MS: T-Zellen, ab in die Reparatur

24. März 2017
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Bei der symptomatischen MS-Therapie stehen immunmodulierende oder immunsuppressive Wirkstoffe im Fokus. Neurobiologen haben jetzt entdeckt, dass bestimmte Immunzellen das Potential haben, einen Myelinschaden zu reparieren.

Multiple Sklerose ist neben Epilepsie die häufigste neurologische Erkrankung im jungen Erwachsenenalter. Weltweit sind circa 2,3 Millionen Menschen von MS betroffen. Warum der Körper Myelinscheiden angreift, konnten Forscher bislang nicht abschließend klären. Hochdosierte Glucocorticoide beschleunigen die Rückbildung von Symptomen während eines Schubes.

Ansonsten kommen Immunmodulatoren (Beta-Interferone, Glatirameracetat) beziehungsweise immunsuppressive Wirkstoffe (Alemtuzumab, Fingolimod, Fumarsäuredimethylester, Natalizumab, Teriflunomid) zum Einsatz. Kausale Therapien gibt es bislang nicht. Das könnte sich in Zukunft ändern.

Welche Rolle spielen regultorische T-Zellen?

Forscher aus Nordirland haben jetzt möglicherweise einen CNN3-abängigen Mechanismus der Myelinreperatur gefunden. In der aktuellen Studie entdeckten Yvonne Dombrowski und Denise Fitzgerald aus Belfast, dass regulatorische T-Zellen das Signalprotein CNN3 freisetzen. CCN3 induziert daraufhin die Umwandlung von Stammzellen des Gehirns in Oligodendrozyten. Diese reparieren Myleinschäden indem sie neue Markscheiden aus Myelin bilden, die die Neurone umhüllen.

Impuls für neue Arzneimittel

Dombrowski und Fitzgerald zufolge wussten Neurobiologen zwar, dass Oligodendrozyten theoretisch Schäden am Myelin reparieren. Welche Bedeutung regulatorische T-Zellen in diesem Zusammenhang spielen, sei unklar gewesen. Bei Patienten mit MS funktioniert dieser körpereigene Mechanismus nicht, obwohl Stammzellen vorhanden sind.

Die Autoren sprechen jetzt von einem „neuen Ansatz zur Therapie“. Vielleicht gelingt es, über Wirkstoffe gezielt die Reparaturtätigkeit von T-Zellen zu stärken. Dombrowski hält auch Kombinationen mit Wirkstoffen für denkbar, die momentan zum Einsatz kommen.

23 Wertungen (4.61 ø)
Forschung, Pharmazie

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6 Kommentare:

Eberhard Schick
Eberhard Schick

Bitte in Zukunft nicht “Reperatur”, sondern “Reparatur” schreiben.

Mfg

Eberhard Schick
Fachübersetzer Medizin

#6 |
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Nichtmedizinische Berufe

Es gibt bereits eine effektive und nebenwirkungsarme Therapie, die seit 2002 vielen tausend MS-Patienten geholfen hat und jüngst entstandene Schäden an Myelin und Hirnzellen repariert: Mit individuell eingstellten Ultrahochdosen Vitamin D bringt der Neurologe Prof. Dr. Cicero G Coimbra seine MS Patienten in dauerhafte Remission. Vitamin D reguliert einerseits die gesunde Funktion des Immunsystems durch selektive Hemmung der autoaggressiven Th17-Reaktion, födert anderseits die gesunde Funktion des inerten Immunsystems, so dass Oligodendrozyten gebildet und Myelin repariert wird.
Weitere Infos unter http://www.vitamind.net/interviews/coimbra-ms-autoimmun/
Oder in Englisch: http://www.thisisms.com/forum/coimbra-high-dose-vitamin-d-protocol-f57/topic27182.html

#5 |
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Nichtmedizinische Berufe

Vitamin D3 in hochdosierter Form ist sehr wohl hilfreich. Hierzu bitte nach dem “Coimbraprotokoll” googlen.

#4 |
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Gast
Gast

Die Stammzelltransplantation weckt große Hoffnungen, hat aber auch Risiken. Es gibt bei MS 1.000 Gesichter, für leichte Verläufe sollte man keine Hammermedikamente nehmen.

#3 |
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Gast
Gast

ja, es gibt wenig MS in Afrika. Und unter den Afroamerikanern ist auch weniger MS.
Also evtl. eine Frage der Hautfarbe?
2. Bei Menschen, die auswandern : nur wer vor der Pubertät auswandert , kann das RisikoProfil noch ändern. Viele Europäer sind ja in d. früheren Kolonien umgezogen , man nimmt als Erwachsene das Risiko mit.
3. Vitamin-D-Mangel könnte einen Rolle spielen , aber zu viel einnehmen, wie einige propagieren, ist auch schlecht.

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Monika Mähringer
Monika Mähringer

Habe gestern erfahren, dass es in Afrika so gut wie keine MS gibt. Kann das jemand bestätigen?
Vitamin D wäre für MS-Patienten sehr wichtig!??

Meine Tochter ist Physiotherapeutin in den USA. Sie hatte eine Patientin die sich einer Stammzellentherapie unterzog mit sehr guten Ergebnissen.

#1 |
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