Vegetarismus: Ist Brokkoli sexy?

7. Januar 2013
Teilen

Gesünder soll sie sein, umweltverträglicher und ohne Risiken von Mangelerscheinungen, wenn man sie achtsam betreibt: die vegetarische Ernährung. Aber kann sie die hohen Erwartungen wirklich erfüllen?

Die Studienlage scheint auf den ersten Blick eindeutig: Vegetarier leben gesünder. Insbesondere im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollen Menschen, die auf Fleisch verzichten, ein geringeres Krankheitsrisiko haben. Ein Grund könnte in ihrer Lebensmittelauswahl liegen: Vegetarier essen oft mehr Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse, die das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen senken. Eine Metaanalyse aus England verzeichnete – je nach Ernährungsweise der Probanden – ein um 15 bis 30 Prozent vermindertes Risiko für Vegetarier, an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken.

Vegetarische Kost kann auch therapeutisch von Bedeutung sein: Am Beispiel der rheumatoiden Arthritis konnte in Studien gezeigt werden, dass der Verzicht auf Fleisch, teilweise mit initialem Fasten, zu einer Symptomlinderung führt. Selbst wenn übrige Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum oder Sport und soziodemografische Parameter ausgeklammert werden, bleiben die Vorteile einer vegetarischen Ernährung offensichtlich erhalten. In einer Vergleichsstudie hatten Vegetarier, unabhängig von ihren sonstigen Lebensgewohnheiten, ein um 36 Prozent niedrigeres Risiko, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln.

Erhöhtes Kolorektalkarzinom-Risiko

Doch es gibt auch gegenteilige Studien: Nach Ergebnissen einer prospektiven Beobachtungsstudie im American Journal of Clinical Nutrition beispielsweise erkranken Vegetarier zwar insgesamt etwas seltener an Krebs. Doch der Fleischverzicht war mit einer deutlich erhöhten Rate eines Kolorektalkarzinoms assoziiert. Dass ein mäßiger Fleischkonsum auch nicht ungesund sein muss, bestätigte die im Jahr 2005 veröffentlichte Vegetarierstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums. Die Heidelberger Forscher hatten 21 Jahre lang die Auswirkungen vegetarischer Kost auf das Sterberisiko untersucht. Vegetarier waren den Fleischessern in der Langlebigkeit keineswegs überlegen. Vegetarier seien lediglich bei gefäßverengenden Herzerkrankungen tendenziell weniger gefährdet.

Für Fleischliebhaber komme bei einer vegetarischen Ernährung vor allem eins zu kurz: Der Genuss. Außerdem sei das menschliche Verdauungssystem, evolutionsgeschichtlich betrachtet, für eine rein vegetarische Ernährung überhaupt nicht ausgelegt, argumentieren sie. Ginge man in die Steinzeit zurück, ernährten sich die damaligen Menschen nicht von Milchprodukten, Teigwaren und viel Obst und Gemüse, sondern hauptsächlich von Fleisch. Unser Verdauungssystem habe sich über die Jahrtausende nicht verändert. Jürgen Abraham, Schinkenhersteller und Vorsitzender der Bundesvereinigung Ernährungsindustrie, hält nur eine fleischhaltige Mischkost für gesund. “Mit dem Konsum von Eiweiß in Form von Fleisch ist das menschliche Gehirn zu seiner heutigen Größe gewachsen”, äußerte er in der Sendung “hart aber fair”. Wer auf Fleisch verzichte, riskiere Mangelerscheinungen, die sich in einem verminderten Eisen- und Vitamin-B12-Spiegel bemerkbar machten, so Abraham.

Für Dr. Christian Kessler, Arzt und Forscher in der Abteilung Naturheilkunde am Immanuelkrankenhaus in Berlin, sind das Mythen aus der Vergangenheit: “Menschen, die sich vielseitig, aber fleischlos ernähren, erleiden keine Mangelerscheinungen. Eine fleischlose lacto-ovo vegetarische Ernährung ist für Menschen aller Altersklassen, auch für Schwangere und Stillende empfehlenswert”, so Kessler. “Allerdings nur, wenn man sich bewusst vegetarisch ernährt”, fügt er hinzu. Kessler verweist auf die so genannten Puddingvegetarier, die zwar auf Fleisch verzichten, dafür aber auf Junkfood zurückgreifen oder sich sehr einseitig ernähren. Dabei könne es dann, je nach Lebensumständen, sehr wohl auch zu Mangelerscheinungen kommen.

Mit Mythen aufräumen

Am 9. Dezember 2012 fand unter der Leitung der Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde am Immanuel-Krankenhaus Berlin, des Vegetarierbundes und der Carstens-Stiftung die europaweit erste wissenschaftliche Fachkonferenz für Ärzte zu vegetarischer Ernährung in der Gesundheitsversorgung “VegMed” in Berlin statt. Prof. Claus Leitzmann, ehemaliger Leiter des Gießener Instituts für Ernährungswissenschaften und Eröffnungsredner der Veranstaltung, sagte: “Es ist höchste Zeit, Ärzte und Gesundheitsberater auf den neusten Stand in Sachen vegetarische Ernährung und Medizin zu bringen. Die Erkenntnisse der vergangenen Jahre sollten Mythen über Vegetarismus ausräumen und Perspektiven für die ärztliche Praxis schaffen.”

Auf den Konsum von Fleisch zu verzichten, kann aus verschiedenen Gründen geschehen: Neben den gesundheitlichen Vorteilen, die eine fleischlose Ernährung offenbar mit sich bringt, lehnen die meisten Vegetarier schlichtweg das Töten von Tieren ab. Einige sorgen sich auch um die Umwelt – und das aus gutem Grund: Viehzucht verursache etwa ein Fünftel der Treibhausgase weltweit und Unmengen an verschmutztem Trinkwasser. Um eine Tonne Protein aus Fleisch zu gewinnen, sei eine vielfach größere Fläche nötig, als wenn die gleiche Eiweißmenge mit pflanzlicher Nahrung erzeugt würde. Die weltweite Überfischung der Meere und der fortschreitende Klimawandel liefern weitere Argumente, auf Fisch und Fleisch zu verzichten.

Authentische Vorbilder

Wie können Ärzte ihren Patienten Lust auf einen vegetarischen Lebensstil machen? Von dogmatischen Überzeugungsversuchen hält Kessler nichts. “Es ist viel spannender, die Leute einzuladen, sich auf Experimente einzulassen”, berichtet er von seinen Erfahrungen in der Klinik, wo alle Patienten der naturheilkundlichen Station bereits seit Jahren ausschließlich vegetarisch verpflegt werden. “Wenn Ärzte weniger belehrend, sondern authentisch auftreten, inspiriert das die Patienten viel stärker, einen anderen Lebensstil auszuprobieren”, so Kessler. Sich vegetarisch zu ernähren, bedeute schließlich nicht, einfach den Braten wegzulassen und nur die Kartoffeln mit der Bratensoße zu essen.

Stattdessen teilt der Arzt, der auch ambulante Patienten an der Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde betreut, gerne vegetarische Rezepthefte oder Veranstaltungshinweise auf Kochkurse aus. “Ich weiß zwar, dass fleischlose Kost gesund ist, versuche aber außerdem auch zu betonen, dass vegetarisches Essen lecker und lustvoll ist.” Ein Fanatiker fleischloser Kost sei er allerdings nicht – und auch kein Dogmatiker. “Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob und wie viel Fleisch er essen möchte”, so Kessler. Als überzeugter Vegetarier gebe er aber gerne Anregungen und Inspirationen für vegetarische Ernährungsformen.

Alternative: Flexitarismus?

Wer sich nicht entscheiden kann, isst einfach weniger Fleisch. Die so genannten “Flexitarier” verzichten weitgehend auf Fleisch, nur gelegentlich geben sie ihren Gelüsten noch nach. Sarah Wiener, Flexitarierin, Köchin und Restaurantbesitzerin, konsumiert Fleisch „wie einen Kuchen: Als etwas Besonderes, etwas Seltenes, etwas, das ich schätze, weil es eine gute Qualität und einen Preis hat.“

199 Wertungen (3.83 ø)
Allgemeinmedizin, Medizin

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

30 Kommentare:

Rettungssanitäter

Es ist sehr traurig hier zu lesen, was sogenannte Themenexperten schreiben. Meins ist nur gut, nein meins ist nur gut. Thematisch gesehen sollte doch erkannt werden, dass bei Varianten Vor- und Nachteile mitsich bringen. Nur eine ausgewogene Ernährung und das menschliche Bedürfnis nach Lust am Essen, sollte der richtige Weg für eine gesunde Ernährung sein. Wenn ich einigen Logiken folgen würde, bräuchte ich gar kein Sport treiben, da ich ja gar nichts habe was wegtrainiert werden muss.
Wenn ich jetzt noch den Faktor Evulution einflechte wird es noch schlimmer. Mittlerweile leben auf der Erde etwa 7106494156 Menschen. Die Vegis sind so überzeugt, das nur Ihre Methode die richtige sein kann, muss ich Euch sagen, die Erde schafft es nicht alle Vegi. zu ernähren.
Der Leitstragende sind die Schwachen und immernoch Kranken und die Tiere.
Prinzipell möchte ich aber sagen. Ich möchte meiner nahrung nicht die Nahrung wegessen. Somit ein gesundes neues Jahr an alle.

#30 |
  0
Ulrich Koch
Ulrich Koch

Beim Lesen der vielen Kommentare fält doch als erstes etwas ganz wichtiges auf: es gibt Menschen, die sich mit vergetarischer Kost und welche, die sich mit fleischhaltiger Kost wohler fühlen. Wenn ich mich mit Patienten über deren Ernährung unterhalte, fällt auf, dass jeder recht eigene Vorlieben und Abneigungen hat und jedem unterschiedliche Speisen wohltun oder umgekehrt gar nicht vertragen werden. Welche Ernährungsweise – vegetarisch oder nichtvegetarisch – von Vorteil ist, ist sicher auch individuell unterschiedlich, was im Sinne einer konstitutionsbezogenen Ernährung meines Wissens bislang noch ziemlich unzureichend untersucht wurde. Kernerfahrung ist doch, dass v.a. übermäßiger Fleischkonsum gesundheitlich problematisch sein kann!

Soviel zur gesundheitlichen Seite. Was die Emotionen hier viel öfter antreibt ist ganz offenkundig die ethische Seite, die sich v.a. besonders hinsichtlich einer Massentierhaltung und -schlachtung als höchst bedenklich erweist. Das spricht nicht prinzipiell gegen einen Fleischkonsum, aber gegen eine Ernährung, die einfach ignoriert, mit wieviel Leid und Perversion ein unreflektierter Fleischgenuss einhergehen kann.

Vielleicht kann diese Diskussion ja dazu beitragen, dass sich der eine oder andere Leser etwas mehr für seine Ernährung interessiert und anstatt Einzelfallanalysen (“Ich mach das so und so und seitdem geht es mir viel besser als früher, wo ich es anders gemacht habe…”) mal mit etwas Neugier in der Küche das eine oder andere ausgewogene, neue Rezept (und da kann ruhig mal was vegetarisches dabei sein!) auszuprobieren und zu genießen! Mit etwas Achtsamkeit kann eine individuelle und gute Ernährung, egal welcher Präferenz, so lecker sein!

PS.: Sind nicht unsere Ahnen aus der Altsteinzeit wunderbare Projektionsflächen für die eigenen Präferenzen? Als ob es da keine sachliche, undogmatische Forschung gäbe. Reißzähne hatten sie jedenfalls nicht….

#29 |
  0

Ich halte es mit einer ausgeglichenen Mischkost und achte auf Kalorieenbegrenzung ich habe bis heute damit beste Erfahrung gemacht.

#28 |
  0
Altenpfleger

Ich finde, dass die Diskussion hier ziemlich “lagerkampfartig” geführt wird. Als “Flexitarier” würde mich mal interessieren, wie groß denn der Einfluss einer insgesamt gesünderen Lebensweise in der Bewertung des Vegetarismus ist. Meine Vermutung ist nämlich, dass sich Leute, die sich vegetarisch oder auch “flexitarisch” (…dieses Wort fühlt sich einfach noch zu abgefahren an) ernähren auch insgesamt gesünder verhalten, also mehr Sport treiben, nicht rauchen, weniger Alkohol zu sich nehmen usw. Man müsste aus der Gruppe der Fleischesser also erstmal alle Personen herausnehmen, die besonders ungesund leben um herauszufinden, wie “gesund” das Vegetarierdasein tatsächlich ist.

#27 |
  0
Medizinjournalistin

Lieber Herr Rheinländer,

der von Ihnen scheinbar beobachtete Mangel an journalistischer Neutralität täuscht. Zum Stichwort Vegetarismus gibt es bei Pubmed über 3000 Studien. Diese hier einzeln aufzuführen, ist unmöglich. Daher habe ich die gesamte Studienlage, die unter gesundheitlichen Gesichtspunkten ganz klar zu Gunsten der Vegetarier ausfällt, zusammengefasst: ¿Die Studienlage scheint auf den ersten Blick eindeutig: Vegetarier leben gesünder.¿ Es gibt in der Tat nur sehr wenige Studien, die negative Auswirkungen einer fleischlosen Ernährung aufzeigen. So ist die Studienlage verantwortlich für meine Darstellung des Themas, nicht meine persönliche Meinung.

Herzliche Grüße,

Sonja Schmitzer

#26 |
  0
Student der Humanmedizin

Der Artikel klärt die eingangs, wenn auch bildlich formulierte Frage, in keiner Weise.

Ohne dem Inhalt zuzustimmen oder ihn abzulehnen, wird weder die GESAMTHEIT der Studienlage adäquat dargelegt (es handelt sich eher um beispielartige Stichproben als Beleg), noch werden wissenschaftliche Hintergründe erläutert (egal ob sie die Behauptung stützen oder nicht).

Zudem ist es wenig überraschend, dass der Fleischproduzent den Fleischkonsum für wichtig ansieht und der Naturheilkundler das Gegenteil äußert.
Die zitierten Personen können daher nicht als unabhängige Quellen angesehen werden.

Wer von beiden recht hat, sei dahingestellt, die gesamte Darstellung des Themas ist vollkommen unzureichend.

Nach dem Lesen des Artikels stellt sich kein Erkenntnisgewinn ein, dazu kommt, dass er die Ansichten der Autorin klar erkennen lässt.

Dieser Mangel an Neutralität verstößt gegen die journalistischen Prinzipien.

#25 |
  0

Es stimmt sicher nicht, dass Vegetarier mehr Coloncarcinome entwickeln als Fleischesser. Es gibt etliche Studien dazu.
Der viel zu hohe Fleischkonsum hat zu einem Dilemmer gefuehrt.
Die Tierhaltung in Europa ist groesstenteils skandaloes und die Toetung ebenfalls. Ethisch nicht vertretbar. Tiere sind Mitgeschoepfe wie wir.
Ganz zu schweigen von den oekologischen Konsequenzen.

#24 |
  0
mag lucia rizzo-russegger
mag lucia rizzo-russegger

Ich stimme Frau Westphal in allen Punkten zu.
Jede Person, die Fleisch konsumiert, sollte genau wissen, wie es entsteht und “produziert” wird. Am Besten persönlich, direkt in einer dieser großen Tierfabriken. Erst dann wäre die Entscheidung, andere Tiere zu essen, wirklich “bewusst”. Zur Info möchte ich Ihnen den Film “Earthlings” empfehlen http://www.youtube.com/watch?v=vo3lpQm1nG4

@Flexitarier
Es tut mir sehr Leid für Ihre Mutter. Ihre Schilderung könnte jedoch irreführend wirken:
wenn ich von Rauchern höre, die problemlos trotz Zigarettenkonsum 80 wurden, schließe ich daraus, dass diese einen besonders widerstandsfähigen Metabolismus hatten – nicht, dass Rauchen gesund macht.

Zur Phylogenetik:
Unser weiter Vorfahren Australopithecus afarensis ernährte sich ausschliesslich vegetarisch/vegan. Später aß der Mensch nur sporadisch Fleisch, vorwiegend Aas. Laut archäologischen Funden begann er erst vor 60.000 Jahren systematisch zu jagen. Das erklärt, warum unser Gebiss und unser Verdauungstrakt immer noch mehr den Pflanzen- als den Fleischfressern ähneln.
Es bleibt unsere freie Wahl, wie wir uns ernähren.
Es sollte unserer Ethik überlassen sein, da viele von uns eine besitzen.

#23 |
  0
peter a. nowak
peter a. nowak

Interessantes (!?) “Vegetarier-Forum” .
Es ist bezeichnend, daß die eine Gruppe die Sache
meistens fanatisch vertritt.

#22 |
  0
Tierheilpraktikerin

Es gibt seit Jahrzehnten genügend aussagekräftige Studien, (u.a. China Study) die eine vollwertige vegane Ernährung als absolut gesund und gesunderhaltend darlegen. “Herzkrankheiten sind zahnlose Tiger”-Dr. Caldwell Essylsten.
Jeder soll ja gerne von mir aus essen was er mag. Doch dann betrügt man sich, vielleicht aus Angst vor Veränderungen, selber.
Die sogenannten (tierischen gequälten) Lebensmittel, voller Hormone, Antibiotika, u.v.m., die zum Großteil kaum noch genügend zum Leben beinhalten taugen nichts mehr und haben mit Neandertalern nichts zu tun. Die sind übrigens auch ausgestorben. Vielleicht haben die zu viel Fleisch gegessen!
Auch Özi hatte Arteriosklerose. Na bitte ¿ der hatte auch Fleisch im Täschchen. Nicht alles was mal angeblich gut war, war auch gut.
Die Pharmalobby wird ihre Meinungsbilder schon weiter briefen, damit der Bürger nicht umfangreich aufgeklärt wird. Es ist eben so: Um seine Gesundheit muss man sich selber kümmern – um die Krankheit kümmert sich dann die Medizin. Die verdient auch gut daran. Ich darf das so schreiben – habe einige Jahre bei einem großen Pharmakonzern gearbeitet. Zum Glück bin ich da weg.
Seit ich mich vegan ernähre (vorher war ich 6 Jahre Vegetariern) geht es mir mit Mitte 50 superoberpowergut! Besser wie meinen pudding-vegetarisch essenden Kindern. Man staunt. Guter Schlaf, ausgeruht, keinerlei Gelenkprobleme mehr, Cholesterin – kein Thema mehr. Blutdruck runter und die Gewichtsabnahme – Diät braucht man nicht. Ich kann essen was ich möchte und es geht mir prima!
Ich würde mich zudem, bevor ich mir ein Steak brate mal ins Schlachthaus bewegen und mir ansehen, was das arme Wesen in seinem kurzen Leben erleiden musste und was es alles ins Futter bekommen hat.. Ob es dann noch schmeckt? Nein, gewiss nicht.
Ach ¿ noch was – auch Träger akademischer Titel – auch Mediziner müssen sich Respekt verdienen. Wer heute noch zur Blutdruckreduktion leichtfertig Beta-Blocker rezeptiert, anstatt den Patienten ehrlich und unter Aufsicht zu einer Ernährungsumstellung zu bewegen, der gehört ins Museum.

#21 |
  0

Der Mensch war und ist von Natur aus ein Allesfresser. Vergleicht man die Zahnstruktur der frühesten Hominiden mit der unseren, so findet man – im Gegensatz zu manchen Knochen – nur verblüffend geringe Unterschiede. Daß “wir” uns in der Altsteinzeit überwiegend von Fleisch und Fisch ernährt haben, ist keineswegs ein Mythos. Das zeigt alleine schon ein Blick auf die damals verfügbaren pflanzlichen Lebensmittel. Nutzbare Süßgräserarten wie Weizen und Mais wuchsen nur verstreut – der Ackerbau war ja noch nicht erfunden – und hatten signifikant weniger Körner pro Ähre bzw. Kolben als heute. Wildfrüchte waren ebenfalls wesentlich kleiner als heute und damit nur begrenzt als Nahrung nutzbar, und Blätter sind waren und sind schlicht unverdaulich. Daher hat sich der frühe Mensch logischerweise vor allem an Wildtiere gehalten. Ein erhöhtes Maß an Kohlehydraten steht uns erst seit dem Ende der Jungsteinzeit zur Verfügung. Ob sich in den wenigen Hundert Generationen seither unsere Frühmenschen-Gene so sehr verändert haben, daß die seit wenigen Jahrzehnten propagierte Nahrungspyramide als Basis der Ernährungslehre angesehen werden darf, muß bestritten werden.

Kurzum: Jeder nach seiner Fasson. Ich brate mir jetzt erst mal ein Steak.

#20 |
  1
Heiler Eckehard Kiesling
Heiler Eckehard Kiesling

Tolle Bericht und auch toll abgefasst. Meine Bemerkung zu diesen Berichten es leigt natürlich schon 15 Jahre zurück.Ich war 2 Jahre Vegetarier, musste dann einmal wieder körperlich so richtig zugreifen, musste meinen Komposthaufen umgeschichtet und war nach 20 Minuten komplett fertig, hab mich dann gefragt was das denn der Grund sei, weil ich Jahre zuvor 4 Kubik Kies problemlos um Schaufeln konnte. Bin dann wieder zur Mischkost umgestiegen und fühle mich jetzt auch mit dieser Kost Pudelwohl. Muss vielleicht dazu bemerken ich bin jetzt 72 Jahre und habe früher immer körperlich schwer gearbeitet.
Der Heiler vom See

#19 |
  0
Ärztegemeinschaft  Amedis
Ärztegemeinschaft Amedis

Ich persönlich habe keine Lust mein Essen wissenschaftlich zu betreiben. Ich esse fast alles auch Fleisch. Was habe ich davon wenn ich 90 werde aber 10 Jahre mein Essen abgewogen habe und mir Gedanken über jeden bissen gemacht habe. Mein Tipp ist nur hochwertiges teures Essen zu kaufen, dann geht man mit dem Essen automatisch respektvoll um und hat einen hohen Genuß. Die Tiere, die dafür leben dürfen, dass sie später auf dem teller landen haben dann auch ein gutes Leben und der Bauer bekommt auch einen ordentlichen Lohn für seine Arbeit.

#18 |
  0
Dr. med Erwin Rupprecht
Dr. med Erwin Rupprecht

Der Genuss vegetarischer Speisen verbreitet einfach ein anderes Setting. Zu mediterraner Kost, Pasta, Gemüsen, vegetarischem Auflauf und gemischten Salaten oder auch Fisch ist man eher geneigt eine Apfelschorle oder ein Gläschen Wein zu trinken. Fleischgerichte sind dagegen nicht immer, aber zumindest oft eher deftig. Zu Wurst, Leberkäse, Wammerl , Leberknödelsuppe Schweine- oder Zwiebelrostbraten schmeckt halt eher mal ein Bier oder Schnaps und da passt dann auch eher eine Zigarette dazu. Das Bier ist außerdem ein Appetitanreger, da isst man dann gerne mal auch etwas mehr, auch weil durch Biergenuss gewisse Hemmungen – nicht zuletzt auch bezüglich der Essmenge – relativiert werden. Könnte das nicht ein Grund mit dafür sein, dass Vegetarier tendenziell gesünder sind?

#17 |
  0
PD Dr. Hartmut Grimm
PD Dr. Hartmut Grimm

Wenn man Lust auf emotionalen Urschlamm hat und mal wissen will, wie es ist, in ein Wespennest zu stechen – dann schreibt man einen Artikel über Vegetarismus. Nie wieder findet man so gute Argumente wie: “…und dann hinten links in der Ecke is(s)t Einer, der hat das Alles überlebt!”

#16 |
  0
Dr. med. Susanne Bihlmaier
Dr. med. Susanne Bihlmaier

Genuss für Bauch, Herz und Verstand – und auch noch für die Gesundheit, das geht durchaus! Mit gesunder Neugierde an internationalen, industrie-unabhängigen Forschungs-Ergebnissen statt mit Dogmatismus. Und mit Lust auf Genuss. Die erste Auflage meines Koch- und Gesundheitsbuches “Tomatenrot + Drachengrün” war auf mehrere Jahre angelegt, ist jetzt aber schon nach wenigen Monaten abverkauft. Gesundheitsinteressierte und Krankheitsbetroffene machen es uns Therapeuten vor: schlemmen statt streiten, sinnvoll, lustvoll!

#15 |
  0
Claudia Sutter
Claudia Sutter

K o l e k t o r a l e s Karzinom?
Ich hatte mich schon gewundert, was das für eine neue Krankheit ist …Ob sie nur Lektoren betrifft?
Herrlich, wie hier wieder ein Glaubenskrieg entfesselt wurde :-))

#14 |
  0
Dirk Blanke
Dirk Blanke

@3
Ihnen istschon klar, dass es Unterschiede zwischen Pflanzen gibt? Wenn Sie allerdings Gras und Eichenblätter verspeisen wollen, benötigen Sie wohl einen Kuhähnlichen Verdauungsapparat. Für Obst, Gemüse und Angerichtetes genügt der Menschliche vollkommen.
Auch wenn Sie sich darüber mukieren, dass Vegetarier nicht nur Rohkost zu sich nehmen, sondern auch Angerichtetes – fragen Sie sich doch mal, wann Sie das letzte mal unzubereitetes Fleich, oder Fisch zu sich genommen haben. Nicht gekocht, gewürzt und geschnitten…

#13 |
  0
Zahnarzt

Mal eine Frage an die hier lesenden Allgemeinmediziner: Was ist an dem Video: “Gabel statt Skalpell” zu kritisieren? Dort wird ja die Gesamtmenge des aufgenommenen tierischen Eiweißes für die meisten Zivilisationskrankheiten verantwortlich gemacht. So gesehen geht das weit über den hier geforderten Fleischverzicht hinaus.

#12 |
  0
Dr. Rudolf Aubele
Dr. Rudolf Aubele

Kommentare und Argumente der Vegetarier meinerseits absolut nicht nachvollziehbar, eigentlich widersinnig zu medizinisch sachlichen Argumenten, Blödsinn .Alles in Maßen sinnvoll, nichts ist absolut. Geschmack und Freude sehr sehr wichtig.

#11 |
  0
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

“Was ist Felisch, Fisch, Geflügel? Richtig ein Stück Aas, also verwesendes tierisches Eiweiß. Okay schauen wir das Ei an: Hundekot wird woll kaum einer verspeisen,”

Lieber Wolf, Henrichsschrieben Sie nicht Missionare und Dogmatiker seien einfach out?

#10 |
  0
Dipl. Psych. André Denis
Dipl. Psych. André Denis

Ich lebe seit vielen Jahren überwiegend vergetarisch, setze mich aber zunehmend mit dem Thema auseinander, lese gerade das neue erschienene Buch von Joachim Mutter, “Grün Essen”, wobei mich beeindruckt, wie der Autor physiologische Stoffwechel-Zusammenhänge erklärt und belegt, die ich bei bisherigen Argumentationen / Diätempfehlungen vermißt habe oder nicht so schlüssig waren. Neu für mich z.B. die Berücksichtigung der “guten” Darmbakterien, die z.b. mit Hilfe von Balaststoffen Eiweiß produzieren, was der Körper dann aufnehmen kann, ohne daß man direkt Eiweiß zu sich nehmen muß. – Oder dass über den Darm Serotonin produziert wird, mit entsprechenden Wirkungen aufs Gehirn. – es geht auch viel um die Wirkung der Kohlenhydrate und von zu hohen Insulinkonzentrationen. An die Rezepte im zweiten Teil bin ich nur nicht angekommen. Aber das Buch passt sehr gut zum Thema, ich kann es empfehlen.

Im zweiten Teil gibt es auch Rezepte

#9 |
  0
Nichtmedizinische Berufe

Ein Dogmatiker, der ohne angst zu machen erfolgreich sein will käme eh nie ans Ziel. Missionare und Dogmatiker sind einfach out.
Der Weg Anziehungskraft über den natürlich Genuß ist der Erfolgsweg und das Tor zu mehr Vitalspanne. Gerne gebe ich Rezepte statt vegetarisch rein vegan auch auf ** und ***-sterne -Niveau mit auf den Weg. Erfolgreicher als Rezepte sind einladungen gemeinsam mit Freude das Mahl zu zubereiten und gemeinsam zu geniessen; Kochbücher schmecken einfach nicht.
Die Eiweißmast, die z. B. auch den Bluthochdruck, die Vastimotion zusammen brechen lässt gelingt auch perfekt mit Eier = Octo-Vegetarier und auch mit Milch / Milchprodukten = Lactovegitarier. Mit dem milch-Quark-Märchen werden gute Gewinne gemacht = Shoreholdervalue = lebensverachtende Profitgier und die osteoporose ganz massiv durch die Übersäuerung vorangetrieb. Es soll immer noch reichlich Mediziner geben, die Oma WSchmitz den Quark promoten wegen der Knochen und der guten Praxenauslastung.
Da hat es noch die Frage warum die Lebensmittel durchs erhitzen = kochen, braten, backen, grillen, frittieren getötet wird? Okay so eine massive Verdauungsleucozytose hat es was von einem niedlichen Todesstress…

Sage da letztes Jahr nicht jemand, das Totes immer Tod erzeugt und lebendiges Leben erhältß Oder war das so um 485 b.c. aus demMund eines gewissen Plato?

Was ist Felisch, Fisch, Geflügel? Richtig ein Stück Aas, also verwesendes tierisches Eiweiß. Okay schauen wir das Ei an: Hundekot wird woll kaum einer verspeisen, zuletztwegen der ca. 15 Millionen Fäulnisbakterien/gr.; ein Bioei brimngt es jedoch auf 150.000.000 Fäulnisbakterien pro g. Quelle Studie Uni Berley. Für totes rindfleisch werden 150.000; für Schweinefleisch 1,500,000 Keime angegeben.

Ich wünsche einen guten Appetitt

Wolf Henrichs, Ernährungsberater

Sorry ich vergas zu erwähnen, das ein Fleischesser wie eine katze, haus oder Löwe, egal einen Darm hat ca. in der Länge der eigenen Körperlänge, ein für Blättterverzehr ein absolut untaugliches Gebiss, bei uns ist der Darm um das 3-fache der Körperlänge, ein Gebiss mit dem sich ganz gut auch Blätter verspeisen lassen.

Wieso geht der Mensch als einziges Kreatur auf diesem Planeten hin und erhitzt sein Futter? Nun wegen der grünen Bohnen und Auberginenunverträglichkeit in rohem Zusastand werden wird schon nicht ausgerottet.

#8 |
  0
Angela Leyrat
Angela Leyrat

Ich bin seit über 30 Jahren Vegetarierin. Habe verschiedene Stufen ausprobiert. Für mich bedeutet vegatarisch Essen den vollen Genuss von Gemüsse und satt essen können ohne schlechtes Gewissen. Natürlich nicht als Puddignvegetarierer. Süsse ist reines Genussmittel. Wichtig auch hier die Ernährungspyramide beachten. 6 Teile Wasser / Tee / Saftschorle, 5 Teile Gemüse, Obst, 4 Teile Getreide, Hülsenfrüchte, 3 Teile Eiweis: als Ei, Milch, Genusweise: Käse, Fisch, Fleisch 2. Teile Fette, Öle: einfachgesättigte Öle, Olivenöl, Rapsöl, Butter ca. 20 g pro Tag (Magerinne eher nicht) zu guter Letzt Genussmittel wie: Kaffee,Schokolade, Kuchen, Eis, Alkohol etc.
Proteine werden mehr als wett gemacht, durch die sinnvolle Kombination: z.B. Kartoffel und Ei, oder Nudeln und Hölsenfrüchte, Brot und Käse. Gefolgt von Nudel und Tofu, was im Grunde ja auch wieder Getriede mit Hülsenfrüchten kommbiniert bedeutet.
Vegetarierer neigen leicht zu Eisenmangel. Diesen Mangel kann Mann/Frau durch Genuss von Sesam (Gumaso: zerstossener Sesam mit Salz), Petersilie etc. ausgeglichen werden.
Wichtig ist auch die Versorgung mit Omega3-Fettsäuren. Zellstoffwechsel etc. sind davon abhängig. Enthalten in geschrottenen Leinsamen, wird hier besser verwertet, Leinsamenöl verrühren in Joghurt, oder als Salatöl oder in Rapsöl, was beim Kochen und Braten gut zu verwenden ist. Wegen Umbau in karzerogene Stoffe keine Sorge. Gemüse wird normalerweise nicht so heiß gebraten. Sobald es jedoch in der Pfanne oder im Topf anfängt unangenehm zu Rauchen, dann war es doch zu heiß. Bitte das rauchende und qualmende Öl entfernen.
Rezepte gibt es mittlerweile zu hauff. siehe Internet-Tips… Guten Appetit

#7 |
  0
Ingrid Langner
Ingrid Langner

Es ist doch ein sehr einseitiger Beitrag. Wir sind doch in keinem Vegetarierforum!
Die einzige wissenschaftliche Quelle zeigt doch, dass der Rest des Beitrages eher vonm Zeitgeist und der Vorliebe der Autorin geprägt ist.

#6 |
  0

Nach einem Besuch des Club Mediterranée in Donoratico 1989 verzichtet unsere Familie auf Fleisch und Wurst, nachdem wir erlebten, wie wunderbar fleischlos in Italien gekocht werden kann. Wir verzichten auf Garnichts (höchstens auf Ekel) und fühlen uns pudelwohl. Wir essen viel bewusster, auch viel einfacher und variantenreicher und kochen schneller und: wir essen mit Genuss.
Übrigens, die 3 Metzger, die ich in Behandlung habe essen keine Wurst?? “Ich weiß, was reinkommt!”

#5 |
  0
Dr. med. Fred Kleinhans
Dr. med. Fred Kleinhans

Ich bin selbst Vegetarier und finde das Procedere von Dr. Kessler sehr gut.Beim Essen einen Überzeugungstäter spielen ist kontraproduktiv. Das erlebte Bespiel auch für meine Patienten ( Kinder ), ist der beste Weg Einsichten zu vermitteln und Nachahmer zu gewinnen.
Ich sehe auch die besondere Verantwortung,über die Wahl seiner Nahrung,einen Beitrag für die Gesundung unseres arg in Mitleidenschaft gebrachten Planeten ERDE.

#4 |
  0

Text ist in Ordnung, der Inhalt sowieso. Ich habe nch einem Fasten nach Buchinger meine Ernährung umgestellt – bin vom Fasten begeistert und von der Ernährungsumstellung. Und das wichtigste: Fasten geht auch sehr gut bei insulinabhängigen Diatetikern Typ 1 ohne Probleme. Bei der Ernährungsumstellung muss man nich absolut auf Fleisch verzichten – in der Spargelzeit kein Schnitzel oder Schinken – geht einfach nicht. Mit sonnen-energi(E )schen Grüßen ELKE SEIDEL

#3 |
  0
Astrid Poensgen-Heinrich
Astrid Poensgen-Heinrich

Ich bin seit 1989 Vegetarierin, habe wunderbare Blutwerte und mir geht es gesundheitlich bei einem Kartagener Syndrom wesentlich besser als den Mitpatienten, die Fleisch und vor allem Wurst verkonsumieren.
Davon abgesehen, bin ich ein absoluter Genußmensch, ich würde mich nie auf eine Weise ernähren, die mir keinen Genuß bringt.

#2 |
  0
Medizininformatiker

Ich bin selbst seit Februar 2007 Vegetarier und kann die Aussagen des Herrn Dr. Christian Kessler voll und ganz bestätigen.
Ich war auch letztes Jahr in Südindien, wo acht von zehn Restaurants rein vegetarisches Essen anbieten, die vegetarische Kücke ist so vielfältig, dass man auf nichts verzichten muss.
Zudem benötigt meines Wissens die Verdauug des Fleisches wesentlich mehr Energie.

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: