Commotio: Liegen lohnt nicht

22. Februar 2017
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Wenn Kinder an einer Gehirnerschütterung leiden, sollen sie sich ausruhen – hieß es bis jetzt. Eine neue Studie zeigt: Das Risiko für weitere Beschwerden ist im Ruhezustand höher, als wenn die Patienten sich früh wieder moderat körperlich betätigen.

 

Originalpublikation:

Association Between Early Participation in Physical Activity Following Acute Concussion and Persistent Postconcussive Symptoms in Children and Adolescents

Anne M. Grool et al.; JAMA, doi: 10.1001/jama.2016.17396; 2016

47 Wertungen (3.98 ø)

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14 Kommentare:

Elisabeth Spies
Elisabeth Spies

Wäre die Frage, ob diejenigen, die sich schonen, nicht doch schlimmere Kopfverletzungen erlitten haben. Wirklich objektiveren kann man die Krafteinwirkung schließlich nachträglich nicht wirklich…

#14 |
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Gast
Gast

Selbstverständlich darf man jetzt von dem einen Extrem (Immobilisation) nicht zum anderen Extrem (Belastung) wechseln.

#13 |
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Wenn auch keine Bettruhe, sollten Kinder aber dennoch nicht zur Schule gehen. Lehrer und auch Mitschüler nehmen keine Rücksicht.

#12 |
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” A well-designed randomized clinical trial is needed to determine the benefits of early physical activity following concussion.”
Dem gibt es nur wenig hinzuzufügen:
Empfohlen wird seit Jahrzehnten bei einer Gehirnerschütterung – in Abgrenzung zur Schädelprellung gekennzeichnet durch eine initiale Bewußtseinstörung von Sekunden bis zu 10 Min. Dauer, häufig mit retrograder Amnesie, Schwindel und Erbrechen sowie persistierenden Kopfschmerzen – eine klinische Beobachtung über 24 Stunden und regelmässiger Kontrolle des neurologischen Status und bei blandem Verlauf eine rasche Mobilisierung.
Kontrovers diskutiert wird der Nutzen eines CCTs bei Fehlen weiterer Symptome.
Abzugrenzen sind einfache Schädelprellung, HWS-Syndrom, Comotio labyrinthi einerseits sowie Contusio zerebri, intrakranielle und intrazerebrale Blutung andererseits.
Ohne eine solche differenzierte Abgrenzung sind die Aussagen der Studie nur unter großem Vorbehalt zu werten, zumal sie offenbar auf der Beobachtung des spontanen Verhaltens der Betroffenen beruhen – und das korreliert ja möglicherweise auch mit dem Schweregrad der Verletzung.

#11 |
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Gast
Gast

Die Befindlichkeit machts. Ich hab 1977 mit meiner Commotio 2 Wochen lang doppelt gesehen. Hätte ich da auf Bettruhe verzichtet, wäre ich wahrscheinlich gleich wieder am nächstbesten Skifahrer hängen geblieben. Aber wenigstens hätte ich mit meiner Riesenbeule am Hinterkopf die Mütze einmal komplett ausgefüllt.

#10 |
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Weitere medizinische Berufe

Walken und Fahrradfahren stimme ich zu, aber Joggen? Bei Kopfschmerzen, die nach einer Commotio eigentlich ein Leitmotiv sind, sollte zusätzliche Erschütterung gut tun? Das glaube ich weniger!

#9 |
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eckspr.
eckspr.

Dem 1. u vorletzten Kommentator kann ich nach fast 46-jähr.chir.Praxis zustimmen.Haben Sie sich einmal überlegt was passiert pathophys.bei einer Commotio??Wieviel können wir davon nachweisen??Unbestritten bleiben bei gesicherter Diagnose nicht selten belastungsabhängige Beschwerden,wie Kopfschmerzen,schnelleErmüdbarkeit,Konzentrationsleistungsschwäche,Appetitlosigkeit;ein sogen.postcomm.Syndrom.Um die Regenerationsphase und die natürlichen Selbstheilungskräfte anzuregen sollten unnötige!!!! Belastungen vermieden werden,eine der Beschwerdesymptomatik angepaßte Ruhephase dem Verunfallten eingeräumt werden,unterstützt könnte es ggf. durch reflexmed.Behandlungen,z.B.Akup.werden,da hierdurch die Selbstheilungskräfte des Kindes zusätzlich angeregt werden.Der Verf.berichtet a.e.Erf.b.Erwachsenen.

#8 |
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Die Befindlichkeit ist entscheidend, Introspektion gefragt. Nach meinem SHD2 habe ich bei Anstrengung schnell Kopfschmerzen gekriegt und ermüdete rasch. Wenn das der Fall war, habe ich einfach pausiert. Das Sclhafbedürfnis war hoch, ca um die 12 Std. täglich. Nach 8 Wochen hatte die Belastbarkeit deutlich zugenommen. Aber erst nach 6 Monaten schien meine Birne wieder richtig zu funktionieren. Auch auch in den nächsten 12 Monaten meinte ich noch Funktionzuwachs zu erkennen.
Habe damals einen Selbsthilfeleitfaden einer Kinderklinik in Oregon, USA gegoogelt.

#7 |
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Ärztin

Was für ein Unsinn- ein Kind, das sich gut fühlt, bekomme ich eh nicht ins Bett- kenne legen sich freiwillig hin. Und Wie der Kollege schon sagte – Bettruhe gilt schon lange nicht mehr.

#6 |
  6

Die Anschauungen ändern sich auch im Lauf der Jahre.
1.) In den “Sixties” hat man Infarktpatienten 8 Wochen STRENGE Bettruhe verordnet, sie durften nicht mal zur Toilette gehen. Heute jagt man sie sofort übers Ergometer.
2.) In der großen Chirurgie-Vorlesung (in Freiburg/Br.) wurde in den “Seventies” beim einseitigen Mamma-Ca. ernsthaft auch die Amputation der gesunden Mamma propagiert und durchgeführt.

#5 |
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Gast
Gast

Herr Blumenstein, Sie gehören wohl zu den chronischen Nörglern? “Befreien Sie Ihre Zähne doch ab sofort nur noch mit Äpfeln von den Belägen” – ihr Zahnarzt wird sich die Hände reiben… Das vernünftige Argumentieren sollten Sie auch noch üben – oder werden Sie fürs Stänkern bezahlt?

#4 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich bin froh, dass sich das geändert hat. 1976 hatte ich als Kind eine Gehirnerschütterung und wurde zu zwei Wochen strenger Bettruhe verdonnert. Lesen durfte ich auch nicht – die Augen. Als ich am Ende dieser Zeit wieder aufstand, war ich so schwach auf den Beinen, dass ich beinahe wieder laufen lernen musste. Von dieser Zeit habe ich mich lange nicht erholt, bekam auch Probleme mit Haltung und Rückenmuskulatur.
Aber was bedeutet moderate Bewegung? Wäre Alltagsbewegung nicht genug?
Muss es Sport sein?

#3 |
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Michael Blumenstein
Michael Blumenstein

Was soll das? Jedes schwer betroffene Kind wird kaum ein höheres Aktivitätsniveau anstreben. Die schwer betroffenen Kinder halten also freiwillig Ruhe ein. Die Prognose ist, wen wundert’s bei den schwerer erkrankten schlechter. Welcher Kollege würde nach einer Gehirnerschütterung zum Joggen raten? Manchmal braucht es gesunden Menschenverstand und keine schlecht geplanten Studien. Aber: nur schlechte Studien schaffen Aufmerksamkeit. Beispiel: Äpfel machen Karies. Die Untersuchung: Zähne in Apfelmus eingelegt. Die Aussage? Keinen Apfelmus im Mund behalten? Oder gar die Zähne nicht mehr durch Beißen und Kauen von Äpfeln von Belägen reinigen?

#2 |
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Gast
Gast

..”bis jetzt” ist nun wirklich falsch,
strenge Bettruhe gilt schon lange nicht mehr.

#1 |
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