Herzinfarkt: Darmbakterien bestimmen Schicksal

3. August 2017
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Ein Abbauprodukt der Darmbakterien verschlechtert laut Studie die Prognose nach Herzinfarkten. Für den Krankheitsverlauf soll die Ernährung ausschlaggebend sein. Der Vergleich zweier Kohorten aus der Schweiz und den USA zeigt: Amerikaner schneiden sehr schlecht ab.

Unzählige Bakterien besiedeln den menschlichen Magen-Darm-Trakt und bilden das so genannte Mikrobiom. Es hilft uns bei der Verwertung der aufgenommenen Nahrung und spielt eine bedeutende Rolle bei vielen lebenswichtigen Prozessen wie beispielsweise der Synthese der Vitamine B1, B2, B6, B12 und K. Veränderungen des Mikrobioms werden in Zusammenhang gebracht mit entzündlichen Darmerkrankungen, Adipositas und Arthritis. Nun hat ein internationales Forscherteam des Universitätsspitals Zürich und der Cleveland Clinic gezeigt, dass das Mikrobiom auch die Prognose von Herzinfarktpatienten mitbestimmt.

Wie die Wissenschaftler um Thomas Lüscher und Stanley Hazen in einem Artikel im European Heart Journal mitteilen, entfalten unsere Darmbakterien insbesondere nach dem Genuss von Fleisch, Eiern und fettreichen Milchprodukten eine ungünstige Wirkung. Diese Lebensmittel enthalten größere Mengen an Phosphatidylcholin, Cholin und Carnitin. Die Bakterien wandeln diese Substanzen in Trimethylamin um, welches im Darm resorbiert und in der Leber durch das Enzym FMO3 zu Trimethylamin-N-oxid (TMAO) umgebaut wird.

TMAO aktiviert Blutplättchen

Mehrere klinische Studien konnten in den vergangenen Jahren eindeutige Hinweise erbringen, dass der TMAO-Spiegel im Blut mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden ist. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um einen kausalen Zusammenhang und nicht um eine zufällige Korrelation, da in Laborstudien bereits gezeigt wurde, dass TMAO die Blutplättchen aktiviert und so die Bildung von arteriosklerotischen Plaques in den Gefäßen fördert. Bislang war aber unbekannt, ob der TMAO-Spiegel auch vorhersagen kann, wie groß das Risiko bei Herzinfarktpatienten für einen weiteren Herzinfarkt ist.

Um diese Wissenslücke zu schließen, untersuchten Lüscher und Hazen 2213 Patienten mit einem frischen Herzinfarkt in zwei unterschiedlichen Kohorten. Bei allen Probanden wurden unmittelbar nach Aufnahme in die Klinik Blut abgenommen und die TMAO-Spiegel bestimmt. Interessanterweise hatten die 530 Probanden aus Cleveland im Durchschnitt anderthalbmal höhere TMAO-Werte als die 1683 Schweizer Patienten. „Das ist nicht verwunderlich, denn US-Amerikaner essen viel Fleisch und sehr viele Eier zu allen Mahlzeiten“, sagt Lüscher, Klinikdirektor der Kardiologie am Universitätsspital Zürich.

Schwere kardiale Komplikationen nach Herzinfarkt

Anschließend verfolgte das Forscherteam den weiteren Krankheitsverlauf der Probanden. In der Cleveland-Kohorte hatten nach einem halben Jahr 220 von 530 Studienteilnehmern (41,5 Prozent) eine schwere kardiale Komplikation erlitten; in der Schweizer Kohorte war das nach einem Jahr nur bei 190 von 1683 Studienteilnehmern (11,3 Prozent) der Fall. In einer weiteren Analyse zeigte sich, dass in beiden Kohorten das Patienten-Viertel mit den höchsten TMAO-Werten ein wesentlich höheres Risiko für schwere kardiale Komplikationen hatten als das Patienten-Viertel mit den niedrigsten TMAO-Werten. Bei den Probanden aus Cleveland war dieser Effekt jedoch deutlich ausgeprägter als bei den Schweizer Probanden.

„Unsere Ergebnisse sind aber noch kein Beweis, dass höhere TMAO-Werte tatsächlich die Ursache für die Komplikationen der Probanden sind“, sagt Lüscher. „Mithilfe einer Interventionsstudie könnte man einen solchen kausalen Zusammenhang herstellen.“ Dafür, so der Kardiologe, müsste man Patienten nach einem Herzinfarkt auf eine vegetarische Kost setzen oder alternativ eine Stuhltransplantation durchführen, um das Mikrobiom auszutauschen. Lüscher: „Das Stuhltransplantat würde man gesunden Spendern entnehmen, es dann den kranken Patienten übertragen und schauen, ob dieser Eingriff deren Prognose verbessert.“

Hilft Stuhltransplantation auch Herzinfarkt-Patienten?

Bei einer anderen chronisch-entzündlichen Erkrankung erbrachte die Stuhltransplantation bereits erste Erfolge: Wie australische Forscher dieses Jahr in einem Artikel in der Fachzeitschrift Lancet berichtet haben, verringerten sich bei Patienten mit der Darmkrankheit Colitis ulcerosa die Krankheitssymptome, nachdem ihnen der Stuhl von gesunden Spendern verpflanzt wurde. Sollte eine Stuhltransplantation auch bei Herzinfarkt-Patienten zu positiven Ergebnissen führen, müssten nach Ansicht von Lüscher diese vermutlich langfristig ihre Ernährung umstellen, zum Beispiel auf eine mediterrane Kost, mit viel Fisch und Gemüse.

Auch wenn die TMAO-Blutwerte bei Patienten mit Herzkrankheiten wahrscheinlich eine hohe diagnostische Aussagekraft haben, wird ihre Bestimmung nicht so schnell zum klinischen Alltag gehören: „Sie zu messen, ist ziemlich aufwändig, da es noch keine Schnelltests gibt“, erklärt Lüscher. TMAO eignet sich jedoch auch als Angriffsziel für Medikamente, mit deren Hilfe sich das Risiko für kardiale Komplikationen senken lassen könnte: Im Tierexperiment blockierten Forscher bereits das Leberenzym FMO3 mit Antisense-Oligonukleotiden und verhinderten so die Umwandlung von TMA in TMAO.

Geplante Interventionsstudie

Aber auch Verbindungen wie 3,3-Dimethyl-1-butanol (DMB), die in den Bakterien selbst die Synthese von TMA hemmen, sind im Tiermodell schon mit Erfolg getestet worden und haben dort das Risiko für Arteriosklerose deutlich gesenkt. Solche Substanzen könnten nach Ansicht von Lüscher auch in einer klinischen Interventionsstudie zum Einsatz kommen – vorausgesetzt, dass sie ihre Wirkung nur im Darm entfalten und danach mit dem Stuhl wieder ausgeschieden würden. Der Kardiologe ist momentan im Gespräch mit seinen Kollegen aus Cleveland: „Wir wollen gemeinsam entscheiden, wie wir im Rahmen einer klinischen Studie bei Herzinfarktpatienten am besten intervenieren, um einen möglichst große Absenkung der TMAO-Werte zu erreichen.“

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Bildquelle: Sonti Malonti, flickr / Lizenz: CC BY-SA

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20 Kommentare:

Student der Humanmedizin

Bevor die Ergebnisse bereits hochgelobt werden, sollte erst einmal versucht werden sie bei vergleichbaren Gruppen in EINEM Land zu reproduzieren.

Bekanntermaßen ist die medizinische Versorgung, je nach Versicherungsstand, in den USA um ein vielfaches schlechter.

Dieser Faktor müsste erst einmal eliminiert werden, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden.

Der länderübergreifende Vergleich ist normalerweise eher unproblematisch, in einem Gesundheitssystem wie den USA ist jedoch der Standort selbst bereits ein Risikofaktor.

#20 |
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dipl. med. Rainer Hansen
dipl. med. Rainer Hansen

dass Niere und Blase oder Leber und Gallenblase miteinander zu tun haben, leuchtet schulmedizinisch ja noch ein. In der traditionelle chinesischen Medizin sind das sogn. “Yin-Yang-Paare”. Der Zusammenheng zwischen Herz und Dünndarm (auch ein yin-yang-Paar) dagenen war schwerer zu erklären. Nun fällt auch das leichter. Aber Akupunktur ist ja natürlich nur Blödsinn …..

#19 |
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Gertraud Schmid, Heilpraktikerin
Gertraud Schmid, Heilpraktikerin

Bakterien vermehren sich in kurzen Zeitintervallen, wenn das umgebende Milieu stimmt und insbesondere wenn die Nährstoffe passen. Deshalb gab es (vor 35Jahren) im Laborbereich verschiedene Nährböden, je nachdem, welche Keime man nachweisen will bzw. gibt es neuerdings molekularbiologische Methoden.
Die in vivo-Situation ist per se hochkomplex, wieso sollte man Petrischalenversuche durchführen wollen? Menschen beherbergen mehr Bakterien als Körperzellen und es sind weit über 400 Spezies. Um Referenzwerte für Labortests zu erstellen, untersucht man in der Regel einen großen Pool vermeintlich gesunder Menschen, bestimmt manche Keimarten (Leitkeime) und wendet statistische Auswertung an, das “übliche” Procedere.

Darüber hinaus gibt es aus der Praxis Erfahrungswerte, manche Sachen kann man tun, weil sie preiswert und völlig unschädlich sind. Wenn das Befinden sich bessert ist das auch eine Aussage!

#18 |
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Medizinjournalist

Das ist möglicherweise alles immer dann richtig, wenn man die Lebensweise mit in Betracht zieht. Ein fitter sportsman, der das isst, was nach der Meldung krank macht, hat völlig andere Ergebnisse. Die Waage ist unten und oben begrenzt. Unten verhungert man, oben außen, verfettet man. Dafür hat die Evolution nichts vorbereiten müssen. Sie geht von benutzten Körpern aus, was denn sonst? Kennen sie Tiere, die den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzend, nur das Hirn benutzend oder im LKW: nur fahren bis die Birne platzt, aber dabei sitzen und aufmerksam sein, jedoch ohne sich zu bewegen. Das reißt unsere Systeme auseinander. Einer der sich nicht bewegt, aber auf alles regieren muss. Aggressionen zeigen, was der Körper davon hält. Das passt alles nicht zusammen. Da liegen die Pfefferkörner der Evolution. Die Zivilisation ist die Krankheit. Sie verstellt alle Werte. Lasst die Leute aus der Mühle raus, dann bessert sich das. Alles, was wir falsch machen, mit Medikamentenerfindungen zu kurieren, ist bloß unsäglich dumm und veruntüchigt uns rasch ansteigend. Die Matheleute nennen so was exponentiell.

#17 |
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dr. med. ileana puiareu
dr. med. ileana puiareu

ich lese oft Ihre Artikle und bin ich sehr froh das solche informationsmöglichkeiten existiert.Kurz,schätze ich sehr DocCheck und der oder dir Verfasser..

#16 |
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Dr. med.vet. Stefan Gabriel
Dr. med.vet. Stefan Gabriel

Seit das hochwissenschaftlich “mikrobiom” genannt wird, ist die Darmflora und ihre Modifikation/Pathologie interesant und Forschungsgegenstand geworden. Viel zu lange war das wissenschaftlich kaum interessant, weil es wenig lukrativ erschien, an Sch…. zu forschen. Ich glaube wir Tiermediziner haben da einen etwas entspannteren Zugang. Die Evaluierung von Fütterung und Ausscheidung ist bei uns der vierte Vitalparameter, auch der Hund ist, was er isst (Hippokrates, Feuerbach).
Erfreulicherweise lassen sich Hunde gut auf definierte Diäten setzen, so daß die Zufuhr und Bilanzierung einzelner Nahrungsbestandteile kontrollierbar sind. Einem Durchschnittsmenschen helfen verallgemeinerdne Empfehlungen (“Man soll wenig Fleisch essen..”) überhaupt nichts.

#15 |
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Ich denke, das Mikrobiom ist weitaus komplexer als es Petrischalenversuche abbilden. Und auch eine Veränderung des bestehenden zu einem anderen “Wünschenswerten” bei weiten nicht so simpel wie dargestellt. Im Übrigen, woher glauben wir denn zu wissen, wie das optimale Mikrobiom aussehen sollte? Gibt es überhaupt ein solches, wo doch ein jeder von uns sein individuelles hat …usw..usf

#14 |
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Gertraud Schmid, Heilpraktikerin
Gertraud Schmid, Heilpraktikerin

Man kann das Mikrobiom stärken (Natursauerteig / Präbiotika, etwa Gemüse, resistente Stärke / Probiotika etwa Darmkeime in Kapseln oder als Pulver) und schwächen (Übermaß an Süssigkeiten zum Beispiel). Wie in der Petrischale sollte auch in vivo das Substrat (die Nährstoffe im Umfeld der Keime) ausschlaggebend sein für die Vermehrung von erwünschten, schützenden/unerwünschten, krankmachenden Spezies. Labortests unterstützen die Diagnose und das Monitoring der Darmsanierung, wenn man dies möchte. Ein großer Wissenspool liegt vor.
Worin wohl der Vorteil einer Stuhltransplantation versus der Einnahme von kontrolliert hergestellten Präparaten liegen könnte?

#13 |
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Prof. Dr. Dr. Wulf von Restorff
Prof. Dr. Dr. Wulf von Restorff

Schade, dass Nichts zu essen auf Dauer auch nicht zu einer Verlängerung des Lebens beiträgt.
Gut, dass die Gute Mutter Natur uns so komplex entwickelt hat. So bleibt den Forschern immer etwas zu Forschen.

#12 |
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Dipl.Ing. Winfried Duven
Dipl.Ing. Winfried Duven

#9 … hinzu kommt, dass Fisch purinlastig ist, was zur Bildung von überschüssiger Harnsäure führen kann, deren Ablagerung im Großzeh sehr unangenehme Beschwerden (Gichtanfall) hervorruft. Also kaum Fleisch, kaum Fisch sondern nur Obst und bestimmte Gemüse ?

#11 |
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Bernd Brüggemann
Bernd Brüggemann

Gut geschrieben, interessanter Stoff…

#10 |
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Chemiker

Seefische und Krebstiere enthalten reichlich TMAO. Sollte man diese Tiere dann nicht mehr essen? Bisher war Fisch doch immer sooo gesund…

#9 |
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Anja
Anja

Die Frage ist, welche Hautfarbe hat die Probanden in Cleveland und in Zürich?

In Cleveland besitzen fast 60 % eine dunkle bis schwarze Hautfarbe. Wie wir wissen, haben gerade sehr Dunkelhäutige ab dem 30. Breitengrad zunehmende Probleme mit der Bildung von genügend Vitamin D aufgrund ihrer Hautfarbe und der Sonneneinstrahlung. Dazu kommt noch das häufige Aufhalten im Inneren.

Wer dahingehend selber recherchieren möchte: Suchbegriffe wie “Vitamin D, Herzinfarkt, Plaque, LDL, HDL, Thrombozyten”, der wird im Internet schnell fündig…

Viele Grüße
Anja

#8 |
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Andreas Städtgen
Andreas Städtgen

Wenn unsere Darmflora nicht gesund ist, so sollte man etwas zur “Pflege” tun.
Seit Jahrzehnten sezt die Naturheilkunde auf den Einsatz von Rechtsdrehender Miclhsäure. RMS Städtgen Tropfen werden in immer häufigervon Praxen empfohlen. Die Ergebnisse sind publiziert. Bücher wie z. B. von Dr. Oliver Ploss, “Moderne Praxis bewährter Regulationstherapien”, Thiem / Haug spiegeln dieses Wissen wieder. Die Gesundheit unserer Patienten sollte so einfach wei möglich erhalten, bzw. weider hergestellt werden.

#7 |
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Flüchtiger Leser
Flüchtiger Leser

Wenn ich diese Zusammenfassung richtig verstehe, hat man bei zwei Gruppen die TMAO-Werte bestimmt.
Das daran Fleisch und das Darm-Mikrobiom die Ursache sind, hat man aber nicht nachgewiesen, sondern nur allg. aus anderen Untersuchungen gefolgert.
Es ist also nicht auszuschließen, z.B. ein anderer Umgang mit Nahrungsmittelergänzungen oder Medikamenten (die Probanden waren ja Infarktpatienten) “Schuld” ist.

#6 |
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Verändert eine Ernährungsumstellung nicht ohnehin die Darmflora, vielleicht eher und sicher nachhaltiger als eine “Stuhltransplantation”?
Danke, Herr Schätzler, für den Verweis auf Sempé…

#5 |
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Mitarbeiter Industrie

Hier sollten auch die Risiken von oralen L-Carnitin-Gaben in Betracht gezogen werden. L-Carnitin wird u.a. in oraler Form als Nahrungsergänzungsmittel angeboten und wird von Sportlern zur Steigerung der Dauerleistung, jedoch als Nicht-Doping-Substanz, gerne genommen. Da davon ausgegangen werden kann, dass viel L-Carnitin aufrund der vergleichsweise geringen oralen Resorption ungenutzt durch den Darmtrakt geht, steht es zur bakteriellen Transformation in TMAO im Überfluss zur Verfügung. Orale L-Carnitin-Gaben, welche im Gramm-Bereich (!) genommen werden und daher im Vergleich zum Verzehr von Fleisch in ungleich höheren Mengen dann im Darm präsent sind, sollten somit in diesem Zusammenhang mit besonderer Vorsicht betrachtet werden.

#4 |
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Gast
Gast

und wieviele der Probanden hatten Herpes zoster? Das soll ja das HI Risiko um 59% steigern…

#3 |
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Gast
Gast

Also wie…. der schon todesbedrohte Patient futtert fleißig, eine nur für die industriell umgewöhnte Zunge und dem verweichten Gaumen Fertig- oder sonstwie wenig Arbeit und Nachdenken bereitende Kost (kann man das überhaupt noch Kost nennen?) weiter, während teure Studien diese Art des durch das Leben mogeln noch unterstützen wollen, indem man Blutwerte mit Medikamenten ummanipolieren will oder die Bakterien verändern will??
Bzw. man will den Patienten auf eine mediterane Kost “setzen”!?!?
Womöglich ihm sagen, dass er diese “Diät” einzuhalten habe, anstatt ein Umdenken und eine Selbstfürsorgepflicht anzuregen und “schmackhaft” zu machen in Richtung gesunder Lebensweise, die nicht nur Patienten betreiben sollten, sondern jeder??
Treibt die “moderne” Zivilisation noch mehr derartiger Stilblüten?

#2 |
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“Esst Scheiße – 10 Milliarden Fliegen können nicht irren! (Zitat von Sempé, franz. Karrikaturist)?

Leider sehr typisch für die Kultur des medizinisch industriellen Komplexes: Man denkt ernsthaft über Stuhltransplantionen von Vegetariern nach, um Herzinfarkte bei denjenigen Patientinnen und Patienten zu behandeln, die sich täglich an Unmengen Fleisch und Eiern buchstäblich “überfressen” und ihr Darm-Mikrobiom geschädigt haben.

Gleichzeitig mein Hinweis: Die nach Ansicht von Thomas Lüscher geforderte, langfristige Ernährungsumstellung zum Beispiel “auf eine mediterrane Kost mit viel Fisch und Gemüse” erfordert auch nennenswerte Mengen von fettreichem Olivenöl, Nüssen, moderatem Wein-Genuss, viel Obst, Salat, Geflügel und durchaus auch rotem Fleisch, max. 1-2 Mal pro Woche.

Vgl.
Prävention für kardiale Risikopatienten/randomisierte Studie im New England Journal of Medicine (2013; doi: 10.1056/NEJMoa1200303) und
Analyse der PREDIMED-Studie in Lancet Diabetes & Endocrinology (2016; doi: 10.1016/S2213-8587(16)30085-7)

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