Lasst die Hypochonder reden

27. Juni 2017

Es gibt viele Kollegen, die den Impuls zur Flucht verspüren, sobald sie es mit einem Hypochonder zu tun haben. Weil er nun mal ein Zeitfresser ist – vor allem, seit es die unerschöpfliche Informationsquelle Internet gibt. Dr. Wimmer erzählt, wie er diesen Patienten begegnet.

96 Wertungen (2.34 ø)
Allgemeinmedizin, Medizin

54 Kommentare:

Lutz Steffin
Lutz Steffin

Herr Dr. Wimmer,
ich schreibe Ihren Beitrag Ihrer Jugend und Ihrem Mangel an Lebenserfahrung zu. Enttäuschend. Glauben Sie tatsächlich, ein Diabetiker kauft sich einen Hund, wenn Sie ihm den zwecks Bewegungsintensivierung verschreiben?. Glauben Sie wirklich, ein leidender Patient wird sich an das Internetverbot halten?
Ich schließe mich der bereits in anderen Kommentaren enthaltenen Meinung an: Den wirklich Kranken nehmen Sie vermutlich nicht ernst, dem echten Hypochonder helfen Sie vermutlich weder mit dem Gang zur Psychotherapie noch mit dem Internetverbot.

#54 |
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Heidrun Fieber, Heilpraktikerin und Krankenschwester
Heidrun Fieber, Heilpraktikerin und Krankenschwester

zu # 17 so ähnlich gab es einen ernsten Fall, Patient weiblich, Alter: ~ Mitte bis Ende 50, pectanginöse Beschwerden, eskonnte bis dahin nichts nachgewiesen werden, wurde als hypochondrisch eingestuft, starb in der folgenden Nacht.
Meiner Meinung nach machte sie keinen Eindruck eines hypochondrischen Persönlichkeit, das war 1979-1980 internistische Station, ich war als KPH angestellt.
Das hat mich gelehrt für alle Zeiten sehr vorsichtig mit der Beurteilung oder Schichtweitergabe über die Patienten zu sein, auch wenn es in der Übergabe heißt, Patient XY sei hypochondrisch.
Danke #50,
Danke #33.

#53 |
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Gast
Gast
#52 |
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Gast
Gast

Ich weiß nicht, was Kollege Wimmer mit diesem Beitrag bewirken wollte, aber er hat eine rege Diskussion angestoßen. Es ist sehr interessant und teilweise sogar noch lehrreich, die Kommentare zu lesen und mit der eigenen Einstellung zu vergleichen. Eine Frage bleibt für mich aber offen: Meinte es Kollege Wimmer ernst oder spielte er nur den advocatus diaboli?

#51 |
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Gast
Gast

Nach all jenen Auffassungen, Kundgebungen und Meinungen wir zum Thema
Hypochondrie zurück finden bitte.
Hypochondrie
…, bei der die Betroffenen unter ausgeprägten Ängsten leiden
Kein Wunder bei manchen Diagnosen diese zu entwickeln, denn die Kennzeichen der Hypochondrie sind:
1. Beschäftigung mit dem eigenen Körper
2. Krankheitsangst
3. Überzeugung vom Vorhandensein einer Krankheit, obwohl sich der eigenen Gesundheit medizinisch rückversichert wird.
Therapie:
Eine Möglichkeit der Therapie kann die Kognitive Verhaltenstherapie sein.
Subgruppen:
Spezifische monosymptomatische Formen der Hypochondrie sind:
. Bromosis (von lateinisch bromus „Gestank“): Vorstellung, man würde einen üblen Geruch verströmen;
. Parasitosis: Vorstellung, man wäre von Parasiten (speziell Würmern oder Spinnen) befallen, die im Körper wachsen, speziell bei unter der Haut wachsenden Parasiten der sogenannte Dermatozoenwahn;
. Dysmorphophobie: Vorstellung, man sei missgebildet, entstellt oder allgemein abstoßend hässlich;
. Stuhlganghypochondrie: dem Stuhlgang wird eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Differenzialdiagnosen:
. Depression
. Wahn­störung
. Zwangsstörung
. Schizophrenie
. Angststörung
Geschichte:
Sigmund Freud rechnete die Hypochondrie zusammen mit der Neurasthenie und der Angstneurose zu den Aktualneurosen.
unter anderem auch
. Münchhausen-Syndrom
Manche Diagnosen veranlassen Angst und führen zur seltenerweise “Hypochondrie”
Wie kann ein Arzt OHNE abwertend zu erscheinen, dem Patienten diese Angst nehmen, damit sich keine Hypochondrie entwickelt?
Vielleicht besser Diagnosen interpretieren mit leichteren verständlichen Begriffen anstatt dass man alles über Glossare oder gar Netzportale zur Aufklärung verwenden muss?
Den Umgang sowohl mit Erkrankung oder gar nach erfolgreicher Genesung den Patienten erlernen als Arzt und das müssen ja keine Stunden sein, sollte jedoch auch nicht in 5 min.-Gespräch erfolgen (was ohnehin nicht möglich ist).
Das könnte eine Option sein oder?
Elter Blanche

#50 |
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geneigter Leser
geneigter Leser

Ist das wirklich Ihr Ernst? Hypochondrie ist eine Ausrede der Ärzte, weil sie sich nicht die Zeit und Mühe für die Patienten nehmen?
Du lieber Himmel!
Bevor man hier derartige Kommentare schreibt, muss man doch wenigstens mal registrieren, was diese Erkrankung bedeutet! Kann man übrigens ganz leicht googlen.
Ich gebe auf!

#49 |
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Gast
Gast

Ps: An alle, die es nicht wußten. Auch in der Schilddrüsenunterfunktion kann man Herzrhthymusstörungen haben. Führt zusammen mit Hypotonie ( auch kann da vorkommen ) gerne mal zu unfreiwilligen Showeinlagen in der Öffentlichkeit ( spektakulärer Abgang der Schwerkraft folgend).

#48 |
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Gast
Gast

#34 Danke, für den informativen Beitrag.
Ja gerade Schilddrüsenerkrankungen sind ein weites Feld. Wenn sie dann glücklich erkannt sind, bekommt der Patient seine Therapie und dann hat es gut zu sein. Wie? Herzrhythmusstörungen? Gehen Sie zum Kardiologen! Selbiger lacht und schickt mit nettem Brief und Bitte um bessere Einstellung zurück zum Endokrinologen ( Gott sei Dank!) Konversionsstörungen? Da geben wir doch mal eine Kombination mit 15 Mikrogramm Liothyronin. Direkt in die Unterfunktion morgens eine auf Ex. Keine gute Idee! Kommentar : ” Sie sind aber auch empfindlich”.
Humor ist wenn man trotzdem lacht!

#47 |
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Gast
Gast

Hypochondrie, somatoforme Störung, vegetative Dystonie, etc. etc.
Das alles sind die “Verlegenheitsdiagnosen”, wenn der Arzt nach den üblichen 5 bis max. 10 Minuten, die er sich für einen Patienten Zeit nimmt, keine andere Diagnose gefunden hat.
Dass aber viele Menschen mit diesen Verlegenheitsdiagnosen dann doch eine unerkannte organische Krankheit haben, stellt sich oft erst viel später heraus und oft nach einer Ärzteodyssee, die den Patienten viel Sress und Ärger und der Krankenkasse viel Geld gekostet hat.
Es sollte sich endlich etwas ändern …

#46 |
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Heilpraktiker

Wäre mehr Zeit in der Sprechstunde, würden ungewöhnliche Krankheitsgeschichten ernster genommen, würde der Mensch wahrgenommen, dann gibts viel weniger Hypochonder. So ist meine Erfahrung.

#45 |
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geneigter Leser
geneigter Leser

OK. der Videobeitrag ist nicht glücklich. Eine Aufforderung, Patienten nicht ernst zu nehmen, kann ich aber nur mit viel negativer Phantasie erkennen.

Die vielen besorgten Beiträge von schwer oder nicht erkannten Erkrankungen muss man ernst nehmen. Ich kenne aber keinen Arzt, der sich als perfekt und allwissend sieht. Eigene Fehler und Wissenslücken gesteht kein Mensch gerne ein. Daran müssen auch Ärzte arbeiten.

Viele hier genannten Beispiele treffen auf die Definition eines Hypochonders gar nicht zu. Ein Hypochonder hat keine somatischen Beschwerden, er hat Ängste. Wenn jemand somatische Beschwerden hat, können sie eine somatische oder psychosomatische Ursache haben. Das herauszufinden, ist ärztliche Aufgabe.

Ein Hypochonder gehört nicht abgewürgt, sondern z.B. in eine kognitive Verhaltenstherapie. Das wollen natürlich viele Hypochonder nicht wahrhaben. Und dieses Problem hat der Kollege Wimmer mehr als ungeschickt zu Ausdruck versucht zu bringen.

#44 |
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Gast
Gast

#34
vielen Dank für Ihren so aussagekräftigen bereichernden Beitrag. Sie haben mir aus der Seele geschrieben. :)

#43 |
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Gast
Gast

#24
als Nichtmediziner aber Patient mit mehrfach schweren Diagnosen ist das Internet mit seinem fundiertem theoretischem Wissen eine Fundgrube an Informationen. Nur Ärzte, die Angst vor – auch – kritischen Nachfragen, haben; Alternativen zu vorgeschlagenen Therapien erbitten, sich persönlich beleidigt fühlen, weil Patient eine Therapie ablehnt, fürchten sich vor Patienten mit Internetwissen. Sicherlich gibt es einige Patienten, die sich ihre Krankheiten ergoogeln, aber auch damit muss ein guter Arzt umgehen können. Kaum einer setzt sich ohne Not an den PC und googelt nach Symptomen, die er nicht hat. viel ist aus Verzweiflung geboren.
Ich habe (Gott sei Dank dafür) Ärzte, die sehr gut mit mir und meinem angelesenem Internetwissen (ich Durchschnittsbürger mit umfangreichen LEsezeichen zu Kochrezepten) umgehen können und auch mal länger Zeit haben, um meine “Hinterfragerei” respektvoll zu beantworten.

PS: wo kann ich denn das kleine Chirurgenset kaufen :)

#42 |
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Gast
Gast

Ich würde mich über einen kurzen Kommentar von Hr Wimmer freuen. Ich finde, es ist angebracht.

#41 |
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Claudia Winkler
Claudia Winkler

Wollen die ihn nicht mehr im Fernsehen?
Ich kann nur auf “Abenteuer Diagnose” in NDR Visite verweisen, wo Patienten eine teils jahrelange qualvolle Ärzteodyssee erleiden, bis sie ernst genommen werden und Ihnen geholfen wird. Genau die Arroganz, die Muppet-Wimmer gerade an den Tag lang, ist dafür verantwortlich.
Warum ist das ein Video-Beitrag? Kann er nicht schreiben, wie andere auch?
ich kann auf seine ähs gut veerzichten. Ein Video macht man, wenn es was zu veranschaulichen gibt, sagt ja schon der Name.
Ich habe von Wimmer noch nie ernsthaft medizisch- Fundiertes gehört. Das mag im TV ausreichen, aber bitte nicht auf diesem Forum!

#40 |
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Gast
Gast

Lieber Herr Wimmer,
Ihre Beiträge habe ich mir gespart, ich habe nur das Echo in den Kommentaren gelesen, bis ich auch das müde wurde. Patientern mit einem solchen Echo werden meist einer Persönlichkeitsstörung im Cluster B zugeordnet. Gut, daß Sie kein Patient sind :-)

#39 |
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Gast
Gast

#36 Tippfehler (lapsus calami)? Vielleicht doch Kunstfehler (neglectio artis scribendi)?
Oder einfach nur Opfer der in allen Schichten und Gruppen grassierenden schriftsprachlichen Dysnomie?
Einem Artikel (gemeint ist die Wortart) folgt gemeinhin stets ein Substantiv.
In Kombination mit einem Artikel werden Adjektive, Verben/Adverben zu Substantiven erhoben. Beispiele: Ein Weniges, ein Gutes, ein Übriges, ein Zuviel…
(Notabene: Ein unbestimmter Artikel sollte nicht mit einem Pronomen oder Zahlwort verwechselt werden!)
Fazit: Deitsche Sprak, swerre Sprak…….

#38 |
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Psychotherapeut

Meine Schwester als “Hypochonder” abgestempelt wurde im Jahr 2000 mit Metastasen im gesamten Oberkörper und Schilddrüsen – CA . Resultat: keine Schilddrüse und Nebenschilddrüse mehr. Stimmbandlähmung, Zwerchfellhochstand links, Hornersyndrom. Den Verlust der Gebärmutter ohne Kinder aufgrund einer weit ausgebreiteten Endometriose Stufe 4 im Bauchraum mal nicht erwähnt. Jetzt kam raus das Ihr Herzrasen und Blutdruck hoch und runter wohl an Hashimoto liegt, das nicht einfach verschwindet wenn man keine schilddrüse mehr besitzt. Seit 17 Jahren wurde ihr Schilddrüsenkrebs diagnostiziert auch wenn die “Metastasen” seit 14 Jahren so winzig (wahrscheinlich Vernarbungen) sind, dass diese kaum erkennbar sind. Und seit 14 Jahren auch nicht gewachsen sind. Thyreoglobulin zeigt eben nicht nur Schilddrüsen-CA an sondern auch Hashimoto wenn Hashimoto zum Teil Ursache des Krebes war. ABER in den gesamten 20 Jahren hat Sie , und es war uns ein Spaß es mit zu zählen, geschlagene 54 Mal Depressionen diagnostiziert und Citalopram oder ähnliches verschrieben bekommen. Und trotz Hashimoto war sie selten depressiv da wir eine sehr stabile und fürsorgende Familie haben. Nach 6 jahren Betablocker hat sich eine Herzschwäche eingeschlichen. Betablocker ausgeschlichen, Herzschläge immer noch fein, da gut hormonell eingestellt. Ich habe das Gefühl das heutzutage die Ärtze dafür da sind um Symptome zu lindern und Medikamente aus zu geben. Mehr nicht. Den Eid völlig beseite gelegt? Ich glaube schon. Traurig finde ich das. Mein Erstberatungsgespräch gestalte ich folgendermaßen: Anamnese und die Bitte beim Arzt sich hormonell und körperlich komplett durchchecken lassen. Vorher gibt es keine Beratung oder Therapie weil es völlig sinnfrei wäre.

#37 |
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Gast
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#35 Tippfehler: “Deshalb kann ein zu viel an Diagnostik ebenso ein Kunstfehler sein wie zu wenig”

#36 |
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Gast
Gast

Nicht jeder der Symptome hat, für die man keine Erklärung findet, ist ein Hypochonder! Wenn man den Begriff inflationär verwendet, tut man damit niemandem einen Gefallen.
Nicht alle Beschwerden, für die es keine feststellbaren Ursachen gibt, sind eingebildet. In meiner Tätigkeit als Arzt ist mir bisher noch nie jemand mit eingebildeten Beschwerden begegnet. Als Arzt sieht man jedoch sehr, sehr häufig Patienten mit Beschwerden, die keine bedrohliche Ursache haben und in der Mehrzahl der Fälle keiner sofortigen spezifischen Behandlung bedürfen.
Deshalb ist Abwarten in vielen Fällen eine sinnvolle Option, wenn wahrscheinliche, sofort behandlungsbedürftige Ursachen ausgeschlossen sind. Damit wird Überdiagnostik/Therapie vermieden.
An dieser Stelle gibt es nun häufig ein Missverständnis zwischen Arzt und Patient. Der Patient fühlt sich nicht ernstgenommen, wenn der Arzt “nichts” macht, der Arzt empfindet es als Misstrauensvotum, wenn der Patient kritisch nachfragt. Beides ist aus meiner Sicht nicht zutreffend. Es ist die Aufgabe eines jeden Arztes, einem Patienten die sinnvolle diagnostische Maßnahme des Abwartens für die gegebene Symptomkonstellation zu erklären und zu begründen. Andererseits sollte der Patient auch bereit sein, sich auf diese Erklärungen einzulassen.
Vorschnelle breite Diagnostik oder Therapie führt häufig zu mehr Leid, als die ursprünglichen Symptome verursacht haben. Wohl jeder Arzt kennt viele Fälle von Patienten mit langen Leidenswegen aufgrund vorschneller Operationen. Außerdem gibt es gute Belege dafür, dass ein zu viel an Diagnostik die Entstehung psychosomatischer Erkrankungen begünstigt. Und nein, auch psychosomatische Beschwerden sind nicht eingebildet, psychosomatischer Schmerz tut genau so weh wie rein somatischer.
Deshalb kann ein zu viel an Diagnostik ebenso ein Kunstfehler sein wie zu viel und muss vom Arzt gut abgewogen werden und im Zweifelsfall auch begründet werden können.
Zuletzt ist der Arzt außerdem auch noch gegenüber der Krankenkasse (wie der Patient als Vertragspartner übrigens auch) zu wirtschaftlichem Vorgehen verpflichtet. Das soll die Kosten für das Gesundheitssystem und damit für jeden einzelnen Versicherten möglichst niedrig halten.
Ärzte die nicht sofort alle Diagnostik durchführen, die ein Patient wünscht deshalb pauschal als Pfuscher zu bezeichnen ist genausowenig zielführend, wie Patienten als Hypochonder abzutun.

J.P. Müller

#35 |
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Psychotherapeutin
Psychotherapeutin

Um eine psychische Diagnose (F-Diagnose) zu vergeben muss gewährleistet sein, dass die Symptome nicht auf ein körperliches Leiden zurückgehen. Es muss also sorgsam vorher oder parallel ausdiagnostiziert werden, was in der Praxis oft mangelhaft geschieht, besonders bei jungen Patienten, obwohl wir Psychotherapeuten ja verpflichtet sind vor jeder Behandlung einen ärztlichen Konsiliarbericht einzuholen. Da steht aber oft nicht allzu viel drauf.
3 Fakten vorweg:
°Unklare, wechselnde Beschwerden ergeben oft verzweifelte, sich unverstanden fühlende Patienten, die endlos reden, die endlos selbst recherchieren, die abwechselnd an sich und an anderen zweifeln, aber fast immer etwas haben.
°Überlastete Hausärzte mit knausrigem Laborbudget machen ungern dedektivische Diagnostik, nachvollziehbar, und ungern lange unergiebige Gespräche.
°5 % der Patienten mit einer somatoformen psychischen Diagnose versterben innerhalb eines 10-Jahreszeitraums an Krankheiten (nicht Suizid)! Das ist signifikant.
Als Psychotherapeutin und -analytikerin bin ich die letzte, die daran zweifelt dass die Ursache vieler somatisch anmutender und natürlich auch tatsächlich somatischer Leiden die Psyche ist, das trifft häufig zu und auch der Fall , dass psychisch Erkrankte ewig und aufwändig diagnostiziert und nur körperlich behandelt werden ist nicht allzu selten (Depressionen z.B. als Schlafstörungen oder als Rückenschmerzen, Angststörungen als Herzbeschwerden usw.).
Dennoch: mehrere Fälle unsauberer “Abschiebung auf die Psyche” und mangelnder Sorgfalt bei der Diagnostik sind in letzter Zeit bei mir in der Praxis vorgekommen:
1. Ein junger Mann erhält die Diagnose paranoid-halluzinatorische Schiziphrenie, schwere Diagnose, Symptomatik mit passageren Wahnvorstellungen (3-4 Stunden anhaltend) und Fähigkeit sich am nächsten Tag zu distanzieren, Agitiertheit, mangelnder Orientierung. Klinikaufenthalt, Neuroleptika…da kann man dann ja nur noch wenig beurteilen. Erst nach 5 Jahren psychiatrischer Behandlung mit Neuroleptika kam eine Ärztin auf die Idee, TSH und Ft3 und4 zu bestimmen. Der junge Mann hatte Knoten in derv Schilddrüse und seit Jahren schubweise Hyperthyreose. Eine vollständige Entfernung der Schilddrüse und Hormonsubstitution folgten und die Leistungsfähigkeit war wie von Zauberhand wiedererlangt. Nur Dank Psychotherapie und der verbündeten ambulanten Psychiaterin, die ebenfalls Zweifel an der Schizophrenie hatte, konnte er sein Studium in den Jahren der “Schiziphrenie” abschließen.
2. eine zugegebenermaßen “schwierige” Patientin, die viel redet und einen hohen Grad an Verzweiflung mitbringt hatte Angst dement zu sein, nebenbei Depressionen. Die Hirnleistungsdiagnostik ergab einen IQ von 141, also Hochbegabung. Trotzdem fühlte sie sich ihrer Arbeit als Verkäuferin(!) kaum noch gewachsen, beklagte Haarausfall, Konzentrationsstörungen, Störungen der Mnestik, Gliederschmerzen, Schwellungen an Füßen und Knien, die auch sichtbar waren. Ich habe immer wieder über 4 Jahre aufgefordert, erneute Hausärztliche Diagnostik zu machen, wozu der Hausarzt kaum noch bereit war, Untersuchung bei Fachärzten ergab dann eine rheumatoide Arthritis. (Merke: Depressionen und Demenz verursachen keinen Haarausfall und keine Schwellungen),
3. Eine 22-jährige Studentin mit längerer “Angina” vor 6 Monaten fällt mehrfach vor und bei schriftlichen Prüfungen in kurze Ohnmacht. Der gerufene Notarzt kann (30 min später) keine Auffälligkeiten feststellen, Herfunktion, Blutdruck normal, gut hydriert, nicht unterzuckert. Nach dem 4. mal schickt der Hausarzt, der noch ein sogen. großes Blutbild angeschlossen hat, welches überwiegend im Normbereich war außer: Eisenwerte im Keller (typisch junge Frau) und leicht erhähte Erythrozyten…..naja, das kann mal vorkommen, die junge Frau zu mir: psychogene Ohnmachten (Konversionsstörung). Die ist aber psychisch recht unauffällig, konfliktfähig, angemessene Verarbeitung von Affekten, herzliche gute Familie, bindungsfähig, arbeitsfähig….also meine Empfehlung: weitere ärztliche Diagnostik. Hat sie dann auf eigene Rechnung gemacht: Diagnose chronifizierte Epstein Barr Virus-Erkrankung. Behandlung mit hochdosierten Vitaminen und Mikronährstoffen. Nach 6 Monaten wieder völlig hergestellt.

Mein Apell an die hausärztlichen Kollegen: bitte Symptome ernst nehmen und gründliche Ausschlussdiagnostik, auch bei anstrengenden Menschen. Man kann nämlich Läuse und auch Flöhe haben.

#34 |
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Arzt
Arzt

Echte, reine Hypochonder und Psychosomatiker gibt es, aber sie sind sehr selten. Es ist eine Ausschlußdiagnose, vorher muss jede andere Erklärung für die Beschwerden vom Tisch sein. Meistens findet man doch noch irgend etwas wenn man gründlich ist. Auch wenn es oft nicht das ist was der Patient dachte, das führt manchmal zu Unmut und Frustration, aber das ist wieder ein anderes Kapitel. Nach derart unpassendem Patientenbashing braucht man sich über Ärztebashing als angemessene Reaktion nicht zu wundern. Wie sollen wir das Vertrauen unserer Patienten gewinnen wenn wir ihnen das Gefühl geben wir würden sie nicht ernst nehmen! Hier wird ein Keil zwischen Arzt und Patient getrieben. So etwas muss doch nicht sein. Für diesen “Kollegen” kann man sich nur schämen.

#33 |
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#25 Oder auch ein Klassiker, wenn Arzt nicht weiter weiß ,muss das Psychosomatisch sein.

#32 |
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Ich habe selten einen arroganteren Beitrag gehört, gelesen. Wer verordnet Dr. Wimmer mal ein Sprechverbot? Bitte.

#31 |
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Gast
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Entschuldigung – Korrektur meines Beitrages:

… und dabei spürte ich, dass ich aufgrund ihres Unwissens als Hypochonder abgestempelt wurde, …”

Ich habe Sie, Herr Wimmer, in diesem Satz nicht angesprochen.

#30 |
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Gast
Gast

Ich arbeite seit vielen Jahren mit Ärzten zusammen (bin aber selbst keine Ärztin), sodass meine jahrelang andauernden merkwürdigen Symptome eigentlich hätten auffallen müssen.
Hätte ich z.B. den Begriff “Korsettsyndrom” im Internet gesucht (den ich aber leider nicht kannte, aber die Ärzte offensichtlich auch nicht), wären mir viele unbehandelte, schmerzhafte Jahre erspart geblieben. Denn Dr. Google hätte im Gegensatz zu den mich immer nur verwundert ansehenden und kopfschüttelnden Ärzten sofort erkannt, dass ich Multiple Sklerose habe …

Meine Erstickungsanfälle beim Versuch, Flüssigkeiten zu trinken, wurden von einem Arzt so kommentiert “so lange Sie nicht blau anlaufen, ist das nicht schlimm, das ist psychisch …” Ich konnte wochenlang Flüssigkeiten nur noch tröpfchenweise zu mir nehmen und bin bei jedem größeren Schluck fast erstickt. Und ich hatte noch andere Schübe, die von den Ärzten nicht als solche erkannt wurden, und dabei spürte ich, dass ich aufgrund Ihres Unwissens als Hypochonder abgestempelt wurde, was zusätzlich zu meinen mich sich belastenden Beschwerden, mit denen ich ohne Hilfe fertigwerden musste, sehr schwer zu ertragen war.

Können Sie sich überhaupt vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man mit derartigen Beschwerden allein gelassen wird und keine Hilfe bekommt?

Als nach einem endlich durchgeführten MRT aufgrund zahlreicher alter Herde und Läsionen die Diagnose feststand, war ich sogar erleichtert, dass sich meine angebliche Hypochondrie als Multiple Sklerose entpuppte.

#29 |
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Gast
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# 26: Danke für die eigene Reflektion und vor allem für die menschliche Geste!

#28 |
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Gast
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Jaja, immer diese Hypochonder! Als ich anfing, gesundheitliche Probleme zu bekommen (Hypertonie, Schlaflosigkeit, Zittern) schob ich es selbst auf Streß, den ich in diesem Zeitraum reichlich hatte, und kümmerte mich nicht weiter darum. Ein kranker Arzt ist ja schlimmer als ein sündiger Pfarrer (Originalzitat mein Deutschlehrer). Erst als ich innerhalb von 10 Tagen 10 Kilo verloren hatte und schlagartig zusammenbrach, bemühte ich mich ins hiesige Klinikum. Nach der langen Wartephase vor der Untersuchung hatte sich mein Blutdruck einigermaßen normalisiert und die ärztlichen Kollegen hatten nur Fragezeichen im Gesicht – aber ich wurde stationär aufgenommen. Auch wenn es mir keiner direkt ins Gesicht sagte, wurde ich als Hypochonder abgestempelt. Die erhöhten Schilddrüsenwerte waren eine “Laborleiche”. Nach 1 Woche entlassen, same procedure 4 Wochen später. Wenigstens wurde jetzt das massive Magengeschwür entdeckt, Schilddrüsenwerte noch immer eine Laborleiche. Wieder entlassen bin ich dann direkt in die Strahlentherapie gegangen: Diagnose: Hyperthyreose mit massiven hypertonen Krisen (und ich habe ein Aortenaneurysma). Schilddrüsenbestrahlung – Ruhe. Diagnose: Hyperthryreose, Ausschluß Hypochondrismus.

#27 |
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Gast
Gast

Simulant und Hypochonder liegen für viele nahe beieinander. Ich habe in 35 Jahren Tätigkeit als Arzt noch nie einen Patienten als Simulant oder Hypochonder eingestuft, wobei mir ein Leitspruch aus der chinesischen Medizin geholfen hat. Jeder Mensch leidet anders (in etwa interpretiert). – So hatten wir im kassenärztlichen Notfalldienst eine steinalte Patientin, die mindestens einmal pro Woche einen Arzt benötigte. Für ihr hohes Alter von 96 Jahren war die Patientin, bis auf eine altersbedingte Immobilität, eigentlich gesund – aber einsam. Alle Freunde und Verwandte hat sie überlebt, und sie wohnte in einem Hochhaus, in dem sich keiner um den anderen kümmerte. Sie brauchte eigentlich nur Ansprache. Zugegeben, beim ersten Mal hat’s genervt (40 Einsätze insges.), dann war es langsam eine angenehme Pause bei einer Tasse Kaffee. Und der größte Dank war ihr Lächeln beim Gehen.

#26 |
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Gast
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Wenn Ärzte mit ihrem Latein am Ende sind, wird der Patient schnell als Hypochonder “abgestempelt”.

#25 |
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Gast
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Liebe Basher! Wie viel Selbstgefälligkeit muss man wohl haben, um als medizinischer Laie zu glauben, dass man mit 5 Minuten googeln sich das Wissen verschaffen kann, für das der Arzt sechs Jahre Studium und fünf Jahre Facharzt Ausbildung gebraucht hat? Ich finde diese Haltung schon verständlich, bekanntlich darf man ja nur Medizin studieren, wenn man das Abitur nur mit hängen und würgen geschafft hat, und deshalb brauchen diese Leute alle so irrwitzig lang, um das bisschen zu lernen, was jeder Durchschnittsbürger eben mal schnell im Internet recherchieren kann, wir sind halt alle ein bisschen dumm. Was ich überhaupt nicht verstehe: warum operiert Ihr Euch nicht alle selbst? Die Wartezimmer sind voll, ihr müsst da nicht rein. Einfach ein bisschen googelt, am Besten in Chatrooms, dann klappt das schon. Beim Kochen geht’s ja auch.

#24 |
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Gast
Gast

Bitte, lasst uns achtgeben, dass wir erwachsen und verantwortungsvoll mit einem derartigen Beitrag umgehen und hier kein Bashing betreiben.

Nur dann kann es für Hr. Wimmer eine Möglichkeit des Wachstums sein. Und ich meine es NICHT ironisch!

#23 |
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Gast
Gast

Wenn es denn ein Hypochonder ist. In diese Ecke wird man ja leicht gedrängt, wenn man mehr als 3 Symptome hat. So wie ich und am Ende war es eine völlig kaputte Schilddrüse. Also lieber mal aufpassen, bevor man Patienten denunziert.

#22 |
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Gast
Gast

#15:
Sehr guter Beitrag, dem ich voll zustimmen kann.
Wenn es so ist wie in meinem Fall, dass die Diagnostik zweier seltener -wohlgemerkt schulmedizinischer- Krankheiten von mir als Patient ausgegangen ist und am Ende meine Verdachtsdiagnosen sich bestätigt haben, so fragt man sich, wenn man zuvor mit den Hinweisen darauf nicht ernst genommen wurde, wieviele der angeblichen Hypochonder auch unerkannte Krankheiten haben?
Das Internet ist ein Segen für viele Patienten, wenn sie es lernen, damit umzugehen.

#21 |
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#15 Tja, wenn die Ärzte nur noch gesunde Patienten hervorbringen, na dann verdienen sie ja kaum noch etwas.

#20 |
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Ärztin

Ich weiss gut informierte Patienten durchaus zu schätzen. Und wenn sie durch schlechte InternetQuellen verunsichert sind finde ich es wichtig mit ihnen darüber zu sprechen. Echte Hypochondrie ist eine Störung bei der es umso wichtiger ist den Patienten ernst zu nehmen. Dieses Video geht eher Richtung Patienten Bashing. Ich hoffe ich werde mir einen anderen Job suchen wenn ich bei dieser Haltung angekommen bin.

#19 |
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Gast
Gast

@Dr. med Marc Heydenreich,
Köstlich, der ist gut! :) den Witz habe ich schon lang nicht mehr gehört. Passt aber zum Artikel wie die Faust aufs Auge! ;)

#18 |
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Dr. med. Marc Heydenreich
Dr. med. Marc Heydenreich

“Herr Doktor, der Hypochonder von Zimmer 311 ist tot.” “Jetzt übertreibt er aber, Schwester Anna”.

#17 |
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Gast
Gast

Vom wunderbaren Dr.Wimmer wünsche ich mir einen Vortrag über Selbstgefälligkeit und Narzissmus und deren Vereinbarkeit mit der Arztrolle.

#16 |
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Mündiger Patient
Mündiger Patient

Oh weh, dieser Beitrag spiegelt den Standpunkt nicht weniger Dr. med.´s wieder. Das Problem ist, dass viele dieser Herrschaften der Meinung sind, dass das Ende ihrer eigenen Vorstellungskraft das Ende allesn Wissens ist. Ärzte waren früher auch meine Kunden. Ich war erstaunt darüber, wie schwer es einigen fiel, einfache logische Abfolgen nachzuvollziehen. Viele Ärzte haben offenbar immer noch nicht verstanden, dass sie nur zur Symptombehandlung ausgebildet wurden und die Ursachen gerne wenig berücksichtigt werden. Die wahren Ursachen von verschiedenen Erkrankungen müssten sie sich selbst erarbeiten, aber das Studium ist hart und wenn man ersteinmal im Anerkennungsjahr ist, wird man komplett durchgekocht und fertig gemacht. Die Haftungsfragen, eine maximale Behandlungsdauer von 5 bis 7 Minuten pro Patient und Studienlisten von Pharmaunternehmen (*Kassengeräusch* ;-)) sind bald wichtiger, als eine sinnvolle Anamnese und zum Erfolg führende Behandlung. Die Leitlinien sind die Versicherung der Ärzte. Vegetative Dystonie, Depressionen usw. waren bisher immer der Freibrief und eine Diagnose, die man als Arzt abrechnen kann, wenn man den wahren Grund für die Erkranknung eines Patienten nicht finden konnte. Empathie kann man an der UNI nicht lernen und wer Arzt wird, um ein gesellschaftlich höheres ansehen und ein opulentes Gehalt zu bekommen, der ist wohl nur schwerlich Arzt aus Berufung geworden. Es ist der blanke Horror! Ärzte sollten nur entlohnt werden, wenn ihre Patienten gesund sind!

#15 |
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Gast
Gast

Ich frage mich ernsthaft ,ob Chirurgen nicht auch eine psychische Erkrankung haben, denn die Aufschneiderei scheint Spaß zu machen ,und verursacht einen Kick in irgendeiner Art und Form.

#14 |
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Biologisch- / Chemisch- / Physikalisch-technischer Assistent

Internet ist ein riesiger Fortschritt und ist unbestritten sehr nützlich, da können manche Ärzte und Wissenschaftler ihre Unwissenheit bei vielen Fragen nicht mehr verbergen und das kratzt gewaltig an dem eigenen Ego – deshalb muss für manche die düstere Wissensfinsternis wieder her, damit man sich bei allen Fragen wieder absolut konkurrenzlos fühlen kann.. Dem Autor würde ich empfehlen mehr auf seine Patienten mit ihren Bedürfnissen zu hören, anstatt auf seine eigene Voreingenommenheit..

#13 |
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Gast
Gast

Jetzt bin ich mal baff wie Sie “Hypochondrie” erklären.
Aber sehr interessant, demnächst frage ich den Onkologen ob er nicht unter Hypochondrie leidet so wie mich dieser kekst mit seinem Krebsgelabere finde ich nicht mehr normal.
Man kann von oben bis unten Knoten haben oder sonstwelche Zellentartungen, wenn doch Biopsien dann doch kein Krebs bestätigen, dann ist es KEIN Krebs und und wird auch keiner, wenn man 31 Jahre so rumläuft.
Ärzte haben bestimmt auch unter Hypochondrie zu leiden zumal dann wenn Patienten sich gegen Krebsäusserungen wehren und keine OP benötigen sowie auch keine Pillen!
Elter Blanche

#12 |
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Gast
Gast

Ich sehe auch mehr unfähige Ärzte als Hypochonder. Der Beitrag ist total daneben – Dr. Wimmer hat offenbar noch genug Zeit sich medial zu produzieren, dann kann es so schlimm ja nicht sein……
Hätten wir mehr kompetente Ärzte, müsste weniger -weil mehr geheilte Patienten- behandelt werden, insgesamt wäre wieder mehr Geld und mehr Zeit da-auch für Psychologen. Die paar echten Hypochonder würden nicht ins Gewicht fallen oder am Ende hätten die Psychologen dann mehr echte Patienten und weniger verzweifelte Somatiker die wahnsinnig und teilweise berufsunfähig werden vor echten Schmerzen in Folge von echten organischen Beschwerden, die als “psychisch” abgetan werden. Andere, die zwar auch organische Pathologien aufweisen, aber krank sind, weil sie ungesund leben und/oder zu dick sind und nicht weil sie zu hart gearbeitet haben, einen Unfall oder eine Erbkrankheit haben, werden inkl. Mitleidsteppich von MRT zu MRT und von OP zu OP geschickt-kann man ja dran verdienen. Da kann man sich dann auch daran verkünsteln, denn die Hüfte ist ja wegen Übergewicht kaputt. Mit psychisch kommt man da nicht. DAS und noch Weiteres ist aktuell ein viel größeres…..,und vor allem echtes, Problem – nicht das Internet oder Hypochonder….

Dr. Wimmer hatte kürzlich ja schon weh geklagt es würden sich so viele Patienten in den Arzt verknallen…… Ich empfehle einen Besuch beim Psychologen, “wegen Verdacht auf Narzissmus oder Profilneurose” #Sarkasmus Ende.

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

Natürlich kann man im Internet alles haben und kriegen. Aber die meisten sind doch noch so klar, dass sie dann einen Arzt aufsuchen. Schön wäre es dann aber, wenn ein Arzt sich dann tatsächlich Zeit nehmen würde, um zuzuhören ja, aber in erster Linie, um zu aufzuklären und zu erklären. Wenn man sich gut aufgeklärt fühlt, dann braucht man nicht im Internet herum suchen.

Es reicht eben nicht, wenn ein Arzt ein paar Tests macht und eine ernste Erkrankung ausschließt. Er muss dies dem Patienten auch so erklären, dass dieser dies versteht. Hierzu benötigt man natürlich etwas Hintergrund-Info über den Patienten, denn man kann einem Akademiker nicht die gleiche Erläuterung servieren wie einem Hilfsarbeiter.

#10 |
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Gast
Gast

echt jetzt, harsches Internetverbot? So die Sorgen und Nöte der Patienten, die sich ja wirklich krank fühlen, abbügeln?

Flashback:
geschwollener lymphknoten bzw. deutlich tastbarer Knoten, Doktore meint, kann nix fühlen, wird wohl an der NF 1 liegen oder noch wahrscheinlicher Einbildung, weil Patientin ja psychisch krank ist. Patientin kennt sich schon einige Jahre, auch die NF 1. Läßt sich aber vertrösten. 1/2 Jahr später Routinekontrolle eben wegen der NF, Lymphknoten wird gezeigt, Ultraschall, sofortige Entfernung, Lymphknotenmetastase, ja ja, diese Hypochonder

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Nichtmedizinische Berufe

Ein generelles Internetverbot scheint mir zu – generell . Meine Ärzte empfehlen mir sogar seriöse Seiten, denn sie halten das Internet durchaus für informativ – auch für Laien, sofern sie auf die richtigen websites gehen.

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Gast
Gast

#6 Die Schamanen geben idR keine Telefonnummer raus und posten auch nicht auf Facebook.

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Herzlich willkommen auf der Bühne der Psychosomatiker.
Ich freue mich schon auf die nächste Beiträge der Opfer unserer Medizin.
Gott sei dank,wir haben noch Heilpraktiker und Schamanen.

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HPA Juliane Deinzer
HPA Juliane Deinzer

Zum Beitrag von Hr. Kneubühler: Ja, sowas ist typisch. Das große Problem ist, wenn man Probleme nach einer OP hat, dann werden sie noch eher als “psychisch” deklariert. Irgendwie hat da kaum jemand wirklich echte Erfahrung, was wann wie weh tun kann, und bei welchen Organbefunden Schmerzen sein können, die organisch bedingt sind.

Zum obigen Beitrag: Falls ein Arzt sich für jeden Patienten die nötige Zeit nehmen würde, und auch die Qualität liefern würde, dann könnte man ja wirklich über die Überflüssigkeit des Internets diskutieren. Sorgen der Patienten sind ja verständlich, solange nicht jede Krankheit (wissenschaftshalber und gemäß unserem Medizinfortschritt) sicher, rechtzeitig erkannt und auch zu 100% optimal therapiert werden kann.

Allerdings ist dann die Frage, wieviel man vermeiden kann (z.B. nicht mehr auf die Straße gehen, weil man ja umgefahren werden könnte). Also ob zu große medizinische Sorge wirklich effektiv etwas für den Patienten bringt.

#5 |
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Gast
Gast

Ein interessantes Thema.

Dennoch kann ich diesen Beitrag leider nicht ganz ernst nehmen. Das www dürfte während seiner beruflichen Anfänge schon Alltag gewesen sein.
Harsche Verbote ggü erwachsener Patienten erscheinen mir auch recht unangebracht. In diesem Fall wird es eh nichts nützen, da es auch noch andere Medien gibt.

#4 |
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Gabriele Petersen, Ärztin
Gabriele Petersen, Ärztin

ein 35jähriger Medienschaffender Youtuber kann mal so daherreden, aber medizinischen Inhalts ist dieses Elaborat wohl nicht. Passt ganz gut zu dem gestrigen Artikel “Stoppt die Monologisten”. Sollte das hier eine Übung in Vortragskunst zum Thema “De omnibus rebus et quibusdam aliis” werden?
Ich kann diesem Geplauder nichts abgewinnen und zöge jederzeit einen gut recherchierten, lesbaren Artikel vor.

#3 |
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Daniel Kneubühler
Daniel Kneubühler

Ein schönes Thema! An oberster Stelle sollte die genaue Abklärung stehen, wie mein eigener Fall eindrücklich zeigt:
In einem Zeitraum von 7 Monaten ging ich mehrfach zu meinem Kardiologen und habe ihm über Herzstiche an der Herzspitze berichtet. Noch vor dem Herzecho kam die lapidare Meinung, daß ich dort keine Schmerzen haben könne. Das Herzecho nach seiner Aussage auch unauffällig und ich solle mir keine Sorgen machen. Behandlung keine.
Da die Herzstiche in den Wochen zunahmen, erneute Vorstellungen, mit dem gleichen Ergebnis. Allerdings wurde irgendwann gesagt, daß es wohl eine muskuloskelettale Komponente geben würden – Verschreibung von Physio etc. ohne Besserung.
Schließlich auf meine eigene Initiative ein Besuch einer Neurologin mit dem Verdacht auf somatisierte Depression.
Beim nächsten Besuch meinte dann mein Kardiologe, daß ich ja vielleicht psychologischen Rat einholen könne. Seine mehrfachen Herzechos hatten ja nichts zu Tage gebracht und eine weiterführende Untersuchung wie ein CT/MRT wollte er nicht machen.

Mir platzte der Kragen und ich ging zu einem Pulmologen, habe diesen solange bearbeitet, bis dieser ein Lungen-CT anordnete.

Der erste Satz des Radiologen war, daß er an der Lunge nichts feststellen könne, aber ich habe etwas an der Herzspitze und ich solle dies dringend genauer untersuchen lassen.

Mit dem Befund zum Kardiologen, der nun in Sekunden auch dieses “Etwas” entdecken konnte und meinte, das dies ja sooo klein sei, das könne ja nicht weh tun!!!

Hernach haben sich zig Kardiologen an 8 Fachzentren der Lächerlichkeit preis gegeben. Mal war es eine Aussackung, mal ein Divertikel, dann wieder ein Aneurysma oder Pseudoaneurysma und die einen meinten, daß es eindeutig erworben sei (von der ersten Herz-OP) und die anderen angeboren, wobei davon auf alten Bildern vor der ersten OP nichts zu sehen war!

Ergebnis: Ich habe 3,5 Jahre mit zum teil stärksten Herzstichen verbracht, die zum Schluß bei ca. 10 % aller Herzschläge erfolgt sind. Ich habe keine einzige Nacht länger als 5 h geschlafen. Ich leide noch heute unter den Auswirkungen, was das mit mir angerichtet hat und mußte die letzte Klinik mit den Medien drohen, bis ich endlich operiert wurde.

Und oh Wunder, die Schmerzen sind weg, was sich sehr einfach physikalisch erklären läßt, was mir später sogar ein Nobelpreisträger bestätigen konnte.

Von diesen ganzen Ärzten, hat sich kein einziger entschuldigt; jeder hat nur den Vorbericht des einen gelesen und dann war man halt Hypochonder oder hat eine somatisierte Depression.

Also ZUERST alle Untersuchungsmöglichkeiten ausnützen, bevor man das Leben eines Patienten ruiniert!

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Annette Creson
Annette Creson

Sehr geehrter Dr. Wimmer,
die korrekte Aussprache des Fremdwortes wäre schön, wenn Sie sich hier schon zum Lehrmeister aufschwingen. Alleine altersmäßig glaube ich auch nicht, dass Sie geeignet sind, um über Hypochonder zu referieren bzw. einen Patienten als solchen zu identifizieren.
Wenn Sie nicht einmal in der Lage sind, Ihre Telefonnummer für sich zu behalten, kann ich gut verstehen, dass Sie den Patienten das Internet verbieten wollen, die könnten ja merken, dass Sie keine Ahnung haben….
Beitrag ist m.E. völlig daneben.

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