Avocados: Kommt bald der Beipackzettel?

19. Mai 2017
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Dass die Avocado eine besonders gesunde Frucht ist, ist nichts Neues – aber ist sie auch gefährlich? Auf der chirurgischen Station häufen sich Fälle der sogenannten „Avocado-Hand“, berichten britische Ärzte. Eine Meldung, die ebenso skurril wirkt wie die Forderung nach einem Warnhinweis.

Besonders für Patienten mit erhöhten Triglyzerid- oder LDL-Werten (Low Density Lipoprotein) sind Avocados aufgrund der hohe Mengen an Omega-3-Fettsäuren empfehlenswert. Durch den regelmäßigen Verzehr  kann das Risiko koronarer Herzkrankheit reduziert werden – dass Avocados gesund sind, ist mittlerweile bekannt. Überraschender sind zur Zeit die Meldungen britischer Chirurgen, die auf Gefahren durch Avocados aufmerksam machen.

Die „Avocadohand“ – ein neues Krankheitsbild

Sie warnen jetzt vor Unfällen beim Versuch, Avocados aufzuschneiden und zu entkernen. „Vielen Hobbyköchen fehlt das Verständnis für den richtigen Umgang“, sagt Simon Eccles von der British Association of Plastic, Reconstructive and Aesthetic Surgeons. Beim Aufschneiden scheitern sie am Kern. Dabei rutscht das Messer häufig so ab, dass es zu mehr oder minder schweren Verletzungen der Hand kommt.

„Zu mir kommen sechs Patienten im Jahr,“ erzählt Dr. Sheel Sharma der New York Times in einem Artikel, in dem mitunter von einem 20.000 Dollar teuren Eingriff die Rede ist. Er ist plastischer Chirurg in New York, der sich auf das Gebiet der Handchirurgie spezialisiert hat. „Meistens handelt es sich um eine Lazeration der Handfläche.“

In Großbritannien dürfte das Problem mit der Avocado weiter verbreitet sein: Eccles berichtet, er behandle in seiner Praxis in London wöchentlich sogar mindestens vier Personen mit entsprechenden Verletzungen. Hausintern sei schon von der „Avocado-Hand“ die Rede. Deshalb kann sich der plastische Chirurg auch vorstellen, jede dieser grünen Delikatessen mit einem gezeichneten Warnhinweis zu versehen. Ihm komme es darauf an, die Gefahr für die Kunden erkennbar zu machen, so Eccles weiter.

Brachial oder sicher?

Prompt meldet sich Starkoch Jamie Oliver via Twitter mit Tipps zu Wort. Ob sich seine brachiale Methode für Laien in der Küche eignet, ist allerdings mehr als fraglich. Wer Avocados viertelt und dann entkernt, ist jedenfalls auf der sicheren Seite.

 

 

40 Wertungen (4.5 ø)

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20 Kommentare:

Medizinischer Fachhändler

Alles gesagt…
Ausser vielleicht…. wer Jamie für einen Koch hält der
hält einen Aufsitzmäher auch für ein… tja nu…
Elektroschaf…

#20 |
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Ärztin
Ärztin

Das sind alles sehr konstruktive Vorschläge. Ebenso amüsant wie der Artikel. Mal ganz ernsthaft: natürlich wieder eine Meldung aus den USA, woher auch sonst. Was erwarten wir auch von einem Land in dem Überraschungseier verboten sind weil man sich damit umbringen könnte? Aber was ist denn genau das Problem? Sind es die 6 Patienten pro Jahr (sage und schreibe 6!) oder liegt die Aufregung einfach nur der Tatsache zugrunde dass es um einen sündhaft teuren handchirurgischen Eingriff geht den sich die meisten Amerikaner nicht leisten können weil arm und/oder nicht krankenversichert? Leb wohl Obamacare. Ich bin sicher die Amis werden das Problem auf die übliche Art lösen: entweder der Verkauf naturbelassener Avocados wird verboten oder es gibt tatsächlich ab sofort zu jeder Frucht eine Bedienungsanleitung. Ebenso zu jedem Messer (war schon lange fällig). Krankenversicherungen verweigern ab sofort die Kostenübernahme für Avocadohände, arme Menschen können dann überhaupt keine frischen Avocados mehr essen und reiche Menschen lassen sie von Köchen zubereiten… Problem gelöst.

#19 |
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H.Krauss
H.Krauss

@Gast:
Das hängt vom Konsistenzwunsch ab, mögen sie es stückiger
verwenden sie den Torpedo, für eine seidig püreeartige Struktur
eher den Panzer.

#18 |
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Gast
Gast

@ Dr. Schwarzmeier: Als Strahlentherapeut kläre ich meine Kopf-Hals-Tumor-Patienten regelmäßig darüber auf, daß es zu dauerhaftem Ausbleiben des Bartwuchses kommen kann – kein einziger hat das bislang bedauert!

@ H. Krauss: Meinen Sie den Panzer oder den Torpedo mit Namen Sting Ray (nur für den Fall, daß ich Guacamole zubereiten müssen sollte)?

#17 |
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Dr.med Klaus Schwarzmaier
Dr.med Klaus Schwarzmaier

Ach ja….!
Jeder, der sich ein Gerät kauft wird feststellen, daß inzwischen der Text mit Warnhinweisen den Text der Gebrauchsanweisung übersteigt.
Was könnte man also nicht alles bei einem “Messer unter besonderer Berücksichtigung der Persea gratissima vulgo Avocado schreiben. (Lateinische Bezeichnung klingt irgenwie seriöser, also glaubhafter)
Und überhaupt: scharfe Gegenstände in Richtung Körper!!! Da gibt es doch wahnsinnige ( natürlich) Männer, die jeden Morgen eine superscharfe Rasierklinge an ihrer Halsschlagader vorbeischieben — immer wieder! täglich!! auch Sonntags!! Einfach hormongesteuerte risikogeile Idioten!

Überhaupt: Leben ist soooo gefährlich
wird sexuell übertragen
und endet tödlich!!!

#16 |
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Gast
Gast

Gerade eben hätte ich mir beinahe die Hand abgesäbelt ,beim Versuch eine Wassermelone zu köpfen. Gerade nochmal gut gegangen

#15 |
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Apotheker

Danke für den Bericht,
ich werde ab jetzt meine Avocados mit
meiner AK 47 entkernen.
Oder sollte ich eine Guacamole machen erwäge ich
die Verwendung meiner Sting Ray.

#14 |
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Dr. med. Richard Meiers
Dr. med. Richard Meiers

Danke an den Gast-Beitrag #4:
Immer noch trifft man unvernünftige Männer (und gelegentlich Frauen) die beim Rasieren mit der scharfen Seite der Klinge/n in Richtung Körper ( Gesicht oder sonstwohin) arbeiten ,-O Hier sehe ich dringenden Aufklärungsbedarf !!!!

#13 |
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Gast
Gast

Also, ich stehe jetzt nicht ganz so auf Avocados – kann ich mich bitte stattdessen beim Entbeinen einer Lammkeule verletzen? Das würde auch wegen eventueller Keime viel mehr lohnen…

#12 |
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Gast
Gast

#7 Und Borderline Patienten sind auch sehr Messer-Erfahren

#11 |
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Dr.B.Heintel , prakt.Tierärztin
Dr.B.Heintel , prakt.Tierärztin

Das ist ja schwer zu glauben.
wie sieht es denn dann mit der Austernhand aus ??

#10 |
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H.-J Mäckler, Unfallchirurg
H.-J Mäckler, Unfallchirurg

Nach dem selbstfahrenden Auto vielleicht das selbstschneidende Messer erfinden?
Innovationen für Ungeschickte und Unselbständige sind heute nötiger denn je.

#9 |
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Martin Bökenkamp
Martin Bökenkamp

Ich lasse die Avocado immer auf dem Kopf meiner Partnerin balancieren und werfe dann das Messer a la Wilhelm Tell. So vermeide ich wirksam Handverletzungen.

#8 |
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Gast
Gast

Leider haben Laien nicht so viel Erfahrung mit Messern wie Chirurgen

#7 |
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Gast
Gast

Mit der Avocado habe ich Null Probleme ,sehr wohl aber mit dem bösen Bügeleisen .

#6 |
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Dr. med. Richard Meiers
Dr. med. Richard Meiers

Lebensmittel-Warnhinweise..unbedingt!! Man denke nur an die “Frühstücks-Ei-Hand”, den “Brotschneide-Finger” und den “Tomaten-Daumen”. In ländlichen Gegenden Bayerns auch noch die kreuzförmig-thorakalen Schnittverletzungen beim Aufscheiden des Schwarzbrotes.

#5 |
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Gast
Gast

Der Herr Dr. Schätzler, hat, wie immer absolut Recht.

Kein vernünftiger Mensch arbeitet mit einem scharfen Werkzeug, egal mit was, in Richtung Körper.

Es sei hier für die moderne, aber möglicherweise handwerklich nicht so geschickte, Cuisine- community auf die Smartphone-App von INTERAGO zum Verlinken mit dem Avocado-Remover des Thermomix (s. Amazon, Zubehör; billigster Preis ca. 329,80 EUR zzgl. Versand) verwiesen, um Notaufnahmen infolge von Amputationen oder Durchtrennungen wichtiger Gefäße zu vermeiden.

#4 |
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Ulrike Busbach
Ulrike Busbach

Ich schneide die Avocado hälftig auf einem Brettchen und drehe beide Hälften entlang der Schnittfläche gegeneinander, sodass der Kern nur noch auf einer Seite anhaftet. Die Kernhälfte in der Handfläche liegend umfahre ich dann den Kern mit einem Löffel, wie man auch eine Kiwi löffelt, und hebel ihn heraus. Ist ein bißchen flutschig, geht aber verletzungsfrei!

#3 |
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Jamie Oliver ist ein Avocado-Aufschneider?

Die Avocado-Auf-Schneidetechnik, die Jamie Oliver hier zeigt, lässt Experten der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN), http://www.bgn.de, die Haare zu Berge stehen! Freihändiges Aufschneiden mit der Schneidführung in Richtung Innenhand ist unprofessionell, gefährlich und unfallträchtig.
Die “Avocado-Hand” ist vermeidbar: Schneidgut muss grundsätzlich immer aufgelegt oder anderweitig fixiert gehandhabt werden – ein freischwebendes Vorführen ist tatsächlich reine Aufschneiderei!
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Quellen:
http://praevention.portal.bgn.de/10340/35620?wc_cmt=d6f2e239885c7da83394d126e62213d3
Schneiden ohne Risiko – Geschärfte Aufmerksamkeit im Umgang mit Messern
In Restaurantküchen ist der alltägliche Umgang mit Messern obligatorisch. Doch die Risiken sind oft in den Köpfen der Mitarbeiter in den Hintergrund getreten. Die BGN-Aktion »Schneiden ohne Risiko« bietet die Möglichkeit, Risikoschwerpunkte sowie Maßnahmen und Verhaltensweisen im richtigen Umgang mit Messern wieder bewusst zu machen…
Sicherheitsinformationen:
ASI 7.10 – Sicherer Umgang mit Messern, Beilen und Haken in Küchen
http://praevention.portal.bgn.de/files/9427/24511/currentVersion/ASI_7.10_20170427_online.pdf
BGI 864 – Auswahl von Schnitt- und Stichschutz bei der Verwendung von Handmessern in der Nahrungsmittelwirtschaft
http://praevention.portal.bgn.de/files/9423/35622/currentVersion/wcoi4dd3d1630482f.pdf

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Ärztin
Ärztin

Wobei hier der Übeltäter nicht die Avocado, sondern das Messer sein dürfte. Die meisten Unfälle geschehen im Haushalt (bzw. Hobbykeller). Messer, Gabel, Schere, Licht, …das hat man uns bereits in der frühen Kindheit gepredigt.

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