Typ-2-Diabetes: Kein Toast für Teenies!

21. Juni 2017
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Ab 18 Uhr keine Kohlenhydrate mehr – das schützt nicht nur vor Übergewicht. Jugendliche, die abends regelmäßig mehr Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index zu sich nehmen, entwickeln später ein höheres Risiko für einen Typ-2-Diabetes.

Eine neue Studie zeigt, dass Jugendliche, die abends regelmäßig mehr Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index zu sich nehmen, im jungen Erwachsenenalter höhere Risikomarker für einen Typ-2-Diabetes haben. „Die Spiegel vieler Hormone unterliegen einem 24-Stundenrhythmus, der durch die menschliche „Innere Uhr“ gesteuert wird. Zum Beispiel sind wir abends weniger insulinsensitiv, d. h. unsere Stoffwechselantwort auf unsere Nahrung – vor allem Kohlenhydrate – ist abends geringer als morgens“, erklärt Initiatorin Prof. Dr. Anette Buyken vom Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit der Universität Paderborn.

Während der Pubertät komme eine natürlicherweise verminderte Insulinsensitivität hinzu. Studien an Erwachsenen zeigen, dass der regelmäßige Verzehr von Kohlenhydraten, die den Blutzucker stark ansteigen lassen – also Kohlenhydrate, die einen hohen „glykämischen Index“ (GI) haben – die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes begünstigen. Daher wurde in der sogenannten DONALD-Studie (Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study) bei Jugendlichen untersucht, ob langfristig ein abendlich höherer Konsum von Kohlenhydraten mit höherem GI ungünstig für spätere Typ-2-Diabetesrisikomarker ist.

252 Probanden analysiert

In die Studie eingeschlossen wurden 252 Probanden, die während der Pubertät mehrfach ein 3-Tage-Wiege-Ernährungs-Protokoll geführt hatten und im jungen Erwachsenenalter erneut untersucht wurden. Die Analyse der Daten zeigte, dass Jugendliche, die im Alter von 9 bis 16 Jahren abends regelmäßig reichlich Kohlenhydrate mit höherem GI verzehrten, im jungen Erwachsenalter (durchschnittliches Alter: 21 Jahre) insulinresistenter waren und einen höheren Fettleberindex hatten als diejenigen, die abends moderate Mengen an Kohlenhydraten mit höherem GI verzehrten.

Neue Erkenntnisse für die Diabetesprävention

„Interessant ist, dass sich beide Zusammenhänge für den abendlichen, aber nicht für den morgendlichen Verzehr zeigen“, sagt Erstautorin Tanja Diederichs. „Für die langfristige Diabetesprävention ist es daher vermutlich entscheidend, abends auf große Kohlenhydratportionen mit höherem GI zu verzichten. Das bedeutet, Lebensmittel wie zum Beispiel Weißbrot, Instant-Kartoffelpüree oder klebrigen weißen Reis eher zu meiden“, fügt  Prof. Dr. Anette Buyken hinzu.

 

Der Text basiert auf einer Pressemitteilung der Universität Paderborn.

 

Quelle:

Carbohydrates from Sources with a Higher Glycemic Index during Adolescence: Is Evening Rather than Morning Intake Relevant for Risk Markers of Type 2 Diabetes in Young Adulthood?
Tanja Diederichs et al.; Nutrients, doi: 10.3390/nu9060591; 2017

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Diabetologie, Forschung, Medizin

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1 Kommentar:

Dr. Heumann-Bahner
Dr. Heumann-Bahner

Waren diese Jugendlichen denn übergewichtig, oder spielt das Gewicht keine Rolle???

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