Wechselwirkungen zum Frühstück

29. September 2010
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Medikamente sind aus der Medizin nicht wegzudenken. Doch oftmals wird die Wirkung durch falsche Dosierung oder Ernährung verändert. Die heilenden Medikamente können so mitunter lebensgefährlich werden.

Medikamente sind ein wichtiger Bestandteil der heutigen Medizin: für fast jede Krankheit gibt es ein Präparat. Wichtig für die Bestimmung des richtigen Medikaments ist vor allem das Zusammentragen von Informationen über die Symptome des Patienten. Aber nicht nur die Symptome können bei der Medikamentengabe relevant sein, sondern auch seine Ernährung, denn diese kann die Medikamentenwirkung beeinflussen. Die Wirkung kann abgeschwächt oder verstärkt werden, was unter Umständen schädigend sein kann. Damit die täglichen Mahlzeiten nicht zur Falle werden, hier einige wichtige Beispiele.

Die sonst so gesunde Ernährung

Zu einer gesunden Ernährung gehören unter anderem Ballaststoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Wenn man aber bestimmte Medikamente einnehmen muss, können diese in Verbindung ganz andere Auswirkungen haben. Zwischen bestimmten Medikamenten und Ballaststoffen in Vollkornprodukten kann es zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen. Ballaststoffe quellen im Darm auf und binden im hohen Maße die Flüssigkeit und damit auch Schadstoffe, welche sonst durch die Darmwand über das Blut in den Körper gelangen würden. Dieser Mechanismus wirkt aber leider auch bei Medikamenten. Die Wirkstoffe werden gebunden und können so nicht im Körper verbreitet werden.

Auch Schmerzmittel und Antidepressiva, sowie Zink-, Magnesium- und Eisenpräparate können ihre Wirkung verlieren, wenn sie mit Ballaststoffen eingenommen werden. Man muss aber nicht komplett auf Ballaststoffe während der Medikamenteneinnahme verzichten, jedoch sollte ein gewisser Abstand zwischen Medikamenteneinnahme und einem Vollkornfrühstück liegen.

Gegen Vitamine ist grundsätzlich natürlich auch nichts einzuwenden. Eine weitere spezifische Wechselwirkung gibt es aber auch hier und zwar zwischen Vitamin K und Medikamenten zur Blutverdünnung. Salat und grünes Gemüse können hier gefährlich werden. Sie enthalten das Vitamin, welches die Wirkung der Blutverdünner herabsetzt, wodurch es zu einer verstärkten Gerinnungsneigung kommt.

Ebenso kann Alkohol die Wirkung von Medikamenten hemmen oder verstärken, weil die meisten Medikamente wie Alkohol über die Leber abgebaut werden und die Leber dadurch komplett überfordert werden kann. Alkohol in Kombination mit Medikamenten kann nicht nur zu Übelkeit, Kopf- und Magenschmerzen führen, sondern auch zu einem Kollaps. Es verträgt sich insbesondere mit Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Antibiotika und Acetylsalicylpräparaten nicht, weil diese verstärkt über die Leber abgebaut werden. Patienten, welche dauerhaft Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Antidepressiva oder Antibiotika nehmen, sollten ganz auf Alkohol verzichten.

Auch das eigentlich harmlose Lakritz kann zur Gefahr werden. Für Patienten, welche Entwässerungsmedikamente nehmen, kann der Genuss von Lakritz zum Verhängnis werden. Ein regelmäßiger Konsum von Lakritz und die Einnahme von entwässernden Arzneien führen zu verstärktem Kaliumverlust. Die Symptome sind nun Muskelschwäche, langsame Reflexe, erhöhter Blutdruck und Müdigkeit. Auch bei Patienten mit Bluthochdruck kann Lakritz kontraproduktiv wirken. Lakritz setzt an den ß-Rezeptoren des Herzens an und fördert den Bluthochdruck. Bei Patienten mit pathologischem Bluthochdruck kann dies zur zusätzlichen Gefahr werden.

Milch, Kaffee oder Saft?

Eine ungute Kombination können ebenso Koffein und bestimmte Medikamente sein. Koffein ist ein Stoff, welcher sehr rasch wirkt, aber nur sehr langsam vom Körper abgebaut wird. Bei vielen Menschen hält die Wirkung sogar mehrere Stunden an. Dies kann problematisch bei der Einnahme von Antibiotika werden. Antibiotika verlangsamen den Abbau von Koffein und erhöhen dadurch dessen Wirkung. Man schwitzt, bekommt Herzrasen und der Blutdruck steigt. Das Gleiche kann auch bei der gleichzeitigen Einnahme von Koffein und Schmerzmitteln passieren. Einige Schmerzmittel enthalten aufgrund ihrer schmerzlindernden Wirkung ebenfalls Koffein, was die Wirkung des bereits im Körper vorhandenen Koffeins natürlich verstärkt. Es empfiehlt sich daher, zwischen der Einnahme von solchen Medikamenten und Koffein einige Stunden verstreichen zu lassen.

Auch die eigentlich gesunde Milch kann in Kombination mit bestimmten Medikamenten eher kontraproduktiv wirken. Medikamente gegen Harnwegsinfektionen verlieren mit gleichzeitiger Einnahme von Milch ihre Wirkung. Die Wirkstoffe verbinden sich hier mit dem Calcium der Milch. Es bilden sich kleine Klumpen, welche nicht mehr durch die Darmwand ins Blut gelangen können. Das Antibiotikum verbleibt somit im Darm, wird mit verdaut und irgendwann ausgeschieden. Die weitere Gefahr besteht hier, dass sich Krankheitserreger auf die Arznei einstellen und resistent werden können. Daher sollte man während einer Einnahme von Antibiotika komplett auf Milch verzichten. Auch Fluortabletten sollte man nie mit Milch einnehmen, denn die Fluoride, welche für den Knochenaufbau wichtig sind, bilden mit der Milch schwer lösliche Salze. Dadurch vermindert sich die Aufnahme von Fluor im Organismus.
Die gleiche Wirkung hat übrigens auch ein mineralstoffreiches Mineralwasser, weil dieses Wasser sehr viel Calcium, Kalium und Magnesium enthält. Die Antibiotika binden sich auch hier mit dem Calcium des Mineralwassers und können nicht richtig vom Körper aufgenommen werden.

Die Vitaminbombe Grapefruit bildet was Wechselwirkungen angeht keine Ausnahme. Sie kann in Kombination mit bestimmten Medikamenten sogar lebensgefährlich werden. Der eigentlich gesunde Grapefruitsaft kann nämlich zur Erhöhung der Wirkung der Medikamenten führen. Dies kann besonders bei blutdrucksenkenden Mitteln passieren. Schluckt man diese Medikamente mit Grapefruitsaft, kann der Blutdruck erheblich mehr abfallen als durch die Therapie erreicht werden möchte. Cranberrysaft kann ebenso gefährlich werden, besonders bei der Einnahme von Schmerzmitteln. Auch bei Diabetikern besteht die Gefahr, in den Unterzucker zu geraten. Ebenso führt die Einnahme von Blutverdünnern mit Cranberrysaft zu erhöhten Entstehung von Blutergüssen.

Fazit

Fazit ist, dass es generell wichtig ist, den Patienten als Arzt über die richtige Medikamentengabe und Dosierung zu informieren. Auch die möglichen Wechselwirkungen mit bestimmten Nährstoffen und Nahrungsmitteln sollten hierbei berücksichtigt werden, damit die Wirkung des Medikaments wie gewünscht ausfällt.

58 Wertungen (4.14 ø)
Allgemein

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7 Kommentare:

Studentin der Humanmedizin

Ich finde es gut, dass ein solcher Artikel hier geschrieben wurde.
Es muss gar nicht mal sehr in die Tiefe der Thematik gehen oder alles punktgenau darstellen. Es ist einfach eine Abwechslung zwischen all den anderen Berichten.
Wer mehr über das Thema wissen will, kann ja sich selbst bemühen und recherchieren. Und wenn die Person es auch besser machen will, hier eine Reihe zu den Wechselwirkungen schreiben. Denn es wir sciherlich ein längerer Artikel werden ;)

#7 |
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Weitere medizinische Berufe

# Nr. r. klaus

Netter Kommentar, den sie hier schreiben.

Klugsch.. und Schlaumeier gibt es halt überall. Über andere mekern und selber nichts machen.

Schreiben sie doch eine Examensarbeit über diese Thema und veröffentlichen sie dann 100 Seiten. Die liest dann eh keiner. Der Artikel sollte mit Sicherheit nur eine kleine Anregung sein, auch dieses Theman zu beachten.

#6 |
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Studentin der Humanmedizin

Ich denke prinzipiell, dass man nicht immer einer Meinung sein muss.

Ich persönlich finde es ein sehr schönes und auch extrem interessantes Thema und es hat Spaß gemacht, den Artikel zu schreiben. Viele Dinge hatte ich auch in Physiologie und daran sieht man auch schon einmal die Wichtigkeit.Es ist auch mal ein eher ausgefallenes Thema und ich stimme zu, man muss nicht immer über die Uni oder über Famulaturen schreiben, sondern es ist gut, wenn mal andere Themen am Schopfe gepackt werden.

Gerade Nicht-Mediziner, sei es Jung oder Alt, kennen sich nicht so gut damit aus und wundern sich dann, warum die verschriebene Tablette nicht wirkt. Daher ist es optimal, auch mal bißchen mehr zu wissen, als das Lehrbuch preisgibt und auch das Interesse dafür zu zeigen.
Medizin ist in meinen Augen mehr, als nur stures Auswendiglernen und das runterbeten und darauf beharren, was in einem Lehrbuch steht, sondern auch offen zu sein für andere medizinische Theorien und diese auch anzunehmen.

Aber wie gesagt, man muss nicht immer einer Meinung sein.

#5 |
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Apothekerin

für einen groben Überblick “Wechselwirkungen Arzneimittel-Lebensmittel” finde ich den Artikel ganz gut. Nur beim Thema Grapefruit hab ich die Statine vermisst.
Und: über dieses Thema gibt es ganze Bücher, also wem es zu ungenau war, dort weiterlesen!!

#4 |
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Dieser Artikel übertrifft leider an Ungenauigkeit und Oberflächlichkeit alles bisher gelesene hier. Aber ich verstehe auch die Zielsetzung überhaupt nicht: Egal ob Mediznstudent oder Arzt – wer sucht in einem DocCheck News nach solchen Infos? Schreibt über eure Uni, euer Studentenleben, eure Famulatur, aber bitte keine Apotheken-Umschau-“Essentials”!

#3 |
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Nadine Petzold
Nadine Petzold

Solche Informationen sind nicht unwichtig. Aber Studenten der Humanmedizin sollten bereits im Studium motiviert werden Pharmakologie nicht so stiefmütterlich zu behandeln und sich im Berufsleben immer weiterzubilden. Im Nachhinein ist dieses komplexe Thema nur noch undurchsichtiger. Und Ärtze dürfen auch Ihre Helfer fragen und nich immer nur den Apotheker von der Schwester abwimmeln lassen…

#2 |
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Studentin der Humanmedizin

Danke schön für die kompetente Kritik.
Aber sowas ist ja immer leichter als sich vernünftig zu äußern.
Aber falles es dich interessiert: Ich hab die Infos bestimmt nicht aus der Bild. Und so unwichtig sind solche Informationen nicht.

#1 |
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