Nachts, wenn die Würgerversicherung kommt

12. Juni 2017
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Die Bundestagswahl naht. Eine Bürgerversicherung hätte weitreichende Folgen für das Honorar niedergelassener Fachärzte. Eine Praxis für Allgemeinmedizin würde einer Simulation zufolge rund 22.000 Euro jährlich verlieren und Orthopäden 139.000 Euro einbüßen.

Im laufenden Wahlkampf wünschen sich SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke eine Bürgerversicherung. FDP-Vertreter lehnen einschneidende Änderungen ab, und CDU/CSU-Gesundheitsexperten halten sich momentan recht bedeckt. Sollten sich künftige Regierungsvertreter für ein neues System entscheiden, ist nichts in Stein gemeißelt.

Die Extreme

Karl Lauterbach

Karl Lauterbach © Petra Klawikowski / Wikimedia Commons CC-BY-SA 3.0

Einer der geistigen Väter der Bürgerversicherung ist SPD-Gesundheitsexperte Professor Dr. Karl Lauterbach. Seine Idee: Alle Personen zahlen in die gleiche Krankenversicherung ein. Beitragsdeckelungen sind im Gespräch. Ehepartner oder Kinder sollen weiter mitversichert werden. Im Unterschied zur aktuellen Situation erhalten alle Mitglieder die gleichen Leistungen zur Grundversorgung. Zusatzversicherungen sind wie bisher auf privater, freiwilliger Basis möglich. Kopfpauschale gehen deutlich weiter. Theoretisch bezahlen alle Bürger unabhängig vom Einkommen den gleichen Betrag, wobei Geringverdiener über Steuermittel entlastet werden. Beide Modelle, also die Bürgerversicherung mit Beitragsbemessungsgrenze und die Kopfpauschale, lassen sich in Teilen kombinieren. Die Grenzen sind fließend.

Reformen verfolgen nicht nur das Ziel, die finanzielle Situation von Gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) zu verbessern. Lauterbach will das „System der Zwei-Klassen-Medizin“, wie er GKV und PKV nennt, aushebeln. Ihm geht es um mehr Versorgungsgerechtigkeit. Aber lässt sich dieses Ziel wirklich mit seinen Ideen erreichen?

Fachärzte ausgebremst

Hans-Joachim Kaiser

Hans-Joachim Kaiser © PVS

Ein kürzlich veröffentlichtes Gutachten schürt berechtigte Zweifel. Dr. Hans-Joachim Kaiser vom Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen hat simuliert, welche Folgen der Honorarwegfall für Ärzte, für medizinische Infrastrukturen und für die personelle Ausstattung von Praxen haben würde. Sein Papier kommt zwar aus der PKV-Ecke, zeigt aber mögliche Konsequenzen unbedachter Reformen auf.

Ohne Privatpatienten entfällt auch deren Finanzierungsbeitrag. Damit bleiben nur noch der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) und die Budgetierung der GKV. „Mit der Bürgerversicherung schaffen wir eine einheitliche Honorarordnung für Ärztinnen und Ärzte“, heißt es von der SPD in einem Entwurf.

Kaiser befürchtet Umsatz- und Gewinneinbußen für ambulant niedergelassene Ärzte. Der Studie zufolge lassen sich 24 Prozent aller ambulanten Jahresumsätze auf rund 11 Prozent Privatversicherte zurückführen. „Damit sind Privatpatienten als unverzichtbare Voraussetzung für den Erhalt beziehungsweise die fortlaufende Modernisierung der medizinischen Infrastruktur in Deutschland zu betrachten“, schreibt Kaiser. Entfallen diese Honorare, brechen die Gewinne drastisch ein. Höhere Umsätze im Falle einer Bürgerversicherung von 5,99 Milliarden Euro, das sind 49.200 Euro pro Praxis, machen Verluste nicht wett.

Im Detail betrachtet verteilen sich Einbußen recht unterschiedlich. Eine Praxis für Allgemeinmedizin verliert der Simulation zufolge pro Jahr rund 22.000 Euro, bei einer HNO-Praxis sind es 76.500 Euro. Orthopäden büßen 139.000 Euro ein. Bei Kinderärzten sind es 30.700 Euro und bei Radiologen 270.000 Euro.

Um diese Zahlen zu veranschaulichen, stellt Kaiser einen Bezug zu Summen her, die Kollegen im Rahmen ihrer Existenzgründung abbezahlen müssen. Entsprechende Summen würden ausreichen, um beispielsweise in 3,1 Jahren eine HNO-Praxis oder in 2,5 Jahren eine orthopädische Praxis komplett zu finanzieren. Das bedeutet im Umkehrschluss, vielelicht wird die Existenzgründung bald drastisch erschwert. Nur die wenigsten Mediziner kommen ohne Kredite aus.

Kaiser erwartet nicht nur weniger Arbeitsplätze. Teile der fachärztlichen Versorgung verlagern sich vielleicht an Kliniken, da Investitionen bald kaum noch möglich sind.

Jährliche Verluste von Arzthonoraren nach Facharztgruppen in einer Bürgerversicherung

Jährliche Verluste von Arzthonoraren nach Facharztgruppen in einer Bürgerversicherung © PVS

Klartext von Ärzten

Frank Ulrich Montgomery

Frank Ulrich Montgomery © Claudia Ketels / Wikimedia Commons CC-BY-SA 3.0

Angesichts dieser Trends überrascht es wenig, dass Kollegen die Bürgerversicherung größtenteils ablehnen. Einige Stimmen vom letzten Ärztetag: „Das deutsche Gesundheitssystem gehört zu den besten der Welt. Es bietet allen Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und sozialen Status direkten Zugang zu hochwertiger ärztlicher Versorgung“, sagt Bundesärztekammer-Präsident Professor Dr. Frank Ulrich Montgomery. „Das sollten sich diejenigen vor Augen führen, die von Gerechtigkeitslücken sprechen und als vermeintlich gerechtere Alternative die Einheitskasse propagieren.“

Und Dr. Wolfgang Bärtl aus der Oberpfalz ergänzt: „Durch eine Bürgerversicherung werden Sie Gleichheit erwirken. Die Frage ist: Wird es für alle gleich gut oder gleich schlecht sein?“

Politiker fürchten angesichts vehementer Proteste um ihre Rückendeckung. Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) meldete sich zu Wort. „Wir wollen eine einheitliche Honorarordnung, die dasselbe Volumen hat wie heute die der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung zusammen“, erklärte sie gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Wie sie ihre Pläne finanzieren will, bleibt unklar. Gewerkschaften wittern Beitragserhöhungen.

Ein kleines Reförmchen

Trotz dieser Kontroversen möchte niemand das alte System einfach nur weiterlaufen lassen. Dr. Norbert Metke aus Stuttgart sagte beim Ärztetag, es wäre „völlig verlogen, das GKV-System zu idealisieren“. Er kritisiert Fallzahlbegrenzungen, aber auch die Verschreibungsangst vieler Kollegen. Und nicht zuletzt würden „16 Prozent der ärztlichen Arbeit in diesem System nicht bezahlt“.

Doch es gibt nicht nur die Bürgerversicherung und das alte Modell. Ein Reformvorschlag der FDP sieht vor, die Grenzen zwischen GKV und PKV zu verringern. Private Versicherungen sollen für alle Interessierten einen Basistarif anbieten – unabhängig vom Einkommen. Gleichzeitig planen Liberale mehr Tarifoptionen für die GKV. Die Budgetierung im Gesundheitswesen soll abgeschafft werden, um ein weiteres „Ausbluten der gesundheitlichen Versorgung“ zu verhindern. Jetzt haben Wähler das letzte Wort.

72 Wertungen (2.96 ø)
Gesundheitspolitik, Medizin

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93 Kommentare:

Ärztin

Sozialismus ist gut und menschlich, Sozialismus bot ein kostengünstiges Gesundheitswesen auf Weltniveau in der DDR und heute noch auf Kuba.

Privatpatienten und ihre Versicherungen parasitieren das Gesundheitswesen und das Gemeinwohl, darum gehören sie entschädigungslos enteignet.

#93 |
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Arzt

“Wann begreifen Ärzte, dass sie Dienstleister sind wie Kellner, Friseure oder Taxifahrer?”.
#6 | 12. Juni 2017 um 18:16

Sobald der Arztberuf kein Abitur mehr erfordert und ohne jeglicher Ausbildung (Taxifahrer, Kellner)oder mit 3-jähriger Lehre nach dem Quali im Alter von 18 Jahren abgeschlossen ist und keine 10-12 jährige Ausbildung mit vielen Überstunden, durchwachten Nächten und Stunden der Verzweiflung, Überforderung und körperlicher und mentaler Erschöpfung durch auch emotional aüßerst belastende Situationen beinhaltet.

#92 |
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Gast
Gast

Lieber Herr PD Dr. Winfried Meißner,
nochmals vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich kann diesen Ausführungen nur beipflichten
#68 Meinen Sie damit dass ausgezeichnet ausgebildete Fachärzte nur für PKV Patienten vorbehalten sind ???
#47 hört sich an als wenn 900 “nur” die Scheinzahl ist, reale Patienten Kontakte sicher bei mindestens ca. 1200-1500 liegen. Nicht nur Solidarität zwischen Ost- und West und Nord und Süd ist gefragt sondern auch bessere Vergütung des realen Arbeitsaufwandes auch für konservativ tätige Kollegen. Und sicher wird kein Kollege freiwillig seine Schmerzpatienten mehr als nötig einbestellen um durch Patientenkontakte die Einnahmen aufzubessern. An der genannten Akut- Patientin sieht man das Patientenklientel des Kollegen- sicher sehr frustran und nervenaufreibend mit der Zeit. Hier möchte ich ehrlich nicht tauschen.
Aus Rücksprache mit viele beamteten Privatversicherten würden diese gerne in die GKV gehen und stehen einer Bürgerversicherung nicht negativ gegenüber. Aber in den östlichen Bundesländern ist die Akzeptanz zu einer Bürgerversicherung sicher etwas höher. Zumal die PKV Versicherten nicht nur Vorteile haben. In meiner Praxis ist es ebenfalls egal ob Privat oder Kasse. Mensch ist Mensch . Die Termine werden nach Dringlichkeit vergeben und nicht ob man mal wieder eine neue Brille braucht – da ist mit der GKV Diabetes Patient wichtiger als das Brillenrezept des Privatpatienten z.B.

#91 |
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Prof. Marion Winhartt
Prof. Marion Winhartt

“Ein kürzlich veröffentlichtes Gutachten schürt berechtigte Zweifel. Dr. Hans-Joachim Kaiser vom Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen hat simuliert, welche Folgen der Honorarwegfall für Ärzte, für medizinische Infrastrukturen und für die personelle Ausstattung von Praxen haben würde.”

Hahaha… wenn das mal “neutral” ist!!! Diesen Quatsch kann doch kein normaler Mensch ernst nehmen. Hier hat ein Bonze einfach Angst um sein Millionengehalt, sonst nix.

#90 |
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Adriano C.
Adriano C.

Lieber Herr PD Dr. Winfried Meißner,
vielen Dank für Ihren Beitrag Sie sprechen mir und vielen, die wirtschaftswissenschaftliches Verständnis haben aus der Seele. Denn dort, wo keine hochbezahlten Manager privater Krankenversicherer alimentiert werden müssen, kann es am Ende für die Gesellschaft nur günstiger werden. Kein Land braucht ein duales System und die Auswüchse die hier existieren sind beschämend. Dass einige Kollegen vor Angst um Ihre Praxisumsätze (wohlgemerkt nicht Gewinne) nachts jetzt nicht mehr ruhig schlafen können, liegt an reißerischer, eindeutig politisch motivierter Berichterstattung wie dieser hier. Wo ist die Gegenstimme? Wo sind die Gegengutachten und wie genau will man seriös Zahlen errechnen, wo die neuen Vergütungsmodelle noch gar nicht feststehen welche zusammen mit der Bürgerversicherung eingeführt werden? Lächerlich …

#89 |
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Gast
Gast

# 41 Leider muss man als GKV Rechte einfordern und kämpfen. Bis jetzt habe ich Alles bekommen was ich wollte aber teilweise mit viel Theater. Wer man sich nicht wehrt passiert nämlich gar nichts, oder nur sehr wenig.

#88 |
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Gast
Gast

# 88 Dankeschön, für mich der Beste und Klarste Beitrag zu diesem Thema

#87 |
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PD Dr. Winfried Meißner
PD Dr. Winfried Meißner

Die Behauptung, eine Bürgerversicherung würde automatisch zu weniger Einkommen führen, wird auch durch Wiederholung nicht richtiger. Denn Art und Höhe der Honorarverteilung sind zwei unterschiedliche Dinge (und eine Revision der Vergütung wird ja auch von den Verfechtern der Bürgerversicherung angemahnt)!

Ich bin etwas betrübt, dass die überwiegende Mehrzahl der Diskutanten nur auf die Auswirkungen auf das eigene Einkommen im Fokus hat, aber nicht die möglichen Implikationen für unsere Gesellschaft.

Die Tatsache, dass Kolleginnen und Kollegen im „Osten“ seit 25 Jahren nur mit GKV auskommen müssen/können, wird nur einmal aufgegriffen. Unwissenheit? Betroffenheit? – da diese Tatsache ja das Wehklagen, ohne PKV drohe der Praxistod, doch arg relativiert? Wenn ein solidarisches Sozialversicherungssystem schon kein Thema ist, sollte es doch wenigstens die innerärztliche Solidarität sein.

Was mich am meisten wundert: Dass diejenigen, die sich am lautesten über „Planwirtschaft“ empören, sich dermaßen stark machen für ein Modell einer Quersubvention…

Zusammengefasst sehe ich keine neuen Argumente, die über das „Gutachten“ des Herrn Kaiser hinausgehen – und bin noch mehr überzeugt als vorher: GKV für alle (mit einkommensabhängigen Beiträgen und auskömmlicher Vergütung), und PKV obendrauf für den, der’s komfortabler will.

Winfried Meißner, Universitätsklinikum Jena
(übrigens ein Wessi)

#86 |
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Klaus Fischer, Chemiker
Klaus Fischer, Chemiker

Ist es in unserer Gesellschaft nicht möglich, fundierte Daten zu einem Konzept Bürgerversicherung und zu dem bisherigen Standard darzustellen, statt Meinungen bestimmter Personen darzubieten, die immer Interessen vertreten.
Hergeholte, vielleicht auch naheliegende Begründungen müssen durch solche ersetzt werden, die den Ansprüchen vieler Einzelner standhalten.

#85 |
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Gast
Gast

Sollte Deutschland vernünftig werden und dieses Krankenkassenunwesen abschaffen? Das ist ja kaum zu glauben, aber schon lange überfällig. Im Gesundheitswesen darf es keine Profitorientierung geben!

#84 |
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@#73:
Wenn Sie wüssten, Unbekannte, was ich alles für 10.000 € machen würde. Ich würde Sie sogar zurückküssen. Der Witz ist nicht nur alt, sondern schlecht wiedergegeben, denn an Stelle des Radiologen steht eigentlich ein Labormediziner.
:-)

#83 |
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Gast
Gast

@ 74 und an Frau Bellhammer: Wenn Sie früher als Assistenzarzt 15 Jahre an der Klinik mit teils über 100 (!) Wochenstunden Arbeit und einem lächerlichen Gehalt arbeiten mußten gehören Sie sicher nicht zu den Gutverdienern. Ihren falschen Sozialneid sollten Sie sich sonst wohin stecken.

#82 |
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geneigter Leser
geneigter Leser

@#80 MDK ungleich KV!

Vollkommen unterschiedliche Institutionen!

Die Kassenärztliche Vereinigung soll vor allem verhindern, dass die niedergelassenen Ärzte Einzelverträge mit allen Krankenkassen schließen müssen. Sie soll uns gegenüber den Kassen vertreten. Dass Sie dort nicht immer glücklich agiert und vieles mal reformiert werden soll: geschenkt.

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen vertritt die Krankenkassen und hat mit den kurativ tätigen Ärzten nichts zu tun. Nicht in der Praxis, nicht im Krankenhaus. Dort werden unter anderem Kostenübernahmen geklärt. Bitte nicht durcheinander bringen!

Ihr beschriebener Fall ist also typisch für die immer ach so lieben “Gesundheitskassen”, die immer alles für Ihre Versicherten tun. Oh, das war ironisch.

#81 |
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Gast
Gast

… ich frage mich warum überhaupt noch KV, letztlich ist die stärkste Lobbies im Bundestag die Versicherungen als auch Banken … was ich bis Dato erlebt habe zeugt noch nur von einer Raubkultur der vorgenannten Lobbies …, der kleine Mann auf der Strasse wird Versprechungen gelockt, welche dann nicht eingehalten werden. … Ich selber durfte erleben, wie meine Ehefrau an Ovarial-CA erkrankte und alles dran durch den MDK gesetzt wurde, dass keine Kostenübernahme für Therapien übernommen werden sollten. … Gemäß MDK sollte Sie noch zwei bis drei Wochen leben bzw. in Faust laufen und es wurde empfohlen zu Hause zu bleiben. – Letztlich lebte Sie dennoch in einer sehr guten Verfassung (Karnofskyindex: 100) noch acht bis neun Jahre und dass meiste durfte ich aus eigener Tasche zahlen. … Also frage ich mich wozu brauchen wir eigentlich noch in irgend einer Form eine KV vor 1888, als Bismarck dazu aufrief eine KV ins Leben zu rufen, kam man mit der Situation des Krankenstandes auch ganz gut zu recht. … Ich schätze, mittlerweile wird viel zu viel Mißbrauch betrieben. … Mit freundlichen Grüssen ein Gast

#80 |
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Gast
Gast

PD Dr. Winfried Meißner Ihr Beitrag (ganz unten) spricht mir aus der Seele!

#79 |
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Martina Bellhammer
Martina Bellhammer

ich will den satz von nummer 69 noch mal hier aufgreifen und ergänzen:

“Wir brauchen Einklassenmedizin mit einheitlichen Beiträgen, die von der monetären Leistungsfähigkeit des Versicherten abhängen”

ergänzung: ……..bei auskömmlicher honorierung der ärztlichen leistung. darauf sollte man sich doch hier einigen können!?

#78 |
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Dr.Eysselein
Dr.Eysselein

Herr Lauterbach, professoral und promoviert, sicher sehr gescheit,
aber, wie so häufig, völlig unerfahren in der Behandlung kranker
Menschen und ohne jede Empathie.
Er hat nie wirklich an der “Front” gearbeitet, geschweige denn
eine Praxis geführt und die täglichen Probleme (Arbeitszeit, Personal,
überbordende Bürokratie, KV-Ärger usw.usw. ) kennengelernt.
Von so einem “Obergscheidle” will man eine Lösung des Problems
Krankenversicherung nicht übergestülpt bekommen.

#77 |
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Gast
Gast

Der Witz ist alt, aber immer noch gut. Außerdem hat er einen wahren Kern.

#76 |
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Gast X
Gast X

Oh ja, diese Neider-Kommentare sind ja sowas von sachdienlich!

Der Witz ist 20 Jahre alt und ungefähr so zutreffend wie die alten Maurerwitze nach denen auf einer Baustelle alle besoffen sind.

Wo haben sie nur alle ihre Informationen her? Focus Money? Nun, die Angaben dort wie der Durchschnittsverdienst von Ärzten ausfällt sind ungefähr so zutreffend als würde man Dieter Zetsches Gehalt verwenden um daraus das Durchschnittsgehalt der Fließbandarbeiter bei Daimler zu berechnen…

Ja, der angestellte Assistenzarzt verdient im Vergleich zu Berufsanfängern anderer Berufsgruppen überdurchschnittlich gut, als Facharzt in leitender Position sogar sehr gut. Aber das tun andere Akademiker oder Handwerker mit Meisterbrief auch. Es gibt natürlich Extrembeispiele von Facharztpraxen, Privatkliniken und Versorgungszentren die sehr viele Einnahmen erwirtschaften… das wird aber sehr oft reinvestiert, der Gewinn fällt hauptsächlich den Eigentümern zu. Die durchschnittspraxis erwirtschaftet meistens ungefähr so viel wie ein gut geführter, erfolgreicher Handwerksbetrieb gleicher Größe.

Glauben Sie denn ernsthaft dass all das Geld das bisher in unserem maroden Gesundheitswesen versickert ist dazu benutzt wurde um Arztgehälter in die Höhe zu treiben? Keine Panik. Der Durchschnittsarzt fährt keinen Porsche, wie bei anderen Berufsgruppen auch bleibt das der Chefetage vorbehalten.

Es hängt halt einfach noch eine Menge anderer Sachen dran… Geräte, Labor, Angestellte usw.

Eine nicht zu verachtende Summe wird für den MDK ausgegeben um die Akten nach Dokumentationsfehlern zu durchforsten und die Bezahlung für die erfolgte Behandlung zurückfordern zu können. Die Kliniken ihrerseits stellen Casemanager ein die den Ärzten nahelegen wie sie die Behandlung am besten gestalten um dafür auch die volle Summe zu bekommen. Sollte die für den Patienten aus medizinischer Sicht beste Therapie nicht den abrechnungstechnischen Gegebenheiten entsprechen… Pech gehabt! Muss die Klinik eben draufzahlen.

Nicht nur die Kassen selbst sind Verwaltungsgiganten die einen großen Teil der Einnahmen für ihren Wasserkopf verschlingen… das ganze System läuft darauf zu weniger zu behandeln und immer mehr zu dokumentieren und zu prozessieren.

Und den Beitragszahlern der Pkv und gkv wird in den Medien vorgemacht ein einfacher Durchschnittsarzt trägt die Schuld, würde ein Vermögen verdienen und nichts dafür leisten. Hier wird ein Keil zwischen Arzt und Patient getrieben damit sie ja übersehen dass sie in diesem System BEIDE die Gelackmeierten sind.

Im Gegensatz zu gewissen Vorstandsvorsitzenden und Politikern müssen wir nicht nur für unser Geld arbeiten, sondern auch für unsere Fehler geradestehen.

#75 |
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Gast
Gast

Martina Bellhammer: Danke. Warum gehen Gutverdiener in die PKV? Weil sie glauben, sie machen ein Schnäppchen. Wenn dann am Ende des Lebens die Einnahmen sinken und der KV Beitrag steigt, beginnt das große Jammern. Zum Glück ist die Gesetzliche mit der Rückkehr streng und lässt Sozialprofiteure nicht mehr rein.

#74 |
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Gast
Gast

Warum es in Sachen Honorar Orthopäden besonders hart trifft?

Hier die Erklärung:
In den vier Ecken eines Fußballfeldes, steht in der einen Ecke ein schlechter Orthopäde, in der nächsten ein guter Orthopäde, in der nächsten ein Chirurg und in der letzten Ecke ein Radiologe. In der Mitte des Spielfeld ist ein Pokal mit 10.000 Euro in kleinen Scheinen.
Wer nach dem Startschuss zuerst in der Mitte ist, gewinnt das Geld. Wer ist der Glückliche?

Antwort: Der schlechte Orthopäde.
Begründung: Gute Orthopäden gibt es nicht, der Chirurg hat die Regeln nicht begriffen und der Radiologe rennt für 10.000 Euro erst gar nicht los.

Gruß und Kuss an Dr. Lorenz

#73 |
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martina bellhammer MTA
martina bellhammer MTA

an nummer 70:

habe das hier heute erst entdeckt. interessant!

cool, wenn sie 1700 für die pkv zahlen müssen.

sie haben schließlich Jahrzehnte von den günstigen Beiträgen profitiert und sich aus der sozialen gemeinschaft verabschiedet. zudem haben sie beste versorgung genossen.

dann sollten sie am ende auch unsozial behandelt werden.

#72 |
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Dr. med. M. Lorenz
Dr. med. M. Lorenz

Ich muss mich nochmal zu Wort melden, kann aber unmöglich alle Beiträge berücksichtigen. Es ist viel dummes Zeug geschrieben worden von Leuten, die offenbar null Plan haben, aber sich anonym als “Gast” aufblähen, wohingegen ich als registrierter Nutzer mit Namen jederzeit angreifbar bin. Zwei besonders krasse Fehlleistungen möchte ich expemplarisch aufführen:
1) @#32: Sie sind mal in der Situation gewesen, daß Ihnen die Brust vor Stolz schwoll, “Privatversicherter” zu sein. Jetzt kriegen Sie Sodbrennen – das muß man sich vorher überlegen. Und wenn Sie krank sind, dann sind Sie es, weil Sie sich wer weiß wie lange mit Ihrem Arzt über Ihren Urlaub unterhalten haben. Tip: reden Sie mit dem Nachbarn über Ihren Urlaub und wechseln Sie Ihren Arzt.
2)@#31: vollkommener Bullshit. Ich zahle für die freiwillige Pflichtversicherung (GKV) meiner Partnerin plus deren Kind mehr als 100 € weniger als für die eigene PKV. Wenn Sie es nicht wíssen, halten Sie den Schnabel. Zudem bin ich seit 15 Jahren nicht mehr beim Arzt gewesen, die Partnerin und ihr Kind haben Dinge auf der Uhr, die ich mich nicht trauen würde, meiner Versicherung einzureichen. Die PKV ist nicht “billiger”, sowas zu behaupten, ist hirnrissig.

#71 |
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Dr. med. Marc Heydenreich
Dr. med. Marc Heydenreich

Die GKV wird durch die PKV querfinanziert, das ist falsch. Die GKV muß kostendeckend ausgestattet werden. Bei den ständig steigenden Beiträgen der PKV ( laut meiner Versicherungsagentin zahle ich mit 75 Jahren einen Beitrag von 1700.- Euro pro Monat! Leider steigen die Renten nicht im gleichen Maße…), wird jeder erkennen, daß das System geändert werden muß.

#70 |
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Gast
Gast

Wir brauchen Einklassenmedizin mit einheitlichen Beiträgen, die von der monetären Leistungsfähigkeit des Versicherten abhängen

#69 |
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Gast
Gast

Die Zweiklassen-Medizin ist das Ergebnis der unterschiedlichen fachlichen Weiterbildung und der Motivation sowohl auf der Seite des Patienten als auch auf der ärztlchen Seite. Dies mit einer Änderung der Versicherung auszuhebeln halte ich für absurd. Ich bin jedoch für eine Bürgerversicherung mit Beendigung des GKV-Systems und der Budgetierung, da eher das GKV-System ein Dorn im Auge der Bevölkerung ist, die sich dauernt und zu Recht über den Tisch gezogen fühlt.

#68 |
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Gast
Gast

Evangelisch und anthroposophisch?
Das ist gut, die können dann die Diagnose tanzen und wenn mal Kunstfehler passiert und der Patient entschwebt, können die direkt oben anrufen.

#67 |
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Gast
Gast

#65 Die Ärzte und auch das Pflegepersonal haben sich sehr viel Zeit für den Patienten genommen. Alles sehr harmonisch und eine schöne Atmosphäre, dort kann man genesen.

#66 |
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Gast
Gast

Waldorf Schüler als Ärzte?

#65 |
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Gast
Gast

#38 Allerdings war das Beste Krankenhaus überhaupt, ein Anthroposophisches ,mit flachen Hierarchien . Selbst das Essen dort, war sehr gut, Alles nur Bio-Qualität

#64 |
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Gast
Gast

Volksbetrug am Patienten ja, solange jedoch mein Nachbar einen Porsche Chayenne fährt, nur am Patienten.

#63 |
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Gast
Gast

Volksbetrug an Patienten und Leistungserbringern geht so oder so weiter

#62 |
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Gast
Gast

# 38 Das ist ein evangelisches Krankenhaus, ich kann Ihnen nicht erklären warum die Ärzte und Pflegekräfte dort so Klasse sind. Ich war dort schon 2 mal auf der Chirurgie ,mit Verdacht auf Ileus.

#61 |
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Gast
Gast

Sagt mein Nachbar auch, der ist Radiologe

#60 |
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Chemikus
Chemikus

Mein Motto: Lieber reich und gesund als arm und krank.

#59 |
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Gast
Gast

Haben die auch zu Jammern? Denen geht es doch weiß Gott gut.

#58 |
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Harry
Harry

Und wo bleiben die Zahnärzte ?

#57 |
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Gast
Gast

Wenn sie nicht weiter wissen, fallen die Docs gerne in Fäkalsprache……….

#56 |
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Gast
Gast

Wenn Genies wie Lauterschwach weiter schwafeln, dann empfehle ich den Patienten schon mal Rumänisch, Polnisch … zu lernen. Dann haben sie auch in Zukunft eine Chance sich mit ihrem Arzt zu unterhalten. Wir sehen uns in Norwegen, der Schweiz ….. oder bei KPMG, Bayer oder oder

#55 |
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Gast
Gast

Na man muss doch aus ideologischen Gründen dieses System kaputt bekommen. Die Zahl der Herr Lauterbachs wird zunehmen. Der Herr, obwohl studierter Mediziner, hat nie Patienten behandelt. Sein Fach ist gescheit daherreden. Doch von diesen Negativ Mutanten mit Fliege brauchen wir unbedingt noch mehr.

#54 |
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Gast
Gast

#42 vielleicht sind sie einfach kein guter Vertreter Ihres Faches. Dann bleiben die Kunden weg.

#53 |
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Gast
Gast

Sozialismus im Gesundheitswesen führt zu einer kontinuierlichen Verschlechterung der Krankenversorgung mit einem dann entstehenden sehr lukrativen privatem Zweitmarkt in der privaten Medizin. Wer das will bekommt die knallharte Zweiklassenmedizin. Es ist nicht so, dass das neu wäre. Ein Blick nach England genügt und man weiß wohin das führt. Viel Spass dabei !! Als Leistungserbringer werde ich mich sicher nicht im sozialistischen System ausbeuten lassen.

#52 |
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Gast
Gast

Wir riskieren viel, wenn wir am bestehenden System herumdoktern:
1. Das System mit freier Arztwahl und wenn der GKV Patient will Kostenerstattung ist weltweit ziemlich einmalig gut.
2. Es lassen sich jetzt schon zu wenig Mediziner nieder und viele gehen möglichst bald in Rente, weil sie vom Sozialismus der GKV gegängelt sind.
3. Wir haben jetzt schon Ärztemangel in Deutschland, der notdürftig mit ausländischen Ärzten, die oft sehr schlecht Deutsch können, aufgefangen wird. Das liegt nicht daran, dass wir zu wenig Ärzte ausbilden. Die Ärzte gehen nur in besser bezahlte Positionen oder ins Ausland. Besser bezahlt muss gar nicht das absolute Gehalt sein. Der heutigen Genertion sind aber Freizeit und eine geregelte Arbeit wichtig. Die haben Sie als niedergelassener Arzt nicht.
4. Die erzielbaren Vergütungen sind für den Arbeitseinsatz und das Risiko zu gering. Wenn sich da nichts ändert, sehe ich für die Versorgung schwarz.
Ein Privatpatient bemägelt, dass häufig erhöhte Sätze, die entsprechend begründet werden müssen abgerechnet werden. Was er nicht erwähnt is , dass die Bewertung der Leistungen zumindest in der GOZ sich in den letzten 30 Jahren nicht signifikant verändert haben.

#51 |
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Remedias Cortes
Remedias Cortes

Gast 40 : Wie geht es an, dass mein Orthopäde 28 Euro Pauschale im Quartal für meine recht intensive Betreuung bekommt, während letzten Monat der Handwerker , der innerhalb einer halben Stunde meine Spülmaschine repariert hat, mir über 200 Euro in Rechnung stellte. Bin ich weniger wert als eine Spülmaschine?

#50 |
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Eugen Rehm “Ex-Hausarzt”!
Eugen Rehm “Ex-Hausarzt”!

Verehrte Teilnehmer an der Debatte:

Sollten wir uns nicht von der Aussage:
“die Versicherung bezahlt”
verabschieden?
Eine Versicherung “verwaltet das Geld der Beitragszahler”!
Wenn das Geld dafür nicht reicht, dann werden die Beiträge teurer!

Bezahlen muss immer der Beitragszahler!

Wer aus diesen Beiträgen kassiert, das ist eine andere Frage,
bei PKV und GKV gleichermassen!

Ob ein PKV-Patient, der seine Risiken selber einstuft,
weniger “solidarisch” ist, als ein GKV-Millionär
mit 6 Kindern und “Beitrags-Bemessungsgrenze” für seine
GKV-Beiträge,
das überlasse ich Ihrer Beurteilung.

Ob ein Staat eine GOÄ aus 1982 immer noch als
angemessen ansieht, mit seinen Leistungserbringern
anständig umgeht,
das dürfen Sie mir auch beantworten.

Ich habe, dank der frühen Geburt, für mich beschlossen:
“Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Ende ohne …)!

#49 |
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Remedias Cortes
Remedias Cortes

ich hatte gehofft, dass die Bürgerversicherung nicht alle Leistungen aufs Niveau der GKV bringt, sondern im Gegenteil, durch die Erschließung eines neuen, gesundheitlich eher stabilen, finanziell eher gutbetuchten Personenkreis mehr Geld zur Verfügung hat, die unsägliche Budgetierung abschafft und Ärzte wieder bezahlt, wie sie es verdienen sowie die Leistungen wieder ausweiten kann. ( Zahnarzt, Orthopädie, Kuren)
Aber leider heißt Reform immer nur “Sparen”, wie ich auch an der Inklusion an Schulen sehen konnte.

#48 |
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Gast
Gast

Ich arbeite als Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin in einer östlichen Region, wo es kaum Privatversicherte gibt. Leider aber auch Patienten mit hohem Arbeitsaufwand . So wird diese Arbeit durch das GKV System nur unzureichend vergütet. Wenn ich nicht in einem MVZ angestellt wäre (ca.2.400 Netto), könnte ich mir das “Hobby” Arzt nicht leisten und müsste den ambulanten Sektor schnell wieder verlassen und wieder in einer Rehaklinik arbeiten. Gehaltszulage sind aber leider trotz 900 Fallzahlen (Bundesdeutscher schnitt ca. 600) auch nicht zu erwarten, da der MVZ Chef auch auf “Wirtschaftlichkeit” achtet bei uns Ärzten. Und dies liegt nicht Zitat Prof.Dr.L.C.Olivier weil wegen “der work life balance nur halbtags gearbeitet” wird. Im Gegenteil für die freiwillige 31 Stunden Woche schlagen sich 10-15 Stunden so noch drauf . MVZ hat einen Abzug von 10% auf die Vergütung , wenn Kooperationsrichtlinien nicht erreicht werden. Wir sind genauso verantwortlich für die Praxis wie jeder Niedergelassene- Vorteil wir müssen uns um Einstellungen von Arzthelferinnen nicht kümmern und im Krankheitsfall ist man halt angestellt. Zudem hat man dann die Chance im Rentenalter auch aufzuhören und nicht wegen Nachfolge mangels in der Praxis Tod umzufallen. Und so schlecht war das DDR Gesundheitssystem nun auch nicht. Zumindest obwohl ich damals als Patient jünger war fehlte es mir nicht an der medizinischen Versorgung. Viel wurde durchaus auch für Prophylaxe ausgegeben und unter Regressen und Verschreibungslimitierungen an Heilmittelverordnungen litt glaube ich kein Arzt. Das Nieren-CA wurde auch zu DDR Zeiten bei meinem Vater rechtzeitig entdeckt. (auch durch MRT ) exzellent operiert und überlebte alles bis zur Prostata OP 20 Jahre später im westlichen System. Um Einwänden vorzugreifen- meine Vater gehörte nicht zu den privilegierten SED Anhängern !!! . Insgesamt sollte unbedingt etwas geändert werden. Auch von Seiten der GKV in der Vergütung der Ärzte. Das Problem der Notfälle in dem KKH – leider ist das Bereitschaftssystem so , dass ja jeder Arzt KV Dienst machen muß. Also Augenärzte , Psychiater usw. müssen plötzlich alles können auch wenn sie seit 30 Jahren keinen Bauch abgetastet haben. Auch ich habe manchmal meine Bedenken – Schuster bleib bei deinen Leisten- wozu gibt es die Fachspezialisierungen und Niederlassungsbestimmungen ?. Ich biete jeden Tag eine Akutsprechstunde an. (Cito Klebchen dringen daher selten zu mir- daher kaum Profit dadurch) Daher sehe ich auch wie dringend hier manchmal der Bedarf . Seit 8 Wochen Rückenschmerz- Medikamente werden negiert oder nicht genommen obwohl vom Hausarzt verordnet., Pat. mit dicken Akten CT und MT in 1/2 jährigem Rhythmus von verschiedenen Kollegen wo immer nur die hochgradige Spondylarthrose der LWS herauskommt. (Akut-Patient !!!!) Leider immer noch Rückenschmerz trotz PRT und Schmerztherapie. Fehlende Eigenkompetenz der Patienten besteht auch zunehmend . Manchmal reichen schon mal kühle Umschläge oder oder- sicher kann jeder Arzt davon ein Lied in der Notaufnahme singen. Auch hier gehört sich eine Reform wer darf überhaupt Bereitschaftsdienst machen. Berlin ist das system sehr gut organisiert- so ein Arzt wie ich hätte da gar keine Chance dran teilzunehmen lt. Aussage eines Kollegen .

#47 |
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Gast
Gast

Ein standespolitischer Artikel?

#46 |
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Gast
Gast

Schade, ein sehr einseitiger Artikel. Die Vorteile des Modells der Bürgerversicherung werden nicht im Ansatz beleuchtet. Auch nicht erwähnt wird, dass es sich noch nicht annähernd um ein fertiges Konzept handelt. ALLE Kritikpunkte in dem obigen Artikel sind noch nicht einmal annähernd festgelegt. Es besteht da reichlich Gestaltungsspielraum.

#45 |
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Gast
Gast

Bei der Versicherung von unserem wichtigsten Gut der Gesundheit – dürfen keine börsennotierten Konzerne mitmischen, die noch dazu Vorerkrankte aus-selektieren dürfen.

#44 |
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Giebel
Giebel

Ist eigentlich schon einmal darüber nachgedacht worden, ob das Nebeneinander von GKV und PKV grundgesetzkonform ist?
Die GKV funktioniert, weil leistungsstarke das Risiko der Schwächeren finanziell mittragen Müssen (Versicherungspflicht).Wird aber eine Einkommensgrenze (z.Z. ca. €56000 überschritten, kann man sich dieser Verpflichtung legal entledigen, verschwindet in der PKV ohne Verpflichtung für andere und spart dann einige tausend Euro jährlich.

Die Versicherungspflichtgrenze muß fallen.

#43 |
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Gast
Gast

Die Bürgerversicherung ist der grösste Schwachsinn. Von sozialer Gerechtigkeit ist doch überhaupt nicht die rede. Gleiche Geschichte wie mit der Maut für LKW. Von den Einahmen ist kein einziger cent in der Verbesserung der Strassen geflossen.Die Summe ist gleich geblieben wie vor der Maut. Das Geld dass von den Privatpatienten fehlen würde könnte ich die Zahnarztpraxis nicht mehr betreiben. Von meinen 9 Angestellten müsste ich 6 entlassen.Umsatz letztes Jahr 5004000€,davon Kasseanteil 190000€ rest Privat .Kosten der Praxis 420000€.Soviel dazu das Zahnärzte gut verdienen und ich Fahre ein Mazda MX5 BJ 1993.

#42 |
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Dr. Jochen Sperling
Dr. Jochen Sperling

Fakt ist: Es besteht eine deutliche Schieflage bei der Terminvergabe zwischen Privat- und GKV-Patienten. Zudem: Ein GKV-Versicherter muß stets fürchten, dass bei ihm nicht alles, was möglich ist, gemacht wird, während der Privatversicherte damit rechnen muß, daß bei ihm mehr gemacht wird, als notwendig ist.
Eine gemeinsame Versicherung für alle würde diese Schieflachen beseitigen.
Voraussetzung wäre allerdings eine – sowieso längst überfällige – gründliche Änderung der Gebührenordnunge(GOÄ/GOZ), die jedem niedergelassenen Mediziner ein leistungsgerechtes Einkommen ermöglicht, ohne die bisher oft notwendige Kompensation über privatversicherte Patienten…..

#41 |
  2
Gast
Gast

Wie erwartet fängt das große Gejammer an.

Bemerkenswert, dass in so kurzer Zeit so viele Beiträge zu diesem Artikel geschrieben werden.

Die Angst geht um, dass für die Frau Gemahlin statt eines Porschecabriole,
nur ein Mittelklassewagen in der Garage steht.
Das sind für unsere Spitzenverdiener “harte Zeiten” die da kommen können.

#40 |
  10
Gast
Gast

@ Gast 32: Die Gesprächsziffer würde ich gerne kennen! :) Ich denke, sie haben sich um den Faktor 10 vertan. Ein ausführliches Gespräch von mindestens 10min. Länge ist bei Faktor 2,3 20,11€ wert, und andere Ziffern dürfen daneben kaum abgerechnet werden.

#39 |
  1
Gast
Gast

#36 hat Ihren Beitrag der Herr Montgomery bezahlt? Oder hatten Sie einfach nur Glück?

#38 |
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Neurologe
Neurologe

Zur Pluralität einer entwickelten Gesellschaft gehören auch verschiede Syteme, die nebeneinander bestehen dürfen. Das sollte auch für das Gesundheitswesen gelten können. Es sollte dann aber auch so organisiert werden, dass eine gleiche Verfügbarkeit gestattet wird! Damit meine ich aber auch eine bidirektionale Fluktation sowohl in als auch aus einem System heraus. Würde bedeuten: wirkliche Wahlfreihet. NUR das geht eben nicht, man kann die PKV nicht auf normalem Wege verlassen (ein Schelm, wer böses dabei denkt). Hier gibt es eindeutige Marktinteressen aus rein kalkulatorische Absicht….bitte verabschiedet Euch von pseudosozialistischen Idealen ;-)

#37 |
  4
Gast
Gast

#28 Da habe ich andere Erfahrungen gemacht, ich wurde ausgezeichnet behandelt und betreut im Krankenhaus ,und das auch noch auf der Privatstation. Ich bin nur gesetzlich versichert. In der Regel ist es auch so, dass Ärzte oder Kliniken nach der Schwere der Krankheit gehen ,und NICHT unterscheiden zwischen Privat-und Kassenpatient.

#36 |
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Gast
Gast

an #32
Ich bin Selbständig und habe mich mit mittleren Umsätzen in der aktiven Zeit in der damals teureren GKV freiwillig versichert. Jetzt im Ruhestand profitiere ich davon. Ich zahle nur 15% meiner Brutto-Altersbezüge und kann die auch voll von der Steuer absetzen, was bei PKV Beiträgen nur beschränkt möglich ist.

#35 |
  1
Gast
Gast

Ich finde die fin. Leistungsfähigkeit eines Versicherten sollte den Beitrag zur KV steuern.

Die Beitragsbemessungsgrenze, die für Ungerechtugkeit sorgt und dem GKV System Gelder entzieht muss weg.

#34 |
  6
Gast
Gast

Das Gesundheitswesen hat ein geschlossenen System aufgebaut in dem immer noch sehr viel Geld verdient wird. Das gilt für das Kammersystem, die Gesundheitsindustrie aber auch die Ärzteschaft. Niedergelassene Ärzte sind vom Wettbewerb ausgenommen. Sie tragen kaum das Risiko eines Kundenmangels oder Zahlungsausfalls. Konjunkturbedingte Einnahmeeinbrüche sind nicht zu befürchten. Die persönliche Haftung ist begrenzt. Arbeitslosigkeit oder Berufskrankheiten die zu Erwerbslosigkeit führen sind selten. Kredite sind vergleichsweise (mit anderen Kleinunternehmern und Selbständigen) leicht und günstig zu bekommen. Die Rente ist sicher. Erst der Deckungsbeitrag durch die GKV erlaubt überhaupt das Geschäftsmodell mit PKV und IGEL. Extrempositionen helfen deshalb (den Patienten) nicht.

#33 |
  7
Gast
Gast

Ich bin gesund und ich bin Privat-Patient und trotzdem denke ich ernsthaft über die möglichen Vorteile der Einführung einer Bürgerversicherung nach…und zwar aus folgenden Gründen: Muss bei mir beim Zahnarzt immer ein erhöhter Abrechnungssatz aufgrund eines “äußerst schwierigen Zugangs” zum Zahn abgerechnet werden? Wenn ich mich mit meinem Hausarzt kurz über den Urlaub unterhalte, muss ich dann 200€ für ein “ausführliches therapeutisches Gespräch” bezahlen? Und jedes Jahr steigen meine Beiträge in der PKV, so dass ich, wenn ich in Rente bin und nur noch 45-48% meines Gehalts vom Staat erhalte, monatlich über 1000€ PKV-Beitrag bezahlen muss…und dass dann wenn ich im Alter wirklich mal ernsthaft krank sein sollte und die Vorteile der PKV wirklich bräuchte, ich sie mir dann nicht mehr leisten kann und in die Grundversorgung unterhalb der GKV-Leistungen falle…
Hier ist Umdenken erforderlich: Die Ärzte sollten auch über die GKV vernünftig bezahlt werden, so dass sie sich nicht über die Privat-Patienten “gesund stoßen” müssen. Ein Angleichen der Kosten und Leistungen zwischen PKV und GKV tut Not, sonst ist eine Bürgerversicherung eventuell zukünftig der einzige Ausweg!

#32 |
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Gast
Gast

Ich pauschaliere mal:

Was ist das für eine Welt, in der sich Gutverdiener in die PKV verdrücken können und sich der Solidargemeinschaft entzeiehen können und das zu wirklich günstigen Beiträgen.

Zudem dürfen die PKVen ihre Kunden nach Risiko aussuchen.

Die GKV muss alle Risiken nehmen. Dementsprechend zahlt ein Mensch mit mittlerem EInkommen oft mehr Beitrag als ein PKV-Versicherter mit gigantischem Salär.

#31 |
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Gast
Gast

#28 für mich ein Grund mehr für eine Bürgerversicherung und dazu wählbare Zusatzversicherungen ohne Zugangsbeschränkungen wegen Vorerkrankungen.

#30 |
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Gast X
Gast X

Danke für Ihren Beitrag Herr Dr Lorenz.

@ Gast 28: offenbar haben Sie den Beitrag nicht gründlich gelesen. Natürlich werden Notfälle gleich behandelt aber bei elektiven Terminen und im Wartezimmer werden Privatpatienten natürlich bevorzugt. So ist das eben, dafür wird ja auch einiges bezahlt.

Leider ist es so dass Praxen und Kliniken nunmal die Behandlung für bestimmte Patienten durch andere querfinanzieren muss um zu überleben bzw. Gewinn zu machen. Zum Beispiel wird oft die Notaufnahme der Klinik (ein reines Draufzahlgeschäft!) von anderen Abteilungen (z.B. Stroke) über Wasser gehalten.
Wenn die GKV für ALLE Behandlungen annähernd kostendeckend aufkommen würden wäre das nicht nötig! Tun Sie aber nicht. Das gesamte System der Vergütung müsste überarbeitet werden.

Wahres Einsparungspotenzial liegt in der Abschaffung der vielen GKV zugunsten einer großen Versicherung. Dadurch könnte man etliches an Wasserköpfen einsparen. Keine Werbekosten, keine Vorstandsgehälter, weniger Verwaltung…

#29 |
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Gast
Gast

#24 da sind Sie eine löbliche Außnahme. Als Patient erlebe ich regelmäßig, wie mein Mann (Privat-P.) bevorzugt wird. Bei Terminvergaben, im Wartezimmer, bei der Behandlung, bei der Therapie.

#28 |
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Gast
Gast

Man muss bedenken, dass die Einbußen sich auf die Einnahmen beziehen, nicht auf den Gewinn! Der wird dank einem signifikanten Anteil an Fix-Kosten prozentual deutlich stärker sinken. Ein Radiologe mit den rund 500.000 Einnahmen wird am Ende nicht mehr Gewinn haben als andere Mediziner, da er in teure Technik investieren muss.

#27 |
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Gast
Gast

Die Ärzte von Armut bedroht!? LOL

#26 |
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Michael Petri HP Med-Tech
Michael Petri HP Med-Tech

@24
..wie gewohnt ein Spitzenbeitrag!
LG

#25 |
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Im Gegenteil erlebe ich es beinahe täglich, wie Patienten, vom Schmerz geplagt, unsere Damen am Telefon fönen, wenn wir sie, absprachegemäß, vorzeitig anrufen, wenn unvorhergesehen ein Patient abgesprungen oder nicht gekommen ist. Da hören dann unsere Damen Dinge wie: “Sind Sie wahnsinnig, mich um 19 Uhr noch anzurufen?” (arbeiten wir etwa nicht mehr um 19 Uhr?), “Das geht jetzt nicht, ich trinke mit der Nachbarin Kaffee”, “Unmöglich, jetzt kommt meine Serie”, “Ich wollte jetzt gerade duschen gehen”, “Jetzt gibt es Abendbrot” — angesichts dieser Antworten fragt man sich manchmal ernsthaft, warum gehen Protagonisten der Bürgerversicherung nicht mal für ein heilsames Jahr nach Lambarene, um wirkliches Leid kennenzulernen?!

#24 |
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Ich singe mal wieder das alte Lied vom wirklichen Unterschied der PKV und GKV. Wirklich dringliche Patienten bekommen bei uns genauso schnell einen Termin, egal, wie sie versichert sind. Sie werden von den gleichen Geräten untersucht, sprechen genauso lang mit den gleichen Ärzten, und es wird auch kein Imbiß gereicht. Alles Phantasievorstellungen weit ab der Realität. Real ist allerdings eines: daß man für die Behandlung eines PKV-Versicherten einen annähernd fairen Preis erstattet bekommt, obwohl die GOÄ seit Jahren auch überarbeitungsbedürftig ist. Wahr ist, daß die Wartezeiten auf elektive (!) Termine bei PKV-Patienten i.d.R. kürzer sind. Woran das wohl liegt? Wahr ist aber auch, daß GKV-Versicherte oft mehrere Termine bei mehreren Ärzten vereinbaren, den kürzesten Termin wahrnehmen, den/die anderen aber nicht absagen, sodaß wir regelmäßig Leerlauf haben, wenn Patienten einfach nicht erscheinen. Diese All inclusive Mentalität (dafür gibt es noch viel mehr Beispiele: nächtliche Inanspruchnahme der Notaufnahme bei Rückenweh) greift zunehmend um sich, was zu Verdienstausfällen führt. Ich bin ein eifriger Vertreter des GKV-Prinzips, aber man muß auch mal die Kirche im Dorf lassen. Kein GKV-Patient, der bei uns mit akuten Beschwerden aufläuft, wird weggeschickt und auf Woche(n) vertröstet. Das ist gemeinsame Auffassung unseres Kollegiums. Und das ist es ganz sicher auch nicht bei den meisten anderen Kollegen. Fairerweise sollte auch noch ergänzt werden, daß viele PKV-Patienten sich erst zum Arzt schleppen, wenn es ihnen richtig schlecht geht, weil sie nicht einfach mal einen Vormittag beim Arzt abhängen können. Alles in allem sehe ich Unterschiede, ja, die aber auch individuell begründet sind. Ich kenne kaum einen PKV-Patienten, der an der Anmeldung randaliert hätte, weil er nicht sofort einen Termin bekommen hätte, obwohl das Knie schon drei Jahre wehtut, umgekehrt leider schon. Ich kann mich auch in 11 Jahren Praxis an kaum einen PKV-Patienten erinnern, der einfach nicht zum Termin erschienen wäre, umgekehrt erlebe ich es täglich.

#23 |
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Kollegin
Kollegin

@Kania
Warum sind Sie selbst denn noch Chirurg, wenn Sie so mies entlohnt werden, wie Sie uns zu suggerieren versuchen?
Oder ist es das übliche Jammern derjenigen, denen es vor allem um den Mammon geht?

#22 |
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Gast
Gast

@#10: Äh, wie kommen Sie auf die Idee, die Schweiz hätte eine Bürgerversicherung ? Sind Sie sicher, dass Sie wissen, wo die Schweiz liegt? Das ist das Land, wo die deutschen Ärzte arbeiten! Scherz beiseite, Sie sind auf einen uralten journalistischen Fehler rein gefallen: die Wirtschaftsweisen haben vor mehr als zehn Jahren empfohlen, die gesetzliche Krankenversicherung langsam durch ein System wie in der Schweiz zu ersetzen. Der frühere Bundespräsident Herzog hat viel dazu geschrieben, und die Idee zum “Herzog Modell” weiter entwickelt. Es geht nicht um die Bürgerversicherung, sondern um die Bürgerpauschale. Das ist das Modell, bei dem für jeden ein Versicherungsbeitrag bezahlt wird, also wie in der privaten Krankenversicherung, oder wie eben in der Schweiz. Familien werden unterstützt vom Staat, wenn sie nicht das Einkommen haben, um problemlos die Versicherung der Kinder zu bezahlen. Den hohen Selbstbehalt wie in den Niederlanden kann man dann natürlich auch einbauen. Dieses Modell wird von Wirtschafts Experten für erfolgversprechend gehalten. Leider wurde es im Bundestagswahlkampf 2005 von Populisten (z.B. Lauterbach) in Kopfpauschale umgetauft, um es besser emotionilaisieren und diskreditieren zu können. Das war der gleiche Wein kommst, in dem Gerhard Schröder Professor Kirchhof und die Uni Heidelberg gleich mit diskreditierte, um eine entbürokratisierende Steuerreform als Teufelszeug abzutun. Das dumme Volk ist dieser Propaganda teilweise gefolgt, deshalb gab es 2005 eine große Koalition. Ich könnte jetzt hier noch ein paar Zeilen beschreiben, was Ulla Schmidt und Karl Lauterbach in derzeit für Fehler mit viel Liebe zum bürokratischen Detail angerichtet haben, aber das führt zu weit. Jedenfalls, es gibt in der Schweiz keine Bürgerversicherung, es gab sie nie. Ich glaube sie werfen da einiges durcheinander. Fahren Sie doch mal in die Schweiz und schauen Sie nach. Es ist nur ein paar Kilometer von meinem Wohnort weg, ich habe länger dort gearbeitet, bin nach wie vor mir ehemaligen Kolleginnen und Kollegen in Kontakt, teilweise befreundet.
Das was Sie meinen, ein Basisversicherungssystem, in das jeder einzahlt, dessen Auszahlungen aber niemals alleine ausreichen, so etwas gibt es in der Schweiz schon, aber nicht in der Krankenversicherung, sondern in der Rentenversicherung. Das ist die AHV. Wie gesagt, die reicht aber nicht aus, das ist nur ein Teil der Rentenversicherung.

#21 |
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Dr.med Francois Lecluse
Dr.med Francois Lecluse

Gast,
Unsere Gesundheitsbetreuung ist ein großes Labor von sozialen, technologischen und gesellschaftlichen Änderungen.
Die Idee von Prof. Dr. Lauterbach ist meines Erachtens in Europa nicht ganz neu.
Es ähnelt an dem System in den Niederlanden.
Dort wurde am 1.01.2006 ein neues Gesetz eingeführt mit vielen Ähnlichkeiten.
Jedenfalls verschwand den Unterschied Kasse- versus Privatversicherung.
Die Idee dazu wurde schon 19 Jahre vorher vorbereitet unter der Name: “Die Bereitschaft zur Änderung” (Ausschuss Dekker).
Zwischen 2006 und heute gab es noch sehr viele Anpassungen, aber es funktioniert.
Die Fachärzte haben de facto keine Honorarprobleme. Mit Hausärzten gibt es ein spezielles Abkommen. Die Allgemeinärzte sind sehr und immer mehr wichtig, da Sie alle ambulante Behandlungen abfangen müssen.
Der Patient zahlt weniger als in Deutschland nur mit der Ausnahme eines eigen Risiko von Ca. 375 €. Trotzdem bezahlt man weniger: Hollandcare.
In Deutschland geht vieles etwas langzamer. Ergo: Sie haben noch Ca. 25 Jahre die Zeit für Ihre Honorarsorge.

#20 |
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Dr. med. Frank Jörder
Dr. med. Frank Jörder

Herr Abendroth, gerne serviere ich Ihnen einen leckeren Espresso oder schneide Ihnen die Haare bei einem entsprechendem Getränk ! Ziemlich undifferenzierter Kommentar von jemandem, der viel Einfluss hat (?!) und in durchaus guten Zeitschriften veröffentlicht. Wir als Ärzte würden uns gerne auf unsere Basisleistungen wie Untersuchung, Diagnose und (unabhängige) Beratung zur Therapie konzentrieren. Das Umfeld lässt uns leider nicht ! Übrigens auch die gKV mit Budgetierung und Regressandrohungen. Diese Basisleistungen gehören dann aber auch an die realistische Betriebsstunde einer Praxis angepasst. Das iGeLn wird bei einer Bürgerversicherung nicht aufhören! Das passiert nur, wenn die o.g. Basisleistungen endlich wieder bezahlt werden und die ärztliche Leistung wieder vergütet wird … und nicht die technischen Leistungen (versteckte Wirtschaftsubventionen) … kennen Sie das Buch von Herrn Merz … sehr lesenswert ! Bürgerversicherung ja, aber sinnvoll gestalten (und das bezweifle ich sehr) !

#19 |
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Prof.Dr.L.C.Olivier
Prof.Dr.L.C.Olivier

1.Variante: Je schneller wir die Bürgerversicherung durchleiden desto besser.
Die Nachfrage nach “verkürzter”und optimierter Extrabehandlung bleibt ja bestehen. Das Geld ist bis zur Reichensteuer ja da! Die Wartezeiten für die “versicherten Bürger” werden schlechter und der schon heute bestehende Charakter der Planwirtschaft (DDR 2.0) wird allen deutlich. Ob sich dann aus dem Chaos der freie Beruf des Arztes wieder erhebt, ist fraglich.Vermutlich nicht aus dem MVZ (Poliklinik 2.0),da hier ja wegen der work life balance nur halbtags gearbeitet wird – 80% Mädels im Studium. Wobei alles sorgfältig qualitätssichernd dokumentiert wird und die “versicherten Bürger” viele verschiedene Ärzte kennenlernen – wegen des gewerkschaftlich gesicherten ärztlichen Schichtbetriebes. Die politischen Gesundheitskommissare verweisen bei Fehlern auf die Chefärzte, die keiner mehr sein will und führen geschlossene Präventionshöfe ein für Raucher, Dicke und die wenigen verbliebenen C2-nahen Feierlustigen ein. Am Ende werden sich alle fragen, wer denn jetzt die Verantwortung trägt für das Chaos. Antwort Keiner!

2.Variante: Oder wir warten auf die richtigen Neuerungen in der Medizin,die solch eine Planwirtschaft (heute schon mit 340 Milliarden € die grösste der Welt!) aufgrund ihrer systembedingten Inkompetenz niemals bezahlen,verwalten oder mit den richtigen Leuten ausstatten kann.

Also Varinate 2 klingt besser: Bürgerversicherung verhindern!Berufs-Freiheit verteidigen!Forschen was das Zeug hält!Innovationen anwenden!
Ausharren bis die Planwirtschaft sich selbst zu “Tode” qualitätsgesichert und verwaltet hat. Denn wer mißt wird gemessen!

#18 |
  18
Gast
Gast

Ps: Beamte können sich freiwillig gesetzlich versichern, wobei der Staat in diesem
Fall keinen Arbeitgeberanteil bezahlt.

#17 |
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Gast
Gast

Viele verbeamtete zwangsprivatversicherte Familienernährer/innen würden sich über die Bürgerversicherung freuen. Endlich die ganze Familie beitragsfrei mitversichern ! Ganz abgesehen davon, dass manche PKVen etliches, was Beihilfe und GKV bezahlen, nicht erstatten ( siehe Debeka und Impfungen wg berufsbedingtem Auslandsaufenthalt).

#16 |
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Günther von Ameln
Günther von Ameln

Es wird nur teurer!
Als ob das IGeLn nicht jetzt schon fester Bestandteil einzelner Kollegen ist. Das baut man dann eben auf, erhöht die Hürden für “nicht-Konsumierer” und wieder einmal löffelt die Gemeinschaft die Suppe aus, die die Politik einbrockt. Wäre ja nicht das erste mal.

#15 |
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Dr. Master Implantologie Mirko Kohl
Dr. Master Implantologie Mirko Kohl

Es gibt da ein paar unbedachte Hürden.viele pkv versicherte haben jahrzehntelang ein bezahlt für Leistungen des gesamten Spektrums der Medizin. Diese herunter zu stufen heißt auch das auszugleichen. Da gibt es jede Menge rechtlicher Hürden denn so einfach geht das nicht. Was den sozialneid betrifft und dir äusserungen des Medizin Journalisten dazu ist wenig zu sagen . kleine geistige lichter brennen nun mal sehr schwach. Salopp gesagt, wer keine Ahnung hat sollte salopp gesagt einfach lieber mal die Klappe halten. Die Politik versagt einfach auch. Die Leistungen der Ärzte werden nach den betragen der Einführung des Gesundheitswesens berechnet das war irgendwann in den 1960 iger Jahren. Wer das weiss, der weiss auch wie die Politik das sieht

#14 |
  16
Gast
Gast

Die Ärztin hat recht. Echte Notfälle zahlen nach dieser Idee ja nichts und werden adäquat versorgt. Es geht um diejenigen, die aus Bequemlichkeit Notaufnahmen aufsuchen und damit Kapazitäten für echte Notfallmaßnahmen blockieren.

#13 |
  7
Gast
Gast

Und Gott bewahre, das ich jemals im Notfall bei dieser “Ärztin” lande.
Sofern jemand wirklich 100 Mal pro Jahr wegen nachweislich Nichts in der Notaufnahme sitzt, muss es noch einen anderen Weg geben als alle anderen echten Notfälle zu schröpfen. Im Umkehrschluss zahlt dann bitte jeder Arzt Schadensersatz, der aus bloßem Mangel an Kompetenz einen echten Notfall arrogant wieder nach Hause schickt oder seine Überforderung gar noch zusätzlich am Patienten ablässt. Davon gibt es nämlich auch Viele. Das kostet dann die Kasse doppelt soviel und den Patient ebenfalls. Das die Arbeitsbedigungen von Klinikärzten oft schlecht sind, will ich nicht leugnen. Es wird aber leider zu gern auch benutzt um eigene Mängel zu vertuschen. Besser mal für eine Bürgerversicherung, für bessere Arbeitsbedingungen und in Konsequenz etwaig für höhere Sätze demonstrieren -sofern denn tatsächlich ein Verlust eintreten würde (was nicht sehr logisch erscheint). So wie alle Schlechtverdiener (z.Bsp Kindergärtnerinnen etc.) das auch tun müssen.
Zum Glück gibt es hier auch viele Ärzte und Professoren die sich dem Thema Bürgerversicherung mit Verstand und Vernunft nähern.

#12 |
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Gast
Gast

Pardon “ist”

#11 |
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Gast
Gast

Die Schweiz hat eines der besten Gesundheitssysteme. Mit Bürgerversicherung. Wenn das Gutachten genauso repräsentativ wie die Umfragen zur angeblichen Beliebtheit Merkels sind, dann gute Nacht.

#10 |
  4
Dr. med. Norbert Kania
Dr. med. Norbert Kania

Herr Abendroth scheint recht gesund zu sein. Natürlich sind Ärzte Dienstleister. Aber die Einzigen in Deutschland, denen gesetzlich vorgeschrieben wird, wie sie ihre Rechnungen zu schreiben haben. Wenn man die GOÄ Rechnung mit 2,3fachem Steigerungssatz für eine mittelgrosse Operation mit den Rechnungen von anderen Dienstleistern (z.B. Klimatechniker, IT-Spezialist) vergleicht, fragt man sich, warum es überhaupt noch Chirurgen gibt, die ihre hochqualifizierte Dienstleistung so billig verkaufen.

#9 |
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Frank Kawohl
Frank Kawohl

Wo holte der PKV-Mann die Rechenbeispiele her?
Als Allgemeinarzt in MVP habe ich bei der PKV Einnahman von 10000 € im Jahr.
Große Sprünge kann ich damit nicht machen.

#8 |
  1

Herr Lauterbach ist ein, seit Jahren ständig wiederholender, strammer Linker. Noch nie waren deine Brisen Ideen richtig durchdacht. Sie waren lediglich darauf ausgerichtet, dem Image der Ärzte zu schaden und sie besonders zu schädigen. Auch darf nicht vergessen werden, dass er gerne die finanziellen Rücklagen der PVK kassieren würde. Es ist schlecht vorstellbar, dass jemand , wie er, seit Jahren ständig unausgegorene und nicht bezahlbare Ideen lauthals verkündet.
Dr. Ulrich Fiechtner

#7 |
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Medizinjournalist

Wenn die Bürgerversicherung – hoffentlich- jemals realisiert wird, sollte Schluss sein mit IGeL und anderen Patienten-Schröpfungen, sowie Schluss mit aus ärztlichem Dünkel geborenen Forderungen. Wann begreifen Ärzte, dass sie Dienstleister sind wie Kellner, Friseure oder Taxifahrer?.

#6 |
  40
Gast
Gast

Allein die Wahl des Titels “Würgerversicherung” legt den Schluss nahe, dass der Autor nicht objektiv berichtet.
Zudem besteht die Hälfte des “Artikels” aus Versatzstücken der PVS (Privatärzltliche Verrechnungsstelle). Auch ist der Gebrauch des Konjunktives dem Autor nicht geläufig. Sonst täte er nicht so, es wären die Behauptungen der PVS Tatsachen.

#5 |
  10

GKV und damit verbundene Budgetierung können nur mit angestellten Ärzten funktionieren. GKV ist Räterepublik – entmündigend, da zuteilen nach Sachleistungsprinzip, und fortschrittsfeindlich.

#4 |
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Ärztin
Ärztin

Wirklich sinnvoll wäre zudem die Einführung einer Notfallpauschale die Patienten zahlen müssen die eigenständig und wegen eigentlich hausärztlich zu versorgender Beschwerden eine Notaufnahme aufsuchen. 20 Euro pro Fall die dem Klinikum auch verbleiben sollten. Die Notaufnahmen würden sich deutlich leeren als netter Nebeneffekt

#3 |
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PD Dr. Winfried Meißner
PD Dr. Winfried Meißner

Dass ein Gutachten im Auftrag der Privatärztlichen Verrechnungsstellen zu diesem Ergebnis kommt, überrascht mich jetzt wirklich! Aber mit so schwachen Argumenten des Herrn Kaiser habe ich nicht gerechnet:
– Wer behauptet denn, dass es bei einer Bürgerversicherung keine zusätzlichen privaten Leistungen mehr geben wird? Das Gegenteil ist richtig, steht sogar im Artikel (“Zusatzversicherungen sind wie bisher auf privater, freiwilliger Basis möglich”).
– Selbst wenn das so wäre: Wer behauptet, dass es beim derzeitigen EBM bliebe? Es wäre im Gegenteil eine (meiner Meinung nach realistische) Chance, endlich eine kostendeckende Honorarverordnung zu erreichen! Denn:
– Was ist der so heftig verteidigte Status quo (Überleben nur durch PKV) anderes als eine intransparente Quersubventionierung? Wenn GKV nicht reicht, kann man doch nicht andere dafür zahlen lassen, sondern man muss dafür kämpfen, dass GKV kostendeckend ist.
– Und wenn es wirklich so ist, dass man nur mit PKV überleben kann: Was sollen eigentlich die ganzen fleißigen Niedergelassenen in den neuen BL sagen, wo es so gut wie keine PKV-Patienten gibt?

Meine Meinung: Die Forderung nach Fortführung eines intransparenten Modells einer Quersubventionierung von GKV durch PKV hat nicht nur was von besitzstandswahrender Planwirtschaft, sondern zementiert auch einen unsolidarischen Zustand der Vergütung zwischen Ost und West (von der individuellen Flucht aus der Solidargemeinschaft ganz zu schwiegen). Die Bürgerversicherung + freiwilliger Einkauf von Zusatzleistungen (also nicht GKV oder PKV, sondern GKV+PKV!) ist das Modell der Zukunft. Die schwächlichen Argumente von Herrn Kaiser bestätigen das eindrucksvoll.

Beste Grüße

Prof. Dr. Winfried Meißner
Universitätsklinikum Jena

Interessenkonflikt: Ich bin PKV versichert, verführt in jungen Jahren durch einschlägige Vertreter. Ich bereue die Flucht aus der Solidargemeinschaft – meine „Buße“ bestand darin, dass wir 5 Kinder bekommen und die GKV damit entlastet haben – und empfehle allen meinen Kindern die GKV, eine der größten Errungenschaften unserer Gesellschaft.

#2 |
  9
Gast
Gast

Und warum wird eine Zuzahlung nicht diskutiert, gibt es doch in vielen Ländern?

#1 |
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