Come in and burn out

24. August 2010
Teilen

Burnout ist in aller Munde. Es ist schick, weil damit die eigene hohe Leistungsbereitschaft unter Beweis gestellt werden kann. Mit der Modewelle lässt sich gutes Geld verdienen. Burnout komme die Volkswirtschaft teuer zu stehen, warnen dagegen die Gesundheitsexperten.

Man könnte meinen, wir sind ein Volk der Ausgebrannten. Stressgeplagte Manager, ausgelaugte Lehrer und Pfleger, überarbeitete Ärzte, überforderte IT-ler, von Ängsten aufgefressene Mitarbeiter, die um ihren Arbeitsplatz bangen, depressive Arbeitslose und mehrheitlich Frauen leiden unter Burnout und damit unter einem Syndrom, zu dem es bisher keine eigenständige Krankheit gibt. Denn Burnout verhält sich wie ein Puzzle, in dem auch noch viele Puzzleteile fehlen. Dennoch entwickelt die Zahl der Ausgebrannten seit ein paar Jahren eine beachtliche Eigendynamik. Laut Gesundheitsexperten mit beängstigenden Schäden für die Volkswirtschaft. Die wahren Hintergründe dieser Entwicklung wurden bisher nicht hinreichend erforscht. Die Begründung reicht von veränderter Kodierqualität seitens Ärzten, vermehrtem Arbeitsdruck in den Unternehmen bis zu Folgen von Hartz IV.

Arbeitsbedingte Überbeanspruchung und Erschöpfung

In der Fachwelt hat sich der Begriff “Burnout-Syndrom” als Komplex verschiedener Symptome etabliert, erfahren wir aus dem Robert Koch-Institut. Unter Burnout verstehe man ursprünglich die negativen Folgen beruflicher (Über-)Beanspruchung mit mentaler Erschöpfung, innerer Distanzierung und daraus resultierendem Leistungsabfall. Das Institut führt seit 2008 eine groß angelegte Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) durch, in der auch Daten zu Burnout erhoben werden. Erste Ergebnisse sollen 2013 vorliegen. Der Begriff Burnout wurde erstmals 1974 von dem amerikanischen Psychoanalytiker Herbert Freudenberger eingeführt. Seitdem wurden zahlreiche Phasentheorien entwickelt, wobei die von Maslach et al. die bekannteste ist. Die wohl umfangreichste Studie, das Copenhagen Burnout Inventory, ermittelte 2004 einen arbeitsbedingten Burnout bei 20 Prozent der Studienteilnehmer. Tatsache ist, dass es bisher keine eindeutigen Definitionen für das Burnout-Syndrom gibt. Erschwerend kommt die Komorbidität mit somatischen Erkrankungen wie Rückenschmerzen, Kreislauf-, Darm-, Magensymptome, etc. hinzu. Auch der Missbrauch oder die Abhängigkeit von psychotropen Substanzen kann Folge eines Burnout-Syndroms oder einer psychischen Störung sein, muss aber nicht. Daher ist die Frage, wie groß der volkswirtschaftliche Schaden nun tatsächlich ist, nicht wirklich mit konkreten Zahlen zu beantworten.

Zahlen psychisch bedingter Erkrankungen steigen

Ein Indiz für die wachsende Zahl von Burnout-Fällen könnte die Diagnosegruppe Z73 der internationalen Klassifizierung ICD-10 (Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung, u.a. Ausgebranntsein und Zustand totaler Erschöpfung) liefern. Aus einem Dossier der Barmer-GEK geht beispielsweise hervor, dass die Zahl ihrer Versicherten, die in der Vergangenheit mit Z73 diagnostiziert wurden, von 2006 bis 2008 um ein Drittel gestiegen ist. Z73 ist allerdings ungeeignet, wenn die tatsächliche Zahl der Ausgebrannten annähernd ermittelt werden soll. Denn in den Arztpraxen werden überwiegend Einzeldiagnosen wie Angst– oder Schlafstörungen, Depression, etc. gemäß Kapitel V der ICD-10, “Psychische und Verhaltensstörungen”, gestellt. Diese können, müssen aber nicht, Folge eines arbeitsbedingten Burnout-Syndroms sein. Feststellbar ist lediglich, dass die Zahl der psychischen und verhaltensgestörten Erkrankungen insgesamt in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist. So sind die Krankenhausfälle laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) zwischen 2000 und 2008 um rund 40 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum nahmen die Arbeitsunfähigkeits-Fälle bei AOK-Pflichtversicherten aufgrund Psychischer- und Verhaltensstörungen um 24 Prozent zu. Vermutlich trifft diese Größenordnung auch für alle anderen Krankenkassen je nach Mitglieder-Struktur mehr oder weniger zu. Bei der Barmer-GEK sind beispielsweise 60 Prozent der Versicherten Frauen. Entsprechend höher liegen die Zahlen der psychisch Behandelten.

Unzureichende Datenbasis für Schätzung der Burnout-Kosten

Die aktuellsten Zahlen der GBE zu den direkten Krankheitskosten in der ICD-Klassifikation “Psychische und Verhaltensstörungen” stammen aus dem Jahr 2006. Demnach betrugen die Kosten insgesamt rund 26,7 Milliarden Euro und belegten damit Rang drei hinter Krankheiten des Kreislauf- und des Verdauungssystems. Darin enthalten sind Behandlungskosten für Demenz, Alkoholmissbrauch, Depression, etc.. Was davon genau auf das Konto Burnout fällt, wurde statistisch nicht erhoben. Diese Mühe machte sich der BKK Bundesverband. Er spricht zwar nicht explizit von Burnout, sondern ermittelte, Stand 2008, 3 Mrd. Euro (bzw. etwa ein Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben) direkte Kosten arbeitsbedingter Krankheit und Frühberentung in Deutschland. Bei den indirekten Kosten, d.h. Lohnfortzahlung und Renten, kommen sie auf 3,3 Mrd. Euro. Das entsprechende BKK-Themendossier verweist allerdings auch auf die unzureichende Datenbasis und die Notwendigkeit der Verbesserung der Schätzmethodik. “An der Ermittlung der Kosten von Erkrankungen, die durch Arbeit verursacht sind, besteht ein beträchtliches wissenschaftliches und öffentliches Interesse”, so der Bundesverband.

Krankenkassen sind alarmiert

Die Barmer-GEK und mit ihr alle anderen Versicherungen zeigen sich jedenfalls alarmiert. In ihrem Gesundheitsreport 2009 forderte die Barmer-GEK Politik und Unternehmen zum Handeln auf. Die Dringlichkeit wird mit beachtlichen Zahlen belegt: In den letzten fünf Jahren habe sich bei ihren Versicherten der Anteil der Diagnosegruppe “Psychische und Verhaltensstörungen” an den Fehlzeiten um 51 Prozent erhöht und sei damit auf Rang 2 nach den Muskel- Skeletterkrankungen mit einer durchschnittlichen Dauer von 39 Tagen gerückt. Das Krankengeld, das die gesetzlichen Kassen nach Ablauf von sechs Wochen zahlen, habe sich von 2006 bis 2008 von 153 Millionen Euro auf 186 Millionen Euro erhöht, heißt es weiterhin im Report. In diesem Jahr startete die Barmer-GEK ein Workshop-Programm, das Unternehmen und Beschäftigte bei der Burnout-Prävention unterstützen soll. Die BKK ihrerseits koordiniert die Kampagne “mensch und arbeit im einklang. move europe“, deren Schwerpunkt 2009 und 2010 auf der Förderung psychischer Gesundheit liegt.

Kostenschätzung aus Sicht des Arbeitsschutzes

Ganz andere Zahlen nennt die Universität Trier. Unter der Leitung von Psychobiologe Professor Dr. Dirk Hellhammer entwickelte ein Team eine Methode, mit der die Ursachen von Stress, Depression und Burnout im frühen Stadium diagnostiziert werden können. Das so genannte “Neuropattern-Verfahren” soll zu einer Senkung der Behandlungskosten beitragen. Zum volkswirtschaftlichen Schaden bedingt durch Stress heißt es: “Rund 65 Milliarden Euro kosten jährlich Arztbesuche, Medikamente und Fehlzeiten am Arbeitsplatz aufgrund von Stress und Depressionen.” Hellhammer beruft sich auf Recherchen aus seinem Institut und auf Zahlen der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. “Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin schätzt die volkswirtschaftlichen Produktionsausfälle auf insgesamt 43 Milliarden Euro bzw. den Ausfall an Bruttowertschöpfung auf 78 Milliarden Euro”, fügt er hinzu. Und was könnte mit dem Neuropattern (NP)-Test aus seiner Sicht eingespart werden? “NP kostet ca. 400 €, also weniger als ein durchschnittlicher AU-Tag. Wir denken, dass wir die Behandlungsdauer deutlich verkürzen können”, so Hellmann.

Bossing, Boreout und Cyber-Bullying

Und wohin geht die Entwichklung? Studierende des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit der Hochschule Darmstadt setzten sich mit verschiedenen Formen psychosozialer Belastungen am Arbeitsplatz auseinander. Daraus entstand die Website “Stoppt die Mobber“. Ausgangspunkt waren zunächst Stress und Burnout als Folge übermäßigen Engagements. “Schnell wurde uns klar, dass wir unser Themenspektrum erweitern müssen”, so Projektleiterin und Psychologin Dr. Dr. Annemarie Rettenwander. Bossing, Boreout und Cyber-Bullying heißen die neuen psychosozialen Belastungen. Ob diese sich genauso bei Wirtschaft und Krankenkassen niederschlagen werden, bleibt abzuwarten.

128 Wertungen (3.65 ø)
Medizin

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

21 Kommentare:

Rousseau:
“Die Bürger voneinander gertennt zu halten, ist zur ersten Maxime moderner Politik geworden.”
Das führt zur Desintegration des Menschen, wie ich an anderer Stelle ausführte.
Was kann man praktisch dagegen tun?
Hier ein kleiner Tipp!
Ein Hochschullehrer (Psychoanalytiker) sagte mir einmal:
Man könne auch von den Patienten lernen.
Das versuche ich in meinem Praxis-Alltag. Es liegt immer ein kleines Notizbüchlein auf dem Tisch. Manche Lebensweisheit, manches zum Schmunzeln kann man vom Patienten erfahren. Dann ist das Gespräch ein Geben und Nehmen und eine Prophylaxe gegen “Ver-Ausgabung”. Man muß natürlich zunächst auch zuhören können.

#21 |
  0
Arzt

Ich persönlich halte nicht besonders viel von dem Begriff Burnout, da er letztlich ein verschleiernder Euphemismus ist. Solche Sprachkonstruktionen befördern genau das Weltbild, welches zu den Symptomen führt. Man darf nicht krank sein, schon gar nicht psychisch. Erlaubt ist gerade noch, es mit seiner Leistungsbereitschaft etwas übertrieben zu haben.

Ein Schritt zur Bekämpfung des Burnouts ist es, das Kind beim Namen zu nennen, nämlich Depression bzw. Angststörung. Denn diese beiden Diagnosen stecken in aller Regel hinter dem verharmlosenden “Ausgebranntsein”.

Erst wenn Betroffene und ihr Umfeld akzeptieren, dass bestimmte Umstände und deren Bewertung zu einer ernstzunehmenden Erkrankung geführt haben, besteht die Chance zu einer nachhaltigen Neuorientierung.

#20 |
  0
Dr.rer.pol. Dieter Korczak
Dr.rer.pol. Dieter Korczak

z
Zur Versachlichung der Diskussion empfehle ich den aktuellen HTA-Bericht des DIMDI zur Diagnostik des Burnout-Syndroms zu lesen

#19 |
  0
Medizininformatiker

Herr Jewgenij Beluchin, Student/in der Humanmedizin: Ihnen sei Dieter Nuhr ans Herz gelegt, der sagte (sinngemäß: wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten. Hoffe, Sie werden niemals als Arzt auf Mensch losgelassen.

#18 |
  0
Apothekerin

Herr Beluchin,

schlafen Sie noch einmal eine Nacht über Ihren Beitrag.
Es mag ja sein, daß sich der ein oder andere gern ein burn out vorschiebt etc. Mag auch sein, daß der Begriff burn out durch die Laien- und Medienwelt einen Semantikwandel erlebt hat.

Jedoch bezeichnet man einen Einzelhandelskaufmann auch hinter der Kasse als Menschen.

Vielleicht führt ja gerade eine Sichtweise wie Ihre bei einigen Menschen zu Minderwertigkeitskomplexen, die dann irgendwann als burn out empfunden werden…

Als angehender Arzt sollten Sie noch einige Vorlesungen zum Thema Sozialkompetenz zu besuchen, sonst laufen Sie Gefahr irgenswann selbst einmal als Ar… tituliert zu werden.

Druschba

#17 |
  0
Jewgenij Beluchin
Jewgenij Beluchin

Ich habe sicher nicht ausreichend Fachkompetenz um das richtig zu beurteilen, aber so wie ich die Sache sehe ist burnout oftmals einfach eine sehr schöne und gesellschaftlich akzeptierte Ausrede für faule Menschen, die keine Lust haben, sich durch das Arbeitsleben zu kämpfen (vor allem wenn’s mal nicht gut läuft). Manchmal scheint es mir auch, dass einfach eine EU-Rente angestrebt wird. Außerdem schließe ich mich meinen Vorrednern an, dass es kein neues Krankheitsbild ist, sondern in den Komplex Depression fällt. Da es heutzutage “uncool” und beschämend ist depressiv zu sein, muss man sich ja einen neunen zeitgemäßen Begriff schaffen, hinter den man sich verstecken kann. Ich will wirklich nicht unsachlich sein, aber es ist vergleichbar mit dem Begriff “Einzelhandelskaufmann”. Klingt doch super und vornehm, bedeutet aber, dass man der Ars** an der Kasse ist.

Es tut mir wirklich Leid, wenn sich einige Menschen persönlich angegriffen fühlen und dass dieser Beitrag insgesamt recht unsachlich ist, aber da hier schon einige subjektive Meinungen geäußert wurden, möchte ich doch gern ein klares Kontra geben.

#16 |
  0

Um mal etwas zum rein körperlichen Aspekt beizutragen: Burn-Out hat viel zu tun mit dem Unvermögen der Nebenniere, weiterhin eine adäquate Cortisolproduktion zu gewährleisten (“adrenal fatigue”). Und natürlich gibt es häufig Probleme bei der Synthese von Serotonin. Die Umwandlung von Tryptophan in Serotonin ist hier zugungsten des Kynurein-Pathways stark eingeschränkt, d.h. es steht auch weniger Serotonin zur Verfügung. Und ich denke, der Stress ist bestimmt der Auslöser, aber doch längst nicht die alleinige Ursache: slow-virus-infesctions, neurotoxische Umweltnoxen u.v.m. spielen eine wichtige Rolle.
Sapere aude

#15 |
  0

“Bewußt sein oder werden und es liegt an jedem selbst”-viel Wahres dabei.Dass einem die Inhalte des Unbewußten zur Gänze zur Verfügung stehen,wäre allerdings Wahnsinn bzw. würde wohl in diesen führen-zumindest wenn es zu schnell ginge.Sich um mehr Bewußtheit zu bemühen,ist schon viel.Mit der “Wahl”-der freien- ist es so eine Sache.Sartre hat in seinen späten Jahren auch die Grenzen der verantwortlichen Entscheidungsfreiheit relativiert.Ein “bißchen” Marxismus ist schon als limitierende “Randbedingung” relevant.Ich denke wir suchen immer zwischen innen und außen unsere Möglichkeit zur Stabilisierung unseres Ichs.Voll zur Verfügung steht uns weder das Innen noch das Außen.Die Gläubigkeit an Kausalitäten allein reicht nicht, die finalen Gesichtspunkte-Werte-sollten in Betracht gezogen werden.

#14 |
  0

Kollege Stahmer hat wesentliche Facetten zum Ausdruck gebracht.Präventionsprogramme als “Gegenmittel” helfen einem Teil für eine Zeit bedingt.Grundlegend ändern sie nichts.Das “Talkshowgewäsch” das mit “Statistiken und Zahlenformeln” den Inhalten ausweicht-pseudowissenschaftlich,mit political correctness usw..-verhindert das zunehmende Konglomerat an Zusammenbruch und Revolte auch nicht.Den Menschen zu reduzieren auf die Effizienz von PC;s-Überkontrolle,Überregulierung bis in die dümmsten Details-ist am Ende leistungsfeindlich und konterkariert sich selbst.Es gibt wohl Nischen für einen sehr fitten und intellektuell agilen Typus-gesund sind diese auch nicht,weder für das Individuum noch für die Gesellschaft.Sie überleben nur besser.Zu viel Zivilisation,zu wenig Kultur.Der Druck der Verhältnisse mit viel individuellem Leid wird die Dinge “regeln”-nicht die Vernunft.Meine Erfahrung.

#13 |
  0
Apothekerin

Ich finde den Denkanstoß von Frau Bäck berechtigt, wenn sie von “schick” schreibt. Der Begriff “burn out” ist fast schon ein Mode-Wort und wird schnell mal so leichtfertig dahingesagt oder dahindiagnostiziert. Ebensolche Diagnosen und Selbstdiagnosen gibt es im Bereich der Depressionen, Autismus etc. Man muss erstmal “dem Kind einen Namen geben”, um es auch abrechnungsfähig behandeln zu können.

Gleichsam empfand ich den Beitrag von Herrn Stahmer sehr bemerkenswert! Er hat es auf den Punkt gebracht.
Ob nun ein echtes (?Definition…) burn out vorliegt oder ein gefühltes burn out: Es sollte – wie Herr Stahmer schreibt – Anlass zur Gesellschaftskritik geben.

#12 |
  0

Wir sprachen gerade drüber

#11 |
  0
Gesundheits- und Krankenpflegerin

Burn-out-Syndrom…irgendwie trifft es uns alle und wie in ein paar Berichten schon richtig geschrieben, es liegt an jedem selbst. Wir befinden uns in einem “Teufelskreis” in unserer Leistungsgesellschaft. Ich sehe es in unserem Beruf, wenn du nicht “funktionierst” bist du schnekk deinen Arbeitsplatz los und was dann? Die Leidtragenden sind unsere Kinder die uneingeschränkt das Desaster abbekommen, egal ob es Lehrer Erzieherin oder Eltern betrifft! Gelassenheit hieße das Zauberwort, Liebe Zuwendung, für einander dasein…aber wer kann diese Werte in unserer “Druckgesellschaft” noch leben….trotz alledem ist die Familie die Wurzel, die Basis, Kraft zu schöpfen, sich in den Arm zu nehmen, füreinander da sein…als 5 fache Mutter weiß ich daß Kinder gerade in der heutigen Zeit Aufmerksamkeit und Liebe brauchen, da sie auch dem Druck in Kindergärten und Schulen ausgesetzt sind…zeigen wir uns, zumindest zuhause, daß wir füreinander da sind und uneingeschränkt zu einander stehen.Das gibt Kraft für den Wahnsinn in unserer Gesellschaft in der nur jeder einzelne etwas für sich tun kann…achtsam sein, sich belohnen und Gelassenheit üben..Natur genießen, Zeit nehmen, das LAchen eines Kindes und die Unbeschwertheit die uns unsere Kinder manchmal noch zeigen können…Kinder beim Spiel zusehen,einen Waldspaziergang, bewußt wahrnehmen…wir können jedem Tag damit anfangen.

#10 |
  0
Uwe Niese
Uwe Niese

“Come in and burn out” und v.a. die Klassifikation “schick” in der Introduktion entsprechen leider in keiner Weise dem differenzierten Text.
Ein kräftiges Hoch dem klugen und nachdenklichen Kommentar des Kollegen Stahmer.

#9 |
  0

Man kann insofern von den Denkern der 68-er kernen, als diese in ihrem radikalen Denken versucht haben an die Wurzeln der Krisen zu gehen. Zeitkritik bedeutet heute eher Phänomene oberflächlich zu beschreiben und sie dann einem Kostenfaktor zuzuordnen. Alle Diskutanden, welche inhaltliche Probleme ansprechen, werden meistens mit Staistiken und Zahlenformeln an die Wand gedrückt oder in eine Außenseiterposition gestellt.
Nun zu dem Begriff Burnout.
Sehr essentiell erscheint mir die Erosion der Werte, der Würde und des Willens zu sein.
Eine Sinnkrise am Arbeitsplatz wird dadurch gefördert, daß eine mangelnde Transaparenz des Arbeitsprozesses und des Firmenträgers (Krankenhaus-Trägers) vorliegt. Zudem kommt eine geringe Gestaltungs-Freiheit: alles ist normiert, erfaß, certifiziert und kontrolliert.
Der Arbeitende fühlt sich als Funktionsträger an seinem spezifischen Arbeitsplatz und nur eine Spezifische Teilkompetenz wird von ihm verlangt. Das führt zu einer Art Abspaltung von seiner Gesamt-Persönlichkeit; das wird mittelfristig seelisch nicht kompensiert. Individualität, Identifizierung, Loyalität, Verantwortung, kreativer Gestaltungs-Willen sind nicht mehr gefragt. Im Zusammenhang mit einer rasanten Veränderung der Rahmenbedingungen, spürt der Arbeitende ein unbestimmtes Gefühl der Desintegration. Für eine kreative Nachdenklichkeit mit Reformvorschlägen bleibt in Beruf und Gesellschft keine Zeit(ist auch nicht erwünscht!). Man spürt, daß man dem fahrenden Zug immer hinter läuft.
“Hecheln ist unsere Leitgeschwindigkeit” (Habermas)
Grundsätzlich meine ich, daß das Phänomen Burnout Anlaß geben sollte zu einer Gesellschafts-Kritik.
Präventionsprogramme mit Immunisierung der Seele im Sinne von Yoga, Sport, Vitamine, Sabatical greifen zu kurz.

#8 |
  0
Weitere medizinische Berufe

ich kenne das auch von meinen Kunden und arbeite mit neuen Disziplin, die Körper Geist und Seele anspricht.Als praktizierende Evangelistin sehe ich zu 80% Heilung im geistigen Bereich durch Gebet und bibellesen, dadurch erfährt auch der Körper heil.
in diesem Sinne …gottes Segen
Susanne Zylla – Kretschmer

#7 |
  0
Dr. Ralf  Hettich
Dr. Ralf Hettich

Was ist eigentlich Burnout und wie ist es definiert?
Beim Literaturstudium für meinen Spezialreport “Das Burnout-Syndrom-Wenn die Arbeit das Leben auffrisst” habe ich mehrere Definitionen für Burnout gefunden:
…….Burnout ist eine Erosion der Werte, der Würde, des Geistes und des Willens – eine Erosion der menschlichen Seele. Es ist ein Leiden, das sich schrittweise und ständig ausbreitet und Menschen in eine Abwärtsspirale zieht, aus der das Entkommen schwer ist…….

…..Charakteristisch für das Burnout-Syndrom ist ein Erschöpfungszustand nach lang anhaltender Belastung. Neben der Erschöpfung, die nicht nur körperlich, sondern auch geistig und emotional sein kann, werden auch Zynismus, Demotivation und eine reduzierte Leistungsfähigkeit beschrieben……..

…….Burnout ist eine moderne Form der Lebenskrise, ein Ausgebranntsein, vor allem im Beruf, aber auch in Beziehungen oder in Bezug auf den Lebenssinn……

#6 |
  0

Den Kommentar von Alexander von Schlaun finde ich sehr gut. Darüberhinaus ist es wichtig, organische Erkrankungen als Ursache der Beschwerden auszuschließen. Denn grundsätzlich ist die “Diagnose” BURNOUT eine Ausschlußdiagnose und die Betroffenen erwarten, dass zunächst einmal eine gründliche internistische Abklärung erfolgt. In München macht das z.B. das Burn-out-Diagnostik-Institut (www.burn-out-muenchen.de).

#5 |
  0
Geschäftsführer Hans-Heinrich Jörgensen
Geschäftsführer Hans-Heinrich Jörgensen

Je mehr wir das Burne-out-Syndrom, die Depression (zu Deutsch “niedergedrückt”, das CMS und Ähnliches zu Krankheiten befördern, desto mehr sinkt die Bereitschaft der Menschen, Misshelligkeiten hinzunehmen und selbst zu bekämpfen.

#4 |
  0
Dr. Ralf  Hettich
Dr. Ralf Hettich

Burnout ist eine ernsthafte Erkrankung
Es vergeht kaum eine Woche in der ein prominenter Schauspieler oder Sportler sich dazu bekennt, dass er von dieser Krankheit betroffen ist. Jeder hat einmal Stress, bei dem was er tut. Stress ist ein Teil vom Leben und lässt Sie in gewissen Situationen sogar über sich hinauswachsen. Doch viele haben einen permanenten Dauerstress und erleiden eine emotionale, körperliche und geistige Erschöpfung. Burnout ist auch der Preis für ein Überengagement, für ein Feuer und Flamme sein und für eine Besessenheit. Vor ein paar Tagen hat auch der ehemalige Weltklasse-Radsportler Jan Ullrich auf seiner Homepage mitgeteilt, dass er an dem Burnout-Syndrom erkrankt ist und sich in eine langandauernde Therapie begeben hat.
Das Burnout-Syndrom wird gerne als Modeerscheinung abgetan. Doch am Ende der so genannten Burnout-Spirale kann es auch zu einer Depression führen. Und da zeigt uns der traurige Tod von Robert Enke wie hilflos selbst die Familie sein kann.

#3 |
  0
Dr. med. Klemens Thöne
Dr. med. Klemens Thöne

Das burnout Syndrom von der Seite der volkswirtschaftlichen Kosten die es verursacht zu beleuchten ist wirklich ein Mißgriff. Schließlich ist es doch umgekehrt. Der Druck der Arbeitsbelastung (und auch wirtschaftlicher Druck) führt zum burnout. D.h. die gesteigerte Effizienz und Produktivität des Arbeitnehmers über Jahre (mit großem volkswirtschaftlichen Nutzen) hat das burnout verursacht. Damit dürfte wohl der Nutzen die Kosten weit übersteigen. MFG K. Thöne

#2 |
  0

Wenn man die Kosten liest, die in diesem Artikel genannt werden, kann es einem schwummerig werden. Vermutlich haben wir auf allen Seiten etwas falsch gemacht: Die Patn – es gibt kranke Gesunde und gesunde Kranke; die Ärzte – Nicht selten werden die “gelben Scheine” bereits an der Rezeption ausgestellt. Der Arzt ist ja auch Unternehmer!; die (medizinischen) Wissenschaftler – Unter Ignorierung solcher Zusammenhänge wie Immunsystem – Endokrines System – Nervensystem (VNS – Psyche) finden lediglich einzelne Symptome Beachtung; die Journalisten – wenn sie darüber schreiben, dann zumeist gegen die eine oder andere Seite wertend und sich lediglich auf den Kausalnexus relevanter Symptome konzentrierend.

Ein bisschen abwertend schreibt Frau Bäck über die Symptomatologie der Störung. Wer solche Patn kennt und mit ihnen arbeitet, der spürt sehr schnell, daß hinter Burn-out sich eine Bilanzkrise oft erheblichen Ausmaßes verbirgt. – Im Übrigen: Burn-out ist nicht gleich Erschöpfungssyndrom. Darüber arbeiten seit Jahren ziemlich erfolgreich Kolleginnen und Kollegen aus Zürich.

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: