Potenzmittel: Immer schön steif bleiben

14. Dezember 2010
Teilen

Jeder zehnte Mann über 21 Jahren leidet an Impotenz, der erektilen Dysfunktion. Das starke Geschlecht neigt häufig dazu, das Problem unter der (Bett)Decke zu verstecken. Nicht selten greifen Betroffene zu Medikamenten, die sie anonym aus dem Internet beziehen.

Neue Erkenntnisse haben in den letzten Jahren zu erfolgreichen Behandlungsmethoden geführt. Bei der Erkrankung spielen zahlreiche körpereigene Botenstoffe eine Rolle. Das optimale Arzneimittel sollte in der Lage sein, einige Botenstoffe zu dämpfen und andere anzuregen, keine leichte Aufgabe. Deshalb ist das „ideale“ Arzneimittel gegen Impotenz noch nicht entwickelt worden. Jeder Patient ist anders und hat andere Bedürfnisse und Vorstellungen von seiner Sexualität und seinem Potenzmittel. Viele Patienten finden beispielsweise die Schwellung der Nasenschleimhaut und eine damit verbundene Atembehinderung durch einige Potenzmittel als störend. Andere schätzen genau diesen Begleiteffekt. Er ist für sie ein Zeichen, dass die Wirkung eingesetzt hat und sie nun „ihren Mann stehen“ können.

Die Ursachen für Impotenz sind vielfältig: Störungen der Hormonproduktion oder -regelung, Diabetes, psychische Erkrankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder einfach nur Stress. 50 Prozent der Fälle sind organisch bedingt, Gefäßerkrankungen oder eine Störung des Blutflusses im Penis stehen im Vordergrund. Mit dem Ziel, die Durchblutung im Schwellkörper des Penis zu fördern, werden unterschiedliche Mittel angewendet.

Sildenafil – Platzhirsch erobert neues Terrain

Der Wirkstoff Sildenafil wurde ursprünglich als Herzmedikament entwickelt, jedoch als solches wegen seiner unzureichenden Wirkung nie eingesetzt. Einen Siegeszug erlebt es jedoch als Mittel zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Das im Körper vorkommende gasförmige Hormon Stickstoffmonoxyd, kurz NO, kommt am Herzen und in den Gefäßen vor. Es entspannt die Gefäße und der Schwellkörper kann sich, bei entsprechender sexueller Erregung, mit Blut füllen. Sildenafil hemmt das NO-abbauende Enzym Phosphodiesterase (PDE-5) und verstärkt so diesen Prozess. NO führt auch zu einer Erweiterung der großen Gefäße im Körper und senkt den Blutdruck. Besonders gefährlich ist die kombinierte Gabe mit Herzmedikamenten wie Nitroglycerin. Die Weiterentwicklung des Wirkstoffes führte zu Tadalafil und Vardenafil.

Nach oraler Einnahme wird Sildenafil rasch resorbiert. Wenn es auf den nüchternen Magen genommen wird, erreicht es nach etwa einer Stunde maximale Plasmaspiegel. Wird das Pharmakon mit einer fettreichen Mahlzeit zusammen eingenommen, so dauert es etwa eine Stunde länger, bis maximale Spiegel erreicht sind. Gegenüber der Nüchterneinnahme sind die maximalen Plasmakonzentrationen dann etwa 30% niedriger. Sildenafil und sein Hauptmetabolit haben eine terminale Plasmahalbwertszeit von etwa 4 Stunden. Die unter Sildenafil beobachteten Farbsehstörungen (in Abhängigkeit von der Dosierung 1,9 bis 11 Prozent) treten unter Tadalafil bei weniger als 0,1 Prozent und unter Vardenafil bei weniger als 1 Prozent der Männer auf.

Nonresponder durch niedrige Testosteronspiegel

Obwohl sich Sildenafil als effektiv zur Behandlung der erektilen Dysfunktion erwiesen hat, kommt es bei 20 bis 30 Prozent der Anwender zu keiner zufriedenstellenden Sexualfunktion. Einer der Gründe der Nonresponder kann ein zu niedriger Testosteronspiegel sein. Bei Therapieversagern mit einem niedrigen beziehungsweise grenzwertigen Testosteronspiegel kann durch eine zusätzliche Substitutionstherapie mit einem einprozentigen Testosteron-Gel eine signifikant verbesserte Erektions- und Orgasmusfähigkeit erreicht werden kann. Da die Wirkmechanismen von Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil sehr ähnlich sind, kann angenommen werden, dass sich die Ergebnisse dieser Studie auch auf andere selektive PDE-5-Hemmer übertragen lassen. Sildenafil ist auch zugelassen zur Therapie der pulmonalen Hypertonie und ist hilfreich beim Raynaud-Syndrom. Man darf gespannt sein, welche Indikationen noch hinzukommen

Tadalafil – täglich oder bei Bedarf

Tadalafil wird nach peroraler Gabe gut resorbiert. Die mittlere Plasmakonzentration wird etwa zwei Stunden nach Einnahme erreicht. Geschwindigkeit und Menge der Tadalafil-Resorption werden durch Nahrungsmittel nicht beeinflusst. Bei gesunden Probanden beträgt die Halbwertszeit 17,5 Stunden. Tadalafil wird hauptsächlich in Form inaktiver Metaboliten ausgeschieden, 61 Prozent über die Faeces und 36 Prozent über den Urin.

Neues Behandlungsschema: 1 x täglich

Neben der Bedarfstherapie mit Tadalafil steht seit Kurzem ein Behandlungsschema mit täglicher Einnahme von 5 mg zur Verfügung. In Studien zeigten sich beide Regime in allen Effektivitätsparametern nicht nur vergleichbar wirksam, sondern erwiesen sich ebenfalls als gut verträgliche Therapieoptionen – auch bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen.
Die derzeit zugelassenen PDE 5-Hemmer sind zwar vergleichbar wirksam und verträglich, unterscheiden sich aber deutlich hinsichtlich ihrer Halbwertszeit. Diese liegt bei Vardenafil und Sildenafil Citrat bei 3-5 Stunden, bei Tadalafil hingegen bei 17,5 Stunden. Daraus ergebe sich in der Bedarfsmedikation mit Tadalafil 10 und 20 mg eine Wirkdauer von bis zu 36 Stunden. Nimmt man Tadalafil einmal täglich ein, erreicht man aufgrund der langen Halbwertszeit nach etwa fünf Tagen einen konstant hohen Plasmaspiegel im Blut. Durch diese gleich bleibende Wirkstoffkonzentration bestehe bei regelmäßiger Einnahme die Möglichkeit einer Wirksamkeit rund um die Uhr.

Vardenafil – auch mit Pfefferminzgeschmack

Vardenafil wird nach peroraler Gabe schnell resorbiert. In 90 Prozent der Fälle werden nach peroraler Gabe im nüchternen Zustand maximale Plasmaspiegel innerhalb von 30 bis 120 Minuten (im Mittel bei 60 Minuten wie bei Sildenafil) erreicht. Bei Einnahme von Vardenafil zusammen mit einer sehr fettreichen Mahlzeit ist die Resorptionsgeschwindigkeit reduziert. Das Erreichen der maximalen Plasmakonzentration verlängert sich im Mittel um eine Stunde und die maximale Plasmakonzentration ist durchschnittlich um 20 Prozent verringert. Die Halbwertszeit von Vardenafil beträgt ähnlich wie bei Sildenafil vier bis fünf Stunden. Nach peroraler Anwendung wird Vardenafil nach Metabolisierung überwiegend über die Faeces und in geringem Maß renal ausgeschieden.

Kinetik mit zunehmendem Alter

Gesunde ältere Männer (65 Jahre und älter) zeigten im Vergleich zu jüngeren Probanden (18 bis 45 Jahre) eine herabgesetzte hepatische Ausscheidung und damit verbunden eine deutlich höhere Bioverfügbarkeit. Bei Probanden mit Nierenfunktionsstörungen war das Ausmaß der Resorption (AUC) um 21 Prozent erhöht und die maximale Plasmakonzentration um 23 Prozent erniedrigt. Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung war die Ausscheidung von Vardenafil entsprechend dem Grad der Leberfunktionsstörung herabgesetzt.

Besonders Diabetiker leiden an ED

Patienten mit Diabetes mellitus leiden häufiger an einer erektilen Dysfunktion und sprechen dabei doch weniger gut auf die heute verfügbaren Therapien an. In einer multizentrischen Studie konnte gezeigt werden, dass 72 Prozent der Patienten, die 20 mg Vardenafil erhalten hatten, über eine Verbesserung ihrer Erektion – eine statistisch signifikant höhere Ansprechrate als in der Placebo-Gruppe mit 13 Prozent – berichteten. Studien bei Patienten mit Diabetes mellitus zeigten bei Sildenafil eine Ansprechrate von 56 Prozent und bei Tadalafil eine von 64 Prozent. In einer anderen Studie wurde Vardenafil (10 oder 20 mg) bei 430 von einer Erektionsstörung betroffenen Typ-1- oder Typ-2-Diabetikern geprüft. Nach zwölf Wochen hatte auch hier die IIEF-Punktezahl (Internationaler Index der erektilen Funktion) mit Vardenafil signifikant mehr zugenommen als mit Placebo. Unter Vardenafil waren die Erektionen bei 61 bis 64 Prozent der Behandelten stark genug, um eine Penetration zu ermöglichen, und bei 49 bis 54 Prozent so lange dauernd, dass der Geschlechtsakt erfolgreich beendet werden konnte. Unter Placebo wurde dies lediglich in 36 bzw. 23 Prozent der Fälle erreicht. In einer Studie wurde die Wirkung von Vardenafil nach Prostataektomie untersucht. 423 Männern, die nach einer radikalen Prostatektomie, durchgeführt wegen eines Prostatakarzinoms, unter Erektionsstörungen litten, stand zwölf Wochen lang Vardenafil (10 oder 20 mg) oder Placebo zur Verfügung. Mit beiden Vardenafil-Dosen ließ sich im Vergleich zu Placebo eine signifikant bessere Wirkung nachweisen.
Eine Vardenafil-Schmelztablette mit Pfefferminzgeschmack steht kurz vor der Markteinführung. Die Einnahme ohne Wasser ist diskret, die Resorption rasch und der Geschmack frisch. Wenn das keine Argumente für den Zungenturbo sind…

Blau für IHN, Rosa für SIE…

Unter den Namen Lovegra, Womenra und Kamagra werden Phosphodiesterasehemmer in anderen Ländern vertrieben – für Frauen! Die PDE 5-Inhibitoren lösen bei Frauen im Klitoris-Bereich vermutlich den gleichen Wirkmechanismus wie im Schwellkörper des Penis aus. Mit einer Verbesserung der Durchblutung ist ein Anschwellen der Schleimhäute verbunden. 2004 erklärte Pfizer schließlich, man wolle die Zulassung von Sildenafil für Frauen nicht beantragen. Die Versuche an etwa 3000 Frauen zur Wirksamkeit des Mittels bei sexuellen Problemen hätten keine schlüssigen Resultate ergeben. Eine Studie der University of New Mexiko in Alberquerque hat ergeben, dass Sildenafil Frauen dann helfen kann, wenn sie Antidepressiva nehmen. Die von diesen Medikamenten verursachten Sexualstörungen könnten mit Sildenafil zumindest teilweise behoben werden, berichten Georg Nurnberg und seine Kollegen im Fachblatt “Jama”. An der Studie nahmen 98 Frauen teil, die alle mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern behandelt wurden. Orgasmusprobleme oder eine verminderte sexuelle Erregbarkeit traten infolge der Behandlung bei 30 bis 70 Prozent der Patienten als Nebenwirkung auf. In der Studie nahm eine Gruppe von Probandinnen über acht Wochen jeweils ein bis zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr Sildenafil ein, während die andere Gruppe ein Placebo bekam. 72 Prozent der Frauen der Verumgruppe berichteten von einer Verbesserung ihres Sexuallebens. In der Kontrollgruppe waren es im Vergleich dazu nur 27 Prozent.

SKAT und MUSE gegen Impotenz

Seit längerer Zeit wird das Prostaglandin Alprostadil (Prostavasin ®) bei Impotenz eingesetzt. Prostaglandine erfüllen im Körper die unterschiedlichsten Funktionen. In mehreren von einander unabhängigen Studien wurde die Wirksamkeit von Alprostadil an über 2000 Männern mit Erektionsschwäche getestet. Das Prostaglandin führt zu einer Erschlaffung der glatten Penismuskulatur und steigert den Blutfluss. In einer Studie mit 1700 Patienten wurde der Wirkstoff per Autoinjektion in den Schwellkörper gespritzt. Bei 80 Prozent der Testpersonen kam es nach 5 bis 20 Minuten zu einer Erektion. Man bezeichnet dies als SKAT (Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie).
Je größer die Dosis, desto langanhaltender die Erektion. Die Schwellung hielt zwischen 12 und 44 Minuten an. In einer anderen Studie waren 87 Prozent der Männer und 86 Prozent der Frauen mit dem sexuellen Erlebnis zufrieden. Bei der Hälfte der Patienten traten leichte Schmerzen auf, jedoch nicht bei jeder Injektion. Nebenwirkungen wie Blutergüsse, Ödeme oder schmerzhafte Dauererektionen traten selten auf. Sich selber in den Schwellkörper zu spritzen, ist nicht jeder Manns Sache. Interessant ist deshalb die Entwicklung eines „Minizäpfchens für die Harnröhre“. Dieses als MUSE (Medicated Urethral System for Erection) bezeichnete System ist in Deutschland seit Mai 1999 zugelassen. Der Patient führt das etwa 3 cm lange Applikationsröhrchen nach dem Wasserlassen in die Harnröhre ein und drückt den Auslöseknopf. Die Substanz wird in die Harnröhre geschoben, der Applikator wird entfernt, und die Gelpille verbleibt am Wirkort. Die Anwendung nach dem Urinieren erleichtert sowohl das Einführen des Röhrchens als auch die Wirkstofffreisetzung. Bei zwei Dritteln der Betroffenen trat die erwünschte Wirkung ein. Verglichen mit der Injektion traten Penisschmerzen und andere Nebenwirkungen seltener auf.
Obwohl die Gelpille für den Mann Vorteile hinsichtlich der Anwenderfreundlichkeit bietet, ist diese Arzneiform nicht unkritisch zu betrachten. Bedenkt man, dass Prostaglandine auch zur Schwangerschaftsunterbrechung eingesetzt werden, kommt diesem Aspekt eine besondere Bedeutung zu.

Yohimbin – Potente Kraft aus der Rinde

Vor mehr als 100 Jahren wurde aus der Rinde des Baumes Coryanthe Yohimbe ein Wirkstoff gewonnen, der sich mit dem Attribut schmücken darf, der Vorgänger von Viagra ® zu sein. Der Baum wächst in den afrikanischen Regenwaldgebieten Kameruns. Sein Wirkstoff Yohimbin war bis dahin das weltweit am häufigsten verordnete Mittel gegen Impotenz. Die hohen Verordnungszahlen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wirksamkeit in zahlreichen Studien als gering eingestuft wurde. Lediglich bei psychischen Ursachen scheint das Arzneimittel in 20 bis 40 Prozent der Fälle zu wirken.

Brechmittel als Stärkungsmittel

Es mag auf den ersten Blick befremdlich klingen, dass ein Brechmittel dem Mann und auch der Frau zu mehr Spaß beim Sex verhelfen soll. Der brechreizerregende Effekt von Apomorphin tritt jedoch in höherer Dosis und in Form einer Injektion auf. Apomorphin wirkt direkt im Gehirn, im Dopaminsystem. Damit die Substanz wirkt, müssen das männliche Sexualhormon Testosteron und einige andere Stoffe im Körper vorhanden sein. Die Durchblutung in Penis, Klitoris und Vaginalwand wird gefördert. Die Tablette wird nicht geschluckt, sondern einfach unter die Zunge gelegt. Besonders, wenn die Impotenz psychische Ursachen hat oder der Mann einfach kein sexuelles Verlangen verspürt, wirkt das neue Mittel besonders gut. Auch bei organischen Ursachen sowie zur Anwendung bei Frauen ist das Mittel in Erprobung. Beim weiblichen Geschlecht soll das Mittel die Durchblutung im kleinen Becken und damit die Orgasmusfähigkeit steigern. Von Vorteil ist der rasche Wirkungseintritt, die Kombinierbarkeit mit Herzmedikamenten und die Möglichkeit, dass Mittel bis zu drei mal pro Tag anzuwenden. Die Laienpresse verlieh dem Arzneimittel schon den Namen „Wochenendpille“.

Testosteron nicht immer hilfreich

5 bis 10 Prozent aller Patienten mit Erektionsstörungen weisen als Mitursache einen niedrigen Testosteronspiegel auf. Durch die Gabe von Testosteronkapseln oder durch Testosteron-Depotinjektionen kann eine Besserung erreicht werden. Auch testosteronhaltige Hormonpflaster stehen zur Verfügung. Sie werden auf Arm, Bein, Rücken oder Hodensack aufgeklebt und geben den Wirkstoff sehr gleichmäßig ab. Eine Wirkung ist von Testosteron nur dann zu erwarten, wenn das Hormon im Körper zu wenig vorkommt.

Was es sonst noch gibt

Um eines vorweg zu nehmen: Wundermittel gibt es nicht! Hände weg von ominösen Tropfen, Pillen oder Salben vom Versandhandel.
Zäpfchen mit dem Wirkstoff Bamethan wirken oberflächlich durchblutungsfördernd. Bei Männern mit eingeschränkt funktionierender Erektion kann das Problem verstärkt werden, da nur intakte Gefäße erweitert werden. Die Nebenwirkungen reichen von Blutdrucksenkung bis Kopfschmerzen.
Salben mit durchblutungsfördernden Zusätzen verstärken zwar die Durchblutung des Penis, nicht aber seines Schwellkörpers. Dieser ist jedoch für die Erektion zuständig. Außerdem können die Penissalben Kondome durchlässig machen.
Der in der „spanischen Fliege“ enthaltene Wirkstoff Cantharidin wird aus einem Käfer gewonnen und wirkt schon in geringen Dosen giftig auf innere Organe. Die in Deutschland verkauften Präparate zur Steigerung der Potenz bestehen aus homöopathischen Verdünnungen und sind daher unbedenklich. Eine Wirkung auf die Potenz ist nicht zu erwarten. Oft werden auch Mischpräparate mit Ingwer, Pfeffer, Sellerieextrakt, Petersilienwurzel, Ginseng und weiteren Pflanzen angeboten. Schaden tun sie meist nicht, höchstens dem Geldbeutel des Anwenders. Leider bleibt meist die versprochene Wirkung aus.
Als mechanische Hilfen werden u.a. Vakuumpumpen angeboten. Diese fördern die Durchblutung im gesamten Penis und sind dann sinnvoll, wenn der Patient auf sämtliche medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten nicht anspricht oder er eine Operation ablehnt. Nicht zu unterschätzen ist der Stellenwert einer Psychotherapie.

Chinakracher oder Rohkrepierer

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt vor den Potenzmitteln “Ceedra” und „PerfeX-men“, die über das Internet vertrieben werden. Die Präparate werden als “rein pflanzliche Arzneimittel der traditionellen chinesischen Medizin” beworben. Die Mittel enthalten jedoch pure Chemie. Hersteller ist die Firma Naviti/Vitavaris mit Sitz in Warschau. Untersuchungen haben ergeben, dass die Präparate den verbotenen Wirkstoff Hydroxyacetildenafil enthielten. Keinesfalls dürften die Mittel in Verbindung mit blutdrucksenkenden Medikamenten genommen werden. Die Substanz ist mit Sildenafil (Viagra ®) verwandt, noch nicht zugelassen und befindet sich noch in klinischer Prüfung. Die Tatsache, dass Viagra & Co ganz oben auf der Liste der Arzneimittelfälschungen stehen und auch in Spam-Mails stets angeboten werden, zeigt das Interesse am Thema „erektile Dysfunktion“.

225 Wertungen (4.22 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

20 Kommentare:

Heilpraktiker

Und wer denkt an die armen Frauen, die froh waren, daß ihre ‘ehelichen Pflichten’ endlich bendet waren. Dank Viagra wird ihr Martyrium nun fortgesetzt. Dabei hat sicher schon die ein oder andere aus Verzweiflung den Löffel abgegeben, und der ein oder andere Mann auch (zu viel Blut im unteren Gehirn, zu wenig oben), aber ohne in der Viagratodesfallstatistik aufzutauchen.

#20 |
  1
Dr. med Karen Awiszus
Dr. med Karen Awiszus

Trotz des manchmal leicht marktschreierischen Tones ein sehr schöner Überblick über die derzeit verfügbaren Medikamente.
Insbesondere die Hinweise zu den Halbwertszeiten und damit verbundenen Unterschieden in Einnahme und Wirkprofil sind sehr hilfreich.
Zu wünsche bleibt nun noch ein Fortsetzungsartikel über eine effektive Diagnostik im Vorfeld der Therapie.
Ich freue mich drauf…

Interessant ist bei den Komentatoren das erneute – ach so häufig auftretende Rumgehacke zwischen Ärzten und Heilpraktikern.
Wie unschwer zu erkennen ist, geht es in diesem Artikel weniger um eine genaue Ursachenanalyse (oder darum, ob ein “Armer Ritter” als Fast Food einzustufen ist), sondern um eine Übersicht über die derzeit verfügbaren und untersucheten Therapieoptionen.
Und auch wenn man in Schwangerschaft und Stillzeit erstaunliche Erfahrungen macht in Bezug auf Wirkungen und Nebenwirkungen von Petersilie, Pfefferminze und Co, meist lässt die entsprechende Datenlage zu wünschen übrig.
Die Datenlage zum Weidenröschentee würde mich schon interessieren.

#19 |
  0
Kai Ulrich Bösch
Kai Ulrich Bösch

Tach auch
mal ein anderer Ansatz: funktionelle Dysfunktion der LWS, bes. L3/L4 bei ED
Segmantale Funktionsstörungen (in allen Segmenten) der WS sind viel häufiger als angenommen,
Medis hin und her

#18 |
  0
Dr. Rainer Wallerius
Dr. Rainer Wallerius

Interessanter Überblickartikel mit nützlichen Hinweisen zu den Halbwertzeiten.
Was viele meiner Klienten aber zusätzlich umtreibt, ist die Frage, wann die Pharmakonzerne ihre Gelddruckmaschinen dank Viagra und Geschwistern für Generika öffnen müssen, weil der Patentschutz abgelaufen ist. Nach überschlägiger Berechnung müsste das zumindest für Viagra eigentlich der Fall sein. Bis dato stellt die Behandlung mit PDE5-Hemmern, abgesehen von wenigen Ausnahmen, nämlich wieder mal nur eine “Medizin für Reiche” dar.

#17 |
  0
Stephan JOHN
Stephan JOHN

Es ist falsch “Impotenz” und “erktile Dysfunktion” gleichzusetzen und die Therapie auf die Verabreichung fragwürdiger Life-Style-Medikamente zu reduzieren. Zumindest gehört in einen solchen Artikel die Andeutung, daß vor der Medikamentenverordnung eine Diagnostik gehört.
Der Artikel erscheint, aufgrund seiner Diktion und Schwerpunktsetzung von der Pharmalobby inspiriert. Welche Voraussetzungen benötigt m,an eigentlich um sich “Medizinjournalist” nennen zu dürfen?

MfG
Stephan John

#16 |
  0

Wieder einmal stellt sich die Frage, was die Gemüter so erhitzt? Der Siegeszug von Viagra & Co seit der Markteinführung vor gut 10 Jahren spricht doch einfach für sich. Genauso gibt es jedoch Männer, die sich eine medikamentöse Behandlung nicht wünschen oder bei denen eine solche kontraindiziert ist. Für diese gibt es in der EBM leider noch keine definierte Stufenleiter alternativer Therapien. Dass neben körperlichen Ursachen immer auch psychische (primär oder zumindest sekundär) mitspielen ist nicht von der Hand zu weisen. Meist unbeachtet bleibt zudem die Rolle, die die Potenz in der Gesellschaft spielt. Wer nicht kann, oder zumindest nicht immer oder aus eigener Kraft, gilt als weniger “potent”, ist in seiner Männlichkeit eingeschränkt. Interessante Ansätze gibt es bereits aus dem Bereich der Physiotherapie (zu finden bei G. Dorey, M. Van Kampen, F. Sommer,…). Der unschätzbare Vorteil dieser Methoden, die sich mit medikamentösen wie psychologischen wunderbar kominieren lassen, ist die Stärkung der Selbstwirksamkeitserwartung, die über den Generalisierungseffekt auch weitreichende Auswirkungen auf das Gesundheitsverhalten insgesamt hat (Lifestyleveränderungen bei Diabetikern z.B.). Ein sowohl als auch könnte gegenüber dem gängigen entweder oder eine interdisziplinäre Revolution in unserem Gesundheitssystem bringen, die ein Segen für alle wäre.

#15 |
  0
Medizinjournalist

Journalistisch gesehen, besticht Bastigkeits Artikel durch den Vorzug sachlicher Information. Wohltuend ist vor allem der Mangel an esoterischen Inhaltststoffen. Im übrigen gilt wohl auch bei dem angesprochenen Thema die alte Regel: Wer heilt, hat Recht. Könnte man die Potenzschwäche durch Handauflegen beseitigen – wie wunderbar. Derweil also bleiben die Phosphordiesterase-Hemmer, obwohl sie streng genommen nicht heilen, offenbar die Mittel der Wahl. Solch palliative Therapie wird vermutlich manche Selbstzweifel beseitigen, vielleicht auch Ehen retten. Ein wenig unerforscht erscheint aber dennoch das Problem der Interaktion mit anderen Mitteln. Und noch eines zur Legendenbildung: Die Kohabitationfrequenz ist in lateinischen Ländern offenbar nicht höher als in den nordischen. Die erotische Potenz des “Latin Lover” entpuppt sich wohl eher als Chimäre.

#14 |
  0
Diätassistent

Wie bereits erwähnt, sollte der Ernährung definitiv mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Was in den ersten beiden Kommentaren gemeint wurde, ist sicherlich nicht die alleinige Schuld des minderwertigen Essens, sondern die damit meist vergesellschgaftete Einstellung zum Essen und zu Bewegung. Dass schlechte Ernährung in Verbindung mit mangelnder Bewegung an der Genese von Mikro- und Makroangiopathien maßgeblich beteiligt ist, ist klar. Und das ist das was Kommentar 1 und 2 eigentlich meinten. Sofern das Bewegungsmaß stimmt, kann man sich (meist) konsequenzlos allerlei Müll einverleiben. Nur leider tun das zu wenige. Die dann auftretende Impotenz hat dann allerdings den Vorteil dass so offensichtlcih wird dass der Sedentary-Lifestyle in Verbindung mit schlechter Ernährung eben doch weh tut. Herrn Dr. med. Buhle empfehle ich eine genauere Beschäftigung mit den Hintergründen des “French Pradox”.

#13 |
  0
Naturwissenschaftler

EGAL und UNABHÄNGIG davon ob, die Psyche, die Anbindung zur Natur, die gesunde Ernährung, der Abstand von den so g. Genussmittel eine Rolle spielt, WAREN und SIND und WERDEN BLEIBEN die chemische Wirkstoffe (Arzneimittel) mit ihren Hauptwirkungen als große Hilfe für die Menschen mit sexual-partnerschaftl. Problemen.

#12 |
  0
Medizinphysiker

Was allerdings das Bild soll (sieht so ein Erektionsgestörter aus?) wird wohl das Geheimnis des Herrn Bastigkeit bleiben?!

#11 |
  0

Bei erektiler Dysfunktion rate ich dazu, sich seinen Problemen zu stellen, eine vitalstoffreiche Ernährung zu sich zu nehmen, Alkohol in Maßen zu trinken sowie ein tägliches Bewegungsprogramm zu absolvieren und auch geistige Anregung zu suchen. Also: sich und seinen Körper und die Seele in Einklang zu bringen.

Hilfreich ist außerdem die niederfrequente pulsierende Magnetfeldstimulation. Hierzu gibt es eine gute Doppelblindstudie von Herrn Prof. Pelka, Bundeswehruni München.

#10 |
  0
Mag. Götz Egloff
Mag. Götz Egloff

Ich schließe mich den Herren Schloen und Buhle an. Das “Franzosen-Argument” hat schon etwas für sich. Die Lustfreundlichkeit in jenem Land ist schon auffällig… Während in Deutschland viele Patienten überzufällig häufig auf Political Correctness achten (die “depressive Position”)und gleichzeitig eine zunehmende Neigung zur “Orthorexie” zu beobachten ist, ficht dies andere Nationen nicht an. Die Beischlaffrequenz scheint dort ja deutlich höher zu sein. Also doch Psyche?! Hoffen wir auf erfreuliche Einflüsse der Globalisierung…

#9 |
  0
Heilpraktikerin

Ich frage mich, woher die mangelnde Kraft der jungen Männer kommt, bestimmt nicht nur von Fast Food, Alkohol und Rauchen.Dies sehe ich mehr als Folgeerscheinung einer mangelnden Anbindung an die Natur und Mangel an Liebe. Statt dessen ein sich ausbreitender Egoismus.An einer lebendigen Partnerschaft muss man unter Umständen arbeiten. Da ist der Rückzug in Cyberwelten halt einfacher.

#8 |
  0

Für mich steht fest, das kein anderes Medikament (Viagra, Levitra, Cialis) mehr älteren Männern und Frauen die noch Freude am Sex haben möchten, das Leben verschönert hat.
Ich bin dankbar, dass es diese Medikamente gibt.

#7 |
  0
Herr Stefan Kreitlow
Herr Stefan Kreitlow

Da gibt es so einiges was die Schulmedizin gerne unter den Teppich kehrt.
Das kleinblütige Weidenröschenkraut (Epilobium parviflorum herba) hilft bei problemen mit der Prostata und beugt gegen Prostatakrebs vor. Hat keine Nebenwirkungen, ausser den pos. Nebeneffekt das sich die Libido verbessert. Das heißt man hat zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, einmal was für die Prostata und zum zweiten etwas für den Sex. Das vieles sich im Kopf abspielt oder mit der Ernährung zutun hat ist bekannt, auch die Umstände wie gesund man lebt ob man raucht und viel trinkt. Also Leute macht euch einen Tee mit Weidenröschen und ab geht die Luzi.

#6 |
  0

Ich glaube auch ,daß die Natur dort eine Bremse einsetzt ,wo eine Bedrohung für den Menschen entstehen könnte. man sollte mit ganz viel Fingerspitzengefühl an die Beratung der Betroffenen und ihrer Partner herangehen. Sexualität ist etwas wunderbares aber nicht um jeden Preis.Ich wüßte schon gern wie oft psychische Probleme und Partnerschaftskonflikte sowie Versagensangst eine Rolle spielen. Auch ,und vor allem,muß das Verhältnis in der Partnerschaft stimmen,dann kann man weitersehen. Sehr viel gegenseitige Achtsamkeit in der Beziehung würde sicher manches Problem lösen.

#5 |
  0

Legale und illegale Drogen Alkohol, Nikotin, Coffein, Kokain, Morphin, Canabinoide, LSD und bestimmte Medikamente, schwächen mittel- bis lanfrisitig die Potenz. Daher meine Emppfehlung: Drogen runter Penis rauf. Ganz ohne Nebenwirkungen.

#4 |
  0

Frau Schreck schreibt wie sie denkt und wie sie es versteht.Dieses ewig dumme Geschwätz von Fast food (ein Spiegelei mit Brot ist auch fast food), und besonders Alkohol und Zigaretten. Lassen wir die Psyche mal weg, dann löst weder fast Food noch Zigaretten eine Errecktionsstörung aus. Alkohol regelmäßig auch erst nach Jahren (30 Jahre Rheingau, 13 Jahre Pfalz). Wenn das so wäre, dann wären die Weinbauregionen entvölkert, alle Franzosen totkrank, weil Weisbrotesser.
Es gibt KEINE Substanz mit einer Wirkung. Wir nutzen nur die Hauptwirkung aus. Für all’ Ihre ‘Anklagen’ fehlt der exakte Beweis – nicht von ein paar Fällen. Es gilt nach wie vor das Koch’sche Postulat.

#3 |
  0

Dieser Meinung meiner Vorgängerin schliesse ich mich an, es wird viel zu wenig in der Prävention gemacht und zu wenig den Leute klar gemacht das man besser dem Diabetes vorbeugt, da eine Folge von Diabetes das Problem der Impotenz ist. Das würde manchen Mann ev. anspornen der Gesundheit mehr Sorge zu haben.
Denn diese Potenzpillen haben sicher alle auch nette Nebenwirkungen, die aber verschweigt man lieber, wie so oft… big Buisiness der Pharmabranche ist wichtiger…

#2 |
  1
Frau Monika Schreck
Frau Monika Schreck

Das kann schon ein großes Problem sein. Letztendlich ist es so wie immer man muß an die Ursachen ran. Fertigkost (Fast Food), Alkohol, Rauchen und Bewegungsmangel müßten zuerst abgestellt werden. Die Natur hat sich ja was dabei gedacht, wenn das nicht funktioniert. Vielleicht ist das wirklich eine Motivation sich mit dahinterliegenden Problemen auseinanderzusetzen.
Es gibt Krankheitszustände wo diese Hilfmittel angebracht sind aber erst sollte alles andere ausgeschöpft werden.

#1 |
  0
Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: