Das Kuli-Syndrom

8. Juni 2017
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Ohne Hintergedanken verordnen Ärzte anders, wenn sie Aufmerksamkeiten der Pharmaindustrie erhalten. Mehrere Studien zeigen: Ein Großteil der Ärzte ist sich dabei gar nicht bewusst, dass sie beeinflusst werden. Muss der Gesetzgeber eingreifen?

Korruption ist ein subtiles Unterfangen. Viel läuft im Verborgenen ab, und die Betroffenen – in unserem Fall Ärzte – merken nur wenig davon. Pharmareferenten und Mediziner sind ständig im Austausch. Während man meint, selbst alle Informationen der Industrie vermeintlich kritisch zu prüfen, wird man dennoch in seinem Handeln beeinflusst und zwar unbewusst. Auf dieses Dilemma machte Michael A. Steinman von der University of California in San Francisco, bereits vor 16 Jahren aufmerksam. Er unterstellt keinem Mediziner böse Absichten, will aber zeigen, welche subtilen Mechanismen ablaufen.

Subtile Manipulation

Steinman wählte 117 niedergelassene Kollegen aus. Von ihnen nahmen 105 an der Befragung teil. Sie erhielten Geschenke von unterschiedlichem Wert. Die meisten Ärzte (61 Prozent) gaben an, dass Industrieförderungen und Kontakte ihr eigenes Verschreibungsverhalten nicht beeinflussen würde. Aber nur 16 Prozent glaubten, dass andere Ärzte ähnlich immun seien. „Ein Großteil aller Ärzte ist sich dabei gar nicht bewusst, dass sie beeinflusst werden“, resümiert Steinman.

Man sieht sich regelmäßig

Diese Erkenntnis bestätigt Klaus Lieb von der Unimedizin Mainz für Deutschland. Er kontaktierte 1.338 Ärzte per Online-Fragebogen und erhielt 160 Antworten. 84 Prozent der Teilnehmer gaben an, Außendienstmitarbeiter der pharmazeutischen Industrie mindestens einmal pro Woche zu sehen. 14 Prozent erhielten sogar täglichen Besuch. Rund 69 Prozent akzeptierten Arzneimittelmuster, 39 Prozent Werbegeschenke, und 37 Prozent nahmen an gesponserten medizinischen Weiterbildungen teil.

Immerhin glaubten 43 Prozent, sie würden von Pharmareferenten ausreichend präzise und objektiv informiert. 42 Prozent gaben an, ihre Verschreibungsgewohnheiten würden „gelegentlich“ oder „häufig“ beeinflusst.

Praxen mit häufigem Kontakt hatten signifikant höhere Zahlen an Rezepten und an DDD, was sich bei den Gesamtkosten aber nicht zeigte. Die Gründe bleiben unklar. Vertrauten Ärzte ihren Pharmareferenten, verordneten sie mehr Originalpräparate, obwohl es preisgünstige Generika gab.

Für eine Handvoll Dollar

Colette DeJong von der San Francisco School of Medicine ergänzt Liebs Bewertung um einen entscheidenden Aspekt: Bereits kleine Aufmerksamkeiten ändern das Verhalten. Sie wertete Daten von 279.669 Ärzten aus. Sie erhielten 63.524 Gratifikationen. Meist handelte es sich um Essen im Wert von weniger als 20 US-Dollar.

Bereits eine Einladung veränderte das Verschreibungsverhalten. Beim Kontakt wurde das jeweilige Pharmakon besprochen. Ärzte verordneten Rosuvastatin (plus 18 Prozent), Nebivolol (plus 70 Prozent), Olmesartan (plus 52 Prozent) oder Desvenlafaxin (plus 118 Prozent) häufiger als andere Wirkstoffe der jeweiligen Klasse. Damit zeigten bereits kleine Aufmerksamkeiten aus Sicht von Sponsoren wünschenswerte Effekte. Die Lösung scheint verblüffend einfach zu sein: Warum lässt die Regierung nicht alle Zahlungen offenlegen?

Pranger mit Einspruchsmöglichkeit

In Deutschland existiert momentan nur die Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA). Deren Mitgliedsorganisationen gaben 575 Millionen Euro für unterschiedliche Sponsoring-Aktivitäten aus, Stand 2015. Anlässlich der Veröffentlichung ihrer Zahlen sagte Klaus Lieb, die Initiative sei grundsätzlich zu begrüßen. „Es gibt allerdings Probleme bei der Transparenz.“ Seine wesentlichen Kritikpunkte:

  • Ärzte können mit Berufung auf den Datenschutz einer Veröffentlichung widersprechen. Wer interveniert, hat womöglich allen Grund dazu.
  • Die Zuwendungen werden in zusammengefasster Form auf einer Homepage dargestellt. Damit wird es nur mit großem Rechercheaufwand möglich sein, über individuelle Ärzte Informationen zu finden. Zugegeben, diesen Schwachpunkt haben Journalisten über eigene Datenbanken recht bald behoben.
  • Es gibt Firmen, die sich dieser Transparenz-Initiative noch nicht angeschlossen haben.

Einen Punkt lässt Lieb allerdings unerwähnt. Recherchetools wie die Datenbank von Correctiv und Spiegel online lassen sich von Laien zwar leicht bedienen. Die Ergebnisse gleichen aber ohne weitere Kommentierung eher einem mittelalterlichen Pranger.

Correctiv schreibt beispielsweise: „Spitzenreiter unter den namentlich bekannten Geldempfängern war ein Arzt in Essen: Dr. Hans Christoph Diener hat im vergangenen Jahr mehr als 200.000 Euro für Vorträge, Fortbildungen, Beratungshonorar und Spesen erhalten. Auf Platz zwei folgt der Bonner Mediziner Dr. Jürgen Rockstroh mit 148.000 Euro, auf Platz drei der Diabetologe Dr. Michael Albrecht Nauck aus Bochum mit 128.000 Euro und auf Platz vier der Diabetologe Dr. Thomas Forst aus Mainz mit 100.000 Euro.“

Dass diese Zahlen in derart unreflektierter Form bei Patienten nur auf eine Art verstanden werden können, ist gewiss.

Transparenz allein bewirkt nichts

Andere Länder kämpfen mit ähnlichen Problemen. Zwar hat die US-Regierung Firmen mit dem „Physician Payments Sunshine Act“ bereits im Jahr 2010 verpflichtet, Zahlungen an Mediziner offenzulegen. Allerdings scheinen Open Payments Reports Ärzte nicht sonderlich zu beeindrucken, berichtet Jona A. Hattangadi-Gluth von der University of California, San Diego.

Sie fand heraus, dass im Jahr 2015 genau 449.864 (48 Prozent) aller 933.295 Ärzte Industriezahlungen bekommen haben. Das Gesamtvolumen belief sich auf 2,4 Milliarden US-Dollar, aufgeteilt in rund zehn Millionen einzelne Transaktionen. Hausärztlich tätige Kollegen oder Allgemeinmediziner erhielten seltener Boni als Chirurgen. Der Unterschied lag bei 48 versus 61 Prozent. Auch im Betrag selbst gab es deutliche Unterschiede von 2.227 versus 6.879 Dollar pro Kopf.

„Obwohl sich Ärzte für ethische Werte und Professionalität einsetzen, erkennen viele nicht die unbewusste Beeinflussung, die Industriebeziehungen auf ihre Entscheidungsfindung haben“, kommentiert Hattangadi-Gluth. Etliche Studien hätten gezeigt, dass finanzielle Interessenkonflikte von kleinen Geschenken bis hin zu großen Summen für die Beratung, die Entscheidungsfindung von Heilberuflern verändern können. Welche Möglichkeiten es gegen diese Art der Einflussnahme gibt, zeigt ein Best-Practice-Beispiel.

Zutrittsverbot und Geschenkesperre

Einrichtungen können den US Physician Payments Sunshine Act nämlich durch eigene Regularien ergänzen. Ian Larkin von der University of California, Los Angeles, hat anhand von 19 Unikliniken untersucht, welchen Mehrwert Restriktionen mit sich bringen. Von ihnen setzten elf alle empfohlenen Maßnahmen um: Sie schränkten Gespräche mit Pharmareferenten ein, verboten Geschenke und entwickelten hausinterne Mechanismen, um ihre Regelungen auch durchzusetzen. Den restlichen acht Zentren reichten Einzelregelungen aus.

Für seine Studie verglich Larkin Verschreibungsdaten zehn bis 36 Monate vor der Einführung von Restriktionen mit dem Zeitraum von 12 bis 36 Monaten nach der Implementierung. Basis waren 16.121.483 Verordnungen von 2.126 Ärzten akademischer Einrichtungen und von 24.593 Ärzten als Kontrollgruppe.

Signifikante Unterschiede fand der Forscher bei acht von elf Kliniken mit strenger Handhabung. Bei Zentren mit laxer Umsetzung war es nur eines von acht. Mediziner verordneten 1,67 Prozent weniger Arzneimittel gezielt über Markennamen und 0,84 Prozent mehr anhand von allgemeinen Kriterien wie dem Wirkstoff. Deutliche Unterschiede gab es bei Lipidsenkern, Antihypertensiva, bei Präparaten zur Therapie der gastroösophagealen Refluxkrankheit, bei Hypnotika, Antidepressiva und Präparaten zur ADHS-Therapie. Das Modell zeigt, wie sich Gesetze durch hauseigene Regelungen sinnvoll erweitern lassen.

Neutrale Finanzierung gesucht

Was könnte Deutschland angesichts dieser Erfahrungen besser machen? Verpflichtende Regelungen wie der US Physician Sunshine Act wären sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Das Problem greift aber weitaus tiefer.

Verordnungen sind nur der letzte Schritt in einem komplexen Prozess. Viele Ärzte, die an deutschen Leitlinien mitarbeiten, erhalten Zahlungen von Herstellern. Und dann gibt es noch die Fortbildungspflicht für Fachärzte. Zahlreiche Kurse, Kongresse oder Konferenzen sind nur durch Finanzspritzen der Industrie möglich. In beiden Fällen müssten Gesundheitspolitiker oder Standesvertreter für neutrale Finanzquellen sorgen, etwa über spezielle Fonds.

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Bildquelle: r.g-s, flickr / Lizenz: CC BY-SA

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45 Kommentare:

Gast
Gast

Ich würde die Schuld nicht bei den Kulis suchen. Die vermeintlichen Fortbildungen sind die reinsten Verkaufsveranstaltungen und entsprechen nicht immer den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Diabetes ist da ein sehr dankbares Thema.

#45 |
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Gästin
Gästin

@ Samuel Schleich: Danke für ihre Worte, der Inhalt ihres Beitrags und die durchaus vorhersehbare Reaktion darauf ist der Grund warum ich mich hier ausschließlich anonym beteilige. Schade eigentlich. Alles Gute. Für die Zukunft: Ignorieren funktioniert besser.

#44 |
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Gast
Gast

Auch nach dem Antikorruptionsgesetz gibt es solche Scherze wie dreitägige Rundreisen auf Pharmas Kosten (leider darf ich nicht sagen welche, dann bin ich meinen Job los), Es gibt sogar heute noch Ärzte, die bestimmte Arzneimittel mit unter Ausschluss von aut-idem verordnen, weil eine bestimmte Firma mit nur einem Buchstaben ziemlich in der Mitte des Alphabetes dann einen großzügigen Beitrag zum neuen Auto leistet. Alles schon erlebt.
Herzlichst ein Pharmareferent

#43 |
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Gast
Gast

#41 Ich hoffe, für Sie, dass Sie kein Arzt , mit so einer Aussage sollten Sie sich nur schämen.

#42 |
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Samuel Schleich
Samuel Schleich

Bin ich hier wirklich auf doccheck.de?
Kann es sein, daß mindestens 50% der Antworten offensichtlich von Personen stammen, die in einem sog. Arzt-/Medizinernetzwerk nichts zu suchen haben?
Wenn Beiträge beginnen mit :”Meine Hausärztin hat mal erzählt,…..” oder “Mein verstorbener Partner war Mediziner und ich hab das Bordeline Syndrom….” dann ist das mehr als nur einfach nur peinlich.

Wie schaffen es diese Psychos auf doccheck.de, dem Portal für Mediziner, eine Nachricht zu hinterlassen?

Wenn man sein Nicht- bzw. Halbwissen verteilen möchte, dann eignen sich dafür eher BILD.de, fakenews.com und dummschwaetzer.net.
Oder kann es sein, daß diese Portale zu hohe Zugangshürden für geistige Tiefflieger haben?

#41 |
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Steuerzahler
Steuerzahler

Wer Ärzte in konsequenter Regelmäßigkeit der Bestechlichkeit bezichtigt, sollte – anstatt den Splitter im Auge der Ärzteschaft zu suchen, den Balken im eigenen Auge beachten. Wieviele Lobbyisten gehen dübei den Politikern ein und aus, die entsprechende Beschlüsse gegen die Ärzteschaft fassen und wieviele Vorteile nehmen Journalisten in Anspruch? Was war z.B. mit dem Fall Spelsberg, jetzt Vorsitzende von Tranparency international Deutschland und gern gesehene Referentin bei den “Mezis”?

#40 |
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Gast
Gast

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft und verlockende Angebote ein Bund fürs Leben

#39 |
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Gast
Gast

Meine Mutter war jahrelang Pharmareferentin, die erzählte mir, dass die unbestechlichsten die Internisten waren. Und die verlockendsten und Besten Angebote , die Chefärzte der Chirurgie im Krankenhaus bekamen . Die Landärzte waren die gemütlichsten und freundlichsten

#38 |
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Gast
Gast

Ich habe in meiner Wohnung noch Alles mögliche von der Pharmaindustrie rumliegen, von Kulis diverser Firmen, Teddybären, Luxuskorkenzieher etc. Könnte bald ein Handel aufmachen

#37 |
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Wer durch sein Fachwissen und Erfahrung durch die Anwesenheit div Kullis beeinflussen lässt hat nach meiner Meinung ein Problem.
Bei Ärzten werden die Rezepte erst gedrückt ,- dann mit dem Kulli unterschrieben .
Bei Tierärzten werden die nötigen Medikamente erst aus den Praxisregalen geholt ,in das Datasystem eingespeichert und mit der Rechnung des Klienten abgegeben ,- die schreiben nicht und brauchen keine Kullies

#36 |
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Sehr guter und umfassend belegter Artikel- einzig Titel etwas reißerisch, da es in der Regel eher um Manipulation, denn Korruption gehen dürfte.
Radikaler Ansatz hierzu: jede Werbung und Vertreter abschaffen, die öffentliche Hand finanziert Fortbildung, Studien, Magazine etc. vollumfänglich.

Das Ganze als Gesetztesinitiative einbringen- da wo aufgeschrien wird, stinkt der Fisch ;-)

#35 |
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Gast
Gast

Wer glaubt, ich ließe mich durch Kugelschreiber oder eine Tasse Kaffee auf einer Fortbildung korrumpieren, ist wohl selbst anfällig. Ich bin das nicht. Anderen Schlechtes zutrauen, kann nur der, der dieses Schlechte überhaupt kennt.

Zum Thema Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Politiker: die Feier zum 60. Geburtstag von Kurt Beck – der die Millionen verprasst hat am Nürburgring, auf dem Betzenberg, in Bad Bergzabern – haben das ZDF und das Land Rheinland-Pfalz je zur Hälfte bezahlt. Wenn unsereiner mit Geschäftspartnern feiert, sind das Privatausgaben. Oskar Lafontaine hat als Ministerpräsident einen Spitzenkoch eingestellt und außerhalb BAT bezahlt. Wenn unsereiner geschäftlich essen gehen sollte – bspw. Vermieter, Steuerberater -, muss er 30% der Gesamtkosten für alle am Tisch privat bezahlen. Wenn unsereiner Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend machen will, muss er alles bis auf den letzten Cent belegen; die Abgeordneten erhalten dagegen steuerfreie Bezüge, ohne Nachweispflicht.

Animal Farm: Alle sind gleich, manche sind gleicher.

#34 |
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#33 |
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Gast X
Gast X

Doc Herbie: die Studie beweist vielleicht die “Wirksamkeit” von Kugelschreibern aber der Wirkmechanismus wird dadurch nicht geklärt. Das ist keine Korruption. Das ist Manipulation! Nur weil wir vor unbewusster Beeinflussung nicht gefeit sind, sind wir noch lange nicht korrupt. Sind Sie etwa noch nie unbewusst auf einen billigen Werbetrick hereingefallen? Glauben Sie ernsthaft dass jemand bewusst seine Glaubwürdigkeit und Integrität für einen Kuli verschachert? Nein! Es ist viel perfider. Wir werden ausgetrickst! Ich stimme Herrn Dr. Lang zu: halten wir uns diese Leute vom Hals! Lassen wir uns nicht aufs Kreuz legen. Wer glaubt er kann sich der Manipulation aussetzen und Kraft seines Verstandes immer neutral bleiben lügt sich in die Tasche.

#32 |
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Gast
Gast

Ich finde, dass den Ärzten enorm viel abverlangt wird, insbesondere der erhebliche Verwaltungskram. Die meisten Ärzte wollen Menschen heilen und Nicht ständig irgendwelche Dokumente ausfüllen etc.. Der ganze Wahnsinn grenzt schon an Schizophrenie

#31 |
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Doc herbie
Doc herbie

So ein Haufen Studien. Jetzt ist mir transparent, dass die reichen Ärzte sich mit billigen Einwegkugelschreibern zum willfährigen Gehilfen einer verhassten Industrie werden. Das wird von dem Autor auch klar durch “doppeltblinde Studien” mit hohen Fallzahlen eindeutig evidenced based belegt. Das Antikorruptionsgesetz gegen Ärzte scheint nicht auszureichen, daher finde ich die Forderung nach mehr gesetzlicher Regelung ausgezeichnet.

#30 |
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Biologin

Die Situation an den Unis zwingt die Ärzte fast, sich von der Industrie sponsern zu lassen. Einerseits gibt es genügend Druck, Vorträge auf Tagungen zu halten, andrerseits stellen die Unis aber nicht genügend Geld für diese Reisen zur Verfügung. Also bleibt kaum eine andere Möglichkeit, diese Gelder bei der Industrie einzuwerben. Vielleicht sollte da mal von staatlicher und/oder Länderseite angesetzt werden, und die Unis mit ausreichend finanziellen Mitteln versorgt werden. Ein anderer Lösungsansatz zu diesem Dilemma wird vom Eucomed-Verband verfolgt: ab nächstem Jahr dürfen die Mitglieder Reisegelder für Klinikärzte nur noch an die Verwaltungen der Kliniken zahlen, die dann die Mittel entsprechend verteilen. Reisekosten von Ärzten können nicht mehr direkt übernommen werden. Wie das ganze dann in der Realität aussehen wird, wird sich zeigen.

#29 |
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Biochemiker
Biochemiker

Ich finde, hier werden den Pharmarefs ein bisschen zu viele Kompetenzen bezüglich Manipulation zugeschrieben. Natürlich werden Ärzte oft besucht, es gibt auch Ärzte, die eine gewisse Unterstützung im Arzneimitteldschungel nötig haben. Die Ärzte, die das nicht brauchen empfangen in der Regel auch nicht. Oder will mir jemand erzählen, das der normale Allgemeinarzt sich immer selbst über neue Arzneimittel informiert, Preisvergleiche erstellt und das AMNOG durchblickt? Und ja, natürlich wird das jeweilige Produkt bewusst positiv beworben, aber man kann als Arzt ja auch mal Fragen stellen, auch kritische. Man muss nicht so tun, als würde man immer alles schon kennen und dann aber Wirkstoffe und Substanzklassen völlig durcheinander werfen. Liebe Ärzte, man muss/kann nicht alles wissen. Liebe Pharmarefs, Ärzte sind nicht blöd, aber zu Recht sehr skeptisch. Und das macht manchmal keinen Spaß.

#28 |
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Gast
Gast

Na, ja, jetzt müssen die armen Ärzte ständig Punkte sammeln für ein paar belegte Brötchen von der Pharma auch nicht besonders reizvoll.

#27 |
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Gast
Gast

Es ist klar, das Kuli-Syndrom ist eine griffige Überschrift, das geschenkte Essen-Syndrom wäre nicht so toll. Allerdings hätte ich in dieser Rubrik ohne Bild zuerst an einen chinesischen Lastarbeiter gedacht, dessen Verhältnisse auf deutsche Ärzte übertragen werden. – Wenn es rein nach den Kulis ginge, müßte ich ständig Versicherungen abschließen, täglich Blutspenden gehen und Bausparverträge abschließen und Bier trinken. Da ich in meiner Funktion zusätzlich eine Vorratshaltung von Medikamenten bei einem niedrigen Budget halten muss, achte ich auf Preise und Wirksamkeit, nicht auf den Hersteller. Geldgeschenke nehme ich prinzipiell nicht an. Bei AM-Mustern werde ich allerdings schwach. Wenn man in einem ländlichen Bereich Notdienst hat und die nächste Apotheke 20 km weit weg und für den Patienten schwer erreichbar ist, bin ich froh, wenn ich was im Koffer habe. Weiterverschreibung bei mir allerdings i.d.R. kostengünstiger.

#26 |
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Liebe Kollegen,
das sind doch solide Studien! Unterschätzt bitte nicht Eure unbewusste Manipulierbarkeit und kauft Eure Kulis einfach selbst beim Lidl. Verhungern werdet Ihr auch nicht, wenn Ihr Euer Essen selber bezahlt. Und kostenpflichtige Weiterbildungen machen sich bald bezahlt und/oder erhöhen die Arbeitszufriedenheit. Mir ging es jedenfalls deutlich besser, seit ich die Pharmafritzen rausgeworfen und sich ihre Kulis selbst in den Arsch habe schieben lassen. Ihr glaubt doch nicht etwa, dass die ein Interesse an Eurer angemessenen Honorierung haben? Sie stehen in Konkurrenz mit Euch um die Töpfe der Versicherungen. Weil andere sich korrumpieren lassen, muss ich es nicht auch noch tun. Ein bisschen moralische Überlegenheit fühlt sich auch nicht schlecht an (außer beim Sex).

#25 |
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Gast
Gast

Solange die Ärztekammer es nicht hinbekommt ausreichend Fortbildungen anzubieten muss man auch dann und wann gesponserte Fortbildungen besuchen, um die geforderten Fortbildungspunkte zu erlangen. Ich sage dann, ich muss zu einer von der Politik gesetzlich verordneten Pflichtwerbeveranstaltung. Ich habe mir gerade mal die Kugelschreiber auf meinem Schreibtisch angeschaut. Einen Teil der namen kannte ich nicht bewußt.
Aber Ärzte verunglimpfen ist halt politisch korrekt. Also gehen die Deuitschen ins Ausalnd und es bleiben ausländische Kollegen die der deutschen Sprache nur bedingt mächtig sind, die müssen sich dann über soche permanten Unverschämtheiten nicht ärgern.

#24 |
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Gast
Gast

Also da sind wohl besonders viele Kulis der Firma ratiopharm unterwegs. Im Raum Ludwigshafen haben wir sehr viele aut idem Kreuze bei Präparaten dieser Firma. Besonders erfreulich, wenn ein Präparat schon über ein Jahr nicht lieferbar ist ( z.B. Tilidin ratio comp).
Ansonsten ist es auch eine besondere Freude, wenn man von GO-Lu-Praxismitarbeiterinnen eine Liste vorgelesen bekommt, von welchen Firmen sie die Präparate aufschreiben dürfen. Da wird mit Kreuz gerne an den Rabattartikeln vorbei verordnet, Hauptsache die Firma steht auf der interne Liste ( alles fleißig kuliverteilende Firmen?).
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

#23 |
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Gast
Gast

Solange die von uns gewählten Volksvertreter nicht offenlegen, von wem
sie bestochen werden und welche Lobbyisten an welchen Gesetzen mit-
gewirkt haben, sehe ich keine Notwendigkeit, mich an den Pranger zu
stellen. Die Politik hat uns Ärzte ausgewählt, weil sich Ärztebashing
schon seit Jahren gut macht und Stimmen bringt. Ich kenne keine andere
Berufsgruppe, denen Bestechung verboten ist. Bei Architekten und Hand-
werkern ist es vollkommen normal, daß man Werbegeschenke in unbe-
grenzter Höhe bekommt, und selbst beamtenähnliche Angestellte z.B.
des Deutschen Olympischen Sportbundes bekommen satte Werbege-
schenke von Sportartikelherstellern.
Die öffentlich rechtlichen Sender würde ich nicht abschaffen. Ich würde
sie steuerfinanzieren und sie auf das beschränken, wofür sie da sind:
Unabhängige Information und Bildung. Dann wäre Schluß mit Werbung,
Spielfilmen, aktuellen Sportveranstaltungen und Shows, die absolut
in den Bereich des privaten Fernsehens gehören. Als Fernsehzuschauer
muß ich z.Z. zwangsweise teure Showstars bezahlen. Wenn die Politik
uns indirekt Veruntreuung von Krankenversichertenbeiträgen vorwirft,
betreibt sie hier nicht weniger Veruntreuung von Rundfunkgebühren.
Also sollte sie auch hier mit gutem Beispiel vorangehen.

#22 |
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Dr.L.Markus
Dr.L.Markus

Daß Ärzte in diesem Lande wie kleine dumme, manipulierbare Leute behandelt werden liegt leider daran, daß wir von solchen Leute regiert werden.
Leider merken es diese Leute nicht.
Als ehemaliger DDR-Bürger mit 25 jähriger Erfahrung als niedergelassener Arzt kann ich diese Verhältnisse nur mit Erschrecken sehen.

#21 |
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Gast
Gast

Ich schlage vor, dass es eine eigene Gesundheitspolizei gibt, die regelmäßig Praxen begeht und alles entfernt auf dem der Name eines Medikamentes erscheint. Gefährlich sind noch die Arbeitswege, die möglicherweise an einer Apotheke vorbei führen in deren Fenster für bestimmte Präparate geworben wird. Ist das der Fall hat der Arzt einen anderen Arbeitsweg zu wählen. Ist das nicht möglich muss er Scheuklappen tragen. Ich beobachte, dass deutsche Ärzte keinen Bock mehr haben hier zu arbeiten. Ich beobachte, dass sich niemand niederlassen will. Warum wohl. Es könnte aber dieses Problem lösen, weil man dann Kollegen aus dem Ausland anwirbt, die auf Grund ihrer schlechten Sprachkenntnisse werblich nicht beeinflusst werden.

#20 |
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Gast
Gast

Sollte man diesen Artikel ernst nehmen, dann müssste man endlich die öffentlich rechtlichen Sender abschaffen und das Volk könnte sich die
Rundfunkgebühren sparen und könnte dann endlich Propagandafrei politisch ihre Wahlstimme abgeben das wärs!

#19 |
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EMDKBH
EMDKBH

….so ein Schwachsinn…mittlerweile gibt es einen Kodex, welcher es garnicht mehr erlaubt diese Geschenk’chen zu übergeben…und beim “Übergeben” fällt mir ein – hat DocCheck keine anderen wirklich relevanten Themen z.B. Behandlungen von geriatrischen Patienten seitens der Krankenkassen und Krankenhäusern, was oft maximal unethisch ist….wieso fehlt hier die Lobby??? Oder humanes Sterben im Familienkreis….oder warum ist für alle Schulabgänger ein soziales Jahr nicht Pflicht?….da ist die Diskussion über einen Kugelschreiber über alle Maßen dumm und banal!

#18 |
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Gast
Gast

Vor 20 Jahren haben die Pharmafirmen noch Luxusreisen zum Beispiel nach Sham Al Sheik, Norwegen etc. vergeben. Ich durfte mit meinem verstorbenen Freund (Allgemeinmediziner) mitreisen. War ganz lustig ,aber irgendwann mochte ich die Pharmamafia nicht mehr, und bin lieber zu Hause bei meinem Hund geblieben. Außerdem musste ich immer blöde Erklärungen abgeben, wer ich denn Sei, so ein Anhängsel von einem Arzt, konnte denen ja schlecht erklären, dass ich schwer Borderline gestört bin und hier Alles so ein bisschen spassig finde und das hiermal eine nette Abwechslung ist zu den Psychiatrien.

#17 |
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Gast
Gast

Tausche gebrauchten Schrittmacher gegen 4000 Kuli.NN

#16 |
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Gast
Gast

meine frühere langjährige Hausärztin meinte bei einer Routinebesprechung unvermittelt, dass es Zeit wäre Cholesterinsenker ein zu setzen. Dies ohne in meine Daten zu schauen.Dort hätte sie gesehen LDL 101 HDL 53. Ich kann mir nur erklären, dass sie vorher eine Firmen-Fortbildung besucht hatte. Mein Vertrauen war dahin und ich suchte mir einen neuen Arzt.

#15 |
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Gast
Gast

Sie unterstellen Kollegen (wenn auch unterbewußt) Bestechlichkeit , man sieht wie schlecht es uns geht, dass wir uns schon von einem Plastikkuli korrumpieren lassen. Bei Politikern reicht wohl kein Kuli.

#14 |
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Gast
Gast

Wie soll er denn eingreifen, der Gesetzgeber? Die Damen und Herren Abgeorndeten haben ja nicht mal mit der anlasslosen Vergabe von Luxusfüllern ein Problem! Da bin ich mal gespannt, aber die Regierenden haben ja da sicher zwei Messlatten zum anlegen.

#13 |
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Paul-Ulrich Eckhoff
Paul-Ulrich Eckhoff

Nach Möglichkeit Phytotherapeutika verschreiben, durch Akupunktur und Chirotherapie ( neuester Hit der FDA ) in der Orthopädie die Schmerzen reduzieren, und das Verordnen von Medikamenten aus der pharmazeutischen synthetischen Industrie geht gegen null. Macht auch immun gegen Werbung. Selbst habe ( Ruhestand) die Gespräche mit gut ausgebildeten Pharmareferenten genossen, solange sie gut ausgebildet gewesen sind.

#12 |
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Diplomchemiker
Diplomchemiker

Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass nach dem Contergan-Skandal
die Pharmafirmen verpflichtet wurden jemanden regelmäßig zu den
Ärzten zu schicken um Infos zu weiteren eventuellen Nebenwirkungen von Medikamenten einholen zu können. Daraus hat sich dann der Vertreterjob
entwickelt. Dumm nur, dass Fachwissen leider nur eine untergeordnete
Rolle spielt gegenüber dem Verkaufen.
Als ich mich bei einer spezialisierten Zeitarbeitsfirma um eine
Pharmareferentenstelle bewarb und auf die Frage “Warum wollen Sie
Pharmareferent werden?” antwortete “Weil ich mich unter anderem auch
für Medizin interessiere.” kam die Antwort (sinngemäß) “Ja da sind Sie
hier falsch.”

#11 |
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Hausarzt
Hausarzt

Nachtrag
Wieso verschenkt Herr Lammert eigentlich Luxuskulis? Sind auch meine Steuergelder, das ist auch Veruntreuung! Lasst vielleicht mal die Kirche der Bestechlichkeit im Dorf. Es gibt vereinzelte schwarze Schafe in jeder Fakultät – dafür gibt es Gesetzbücher. Aber alle an den Pranger zu stellen führt nur dazu, dass am Schluß keiner mehr in Deutschland diesen Job macht!

#10 |
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Hausarzt
Hausarzt

Nur mal so am Rande:
Wenn ich auf eine Fortbildung gehe, mir bewusst wird, dass ich den ein oder anderen Aspekt in der Krankheitsbewertung meiner Patienten bislang nicht ausreichend berücksichtigt habe und dann NICHT zum Rezeptblock greife, dann benötige ich keine Fortbildung mehr. Wissen endet mit dem Studium, wir verfallen auf Zeiten des Medicus und gut is! (das t fehlt gewollt)
Übrigens könnte der Staat ja die Fortbildungen übernehmen und dann wäre keine Pharma mehr drin – aber das wäre ja zu teuer…

#9 |
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Gast
Gast

Ich kann den Schwachsinn nicht mehr hören und lesen. Ich bin als Arzt für einen Kuli nicht zu kaufen. Punkt. Und ich bin auch nicht durch eine Eintrittskarte für eine dämliche Fortbildung oder sonst irgendeinen Event zu beeinflussen. Punkt. Im Übrigen gehe ich eh nirgends (mehr) hin, schon um mich keiner Beeinflussung verdächtig zu machen. Sehr wohl aber reagiere ich bewusst und gerne auf finanzielle oder staatsanwaltliche Repressionen. Wenn einer der nur noch selten empfangenen Pharmareferenten/innen mit dem Hinweis “zum Wohl Ihrer Patienten” ein neues Medikament vorstellen will, kann ich nur zynisch sagen, “mich interessiert erst einmal mein eigenes Wohl”, und deshalb verschreibe ich keine Originalpräparate und keine innovativen Medikamente mehr, kein aut idem wird mehr gestrichen, auf subventionierte Fortbildungen gehe ich nicht, Kollegen empfehle ich keine, kooperieren fällt sicherheitshalber auch flach (Stichwort Bandenkriminalität), und Pharmareferenten und Innen weise ich die Tür. Es lebe das neue Deutschland! Ich verstehe allerdings nicht, wieso mir aus den Gazetten (Deutsches Ärzteblatt, Veröffentlichungen der KV, etc.) dann wieder die teuer bezahlte Werbung entgegenquillt. Ausgerechnet von denen veranlasst, die sonst ihren heiligen Finger hochhalten und mich von oben herab und hochmütig als auf dümmste Weise für beeinflussbar halten. Und komisch – auch auf dieser Seite Doccheck blinkt mir Werbung von Philips Healthcare entgegen – wieso eigentlich? Versuch der Einflussnahme gegen Bezahlung an diese Seite?

#8 |
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Gast X
Gast X

Tja, offenbar ist es tatsächlich so dass wenn man täglich das Logo einer bestimmten Firma vor der Nase hat oder immer wieder den Namen eines bestimmten Präparates hört man auch teilweise unbewusst eher dieses allgegenwärtige verordnet. Aber ist das wirklich ein Interessenkonflikt? Verkauft ein Arzt seine Integrität ganz bewusst für einen Kuli? Oder ist es eher geschickte Manipulation? Wie im Supermarkt? Die Frage ist: kann man das abstellen? Können wir Ärzte uns davon lösen? Dass die meisten von uns das möchten, daran zweifle ich nicht.

#7 |
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geneigter Leser
geneigter Leser

Da sind Interessenkonflikte nicht zu vermeiden, sehr interessant! Weiß jemand, wie das in anderen Ländern ist? Wer finanziert dort Studien und Fortbildungen? Wie kann man sicher sein, dass man nicht “gelenkt” wird? USA ist ja gut beschrieben und nicht vollkommen auf uns übertragbar.

#6 |
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Ernst Pawlowsky
Ernst Pawlowsky

…. und im Beitrag “Insulinresistenz: Pathophysiologie und klinische Bedeutung ” aus dem gleichen newsletter sieht man dann doch, wie es läuft: die Fortbildung wird kostenlos von einem Pharmaunternehmen angeboten, Diabetesberaterinnen bekommen sogar VDBD-Punkte für diese gesponsorte und interessensgeleitete Weiterbildung.
Noch Fragen?

#5 |
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Ernst Pawlowsky
Ernst Pawlowsky

und Gast #3: “und sich die Zeit nehmen will.”
Die Frage ist doch eher, ob sich der Arzt die Zeit nehmen kann, neben der Praxis und einem hoffentlich auch noch existierenden ( familiären ) Privatleben.
Und ich denke , gerade darauf setzt die Pharmaindustrie: auf die leicht konsumierbare Information durch Leitlinie und Vertreterbetreuung.
Dazu kommt doch, daß Studienergebnisse selbst in Ärztezeitungen verfälscht wiedergegeben werden. Auch da sollte mal nach den Ursachen / Gründen geforscht werden. Die Infiltration in das Gesundheitssystem durch die Pharmaindustrie ist jahrzehntelang gewachsen und optimiert worden, das kann nicht so einfach ausgehebelt werden.
Solange ein Arzt nicht den zeitlichen Spielraum für eine selbständige und studienbezogene Weiterbildung hat, bleibt das Dilemma bestehen, woher und wie er seine Informationen bekommt.

#4 |
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Gast
Gast

Das kommt aber nun einmal auf die Quelle an?
Evidenzgrade und zugrundeliegende Studien sind doch in den Leitlinien angegeben und lassen sich bei Bedarf nachlesen, wenn man da skeptisch ist und sich die Zeit nehmen will.

#3 |
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Dr.med Jan Heller
Dr.med Jan Heller

Sehr richtig dargestellt.
Gerade die Leitlinienbildung ist mir ein Dorn im Auge. Suggeriert Sie doch gerade den jüngeren Kollegen, dass Sie auf empirischen Daten beruhen und daher objektiv das wiederspiegeln, was für umsere Patienten gut sei soll.
Dass das meist ganz anders aussieht wissen gerade erfahrene und wenig durch die Pharmaindustrie geleitete Kollegen.
Sicher nicht alles an medizinischem Fortschritt ist ernsthaft zu hinterfragen. Muss ich allerdings bei 90% der bisher in keinem Fall therapierten Versicherten aller Jahrgangsstufen über 30, die bei mir erscheinen, auf einmal Blutdruck und Cholesterin senkend eingreifen, weil es in einer Leitlinie steht, dann stimmt etwas nicht.

#2 |
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Dieses Problem würde ich nicht überbewerten. Ich verschreibe nach Wirkstoff und dann gemäß der Wirtschaftlichkeit: preisgünstig. Ich muss ja auf mein Budgte achten. Welches Präparat der Patient bekommt, weiß ich ja oft nicht einmal, weil in Apotheken die Medikamente nach Rabattverträgen ausgegeben werden.

Leider haben in der Vergangenheit einige wenige Ärzte den Hals nicht voll bekommen und sich korrumpieren lassen. Jetzt darf es nicht mal mehr der Besuch mit Fachinfo und Kuli sein? Finde ich übertrieben!

#1 |
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