Parkinson: Hinterm Neuron gleich links

27. Juni 2017
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Das Verfahren der Tiefenhirnstimulation ist für die Behandlung von Morbus Parkinson etabliert. Die Frage war bisher, mit welchen Gehirnarealen eines Patienten eine Elektrode verbunden sein sollte, damit sie ihre Wirkung voll entfalten kann. Darauf gibt es nun eine Antwort.

Die Tiefenhirnstimulation (THS) ist für die Behandlung von Morbus Parkinson etabliert und führt größtenteils zu guten Ergebnissen. Symptome wie Bewegungseinschränkungen, Muskelversteifungen oder Zittern lassen sich mittels einer kleinen Elektrode, die neurochirurgisch in tiefe Strukturen des Gehirns implantiert wird, zurückdrängen. Entscheidend für eine optimale Symptomlinderung ist allerdings die exakte Lage der Elektrode.

Zwischen der Umgebung des Implantats und anderen Gehirnregionen lassen sich charakteristische Verbindungsmuster beobachten. „Eine optimale Lage des Impulsgebers ist durch ein optimales Verbindungsprofil charakterisiert“, erklärt Dr. Andreas Horn, Wissenschaftler an der Klinik für Neurologie an der Charité. „Für eine hohe Wirksamkeit der Behandlung sind starke Verbindungen der THS-Elektrode zu spezifischen frontalen Hirnregionen wie dem sogenannten supplementärmotorischen Areal entscheidend“, so Dr. Horn. Ein Zusammenhang, der bislang unbekannt war.

Schaltplan des menschlichen Gehirns berechnet

Die Forscher konnten weiterhin zeigen, dass sich auf Basis des Verbindungsprofils einer Elektrode vorhersagen lässt, wie stark sich die Bewegungseinschränkungen eines Patienten lindern lassen. Sie nutzen hierfür ein besonderes Elektrodenlokalisationsverfahren, das über mehrere Jahre hinweg an der Charité entwickelt wurde. Grundlage sind weiterhin präzise Gehirnkonnektivitätsatlanten, die in Kooperation mit der Harvard Medical School erstellt worden sind. Auf Basis spezieller Kernspinsequenzen von über 1000 Probanden konnten die Wissenschaftler einen „Durchschnitts-Schaltplan“ des menschlichen Gehirns berechnen. In Kombination beider Methoden lassen sich Konnektivitätsprofile für jede THS-Elektrode erstellen. Unter Nutzung von Grundprinzipien aus dem Machine-Learning-Bereich war es schließlich möglich, ein optimales Verbindungsprofil zu berechnen und zu validieren. In etwas mehr als 90 Fällen konnte das internationale Team dazu beitragen, Elektroden zur Tiefen Hirnstimulation hochpräzise zu platzieren.

Folgestudien sollen weiteren Fortschritt bringen

In Folgestudien wollen die Forscher nun an einer patientenspezifisch abgestimmten, maßgeschneiderten Hirnstimulation arbeiten. Denn bereits vor Beginn der Operation zum Einsetzen der THS-Elektroden kann auf Basis von Forschungssequenzen in der Kernspintomographie das patientenspezifische Verbindungsprofil analysiert werden. „Noch bevor der invasive Teil der Behandlung beginnt, könnte der optimale Stimulationsort patientenspezifisch festgelegt werden“, so Dr. Horn. „Wir arbeiten daran, ein Verfahren für konnektivitätsbasierte tiefe Hirnstimulation aufzubauen und in Folgestudien weiter zu validieren.“ So soll in ferner Zukunft möglich sein, die Therapie im Patienten vorab im Computer zu simulieren.

Der Text basiert auf einer Pressemitteilung der Charité Berlin.

Quelle:

Connectivity predicts deep brain stimulation outcome in Parkinson’s disease
Andreas Horn et al.; Annals of Neuroloy, doi: 10.1002/ana.24974

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Medizin, Neurologie

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2 Kommentare:

Gast
Gast

Der Gast soll doch sagen, was er mit einem Geschwafel meint! Die Tiefenhirnstimulation ist doch längst ein etabliertes Verfahren und was heißt hier”nicht alles , was sich Parkinson nennt, ist auch Parkinson”??

#2 |
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Gast
Gast

Nicht alles was sich Parkinson nennt -ist auch Parkinson !
Hier wird ein wissenschaftlicher Ansatz beschrieben ,welcher aber noch kein Therapieansatz ist.
Gut ist sicherlich Möglichkeiten zu prüfen – der Weg ist sicher noch sehr lang und mit Misserfolgen gepflastert.
Über Menschen ,als “Versuchstier” sollte man dabei auch reden !

#1 |
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