Akne: Hormone erhöhen Thromboserisiko

14. Februar 2017
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Leiden Frauen an mittelschwerer Akne, sollten Ärzte Dienogest und Ethinylestradiol nur noch verordnen, falls alternative Therapien versagen. Aufgrund des möglichen Thromboserisikos haben sich EMA-Experten zu dieser Maßnahme entschlossen.

Acne vulgaris zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen in Europa. Schätzungsweise 70 bis 95 Prozent aller Jugendlichen leiden mehr oder minder stark daran. Je nach Schwere stehen unterschiedliche Wirkstoffe zur Verfügung. Dazu gehören Benzoylperoxid, Salizylsäure oder Retinoide. Schwere Fälle behandeln Ärzte mit systemischen Antibiotika, systemischem Isotretinoin oder bei Frauen mit Hormonen.

Wirksame Therapie

Dass Patientinnen von Dienogest 2 mg und Ethinylestradiol 0.03 mg profitieren, steht für die Europäische Arzneimittelagentur EMA außer Frage. Sie verweist auf zwei Phase III-Studien mit insgesamt 2.400 Frauen. Alle Patientinnen hatten mittelschwere Akne. Beide Hormone waren wirksamer als Placebo und mindestens genauso effektiv wie Ethinylestradiol plus Norgestimat oder Ethinylestradiol plus Cyproteron. Vergleiche mit anderen Pharmaka fand die EMA nicht.

Rätsel um Risiken

Dem gegenüber steht ein „als gering eingeschätztes Risiko einer venösen Thromboembolie“, schreibt die EMA. Neue Daten gibt es nicht. Die vorhandenen Informationen reichen nicht aus, um verlässliche Aussagen zu treffen. Die Behörde versucht deshalb, Gefahren zu minimieren:

  • Arzneimittel mit Dienogest und Ethinylestradiol sind für Frauen gedacht, die generell eine orale Kontrazeption wünschen.
  • Die Präparate sollten nur eingesetzt werden, falls ein topisches Präparat oder ein orales Antibiotikum versagt haben.
  • Nach drei bis sechs Monaten lohnt es sich, zu evaluieren, ob die weitere Pharmakotherapie mit Dienogest und Ethinylestradiol Sinn macht.
  • Heilberuflern rät die EMA, Patienten nicht nur auf mögliche Gefahren hinzuweisen, sondern sie über Symptome einer VTE zu informieren. Dazu gehören starke Schmerzen oder Schwellungen in den Beinen, plötzliche unerklärliche Atemnot, schnelle Atmung oder Husten, Schmerzen in der Brust oder eine allgemeine Schwäche. Dann bleibt nur, umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
22 Wertungen (4.27 ø)
Forschung, Pharmazie

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5 Kommentare:

Arzt
Arzt

@#4 war das also doch keine Thrombose und du ärgerst dich darüber?

#5 |
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Gast
Gast

Es wär nur schön, wenn die Ärzte selber über ein entsprechendes Risiko aufgeklärt werden würden. Auf der einen Seite wird darum ein Drama gemacht, (beim Frauenarzt jedes halbe Jahr unterschreiben, dass frau über Thromboserisiken bescheid weiß, wenn frau sich die Pille verschreiben lässt) aber wenn dann entsprechende Symptome auftreten, wird Thrombose nicht mal in Betracht gezogen (Patientin zu jung, kann ja nicht sein). Da wird die Aufklärung bei entsprechenden Symptomen sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen ad absurdum geführt.

#4 |
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Gast
Gast

wirklich nichts neues über die Pille, sowohl für Akne wie für das Thromboserisiko,
die Dosierung ist nur (vernünftigerweise) niedriger geworden.

#3 |
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Gast
Gast

Es sollte vielleicht auch einfach “Ethinylestradiol” und “Gestagene” heißen, denn “synthetisch” sagt nur etwas über die Herstellung. Interessant, Pickel werden wieder Mode! Vielleicht sollten auch die EMA Entscheidungen wieder national werden. Jedenfalls ist es immer noch dreistellig wahrscheinlicher, dass eine Frau nach Sterilisatio wieder schwanger wird, als dass man durch eine Pille eine Theombose bekommt. Bin froh, vor vierzig Jahren Teenie gewesen zu sein, Diane 35 sei Dank!

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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

es sollte nicht heißen Hormone , sondern SYNTHETISCHE Hormone

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