Grippewelle: Deutschland surft impfmüde weiter

31. März 2017

Vor wenigen Tagen hat die EMA definiert, wie sich der nächste Grippeschutz-Impfstoff 2017/18 zusammensetzen wird. Die letzte Vakzine war molekularbiologisch gesehen erfolgreich. Trotzdem: Die Impfmüdigkeit von Patienten wird ein immer größeres Problem.

Wenn auch ein Rückgang bemerkbar ist, die Grippewelle in Deutschland hält weiterhin an, berichten Experten am Robert Koch-Institut. Im Vergleich zur Vorwoche haben sich die Influenza-Positivenraten immerhin von 21 % auf 17 % verringert. Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen ist ebenfalls zurückgegangen. Laut Nationalem Referenzzentrum für Influenza (NRZ) fanden Virologen in 57 (41 Prozent) von 139 Sentinelproben respiratorische Viren. Davon waren 23 positiv für Influenzaviren, 16 positiv für Rhinoviren, zehn positiv für humane Metapneumoviren, acht positiv für Adenoviren und vier positiv für Respiratorische Synzytial (RS)-Viren. Viel Zeit, um sich auszuruhen, bleibt dennoch nicht.

Neues Spiel, neues Glück

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Schon jetzt veröffentlichte die Europäische Arzneimittelagentur EMA Empfehlungen für 2017/2018. Trivalente Vakzine sollten ein A/Michigan/45/2015 (H1N1)pdm09-like Virus, ein A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)-like Virus und ein B/Brisbane/60/2008-like Virus (Victoria-Linie) enthalten. Bei tetravalenten Impfstoffen kommt noch ein zusätzlicher B-Stamm aus der Yamagata-Linie, beispielsweise B/Phuket/3073/2013, hinzu.

Zum Vergleich: In der letzten Saison bestanden trivalente Vakzine aus einem A/California/7/2009 (H1N1)pdm09-like Virus, einem A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)-like Virus sowie einem B/Brisbane/60/2008-like Virus (B/Victoria-Linie). Bei tetravalenten Impfstoffen kam ein ein B/Phuket/3073/2013-like Virus, das die Yamagata-Linie repräsentiert, noch hinzu.

Genetische Informationen von 311 Influenzaviren, die im Februar veröffentlicht wurden, zeigen dass zuletzt vor allem Influenza-A-Viren vorhanden waren. Experten fanden 303 H3N2- und zwei H1N1-Vertreter.

Impfmüdigkeit bleibt problematisch

Schwierig wird die Sache nicht nur aus virologischem Blickwinkel. Laut Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollten sich Menschen ab 60 gegen Influenza schützen. Allein durch den demokgraphischen Wandel müssten steigende Zahlen zu beobachten sein. Dem ist aber nicht so: die Impfmüfigkeit wächst. Das zeigt sich auch an Impfstoffmengen, die über öffentliche Apotheken abgegeben wurden:

Menge in Impfdosen

Menge in Impfdosen auf Basis Apothekenabgaben. Quelle: IMS PharmaScope®

Nach wie vor steht die Frage im Raum, wie man mehr Menschen zum Impfen bewegen kann.

6 Wertungen (3.67 ø)

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6 Kommentare:

Gast
Gast

Mein letzter Versuch ( 2015) als Angehöriger eines Berufes im Gesundheitswesen eine Grippeschutzimpfung zu bekommen, wurde gleich am ” Tresen” der Praxis abgewehrt. Die Sprechstundenhilfe plärrte durch die gesamte Praxis, ob ich denn schon 65 Jahre alt sei, so würde ich noch gar nicht aussehen. Tja, sie hatte die Lacher der anderen Patienten auf ihrer Seite. Mein Hinweis, dass ich zum einen zur Risikogruppe gehöre und zum anderen meine KK die Impfung für alle Versicherten bezahlt, konnte sie nicht umstimmen. ” Gedemütigt” ging ich meiner Wege.
Da fragt man sich schon, ob Ärzte eigentlich wissen, wie ihr Personal mit den Kunden umgeht.

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Gast
Gast

Test

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Gast
Gast

Ich kenne so manche die nach der Schweingrippe Impfung so am Boden waren das sie dachten sie sterben. Ich weiß nicht wie viel dadurch zu Tode kamen? Ein Bekannter der nach Tollwut Impfung im Rollstuhl Sitzt. Habe leider keine Statistik lesen dürfen der ich glauben könnte gesehen, einfach weil diese Statistiken nicht von neutralen Instituten geschrieben werden. Ich stelle mir die Frage vertraue ich Gott – meiner natürlichen Körper Intelligenz oder der Medizin. Wenn ich krank werde, dann wird mein Immun System auf natürlich weise damit fertig oder nicht. Wenn ich mich aber Impfen lasse dann besteht die Gefahr, das ich mich wirklich krank mache. Wieso sollte ich mich dieser Gefahr aussetzten? Und ich bin froh kein Arzt zu sein, denn ich würde es mir nie verzeihen wenn ich durch eine Impfung Schaden zu gefügt hätte.

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Ärztin
Ärztin

Ein Vergleich der Impfungen verschiedener Erkrankungen ist immer ein Vergleich von Äpfeln und Birnen und damit ist hier eine Argumentation die auf dem Thema Schweinegrippe basiert völliger Unsinn. Genaugenommen dürfte man nicht einmal die Influenza der vergangenen Saison und damit den zugehörigen Impfstoff und die Sinnhaftigkeit der Anwendung mit der Influenza dieses Jahres vergleichen. Denn das Virus ändert sich ja von Jahr zu Jahr und damit auch der Impfstoff und dessen Wirksamkeit…

#3 |
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Gast
Gast

Tachchen, Herr Peschel,
von den Umständen aus dem Jahr 2009 auf die “regulären” Grippeimpfungen schließen zu wollen, ist, sagen wir mal, zumindest fragwürdig. Nichts desto weniger ein wichtiger Punkt. Wenn wir allerdings auf die Originalarbeiten der Cochrane Collaboration schauen (aufgelistet z.B. im WP-Artikel zum Thema), ergibt sich trotzdm ein differenziertes Bild (auch bei Kindern) bezüglich der Empfehlungen. Und auch die STIKO zeichnet ein interessantes Bild (http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Begruendung/influenzaimpfempfehlung.pdf?__blob=publicationFile). Dennoch kann gelten, daß trotz im Vergleich geringer Wirksamkeit der Nutzen die Risiken der “normalen” Grippeimpfung aufwiegt. Da es Ihnen ja aber vor allem darum geht, die Verstrickungen von RKI / STIKO und der bösen Pharmaindustrie anzugreifen, werden Sie das kaum gelten lassen. Im übrigen wäre es unredlich, von der Influenzaimpfung auf andere Impfungen zu schließen.

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Wirtschaftswissenschaftler

Was ist dran an den Evidenzen/Studien…
Ein kritischer Blick auf die Evidenzen wirft weitere Fragen auf. In einem Cochrane-Review von 2012…hier ein Auszug 1 aus Medscape mit der Bezeichnung SCHROTT-Studien bezgl. Impfempfehlungen – und bei the Way die Schweine Grippe Pandemie war auch zweifelhaft und hat zu einem Volkswirtschaftlichen Schaden von ca. 350 Millionen Euro für die BRD geführt, siehe Auszug 2.

Endlich einmal eine kritische Sichtweise zur Grippeimpfung, dies sollten auch die Impfbefürworter und das RKI einmal genauer lesen…
Auszug 1 aus dem Link –
http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4904521?nlid=98423_3122
– Medscape Freitag, 20. Januar 2017:
In einem Interview mit The Atlantic äußerte Tom Jefferson, Vorsitzender der Vaccine Field Group bei der Cochrane Database Collaboration (der weltweit führenden Einrichtung für evidenzbasierte medizinische Reviews), ernste Vorbehalte gegenüber der Datenlage, welche die Impfempfehlungen stützen:
„Die meisten der Studien weisen schwerwiegende Fehler auf ,S c h r o t t‘ ist in diesem Zusammenhang zwar kein wissenschaftlicher Begriff, aber er trifft den Nagel auf den Kopf.“

Ein kritischer Blick auf die Evidenzen wirft weitere Fragen auf. In einem Cochrane-Review von 2012 wurde die Wirksamkeit der Influenza-Impfung bei Kindern untersucht und Folgendes bemerkt:
„[…] Von der Industrie geförderte Studien werden in anerkannteren Fachzeitschriften publiziert und häufiger zitiert als andere Untersuchungen, was jedoch nicht mit der methodologischen Qualität oder der Größe der Studie in Zusammenhang steht. Studien, die mit öffentlichen Geldern finanziert wurden, können vorzugsweise ihre Ergebnisse zu [Influenza-]Impfungen signifikant seltener veröffentlichen… Belastbare Daten zur Influenza-Impfung gibt es nicht viele, allerdings gibt es Hinweise auf ausgedehnte Manipulationen bei den Schlussfolgerungen und ungerechtfertigte Anerkennungen der Studien.“
Auszug 2 –
SCHÖNHÖFER, P. S. und H. SCHULTE-SASSE: Nachbetrachtungen zur Schweinegrippe- Pandemie. Ablauf, Fehler, Lehren Arzneimittel-, Therapie-Kritik & Medizin und Umwelt (2012/Folge 3) Hans Marseille Verlag GmbH München Nachbetrachtungen zur Schweinegrippe-Pandemie Ablauf, Fehler, Lehren P. S. SCHÖNHÖFER, Bremen, und H. SCHULTE-SASSE, Bremen Schweinegrippe-Pandemie – erfundene Erkrankung – Panikmache – Interessenkonflikte – Abwehrstrategien Strategien des Pharmamarketings zur Zeit der Schweinegrippe. Wahrheitswidrige und auch kriminelle Marketingpraktiken der Warenanbieter fallen im Pharmabereich zunehmend häufiger auf…
Nachbetrachtungen zur – Hans Marseille Verlag
Link zum Auszug:
https://www.yumpu.com/de/document/fullscreen/461688/nachbetrachtungen-zur-hans-marseille-verlag – Von Yumpu.com

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