Fieber: Finger weg vom Thermostat

10. September 2010
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ASS, Ibuprofen, Paracetamol - vom Kleinkind bis zum Erwachsenen gilt die Devise: Fiebersenker können Leben retten. Doch genau das, beschreiben nun britische Mediziner, sei womöglich ein Trugschluss - und empfehlen Ärzten den Einsatz der Pyrotherapie.

Clark Blatteis kämpft seit mehr als dreißig Jahren mit dem Fieber. Doch das, was der am University of Tennessee Health Science Center in Memphis forschende Mediziner jetzt als Fazit seiner Arbeit postuliert, dürfte Ärzte weltweit überraschen. Menschen und Fische sind sich in einem Punkt ähnlicher, als viele glauben: Beide Lebensformen des blauen Planeten nutzen Fieber, um Angriffe auf den Organismus abzuwehren und Infektionen zu besiegen.

Gleichwohl setzen Fische, anders als die humanen Lebewesen, gegen die Erhöhung der Körpertemperatur weder Paracetamol, noch ASS oder andere Fiebersenker ein – sie nutzen vielmehr die Kraft der evolutionsbedingten biochemischen Temperaturmaschine. Blatteis’ Begeisterung für das Heiße im Inneren allen Lebens kommt nicht von ungefähr. Allmählich – wenn auch noch zögerlich – setzt sich in der Medizin die Meinung durch, wonach Fieber eher nutzt, als dass es dem Menschen schadet. Bekannt ist zwar seit langer Zeit, dass höhere Körpertemperaturen die T-Lymphozyten aktiver werden lassen. Körpereigenes Fieber als gezielte Therapie bis 40° Celsius zuzulassen, erschien jedoch bislang gerade bei lebensbedrohlichen Infekten kein adäquates Mittel.

Patienen in Anfangsphase hohem Fieber aussetzen

Genau das soll sich jetzt ändern. So sorgte eine im Januar 2010 publizierte Studie um Garth Dixon vom University College London für Aufsehen. Der Mikrobiologe hatte den Einfluss der humanen Körpertemperatur auf den gefürchteten Erreger Neisseria meningitidis B. untersucht, wenn auch nur im Labor. In jenen Blutproben, die auf 40 Grad Celsius gehalten wurden, ging die Konzentration der lebensbedrohlichen Bazillen gegenüber den bei Normaltemperatur gedeihenden Pendants um 90 Prozent zurück. Die Ergebnisse waren derart beeindruckend, dass das Peer Reviewed British Medical Journal (BMJ) die Aussage der Londoner Mikrobiologen publizierte: Patienten sollten, fordert seitdem Dixon immer wieder, gerade in der Anfangsphase einer Infektion hohem Fieber ausgesetzt werden, um die Bakterienpopulationen im Körper auf natürliche Weise zu dezimieren. Nur einen Monat nach Dixon legte das BMJ nach, und lieferte eine der weltweit ersten Studien aus dem Klinikalltag, die das Phänomen Fieber unter therapeutischen Gesichtspunkten ins Visier nahm. Immerhin 400 Patientendaten hatte sich Gavin Barlow vom Hull and East Yorkshire Hospitals NHS Trust angesehen, alle Erkrankten litten an Pneumonie. Die Zahlen der Auswertung sprechen für sich: Während von jenen Patienten, deren Körpertemperatur unterhalb 36 Grad gehalten wurde, über ein Drittel innerhalb von 30 Tagen nach Erkrankungsbeginn verstarben, überlebten mehr als 82 Prozent der Patienten mit erhöhter Körpertemperatur. Die Sensation allerdings kam bei 40 Grad Celsius daher: In dieser Gruppe überlebten alle Patienten die Pneumonie.

Zwar müsse man beachten, dass gerade ältere Menschen generell eine niedrigere Körpertemperatur aufweisen und womöglich auch ohne Lungenentzündung verstorben wären, meint Barlow, doch sei er „von der Magnitude des Effekts beeindruckt“. Randomisierte Studien wären in der Lage, derartige Unsicherheiten zu beseitigen, doch davon gibt es bislang nur eine einzige – und die hat es in sich. Bereits im Jahr 2005 wollten Ärzte an der University of Miami herausfinden, ob Patienten mit fiebersenkenden Medikamenten tatsächlich besser therapiert werden. Dazu wurden 82 Intensivpatienten in zwei Gruppen unterteilt, von denen die eine Hälfte keine, die andere übliche Fiebersenker erhielt. „Wir hatten sieben Todesfälle in der Standardtherapie-Gruppe und nur einen in jener, die das Fieber zuließ“, erklärt Studienleiter Carl Schulman den Grund für den Abbruch der Studie.

“Fieber-runter-Doktrin”

Länder wie Großbritannien haben zumindest bei der Behandlung von Kindern reagiert und ihre Empfehlungen auf Fieber als Therapietool seit einigen Jahren abgestimmt. Hierzulande hingegen gilt nach wie vor die alte “Fieber-runter-Doktrin”, wie ein Blick auf die Empfehlungen der TK Online bei Rachenentzündungen exemplarisch aufzeigt: „Bei hohem Fieber sollten fiebersenkende Medikamente eingenommen werden.“ Selbst der im Jahr 2010 aktualisierte „RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte“ kommt in seinen Empfehlungen an den klassischen Empfehlungen der Vergangenheit noch nicht vorbei: Bei Masern mit Komplikationen etwa setzen die Fachleute aus Berlin auf fiebersenkende Medikamente.

Doch es gibt Grund zur Hoffnung. Denn zumindest vereinzelt sprießt die Erkenntnis, dass Fiebersenkung nicht unbedingt sinnvoll ist. Von den amerikanischen und britischen Überlegungen ist man damit freilich hierzulande noch weit entfernt – aber es gibt Fortschritte. Ein von Medizinern verfasster Patientenratgeber der ältesten deutschen Privatuniversität, Witten/Herdecke, bringt die Sache mit den Fiebersenkern bei Kindern auf den Punkt: „Auch wenn viele Eltern gute Erfahrungen mit dem Einsatz dieser Mittel bei ihren Kindern gemacht haben, so gibt es jedoch keine Studien, die eine Wirksamkeit statistisch eindeutig belegen“.

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Medizin

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52 Kommentare:

Andra  Dattler
Andra Dattler

Wie schon einige Kommentatoren vor mir gemeint haben: Es ist altes Wissen, das vielen Omas und allen Homöopathen längst klar war. Schön, dass es vielleicht eine Wand weniger gibt, gegen die wir in Zukunft anrennen müssen. Obwohl einige Reaktionen (vor allem von Ärzten !?!) auch zeigen, dass die alten Vorurteile gegen das Fieber wohl doch nicht so leicht aus dem Kopf zu bekommen sind.

#52 |
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Das sind viele interessante Gedanken – aber Fieber muss ja auch einen evolutionsbiologischen Sinn haben.

#51 |
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Klaus Peper
Klaus Peper

Korrektur: der Herzfrequenzanstieg beträgt 10/°C.

#50 |
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Klaus Peper
Klaus Peper

Fieberspitzen von ziemlich genau 40,5°C scheinen den Sollwert für den angemessen fiebernden Organismus darzustellen. Wird von Kleinkindern noch regelmäßig erreicht, später seltener. Akutes Fieber ist keine Krankheit, sondern Zeichen eines funktionierenden Immunsystems. Bedrohlich und/oder überwachungsbedürftig, behandlungsbedürftig und ggfs. abklärungsbedürftig sind zunächst weitere Symptome wie Bewußtseinsstörung, Erbrechen/Exsikkose, (lokalisierte) Schmerzen, Tachypnoe. Kontraindikationen für das Zulassen von Fieber sind natürlich die echte (!) Epilepsie (sog. reine Fieberkrämpfe sind unschädlich) und alle Erkrankungen, für die der natürliche Herzfrequenzanzanstieg von 20/°C nicht zu tolerieren ist, also v.a. kardial vorgeschädigte Personen. Reflexartig eingesetzte Wadenwickel – als “Anti-Fieber-Mittel” können kontraproduktiv sein. Abkühlende Maßnahmen haben ihren Platz im Moment des Schweißausbruchs, um dem Organismus die anstrengende Arbeit der Temperatursenkung (durch Schwitzen) abzunehmen. Dann aber schon gleich die gesamte Hautoberfläche mit kaltem feuchtem Tuch abwischen. Solange der Patient friert (Fieberanstieg!), dagegen rasch 3 Decken, 2 Wärmflaschen und vor allem heißen Tee (effektiver als alle äußere Aufwärmung), wiederum, um dem Organismus die Arbeit der Aufwärmung (durch Muskelzittern) zu ersparen. Die eingesparte Energie steht dann für weitere immunologische Reaktionen zur Verfügung. Glieder- und v.a. Kopfschmerzen sind häufig Zeichen der Exsikkose (durch Schwitzen und verringerte Trinkmenge bei Übelkeit) und entsprechend zu beheben. Dann also eher mal ein Antiemetikum als ein Analgetikum. Fieber führt durch physiologische Inappetenz zum Fehlen von Nahrungs- und Oxidationswasser und durch erhöhte Temperatur auch ohne Schwitzen zu vermehrter Flüssigkeitsabgabe. Die Flüssigkeitsbedarf kann leicht auf 3l tgl. steigen, abzulesen an einer ausreichenden Diurese.
Entschuldigung für die Vorlesung, scheint aber doch irgendwie kaum einer zu wissen.

#49 |
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Elke Engelhardt
Elke Engelhardt

Oh, pardon, bei meinem Mann!!!

#48 |
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Elke Engelhardt
Elke Engelhardt

Sehr geehrter Herr Dr. med. Thomas Georg(Nr.55), Sie haben Ihrerseits recht, anderereseits hat die Studie auch nichts anderes ausgesagt, nämlich: keine stereotypen Behandlungsmethoden mit Fiebersenkern!

Bei uns mir 62 und meinem Bruder 61 blieb unserer Mutter nichts anderes übrig als Wadenwickel, und was weiß ich noch für Hausmittel und es hat prima geklappt!

Als ich vor zwei Jahren infolge einer Leukämie eine Lungenentzündung von Pilzsporen bekam hat man in der Klinik auch nicht auf was weiß ich was für Fiebersenker gesetzt erst bei über 40Grad Celsius, erst als es allerhöchste Zeit war mit der ersten Chemo anzufqangen hat man das Fieber auf “normal” runtergedrückt…

#47 |
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Ärztin

@ Hebamme 51 und all die anderen, die dazu neigen, allen, die anders verfahren als sie selbst, Brachialgewalt speziell gegen den kindlichen Körper, Rabenelterntum, Karrieregeilheit, etc. vorzuwerfen und bisweilen missionarische Züge an den Tag legen.
Woher haben Sie die Erkenntnis her, dass ich meinen kranken Kindern nicht vorlese, sie nicht in meine Bett nehme, bei deren Krankheit nicht zu Hause bleibe und sie gedopt in die Schule schicke?? Und so sehr ich unseren Kinderarzt auch schätze, ziehe ich es doch vor, dass er nicht die Nacht meine doe des Kindes Hand haltend in unserem Haus verbringt, wenn eines der Kinder krank ist (seine Familie ist mir sicher dankbar dafür).

Ist o.K., wenn Sie mit Ihren Kindern anders verfahren, aber lassen Sie mit den meinen mal gut sein.
Ich denke, dass diese mit den Therapien unseres Kinderarztes und mir auch keine Tablettenjunkies werden.
Ich und meine Innenreien haben meine Kindheit auch gesund überlebt.

#46 |
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Ulrich Wegmeier
Ulrich Wegmeier

Was soll man da noch hinzufügen,nur wenige akzeptieren die andere Meinung , einige neigen zu Sprechdurchfall, verhalten sich anmasend !

Es empfielt sich die Sauna aufzusuchen, die passt ja zum Thema, lindert übrigens auch Übergriffe genannter Art einzudämmen.
Bleiben Sie gesund !

#45 |
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Anita Barth
Anita Barth

Wenn ich meinem Sohn Ibu gebe wenn er fiebert springt er kurz danach wieder herum und schont sich nicht mehr. Deshalb lasse ich es tags über zu. Er fiebert auch immer sehr hoch bis kurz vor 40°C. Allerdings hab ich festgestellt, dass er sich besser erholt, wenn ich nachts Ibu gebe, dann schläft er durch. Ich werde Fieber in Zukunft trotzdem positiver betrachten.

#44 |
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Guido Borrmann
Guido Borrmann

Altes Wissen, schön verpackt, führt auch bei uns Ärzten immmer wieder zu Überraschungen.
Die Veröffentlichungen bestätigen das, was der klare therapeutische Verstand seit dem Studium wissen müßte.
Frei nach Reckeweg “Das Toxin (Bakterium) verbrennt im Feuer (Fieber) der Reaktionsphase”.

#43 |
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Ärztin

@ Nr. 44: Nicht lieber Herr Schmidt, kennen wir uns, dass Sie sich eine derartig formulierte Kritik an mir erlauben?
Da ich nach Ihren Worten eine Schande für meinen Berufsstand sein soll, möchte ich nicht wissen, wie Sie mit einem derartigen Einfühlungsvermögen in Ihrem Beruf zurchtskommen.
Ich wills wirklich nicht wissen!

#42 |
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CAVE! Von der Pyrotherapie zur Pyromanie?

Bitte keine therapeutischen Kurzschlüsse. In vitro (sic!) mit 40 Grad Celsius bebrütete Blutproben lassen Neisseria meningitidis B eher absterben als bei der zitierten “Normaltemperatur” mit vermutlich 37 Grad Laborstandard. Das gilt erstmal nur im Labor und nicht in vivo.

Die Pneumonie ist bei allgemein hypothermen (meist älteren) Patienten immer vital bedrohlicher als bei abwehrstabilen, vital fiebernden Kranken mit Lungenentzündung. Für den Verlauf ist aber auch entscheidend, ob es sich um eine Lobärpneumonie, eine Bronchopneumonie, eine atypische Pneumonie oder eine hypostatische Pneumonie handelt. Für eine Evidenz ist eine rein retrospektive Analyse aus der Schreibtischperspektive, wie hier referiert, sicher nicht geeignet.

Bitte keine unzulässigen diagnostisch-therapeutischen Verallgemeinerungen, sondern individuelle, genaueste Krankenbeobachtung, klare Diagnose und adäquate Therapie. Leitlinien mit hoher Evidenz entwickeln sich immer nur aus prospektiven, randomisierten Studien und zweifelsfreien Kontrollstudien.

#41 |
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Dr. med. Matthias Zink
Dr. med. Matthias Zink

Gibt es auch etwas Neues? Die sogenannten neuen “Erkentnisse” zum Thema Fiebe hat. M.J. Kluger vor vielen Jahren schon in dem Buch “On feever, does it really harm or help” beschrieben. (z.B. die erhöhte Sterblichkeitsrate bei Wüstenleguanen, die, wenn bakteriell infiziert, nach ASS – Verabreichung, nicht mehr lange genug unter die Wärmelampe gehen), oder die Arbeiten von Dinarello über Antropozoonosen und deren Temperatur-Abhängigkeit… Bin leider in der Notdienstpraxis und kann jetzt nicht auf meine Literatur zurückgreifen. Alles schon 1984 in meiner Doktorarbeit zitiert, und da waren die oben genannten Artikel schon nicht mehr “brandneu”. Auf die Frage “Warum Fieber senken?” gebe ich die Antwort: Wenn es denn sein muß, nur, weil es “gut tut”, nach meinem Wissen gab es bisher nur Studien, die belegten, dass Fiebersenkung beim Menschen in Mitteleuropa, keinen signifikanten Schaden anrichtet!

#40 |
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Toxikologin

Eine Sache ist hier bisher nicht angesprochen worden: Hyperthermie wirkt teratogen. Im Klartext: Schwangere (und ihre behandelnden Ärzte) sollten sehr wohl über die Einnahme von Fiebersenkern nachdenken und sehr genau die Risiken abwägen.

#39 |
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Artikel sehr interesant ,endlich mal das auch studien belegen was wir lange vermuten.

#38 |
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zu 34: Liebe Frau Lebert (Ärztin!!)! Solch ein vom Leben gehetzter Reiz-Reaktions-Durchhalteroboter ist selbst Patient, ist eine Schande für eine historisch verwurzelte und zutiefst menschliche Heil(!)Kunde, ist eine Zumutung für jeden mitdenkenden, hilfesuchenden Patienten, ist letztlich auch Erfüllungsgehilfe der Pharmaindustrie. Frau Lebert, Sie hätten nie Ärztin werden sollen!
MfG Schmidt

#37 |
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Heike Lensch
Heike Lensch

schön, jetzt wissen es endlich alle, warum sollte man die Selbstheilungskräfte des Körpers daran hindern sich zu helfen? Ein intaktes Immunsystem ist der beste Arzt.
Selbstverständlich gibt es Ausnahmen und man sollte auf jeden Fall des Befinden des Patienten im Auge behalten.

#36 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Meine Erfahrung:

Bei aufkeimendem grippalem Infekt gleich Aspirin einnehmen – nur ein Tag. Meist bleibt der Infekt dann im Keim erstickt! Aber bitte nur Erwachsene ab 28 Jahren!

Wenn der Infekt sich durchsetzt ernsthaft abwägen ob man wirklich für 3 Tage völlig unersetzbar ist…z.B. nur für Termine an denen viele Menschen dranhängen, und die WIRKLICH kein anderer übernehmen kann sich mit Fiebersenkern über Wasser halten, aber nicht mehr als einen Tag!! Ansonsem, oder dann nach so einem “gedopten Tag” das Fieber zulassen, sich tatsächlich einen Tag ins Bett legen, schonen, viel trinken. Ab dem nächsten Tag in k l e i n e n Schritten wieder mehr Einsatz im Alltag. Meist kommt man so mit 3 Krankheitstagen perfekt hin, ist wieder fit, und muss nichtmal einen Arzt konsultieren.

Bei Kindern mit Krampfneigung ist äußertse Vorsicht geboten mit dem Zulassen des Fiebers! Habe schon einen Status Epilepticus bei fünfjährigem Kind mit Krampfneigung bei Temp.rect über 7,8 erlebt!

#35 |
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A. Welzel
A. Welzel

Zu 2 Ich denke nicht, dass die Empfehlungen für fiebersenkende Mittel die Entzündungshemmung betreffen ( Entzündung ist außerdem auch ein körpereigener Mechanismus, der bis zu einem gewissen Grad sicher nicht schädlich ist) Oftmals wird auch etwas empfohlen, weil man sónst gar nicht empfehlen könnte – außer Bettruhe und warmen Tee; und da fühlen sich Viele irgendwie von Medizin und Pharmaindustrie im Stich gelassen.

#34 |
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A. Welzel
A. Welzel

Interessant was der Artikel für eine Diskussion auslöst, dabei hat es doch eigentlich schon jeder geahnt.Aber das ist das Oroblem der Medizin, wir haben Medikamente, eine ungefähre Vorstellung davon was diese alles im körper bewirken und wir haben Erkrankungen und Symptome, unter denen wir leiden. Erst mal abzzuwarten was der Körper kann, ist ne gute Sache, aber wer trifft die Entscheidung, wann wir etwas tun sollten? Ich habe mnir vor einiger ziet ein Antibiotikum aus der Apotheke geholt, weil ein lästiger racheninfekt einfach nicht weichen wollte. Tja, es liegt immer noch im Schrank. Als ich es endlich hatte, ging es mir besser. Ich glaube auf diesem Effekt beruhen viele erfolgreichen Therapien.( Man hat das Gefühl, eine Waffe zu haben – für den Notfall) Bei meinen Kindern habe ich die Erfahrung gemacht, dass es ihnen mit Fieber besser ging, sie schliefen gut und schwitzten nicht, da die Temperatur langsam sank. Wenn sie starke Schmerzen haben, würde ich ihnen ein Medikament nicht vorenthalten. Bei meinem Sohn haben 125 mg Paracetamol bei Koliken oft Wunder bewirkt. Aber dafür sind starre Regeln nicht besonders hilfreich, wir sollten uns nur immer fragen: Muss eswirklich sein, oder schafft es der Körper auch so oder vielleicht sogar noch besser? (und ein bißchen mehr Vertrauen dahingehend, wäre nicht schlecht)

#33 |
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Medizinphysiker

Fische sind wechselwarme Tiere, d.h. sie passen ihre Temperatur der Umgebung an.Wo hat Herr Georgescu die Temperatur der Tiere gemessen? Rektal? Und dass Fieber als Temperaturerhöhung über die Beschleunigung der Reaktionsgeschwindigkeit der Bio-Prozesse die Heilung beschleunigen kann ist ein alter Hut!

#32 |
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Alfredo Dumitrescu
Alfredo Dumitrescu

Gebt mir Fieber und ich heile jede Krankheit – Paracelsus, evidenzbasiert

#31 |
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Ärztin

Meine Kinder und ich leiden nicht an dem Fieber, sondern an den damit verbundenen Beschwerden wie Myalgien, Kopfschnmerzen und dem bescheidenen Ganzkörpergefühl.
Wenn ich dagegen eine Tablette nehme sehe ich nicht ein, wieso ich die meien Kindern vorenthalten soll, wenn sie Beschwerden haben.
Wenn sie bei 39 Fieber noch spielen und nicht jammern, dann sollen sie weiter hoch fiebern, wenn sie darunter leiden und mri die Wohnung vollkotzen, oder ich befürchten muss, dass ich als Betreuerin nachts auch nicht zur Ruhe komme und ann auf dem Zahnfleisch krieche, dann bekommen sie was!

Und nebenbei: Welche Dosen müssen denn verabreicht werden, um hohes Fieber auf Normaltemperatur zu senken? Eher doch nichts, was der normale “User” so tut.

Und @PTA Nr. 30: Den Hustenblocker schlucke ich, damit ich es nachts im Bett überhaupt aushalte und mich der Husten nicht noch mehr wachhält.
Jo, muss arbeiten und den Haushalt machen.

#30 |
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Adelheid Himpler
Adelheid Himpler

Frage dazu:
wirkt Fieber auch bei Viren oder nur bei bakteriellen Infekten?

#29 |
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Adelheid Himpler
Adelheid Himpler

Ich habe Fieber bei meiner Tochter immer so verstanden, dass es die Infektion bekämpft, und es zu gelassen, bestenfalls mit Wadenwickeln gearbeitet,,,,

#28 |
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Dr. med. Hans Scheub
Dr. med. Hans Scheub

Auch bei “Fieberkrämpfen” (müsste eigentlich heissen:
Infektkrämpfe) ist der Nutzen der Fiebersenkung überhaupt nicht bewiesen!
Übrigens ist natürlich auch die Entzündungsreaktion bei
Infekten eine körpereigene Abwehrmassnahme – soll man die immer mit Aspirin und Co bekämpfen?
Man muss m.E. die Indikation für Aspirin, Ibu und
Paracetamol bei Infekten schwerpunktmässig bei der Schmerzlinderung sehen!

#27 |
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Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

Ich erlebe tagtäglich, dass viele Patienten sofort mit Medikamenten gegen jeden auch noch so kleinen Infekt vorgehen. Da werden nicht nur die fiebersenkenden Arzneimittel, sondern auch Hustenblocker usw gewünscht. Auf meinen Rat, sich für 2-3 Tage auszuruhen, ins Bett zu legen und viel zu trinken bekomme ich fast immer die Antwort, dass man sich das nicht leisten könne (man kann nicht auf der Arbeit fehlen oder muss sich um Haushalt und Kinder kümmern usw.) Heutzutage hat kaum jemand die Zeit oder die Möglichkeit, sich für 3 Tage eine Auszeit zu nehmen und den Infekt “auszuschwitzen”. Mit dem Ergebnis, dass oftmals langwierige und auch schwerwiegendere Erkrankungen daraus werden.

#26 |
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Hans Ritter Goetze
Hans Ritter Goetze

nun ist es heraus:
wieder ein Meilenstein der modernen Medizin!

Die Wissenschaft hat festgestellt
dass Fieber uns gesund erhält

#25 |
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Nun haben wir den Beweis für alt bekannte Dinge. Die Mortalitäts-/Letalitätsstatistik beeindruckt.

und….die Magnitude des Effekts kann man auch als Ausmaß des Effekts übersetzen….ohne zu “dengeln”

#24 |
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Horst Rieth
Horst Rieth

ich habe den eindruck es geht hier mehr um generalisierte schwere infekte die “lebensbedrohende” ausmaße angenommen haben als um “harmlose” grippale infekte.
wann welche therapieform in erwägung gezogen werden sollte, bedarf noch der abklärung liebe schwarz und weiß seher, es wurde eine türe geöffnet, die nie verschlossen war, jetzt muss man auch noch hineingehen.

#23 |
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Dr. Hellmut Anger
Dr. Hellmut Anger

Wie so häufig wie bei Radio Eriwan: im Prinzip ja, aber…..
Schon mal ‘nen “grippalen Infekt” gehabt? Ganzkörperschmerz bis in die Haarspitzen? Welch eine Erleichterung, wenn es nach ASS/PCA/Ibu/Novamin besser wird und man endlich schlafen kann! Nur wirken die alle auch fiebersenkend! Da muss man durch? Oh nein, nun wirklich nicht!
Wenn keine scheußlichen Schmerzen da sind, gebe ich bei Erwachsenen bis ca. 39,5°, bei Kindern ohne bekannte Krampfneigung bis ca. 40° nichts zum Fiebersenken, aber unter engmaschiger Beobachtung, denn shit will happens every time!
Hat sich gut bewährt, aber wenn nach zwei Tagen das Fieber nicht runter ist, Überdenken dieses Therapieregimes dringend indiziert.
Ansonsten: alter Hut, nun wissenschaftlich mehr oder weniger untermauert, na gut!

#22 |
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Man muß nur unsere Mütter und Großmütter fragen wie sie unsere Kinderkrankheiten in der “Antibiotika freien Zeit” behandelten!
Halsschmerzen wurden auch bei mir nach Saunagängen (aber ausnahmsweise ohne Kaltgüsse)über Nacht besser.
Aber ansonsten cave wg.Fieberkrämpfen und evtl.Gerinnungsstörungen (Eiweiß gerinnt!!)

#21 |
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Man sollte dem Immunsystem und der Reaktion des Körpers mit kontrolliertem Fieber durch 2 – 3 Tage die Chance gegben, sich mit den Erregern auseinanderzusetzen.Läßt man das nicht zu, lernt das Immunsystem nichts, es hat keine Chance sich einen “Steckbrief” für spätere Sofortreaktionen bei ähnliche Erkrankungen anzulegen. Fieber hat einen Sinn, es heilt und es schränkt die Aktivitäten ein und zwingt so zur nötigen Ruhe die ein kranker Körper zur Geneesung braucht.

Dr. Steingassner

#20 |
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Alexander Balschun
Alexander Balschun

Sicher gibt es auch Gründe zur Fiebersenkung: Die bereits erwähnten Fieberkrämpfe und die Kreislaufbelastung, denn die für das Fieber benötigte Wärme muss ja irgendwo herkommen.

#19 |
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Ach, etwas ganz Neues. Ich frage mich nur, wofür wurde Wagner-Jauregg der Nobelpreis verliehen? Sicher nicht für fiebersenkende Maßnahmen, die noch immer in den Hirnen der Bevölkerung und leider auch (zugegeben gezwungenermaßen)zu vieler Ärzte herumspukt

#18 |
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Dr. med. Peter Respondek
Dr. med. Peter Respondek

Offenbar gibt es eine dosisabhängige Korrelation zwischen Paracetamol und der Manifestation von Asthma:
13- bis 14-Jährige, die einmal im Monat Paracetamol nehmen, haben ein doppelt so hohes Risiko, Asthma zu bekommen wie Gleichaltrige, die auf diesen Wirkstoff verzichten. Selbst wenn Teenager nur einmal im Jahr zu Paracetamol gegen Schmerzen und Fieber greifen, ist ihr Asthmarisiko um 50 Prozent erhöht. Bei kleineren Kindern weiss man das schon länger.
Gibt es überhaupt einen Grund für Fiebersenkung?

#17 |
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Das ist doch ein uralter Hut! Dazu werden Gelder für Forschung ausgegeben????

#16 |
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Abgekochte Milch, i.v. verabreicht, wurde auch schon in der Uni Klinik Münster – Ophthalmologie vor 40 Jahren zur Fiebererzeugung mit Erfolg verabreicht. Das alles ist nicht neu. Jerzt ist es aber hohe Wissenschaft, weil irgendwelche Änderungen der T-Lymphozythen – Populationen sich nachweisen lassen.

#15 |
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Armin Jung
Armin Jung

Auch meine Erfahrung ist, dass eine “Fiebertherapie” zur Besserung der Krankheit führt.
Problem: Menschen reagieren unterschiedlich auf hohe Temperaturen.
Eines unserer Kinder bekommt schon nachweislich unter 40° C einen Fieberkrampf, das andere Kind verträgt Temperaturen über 40° ohne Schwierigkeiten.
Wer kontrolliert das bei Nacht?
Daher geben wir fiebersenkende Medikamente zur Nachtzeit, tagsüber kontrollieren wir so oft es notwendig erscheint.

#14 |
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Dr. rer. nat. Natalie Reimers
Dr. rer. nat. Natalie Reimers

Meiner Meinung nach sollten fiebersenkende Mittel für Kinder verschreibungspflichtig sein und nur an Kinder mit Krampfneigung abgegeben werden. Damit würde man auch Antibiotikum-Konsum stark senken. Momentan wird ja jedes Kind mit leichtre Erkältung ab 37,5°C von den Elter mit Ibup. etc zugeschüttet bis daraus eine Lungenentzündung wird. Das ist auf jeden Fall mein Eindruck in meinem Bekanntenkreis. Solange jeder die Medikamente einfach bekommt, werden die auch wie Hustenbonbons konsumiert.

#13 |
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Nach meiner Ansicht zu allgemein.Fieber–wodurch,bei wem,welches individuelle Risko,juristische “Komplikation”,–die begründete Indikation zur “Fiebertherapie” ist sicher sehr differenziert zu sehen und zu handhaben.

#12 |
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Der Atikel bschreibt eine altbekannte Tatsache.Nur bestehen oft Patienten auf Fiebersenkung.Vielfach besteht Angst vor einer schweren Infektion die ndas Fieber auslöst.

#11 |
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Das ist uralte Erfahrungsheilkunde die ich von meinem Großvater und meinem Vater schon lange übernommen habe, beide alte Landärzte lange vor der Antbiotika-Ära tätig haben mit Hilfe des Fiebers therapiert.Dafür braucht man keine teuren Studien sondern die Erfahrung unserer alten Praktiker die gar keine andere Möglichkeiten hatten.Aber Erfahrungsheilkunde und komplentäre Mendizin wird ja als unwissenschaftlich abgetan

#10 |
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Dr. med. Burkard Kinkel
Dr. med. Burkard Kinkel

das ist nichts Neues.
Fieber hat – beobachtet man es verantwortungsbewußt – schon so manche Antibiotikumverordnung erspart.
Nur : sind die Eltern entsprechend “vernünftig”, kann man mit ihnen reden und das verantwortungsvolle ärztliche Tun begründen, bei vielen geht das leider nicht; viele Eltern geraten in Panik und wollen “auf Nr.Sicher gehen”

#9 |
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Heilpraktikerin

Interessant… Mein Sohn (5 Jahre) fiebert immer extrem hoch (wie ich als Kind), mein Kinderarzt meint solange kein Mittel geben bis ich kein gutes Gefühl mehr habe… Aber was heißt das? Gebe ich bei 42°C auch noch nichts??

#8 |
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Nichtmedizinische Berufe

Die Erkenntnis, dass Fieber gut ist ist nicht neu. Sinnvoll ob man Fieber senken sollte, ist ein Nutzen-Risiken-Abwägung. Bei einem grundsätzlich “gesunder” Organisus sollte meiner Meinung nach, zumindest in den ersten Tagen, Fieber nicht künstlich gesenkt werden.

#7 |
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Petra Wolff
Petra Wolff

Während meiner Ausbildung als Krankenschwester vor über 30 Jahren lernte ich bereits den Merksatz:”Die Erreger verbrennen im Feuer des Fiebers”! Während der stationären Pflege konnten wir oft unsere Stationsärzte mit Erfolg davon überzeugen, die Pat. unter Beobachtung fiebern zu lassen, Wadenwickel anzulegen und keine fiebersenkenden Medikamente/Antibiotika einzusetzen.

#6 |
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Der Kampf gegen den tradierten “Fiebersenkungs-Unsinn” war schon immer ein Kampf gegen Windmühlenflügel.
Wenngleich mich dieser Artikel freut und bestätigt, so bietet er für mich dennoch nichts wesentlich neues.

#5 |
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Medizinische Dokumentarin

Schon ein Sprichwort besagt, dass man “etwas” ausschwitzen müßte! Die Hitzeresistenzen von Bakterien sind allgemein bekannt.Gut, dass Garth Dixon diese retrospektive Studie durchgeführt hat.

Menschen, die nicht zu Fieber neigen, sollten als Kontrollgruppe in einer zukünftigen Studie eingeschlossen werden um ihre Immunabwehr genauer zu untersuchen.

#4 |
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Rudolf Bauer
Rudolf Bauer

Auch früher hat man schon Patienten im Bett schwitzen lassen.Gerade bei Kindern mußte dann die Bettdecke trocken gemacht werden und am nächsten Tag war das Fieber vorbei.
Ein Denkansatz ist auch die Hyperthermie bei versch. Krebserkrankungen.

#3 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Nach 3 Tagen Klinikaufenthalt meiner Enkeltochter, damal 1.5 Jahre alt, habe ich meine Tochter in der Klinik angelöst und die Betreung übernommen. Das kleine Mädchen wurde täglich von jungen unerfahrenen Ärztinen zur Blutentnahme gestochen (fesstellung der Entzündungsparameter. Das Kind hatte Fieber, für mich Parameter genug. Bei 39°C Temperatur wurden Fiebersenkende Mittel verabreicht. Ich schaute mir das einen Tag an, dann Vereinbarte ich mit den Ärztinen einen anderen Therapieweg zu beschreiten. Meine Enkeltochter durfte bis 40,2°C fiebern. Unter unablässiger Beobachtung durch mich um Fieberkrämpfe sofort wahrzunehmen und entsprechend reagieren zu können. Das Kind wurde nicht mehr gestochen. Wenn das Kind nicht trinkt bekommt es Flüssigkeit per Infusion.
Das Kind fieberte tatsächlich bis 40,1°C, schlief ein, bekam eine Infusion und regelmäßige Temperaturkotrolle. Nach 18 Stunden ist sie erwacht, noch schwach, das Fieber sank. Man hätte das Schaukelspiel mit den fiebersenkenden Mitteln auch weitertreiben können. Sie hätte sicher noch Monate mit dem Erreger kämpfen müssen.
Das Fieber Kindern hilft war zumindest in unserer Generation eine Binsenweisheit. Durch die Möglichkeiten der modernen Medizin können die Gefahren des fieberns gut aufgefangen werden. Diese chance sollte man auch nutzen.

#2 |
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Heilpraktikerin

welch eine Erkenntnis :-)!!!!

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