Adipositas: Hormon unterstützt Magenband

24. Juni 2013
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Wissenschaftler haben einen neuen Ansatzpunkt zur verbesserten Behandlung von Fettleibigkeit entwickelt. Das im Magen-Darm-Trakt gebildete Hormon Glukagon-like Peptide 1 verstärkt die Wirkung eines Magenbandes auf den Gewichtsverlust.

Es gibt verschiedene chirurgische Methoden zur Bekämpfung von Fettleibigkeit. Das Magenband hat gegenüber anderen chirurgischen Methoden den Vorteil, dass die Operation verhältnismäßig unkompliziert und für den Patienten besser verträglich ist. Hinzu kommt, dass das Magenband jederzeit operativ wieder entfernt werden kann. Der entscheidende Nachteil ist jedoch, dass der erzielte Gewichtsverlust im Vergleich zu anderen chirurgischen Methoden gering ist.

Wie die beteiligten Forscher um Prof. Dr. Matthias Tschöp, Direktor des IDO (Institut für Diabetes und Adipositas) am Helmholtz Zentrum München, und Dr. Kirk Habegger vom Metabolic Disease Institute, Universität Cincinnati, USA, nun herausfanden, kann durch eine Aktivierung des GPL-1-Rezeptors die Wirkung des Magenbandes wesentlich verstärkt werden. Eine Kombination von Band und Hormontherapie führte an fettleibigen Ratten zu annähernd demgleichen Gewichtsverlust wie ein Magenbypass. „Besonders wichtig ist dabei jedoch der richtige medikamentöse Ansatz“, betont Tschöp.

Vielversprechende Polytherapie

Zukünftig wollen die Forscher nun herausfinden, ob eine Kombination mehrerer im Magen-Darm-Trakt gebildeter Hormone die Wirkung des Magenbandes weiter verstärken kann. “Wir glauben heute, dass Kombinationstherapien das zukünftige Mittel der Wahl für die Behandlung ausgeprägter Adipositas sein werden”, so Tschöp. “Eine sogenannte Polytherapie mit chirurgischen und medikamentösen Elementen ist neu und vielversprechend. Diese wurde allerding bisher noch nicht am Menschen durchgeführt.”

Originalpublikation:

GLP-1R Agonism Enhances Adjustable Gastric Banding In Diet-Induced Obese Rats
Kirk M. Habegger et al.; Diabetes, doi: 10.2337/db13-0117; 2013

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3 Kommentare:

Heilpraktikerin Ingrid Hölzer
Heilpraktikerin Ingrid Hölzer

Dazu fehlen mir einfach die Worte.
Wie weit sind wir gekommen?
Aufklärung hat wohl die Priorität Nr. 1 um es erst gar nicht zur Adipositas kommen zu lassen. Aber wer macht das schon? Die Schulmedizin am Wenigsten.
Damit ist ja auch wenig Geld zu verdienen.

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Dr. med Karen Awiszus
Dr. med Karen Awiszus

Da ist aber jemand nicht auf dem aktuellen Stand.
Die Verwendung des Magenbandes ist nach dem ersten Boom drastisch rückläufig und in der Rangfolge schon von den anderen Verfahren abgelöst worden. Nur in den USA, wo man das Band anfangs kaum verwendet hat, steigen die Zahlen.
Die europäischen Daten favorisieren klar die anderen Verfahren.

Der gewichtsreduzierende Effekt der GLP-1-Agonisten sind ebenfalls schon seit mehreren Jahren bekannt. Das die Kombination zweier gewichtsreduzierender Verfahren eine größere Gewichtsreduktion bewirkt als nur ein Verfahren, liegt auf der Hand.

Der Bericht enthält keinen einzigen Hinweis auf die bekannten Nebenwirkungen (Magenentleerungsstörungen, Nausea, Emesis, geschweige denn die Debatte, ob GLP-1-Analoga Gallenkoliken fördern etc.).
Von einem seriösen Artikel erwartet man etwas mehr Objektivität und nicht nur ein reines Werbeschreiben.

#2 |
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Gast
Gast

könnte eine Reklameschrift eines Magenbandherstellers sein.
Diese Operation ist eher ein Versager.
Will man ausreichend Gewichtsreduktion erzielen, muss man es so eng machen,
dass man fast nur noch trinken kann, inakzeptabel.
Und die Komplikationsrate ist erheblich, je länger dieses Kunststoffimplantat den Mangen komprimiert.
Wenn man nun darauf spekuliert es wieder zu entfernen, soll man es eher erst gar nicht implantieren.

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