Mehr Krebserkrankungen bei Jugendlichen

21. März 2017
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Die Zahl der Krebserkrankungen nimmt weltweit zu. Eine Erklärung dafür ist der demografische Wandel, aber wohl nicht nur. Eine Langzeitstudie aus den USA zeigte, dass die Fälle der Krebserkrankungen bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren um mehr als 25 Prozent angestiegen sind.

Die Zahl der Krebserkrankungen nimmt weltwei zu. Ein wesentlicher Grund dafür ist die höhere Lebenserwartung heutzutage. Eine Langzeitstudie aus den USA zeigte jetzt jedoch: Bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren stieg die Zahl der Krebserkrankungen um mehr als 25 Prozent. Die Ursachen sind unklar – vergleichbare Daten aus Deutschland fehlen.

Bis 2030 werden weltweit 21,6 Millionen neue Krebsfälle im Jahr erwartet. Zum Vergleich: 2012 waren es noch 14 Millionen. Dies erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auch die Todesfälle durch Krebs werden demnach von 8,2 auf 13 Millionen jährlich ansteigen.

Anstieg diagnostizierter Erkrankungen um 25 Prozent

Eine Studie des Departments of Public Health und dem Lowell Center of Sustainable Production der University of Massachusetts (USA) zeigte nun eine Zunahme der Krebserkrankungen bei jungen Menschen.

Die Wissenschaftler Jessica Burkhammer, David Kriebel und Richard Clapp veröffentlichten Ende Februar 2017 Daten zur Häufigkeit von Krebserkrankungen im Alter von 15 bis 19 Jahren in den USA, basierend auf dem SEER-Krebsregister. Sie beobachteten über den Zeitraum von 1975 bis 2012 einen Anstieg der diagnostizierten Erkrankungen von mehr als 25 % (jährliche Zunhame von 0,67 % für junge Männer und 0,62 % für junge Frauen).

Für einzelne Diagnosen ist die Entwicklung unterschiedlich. Die größten jährlichen Häufigkeitsanstiege wurden bei Lymphknotenkrebs (Non-Hodgkin-Lymphom) mit 2,16 % für Männer und 1,38 % für junge Frauen beobachtet. Es folgte der Schilddrüsenkrebs (jährlich + 2,12 % bei jungen Frauen, + 1,59 % bei jungen Männern), die akute Knochenmarksleukämie bei jungen Frauen (jährlich + 1,73 %) und der Hodenkrebs (jährlich + 1,55 %). Die Hodgkin-Erkrankung war über den beobachteten Zeitraum bei beiden Geschlechtern rückläufig.

Daten-Defizit in Deutschland

Die Ursache der Veränderungen ist unklar. Beim Schilddrüsenkrebs könnten bessere Diagnosemethoden eine Rolle spielen. Die Autoren halten jedoch wegen des gleichmäßigen Anstiegs über alle Jahre hinweg eine generelle Erklärung durch methodische Veränderungen in der Medizin für unwahrscheinlich und diskutieren unter anderem die Rolle von Umwelteinflüssen.

Vergleichbare Untersuchungen aus Deutschland fehlen. „Wir haben hier ein bedauerliches Defizit. Die jetzt veröffentlichten Daten aus den USA sollten auch in Deutschland zu verstärkten Forschungsanstrengungen führen“, fordert Prof. Dr. med. Mathias Freund, Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs. Die Autoren der amerikanischen Studie betonen die große Bedeutung, die die Identifikation von Ursachen für den Anstieg der Krebserkrankungen der Jugendlichen für die Gesellschaft hätte.

Originalpublikation:

The increasing toll of adolescent cancer incidence in the US
Jessica Burkhammer et al.; PLoS One, doi: 10.1371/journal.pone.0172986; 2017

26 Wertungen (4.73 ø)

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14 Kommentare:

Gast
Gast

Wieso streiten sich die Leute immer in den Kommentaren?

#14 |
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Biologisch- / Chemisch- / Physikalisch-technischer Assistent

Ganz klar die Umwelteinflüsse spielen da eine große Rolle, Weichmacher in Verpackungen (vor allem bei LM), neuere umstrittene Herbizide, schlecht- oder nicht abbaubare Substanzen im Abwasser, Ölförderung durch Fracking mit Hilfe der Chemikalien und somit weitreichende Verschmutzung des Grundwassers, permanente Strahlung durch Ausbau der Funkanlagen – die Liste wird da sehr lang und im Zusammenwirken können da sicherlich üble Sachen entstehen..

#13 |
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Heike Lück-Knobloch
Heike Lück-Knobloch

Diverse Studien deuten auf eine Assoziation zwischen Pestiziden und u. a. einem erhöhten Krebsrisiko hin:
Avgerinou, C. et. al.: Occupational dietary, and other risk factors for myelodysplastic syndromes in Western Greece. Hematology. 2017 Jan 19:1-11.

Malagoli, C. et. al.: Passive exposure to agricultural pesticides and risk of childhood leukemia in an Italian community. Int J Hyg Environ Health. 2016 Nov;219(8):742-748.

Gomez-Barroso, D. et. al.: Agricultural crop exposure and risk of childhood cancer: new findings from a case-control study in Spain. Int J Health Geogr. 2016 May 31;15(1):18.

Schinasi, L.; Leon, ME.: Non-Hodgkin lymphoma and occupational exposure to agricultural pesticide chemical groups and active ingredients: a systematic review and meta-analysis. Int J Environ Res Public Health. 2014 Apr 23;11(4):4449-527.

Daher empfinde ich es als Skandal, dass Glyphosat als nicht krebserregend eingestuft wurde!!!

#12 |
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Doris
Doris

unser Wasser enthält nicht nur Aluminium.Soviel zum Impfen.Das bisschen Alu und Quecksilber haben wir doch im Trinkwasser alle paar Tage aufgenommen.Je nachdem wo wir wohnen.Was essen die Kinder?Pommes Süßigkeiten,dazu wird geraucht gegebenenfalls noch gesoffen.Die Luft ist in vielen Städten sehr schlecht.Stress kommt dann auch noch dazu.
Das alles könnten Gründe sein.Jedenfalls schützt uns das Impfen doch in vielerlei Hinsicht.Verstehe die Anmerkungen daher nicht,dass das Impfen Schuld sein soll.Ausserdem erhöht sich die Hintergrundstrahlung.Das kann man verfolgen auf entsprechenden Seiten.Das könnte ebenfalls ein Grund sein.

#11 |
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Katharina Münstermann
Katharina Münstermann

Ernährung? Bewegungsmangel?

#10 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Frau Dr. Lydia Wölwer-Limberg , früher wurde eher noch rigoroser durchgeimpft. Zum Beispiel in allen Ländern des ehemaligen Ostblockes vor 1990. In tropischen Ländern ist der Impfplan noch gedrängter und kompakter als hier, auch schon vor 30 Jahren. Trotzdem ist das mit dem Anstieg der Krebsfälle eine neue Entwicklung.
Offen gesagt, da fällt mir auch nur W- Lan auf ( ich hoffe aber nicht, dasss das schuld ist, wäre eine Katastrophe)

#9 |
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Prof. Dr. Stefan Dove
Prof. Dr. Stefan Dove

Mehr Fragen als Antworten. Die Inzidenzen 2008-2012 betragen pro 100.000 ca. 14 bei 10-14-, 22 bei 15-19- und 36 bei 20-24-jährigen. So lange man für die anderen Altersgruppen keine vergleichbaren Daten über eine ähnliche Zunahme von Krebserkrankungen hat, ist eine Vorverlegung des Auftretens bestimmter Krebsformen nicht auszuschließen (bei signifikant höherem Anstieg in der Teen-Gruppe). Welche Rolle spielen dann z.B. Wachstumsfaktoren (Akzeleration, Größenzunahme der Bevölkerung, natürlich auch hier Einfluss von Umwelt und Ernährung)?

#8 |
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Auch ich kann “noch” nicht mit Belegen aufwarten. Aber gerade beim Stichwort “Lymphdrüsenkrebs” kommt mir die weltweite “Tattoo-Manie” in den Sinn. Bereits 2013 wurde auf dem ersten “Internationalen Symposium zur Sicherheit von Tätowiermitteln” in Berlin auf toxische und cancerogene Inhaltsstoffen (PAKs, Azo-Farbstoffe, Schwermetalle) hingewiesen, die trotz Tätowiermittelverordnung hochkonzentriert in vielen Pigmenten gefunden werden (Ökotest 2015). Chirurgen sprachen von in allen Tatoofarben leuchtenden Lymphknoten, die belegen, dass die Pigmente keineswegs in der Haut verbleiben. Und auch die Laserentfernung produziert teils hoch toxische Verbindungen (z.B. Cyane nach Rubinlaserentfernung). Wie gesagt gibt es noch keine eindeutige Evidenz, aber m. E. liegen die Risiken auf der Hand – insbesondere wenn riesige Hautareale gestochen werden. Abzuwarten, ohne den Menschen ein Risikobewusst zu vermitteln halte ich für fahrlässig. Leider will kaum jemand etwas davon hören. Man fühlt sich wie “Kassandra in der Wüste”.

#7 |
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Gast
Gast

Und noch einmal: Behauptungen gehören gefälligst belegt! In Impfungen schwimmen keine Krebszellen. Und ohne Belege Impfungen für die gestiegene Zahl der Krebserkrankungen verantwortlich zu machen, ist nicht nur unseriös, sondern auch bösartig.
Und, Herr Bürgel, Verschwörungstheorien helfen uns auch nicht weiter! Es gibt in Deutschland in den neuen Ländern und im Saarland klinishce Krebsregister, es gibt auch ein Kinderkrebsregister, und auch einige Unikliniken führen Register. Aber der große Wurf, nämlich ein bundesweites einheitliches Register, kommt erst jetzt in die Gänge. Aber natürlich klingt es viel besser, wenn die pöhse Wissenschaft und die irren Professoren uns für dumm verkaufen. Warum sie das tun sollten? Keine Ahnung, aber es wird schon stimmen.

#6 |
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Dr. med. Lydia Wölwer-Limberg
Dr. med. Lydia Wölwer-Limberg

“Die Ursache der Veränderungen ist unklar”

Ich hätte eine Idee für eine Ursache: Der Giftcocktail aus den ZIG Impfungen, die den Jugendlichen seit einigen Jahren verpasst werden (artfremde Eiweiße, Aluminium, Krebszellen und krebserregendes Formaldehyd).

#5 |
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Werner Bürgel
Werner Bürgel

Ja wir wissen alles….oder nicht? Nichts? Da wir deutschen und alle in Deutschland lebende Wissenschaftler sehr neugierig sind, und auch gerne Statistiken führen glaube ich absolut nicht das Deutschland solche Erhebungen und Ergebnisse nicht vorlegen kann. Nur ruhig sein oder beruhigt werden….das funktioniert aber nicht mehr.

#4 |
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Gast
Gast

Und auch hier gilt: Behauptungen gehören mit seriöser (!!) Quelle belegt.
Aber was mich an der Angelegenheit wieder massiv ärgert, ist, dass Deutschland auch hier durch Ignoranz, Kleingeistigkeit und leider auch einen anachronistischen Föderalismus gerade erst dabei ist, überhaupt bundesweite klinische und epidemiologische Krebsregister aufzubauen. Guten Morgen, deutscher Michel, schön, daß auch Du jetzt endlich Deine Schlafmütze abgenommen hast!

#3 |
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Gast
Gast

Handystrahlung? WLAN und mehr….andere Länder haben deutlich geringere Höchstwerte.

Unabhängig von den Vermutungen:
hinter der Diagnose steht ein junger Mensch mit Träume, Sehnsüchte und ein Leben, welche gelebt werden soll- und nicht mit den Ängsten, möglichen Schmerzen und Langzeitfolgen, auch seelischer Natur.

#2 |
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Gast
Gast

Glyphosat ist nicht krebserregend, das wissen wir ja……. ungefähr genauso wie wir wissen, was diverse Spritzgifte und andere überall im Körper vorhandene chemische Produkte, miteinander so treiben in unseren Körpern, von den Ungeborenen angefangen über die mit Smartphones ausgestatteten Kids und den mit Junkfood großgezogenen Teenies.

#1 |
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