Ungeschultes Pflegepersonal: Rette sich, wer kann

11. Januar 2017
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Aus Kostengründen verzichten Kliniken in der Pflege oft auf Fachkräfte und ersetzen diese durch schlechter ausgebildetes Personal. Die Auswirkungen spüren die Mitarbeiter, aber ebenso die Patienten. Die Sparmaßnahmen beeinflussen Zufriedenheit und Mortalität der Patienten.

 

Originalpublikation:

Nursing skill mix in European hospitals: cross-sectional study of the association with mortality, patient ratings, and quality of care
Linda H. Aiken et al.; BMJ, doi: 10.1136/bmjqs-2016-005567; 2016

73 Wertungen (4.19 ø)

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39 Kommentare:

Gast
Gast

Wer die Kommentare hier liest, ahnt das Ausmaß der miserablen Versorgung in Krankenhäusern, Kliniken und Pflegeeinrichtungen.
Vielleicht sollte man diese Kommentare dem Bundesgesundheitsminister zukommen lassen?
Doch ich fürchte, dass er sich nicht die Zeit nimmt sie zu lesen und falls ja, die geschilderten Fälle für “Einzelfälle” hält …. und es dann so weiter geht wie bisher.
Wem dann noch das Pseudoargument einfällt, Deutschland habe eine der besten Gesundheitsversorgungen, dem sage ich: Das war einmal und es ist schon lange her.
Als chronisch kranke Patientin kenne ich die Entwicklung im Gesundheitswesen seit mind. 20 Jahren. Vor 20 Jahren habe ich dieses Gesundheitswesen noch als gut empfunden. Es hat sich seither aber sehr verschlechtert. Es zählt nur noch das Geld. Der Patient ist Mittel zum Zweck. Ihn heilen zu wollen, würde bedeuten, einen “Kunden” zu verlieren.

#39 |
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Gast
Gast

Nicht nur in der Pflege in Krankenhäusern auch in der Altenpflege herrschen Mißstände. Es wird immer mehr Personal ohne oder mit geringer Qualifikation eingestellt, sei es, dass es zu wenig qualifiziertes Personal gibt, sei es, dass man dies aus Sparzwängen heraus tut.
Folge ist aber immer, dass die Qualität der Pflege darunter leidet.

Ich kenne aus zeitlich oft langen Besuchen von Angehörigen mehrere Altenheime in D und stellte in allen Altenheimen fest, dass schon die korrekte Medikamentengabe ein Problem ist, von den anderen Mängeln ganz zu schweigen.
Z. B. wurde in keinem der Altenheime die Gabe der inhalativen Asthmamittel korrekt ausgeführt. Wenn z. B. 2 x 2 Hub tgl. eines Asthmamittels verordnet waren, wurden meist 1 bis 2 Hub verabreicht. Das lässt sich leicht nachrechnen, wenn man die Rezeptverordnungen über einen gewissen Zeitraum überprüft.
Trotzdem ich solche Feststellungen immer beanstandet habe, ergaben nachfolgende Kontrollen öfters, dass sich nichts besserte, d. h. dass man so weitermachte, wie zuvor auch.
Die Ursachen dafür liegen womöglich in fehlenden Kenntnissen der Bedienung der einzelnen Inhaliersysteme, was auf eine unzureichende Ausbildung schließen lässt, aber auch in der Nichtbeachtung der ärztlichen Verordnungen.

Mein Fazit:
Die Qualität der Versorgung in dt. Altenheimen ist miserabel.
Die Kontrollen seitens Heimaufsicht etc. sind m. E. zu gering, um alle Fehler zu entdecken und um die notwendigen Verbesserungen zu bewirken.

Irgendwann sind wir selbst womöglich in einem Altenheim untergebracht. Man wünscht sich fast, dass man das nicht bei vollem Verstand erleben muss …

#38 |
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Rolf-Werner Kohn
Rolf-Werner Kohn

Diese Entwicklung in der Pflege ist seit über 30 Jahren bekannt. Leider hat niemand, weder die Politik, noch die betroffene Berufsgruppe auch nur einen agen Versuch gewagt das zu ändern. Wenn denn der Patient keiner mehr ist, sondern ein “Kunde” wird, ist doch die Marschrichtung klar. Es geht nur um das liebe Geld und erst dann um die Gesundheit. Alle Politiker sollten sich eine weiße Hose über zarten Hintern ziehen und dann mal für sechs Monate als Praktikant in Klinik der Pflegeheim mitarbeiten. Dann wird sich sicher etwas ändern. Wenn sie denn jedenfalls dafür zu gebrauchen sind.

#37 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Was habt ihr erwartet? Privatisierung der Kliniken und Pflegeheime ist das schlechteste überhaupt.

#36 |
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Nichtmedizinische Berufe

Folgende Situation: 2012 Ich frisch operiert, verblute mein Bett und bitte die Krankenschwester, mir das Bettzeug zu wechseln. Sie sagt mir, dass ihr Arbeitgber – ein großer privater Gesundheitsdienstleister – solche Dienste für qualifiziertes Personal nicht mehr erlaubt, ich möge doch am nächsten Tag der Putzfrau Bescheid sagen. Am nächsten Tag kommt die Putzfrau mit Gummihandschuhen, putzt zunächst die Toilette im Dreibettzimmer und möchte dann mit den gleichen Handschuhen das Bett überziehen. Das abgezogene Plumeau und Kopfkissen möchte sie, da keine Ablagemöglichkeit vorhanden – auf den Boden legen.
Spätestens da springe ich trotz OP- Wunde aus dem Bett, nehme ihr alles aus der Hand und sage: “Mach ich schon – danke”, was auch recht dankbar in Anspruch genommen wird.
Als ich das am Abend einer anderen Schwester erzähle, sagt sie mir, ich solle ihr Bescheid sagen, wenn ich frisches Bettzeug möchte. Mein Fazit:
freundliches und qualifiziertes Personal, das aus Profitgier und mit unsinnigen Vorschriften bis zum Burn-Out getrieben wird.

#35 |
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Promovendin Elke Lieb
Promovendin Elke Lieb

Krankenkassen und Pflegeversicherungen sind die Steuerer dieser Misere, sie sind die Geldgeber. Besteht ein aufrichtiges Interesse die Mortalitäts- und Komplikationsrate hier zu senken?
Bitte zertifiziert die Einrichtungen nach Pflegekraftschlüssel und informiert die zahlenden Patienten und Angehörigen.

#34 |
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Gast
Gast

Kommentar 32
Sehe gerade einen Fehler: “Auch Piercing und Tatoos” und nicht ratlos

#33 |
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Gast
Gast

ich beklage mehr, dass viele der ausgebildeten Krankenpfleger/innen es nur noch als Job betrachten.
Patienten können klingeln bis…, obwohl ein Teil beim Kaffee trinken war, zwei Sr. Freunde umarmten, wo bleibt da die Hygiene?, oder einfach nur sich so viel zu erzählen hatten. Für meine Mutter z.B. war es sehr unangenehm, dass sie von einer Raucherin, deren Hände und Atem stark nachZigaretten roch Fieber gemessen, verbunden wurde.
Lachkierte Nägel, starkes Parfüm und starkes Makeup gehören meiner Ansicht nach nicht in die Pflege. Auch Piercing und Tattoos, obwohl hip (auch ich habe welche) gehören nicht auf die Arbeit.
Dazwischen gibt es dann immer wieder Krankenpfleger/innen, die die Arbeit für die Anderen mitmachen müssen, sich regelrecht aufopfern, gemobt werden und leider oftmals ausbrennen.
Zum ungelernten Pflegepersonal, es kann gut und sogar besser als Examinierte sein. Schlimm ist, wenn sie der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Gerade der Kranke möchte verstanden werden.

#32 |
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Eva Stephan
Eva Stephan

Man muss dazu sagen, dass auch ein unqualifiziertes Pflegepersonal öfters bessere Leistung (Qualität) erbringt (nach langjährigen Erfahrungen) als manches qualifiziertes….(Unzufriedenheit, Verlust der Motivation, schlechte Hygiene, mangelhafte Ausbildung….)

#31 |
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Gast
Gast

Personal gehegt? Ich habe ein Jahr als gerontopsychiatrische Fachkraft in einer geschlossenen Abteilung für psychiatrisch veränderte Menschen gearbeitet, malocht. Ich wurde einen Monat gefeuert bevor mein Vertrag offiziell geendet hat, weil man sich 25, 5 Tage Urlaubsanspruch und das Novembergehalt sparen wollte. Eine Kündigungsschutzklage hat mir zu 100 % Recht verholfen. Eine Überlastungsanzeige an die Heimaufsicht über 9 Seiten hat dafür gesorgt, dass das Haus unangemeldeten Besuch erhält. Ich kann jetzt ruhiger schlafen, weil ich weiss, das 28 psychisch veränderte Menschen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind und auch ruhiger schlafen können. Einigen konnte ich helfen, für einige kam Hilfe zu spät.
Die Abteilung, so wie sie sich darstellt, dürfte es so gar nicht geben. Gott bewahre, da will ich nicht mal tot überm Zaun hängen…

#30 |
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Gast
Gast

Ich müsste eine Op am Knie haben, aber da gebe ich lieber den Job als Altenpflegerin auf, als im Krankenhaus zum totalen Wrack zu werden. Ich habe selber schon in renommierten Psychiatrien gearbeitet, was ich da gesehen habe reicht. Ich schone mich lieber. Ich habe bezeiten beruflich vorgesorgt. Ich bin u. a. Fachkraft für Bürokommunikation, Pflegefachkraft der Altenpflege, gerontopsychiatrische Fachkraft, Verfahrenspflegerin sowie Pflegeberatung nach Paragraph 7a SGB XI. Habe den Ada-Schein gemacht. Damit dürfte ich auch ausserhalb der Altenheime klar kommen und Op vergessen.

#29 |
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Barbara
Barbara

Die ganze Situation wird von der Politik nicht gesehen, da die Politiker daran indirekt oder direkt als Geschäftsführer beteiligt sind.
Am Leid der Menschen hat man immer schon gutes Geld verdient. Heute ist die Geldgier so schlimm, dass man sogar die eigene Mutter verrecken lässt. Hauptsache, man kann abzocken

#28 |
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Harald Pintarelli
Harald Pintarelli

mein Fazit der bisher 60 Kommentare (40 Jahre Krankenpflege hinter mir, 5 Jahre noch vor mir:
-jammern
-früher war alles besser (schon Valentin sagte: “die Zukunft war früher auch besser”
-Politik ist schuld

ändert die Dinge, die nicht passen, in Eurem Umfeld mit Euren Möglichkeiten,
engagiert Euch in der Berufspolitik………………………..

#27 |
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Gast
Gast

Leider ist dieses Phänomen auch deutlich in der Altenpflege zu spüren. Kontrollinstitutionen wie regionale Heimaufsicht oder MDK machen derart lückenhafte Prüfungen und sind zum Teil auch bestechlich.
Fazit: Der Heimbewohner wird abgezockt bist auf die Knochen, dann bringt er keinen Ertrag mehr.
Der Personalschlüssel wird teilweise auch gefaked, so dass ungelernte Pflegekräfte in Blitzkursen zu “Pflegefachkräften” werden. Es wundert nicht, dass die Pflegeheime einen immer mehr sinkendes Image bekommen.
Und noch eine kurze Stellungnahme zum Gast der aufgerufen hat links von der Mitte zu wählen. Leider sind unsere linken Volksvertreter bei diesem Thema derart recht eingruppiert, dass der Wähler teilweise glaubt, dass die rechte Seite der Mitte linkpolitischere Themen hat.

#26 |
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Ergänzung: intelligenter Politik

#25 |
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Diese Entwicklung ist der globalen Sucht nach Profit geschuldet. Leider gibt es keine staatlichen Kontrollen über die Einhaltung einer gewissen Norm, oder wer sollte diese Entwicklungen sonst erfassen und korrigieren können? Die Sucht ist schließlich eine Variante menschlichen Wollens oder Unvermögens der Selbststeuerung, Moral :-(( Die Aufgabe erzieherischer Momente im Rausch eines Freiheitswahns zur Wende bis heute fällt in allen Branchen dem Erhalt einer Qualität und Leistung(sbereitschaft,-smöglichkeit) auf die Füße. Das Label Made in Germany unter Einhaltung guter Bezahlung und sozialer Aspekte wird kaum mehr zu halten sein. Das bedarf intelligenter und Ressourcen sowie staalichen Schutzes erwirtschafter Steuergelder. Aber das wissen schon andere mehr.

#24 |
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Gast
Gast

@22:”Die Strukturen in Deutschland, im Verhältnis zu skandinavischen Länder, der Schweiz und England sind kaum zu vergleichen. In diesen Ländern ist der Stellenwert der Pflege und die Professionalisierung Lichtjahre weiter.”

Kann ich leider so nicht bestätigen. Ich arbeite in Schweden, wo überwiegend “skötare” eingesetzt werden, und eben kein examiniertes Fachpflegepersonal. Das geht leider deutlich auf die Qualität, auch wenn man das nie so offen sagen darf.

#23 |
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Gast
Gast

Ich arbeite seit 1993 in der Krankenpflege und bin Fachpfleger für Anästhesie/Intensivmed.
1. die Pflege hat sich aus meiner Sicht berufspolitisch degradiert und mutierte in den vergangen Jahren zum besseren Oberkellner für Service und Schuldzuweisung. (Achtung: Ironiemodus!)
2. Der “Ruderschlag” hat sich in den vergangenen Jahren extrem verschnellert, wer also seine Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht hat, sollte sich entsprechend informieren, oder raushalten.
3.Die Tendenz der Spezialisierung ist wichtig und gut. Allerdings sollte diese dann auch entsprechend monetär gewürdigt werden. Zur Zeit wird zum Beispiel stattdessen die Ausbildung zur OTA / ATA als Billigvariante etabliert. Die sich aber langfristig zur Einbahnstrasse mausern wird.
4.Die Qualität wird unter anderem, durch die Mitarbeiter eines Hauses gepflegt und weitergegeben. Wenn also Pflegende demotiviert und missmutig daher kommen, wird das natürlich an die Azubis weitergegeben.
Oberste Pflicht eines Arbeitgebers ist es also, dass das Personal geschätzt, gehegt und gepflegt wird.
Wenn aber ein Betreiber eine Devidende erwirtschaften muss, kann das kaum klappen.
4. Die Strukturen in Deutschland, im Verhältnis zu skandinavischen Länder, der Schweiz und England sind kaum zu vergleichen. In diesen Ländern ist der Stellenwert der Pflege und die Professionalisierung Lichtjahre weiter.

#22 |
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Gast
Gast

Diesen Beitrag kann ich voll und ganz unterstützen.War 46 Jahre in verschiedenen KH tätig, davon 34 Jahre als Lehrerin für Pflege und Gesundheit (20 Jahre Schulleiterin). Nicht nur die Hilfskräfte sind ein großes Problem, sondern auch die Bewerber haben sich verändert. Der Gesetzgeber hat seinen Beitrag dazu geleistet,u.a. ist das Mindestalter aus dem Krankenpflegesetz heraus genommen worden, die Finanzierung geändert. Bezahlt werden die besetzten Ausbildungsplätze und somit hat m.E. eine ungute Entwicklung ihren Lauf genommen. Die Lernenden sind tw. zu jung, verfügen damit nicht unbedingt über die notwendige Reife.Um die Finanzierung zu sichern, müssen zahllose Kompromisse bezgl. der Auswahlkriterien gemacht werden. Ich laste dies nicht den jungen Menschen an, sondern der verfehlten Politik: Flickschusterei auf Kosten der Gesundheit.

#21 |
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Nichtmedizinische Berufe

#Dr. med. Thomas Georg Schätzler, den Begriff “Zeitgitterstörung” aus ihrem Kommentar weiter unten habe ich soeben gemopst. Ein herrliches Wort :)

#20 |
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Gast
Gast

#18: Ich denke da noch mit Grauen an Ulla Schmidt. Wers gerne noch etwas linker hat: mit gleichem Grauen denke ich an Andrea Fischer.
Das linke Politik ein Garant für (funktionierende) soziale Politik ist (insbesondere im Gesundheitswesen), kann ich bisher nicht so sehen…

#19 |
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Gast
Gast

Dass die Pflege und die Patienten darunter leiden, wenn immer mehr ausgebildetes Personal durch Hilfskräfte ersetzt werden, ist etwas, was jedem Menschen klar ist.
Wenn die Politik vorgibt, dass immer weniger Geld für die Gesundheit der Bürger ausgegeben werden darf, so ist dieses Vorgehen der Kliniken auch die logische Folge daraus.
Wer das ändern will, sollte bei den nächsten Wahlen vielleicht sein Kreuz bei einer Partei machen, die soziale Ziele verfolgt – sollte also eher “links” der Mitte wählen.
Wobei ich hier keine Wahlwerbung machen will, sondern nur auf etwas hinweisen will, was eigentlich jedem denkenden Menschen auch ohne den Hinweis klar ist.

#18 |
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Gast
Gast

Vielleicht sollte man sich auch einmal Gedanken darüber machen, wieso Fachpersonal immer weniger Zeiten für die Pflege zur Verfügung haben. Wenn Dokumentation als Qualitätssicherungmerkmal vom MDK vorgeschrieben wird egal ob dokumentierte Massnahmen auch ihn der Form durchgeführt wurden oder nicht. Neben personellem Engpass in der Pflege, ob KH oder Heim, fehlen dadurch auch zunehmend Zeiten für wichtige Massnahmen am Menschen.
Ein HOCH auf unsere Bürokratie!

#17 |
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Das sind nun wirklich äußerst vage und empirisch kaum belegbare bzw. belastbare Schlussfolgerungen: “Conclusions – A bedside care workforce with a greater proportion of professional nurses is associated with better outcomes for patients and nurses. Reducing nursing skill mix by adding nursing associates and other categories of assistive nursing personnel without professional nurse qualifications may contribute to preventable deaths, erode quality and safety of hospital care and contribute to hospital nurse shortages.”

Und das untersuchte Setting? Da ist Deutschland nicht mal dabei! “Setting – Adult acute care hospitals in Belgium, England, Finland, Ireland, Spain and Switzerland.”

Und wenn mir dann ein Kollege Stefan Koenig auch noch als Arzt daherkommt und behauptet, er hätte vor schätzungsweise über 20 bis 35 Jahren als “Krankenschwester” lange vor der Währungsreform für ca. 6 DM gearbeitet – “Ich habe schon in den goldenen 80ger und 90ziger Jahren als examinierte Krankenschwester im Nachtdienst auf großer Intensivstation eines renommierten Krankenhauses Dienst getan, mit 3 Studentischen Hilfskräften als Kollegen” – halte ich das eher für eine Zeitgitterstörung und eine illusionäre Verkennung der Tatsachen:

1. sind diese Krankenhausmitarbeiter/-innen in Gesundheits- und Kranken-Pflege nach 3-jähriger dualer Berufsausbildung examiniert.
2. haben sie eine Reihe von Zusatzqualifikationen wie z. B. Palliativ- und Schmerzmedizin, Anästhesie- und Intensivmedizin etc. bzw. arbeiten hochspezialisiert in OP, Dialyse, Herzlabor, Gastroenterologie usw.
3. haben Stationsleitungen nicht selten einen akademischen Grad in Gesundheitswissenschaften, MPH o.ä.
4. nennen Sie mir doch eine einzige Station in einem einzigen Dortmunder Krankenhaus (>600.000 Einwohner), wo nicht ausschließlich oder mehrheitlich examinierte, qualifizierte Pflegekräfte arbeiten.

Sonst sehe ich wirklich die Gefahr, daß Mitarbeiter/-innen in Klinik- und Funktionbereichen, ebenso wie qualifizierte Medizinische Fachangestellte (MFA) weiter demontiert, demotiviert und desavouiert werden!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

#16 |
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Pflegewissenschaftler

Sechs Pflegekräfte auf 25 Patienten wäre für Deutschland ein Traum, leider ist dies der Schnitt der 6 europäischen Länder. Hierzulande sind auf Normalstationen 8-10 Patienten von EINER Pflegekraft (egal ob 3-jährig examinierte Pflegekraft oder einjährig ausgebildete Pflegehelfer) pro Schicht zu versorgen, nachts liegt das Verhältnis bei 25 bis 30 zu eins.
Nicht verschwiegen werden sollte auch, dass von den Krankenhäusern zwischen 1996 und 2010 50.000 Vollzeitstellen für Pflegekräfte gestrichen, gleichzeitig aber 22.000 neue Arztstellen geschaffen wurden. Die Personalkosten wurden also nicht eingespart, sondern umverteilt. Zu Lasten der Pflege.
Heute kommt der große Katzenjammer und Stationen müssen Betten schließen, weil zu wenig Pflegepersonal vorhanden ist. Statt qualifiziertes Personal zu hegen und zu pflegen, wird es weiter verheizt und die Arbeitsbelastung immer größer.
Ohne qualifizierte Pflege geht im Gesundheitswesen nichts und dennoch wird die Pflege immer weiter deprofessionalisiert, nach dem Motto: Menge zu Dumpingpreisen, statt Qualität.
Zahlen müssen die Pflegenden und letztendlich die Patienten.

#15 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Gut, zwar verbesserungsbedürftig und erweiterungsfähig,
doch der Inhalt und die Tatsachen stimmen.
Dies ist auch meine Erfahrung !
Je minderwertiger die Ausbildung, desto schlechter ist die Arbeitsqualität die abgeliefert wird.
Da ist man im Handwerk viel weiter, da macht ein Bauschlosser nicht die Arbeit eines Feinmechanikers.
Ich selbst habe 35 Jahre als ausgebildeter Fachpfleger in der Anästhesie und Intensivpflege hinter mir, weiß vo was hier gesprochen wird !!!
Kann diesen kritischen Artikel nur unterstützen !

#14 |
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Gast
Gast

Na und? Das kommt doch hier ständig vor dass Leute sich über den Account eines Familienmitgliedes einloggen… eine Pflegekraft die mit einem Arzt verheiratet ist… sowas solls geben…

#13 |
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Nichtmedizinische Berufe

#6, das schrieb ich bereits… :)

Anna Wojcik
Nichtmedizinische Berufe

#Stefan König schreibt:

“Ich habe schon in den goldenen 80ger und 90ziger Jahren als examinierte Krankenschwester im Nachtdienst auf großer Intensivstation eines renommierten
Krankenhauses Dienst getan, mit 3 Studentischen Hilfskräften als Kollegen.”

Was jetzt? Krankenschwester oder Arzt? Oder hat Stefan Königs Ehefrau keinen eigenen Email-Account?
#8 | 11. Januar 2017 um 17:32

#12 |
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Gudrun Kühlen
Gudrun Kühlen

#6
Sehr geehrter Herr Koenig,
wie ist es möglich, dass Sie vor Jahrzehnten als examinierte Krankenschwester Dienst getan haben? Gab es eine Geschlechtsangleichung?

#11 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Inhaltlich sicher nachvollziehbar, aber die headline deutlich verbesserungswürdig. Ich würde gerne den Aufschrei qualifizierter Ärzte hören, wenn ihr Berufsstand durch eine derart unqualifizierte Überschrift herabgewürdigt würde.

#10 |
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Werner Wöhrle
Werner Wöhrle

Opi muss weg…

#9 |
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Nichtmedizinische Berufe

#Stefan König schreibt:

“Ich habe schon in den goldenen 80ger und 90ziger Jahren als examinierte Krankenschwester im Nachtdienst auf großer Intensivstation eines renommierten
Krankenhauses Dienst getan, mit 3 Studentischen Hilfskräften als Kollegen.”

Was jetzt? Krankenschwester oder Arzt? Oder hat Stefan Königs Ehefrau keinen eigenen Email-Account?

#8 |
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Lieber Stefan Koenig,
wenn sie in Steuerklasse 5 gearbeitet haben, dann müssen sie den Betrag, den ihr Ehepartner durch die Einstufung in Steuerklasse 3 gegenüber Steuerklasse 4 an Steuern spart, als ihr Einkommen hinzurechnen und dann liegen sie doch deutlich über den 6 DM. Ansonsten vergleichen sie Äpfel mit Birnen – versteuert wird in Deutschland immer das Familieneinkommen.

#7 |
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Ärztin

Ich habe schon in den goldenen 80ger und 90ziger Jahren als examinierte Krankenschwester im Nachtdienst auf großer Intensivstation eines renommierten
Krankenhauses Dienst getan, mit 3 Studentischen Hilfskräften als Kollegen.
I.d.R.hatten wir 4-6 beatmete Patienten und wurden von den Rettungswagen auch gerne nachts angefahren.Eigentlich ganz schön riskant….und wenn ich dann noch überlege, was da bei Steuerklasse 5, verheiratet, ein Kind, pro Stunde netto übrigblieb, konnten einem die Tränen kommen(ca.6 DM).
Erstaunlich fand ich damals, dass meine Cousine, nach einem 6-wöchigen Praktikum als Vorbereitung auf ihr geplantes Medizinstudium, regelmäßig als Nachtwache 2 innere Stationen mit schwer herzkranken Patienten mit Monitorüberwachung betreuen durfte. Sie hatte außer dem 6-wöchigen Pflegepraktikum keinerlei Ausbildung in diesem Bereich.
Prinzipiell finde ich das sehr gut, dass Medizinstudenten den Pflegealltag auch über längere Zeit am eigenen leibe miterleben.Das ist sehr lehrreich und für beide Seiten eine gute Sache, aber so?

#6 |
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Thomas Krekel
Thomas Krekel

Ja wieder mal kein Lob für Chefärzte und Klinikleitungen. Wo sollen die armen den noch sparen, wo sie doch selbst so gerade, mit Ihrem bescheidenen Auskommen, so über die Runden kommen.

#5 |
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Gast
Gast

Und was heißt sowieso ‘sparen’; ausgebilfete Pflegefachkräfte verdienen ja sowieso nicht viel……

#4 |
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Ute Zemaitis
Ute Zemaitis

Wären die referierten Ergebnisse im Videovortrag von Herrn von den Heuvel anzuzweifeln, wäre es eigentlich egal, wenn alle Pflegefachkräfte durch Hilfskräfte ersetzt würden. Dann könnten auch die Ausbildungskosten noch gespart werden, oder?!
Überlegt von einer Krankenschwester, glücklich in Rente

#3 |
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wie wahr!!!

#2 |
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Medizinischer Fachhändler

Also mal ehrlich!
Die reißerische überschrift und dann der Inhalt?
Über die Feiertage bei rtlII ein Praktikum gemacht?
Gibt es keinen mehr der ohne blödsinnige Aufmacher auskommt?
Hallo – schon mal was von Zielgruppe gehört?

So macht man wichtige Themen kaputt,
ein echter Bärendienst für alle in/ aus der Pflege… Danke

#1 |
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