Sparen fürs Studentenfutter

22. September 2010
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Der Monat ist erst halb rum, aber auf dem Konto ist schon wieder Endzeitstimmung angesagt. Und das zum Semesteranfang! Dabei muss dieses Szenario kein Dauerzustand sein, denn man kann mit relativ simplen Maßnahmen deutlich einfacher haushalten. Erfahrt hier, wie's geht.

“Warum ist am Ende des Geldes eigentlich noch so viel Monat übrig?” – diese oder ähnliche Fragen stellt man sich als Student durchaus in so manchen Momenten, wenn der Kontoauszug nur rote Zahlen aufweist oder höchstens knapp über Nulllinie segelt. Um nicht am Ende im Schuldenmeer bei Peter Zwegat zu stranden, gibt es viele Möglichkeiten. Im Folgenden sollen Euch einige Hinweise zum Thema Finanzen mit auf den steinigen Weg zum Arztdasein gegeben werden. Ohne “Banker-Sprache” und den Versuch, Euch was zu verkaufen.
Dabei arbeiten wir uns von einigen grundlegenden Überlegungen zu praxisfähigen Ideen vor.

Grundlegende Konzepte – Tipp 1:

Die Grundidee hinter dem persönlichen Finanzmanagement lässt sich auf einen Satz reduzieren, nämlich: “Immer weniger ausgeben als man verdient“. Klingt erschreckend einfach, stellt sich jedoch in der Realität als durchaus anspruchsvoll heraus: Gerade wenn man sich vom lange ersparten Geld etwas gegönnt hat, geht auch noch die Waschmaschine kaputt und muss ersetzt werden und man endet wieder in einem negativen Kontostand, obwohl man sich doch so viel Mühe beim Sparen gegeben hat.

Tipp 2

An diesem Beispiel wird vielleicht deutlich, dass eine gute Finanzplanung im Ernstfall vor schlaflosen Nächten und Sorgenfalten bewahren kann. Eine Rücklage für schlechte Zeiten scheint also durchaus angebracht, um beim nächsten Schadensfall entsprechend gewappnet zu sein. Auch für die nächsten Studiengebühren kann man schon während des Semesters etwas zurücklegen, schließlich fressen diese jedes Semester neu ein großes Loch in den Studentenhaushalt.

Doch wovon soll man sparen, wenn am Ende des Monats immer kein Geld mehr übrig ist? Indem man zu Beginn eines Monats spart und sich somit “selbst bezahlt”. Klingt komisch, macht aber Sinn. Schließlich ist Euch doch die eigene Absicherung wichtiger, als ein paar Pizzen oder CDs, die man sich sonst von dem Geld kaufen würde, oder?

Tipp 3

Ein weiterer wichtiger Punkt, um das schwarze Finanzloch im Portmonee zu sanieren, ist es, einen Überblick über Eure Ein-/ und Ausnahmen zu bekommen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten; erlaubt ist, was für Euch funktioniert. Mehr dazu später.

Die Umsetzung

Genug zum theoretischen Crashkurs und auf in die Praxis:

Wenn wir unseren 1. Tipp betrachten und den Satz zerlegen, ergeben sich auch schon unsere zwei Möglichkeiten zur Veränderung: Mehr verdienen oder weniger ausgeben. Ersteres lässt sich z.B. durch einen Nebenjob bewältigen. So kann man vielleicht seine individuellen Fähigkeiten und sein Wissen so einsetzen, dass dabei der ein oder andere Euro zusätzlich rausspringt. Die Entscheidung, einen Nebenjob anzunehmen, ist natürlich relativ kompliziert, deswegen sollte man entsprechend abwägen. Gerade in der Vorklinik ist die Freizeit recht knapp gesät und man sollte selbst wissen, ob in einer solchen Situation die zusätzliche Belastung zu bewältigen ist. Falls nicht, kann man sich immernoch einen Job für die Semesterferien suchen.

Die andere Möglichkeit, also weniger auszugeben, bietet viele Möglichkeiten zur Umsetzung. Besitzt man Zeitschriften-Abos, die man vielleicht nur selten nutzt? Braucht man wirklich ein Auto als Student? Könnte man die Mitgliedschaft beim Fitnessstudio nach sechs ungenutzten Monaten nicht doch mal kündigen?

Auf einen Verzicht, in welcher Weise auch immer, wird man nicht umher kommen. Der Grundsatz sollte lauten: Bei “unwichtigen” Dingen sparen, damit man für die “wichtigen” Dinge entsprechend Geld zur Verfügung hat. Was dabei als “wichtig” oder “unwichtig” betrachtet wird, ist ziemlich individuell und lässt sich kaum pauschalisieren.

Der 2. Tipp, die Bildung von Rücklagen, funktioniert indem Ihr ein Spar- oder Tagesgeldkonto nutzt und auf dieses monatlich Geld einzahlt, bis ein bestimmter Betrag erreicht ist. So helfen Euch z.B. 500€ auf einem Sparkonto im oben erwähnten Waschmaschinenfall wirklich aus der Klemme.
Am besten funktioniert dies wenn Ihr Euch zu Beginn eines Monats einen gewissen Anteil Eures Geldes (z.B. 10%) auf Konto überweist und nur mit den restlichen 90% den Monat über haushaltet. Vorteil: Ihr habt bereits direkt Euer monatliches “Sparziel” erfüllt und müsst Euch nicht ärgern, wenn am Ende des Monats das Girokonto doch wieder gegen 0 strebt.

Grundvoraussetzung für den Sparerfolg ist aber natürlich, dass Ihr das Konto nicht anrührt bis Ihr das Geld wirklich braucht.

Schließlich hilft Euch Tipp Nr. 3 dabei, endlich herauszufinden, wofür Euer ganzes Geld monatlich drauf geht. Dafür müsst Ihr genau notieren, wie viel Geld Ihr wofür ausgegeben habt. Ob Ihr dafür Zettel und Bleistift, eine Excel-Tabelle oder einen Online-Budgetplaner nutzt, bleibt Euch überlassen. Hauptsache Ihr seht, was Eure größten Ausgabenpunkte sind und wo Ihr vielleicht einsparen könnt. Schon allein ein Blick auf die Festausgaben, wie Miete, Versicherung, Vereinsbeiträge, Studiengebühren, etc., zeigt oft, dass zum täglichen Leben ja eigentlich ziemlich wenig vom Einkommen übrig bleibt.

Fazit

Wie Ihr seht, geht es bei den persönlichen finanziellen Überlegungen um relativ simple Grundideen, denn wer mehr ausgibt, als er verdient, landet nun mal langfristig in den Miesen. Die angesprochenen Tipps sollen Euch eine Idee davon geben, was man tun kann, um wieder Herr seiner Finanzen zu werden, ohne seinen Lebensstil dabei zu sehr einschränken zu müssen.
Denn zunächst sollte man sich wohl fragen, wie viel Luxus sein muss und darf.

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Allgemein

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1 Kommentar:

Studentin der Humanmedizin

Nein wie hilfreich …

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