten entmündigt und Ärzte arrogant??? Vielleicht sind Sie in der glücklichen Lage das alles zu erfühlen. Den meisten bleibt dies aber verschlossen. Da ist dann eine richtige Beratung nicht verkehrt.

#16 |
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Gast
Gast

#14: Manche Mediziner haben aber auch mehrere Jahre studiert, um sinnvolle Diagnosen zu stellen.
Natürlich können Sie das in Eigenverantwortung machen und wenn Sie der Überzeugung sind, irgendetwas nicht zu vertragen, es einfach weglassen.
Dann stehen manche Menschen aber irgendwann mit Listen von Lebensmitteln, die sie nicht mehr essen da, was definitiv die Lebensqualität irgendwann einschränkt, bzw. auch einfach sehr teuer wird (z.B. glutenfreie Ersatzprodukte etc).
Daher macht es schon Sinn, bei einer solchen vermuteten Unverträglichkeit eine funktionierende Diagnostik zu machen. Das hat nichts mit Arroganz zu tun.
Niemand zwingt Sie im übrigen dazu.

#15 |
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Gast
Gast

Was kann falsch daran sein, als Patient Eigenverantwortung zu übernehmen und auf seine körperlichen Reaktionen zu achten? (Und konsequent danach zu handeln). Manche Mediziner haben eine fatal arrogante Einstellung ihren Patienten gegenüber.

#14 |
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Gast
Gast

@#7: die Lactase wird vor Ultrahocherhitzung und Homogenisierung zugesetzt und wird anschliessend (wenn die Laktosekonzentration weit genug abgesunken ist) inaktiviert, d.h. in der lactosefreien Milch ist keine Lactaseaktivität mehr enthalten.

#13 |
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Gast
Gast

Wer sich einmal genauer mit Autoimmunerkrankungen und deren Entstehung beschäftigt, mit “leaky gut” und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, der wird bei intensiven Nachforschungen und Lesen vieler Forschungsarbeiten darauf stoßen, dass nicht alles, was wir tagtäglich konsumieren, uns auch wirklich guttut.
Nicht allein das Getreidekorn selbst, sondern auch die speziellen Züchtungsrichtungen und der Herstellungsprozess von Backwaren beeinflussen die Verdauung immens. Unsere Großeltern haben ihre Nahrung teilsweise noch ganz anders zubereitet: Natursauerteigführung, Wässern von Hülsenfrüchten, etc.
Vielleicht reagieren weniger Menschen auf Gluten als vermutet, aber vielleicht viel mehr auf Weizen, ATIs oder anderen Lektinen in Lebensmitteln, weil wir in unserer Umwelt so vielen Belastungen ausgesetzt sind, dass man einfach überreagiert. Schwermetallbelastungen, Elektrosmog, künstliches Licht, processed food, Stress … das alles macht uns krank. Und der Darm ist auch nur 1 Organ, welches im Gesamtsystem reagieren kann ….
Aber gut zu wissen, dass IgG- Tests nicht aussagekräftig sind, sondern lediglich die Exposition gegenüber einem Stoff darlegen.
Tests zur Bestimmung der Darmflora und auf Leaky gut hingegen finde ich als sinnvoll bei Verdauungsbeschwerden und rheumatischen/ autoimmunen Erkrankungen – das Immunsystem sitzt zu 80% im Darm!

#12 |
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PD Dr. rer.nat. Gernot Zissel
PD Dr. rer.nat. Gernot Zissel

#7 isst die Frage ernst gemeint? Wie war das noch damals in Biochemie?

#11 |
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Gast
Gast

#5 Sie vergleichen Äpfeln mit Birnen und Tomaten.
Ein Problem mag ja sein, dass in unserem Gesundheitssystem der Hausarzt kaum noch Zeit hat (wechseln?) oder nicht ausreichend aus- oder fortgebildet ist (wechseln?).
Das andere große Problem, ist eines dass das Verständnis von Ursache und Wirkung. Wie im Artikel beschrieben gibt es Unterschiede zwischen Unverträglichkeiten und Allergien. Die Symptome mögen die gleichen sein, aber die Behandlungen erfolgen anders. Weil die Ursachen andere sind.
Einfach auf Brot zu verzichten, weil “das” Blähungen macht, ist auch zu kurz gedacht. Schauen Sie genauso differenziert, wie sie es vom Arzt verlangen. Haben Sie Symptome auf von selbst gebackenen Brot, von Brot mit Biomehl, von Brot aus Emmer oder Einkorn? Ändern Sie ihre Ernährung nicht einseitig aber Konsequent.

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Mitarbeiter Industrie

Ach ja, die vielen Allergien und Unverträglichkeiten…
Dabei wissen die meisten dieser “Leidenden” noch nicht einmal den Unterschied!
Mir kommt der Verdacht, dass es sich um ein Leiden handelt, das mit “Luxusprobleme von Überflussgesellschaften” treffend umschrieben ist.

#9 |
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Gast
Gast

Man darf nicht vergessen, dass viele sich nicht unbedingt gesund ernähren, sondern einseitig mit Fertigprodukten (mit oft hohem Anteil von Glucose-/Fructosesirup, Milchzucker), viel zu viel Süßigkeiten, zu wenig Obst und Gemüse, und zu viel Alkohol. Dass das Nebenwirkungen haben muß (neben Übergewicht), ist eigentlich logisch…

#8 |
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Gast
Gast

Mal eine Frage: Ist die Lactase in lactosefreier Milch noch aktiv, oder wird sie vor dem ultrahocherhitzen zugesetzt? Also, kann man mit lactosefreier Milch Lactasetabletten substituieren?

#7 |
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Gast
Gast

Klar, der Reizdarm ist nur eingebildet…

#6 |
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Bettina H.
Bettina H.

Zur Zeit läuft Online ein Autoimmunkongress2017, zu dem man sich kostenlos anmelden kann, und hier kommen auch viele Ärzte (teilweise selbst betroffen) zu Worte und berichten über neueste Erkenntnisse über Zusammenhänge unserer heutigen Ernährungsweisen und unserem Immunsystem. Der reale Alltag in einer Arztpraxis bei Patienten mit Unverträglichkeiten sieht leider auch anders aus als hier beschrieben. Und der Realität folgen die Erkrankungen, auch wenn es überall auf dem Papier anders beschrieben wird. In einem 3-Minuten Termin hat der Patient keine Chance über seine Empfindungen/Reaktionen bei bestimmten Nahrungsmitteln zu berichten, eher haben die meisten keine Vorstellung von den Zusammenhängen ihrer Symptome (Blähungen, Verstopfung, Durchfall usw). Genau hier fängt die Pflicht des Arztes an (Differentialdiagnostisch) zu der Problematik abzufragen! Wieviele machen dies in Wirklichkeit? man bekommt ein Mittelchen für die Blähungen, für das Sodbrennen, für den Durchfall ..und dann schauen wir mal… DAS ist leider die Realität! und erst wenn ich evtl zum 5.mal mit den gleichen Probleme komme, kommt evtl mal ein Arzt auf die Idee, etwas weiter nachzuforschen… wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

#5 |
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Gast
Gast

Zum Thema Gluten sollten die (repraesentativen?) Kollgen die Forschungsergebnisse von Prof.Fasano lesen.

#4 |
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Gast
Gast

Und wer die ganze Zeit in seinen Körper hinneinhorcht, der wird am Ende noch jeden quersitzenden Pups überinterpretieren und neben einer Eß- womöglich noch eine Angststörung entwickeln…

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Gast
Gast

#1: Ja, man sollte auf seinen Körper hören. Weil man Blähungen hat zu sagen, dass man eine Glutenunverträglichkeit hat, ist halt trotzdem Unsinn.
Und nur weil es Hausärzte geben mag, die da nicht richtig diagnostizieren, heißt das ja nicht das man nicht auch diagnostische Mittel an der Hand hätte.
Und wenn man eben alles nicht mehr isst, von dem man sich überlegt dass man da eine Unverträglichkeit haben könnte, dann kommen eben auch Leute mit Essstörungen dabei heraus, die dann völlig ohne organischen Grund fast nichts mehr essen “können”.

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Gast123
Gast123

“Nur ein kleiner Bruchteil von ihnen leidet tatsächlich an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit.”

Als ob die Medizin auch nur ansatzweise so weit wäre, zu verstehen, welche Wirkungen sämtliche Bestandteile von Nahrung im Körper haben. Auf Radio Deutschlandfunk gibt es dazu einen sehr differenzierten Beitrag, in dem Ärzte zu Wort kommen, die z.B. an anderen Inhaltsstoffen als Gluten im Weizen forschten, die bei manchen Patienten nachweislich Entzündungen hervorrufen. Oder wie die industrielle Fertigung den nötigen Reifeprozess bei Brot stark verkürzt. Was hilft mir da ein 1minütiges Gespräch mit meinem Hausarzt, nachdem im Blut keine Marker gegen Gluten gefunden wurden, und ich trotzdem nach Brotkonsum Blähungen bekomme?

Man sollte weder auf Trends, Industrie noch Gesundheitswesen, sondern mehr auf seinen Körper hören.

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