Als Modelli belächelt, als Arzt gefeiert

5. April 2017
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Alle haben was zur Medizinstudienreform 2020 zu sagen. Schon lange gibt es kleinere Versuche, das Medizinstudium zu erneuern. Reformstudiengänge sind in Mode, doch wie gut bereiten sie Studenten tatsächlich auf den Arztberuf vor?

Inzwischen wird fast jeder 4. Studienplatz (24,19 Prozent laut hochschulstart.de) nicht mehr nach der klassischen Studienordnung ausgerichtet, sondern im Rahmen eines Modellstudienganges angeboten. So zum Beispiel an den Universitäten in Witten-Herdecke, Bochum oder Brandenburg. Weitere Unis wie München, Dresden, Heidelberg, Münster oder Lübeck haben ihr Curriculum teilweise für Reformschritte abgewandelt.

An der Berliner Charité wurde im Jahr 2001 der deutschlandweit erste Reformstudiengang eingeführt, der das Studium deutlich praxisnäher gestalten sollte. Dieser konnte sich jedoch aufgrund von internem Widerstand der Universitätsleitungen nicht halten. 2010 gab es dann einen neuen Versuch der Umstrukturierung, diesmal entstand der „Modellstudiengang“ – ein Hybrid aus dem ehemaligem Reformstudiengang (RSM) und dem Regelstudiengang (RSG) der Charité.

Die Mischung aus traditionellen Lehr-, Lern- und Prüfungsformaten mit Elementen des RSM wie Kommunikation/ Interaktion (KIT) und Problem-orientiertem Lernen (POL), liefert mehr Fächersystematik als ein fallbasiertes Curriculum. Inzwischen gibt es auch die ersten fertigen Ärzte. Doch wie schneidet nun der Modellstudiengang eigentlich im Vergleich zum normalen Medizinstudium ab?

Laut Prof. Gerhard Gaedicke, dem Leiter des Reformstudienganges Medizin an der Charité, ist der neu strukturierte Studiengang bisher von Erfolg gekrönt: „Im Progress-Test, den alle Studenten im RSM und RSG jedes Semester absolvieren müssen, beantworten die RSM-Studenten zehn bis 15 Prozent der Fragen mehr richtig. Auch im letzten Teil der Ärztlichen Prüfung schneiden sie im Vergleich zu ihren Kollegen im Regelstudiengang besser ab. Sie sind diesen überlegen in den praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten und in der Kommunikation und Interaktion mit Patienten. Auch die berufliche Zufriedenheit ist bei Absolventen des RSM höher als in der Vergleichsgruppe. 30 Prozent mehr abgeschlossene Doktorarbeiten zeigen, dass diese Absolventen gelernt haben, die richtigen Fragen zu stellen und wissenschaftlich zu arbeiten.“

Doch sehen das auch die Studenten so? Bereitet der reformierte Studiengang wirklich besser auf das Berufsleben als Arzt vor? Oder ist der Modellstudiengang doch nur eine schlechte Nachahmung mit aufgeweichten Strukturen?

Physikum ade…

Der grundlegende Unterschied zum Regelstudiengang ist wohl die Abschaffung des viel gefürchteten Physikums nach dem 4. Fachsemester und die Auflösung der Vorklinik. Stattdessen haben die Modellis – wie die Studenten des neuen Studiengangs inzwischen genannt werden – schriftliche und praktische Prüfungen am Ende des Semesters. Die Multiple-Choice-Abfrage wird dabei durch Multiple Essay Questions (MEQs) – offene, fallbezogene Fragen – ersetzt.

„Vor allem das fehlende Physikum nimmt einem den Druck, sollte man klinisch sehr interessiert sein, vorklinisch jedoch nicht so begabt“, schreibt Partrick auf dem Portal studycheck zum neuen Studiengang. Sandy fügt hinzu: „[…] außerdem werden wir nicht jede Woche mit Testaten gequält, was ich doch sehr begrüße.“

Bedenken, dass man durch das fehlende erste Staatsexamen nicht genügend vorbereitet werde, haben die Studenten kaum: „So oft man als Modelli belächelt wird, weiß man auch ohne Physikum im Vergleich mit anderen Studenten des Regelstudiengangs bei Famulaturen mehr als gedacht“, berichtet Naomi von ihren Erfahrungen.

Die gesamten Lehrinhalte des Modellstudiengangs sind außerdem lebensalterbezogen aufgebaut: von der Perinatologie zur Geriatrie. Die Studenten sollen unter Anleitung selbstständig und praktisch lernen. Dafür gibt es das „problemorientierte Lernen“ (POL), das Kommunikationstechniken einschleifen soll. Montags wird ein Patientenfall studiert und danach analysieren die Studenten in Kleingruppen die aufgetauchten Fragen. Am Freitag resümiert die Arbeitsgruppe dann ihren Lernfortschritt unter Anleitung eines Dozenten, der die Gruppe moderiert. Valerie berichtet auf studycheck begeistert von der kleinen Gruppengröße: „Mit Ausnahme der Vorlesungen sitzen in einem Seminar oder Praktikum nicht mehr als 25 Menschen. Das erleichtert das Lernen ungemein.“

Praxis statt Haifischbecken

Auch semesterlange Vorlesungen eines Faches sucht man im Modellstudiengang vergebens. Hier ist jedes Semester in vier jeweils vierwöchige Module eingeteilt, die jeweils einen Themenkomplex behandeln, in den viele Fächer hineinspielen. So werden zum Beispiel die Module „Herz und Kreislauf“, „Biologie der Zelle“, oder „Atmung“ von Physikern, Biochemikern, Physiologen und Klinikern unterrichtet. Dies finden allerdings nicht alle Studenten optimal: „ Manchmal ist es etwas überfordernd, Klinik und Vorklinik immer zusammen zu bringen“ schreibt Jasmin auf studycheck.

„[…] Das ganze System des Modellstudiengangs ist so aufgebaut, dass man von jedem Thema ständig ein kleines Häppchen lernt und dann das nächste Thema lernen muss. Wenn man sich jedoch nicht unbedingt genau erinnert, was zum Thema Hörstörungen vor fünf Semestern gelehrt wurde, steht man auf dem Schlauch und muss wieder von vorn anfangen“, beklagt sich ein anderer Student.

Doch es gibt auch Studenten, denen das verknüpfte Lernen gefällt: „Praxisorientiertes Lernen steht ganz klar im Vordergrund. […] Das ist weit entfernt von trockener Vorklinik. Zugegeben, Bio, Chemie und Physik müssen wir auch pauken, aber das machen Vorlesungen à la ‘Was würde Dr. House tun?‘ wieder wett“, berichtet Julia von ihren positiven Erfahrungen. Generell ist der Modellstudiengang sehr viel praxisnäher aufgebaut als der Regelstudiengang. Die Studenten haben schon im ersten Semester Kontakt zum Patienten und lernen an „echten“ diagnostischen Fällen.

Vor allem Sandy ist von dem Konzept begeistert und kann jedem den Modellstudiengang ans Herz legen: „Nachdem ich anfänglich glaubte, dass mir vorklinische Grundlagen für das spätere Arztleben fehlen würden, bin ich nun vollkommen vom Modellstudiengang überzeugt! Wer es liebt, das Vorklinische sofort mit dem klinischen Alltag zu verknüpfen, sollte definitiv Modelli werden![…] So wird die ganze Vorklinik nie langweilig!“ Auch Sophie pflichtet ihr bei: „Ab der ersten Woche hat man Kurse am Patientenbett. Für einen Beruf, der später hauptsächlich aus dem Umgang mit Menschen besteht ist es sehr gut dies von Anfang an zu lernen und nicht erst nach dem 12-semestrigen Studieren von Büchern ins Haifischbecken geworfen zu werden.“

Pioniere oder Versuchskaninchen?

Doch immer wieder fühlen sich viele der Modellstudenten auch als Versuchskaninchen. Da ihr Studiengang komplett anders aufgebaut ist als das normale Medizinstudium, kann man an keine andere Uni in Deutschland wechseln. Für viele ein großer Nachteil. In ferner Zukunft, hofft man an der Charité, werden andere Universitäten das Modell übernehmen, und man werde ein Netzwerk haben. Doch bislang muss die Entscheidung für den Modellstudiengang gut überlegt werden.

So schreibt Magdalena: „Leider kann man aus diesem Studiengang nicht an eine andere Medizinische Fakultät wechseln, ohne ein paar Semester wiederholen zu müssen – womit der BAföG-Anspruch erlöschen würde. Demnach habe ich 10 Semester in einem katastrophal organisierten Studiengang studiert, weil ich nicht weg konnte.“ Auch andere Studenten sind unzufrieden mit dem Modellstudiengang. Gerade die Organisation im Allgemeinen und die Prüfungsordnung im Speziellen werden sehr oft als unzureichend beschrieben.

„Anstelle eines gut organisierten Curriculums, das uns bei der Immatrikulation versprochen wurde, hörte ich andauernd, dass wir nun leider Versuchskaninchen seien und alles Inhaltliche und Formale des Studiengangs noch unfertig sei. Dies zog sich dann leider bis zur mangelhaften Qualität der Prüfungen durch, die inhaltlich so willkürlich zusammengestellt erschienen, dass eine gute Vorbereitung und das Erreichen sehr guter Leistungen fast unmöglich war“ berichtet Jana. Auch Christine pflichtet ihr bei: „Leider ist vieles von der Organisation her oft durcheinander.“

Förderung oder Überforderung?

Andere kritisieren, dass Dozenten mit dem neuen Modellstudiengang noch überfordert seien. So schreibt Helene: „[…] Zwar ist der Studiengang an sich modernisiert, allerdings ist das bei vielen Dozenten noch nicht angekommen bzw. wird belächelt. Es gibt super moderne Labore, aber auch komplett veraltete Seminarräume, wo Platz für 16 ist und über 20 Leute reingestopft werden.“ Katalin bemerkt: „ Die Dozenten sind fachlich gut ausgebildet, jedoch scheinen sie leider etwas überlastet zu sein, insbesondere die jungen Ärzte.“

Doch auf das Feedback der Studenten wird konstruktiv eingegangen. So berichtet Lisa: „Mit jedem Jahr wird der Modellstudiengang besser; die Dozenten, die jahrelang nur den Regelstudiengang unterrichtet haben, mussten sich erst umgewöhnen, was zu weniger guter Lehre geführt hat. […] Doch unsere Kritik wird ernst genommen und man versucht, es besser zu machen.“

„Die Idee ist gut, aber die Welt noch nicht bereit“

Viel Gegenwind bekommt der Modellstudiengang auch aus den eigenen Reihen. Schon der alte Reformstudiengang wurde von vielen Fakultätsmitgliedern kritisiert. Einige Fächer würden viel zu kurz kommen und durch das fehlende Physikum würden die Studenten nicht richtig auf das 2. Staatsexamen vorbereitet – so die Kritikpunkte. Mancher Dozent hätte sich auch gewünscht, dass es mehr Zeit für die Planung des Nachfolgemodells gegeben hätte.

Doch die Politik drängte – der alte Reformstudiengang lief aus -, da blieb nicht viel Zeit für langfristige Planung und die Institute kämpften um möglichst viele Unterrichtseinheiten für ihr Fachgebiet, ohne richtige Planung eines Lehrkonzepts. „[…] der Modellstudiengang wurde ziemlich übers Knie gebrochen und das merkt man an vielen Stellen. Die Prüfungen sind ungerecht und spiegeln kaum die Lerninhalte wider. Ebenso ziehen nicht alle Dozenten an einem Strang, manche stellen sich offen gegen das erneuerte Studiumskonzept. Auch die Bürokratie raubt oft Zeit und Nerven. Die Idee ist gut, aber die Welt noch nicht bereit “ kommentiert Student A. den Modellstudiengang.

Bessere Noten im Staatsexamen

Auch einige andere Studenten wünschten sich mehr Struktur wie im Regelstudiengang und die Vertiefung einiger Fächer: „Was definitiv für einen Medizinstudiengang nicht ausreichend ist, ist die Anatomie“, schreibt Lisa. Eva bemängelt, die Pharmakologie komme zu kurz: „Das Studium an sich ist super aufgebaut, nur würde ich mir gerade hin zum Staatsexamen wünschen, dass es einen extra Kurs zu Pharmakologie und Medikamenteninteraktionen geben würde“. Auch Helena stimmt dem zu: „Leider bleibt das Grundlagenwissen hinten an. Das wird dem Studiengang immer wieder zu recht vorgeworfen.“

Sophie sieht allerdings auch Vorteile darin: „Man muss sehr viel Selbstdisziplin mitbringen und sich organisieren können, da man prüfungsrelevanten Inhalte selbst zusammentragen muss und daher jede Veranstaltung konsequent nachbereitet werden muss. […] Aber dies hat auch Vorteile, denn die Absolventen des Modellstudiengangs werden allgemein als deutlich selbstständiger wahrgenommen und können sich leichter in den Klinikalltag integrieren. So haben wir im Staatsexamen auch besser abgeschnitten als die Regelstudiengänger.“

Auch Dalia findet, dass der Studiengang eine Chance zur Verbesserung verdient: „Wunderbares ‘Waldorf-Studium‘ in der Hauptstadt? Nein, Krankheiten haben wir noch nicht getanzt – aber der Tag könnte noch kommen. Der Modellstudiengang Medizin verbindet schon von Anfang an theoretisches Lernen mit klinischen Grundlagen. Dabei spart die Charité an nichts: Ob es nun Schauspieler-Patienten sind, die einen zur Anamnese zur Verfügung stehen oder reichlich Hygiene-Praktika, bei denen man so viel Desinfektionsmitttel, Mundschutz-Masken und Handschuhe verbraucht bis man auch wirklich niemanden im Krankenhaus umbringt. Zwar ist das Modell noch neu und unerprobt, dennoch ist es wert einen Schritt Richtung Zukunft und Innovation zu wagen!“

Vorbild für die Zukunft

Auch wenn das Konzept des reformierten Modellstudiengangs der Berliner Charité noch nicht ausgereift ist, so ist es dennoch ein Schritt in die richtige Richtung und Teil der Medizinstudienreform, die 2020 kommen soll. Man hat zwar das Medizinstudium hier nicht neu erfunden – andere Unis in den USA und Schweden haben bereits deutlich bessere Konzepte eines praxisnäheren und teamorientierten Studiums, an denen man sich orientiert – dennoch gibt es viele gute neue Ideen, die es lohnt, weiter zu verfolgen und auszubauen.

Nimmt man die Kritikpunkte der Studenten und Dozenten ernst, kann der Modellstudiengang Vorbild für eine ganze Generation neu reformierter Medizinstudiengänge in Deutschland werden. Dann müsste auch nicht jede Universität ihr eigenes Süppchen kochen, sondern es könnte ein bundesweit einheitlich reformiertes Medizinstudium geben, wodurch auch ein Wechsel des Studienortes wieder ohne Probleme möglich wäre.

25 Wertungen (4.2 ø)
Humanmedizin, Studium

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10 Kommentare:

Gast
Gast

Ich habe selbst an der Charité als letzter regulärer RSG studiert und kenne durch meinen Job an der Uni auch etwas den MSM. Im Beitrag wird verschwiegen, dass es mittlerweile den MSM 1.0, den MSM 1.1 und schließlich den MSM 2.0 gibt, da damals von jetzt auf gleich der Modellstudiengang eingeführt wurde. Die Planung war Chaos. Und auch heute ist es das teilweise noch. Was nun besser ist, MSM oder RSG, darüber können sich andere streiten. Am Ende bekommen beide eine Approbation und es kommt sicherlich auch auf die persönlichen Vorlieben des Lernens an. Fakt ist jedoch, dass ein Vergleich anhand des 2. Staatsexamens für Berlin noch hinkt: Die ersten Modellis haben im November/Dezember ihr 3. Staatsexamen abgelegt. Und wenn man dann nur auf die Gesamtnote schaut, sei auch darauf hingewiesen, dass für den RSG da noch das Physikum zu 1/3 rein zählt und nicht nur 2. und 3. Staatsexamen. Aus internen Kreisen weiß ich, dass der PTM für den MSM am Anfang wohl schlechter ausfiel als im RSG, in höheren Semestern dann aber mindestens ausglich. Und 30% mehr Doktorarbeiten: Kein Wunder, wenn es mindestens 3 Pflichtmodule wissenschaftliches Arbeiten gibt. Da musste ja schon ordentlich vorgearbeitet werden. Nur wie man in der Regelstudienzeit jetzt schon 30% mehr abgeschlossene Doktorarbeiten haben kann… Macht mich irgendwie neidisch: An meiner experimentellen Arbeit sitze ich seit über 2 Jahren.

#10 |
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Student der Humanmedizin

Die ganze Diskussion welche Studienform denn nun die bessere sei ist doch müßig. Denn letztlich kommt es einzig und allein auf das Engagement des Einzelnen an ob man am Ende ein guter Arzt wird. Einzig die Rahmenbedingungen bremsen oder fördern einen dabei.

#9 |
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Gast
Gast

Für die Behauptung, dass Studenten des Modellstudienganges besser abschneiden würden im Staatsexamen, dafür würde ich gerne Belege sehen!
Wenn man auf der Seite des IMPP nachschaut, kann man in den Tabellen eigentlich keinen großen Unterschied in den Leistungen der UNIs sehen.

#8 |
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Gast
Gast

Ich habe mein Studium im Regelstudiengang begonnen und bin dann ab der Klinik in den Modellstudiengang gerutscht, auf Grund von Umstrukturierungen der Uni.
Ganz ehrlich; ich bin stolz auf mein Physikum und möchte es, obwohl die Zeit echt hart war, nicht missen!! Es war für mich eine super Vorbereitung auf die Klinik, hat mir die Zusammenhänge in Biochemie und Physiologie nochmal richtig klar gemacht, mir das Gefühl gegeben dem IMPP wirklich gewachsen zu sein und es hat mir einen ‘Vorgeschmack’ auf das zweite Staatsexamen gegeben.
In meinem Jahrgang hat es auch dazu geführt, dass eben nicht jeder einfach den Sprung in die Klinik schafft…
Nun studiere ich im Modellstudiengang, der bei uns noch in den Kinderschuhen steckt. Die Kapazitäten für den Unterricht am Krankenbett sind nicht immer gegeben, so dass dieser oft ausfällt, die Organisation an sich lässt stark zu wünschen übrig, die Prüfungen laufen chaotisch ab, teilweise gibt es für bestimmte Fächer noch garkeine genauen Vorstellungen wie diese bewertet werden sollen, vom Dekanat bekommen wir fast wöchentlich eine Mail, in der uns mitgeteilt wird, dass man um die Misstände weiß, man aber von uns erwartet mitzuarbeiten.
Leider liegt es oft an den Dozenten selber, die mit dem neuen Format unzufrieden sind, das Personal für den Unterricht nicht stellen können und lieber an alten Vorlesungen festhalten. Ein Wechsel an eine andere medizinische Fakultät ist leider ausgeschlossen.
Im Großen und Ganzen hätte ich persönlich lieber mein Studium im Regelstudiengang beendet. Für die nachfolgenden Generationen kann ich nur hoffen, dass diese ‘Startschwierigkeiten’ bald an vielen medizinischen Fakultäten der Vergangenheit angehören und dass es auch wieder die Möglichkeit geben wird, wie bisher zB nach dem Physikum, die Uni nochmal zu wechseln.

#7 |
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Robert Girshausen
Robert Girshausen

Ich verstehe nicht, warum der Modellstudiengang der Charite hier als Zukunftskonzept gepriesen wird, wo er doch scheinbar wesentlich “jünger” ist als andere Modellstudiengänge?

Zum Beispiel gibt es in Aachen seit 2003 einen Modellstudiengang, der zu Beginn auch mit vielen der im Text kritisierten “Kinderkrankheiten” zu kämpfen hatte und diese längst überwunden hat.

Mittlerweile gibt es hier seit vielen Jahren keinen Regelstudiengang mehr und die allgemeine Zufriendenheit mit der Organisation des Studiums und der Qualität der Lehre ist ziemlich hoch (gerade im Vergleich zu dem, was man von vielen anderen Unis hört).

Für mich ergibt es wenig Sinn, anhand einer von 40 Fakultäten die Vor- und Nachteile einer Studienform zu diskutieren.

#6 |
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Jürgen Zern
Jürgen Zern

Der RSM an der Charité startete schon zum WS 99/00, nicht erst 2001.

#5 |
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Gast
Gast

Joa. Klar ist es toll, schon von Anfang an Kurse am Patientenbett zu haben. Nur fehlen einem da eben jegliche Grundlagen, also muss man intensiv an der Hand genommen werden.
Und das kostet jede Menge Geld, das die Regierung aber nicht zusätzlich ins Medizinstudium stecken will (wie sie im Zusammenhang mit dem Masterplan ja verkündet hat).
Schön dass also die Kinder reicher Eltern in Witten-Herdecke eine tolle Ausbildung bekommen. Und noch viel besser dass sie die Voraussetzung Physikum nicht haben und man also nicht einmal vergleichen kann, ob sie denn wirklich besser sind…

#4 |
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Gast
Gast

Die Modellis können gar nicht sagen was besser ist! Die bekommen von ihrer Uni eingetrichtert: Wir sind die allerbesten, das ist die beste Art zu studieren.

Doch wer von denen hat denn jemals anders studiert?

Einzig könnten diese Mitläufer und Nachplapperer etwas sinnvolles äußern, hätten sie an einem Ort das Modell studiert und dasselbe Semester nochmal im RSG. Dann könnten sie aber auch wieder nur diesen einen speziellen Modellstudiengang bewerten.

Reisserischer Humbug, akademischer Zirkus

#3 |
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Gast
Gast

Naja. Beides hat Vor- und Nachteile, mir gefällt dieses “Modellstudiengangabsolvent ist generell besser”-Gelaber nicht. Am Ende ist es jeder Einzelne für sich, der lernt. Die Uni kann nicht für dich lernen. Also wird es auch RSG Leute geben die deutlich fähiger sind als schlechte MSG und so weiter. Das einzige was zählt ist das Staatsexamen, denn daran kann man ganz einfach messen wer hier mehr weiß. Und wenn jemand im MSG mit 61% durchschrammt, und jemand vom RSG mit 90% besteht ist die Sache find ich klar.

Höre auch sehr viel negatives über MSG zumindest dem von HD und HD/MA (ist ja nicht EIN MSG sondern ganz viele). Die 4 Wochen Intervalle ermüden, überfordern und zerstören jeden Zusammenhang und noch dazu ist man in so kurzen Intervallen immer in der Klausurenphase. Zu früh stört der Praxisbezug sogar eher, da man gar nicht das Wissen besitzt um wirklich etwas damit anfangen zu können (bsp: 1. Vorlesung jemals zur Anatomie (Knochen) des Beckens und direkt geht es um Problemgeburten. Keiner im Raum kennt die muskuläre Grundlage des ganzen.)

Und im RSG in Göttingen haben wir auch praktische Kurse im Trainingszentrum und haben Patienten die sich uns vorstellen, und auch Kleingruppen in Seminaren und Praktika und Tutorien (Anatomie: 6 Personen)

Am Ende muss man im RSG die Fächer zu einem Ganzen verbinden und im MSG die Module. Also muss der Student in beiden Fällen selbst diese Leistung bringen. Wichtig ist dabei für den Studenten v.A. Hilfe der höheren Semester im Rahmen der Fachschaft. und die ist hier in Göttingen die Beste.

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Gast
Gast

Ich als Modellstudi 9. Semester kann auch nur sagen das der Modellstudiengang prinzipiell sehr gut organisiert ist. Die Anatomie kommt mir persönlich etwas zu kurz , das ging anderen aber nicht so, vielleicht liegt es an mir. Vielleicht brauche ich länger fürs Anatomie lernen. Das mache ich dann privat. Am Anfang des Studiums wurde darauf hingewiesen dass das Studium viel Eigeninitiative bedarf was ich 100% bestätigen kann aber nicht für jedermann geeignet ist. Die wissenschaftliche Ausbildung ist bei uns an der Charite hervorgehoben und gefördert (mit Kursen und Vorlesungen) und ich fühle mich wohl bereits seit dem 6. Semester mit meiner Publikations-Promotion begonnen zu haben. Ich bin sehr glücklich das Privileg zu haben an der Charite im Modellstudiengang studieren zu dürfen.

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