Kittel an, der Pharmazierat kommt

28. März 2017
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„Aufsichtsbehörde macht Apotheke nach 46 Jahren dicht“: Derartige Horrormeldungen geisterten vor wenigen Wochen durch die Medien. Pharmazierat Christian Bauer erklärt, warum solche drastischen Maßnahmen sehr selten erforderlich sind – und worauf Inhaber achten sollten.

„Meist finden wir pragmatische Lösungen“, so das Resümee von Christian Bauer nach 20-jähriger Tätigkeit als Pharmazierat in Bayern. Gleichzeitig ist er erster Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD). Als Apothekenleiter weiß Bauer, wovon er beim Apothekenbetrieb spricht. Der Experte erzählt, welche Schwachstellen bei Revisionen auftreten können. Ein Rundgang durch alle Bereiche.

Hereinspaziert – hereingerollt

Christian Bauer

Christian Bauer © privat

„Bis heute ist die Barrierefreiheit ein großes Thema“, berichtet der Pharmazierat. Bei etlichen Stufen vor dem Eingang gelingt es kaum, eine Rampe anzubringen. Trotzdem sind Lösungen gefragt. Bauer schlägt Inhabern vor, zum Beispiel eine Funkglocke anzubringen, um Angestellte zu verständigen. Er nennt nicht nur störende Treppen, sondern auch massive Eingangspforten, die sich gerade für ältere Personen schwer öffnen lassen. Deshalb seien automatische Türen empfehlenswert. Ohne Sanierung schließt er die Apotheke nicht, protokolliert aber entsprechende Mängel.

Eine fehlende Barrierefreiheit kann sich rächen, sollten Inhaber eine Übergabe planen. Bauer: „Momentan haben wir einen Käufermarkt. Ein potenzieller Existenzgründer wird sich unter Umständen für eine Apotheke mit Barrierefreiheit entscheiden, wenn mehrere Kaufoptionen angeboten werden.“ Kein Wunder: Die Zahl an Patienten mit einem Rollator oder mit Krücken steige ständig.

Häufig zu wenig pharmazeutisches Personal

Sind Kunden endlich in der Offizin, warten sie auf Beratungsgespräche. „In manchen Apotheken ist anteilsmäßig zu wenig pharmazeutisches Personal“, erzählt Bauer. Das Verhältnis von pharmazeutischem zu nicht pharmazeutischem Personal sollte mindestens eins zu eins sein, eher größer. Zusammen mit dem Inhaber oder der Inhaberin strebt er langfristige Lösungen an. Sein Rat lautet, gegebenenfalls nach dem Ausscheiden einer PKA besser eine PTA einzustellen.

Bleiben noch Approbierte. „Für mich ist eine Todsünde, wenn kein Apotheker vor Ort ist. Dann folgt eine befristete Schließung mit Ordnungswidrigkeitsverfahren, Geldbuße und Berufsgerichtsverfahren.“

Außerdem sollten Inhaber sich nicht rar machen: Laut Paragraph 7 des Apothekengesetzes (ApoG) müssen sie ihre Apotheke persönlich leiten. „Das heißt persönliche Anwesenheit in Vollzeit, sprich 38 bis 40 Wochenstunden“, erklärt Bauer. Nebentätigkeiten mit 20 Wochenstunden während der normalen Öffnungszeiten werden sich kaum mit gesetzlichen Vorschriften in Einklang bringen lassen. „Die Apotheke geht vor, ansonsten ist die Betriebserlaubnis gefährdet.“

Produkte und Mitarbeiter im Check

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, welche Artikel in der Freiwahl etwas zu suchen haben. Bauer: „Bei den apothekenüblichen Waren versuche ich, die Auswüchse etwas einzudämmen.“ Normale Lebensmittel, aber auch Paketannahmestellen, sind fehl am Platz.

Weiter geht es zum HV-Tisch. „Auch die Vertraulichkeit am HV-Tisch ist zwingend erforderlich“, so Bauer. Angesichts räumlicher Gegebenheiten sei dies oft eine Gratwanderung. Hier sieht der Experte mehrere pragmatische Lösungen. Farblich markierte Diskretionszonen oder Aufsteller sorgen für räumlichen Abstand. Und im Beratungsgespräch lassen sich manche Begriffe einfach vermeiden. Dazu gehören das Krankheitsbild selbst und der Präparatname.

Doch wie gut berät das Team? Bauer stellt Apotheker oder PTA gern auf die Probe. Er nennt ein paar Präparate, um zu sehen, ob sie überhaupt Interaktionschecks durchführen. Oder er will wissen, ob sich eine bestimmte Tablette teilen lässt. Vielleicht müssen Kollegen auch berechnen, welche Dosierung eines antibiotischen Saftes für ein zweijähriges Kind korrekt ist. „Ich sehe schnell, ob das Routine ist oder ob das Angestellte vielleicht zum ersten Mal seit Jahren machen.“

Arzneimittel sicher lagern

Patienten erwarten nicht nur fundierte Informationen, sondern auch hochwertige Arzneimittel. „Die richtige Lagerung von Arzneimitteln ist in manchen Apotheken unter Umständen nicht mehr gewährleistet, etwa bei extremen Temperaturen“, berichtet Bauer. Das beginnt schon bei der Anlieferung außerhalb der Öffnungszeiten durch den Großhandelsfahrer. Im allgemein zugänglichen Treppenhaus haben Versandkisten mit Präparaten nichts zu suchen – schließlich könnten sich Unbefugte bedienen. Zudem sieht die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) eine Lagertemperatur zwischen 2° C bis maximal 25° C vor. „Der Wert wird an heißen Sommertagen teilweise überschritten“, weiß Bauer.

Um Wannen der Nachtanlieferung richtig aufzubewahren, sei nicht zwangsläufig eine Schleuse erforderlich. „Oft reicht bereits ein abschließbarer Schrank oder ein von außen zugänglicher Kellerraum“, berichtet der Pharmazierat. Generell fordert er valide Daten über den Temperaturverlauf, um zu entscheiden, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. Dabei sind Messwerte im Lagerbereich, im Kühlschrank und bei den Ziehschränken zu erfassen.

Medikamente Marke Eigenbau

Zentrallabor Ringversuche

Beispiel eines ZL-Ringversuchs zur Qualitätskontrolle © ZL / Screenshot DocCheck

Auch in der Rezeptur und der Defektur geht es um Qualitätsaspekte. Für die organoleptische Prüfung von Rezeptur-Arzneimitteln fordert Bauer Ausstreichtests oder Kontrollen des pH-Werts, je nach Galenik. „Weißes Pulver, löslich in Wasser“ sei keine sinnvolle Herangehensweise, sagt Bauer. Er sieht Dokumentationen ein, will aber auch wissen, welche Maßnahmen der Inhaber einleitet, sollte es zu Abweichungen kommen.

Bei Defekturen beobachtet er eine „gewisse Angst“ vieler Kollegen, welche analytische Prüfungen des Endprodukts erforderlich seien. „Messmethoden gibt es viele in der Apotheke. Wichtig ist, zu eruieren, welches Verfahren sich für die individuelle Fragestellung eignet“, erzählt der Pharmazierat.

Er fordert, einmal pro Jahr an Ringversuchen teilzunehmen. Findet das ZL bei einer Salbe etwa Inhomogenitäten, reicht es oft schon aus, beispielsweise Rührparameter zu verändern, damit die Qualität stimmt.

Lösungsfindung hat Priorität

Christian Bauer betont, immer zusammen mit den Inhabern als Kollege eine Lösung zu suchen – und sie nicht alleine stehen zu lassen oder gegen sie zu sein. Seine Arbeit sieht er als Beitrag zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen und qualitativ hochwertigen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung durch die öffentliche Apotheke vor Ort, um damit die Alleinstellungsmerkmale zu festigen und Betriebe unersetzbar zu machen.

64 Wertungen (3.97 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

49 Kommentare:

Gast
Gast

Dann sollte der Arzt besser nix verschreiben?

Ich finde Ärzte sind ohnehin überschätzt!

#49 |
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Flauschie
Flauschie

@ Gast 44:
Eben für Beratung über Wechselwirkungen sind Apotheker/PTA da , keine Ärzte.
Wie oft müssen wir in Praxen anrufen und diesbezüglich bescheid geben…fast jeden Tag. Aber wenn sie 3x täglich Acc in Kombi mit Codein ( so rezeptiert) nehmen wollen, bitte der Arzt wird schon wissen was er tut.

Und ihre Apps und Softwareprogrammen machen sicher gerne Kapseln für ihre schwerkranken Babys( weils nämlich kein Fertigarzneimittel gibt) oder verkaufen ihnen am Sonntag, jedem erdenklichen Feiertags oder um drei Uhr morgens alle wichtigen, oder auch nicht so wichtigen, Artikel aus ihrem Gemischtwarensortiment.

#48 |
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X. Mayer
X. Mayer

Gehet hin und liebet Eure Apotheker, sie könnten bald wegen fortschreitender Umsatzeinbrüche insolvent sein.

#47 |
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Z. Schmidt
Z. Schmidt

Genau Herr X. Mayer, deshalb setzt z.B. Niedersachsen jetzt auf Stations-Apotheker in Kliniken – weil die ja so austauschbar sind *facepalm*
Vielleicht mal in anderen Ländern umsehen. Da ist das schon lange gang und gäbe. Selbst im Liberalisierungswunderland USA setzt man auf Fleisch&Blut. Egal, Sie sind toll und die anderen Gäste hier auch.

#46 |
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X. Mayer
X. Mayer

Apotheker dürften wohl bald durch eine App ersetzt werden.

#45 |
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Gast
Gast

Sie dachten es ist der erste April, da mache ich dem unvermögenden (kleines Wortspiel) Kunden mal Angst!?

Na ja, ich meinte keine Software mit der man Flugzeuge nur starten, aber nicht landen kann.

Eine Software würde klare Empfehlungen aussprechen, wie „Kombination geht nicht“ oder „Bestimmte Blutwerte überwachen“. Ohnehin würde ich im Zweifel Wechselwirkungen mit dem Arzt besprechen. Denn er ist für meine Behandlung verantwortlich.

Ein Gemischtwareneinzelhändler erscheint mir da nur zweite Wahl. Wer zwischen Almased und Antifaltencremes Medikamente verkauft, na ja, der genießt nicht unbedingt mein Vertrauen.

#44 |
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Gast
Gast

HV Tisch? Hauptvermögensmachtisch? Smiley

#43 |
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Gast
Gast

zu 41: Na, denn mal zu.
Einen Tresen gibt es übrigens nur in der Bar, in der Apotheke heißt das Teil HV-Tisch.
Begehren Sie dann selbst als (vermutlich) Laie das Gerät zu bedienen?
Was machen Sie, wenn Sie auf eine Agranulozytose, eine QT-Zeit Verlängerung oder eine hämorrhagische Diathese hingewiesen werden?
Wollen Sie das alles googlen oder fragen Sie die PTA Ihres Vertrauens?

#42 |
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Volker Schmunck
Volker Schmunck

Wenn ich Medikamente kaufe, würde ich mich in Sachen Wechselwirkung lieber auf eine gut gemachte Software verlassen wollen. Das erscheint mir zuverlässiger als der Mensch am Tresen.

#41 |
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Scott Major
Scott Major

Hurra, die SPD ist wieder wählbar.

Rx-Versandverbot ist erst mal von der Agenda.

#40 |
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Gast
Gast

Hochpreiser!? Daran verdienen Sie doch mit!? Je höher der Preis um so höher Ihre Gebühr.
Oder würden sie mir empfehlen die Hochpreiser im Versandhandel zu bestellen? Damit sie von dererlei Ungemach entlastet werden. Ich will Ihnen da gerne helfen.

#39 |
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Gast
Gast

Was für ein Drama Y. Schneider. Wirklich schlimm!

7% in 12 Jahren. Der Weltuntergang steht kurz bevor. Ich jaule mit Ihnen.

Zur Rettung Ihrer wegbrechenden monetären Versorgung schlage ich ein “Ministerium für benachteiligte Branchen vor”. Ich denke da insbesondere an Ihre Branche und die Automobilindustrie. Aufgrund der Schwere der Aufgabe sollte dieses Ministerium von zwei fähigen Politikern der C-Parteien geleitet werden. Am besten geeignet erscheinen mir Gröhe und Dobrindt (GröDo-Ministerium).

#38 |
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Y. Schneider
Y. Schneider

Ja, die Äpfel&Birnen-Statistiken sind schon was besonderes!
Steigende Zahl der Arbeitsplätze – gestiegener Aufwand u.a. auch bei Rezepturen, Beratung (schriftlich reicht vor Ort nunmal nicht), etc.

Entwicklung der Apozahlen seit 2005: in Summe abzgl. möglicher Neu-eröffnungen MINUS 1500 (entsp. einen Rückgang von 7%, im gleichen Zeitraum ist ja auch die Bevölkerung um 7% geschrumpft, diese Demographie aber auch)

“Umsatzsteigerung”: schonmal das in krankenKassenkreisen böse Wort der “Hochpreiser” vernommen? Die Umsatzzunahme korreliert erstaunlicherweise (?!) genau mit den Ausgabensteigerungen der KrankenKassen in diesem Bereich…

#37 |
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Gast
Gast

Hoppla, trotz dieses gemeinen, staatsgefährdenden und hinterhältigen Versandhandels haben die Apotheken im Berichtsjahr 3,5% mehr Umsatz gemacht und die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist seit 2004 stetig gestiegen.

Also ich finde da muss BM Gröhe mal dringend zu Gunsten der Apotheken handeln, so wie Dobrindt für die Automobilindustrie.

Das wäre nur fair ;-)

#36 |
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Gast
Gast
#35 |
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X. Mayer
X. Mayer

Angeblich 1500 Jammertäler weniger sind verschmerzbar, finde ich. Wenn 1500 überhaupt stimmt. Bei den angeblich 1500 dürfte der demographische Faktor vermutlich eine große Rolle spielen, aber das wird totgeschwiegen.

Hier die mir zugänglichen Fakten (-192 Apotheken)

https://de.statista.com/themen/650/apotheken/

#34 |
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Gast
Gast

@X. Mayer: Genau, Herr Meyer! Die 1.500, die in den letzten Jahren dicht machen mussten, haben das gemacht, weil das Goldbarrenstapeln zu schwer wurde…

#33 |
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X. Mayer
X. Mayer

Das Rezepturendrama wurde doch hier schon ausführlich erörtert.
Leider wurde die Kommentarfunktion frühzeitig abgeschaltet, als es gerade interessant wurde

http://news.doccheck.com/de/168131/rezepturen-notwendiges-minusgeschaeft/?cat=22&context=category

Apotheker leben sehr gut (wie ja auch hier von Apothekenpersonal bestätigt) und regen sich gerne richtig auf. Das scheint in dem Beruf Zugangsbedingung zu sein.

#32 |
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Gast
Gast

Grundsätzlich gibt es nur wenige Rezepturen, bei denen sich der enorme Prüfungs- und Dokumentationsaufwand auch tatsächlich lohnt.
Eine gewöhnliche Rezeptur kostet im VK zwischen acht und zwanzig Euro.
Um wirklich kostendeckend zu sein, speziell auch im Hinblick auf den ganzen QMS-Schwachsinn müsste sie mindestens das dreifache kosten, um einen Rohgewinn zu erzeugen etwa das fünffache. Dann aber ist das selbst zusammengerührte natürlich nicht mehr so billig wie ein entsprechendes Fertigarzneimittel, deswegen wird es nicht gemacht.
Aus jahrelanger Apothekenerfahrung kann ich versichern, dass ein überwiegender Teil der Rezepturen überflüssig ist, weil es ein entsprechendes Fertigarzneimittel gibt, grob geschätzt etwa 75% ( Nasensalbe, Pflegesalben, Deos mit Aluminiumchloridhexahydrat sowie NaCl Nasentropfen)
Um es anders auszudrücken: Die Rezeptur ist nur in wenigen wirklich individuellen Fällen tatsächlich sinnvoll, bei Kindern oder starken Allergikern.

Der weitaus größte und meist von den Ärzten (ohne jede Galenikkenntnis, Vorreiter auch hier die Hautärzte!) selbst zusammengeschusterte Unfug allerdings ist es definitiv nicht.
Beispiele hierfür sind:
Basiscreme DAC mit Triclosan
Erythromycin mit Salicylsäure und Harnstoff

#31 |
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Gast
Gast

@Flauschie: Lassen Sie sich nicht blenden! Da wird nur der Versuch unternommen, Rezepturen als einträgliche “Geschäfte” darzustellen – und das ist ganz sicher nicht der Fall. Betriebswirtschaftlich also vollkostengerechnet zahlen Sie bei Individual-Rezepturen drauf. Und nein. Ich bin kein Apotheker, aber ich kann rechnen.

#30 |
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Flauschie
Flauschie

Gerne. Wenigstens frägt mal jemand nach und motzt nicht nur rum. Danke

#29 |
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Rüdiger
Rüdiger

Flauschie,

dass Schöne, mit ihnen konnte ich das Ganze sachlich diskutieren, dafür besten Dank.

Kaum kommt akademisches Personal in die Diskussion, schon wird die Wortwahl explizit.

#28 |
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Angestellte Apotheker

Hallo Rüdiger,
nein, Rezepturen sind nicht zu 80% Blockbuster, die als Defektur hergestellt werden können. Das gilt möglicherweise für Apotheken neben Haut- oder HNO-Ärzten. Die meisten Rezepturen werden jedes Mal frisch hergestellt und zwar sorgfältig, egal ob sie von Apotheker oder PTA hergestellt werden. Die Preise sind angesichts der Herstellungskosten meist lächerlich. Vielleicht stellen Sie Ihr Gemecker jetzt mal ein.

#27 |
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Flauschie
Flauschie

Wie schon gesagt, Defektur rechnet sich nicht immer. Außerdem muss jeder Inhaltsstoff der verwendet wird, im Labor überprüft werden ob auch tatsächlich das drin ist was aufm Etikett steht, also schon mal erheblicher Zeit und Materialaufwand.
Dann muss noch vor jeder Rezeptur die zum ersten mal hergestellt wird eine Plausibilitätsprüfung vom Apotheker durchgeführt werden.
Und selbst wenn man eine Rezeptur öfter herstellt, muss jedes mal ein Herstellungsprotokoll geschrieben werden.
Dann darfst du vom berechneten Preis auch noch einen Rabatt an die KK gewähren.
Sicherlich bleibt bei der einen Rezeptur mehr hängen als bei der anderen aber wenn du alle obenstehenden Punkte beachtest und auch noch flott arbeitest kostet dein Salbendöschen im Extremfall nur 12,50 im VK

#26 |
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Rüdiger
Rüdiger

Und warum wird dann so gejammert, die Rezeptur sei ein Minusgeschäft, wenn man scheinbar ohnehin zu 80% Blockbuster hat, die man als Defektur behandeln kann.

#25 |
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Flauschie
Flauschie

Hallo Rüdiger

ja auch Non RX wird komplett berechnet wenn es eine Defektur war. Die Industrie macht es ja auch nicht anders.

Wenn du Interesse hast google mal Apothekenbetriebsordnung Defektur. Dann weist du auch warum

Liebe grüße

#24 |
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Rüdiger
Rüdiger

Sorry, ist ja eigentlich beantwortet.

Geld …………. nicht.

#23 |
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Gast
Gast

HAllo Flauschie,
Ich meinte nicht die Zuzahlung.

Ich meinte die Gebühr für die Herstellung der Rezeptur (nicht Rx-pflichtig)
Sprich man stellt hundert Gramm her und gibt 10g weise ab. Zahlt dann jeder KUnde die komplette Gebühr?

#22 |
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Flauschie
Flauschie

Hallo Rüdiger,

In unserer Apotheke stellen wir keine Rezepturen auf Vorrat ( Defektur) her da wir nur eine kleine Landapotheke sind.
In meiner alten Apotheke schon, allerdings waren damals die Regularien für Defekturen bei weitem nicht so stark wie heute.
Aber ja, wenn es sich für die Apotheke rechnet eine bestimmte Rezeptur im Defekturmaßstab herzustellen wird natürlich auch für jeden Patienten die Gebühr berechnet.

Die Rezeptgebühr geht zu 100% an die Krankenkassen. Apotheken sind nur der Geldeintreiber dafür. Die wollen die Gebühr für alles haben auch Defektur/Rezeptur

#21 |
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Rüdiger
Rüdiger

Grüße nach Sachsen.

Das mit der Bezahlung war mir schon klar. Ich gehe als Kunde auch sorgsam mit den PTAs um.

#20 |
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Gast
Gast

Ach ja, Rüdiger, zum Thema Unterbezahlung: Im Gegensatz zum Apotheker, der garantiert keinen Zweitjob braucht, um über-LEBEN zu können, kenne ich sehr viele PTAs und PKAs, die noch einen zweiten Job haben, um einigermaßen über die Runden zu kommen.
Ich kenne keinen einzigen Apotheker, der abends noch kellnern oder Toiletten schrubben muss, um seine Rechnungen bezahlen zu können.
Trotzdem sind wir PTAs, obwohl von den Apothekern kleingehalten, von der Politik und den Vorgesetzten entmachtet und für dusselig und inkompetent erklärt, ein wichtiger Bestandteil der öffentlichen Apotheke und wir sind immer gerne für Sie, den Patienten, da.
Auch wenn wir unterirdisch bezahlt werden, setzen wir uns den Launen der Vorgesetzten aus, um Ihnen, dem Patienten, die bestmöglichste Versorgung zu gewährleisten.
Dafür bezahlen wir auch die Fortbildungen selber, lassen uns bepöbeln und machen nach Feierabend QMS-Sitzungen.
Wir, als examiniertes pharmazeutisches Fachpersonal, brauchen eine Beratungsbefugnis vom großen Häuptling = Apotheker, um überhaupt arbeiten zu dürfen.
Wer keinen Bock auf so eine schlechte Behandlung hat, geht in die Industrie.
Dort winken bessere Behandlung, flexible Arbeitszeiten (nicht bis 20:00 hinter dem HV stehen) und vor allem, eine faire und gerechte Entlohnung.
Wer als PTA oder PKA trotzdem in der Öffentlichen arbeitet, tut das aus Hilfsbereitschaft und purer Herzensgüte.
Seien Sie als Patient dankbar dafür.
Leben kann man davon aber nicht, speziell nicht in Sachsen.

#19 |
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Gast
Gast

Hallo miteinander,
auf dieses Thema habe ich bereits sehr lange gewartet, wie kann es sein, dass es vom Selbstverständnis eines Apothekeninhabers heutzutage auch nur einen Apotheker gibt, der nicht versucht ein Mindestmaß an Qualität zu erzeugen und zu bewahren? Ich habe, glaube ich, so an die 8 oder 9 Revisionen als verantwortlicher Apothekenleiter erlebt und kann nur aus dieser Erfahrung heraus sagen, dass ich nicht ein einziges mal ungerecht besichtigt oder behandelt wurde. Ich war nur immer wieder erstaunt, dass ich fast immer auch etwas dazu lernen durfte. Angst vor einer Revision sollten nur die Apotheker haben, die wirtschaftliche Interessen und Gewinnmaximierung vor pharmazeutische Qualität stellen und dadurch nicht in Ihre Apotheke investieren. Ich hoffe nur dass der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen nicht abschafft, die es uns ermöglichen auch in der Zukunft weiter in unsere Apotheken zu investieren. Wenn man ein lebendiges QMS System in der Apotheke lebt und damit meine ich nicht diese Externen, wo der Ordner zur Deko im Regal steht, dann finde ich zumindest jedes Jahr aufs Neue immer die ein oder andere Kleinigkeit, die sich verändern oder weiterentwickeln lässt. Ich finde, dass das durchaus auch befriedigt und Spaß macht zu sehen wie sich die Apotheke weiterentwickelt. Meine Vermutung ist es allerdings, dass es wohl immer noch Kollegen gibt, die seit Ihrem Studium keine Rezeptur mehr selber angefertigt haben. Das diese Herren oder Damen vermutlich irgendwann hektische Flecken bekommen, weil Sie bestimmte Dinge in der Rezeptur oder im Labor nicht aktuell oder Zeitgemäß vorweisen können liegt auf der Hand, denn es gibt meiner Erfahrung nach nur wenige PTAs, die auch wenn Sie noch so erfahren sind von sich aus den Chef dazu animieren würden in etwas Neues zu investieren oder einen Prozess um zu stellen. Ich will damit nicht den Stand der PTAs kritisieren, denn ich genieße jeden Tag die Entlastung, die ich durch meine Angestellten erfahre. Aber dadurch kann ich mich auf das wesentliche konzentrieren, nämlich auf die Leitung und Lenkung. Ich kann jetzt nur für Niedersachsen sprechen. Hier unterstelle ich unserer Kammer, dass Sie einen guten Blick für das Sinnvolle hat, um auch glaubhaft nach außen sagen zu können, dass wir Apotheker einen unentbehrlichen Beitrag zur Gesundheitsversorgung leisten, der sich nicht so ohne weiteres durch nicht pharmazeutische Strukturen ersetzen lässt. Abschließend noch etwas. Ich habe eine Klimaanlage in meinen Schubschränken. Das ist eine feine Sache, denn so kann ich in der Tat alle nur erdenklichen Lagertemperaturen abbilden. Mich überkam blankes Erstaunen, dass eine Klimatisierung kein Standard bei den führenden Automatenherstellern ist. Es sei wohl möglich eine bestehende zu integrieren, aber nicht Grundausstattung. Da zeigt es sich doch, dass auch das Alte mit ein wenig Ideen aufgepeppt oftmals besser sein kann als eine schlecht durchdachte Innovation. Für mich ein Grund herkömmlich weiter meine Schubladen zu ziehen.

#18 |
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Rüdiger
Rüdiger

Flauschie, wie ist das denn dann bei “Dauerbrenner-Rezepturen”?

Macht man dann gleich mehr davon? Und wird dann jedem Kunden die volle R-Gebühr berechnet?

Ich habe das mal erlebt, dass eine HNO Arzt eine Nasensalbe rezeptierte und eine bestimmte Apotheke benannte. Die zogen dann nur noch das Döschen mit dem roten Deckel raus.

#17 |
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Micaela Werner
Micaela Werner

zwei Meinungen dazu: der Spruch, dass eine PTA eine PKA gut ersetze, wundert mich! Dann hängt nämlich die PTA nur “hinten” herum, statt vorne vernünftig zu beraten und eine wirklich gute PKA kann eindeutig mit wirtschaftlichen Einkäufen den Chef entlasten.
und genug pharm. Personal…..wäre schön, wenn es denn zu bekommen wäre.
Der Rest stimmt, auch dass man als Chef wirklich anwesend ist…und nicht wie zu früheren Zeiten, auf dem Golfplatz rumhängt.
Ähnlich, wie bei Krankheiten, muss man nicht nur überlegen, wie man die Symptome bekämpft, sondern auch eine Ursachen-Forschung betreiben…um das Übel an der Wurzel zu packen!
Schreckensmeldungen aus Apotheken kommen in letzter Zeit vermehrt. Sind Apotheker böse Menschen? Glaube ich weniger. Aber wenn dieses Retax-Geifer-Szenario der GKV so weiter geht, und wenn Politiker Apotheken zwar als Steuerzahler toll finden, sonst aber völlig schnuppe sind, dann. fürchte ich….wird es weiterhin nicht nur abgenervte Apotheker geben, sondern auch schwarze Schäfchen dazwischen…..

#16 |
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Flauschie
Flauschie

@ Rüdiger
Bezogen auf den Apotheker in Bottrop gebe ich ihnen natürlich recht, keine Frage.

In den “normalen” Apotheken werden allerdings keine Zytostatika hergestellt sondern meist Cremes, Salben Lösungen und seltener vielleicht noch Kapseln und Zäpfchen. In der Regel ist es so dass die einzelne Apotheke zu 80% immer die selben Rezepturen macht, weil die Ärzte in der Umgebung meist ihr Repertoire haben von dem sie kaum Abweichen( in unserer Apotheke würde ich sagen ca 10 “Dauerbrenner” die immer wieder kommen). Also hat man da durchaus Routine.
Wir lassen uns auch immer ein 24h Zeitfenster für Rezepturen. 1. um sie ohne Zeitdruck herstellen zu können und 2. Wenn es mal was neues ist ,eine genaue Plausibilitätsprüfung machen zu können und evtl Rücksprache mit dem Arzt zu halten.

#15 |
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Rüdiger
Rüdiger

Sorry, meinte PTA

#14 |
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Rüdiger
Rüdiger

Danke für den Hinweis. Ich werde ausdrücklich nach der PAT fragen.

#13 |
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Gast
Gast

Lieber Rüdiger, ich bin seit acht Jahren PTA und habe nachweislich bis zum heutigen Tage inklusive Chemotherapeutika und Infusionen etwa 3500 Rezepturen hergestellt.
Fragen Sie mal einen Apotheker, ob der an diese Zahl herankommt.
Vermutlich nicht :)
Vertrauen Sie in der Rezeptur den PTAs, wir wissen wie es geht.

#12 |
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Rüdiger
Rüdiger

Zu viele verschiedene Rezepturen, dadurch zu wenig Routine bei einzelnen R. wegen der geringen Anzahl pro Zeitraum.

Außerdem wird ja immer wieder gesagt, R. ist ein Zusschussgeschäft. Da habe ich sorge, dass “geschludert” wird.

Außerdem macht mir sowas hier Angst:

http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/apotheker-bottrop-untersuchungshaft-krebstherapie-100.html

#11 |
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Flauschie
Flauschie

@ Rüdiger
Warum denkst du das?

#10 |
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Rüdiger
Rüdiger

In Sachen Rezeptur und Qualität habe ich so meine Bedenken.

Ob ich da mein Leben in die Hand eines Apothekers oder seiner, wie ja hier bestätigt, unterbezahlten Angestellten legen möchte………….da mache ich mal 5 Fragezeichen.

#9 |
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Flauschie
Flauschie

Weder PKAs PTAs, noch angestellte Apotheker werden angemessen bezahlt.

Was das Arbeitsklima betrifft, kann ich persönlich mich nicht beschweren. Bei uns werden PTAs nicht für dumm gehalten. Alle arbeiten zusammen, egal welche Ausbildung.

#8 |
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Gast
Gast

Der Kommentar von Gast #5 zeigt doch deutlich, wie das Klima sein kann.

#7 |
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Gast
Gast

Beitrag von Gast zum Führungsstil:

Da kann ich mich nur anschließen. In Hinterhof-KFZ-Werkstätten dürfte es mitunter angenehmer zugehen.

Hinzu kommt die schlechte Bezahlung der PTAs und Hilfskräfte.

#6 |
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Gast
Gast

@ Kommentar #3: Sie meinten wohl “wegen des Inhabers….”

#5 |
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Peter von Stedman
Peter von Stedman

Ich finde diesen Artikel interessant, leider verstehe ich nicht alle Abkürzungen.

#4 |
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Gast
Gast

Zum Glück werden Apotheken nicht wegen dem Inhaber oder genauer der Inhaberin zugemacht, wenn absolut unmögliche Umgangsformen, emotionale Blindheit und ein Führungsstil von 1700 vorliegt. Ich vermute dann würden noch viel mehr Apotheken schließen.
Das Wichtigste ist, dass der Approbierte immer da sein muss um die kleine dumme PTA zu beaufsichtigen, die ohne den Apotheker noch nicht einmal den Weg zum Schub findet!
In öffentlichen Apotheken herrschen aktuell unfassbare Zustände die dringend behoben gehören. Ich kann es niemandem, der noch einigermaßen bei Trost und klarem Verstand ist, empfehlen.
Daran ändert auch der Pharmazierat nix.

#3 |
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2 bis 25 Grad Lagertemperatur ist für die Arzneimittel zutreffend, auf deren Packung oder in deren Gebrauchsinformation “nicht über 25 Grad aufbewahren” bzw. “unter 25 Grad aufbewahren” zu lesen ist. Diese Arzneimittel haben in ihrem Zulassungsdossier dokumentierten Stabilitätsstudien über die Laufzeit nur bei 25 Grad, aber nicht über 6 Monate bei 40 Grad Stabilität bewiesen. Es gibt aber viele Arzneimittel (wie z.B. Ibuprofentabletten), die sehr stabil sind und locker 6 Monate Stabilität bei 40 Grad belegen können. Die gelten dann per se als stabil und erhalten keinen Lagerhinweis auf Packung und in der GI. Das alles kann man in EU-Guidelines auf der EMEA-Homepage lesen.

#2 |
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Gast
Gast

Leider oft ein Problem: Zitat: “Auch die Vertraulichkeit am HV-Tisch ist zwingend erforderlich“.

Ringversuche sind m.W. nicht zwingend. Gut das C. Bauer auf jährliche RV hinwirkt.

#1 |
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