Gestationsdiabetes: Folgerisiken abschätzen

27. Juni 2013
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Jede zweite Frau, die während der Schwangerschaft vorübergehend Diabetes entwickelt, erkrankt nach der Entbindung innerhalb von acht Jahren dauerhaft an Diabetes Typ 2. Dies ist das Ergebnis einer kürzlich publizierten Studie.

In der südkoreanischen Studie wurden 843 Frauen nach einem Gestationsdiabetes regelmäßig untersucht. Die Langzeituntersuchung ergab, dass jede zweite Frau innerhalb von acht Jahren nach der Entbindung an einem Typ-2-Diabetes erkrankte. Bei 12,5 Prozent waren die Blutzuckerwerte sogar schon bei der ersten Nachuntersuchung nach zwei Monaten erhöht. Diese „early converter“ hatten häufig eine bestimmte Genvariante (HHEX), die die Anfälligkeit für einen Typ-2-Diabetes steigert. Bei den Frauen, die später einen Typ-2-Diabetes entwickelten („late converter“), lag oft eine andere Gen-Variante (CDKAL1) vor. „Auch hier sehen wir Studien bestätigt, die auf eine erbliche Veranlagung für einen Typ-2-Diabetes hinweisen“, erklärt Professor Dr. med. Andreas Fritsche, Pressesprecher der DDG aus Tübingen.

Eine ähnliche Studie wie in Südkorea führt derzeit auch das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) in Tübingen, München und Düsseldorf durch. Die Deutsche Gestationsdiabetes Studie (PREG) beobachtet eine Gruppe von Frauen in der Schwangerschaft und bis zu zehn Jahre nach der Geburt ihrer Kinder. In Deutschland tritt bei vier Prozent aller Schwangeren ein Gestationsdiabetes auf. Von diesen Frauen entwickelt jede zweite innerhalb von zehn Jahren nach der Entbindung einen Typ-2-Diabetes, obwohl sich ihr Blutzuckerspiegel nach der Entbindung zunächst wieder normalisiert hat. Im Unterschied zur südkoreanischen Studie nehmen auch Frauen ohne Gestationsdiabetes an der PREG-Studie teil, die aufgrund ihres persönlichen Risikoprofils nach der Schwangerschaft ebenfalls an einem Diabetes erkranken könnten. „Wir erhoffen uns von dieser Studie, das Erkrankungsrisiko in Zukunft besser abschätzen zu können und individualisierte Präventionsmaßnahmen anbieten zu können“, erklärt Andreas Fritsche.

Regelmäßige Kontrolle

Dennoch sei der Typ-2-Diabetes kein unabwendbares Schicksal. Frauen mit Gestationsdiabetes, die ihr Kind stillen, haben auf lange Sicht ein um 40 Prozent verringertes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. US-Studien zeigen, dass Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion das Risiko für Typ-2-Diabetes zudem halbieren können.

Unbedingt zu empfehlen ist eine regelmäßige Kontrolle des Glukosestoffwechsels nach der Entbindung, auch wenn sich die Blutzuckerwerte zunächst wieder normalisiert haben. „Wir empfehlen eine erste Blutglukosemessung sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt“, sagt DDG-Präsident Siegel. Sind die Blutzuckerwerte unauffällig, sollten die Messungen alle zwei bis drei Jahre wiederholt werden.

Originalpublikation:

Clinical and genetic risk factors for type 2 diabetes at early or late post partum after gestational diabetes mellitus
S. H. Kwak et al.; J Clin Endocrinol Metab., doi: 10.1210/jc.2012-3324; 2013

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2 Kommentare:

Dr. med. Carsten Schmidt
Dr. med. Carsten Schmidt

Was soll der sinnlose Kommenta von Bohnenkamp?
Auf Defizite hinzuwiesen ist dch richtig! Wieviel Jahe sind seit 1993 vegangen?
Dr Aikel ist wetvoll, enn was ist sinnvlle als Prävention. Das Ekenntnisse schon früher vorlagern schmälet doch nciht den sunstantiellen Wer eine Erinnerung an unf eine Aufmerksamkeit fürv Parävention! WWissenweirergabe an neue Geneatinen ist wichtig. Narßsitische Überarhebung im Sinne eine Besserwissrrei und “schehereen” von etwas Wichtigen entsricht nicht ärztkicher Ehik.

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Hildegard Bohnenkamp
Hildegard Bohnenkamp

Das ist nun wirklich nichts Neues. Bereits während meiner Fortbildung zur Diabetesberaterin DDG im Bethanien-Krankenhaus in Hamburg 19932/93 wurden uns diese Zusammenhänge erläutert. Seither ist leider zu wenig für die Prävention ernährungsabhängiger Erkrankungen getan bzw. unter Horst Seehofer sogar gestrichen worden.

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