Der Guillotineur

6. Juli 2017
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Ein Neurochirurg wird Ende des Jahres eine Kopftransplantation durchführen. Der Kopf eines gelähmten Patienten soll mit einem neuen Körper kombiniert werden. Ist das noch medizinische Heilkunst, fragen nicht nur Laien, sondern inzwischen auch hochrangige Wissenschaftler.

Was soll das? Das hat sich auch der Autor gefragt, als die Redaktion ihn gebeten hat, einen Artikel über die Transplantation eines gesamten Körpers an einen Kopf zu schreiben – oder umgekehrt? Ein lebender Kopf auf dem Körper eines hirntoten Spenders? Wem soll das nützen? Oder ist das nur die Spinnerei eines PR-süchtigen Mediziners? Der Autor hat sich eingelesen und hat Fakten und wissenschaftliche Artikel zu diesem Thema gesammelt und möchte seinen Lesern das abschließende Urteil über den Sinn und Unsinn einer solchen Operation überlassen.

Wahnsinn oder Pioniergeist?

Auch die Redaktion der anerkannten wissenschaftlichen Fachzeitschrift Surgery hatte nach Aussagen des Herausgebers Skrupel, die Manuskripte eines „Minisymposiums“ zu diesem Thema in ihrem Blatt zu publizieren. Der Vorwurf einer „Sensationalisierung“ lag nahe. „Zu viele Probleme – ich glaube nicht, dass so etwas jemals gelingen wird.“, sagt Harry Goldsmith, Neurochirurg an der University of California, dem es als einem der wenigen gelang, einen Menschen mit einer schweren Rückenmarksverletzung wieder zum Gehen zu bringen.

Zerlegt man die Transplantation in einzelne Teile, scheinen die Hürden gar nicht einmal so unüberwindlich. Denn ein ähnliches „Nicht erfolgversprechend!“ wurde auch vor der ersten Nierentransplantation in den 50er Jahren und später bei der ersten Herztransplantation geunkt. Inzwischen verpflanzen Ärzte fast routinemäßig ganze Hände und auch die Gesichtstransplantation ist inzwischen bei mehreren Dutzend erfolgreicher OPs angekommen. Bereits zur Mitte des letzten Jahrhunderts tauchte ein zweiköpfiger Hund in den Medien auf, der sowohl bellen als auch fressen konnte. Aufgrund der Abstoßungsreaktion überlebte das Tier aber nur wenige Wochen.

Ähnlich erging es Forschern, als sie in den 70er Jahren eine Transplantation eines Affenkopfes wagten – ohne jedoch das Rückenmark an das Gehirn anzuschließen. Die Rhesusaffen blieben gelähmt, auch wenn sensorische Fähigkeiten wie Geschmack und Gehör oder die Gesichtsmuskulatur weiterhin funktionierten. 2013 machte schließlich Sergio Canavero, Neurochirurg aus Turin, von sich reden, als er eine solche Operation auch für den Menschen ankündigte – bis Ende 2017. Detailliert informierte er Kollegen über seine Pläne bei einer Tagung der amerikanischen orthopädischen und Neurochirurgen und dem International College of Surgeons in Annapolis vor zwei Jahren.

Immunsuppression und Hypothermie

Die Verknüpfung der Nervenstränge des Rückenmarks scheint zur Zeit das größte bisher noch nicht wirklich gelöste Problem einer solchen Transplantation zu sein, auch wenn Canavero bereits einen detaillierten Plan zur Prozedur vorlegte. Mit der Erfahrung bei der Transplantation verschiedenster Organe und auch von Mischgeweben (wie etwa bei einer ganzen Hand) sei es möglich, mit Immunsuppressiva Graft-vs-Host-Reaktionen gegen den Kopf in den Griff zu bekommen. Zusätzlich könne durch den entstehenden Chimärismus eine Toleranz induziert werden. Zuverlässige Daten einer solchen „Erziehung“ von Thymozyten, etwa durch eine autologe Knochenmark- oder Dendritische Zelltransplantation nach der OP, gibt es dazu jedoch noch nicht. Canavaro selbst favorisiert die Immunsuppressiva Tacrolimus und Sirolimus zusammen mit Belatascept. Sirolimus könnte aufgrund bisheriger Daten auch eine Rolle bei der Wiederherstellung von Nervenverbindungen zwischen Rückenmark und Gehirn spielen.

Die Verbindung von großen und kleinen Gefäßen für die Blutversorgung des Gehirns stellt den Chirurgen vor ein Zeitproblem. Damit die Sauerstoffversorgung für das Gehirn nicht zu lange unterbrochen bleibt, muss er sich beeilen. In Versuchen mit Mäusen bei Canavero’s chinesischen Kollegen Xiaoping Ren klappte das schon ganz gut, indem er eine kreuzweise Verbindung des Donorkörpers mit Halsschlagader und Drosselvene über einen kurzen Schlauch herstellte. Reflexe und und EEG zeigten danach normale Funktionen an. Um noch etwas mehr Zeit zu gewinnen, sollen Körper und Kopf gekühlt werden. Wie aus Affenexperimenten ersichtlich, reicht dabei eine Temperatur von 29-33°C aus, um die metabolische Rate soweit zu senken, dass die kurze Unterbrechung des Blutflusses keine Schäden erzeugt.

Nervenkleber PEG

Wie lässt sich nun die Verbindung vom Rückenmark ins Gehirn wiederherstellen, in Anbetracht der Aussichtslosigkeit bei vielen Tetraplegie-Fällen? Der italienische Neurochirurg setzt dabei auf einen sauberen scharfen Schnitt bei der Durchtrennung und auf die Flutung der Nervenenden mit PEG (Polyethylenglykol), die das Zusammenwachsen der Enden unterstützen soll. Die Technik wurde von einer deutschen Arbeitsgruppe um Hans Werner Müller von der Universität Düsseldorf entwickelt. Er jedoch nicht glaubt, dass die die praktische Anwendung am menschlichen Rückenmark so bald gelingen wird. Weitere Möglichkeiten erörtert Canavero in einer Veröffentlichung mit der Transplantation von neuronalen Stammzellen an die Schnittstelle. Schließlich verweist er auch auf positive Ergebnisse an mit olfaktorischen Hüllzellen bei Patienten mit Rückenmarkstrauma. Zwei Patientenbeispiele für eine Wiederherstellung eines durchtrennten Rückenmarks aus dem Jahr 2005 und 2014 sollen dabei als Argumentationshilfe dienen. Das Narbengewebe an der Verletzung schnitten die Chirurgen weg und verbanden die Nervenenden. In beiden Fällen wuchsen sie wieder zusammen und ermöglichten den Patienten mit einem T6/T7 bzw. einem T9-Querschnitt die Kontrolle über ihre Extremitäten. Ohne ein Narbengewebe, so argumentiert Canavero, würde die Fusion der Nervenenden noch weitaus schneller vonstatten gehen.

Nach einem Jahr wieder auf den Beinen

Wie würde dann eine erste solche Kopftransplantation ablaufen? Nach dem ersten Schnitt sollten alle größeren anatomischen Strukturen identifiziert, gekennzeichnet und präpariert werden, beginnend bei Muskeln, Gefäßen, Luftröhre, Ösophagus, Rachen und Nerven, danach die hinteren Nackenmuskeln, Kopfgefäße und schließlich die Wirbelsäule, die mit dem anderen Ende bei der Transplantation durch eine stabile Platte verbunden wird. Eine Herz-Lungen-Maschine würde die Durchblutung des abgetrennten Kopfes kurzzeitig übernehmen. Ganz am Ende der Präparation und gleich zu Beginn der neuen Verbindung zwischen Kopf und Körper stünde der Schnitt und die Wiederverknüpfung des Rückenmarks. In umgekehrter Reihenfolge sollen dann die Chirurgen die übrigen Strukturen wieder miteinander anbinden, angefangen mit den wichtigsten Blutgefäßen. Für die Heilung, insbesondere der neuronalen Traumata, würde der Patient zunächst für ein paar Wochen in einem induzierten Koma ruhen und seine Nahrung per Sonde bekommen. Implantierte Elektroden sorgen dabei für eine regelmäßige Stimulation der Nervenfasern. Eine Rehabilitation, ähnlich wie bei Traumata-Opfern mit Querschnitt, soll den weiteren Weg in den Normalzustand bahnen.

Canavero verkündete mit seinen Plänen ehrgeizige Ziele: Sprechen sofort nach dem Aufwachen und Kontrolle über die Gesichtsmuskulatur. Innerhalb eines Jahres wird der Patient wieder gehen können. „Wir haben alles gezeigt, was zu zeigen war“, versucht der Neurochirurg seine Zuversicht zu demonstrieren. An Leichen sei die gesamte Prozedur bereits ausgiebig getestet worden. Alles läge für den großen Schnitt im Dezember dieses Jahres bereit …

Flucht vor Ethikkommitees?

… unter der Voraussetzung, dass ein Ethikkommitee dieser größten aller Operationen zustimmt. Daran haben viele ihre Zweifel. Alle wesentlichen Erkenntnisse und Daten wurden bisher entweder nur in Tierversuchen erhoben oder führten nur bei einzelnen Patienten zu einem Erfolg. Nur in seltenen Fällen bestätigten mehrere Forschergruppen die vorläufigen Erkenntnisse. So hält etwa John Barker von der Columbia University die Hürden für eine Abstoßung für noch lange nicht bewältigt; die Folgen – etwa bei der Veränderung der Blut-Hirn-Schranke – seien nicht absehbar. Nach Meinung einiger Neurochirurgen sollte eine Wiederverknüpfung des Rückenmarks zuerst einmal bei Paraplegikern erprobt werden. Denn eine „Exit“-Strategie gibt es nach Beginn des Eingriffs nicht mehr.

Auch unter diesen Umständen wäre der Russe Valeri Spiridonov bereit, sich operieren zu lassen. Er leidet an der Werdnig-Hoffmann-Krankheit, einer Form von spinaler Muskelatrophie, und würde seinen 33 Jahre alten Köper gerne gegen einen neuen eintauschen. Entsprechend neuesten Berichten hat Canavero jedoch inzwischen seine Pläne für den Ort und den Probanden geändert. Nun soll die Operation in China stattfinden – möglicherweise, weil dort die Verfolgung von Verstößen gegen die medizinische Ethik nicht so scharf ist? Ist eine informierte Einwilligung für eine Operation zulässig, bei der fast alle Fachleute die Erfolgschancen als äußerst gering beurteilen? Damit befasste sich vor kurzem auch ein Kommentar der juristischen Fakultät der Harvard University.

Grundsatzfragen

Ist es ein solches Vorhaben, wie das von Sergio Canavero wert, dass unzählige Tiere dafür sterben? Sollte nicht eine breite Diskussion über technische, medizinische und ethische Probleme einer solchen Operation dem Eingriff vorausgehen? Wie sehr wird sich die Persönlichkeit des Empfängers eines neuen Körpers nach einer Operation ändern, sollte sie denn gelingen? Eine solche breite Diskussion über diese Grundsatzfragen gab es etwa vor der ersten Transplantation eines Gesichts vor 12 Jahren. In den allermeisten Fällen nahm die Operation bisher einen glücklichen Ausgang. Ziel des Artikels ist es, bei DocCheck eine solche Diskussion über die Kopftransplantation anzustoßen.

Wie ernst es es dem Italienischen Arzt ist, zeigt seine Zusammenarbeit mit einem amerikanischen IT-Unternehmen. Ende letzten Jahres stellte es ein Gerät mit einer Virtual-Reality-Brille vor, das den Patienten in spe schon Monate zuvor an eine neue Existenz mit einem voll funktionsfähigen Körper gewöhnen soll – um ein psychisches Trauma nach der erfolgreichen Operation zu verhindern.

125 Wertungen (4.86 ø)

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53 Kommentare:

HP Ingeborg Schauer
HP Ingeborg Schauer

Das grenzt an Frankenstein…. aber nichts ist unmöglich! Homo Deus!

#53 |
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Gast
Gast

@Christoph Neuwirth: Der Körper spielt durchaus in vielen Fällen eine wichtige Rolle bei der Partnerwahl. Die Vorstellung, in erster Linie eine Persönlichkeit zu heiraten, ist politisch korrekt in unserem Kulturkreis. Dieses romatisch verklärte Bild ignoriert allerdings die Biologie, die unser Verhalten ganz unbemerkt steuert. Mangelnde Attraktivität kann in Sachen Ehe nur durch sehr viel Geld wirksam ausgeglichen werden. Jemanden mit einer tollen Persönlichkeit, den man nicht attraktiv findet, heiratet man nicht – mit demjenigen ist man befreundet.

#52 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

@Sonja Thedens: Wäre schön, wenn das “extrem hypothetisch” wäre, aber bekanntlich wird alles, was einmal vom Menschen gedacht, auch irgendwann tatsächlich vom Menschen gemacht. Es werde bspw. viele OPs gemacht und noch viele mehr gewünscht, für die mir kein einziger vernünftiger Grund einfällt. Unvernunft ist also kein Hinderungsgrund. Wir könnten jetzt noch darüber diskutieren, welcher Körperteil entscheidend war für die Zeugung des Kindes, aber zumindest sind wir uns einig, daß der Hirninhaber seinen Führerschein nicht weiternutzen dürfen sollte ….;)

P.S. Einer geht noch: Man könnte Körper für begrenzte Zeit verleihen … Okay, das ist wirklich weit hergeholt, aber wenn wir nicht von vorneherein Grenzen ziehen, dann gleitet uns das aus den Händen. Das Designerbaby klopft bereits an die Tür dank CRISPR, da wurde schon viel verschlafen. Wo bleibt da die breite öffentliche Diskussion? Wo bleiben einschließliche Rechtsnormen? Sind wir politisch schon so weit vom Vorsorgeprinzip zum Nachsorgeprinzip übergewechselt, daß bloß noch zugeguckt und schöngeredet wird? Wollen wir nach der Entfesseluing der globalen Märkte jetzt wirklich auch die Entfesselung der Wissenschaft?

#51 |
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Die Meldung geistert schon seit Wochen durch die Nachrichtendienste. Ich dachte, daß dies ein verspäteter April-Scherz ist und hoffe sehr, daß diese Operation untersagt wird.

#50 |
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#48: Und spätestens dann kommt wieder die Diskussion auf: Ist Mördertum genetisch vererbt, und auf welcher Ebene? Wird einer, der den Körper eines hingerichteten Mörders “gespendet” bekommt, ebenfalls ein Mörder?

#49 |
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@ Annika Diederichs : Sehr schönes Gedankenspiel! Naja, Autofahren ist eine kognitive Leistung, die aber wohl angesichts der zu erwartenden erheblichen Behinderung und neurologischen Ausfälle wohl aus physischen Gründen nicht mehr möglich sein wird.
Was den Unterhalt angeht, so ist das wohl rechtliches Neuland. Die Entscheidung, ein Kind willentlich oder unwillentlich zu zeugen, hat der Kopf getroffen, wenn auch angeheizt durch die hormonelle Einflussnahme des Körpers auf die Libido. Auf der anderen Seite sind 90% des Zeugers verstorben, also dann nur 10% Alimente. Vermutlich nicht, sofern es nicht einen Präzedenzfall eines Unfallopfers gab, der z.B. beide Beine verloren hat und deswegen 30% weniger zahlen musste…

Apropos, ich denke, wir heiraten Persönlichkeiten, keine Körper (also eher den Kopf). Sonst wäre jede Adipositas oder entstellende Krankheit eine Rechtfertigung für Annulation einer Ehe…

Was die Ethik angeht… letzten Endes wird es von der Nachfrage bestimmt werden, was weiterentwickelt und angeboten wird. Organklau gibt es schon in einigen Ländern wie Indien. Und wer weiss, vielleicht wird in 10 Jahren in den USA dann die Todesstrafe durch Guillotine ergänzt mit Zwangsspende des Körpers des Todeskandidaten…

#48 |
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Gast
Gast

Übernimmt dann der Kopf im Falle des Erfolges auch etwaige Straftaten, die mit seinem neuen (alten) Körper angestellt wurden?

#47 |
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Jetzt wird es gruselig. Es sollte noch Grenzen geben. Humane Sterbehilfe können wir nicht organisieren—aber sowas….

#46 |
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#Annika Diederichs: Das ist ja nun alles extrem hypothetisch und von daher schon eigentlich ziemlich überflüssig, diesen Gedanken weiterzuspinnen. Mir fällt jedenfalls kein einziger vernünftiger Grund ein, wieso zwei Menschen tatsächlich derart ihre Köpfe bzw. Körper tauschen sollten. Aber ich spinne trotzdem mal mit:
Wenn der Ehepartner des Gehirns oder Kopfes nach einer aus irgendwelchen medizinischen Gründen sinnvollen Transplantation sich nicht mehr mit dem “neuen Wesen” verbunden fühlt oder auch einfach das kalte Grausen angesichts des anderen Körpers bekommt, dann wäre das wohl mehr als verständlich.
Der Beweis für eine Befähigung, die sowohl körperliche als auch geistige Aspekte umfasst, wie z.B. Auto fahren, müsste neu erbracht werden.
Kindesunterhalt müsste der Besitzer des Gehirns zahlen, das die Entscheidung getroffen hat, den ursächlichen Geschlechtsverkehr zu haben.

#45 |
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Martin Bökenkamp
Martin Bökenkamp

Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, dass er sein Leben für eine solche Operation riskiert?

#44 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

Okay, spielen wir das weiter. Nochmal ein Beispiel zur Lebendspende: Person A hat vor dem Kopftausch einen Führerschein gemacht, geheiratet und ein Kind gezeugt. Person B hat beides nicht gemacht. Darf der Kopf von A mit dem Körper von B nach der Transplantation den Führerschein automatisch weiter nutzen? Muß er Unterhalt zahlen, obwohl das Kind nicht von seinem aktuellen Körper, respektive Samen gezeugt wurde und bleibt er der rechtliche Vater des Kindes? Kann die Ehefrau wegen des zu 90% ausgetauschten Körpers die Ehe annullieren lassen? Immerhin hat sie den ganzen Mann geheiratet und nicht bloß einen Kopf, da könnte man argumentieren, der Mann sei bereits zu 90 % aus der Ehe ausgetreten.

#43 |
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Um für irgendetwas verantwortlich sein zu können, muss man halbwegs bei Sinnen sein, d.h. es kann nur der denkende Kopf sein, der ausschlaggebend ist.

#42 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

#38 war von mir, offenbar unbemerkt ausggeloggt. Zu #40: Ungeklärt, sicherlich. Juristen beschäftigen sich ungern mit Dingen, die noch Zukunftsmusik sind. Ich setze trotzdem noch einen drauf: Was wäre wohl, wenn man zwei Personen dekapitiert, die Köpfe tauscht und beide leben weiter? Oder weiter gedacht, man dekapitiert eine ganze Gruppe von Leuten und tauscht deren Köpfe durcheinander? Oder (noch mehr wie Frankenstein) man tauscht nicht nur die Köpfe, sondern zusätzlich noch Organe und Extremitäten zwischen den Personen aus. Abgesehen von den Köpfen wäre das sogar heute schon möglich. Die juristische Definition einer Person ist essentiell für das Rechtsystem. Das müßte man dann grundlegend überarbeiten. Fragt sich nur: Wie?

#41 |
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Medizinjournalist

#38 interessanter Aspekt, der bisher noch völlig ungeklärt ist – zumindest wenn man dem oben verlinkten Kommentar der juristischen Fakultät der Harvard University glauben darf, der sich unter anderem auch mit diesem Aspekt befasst.

#40 |
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Ute Renköwitz
Ute Renköwitz

Von wem kommt denn der voll funktionsfähige gesunde junge Körper? Doch nicht von einem Organspender?! Muss wohl jemand sein, den man extra dafür umbringt, oder?????

#39 |
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Gast
Gast

Juristisch wäre das auch nicht ganz ohne. Eigentlich sind ja beide tot, weil dekapitiert. Wenn man dann zwei Tote überkreuz neu zusammensetzt und dabei ein lebender Organismus herauskäme, welchen Status hätte der dann rechtlich? Bei Nierentransplatationen hat sich bislang keiner groß dran gestört, daß man Chimären erschafft, aber wenn der Kopf von einer und der gesamte sonstige Körper von einer anderen Person stammt, wird das schwierig mit der Zuordnung von Rechten und Pflichten.

#38 |
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Studentin der Pharmazie

Und was sagen sie, wenn es funktioniert….Wir haben hier ein sehr heikles Thema und und ich schließe mich allen bisherigen Kommentaren an. Ethisch gesehen ein “No go”, andererseits sieht die Zukunft anders aus… es ist so viel passiert in verschiedenen Bereichen der Medizin, Technik, Biochemie undundund….vieles was anfangs verteufelt wurde, entwickelte sich unerwartet ganz anders. Gerade ,-was als Bsp. zu nennen,- die Gentechnik angeht…..
Ich beführworte diese Transplantation nicht, aber ich kann auch nicht sagen, dass ich es komplett ablehne! Es scheint fast unmöglich, aber wenn sich jemand freiwillig zu diesem “Experiment” bereit erklärt… Sergio Canervero…ob er Gott spielen will oder nicht, wenn es funktioniert, dann ist es ein enormer Fortschritt. Es wird stattfinden und ich schaue mit großem Interesse zu, auch wenn ich teilweise schockiert bin.

#37 |
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Diätassistent

warum die Aufregung, es wird nicht funktionieren

#36 |
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Gast
Gast

Guter Artikel über medizinische schwachsinnige Abenteuerei. Es klingt, als sei dem planenden Neurochirurgische schon ein fremder Kopf transplantiert. Als Mitglied einer Ethikkommission würde ich nicht zustimmen.
Univ.-Prof. Dr. U. Gleichmann, Kardiologe

#35 |
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Dr. med. Serhat Erülkü
Dr. med. Serhat Erülkü

Hauptsache irgendwann für immer verewigt in den Narzistennamenssammlungen von Pschyrembrel und Roche. Die Sache wird nicht funktionieren, aber spannender als langweilige Subduralhämatome und Stenosen operieren

#34 |
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Canavero will übrigens lt. Artikel über ihn auf ooom.com auch noch eingefrorene Gehirne verpflanzen. Was bedeutet, er würde gerne irgendwann Reichen ein neues Leben verkaufen. Tröstlich ist dabei, dass der Versuch, einen gottgleich unsterblichen Meschen zu schaffen, durch den Alterungsprozess des Gehirns letztendlich scheitert und darauf hinausläuft, dass man senil und medikamentenabhängig mit seinem Spenderkörper herumläuft und die eigenen Nachkommen nervt, statt einfach mal beizeiten den Löffel abzugeben. Außerdem ist es ja auch so, dass, wenn alle irgendwann tatsächlich Körper haben würden, die nicht mehr altern und sterben, wir uns auch nicht mehr fortpflanzen dürften. Aber dieses Bild ist natürlich absolut hypothetisch, denn es kann hier ja nur um die entsprechend finanzstarke Zielgruppe gehen und nicht etwa um die gesamte Bevölkerung. Über Ethik denkt dieser Mann wohl eher nicht nach.

#33 |
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Studentin der Pharmazie

Hier einige interessante Fachartikel:

http://surgicalneurologyint.com/?s=Sergio+Canavero

#32 |
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Dagmar Boecker
Dagmar Boecker

Bekommt jetzt ein Körper einen neuen Kopf oder ein Kopf einen neuen Körper?

#31 |
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Ärztin

Es ist drüber hinaus ein erheblicher Unterschied ob ich experimentell durchtrenntes Rückenmark einer Ratte zur Heilung bringe oder einen menschlichen Kopf transplantiere. Möge der Kollege doch erst einmal Rattenköpfe nach mehrstündigem Kopftransport auf eine nicht genetisch identische Ratte erfolgreich transplantieren bevor er sich so weit aus dem Fenster hängt. Die Ratten tun mir jetzt schon leid.

#30 |
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Ärztin

Danke Herr Lederer für Ihre Ergänzung. Dennoch bin ich, auch ethische Überlegungen implizierend, der Meinung, dass zuerst querschnittsgelähmte Unfallopfer von den sagenhaften Fähigkeiten des neurochirurgischen Kollegen profitieren sollten. Da sind mir noch keine bahnbrechenden Erfolge bekannt, auch nicht bei frisch Verletzten. Es ist nicht nur unethisch sondern ausgesprochen zynisch an den Unfallopfern vorbei zu forschen. Eitelkeit und egozentrischer Narzissmus macht sich hier in der experimentellen Chirurgie breit, narzisstischer Größenwahn auf Kosten der Kranken und Gesunden einer großen Versichertengemeinschaft.

#29 |
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Hartmut Wahl
Hartmut Wahl

alle sagten immer: das geht nicht.
dann kam einer und machte einfach……
ich sehe da auch keinen wirklichen unterschied, ob nun ein bein oder ein kopf transplantiert wird, soweit es medizinisch wirklich notwendig ist und nicht z.b. damit jemand dem körperlichen verdall entgehen will.
ich jedenfalls wünsche dem jungen mann alles gute, eine erfolgreiche operation und hoffe, dass er mit seinem neuen körper glücklich wird.

#28 |
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Medizinjournalist

Eine kleine Ergänzung mit einer Nachricht, die erst nach Redaktionsschluss bekannt wurde:
Bei einem Experiment an 15 Ratten scheint eine Regeneration des durchtrennten Rückgrats gelungen zu sein. Im Gegensatz zur Kontrollgruppe konnten die mit PEG behandelten Ratten nach einigen Wochen wieder laufen, der Trennungsspalt zwischen den Nervensträngen war verschwunden.
Referenz: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/cns.12713/full

ZU Kommentar #8: Ich denke, das ist langfristig auch angedacht. Das Problem ist dabei wohl das Narbengewebe an den Nervenenden, dass sich mit der Zeit herausbildet (und bei einem frischen scharfen Schnitt nicht vorhanden ist), das ein schnelles Wieder-Zusammenwachsen verhindert.
Erfolge bei der Regeneration bei Paraplegikern beruhten wohl auch darauf, dass dieses Narbengewebe vorher aufwändig entfernt wurde.

#27 |
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Michaela Körffer
Michaela Körffer

Wer will darüber urteilen? Steckt doch keiner in der Haut (Körper) des jungen Mannes. Er muss für sich entscheiden. Wenn er dann auch noch einen Arzt findet der diese Wagnis eingeht, warum nicht. Mir fällt die Vorstellung zwar auch schwer wie das Gelingen soll, aber wenn es nur die geringste Chance auf ein besseres Leben nach dieser OP gibt, muss er sie nutzen. Die ethische Frage muss alleine der Betroffene mit seinem behandelnden Arzt klären.
ELA
Krankenschwester

#26 |
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herr Mladen Simic
herr Mladen Simic

Dr.Frankenstein hat ja all das schon gemacht.

#25 |
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Mein besonderer Dank gilt dem Autor, der einen äußerst interessanten Artikel geschrieben hat. Insbesondere die Überschrift finde ich klasse. Hat man doch von einigen Guillotine-Opfern behauptet, sie hätten noch nach der Köpfung gesprochen oder ringsum in die Menge geschaut. – Kann ich mir zwar schwer vorstellen, klingt auch unwahrscheinlich, aber ich habe auch schon ein Pferd kotzen gesehen.

#24 |
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Was es nicht alles gibt bzw. möglich gemacht wird. Oder schon allein der Gedanke daran! Als ein an der Basis verwurzelter Allgemeinarzt bin ich zwar für alles Neue mental aufgeschlossen, habe aber an so einem operativen Eingriff meine Zweifel. Vor allem die Folgen sind nicht auszudenken: Gibt es jetzt schon einen blühenden Organhandel, wie ist es dann in 20 Jahren? Werden junge und sportliche Menschen gekidnappt und dienen dann als Körperspender für alte und kranke, aber reiche und einflußreiche Menschen? Ich bin mir sicher, je frischer und gesünder ein Körper ist, desto besser sind die Erfolgschancen. – Oder noch besser: kann man dann am besten kopf- und hirnlose Klone zur weiteren Verwendung züchten? Mit besten Grüßen an den Kollegen Dr. Frankenstein

#23 |
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Pflegepädagogin

Ist das ethisch noch vertretbar?
Ansonsten kann ich mich nur dem Kommentar von Dr. Lorenz anschließen.

#22 |
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Gast
Gast

Was ist den bei einem Körper anders, als bei einem Organ, nüchtern betrachtet?
Der Mensch ist im Kopf und bleibt derselbe. Und da er jetzt gar keinen Körper spürt wird er sich über einen Körper freuen, was redet ihr von psychologischen Problemen?
Was den Chirurgen angeht: In jeder Uniklinik gibt mehrer Chefs, die genauso profilierungsgeil sind, sie kommen aber damit nicht in die Presse, weil deren Arbeit langweilig ist.
Und was das Ergebnis der OP angeht: Es bleibt alles beim Alten, gelähmt bleibt gelähmt, nur daß der Patient ein Risiko eingeht auch noch dumm zu werden dabei, oder genauso schlimm, sich selbst abzustoßen.
Alles in allem eigentlich eine Nicht-Nachricht, da es nur einen Patienten betrifft und da es sowieso schief gehen wird. So what?
Dr. X.

#21 |
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Joachim Grüner
Joachim Grüner

Wenn die Regeneration des Rückenmarks mit PEG wirklich so gut gelingt, könnte man mit der Kopfverpflanzung auch noch die paar Jahre warten, bis das sicher belegt ist. Herr Canavero fürchtet aber offenbar, dass ihm bis dahin jemand zuvorkommt und ihm die Priorität nimmt. Ein ehrenwertes Motiv ist das nicht. Andererseits ist der Patient, den er jetzt nicht operiert, bis dahin tot. Wenn die Indikation wirklich richtig gestellt ist, tauscht dieser eine geringe Chance gegen gar keine Chance. Dagegen ist eigentlich nichts einzuwenden. Der übersteigerte Ehrgeiz des Chirurgen ist dann der Strohhalm des Patienten.

#20 |
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Einen Kopf auf einen Körper verpflanzen? Wieviel Phantasie und Geld hat eine Gesellschaft, statt sich um Verhungernde mit einem einem integren Körper zu kümmern?

#19 |
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Elena Steinmetz
Elena Steinmetz

Selbst wenn man davon ausgeht dass es klappen sollte, stelle ich mir die Akzeptanz des neuen Körpers als einen steinigen langen Weg vor, der mit Sicherheit lange psychologisch begleitet werden muss. Aber wenn sich jemand tatsächlich freiwillig dazu entscheidet (wie ich finde auch nur mithilfe psychologischer Beratung), lieber diesen Weg auszuprobieren als die nächsten Jahrzehnte in völliger Unselbstständigkeit zu leben, warum nicht ausprobieren. Alles oder Nichts – wenn das Nichts für denjenigen schon sehr nahe gerückt ist, ist es vielleicht eine Option.
Dennoch fände ich es wohl besser wenn die einzelnen Verfahren, worauf er sich laut des Artikels zu stützen scheint, erstmal weiter etabliert sind – dabei Schwachpunkte ausgeräumt und die Abstoßungsreaktionen besser in den Griff bekommen worden sind. Wäre Ethisch vielleicht anständiger.

#18 |
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Dr. Vartan Ter-Akopow
Dr. Vartan Ter-Akopow

OH MEIN GOTT !!!!!!
Wo bleibt die Vernunft? MUSS man tatsächlich ALLES machen was ggf. machbar ist?
Wo bleibt die Verhältnismäßigkeit? Mag sein dass ich altmodisch bin: DEMUT gehört zu den wichtigsten Eigenschaften eines Arztes.
Und zwischen einem ARZT und einem größenwahnsinnigen Tüftler auf dem Ego-Tripp klafft ein Abgrund…….

#17 |
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HPA Bernd Neuhaus
HPA Bernd Neuhaus

Irgendwie fehlen mir hierbei echt die Worte. Hier wird wie in vielen anderen Bereichen ein Mensch darauf reduziert, eine biologische Maschine zu sein. Und solange dies so ist, wird die Medizin immer wieder an Grenzen stoßen.

Ich frage mich da echt, ob manchen “Wissenschaftlern” überhaupt nichts heilig ist.

Schon im bisherigen Bereich ist die Transplantationsmedizin nicht unumstritten, denn wenn als hirntot erklärte Patienten massiv mit Schmerzen auf die Organentnahme reagieren, dann kann der Gedanke, dass das Leben nur im Gehirn sitzt, nicht aufrechterhalten werden.

#16 |
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Dr. med. vet. Claudia Moß
Dr. med. vet. Claudia Moß

Abscheulich.

#15 |
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Gast
Gast

Frankenstein lässt grüssen!

#14 |
  4
Dr. med. Michael Matuschin
Dr. med. Michael Matuschin

Sensationell!?
Bei solchen Operationen gibt es immer einen Toten, eine/n der/die gehen muß, damit ein anderer evtl. bleiben kann/darf. muß?
Parlellen zu Egas Muniz, Mitglied der Kommision des Versailler Vertrags, Nobelpreisträger der Medizin für neurochirurgische Experimente an Menschen, sein Schüler oder Bewunderer Walter Freemann (Transorbitale Lobotomie) sind Beispiele für eine besondere Sorte Menschen, die von ganz tief in ihrem Inneren wissen, andere Menschen sind nur Tiere, mit denen man machen kann, was man will. So hat man es ihnen schon früh gelehrt und sie darin kultiviert und sie meinen oder besser sagen nur, sie wollen den Menschen helfen. Dabei geht es denen immer um Geld und Geltung aus persönlicher Eitelkeit.
Wer bezahlt eine solche Operation? Eine Krankenkasse wohl nicht, oder doch?! Aber sicher interessierte Kreise, die zu derengleichen gehören.
Und andere bekommen nicht die Diagnostik und Therapie, die ihnen wirklich hilft und ihre Lebensituation eindeutig und nachweislich positiv verändert, wegen Richtlinien, Leitlinien, Evidenz und anderem pseudomedizinischem Müll.

#13 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich bin ja als Patientin neuen Methoden und Forschung aufgeschlossen, denke dennoch, dass dieser Weg in die falsche Richtung geht. Warum sollte man einen Kopf auf einen anderen Körper transplantieren, der genauso anfällig und dem Alterungsprozess unterworfen ist wie jeder andere Mensch auch. Im worst case lernt der Mann gerade laufen – und erfährt, dass er Krebs hat.
Ich halte die Cyborg- Forschung für wesentlich zukunftsweisender, tatsächlich werden Mischwesen Mensch- Maschine entstehen, mit einem unverwüstlichen Rückenmark. Roboter können schon sehr viel, sogar sich natürlich bewegen.
Es ist richtig, dass uns das vor neue juristische, menschliche Herausforderungen stellt.
Auf der anderen Seite: Wir haben unsere Umwelt schon dermaßen verändert und an uns angepasst, dass es nur folgerichtig ist, auch die Evolution in unsere Hände zu nehmen.

#12 |
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Gisela Faelligen-Bloch
Gisela Faelligen-Bloch

Würde uns nicht zumindest ein wenig vor solch einem neuen Wesen grauen?

#11 |
  3
Annika Diederichs
Annika Diederichs

In China werden bekanntlich zum Tode Verurteilte als Organspender weiterverwertet. Der nächste Schritt wäre dann wohl eine Weiterverwertung des ganzen Körpers in toto. Ich möchte zu bedenken geben, daß es zunehmend Hinweise darauf gibt, daß ein Teil unseres Gefühlslebens sich im vegetativen Nervensystem des Darms abspielt oder zumindest von dort mitbestimmt wird.

#10 |
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Susanne Grueneberg
Susanne Grueneberg

…..unheimlich. ….

#9 |
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Ärztin

Sollte man nicht eher üben unfallbedingt Querschnittsgelähmte sicher zu heilen? Damit wäre den Menschen eher gedient.

#8 |
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Rettungsassistent

Dieses Vorhaben einer Kopftransplantation halte ich für äußerst kritisch. Zumal ein Vergleich mit einer Gesichtstransplantation nicht machbar ist, da eine Gesichtstransplantation sicherlich nicht ohne Risiken ist, stellt eine Kopftransplantation allerdings ein nicht abzusehendes Risiko dar. Denn hier sind ganze neurologische Strukturen, die mit dem Kopf verbunden sind, unterläuft dort ein Fehler, kann dies bereits nach kürzester Zeit das Aus für den Patienten bedeuten. Hier muss man sich allerdings wirklich die Frage stellen, wie weit sollte man als Arzt gehen bzw., wie groß sollte die Risikobereitschaft sein? Da gehen die Meinungen weit auseinander. Eine gewisse Risikobereitschaft halte ich für vertretbar, aber dort, wo es zur Uferlosigkeit zu werden droht, sollte hingegen sehr gut abgewogen werden. Hier geht es auch nicht mehr um Tiere, sondern um Menschenleben. Diesen geplanten Eingriff halte ich auch für ethisch nicht vertretbar, von daher müsste es auch aus ethischen Gründen verboten werden, einen solchen Eingriff durchzuführen. Ich glaube auch, dass der Neurochirurg Dr. Canavero nicht genügend objektiv vorgeht, sondern vielmehr von subjektiven Vorstellungen geleitet wird. Des Weiteren ist die Theorie von der Praxis zu trennen. Wie man weis, ist die Theorie oft einfacher als die gängige Praxis. Ich weis zudem nicht, ob dem Patienten genügende Informationen zu Risiken und möglich eintretenden Komplikationen dieses enormen Eingriffs bewusst vorliegen und der Patient sich dessen bewusst ist. Ferner halte ich es für Spekulationen, einem Patienen eine VR-Brille aufzusetzen, um diesen zu illustrieren, wie schön sein Leben nach der Operation sein kann. Das halte ich für äußerst spekulativ. Was ist, wenn der Eingriff nicht erfolgreich ist? Dann wird die These nicht fruchten. Das Risiko, dass der Patient verstirbt, halte ich bereits während des Eingriffs prozentual sehr hoch. Auch, dass der Patient nach dem Eingriff das Leben leben kann, welches Dr. Canavero vorausprognostiziert, halte ich für zu sehr subjektiv und spekulativ. Meiner Meinung nach ist der geplante Eingriff nicht ausgereift und zu risikoreich, was ethisch nicht vertretbar ist.

#7 |
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Gast
Gast

#3-Sie sprechen mir aus der Seele.

#6 |
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Gast
Gast

@#3: ich sehe aber einen Unterschied zwischen einem “jungen” weitergeführtem Leben oder einem “alten”, dessen Sinn nur noch im stupiden Dahinvegetieren liegt!
Da ist ein junger Mann, der sein Leben vor sich hat. Und wenn es ihm ermöglicht wird, dieses eventuell uneingeschränkt zu leben- warum nicht?
Er wird sich genug Gedanken gemacht haben, ob er der (seiner) Operation zustimmt, ob er diesen Weg als erster gehen möchte.
Unbestritten, dem Arzt wird es auch nicht nur um das Wohl seines Patienten gehen (die Aufnahme in die Ruhmeshalle der Medizin wäre ihm sicher, wenn es gelänge!), aber wenn es der Wunsch des Mannes ist, warum nicht?
Manchmal denke ich, wir Deutschen sterben in Ethikdiskussionen, während andere Länder einfach machen.
Und ja, das liegt auch in unserer Vergangenheit. Einen Vergleich mit Mengele zu ziehen, halte ich für weit hergeholt- bei allem Respekt,, aber ich hätte da eher an Frankenstein gedacht!

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die normal denkende Ethik ist schon vorbei.
Es werden Chips ins Gehirn implantiert damit der Mensch besser
behalten kann.
Warum nicht auch ein neuer Kopf…………..
wenn das irgendwann gelingt haben die Sicherheitsbehörden ein Problem…….
“aber wie heißt es so schön ”
Es gibt für alles eine Lösung…………………..
Mann kann vieles erreichen aber die Frage ob es Sinn macht wird nicht gestellt.
Die liebende Vernunft sollte auf der ganzen Welt Einzug halten.
Nur wann ?

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Daniel Walterscheidt
Daniel Walterscheidt

Es ist erschreckend wie ausufernd der menschliche Narzissmus geht. Es ist ethisch nicht zu rechtfertigen, dass fühlende, selbstbewusste Wesen, wie etwa Affen, Opfer solcher Experimente werden, nur damit Menschen ein immer weiterführendes Leben leben können. Wir gehen ohnehin schon viel zu weit.

#3 |
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Gast
Gast

Tolle Zusammenfassung! Medizin war und wird bleiben immer experimentell, auch wenn es Patienten nicht gerne hören. Es ist die Mengelecke zu drücken, ist alleine schon deswegen – bei allem Respekt – unzutreffend, weil es Freiwillige sind. Die Chancen in Zeiten von CRISPR, künstliche Plazenta etc. sind enorm. Ich betrachte die Kopftransplantation als eine Brückentechnologie für diejenigen welche das Umdrehen der Zellalterung verpassen. (Tiere können es, der Mensch nur in kleinen Experimenten). Ob Kryonik was wird, steht noch in den Sternen. Lieber Autor, prüfen Sie bitte auch das: https://de.sputniknews.com/amp/wissen/20170622316280902-bald-die-erste-kopf-transplantation/ angeblich finanziert jetzt der chinesische Staat und der will zuerst chinesischen Bürger nehmen (Projekt “Heaven”).
Mit freundlichen Grüßen Jens Rabis

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Arzt

Darf ich mir erlauben, einen Hinweis zu geben?

Overton-Fenster

Bitte lesen Sie dort nach!

Für meinen Teil bin ich sehr traurig, dass diese Frage
hier erörtert werden muss!

Ich erinnere mich an die Berichte meines Vaters
über einen gewissen Herrn Dr. Mengele.

Verstehen Sie jetzt meine Trauer?

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