Autismus-Diagnose: Häschen in der Röhre

30. März 2017

Erkennbar ist eine Autismus-Spektrum-Störung derzeit frühestens ab zwei Jahren. Das könnte sich dank einer MRT-gestützten Diagnose bald ändern, zumindest für „Hochrisiko-Kinder“ aus Familien mit einem autistischen Geschwisterkind. Doch ist eine so frühe Diagnose sinnvoll?

Bei Kindern mit familiärer Vorbelastung lässt sich mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) bereits im ersten Lebensjahr feststellen, ob sich später eine Autismus-Spektrum-Störung entwickeln wird. Das berichten Wissenschaftler aktuell in Nature. 1 Der große Vorteil aus Sicht der Wissenschaftler: „Eine frühe Diagnose der Erkrankung würde auch frühe präventive Maßnahmen ermöglichen, wenn das Gehirn noch am formbarsten ist.“ Eine frühe Detektion eröffnet außerdem die Möglichkeit einer frühen Therapie, die mit einer besonders hohen, langfristigen Erfolgsquote verknüpft ist.

Chance für frühe therapeutische Maßnahmen

Doch ursächlich behandelbar sind Autismus-Spektrum-Störungen bis heute nicht. Frühe therapeutische Maßnahmen könnten den Betroffenen jedoch helfen, ihre sozialen Interaktionen und Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern und damit auch psychische Begleiterkrankungen in Schach zu halten, argumentieren die Studienautoren. Diese therapeutischen Maßnahmen müssten jedoch erst noch entwickelt werden.

Schnellere Vergrößerung der Hirnoberfläche

An der Studie nahmen 106 Kinder mit mindestens einem autistischen Geschwisterkind und 42 Kinder ohne autistische Geschwister teil. Von beiden Gruppen nahmen die Wissenschaftler MRT-Bilder des Gehirns der schlafenden Kinder mit jeweils 6, 12 und 24 Monaten auf. Gemessen wurden das Gehirnvolumen, die Oberfläche des Gehirns und die Dicke bestimmter Bereiche im zerebralen Cortex.

Die Forscher beobachteten, dass Babys, die später eine Autismus-Spektrum-Störung entwickelten, im Alter zwischen 6 und 12 Monaten eine viel schnellere Vergrößerung der Hirnoberfläche zeigten als Babys, die bis zum 24. Lebensmonat keine Anzeichen von Autismus aufzeigten. Dabei vergrößerte sich vor allem die Oberfläche des Hinterhaupts Gyrus, des rechten Cuneus (einem Teil des Occipitallappens) und des rechten lingualen Gyrus Bereichs.

Die Wachstumsrate des Gehirnvolumens unterschied sich in diesem Alter jedoch nicht bei den beiden Gruppen. Im 2. Lebensjahr nahm das Hirnvolumen der später erkrankten Kinder aber stärker zu als bei gesunden Kindern.

Zahlreiche Studien haben bereits von Anomalien des Hirnvolumens im Zumsammenhang mit verschiedenen mentalen Erkrankungen berichtet. Eine Übersichtsarbeit2 aus dem Jahr 2006 legt jedoch nahe, dass es sich bei der in der wissenschaftlichen Literatur übermäßig häufig berichtetem  Phänomen des vergrößerten Hirnvolumens bei mentalen Erkrankungen auch um einen wissenschaftlichen Bias handeln könnte.

Lernalgorithmus bringt Unterschiede zutage

Die Beobachtungen der aktuellen Forschungsarbeit waren mit bloßem Auge nicht ersichtlich, sondern kamen erst durch eine Computeranalyse nach Anwendung eines Deep Learning Algorithmus (eine Variante des maschinellen Lernens) zu Tage. Dieser Algorithmus nutzt hauptsächlich die Daten der Hinroberfläche von Kindern zwischen 6 und 12 Monaten, um vorherzusagen, ob bei dem betreffenden Kind mit 24 Monaten eine Autismus-Spektrum-Störung diagnostiziert  wird.

Stephen Dager von der University of Washington hofft auf bessere Chancen für betroffene Kinder. Credit: Marie-Anne Domsalla

Stephen Dager von der University of Washington hofft auf bessere Chancen für betroffene Kinder durch eine frühe Diagnose. Credit: Marie-Anne Domsalla

Vergrößertes Gehirn: Risikofaktor für Autismus

Frühere Forschungsarbeiten hatten ein vergrößertes Gehirn bereits als einen Risikofaktor für Autismus identifiziert. Die aktuelle Studie ermöglicht es, diesen frühen, pathologischen Wachstumsprozess des kindlichen Gehirns bereits zu detektieren, bevor sich die Größe des Gehirns messbar verändert hat. Das übermäßige Wachstum des Gehirns korrelierte zudem mit der Schwere der sozialen Defizite, die im Alter von 2 Jahren diagnostiziert wurden.

Bei familiär vorbelasteten Kindern mit einem autistischen Geschwisterkind waren die Gehirnunterschiede im Alter von 6 und 12 Monaten ausreichend, um bei 30 von 37 Kindern eine korrekte Autismus-Diagnose mit 24 Monaten vorherzusagen (Sensitivität 88 Prozent, positiver Vorhersagewert 81 Prozent). Dieses gute Vorhersage-Ergebnis gilt allerdings nur für Kinder mit einer familiären Vorbelastung. Bei 4 von 127 Kindern wurde die Verdachtsdiagnose, die nach 12 Monaten gestellt wurde, allerdings mit 24 Monaten nicht bestätigt (negativer Vorhersagewert 97 Prozent).

Symptome erst ab 2 Jahren erkennbar

„Typische Verhaltensauffälligkeiten, die auf eine Autismus-Spektrum-Störung hinweisen, machen sich gewöhnlich erst ab einem Alter von etwa 2 Jahren bemerkbar“, so Annette Estes, Leiterin des Autismuszentrums der University of Washington. Zu diesem Zeitpunkt hat sich das Gehirn aber bereits substantiell verändert. „Mit unserer Methode lässt sich Autismus bei Hochrisiko-Kindern bereits vor dem 1. Geburtstag diagnostizieren“, so Robert Schultz, Leiter des Zentrums für Autismus Forschung im Children`s Hospital in Philadelphia, USA. Bei Kindern mit einem autistischen Geschwisterkind liegt das Risiko, auch an einer Autismus-Spektrum-Störung zu erkranken bei 20 Prozent.

Annette Estes spielt mit einem Kind im Autismuszentrum der University of Washington. Credit: Kathryn Sauber

Annette Estes spielt mit einem Kind im Autismuszentrum der University of Washington. Credit: Kathryn Sauber

In der übrigen Bevölkerung hat eines von 68 Kindern im Schulalter die Diagnose „Autismus-Spektrum-Störung“ erhalten. Betroffen sind rund 10 Millionen Menschen weltweit.

Vorhersagekraft der Methode muss überprüft werden

Bevor der hier erprobte Algorithmus allerdings eine klinische Anwendung findet, muss seine Vorhersagekraft zunächst in weiteren Studien überprüft werden. „Wenn wir unsere Ergebnisse reproduzieren können, werden wir lange vor der Ausprägung von Verhaltensauffälligkeiten vorhersagen können, welche familiär vorbelasteten Kinder später an einer Autismus-Spektrum-Störung erkranken werden“, so Schultz.

Robert T. Schultz, Leiter des Autismuszentrums am Children's Hospital von Philadelphia, USA. Credit: Children's Hospital of Philadelphia

Robert T. Schultz, Leiter des Autismuszentrums am Children’s Hospital von Philadelphia, USA © Children’s Hospital of Philadelphia

Informationen für künftige Behandlungsstrategien

Die Studie könnte laut Schultz auch wertvolle Informationen für künftige Behandlungsstrategien liefern. „Dank der Aufnahmen der Gehirne konnten wir bestimmte Regionen festmachen, deren untypische Entwicklung offenbar an der Entstehung von Autismus beteiligt ist“, erklärt der Neuropsychologe Schultz. Wenn wir die neuralen Mechanismen dahinter verstehen, können wir daraus eventuell frühere Behandlungsoptionen ableiten – möglicherweise noch bevor die Symptome der Autismus-Spektrum-Störung auftreten.“

Diagnose per Tablet ab 3 Jahren

Ab 3 Jahren könnte die Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung noch einfacher sein: Erst im Herbst letzten Jahres hatten Wissenschaftler von einer frühen Diagnose mit Hilfe eines Tablets berichtet.3 Anhand der Analyse von zwei altersgerechten Spiele-Apps war den Forschern eine rasche und treffsichere Verdachtsdiagnose bei Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren gelungen. Eine eigens für die Studie entwickelte Software im Hintergrund untersuchte dabei die Feinmotorik der Kinder. Sie vergleich die Handhabung der Spiele von 37 autistischen und 45 gesunden Kindern und lag in 93 Prozent der Diagnosen richtig. Die autistischen Kinder zeichneten sich durch häufigere, festere Bewegungen aus, sie bedienten das Tablet mit stärkerem Druck und unter ausladenderen und schnelleren Bewegungen als die gesunden Kinder.

Sediertes Baby ohne Therapieoption

Der große Vorteil dieser Methode: Gegenüber MRT-Aufnahmen sind die Handy-Apps wesentlich günstiger und zudem weniger invasiv für die Kinder. Denn um aussagefähige Bilder zu bekommen, müssen Babys vor einer MRT-Diagnose sediert werden. Diese Maßnahme allein dürfte viele Eltern mit Hochrisikokindern davon abhalten, eine frühe Diagnose anzustreben, für die es – im Moment zumindest – noch keine therapeutischen Konsequenzen gibt.

Mit 3 schon zu spät

Die Wissenschaftler der Nature-Studie sind sich dieser Problematik zwar bewusst, sehen ihre Studie aber als Grundstein für die Entwicklung früher Therapien für betroffene Kinder. Sie befürchten, dass eine Diagnose in diesem Alter bereits zu spät sein könnte. „Mit 3 Jahren liegen die betroffenen Kinder in Bezug auf ihre sozialen und sprachlichen Fähigkeiten oft schon weit hinter denen ihrer gesunden Altersgenossen zurück“, so Estes und weiter: „Verpasst man diese wichtigen Entwicklungsschritte, ist ein Aufholen ein immerwährender Kampf für alle Beteiligten und nahezu unmöglich für viele Kinder.“

Wissenschaftler werten die MRT Aufnahmen der Kinder aus. Credit: University of Washington

Die MRT-Aufnahmen der Kinder waren nur mit Hilfe eines Algorithmus auswertbar. Credit: University of Washington

Kollege Stephen Dager ergänzt: „Wir hoffen, dass eine frühe Intervention – vor dem 2. Geburtstag – die klinische Entwicklung der Kinder wieder auf die richtige Bahn bringen kann.“

 

Originalpublikationen:

Early brain development in infants at high risk for autism spectrum disorder
H.C. Hazlett et al.; Nature, doi: 10.1038/nature21369; 2017

Excess significance bias in the literature on brain volume abnormalities
J.P. Ioannidis; Arch Gen Psychiatry, doi: 10.1001/archgenpsychiatry.2011.28; 2011

Toward the Autism Motor Signature: Gesture patterns during smart tablet gameplay identify children with autism
A. Anzulewicz et al.; Sci Rep, doi: 10.1038/srep31107; 2016

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19 Kommentare:

Gast
Gast

Hetze gegen Heilpraktiker in 3…2…1…

#19 |
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Nichtmedizinische Berufe

@ Gast # 12

Nun, die Evolution ist auch in der Vergangenheit nicht immer gerade Wege gegangen. Durchgesetzt haben sich über viele Millionen Jahre anpassungsfähige Systeme.

Wir können in keinem Fall beurteilen, wozu die Menschheit sich einmal entwickeln wird, sollte der Planet noch existieren, bzw. bewohnbar sein.

#18 |
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Hebamme Marion Schmeling
Hebamme Marion Schmeling

„Verpasst man diese wichtigen Entwicklungsschritte, ist ein Aufholen ein immerwährender Kampf für alle Beteiligten und nahezu unmöglich für viele Kinder.“

Wo steht denn, daß sich alle Menschen in der gleichen Geschwindigkeit entwickeln MÜSSEN? Was soll diese Zwangs-Normalisierung durch „Frühintervention“?

Viel sinnvoller wäre es, endlich diese Angstmacherei vor Autismus aufzugeben und Eltern stattdessen zu erklären, wie mit dieser Behinderung (nicht: Krankheit) umzugehen ist, gerade weil sie nicht „wegtherapiert“ werden kann. Viele Eltern meinen gerade aufgrund solcher Berichte, daß ihre Kinder auf Teufel komm’ raus auf „normal“ getrimmt werden müßten. Bullshit ist das!

Und noch größerer Bullshit wird es, wenn die „Frühintervention“ was mit der Applied Behaviour Analysis (ABA) oder ähnlichen Praktiken zu tun hat, die aus den autistischen Kindern gehorsame, aber lebenslang leidende Menschen ohne Entscheidungsfähigkeit und ohne die Fähigkeit, „Nein“ sagen zu können, macht. Das kann weg, echt.

Gruß, ein Autist.

#17 |
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Gast
Gast

Das von Schönhöfer habe ich gelesen, und wie gesagt, zur Schweinegrippe habe ich nichts weiter zu entgegnen. Das Medscape-Zitat ist hübsch, aber ich lese lieber den ganzen Text, anstatt ein vorgelegtes Häppchen (Kontext und so). Aber, was sehr witzig ist, Sie kommen mir vor, wie der berühmte Pudding, den man an eine Wand nageln möchte (auch typisch für Leute, die keine Argumente haben): Jetzt kommt also eine nebulöse Immuntherapie dran, um die pöhse Pharmaverschwörung zu stützen? Ah ja. NB: Sie wissen, daß Impfungen auch so mit dem Immunsystem zu tun haben?
Übrigens: http://news.doccheck.com/de/169744/grippewelle-deutschland-surft-impfmuede-weiter/ – wie von Zauberhand passend zum Thema. Lesen Sie außerdem doch mal die Cochrane-Paper, die T. Jefferson publiziert hat (finden sich säuberlich aufgelistet im WP-Artikel zur Grippeimpfung), und Sie werden feststellen, daß dort schon eine differenzierte Aussage zur Grippeimpfung getroffen wird (keine Ablehnung, keine Aussagen zu anderen Impfungen).

#16 |
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Peter Peschel
Peter Peschel

#Gast diesen (D)Effekt habe ich Ihnen doch gar nicht vorgehalten und wenn Sie keinen Zugang haben zu Medscape, dann hätten man doch einfach den weiteren Text Auszug daraus lesen können (Schrott Studien)…auch der Link zu Schönhöfer ist vorhanden, und ja alles ist leider zu einem riesigen Geschäft verkommen. Die Immuntherapie bei Krebs z. B. wurde schon vor 125 Jahren in New York postuliert und heute von der Pharmaka Industrie als ihre Errungenschaft verbreitet und damals bekämpft…Smile

#15 |
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Gast
Gast

@ Peschel –
Sie verstehen hier etwas ganz falsch: Ich habe nie behauptet, daß ALLE Impfungen sinnvoll und gut seien (die BCG-Impfung wird in Deutschland nicht mehr empfohlen, Pockenimpfung ist nicht mehr erforderlich, die Gelbfieberimpfung hierzulande nicht nötig). Ich habe lediglich zugestimmt, daß es keinerlei Beleg für eine Korrelation zwischen Autismus (Hirnentwicklungsstörung) und Impfungen gibt, und daß diese Studie aufgrund ihres Designs dies zusätzlich stützt. Daher ist dies auch kein Argument, Impfungen abzulehnen (wenn Sie aussagefähige Daten für Ihre Ansicht haben, ich lese sie gerne). Zum Medscape-Artikel kann ich nichts sagen, da er nicht frei zugänglich ist. Der Zusammenhang zwischen sinkenden Erkrankungszahlen und Impfungen kann in Bezug auf MMR, Diphtherie und auch andere Impfungen als gesichert gelten (und das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Impfungen ist positiv). Wenn Sie der Meinung sind, daß das nicht so ist, sondern andere Ursachen eine Rolle spielen, dann belegen Sie es bitte. Daß die sog. Schweinegrippeimpfung einen Sonderfall darstellt, bestreite ich nicht. Bislang ging es hier aber auch gar nicht um Influenzaimpfungen generell oder um die Schweinegrippeimpfung im speziellen. Wenn Sie darauf hinaus wollen, daß wir uns umfassend informieren sollten, immer gerne. Übrigens (ad personam): Sagt Ihnen https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt etwas?

#14 |
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Peter Peschel
Peter Peschel

#11 Gast Lieber Gast ihre unsubstantierten Einlassungen, sind öde und langweilig zugleich da monoton, phrasierend und bringen uns eben nicht weiter in der Sache.
Deshalb nun anbei ein Auszug 1 aus Medscape mit der Bezeichnung SCHROTT-Studien bezgl. Impfempfehlungen – und bei the Way die Schweine Grippe Pandemie war auch zweifelhaft und hat zu einem Volkswirtschaftlichen Schaden von ca. 350 Millionen Euro für die BRD geführt, siehe Auszug 2.

Endlich einmal eine kritische Sichtweise zur Grippeimpfung, dies sollten auch die Impfbefürworter und das RKI einmal genauer lesen…
Auszug 1 aus dem Link –
http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4904521?nlid=98423_3122
– Medscape Freitag, 20. Januar 2017:
In einem Interview mit The Atlantic äußerte Tom Jefferson, Vorsitzender der Vaccine Field Group bei der Cochrane Database Collaboration (der weltweit führenden Einrichtung für evidenzbasierte medizinische Reviews), ernste Vorbehalte gegenüber der Datenlage, welche die Impfempfehlungen stützen:
„Die meisten der Studien weisen schwerwiegende Fehler auf ,S c h r o t t‘ ist in diesem Zusammenhang zwar kein wissenschaftlicher Begriff, aber er trifft den Nagel auf den Kopf.“

Ein kritischer Blick auf die Evidenzen wirft weitere Fragen auf. In einem Cochrane-Review von 2012 wurde die Wirksamkeit der Influenza-Impfung bei Kindern untersucht und Folgendes bemerkt:
„[…] Von der Industrie geförderte Studien werden in anerkannteren Fachzeitschriften publiziert und häufiger zitiert als andere Untersuchungen, was jedoch nicht mit der methodologischen Qualität oder der Größe der Studie in Zusammenhang steht. Studien, die mit öffentlichen Geldern finanziert wurden, können vorzugsweise ihre Ergebnisse zu [Influenza-]Impfungen signifikant seltener veröffentlichen… Belastbare Daten zur Influenza-Impfung gibt es nicht viele, allerdings gibt es Hinweise auf ausgedehnte Manipulationen bei den Schlussfolgerungen und ungerechtfertigte Anerkennungen der Studien.“
Auszug 2 –
SCHÖNHÖFER, P. S. und H. SCHULTE-SASSE: Nachbetrachtungen zur Schweinegrippe- Pandemie. Ablauf, Fehler, Lehren Arzneimittel-, Therapie-Kritik & Medizin und Umwelt (2012/Folge 3) Hans Marseille Verlag GmbH München Nachbetrachtungen zur Schweinegrippe-Pandemie Ablauf, Fehler, Lehren P. S. SCHÖNHÖFER, Bremen, und H. SCHULTE-SASSE, Bremen Schweinegrippe-Pandemie – erfundene Erkrankung – Panikmache – Interessenkonflikte – Abwehrstrategien Strategien des Pharmamarketings zur Zeit der Schweinegrippe. Wahrheitswidrige und auch kriminelle Marketingpraktiken der Warenanbieter fallen im Pharmabereich zunehmend häufiger auf…
Nachbetrachtungen zur – Hans Marseille Verlag
Link zum Auszug:
https://www.yumpu.com/de/document/fullscreen/461688/nachbetrachtungen-zur-hans-marseille-verlag – Von Yumpu.com

#13 |
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Gast
Gast

Die Autismus-Störung ist eine Spektrum-Störung. Menschen mit gering ausgeprägten Symptomen, und vielleicht Exra-Begabungen, finden vielleicht ihre Nischen, die sie besonders gut ausfüllen. Daraus generalisierend zu schliessen, es handelt sich beim Autismus um einen Evolutionsschub, verharmlost die Problematik aber auf eine nicht akzeptable Weise. Menschen auf der exremeren Seite des Spektrum haben m.u. einen sehr starken Leidensdruck. Da können Patient und Angehörige nur dankbar sein für eine früh-, auf jeden Fall rechtzeitige Diagnose. Da die oben erwähnten Veränderungen jedoch nicht unbedingt vorhersehen lassen, auf welchem Niveau innerhalb des Spektrum man sich befinden wird, besteht natürlich das Risiko einer unnötigen Pathologisierung und Stigmatisierung.

#12 |
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Gast
Gast

@ P. Peschel: Ja, es führt vom Thema weg. Zudem habe ich zwar Kommentar 8, nicht aber Kommentar 1 geschrieben. Das Problem liegt aber doch daran, daß Gast 1 lediglich etwas selbstverständliches (Impfungen lösen keinen Autismus aus) noch einmal akzentuiert hatte, während Sie diese olle Kamelle hier wieder aus der Argumentationsschublade holen. Das Überzeugsein vom Nutzen von Impfungen (insbesondere von der MMR) basiert aber nicht auf devoter Pharmagläubigkeit, sondern auf Fakten. Sie hingegen können nur mit Ad-personam-Argumenten und einem verschwörungstheoretischen Ansatz à la “Impfstoffe werden von Pharmaunternehmen hergestellt, die verdienen damit Geld, das ist böse, und deshalb manipuliert die pharmazeutische Industrie die Wissenschaft und die Öffentlichkeit, und weil ich die Pharmaindustrie doof finde, muß an meiner These etwas dran sein” aufwarten. Ich weiß, daß das ziemlich gut bei einem bestimmten Teil des Publikums zieht. Mein “Nerv” ist dagegen allenfalls “getroffen”, da die Substanzlosigkeit Ihrer Vorwürfe auf Dauer doch langweilt.

#11 |
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Peter Peschel
Peter Peschel

#8, #1 Gast Es ist schon eine abenteuerliche Argumentation einen allgemeinen Impfstatus auf eine spezielle Impfung, hier MMR, abzuleiten, scheint aber eine krude Idee zu sein. Es ging eigentlich nur um das unnötige Einbringen einer Impfdiskussion welche eben nicht Gegenstand des Artikels war. Den Terminus Impfgegner zu negieren spricht für sich aber bei entsprechender Antwort beleidigt zu sein freut mich, den wer verteilt sollte auch einstecken können. Sollte aber der Nerv getroffen werden mit der Pharmagläubigkeit und der devoten Unterwerfung im Mainstream des Impfgeschäftes…dann muss da doch was dran sein.

#10 |
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Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

# 6 , Frau Stern, ich fnde es fantastisch, dass sie mit der Evolution argumenteren. Ich sehe es genau so! J.B. Anthropologie

#9 |
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Gast
Gast

@ P. Peschel
Bislang wurde ja behauptet, daß die Impfung des Kindes selbst den Autismus auslöst – wie wir wissen, wurde der britische Mediziner, dessen Name es hier nicht wert ist, genannt zu werden, widerlegt und als Lügner entlarvt. Da die MMR-Impfung jedoch frühestens ab dem 9. Lebensmonat angewendet werden soll (wegen möglicher zirkulierender maternaler Antikörper), können wir schon davon ausgehen, daß die meisten Studienteilnehmer noch gar nicht geimpft waren. Für mich folgt daraus: Sie, Herr Peschel postulieren also, daß die Impfung der Kindsmutter Auswirkungen auf die Autismusentwicklung des Kindes hat! DAS hat noch nicht einmal der o.g. Mediziner behauptet. Wie auch immer, verbohrt sind bislang nur die Impfgegner, weil sie beharrlich Fakten leugnen. Das Sie aber versuchen, den Terminus Impfbefürworter zu einem Schimpfnamen zu machen, kommentiert sich, so glaube ich, selbst.

#8 |
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Nichtmedizinische Berufe

@ Peter Peschel
Als Wirtschaftswissenschaftler haben Sie sich sicher eingehend mit Impfungen befasst und zwar bezogen auf die Gesundheit der Gesamtbevölkerung?

#7 |
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Nichtmedizinische Berufe

Nun könnte man es vielleicht auch einmal von einer ganz anderen Warte sehen:

Schon heute beklagen wir mangelndes Sozialverhalten auf breiter Front. Dahingegen beschleunigt sich der technologische Fortschritt ständig. Irgendwann wird es nicht mehr nötig sein, sich auf die hergebrachte Weise zu vermehren, die Nähe und Intimität voraussetzt.

Auf der anderen Seite gibt es Autisten bei denen das Gehirn wächst, ein gewisser Teil von Ihnen sind Savants. Ein Versuch der Natur über Jahrtausende hinweg zu einem Evolutionssprung zu gelangen?

Nur so eine Science Fiction Idee.

#6 |
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Gast
Gast

@#2 und obendrein zeigt das Bild ein Kaninchen!

#5 |
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Nichtmedizinische Berufe

Die Frage ist natürlich: Möchte jeder Autist therapiert werden? Oder sollte man akzeptieren, dass ein Gehirn auch anders arbeiten kann als bei Neuro-Normalen. Zumindest scheint es ja schneller zu wachsen und größer zu sein.

#4 |
  5
Wirtschaftswissenschaftler

#1. Der Impfstatus war doch hier nirgends erwähnt, wäre aber doch hoch interessant zu wissen um zu erkennen welchen Einfluss möglicherweise Impfungen auf die Hirnentwicklung haben.
Der vorherige Kommentar ohne Substanz deutet aber auf einen verbohrten und pharmagläubigen Impfbefürworter ohne jeglicher kritischeren Distanz…

#3 |
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Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

@DocCheck Ihre Headlines sind bisweilen grausam bescheuert, muss man wirklich so hart sagen. Eigentlich auch nicht bisweilen sondern ziemlich oft.

Bemüht originell aber total daneben.

#2 |
  11
Gast
Gast

Gibt es ein besseres Argument gegen die These verbohrter Impfgegner, Autismus sei ein Impfschade, als die Studie?!

#1 |
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