Umfrage zum Medizinstudium: „Nervenkrieg ist angesagt!“

21. Dezember 2016
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Vergangene Woche hat DocCheck Medizinstudenten gefragt, ob das Studium ihre Psyche belaste. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Mehrheit empfindet es so. Was genau sie frustriert, schilderten viele von ihnen in zahlreichen Kommentaren. Einige davon könnt ihr hier lesen.

Anfang Dezember erschien eine Studie, die zeigte, dass erschreckend viele Medizinstudenten Depressionen und Suizidgedanken haben. Wir wollten es genauer wissen und fragten Medizinstudenten: Schlägt das Medizinstudium auf die Psyche? Über 500 Medizinstudenten haben an unserer Umfrage teilgenommen. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer gab an, dass sie das Medizinstudium als belastend empfinde. 41 % haben gelegentlich das Gefühl und nur 7 % verneinten.

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Die Medizinstudenten haben aber nicht nur abgestimmt, sondern auch zahlreich kommentiert. Hier sind einige Statements, die uns erreicht haben:

#1 Ich muss nebenbei 20 h die Woche arbeiten, keine Zeit zum Lernen, keine Lust. Mein Leben hat noch andere Facetten. In den Ferien wird dann famuliert und auch viel gearbeitet. Geld oder Zeit für Urlaub bleibt trotzdem kaum. Und dann sind noch die Prüfungen die ich ja geschoben habe, weil ich zum ersten Termin nicht den Stress haben wollte, alle auf einmal zu schreiben.

# 3 Nein! Die Depressionen bestanden vorm Studium, jedoch habe ich das Studium entschleunigt und studiere langsamer – meine Psyche wird es mir später danken.

# 5 Wenn man sich anhand seiner Leistungen identifiziert und sein Sozialleben für dieses Studium aufgibt, ja. Wenn man locker ans Lernen geht und sich Freizeit gönnt, nein.

# 6 Man wird zum einen durch die fast wahnsinnigen Prüfungsregularien, zum anderen durch die schiere Zahl der Prüfungen dauerhaft unter Druck gesetzt. Die Menge an zu lernendem Stoff ist in einer Menge unüberschaubar, die weder organisatorisch noch von der Zeit bewältigbar ist.

# 7 Die Gedanken an zukünftige, unzumutbare Arbeitsumstände lassen einen nicht unberührt. Da fragt man sich öfters mal, ob sich das Ganze lohnt.

# 8 Stupides Auswendiglernen von einer Unmenge an Wissen ohne wirklich zu wissen, warum man das ganze lernt, kann einen nicht glücklich machen. Viel früher müsste man auch im Medizinstudium Schwerpunkte legen dürfen, natürlich mit der Konsequenz, dass man diese Fachrichtungen später nicht wählen darf, da man nur einen oberflächlichen Einblick in sie erhält.

#10 Wenn man längere Zeit aus der Schule raus ist, hat man nahezu keine Zeit, den Stoff aufzuarbeiten, geschweige denn zu beherrschen. Man steht unter permanentem Stress. Zwar hat man nicht das Gefühl, sich messen zu müssen, aber ein kurzes Abschalten ist kaum möglich. Aussagen von Professoren, „Student zweiter Wahl“ zu sein, sind da nicht so motivierend …

# 11 Das Studium führt einen permanent an die eigenen Belastungsgrenzen und darüber hinaus. Einerseits durch die schiere Menge des zu Erlernenden und der Klausuren, die es unmöglich macht, in der Kürze der Zeit alles wirklich zu beherrschen. Andererseits durch das Gefühl der Frustration, das sich nach einer gewissen Zeit in dieser Mühle einstellt, weil man immer das eigene Scheitern vor Augen geführt bekommt: das Scheitern am Anspruch, alles zu wissen und alles zu können. […]

# 12 Besonders für die Vorbereitung zum Physikum gehen viele Studenten an nervliche Grenzen.

#13 Mir fällt es häufig schwer, einfach mal abzuschalten und mir Pausen und Freizeit zu gönnen. Es ist nicht leicht, ein gutes Gleichgewicht zwischen Partner, Lernen fürs Studium und auch mal Freunde treffen zu finden. Letztendlich funktioniert man die ganze Zeit wie eine Maschine und stopft alles Wissen in sich hinein. Das wirklich Leben (neben dem Studium) kommt bei mir jedenfalls definitiv zu kurz bzw. ist quasi inexistent … Studiere aber auch in Belgien und da bestehen die Klausuren zu 2/3 aus offenen Fragen […]

# 14 Man vergisst das wahre Leben zu leben, denn man hält das Studium für das wahre Leben. Man macht sich Vorwürfe und kriegt ein schlechtes Gewissen, wenn man sich bspw. einen Ruhetag gönnt, Filme anschaut etc.

# 15 Man ist häufig Frustration und Überforderung ausgesetzt.

#17 Es scheint, als würde absichtlich ein eigentlich total unnötiger Druck aufgebaut. Will man damit so viele Leute wie möglich loswerden? Das Medizinstudium in Deutschland muss reformiert werden und zwar nach dem Vorbild der Majo-Clinic in den USA. Außerdem, wie kann es sein, dass sich manche auf deutschem Boden ein Medizinstudium kaufen können (s. Nürnberg PMU) und die anderen das viel schwierigere „richtige“ Medizinstudium machen müssen? Was bedeutet das Studium letztlich? […]

# 18 Vor allem während sehr stressigen Semestern. Man muss einen Ausgleich zum Studium finden, sonst kann einen der Stress und die evtl. nicht bestandenen Klausuren ziemlich runterziehen.

# 19 Es ist doch eher ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Bei mir sind es vor allem finanzielle Sorgen und die Doppelbelastung Arbeiten + Studieren. Außerdem fehlt oft die Kraft, das soziale Leben zufriedenstellend aufrecht zu erhalten. Auf allen Ebenen wird von einem Höchstleistung gefordert, dass macht ein ausgeglichenes Leben schwierig.

# 22 Die Inhalte des Medizinstudiums sind ganz überwiegend äußerst interessant und spannend. Aber der Prüfungsdruck ist enorm.

# 23 Ich persönlich finde, dass es bei uns an der Uni eigentlich so gut wie keinen Konkurrenzkampf gibt, sondern dass man eher versucht, gemeinsam die Anforderungen zu bestehen. Deutlich belastender finde ich den Druck durch die ständigen Prüfungen, den straffen Zeitplan und die wenige freie Zeit, da die Semester-„Ferien“ mit Ferienkursen und Famulaturen fast komplett ausgefüllt sind. Wenn man dann noch studienbegleitend eine (experimentelle) Doktorarbeit verfassen möchte oder arbeiten muss, hat man kaum noch Freizeit. […]

#24 Nicht nur das Studium – der Arbeitsalltag ist noch schlimmer.

# 25 Es kommt sehr auf den Studienabschnitt, wahrscheinlich auch den Studienort und ganz besonders auf die sozialen Ressourcen (Freunde etc.).

# 26 Psychischer Druck und Nervenkrieg ist schon gut angesagt. Man sollte auf alle Fälle sehr belastbar und stabil sein.

# 27  Vor allem das Studium mit Kindern macht nicht nur finanziell arm, sondern auch arm an sozialen Kontakten, da man vor lauter Lernen kaum noch freie Zeit hat.

# 28 Besonders arrogante Dozenten und Ärzte sorgen für Demotivation.

# 29 Ja, es zerstört Lebenswege, wenn das Dekanat so drauf ist wie in Frankfurt. Sieben über Sieben. Und mit Intelligenz ist das Studium auch nicht wirklich vereinbar.

# 30 Ja, es schlägt auf die Psyche durch den Stress, den man durch das viele Lernen manchmal hat. Das führt aber nicht unweigerlich zu Depressionen und Suizidgedanken ;))

# 31 Es macht einen auch abhängig von Ritalin & Co.

# 32 Luxusproblem

# 33 Ein Medizinstudium in Frankfurt ist absolut gefährlich! Die Uni / das Dekanat arbeitet absolut gegen die Studenten. Schlechte absichtlich mit Fehlern behaftete Vorlesungsfolien (damit die Studenten die Vorlesungen besuchen müssen), unglaubliche Mengen an Stoff (i.d.R. Arbeitstäglich zwei Kurse, mit jeweils 30-60 Power Point Folien mit Detailwissen) sind die Regel. Ein Schnitzellauf von morgens bis abends. […]

# 34 Ich kann nur für meine Uni in Frankfurt sprechen. Dort sind die Zustände katastrophal. Es herrscht Willkür statt Recht und Gesetz (oder gar statt Transparenz und gleicher Regeln für alle). Die einen werden exmatrikuliert, weil sie beispielsweise Physik in der Wiederholung nicht bestanden haben. Andere nutzen ihre Kontakte ins Dekanat und bekommen die gigantischsten Sonder-Regelungen zugebilligt, die mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar sind. […]

# 35 Der Druck ist enorm.

# 36 Der Druck ist in München gerade im ersten Semester extrem hoch. Viele Prüfungen in kurzen Abständen mit sehr hohem Stoffumfang.

# 37 Anforderungen sind stellenweise enorm (vor allem in Kombination mit einer Promotion). Das bringt einen zeitweise an seine Belastungsgrenze. Und einige macht das kaputt.

# 38 Vor allem in der Vorklinik war man vielen Schikanen und Mobbing durch Profs ausgesetzt.

# 39 Nur wenn man nicht damit umgehen kann, dass nicht immer alles überfreundlich und vorsichtig gesagt wird. Medizin ist auch mal emotional.

# 40 Aus Erschöpfung wird irgendwann Verzweiflung und schließlich eine behandlungsbedürftige Depression. War bei mir so.

# 41 Ja – einerseits deprimierend aufgrund des hohen Lernpensums, der Praktika etc. Aber andererseits kann es auch beflügelnd sein, wenn man dieses große Ziel des Studiums, v. a. der Staatsexamina, erreicht hat. Dieses Erfolgserlebnis kann außerdem den Zusammenhalt der Studenten extrem stärken, da sie gemeinsam durch Höhen und Tiefen gehen mussten.

# 42 Es würde mich mal interessieren, wie viele während des Frankfurter Medizin-Studiums verstorben sind, oder exmatrikuliert wurden (das scheint dort viele zu betreffen). Offenbar bekommt die Uni pro Studenten ein halbes Arbeitnehmer Jahresgehalt und versucht, so viele wie möglich im ersten Halbjahr wieder los zu werden, denke mal nicht, dass Restbeträge zurückbezahlt werden. Aus meiner Sicht möchte ich jedem empfehlen, ohne die Uni Medizin zu studieren, man wird nur ruiniert, der Lernstoff ist chaotisch […].

# 44 Besonders bei Leuten, die schon eine Disposition oder Vorgeschichte für depressive Episoden haben. Es hängt aber sicher noch von anderen Faktoren ab. Ich kenne eine Kommilitonin, die nach einem Suizidversuch in psychiatrischer Behandlung war, und unzählige, die seit dem Studium mit Reizmagen und/oder -darm zu kämpfen haben.

# 45 Wenn man die Kosten für das Studium bedenkt, kann man schon psychisch krank werden. Monatlich 600 Euro fürs Wohnen / Essen 30 Euro Internet / Telefonie (zwingend bei diesem Studium nötig) 60 Euro Studiengebühren 180 Euro Krankenkasse (bei über 30-Jährigen) 30 Euro Bücher, Ausdrucke usw …

# 46 Offenbar geht es bei der Uni in Frankfurt auch darum, die Studenten psychisch krank zu machen! Der Stoff ist nicht zu schaffen, unklar was von den immensen Mengen genau gelernt werden muss, widere Umstände, ständige Falschberatung und Schikane durch die Uni. Auf gesundheitliche Probleme, private Umstände oder sonstige Katastrophen wird keine Rücksicht genommen. Wie viele haben sehr viele Jahre dort studiert und wurden dann mit Schaden rausgeworfen. Diese Uni hat schon einige zerstört, die niemand zählt.

58 Wertungen (4.41 ø)
Humanmedizin, Pharmazie, Studium

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63 Kommentare:

Gast
Gast

Als ich mitten drin war im Studium, habe ich vieles ähnlich erlebt, wie die gestressten Kommentatoren es beschreiben. Jetzt, Jahre später, als Oberarzt mit Familie, weiss ich wirklich, was Stress ist! Die Zeit meines Studiums in Lübeck war die Beste meines Lebens!

#63 |
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Bernd Hoppe
Bernd Hoppe

jungs und mädels, die Deutschen müssen alle schuften, damit ihr Geld über dubiose Kassen nach Griechenland ? und Italien und sonstwo hinfließen kann z.B. in den Sparstrumpf von Papandreous Mutter (500 Millionen) !

Die 68er haben wenigstens solidarisch gegen den Gesellschaftsbetrug und den Imperialismus gekämpft. Che Guevara war auch Arzt !

#62 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

“Und merkt euch: Jede in euren Augen überflüssig ins Hirn gepresste Kleinigkeit bleibt dort drin liegen und wird dann da sein, wenn sie wirklich gebraucht wird – wenn euch ein leidender Patient gegenübersitzt und ihr der Verantwortungsträger seid.”

Träum weiter …

#61 |
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Anita Liedl
Anita Liedl

Ich habe mit über 40 begonnen zu studieren! Dieses Jahr im Frühjahr bin ich fast planmäßig fertig geworden und arbeite seit einigen Monaten. Es macht mir Spaß und das Studium machte mir noch mehr Spaß! Ich war an der TU München zur Klinik und kann nur davon schwärmen! Eine wirklich Super-Uni! Wie gut die Wissensvermittlung dort war, kann ich erst jetzt, da ich in der Praxis tätig bin, so richtig beurteilen. Und ich kann eines sagen: Nichts von dem was ich mir in den vielen Jahren mühsam reingepaukt habe, war umsonst. Ich bin nun in der Lage bei den verschiedenen Fällen und Patienten auf dieses Gelernte zurückzugreifen und kann damit tatsächlich was anfangen! Selbst längst vergessen geglaubte Kleinigkeiten kommen, wenn ein entsprechender Fall ist, wieder hoch.

Ich habe das Studium immer als mein Privatvergnügen gesehen. Keiner zwang mich zu irgendwas, es lag nur an mir, die einzige die mir Druck machte war ich selbst! Und das war teils schon heftig, wir hatten jedes Semesterende 8-10 Klausuren und ich bin manchmal auch durch ein paar gerasselt. Da kommt man schon ins rotieren!

Gut, man kann nun sagen, ich bin noch vom alten Schlag. Als wir jung waren, damals half kein Jammern, keiner hatte Mitleid mit einem, du musstest durch und sehen wo du bleibst.

Heute ist das anders, aber da können die jungen Leute (die jungen Kommilitonen) nichts dafür. Dies liegt m.E. an der stark veränderten Denkweise der Gesellschaft. Die Erziehung der Kinder ist heutzutage anders. Sie werden von ihren Eltern lange vor jeglichem negativen Einfluss geschützt, bekommen mehr Unterstützung als sie eigentlich brauchen, sind viel später mit Unbequemlichkeiten konfrontiert, haben also mehr Schwierigkeiten mit Druck umzugehen und leiden an der Uni (wo man nun in einer Situation ist, die man ganz alleine managen muss) an dem dort sehr wohl existierenden Lernstress einer absurden Menge an Stoff. Nicht zu vegessen, der Einfluss der digitalen Medien (Gehirnersatz Google usw.) macht das Gehirn träge, es bleibt also nicht aus, dass früher oder später erheblicher Stress auftaucht. Dies kann zarte Persönlichkeiten aus der Bahn werfen, keine Frage.

Aber jeder der Medizin studieren will, weil er darin seine Berufung sieht, wird es schaffen. Vielleicht dauert es ein paar Semester länger, warum nicht?

Und merkt euch: Jede in euren Augen überflüssig ins Hirn gepresste Kleinigkeit bleibt dort drin liegen und wird dann da sein, wenn sie wirklich gebraucht wird – wenn euch ein leidender Patient gegenübersitzt und ihr der Verantwortungsträger seid. Dass manches von dem Stoff in der Klausur plötzlich nicht mehr abrufbar ist, ist einfach Murphy´s Gesetz!

Dranbleiben! Wenn ich das geschafft habe, schafft ihr das dreimal!

#60 |
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Gast
Gast

Das Studium bei uns in Berlin ist machbar und die meisten Lehrenden auch recht nett. Wenn es einen Grund zur Kritik gibt, kann man diese online bei der Evaluation der Veranstaltung los werden.

Es ist viel Stoff, den man lernen muss.
Wenn man an sich selbst den Anspruch hat, alles zu wissen, kann man evt. an seine Grenzen kommen und verzweifeln.
Wenn man aber akzeptiert, dass man ein Mensch ist und kein Computer, und sich von einer Note schlechter als 1,0 nicht fertig machen läßt, kann das Studium auch Spaß machen.
Die Bezahlung als Arzt ist gut und es gibt genug andere Berufe, die gleich anstrengend aber schlechter bezahlt sind.

#59 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

Das wäre ein Fehler. Es findet schon jetzt zu wenig fachübergreifendes Denken statt. Stattdessen solte man quer über alle Fachgebiete wieder mehr Wert auf das Grundlagensverständnis legen, anstatt zigtausende Details abzuprüfen, die garantiert gleich nach dem Test wieder vergessen werden. Ich bin weder ehrgeizig noch fleißig und trotzdem kann ich basierend auf einfachstem Grundlagenwissen regelmäßig fehlerhafte Argumentationen von Humankollegen in deren eigenem Fachgebiet aushebeln. Da wünsche ich mir erheblich mehr Sattelfestigkeit und mehr Stringenz in Sachen logisches Denken.

#58 |
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DK
Es tut mir sehr Leid Dr. DK ,- ich bin gebürtiger Norweger und bin nicht so wortgewandt wie Sie .
Ihr Beitrag ist sehr interessant . Ich glaube aber, das viele Studenten es einfacher hätten wenn man nach 6 Semester seine Fachrichtung wählen könnte .

#57 |
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Bernd Brüggemann
Bernd Brüggemann

@ Dr. W. Spiewok:
Ich kenne das Studium nunmehr seit knapp 30 Jahren.
Es hat sich sehr verändert im Gegensatz zu “damals”.
Es produziert zwar insgesamt die “schlechteren” Ärzte, ist in sich aber WESENTLICH komplexer und komplizierter geworden.
Gegen den heutigen Druck, auch und vor allem der erzwungene zwischen den einzelnen Studenten, ist das unbedeutende Konkurrenzdenken des vergangenen Jahrhunderts nicht vergleichbar…

#56 |
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Gast
Gast

#17 scheint sich noch nicht intensiv mit dem Thema der Privatuniversitäten (PMU Nürnberg) auseinandergesetzt zu haben – ich studiere selbst dort und kann durch direkten Vergleich mit Freunden an staatlichen Universitäten sagen, dass wir weder weniger lernen noch uns das Studium in irgendeiner Art und Weise erkaufen. Verstehe auch nicht, wie die Betreiber von Doccheck solche Aussagen veröffentlichen können, wirkt recht unprofessionell.

#55 |
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DK
DK

Danke für die interessante Umfrage. Auch die Kommentare von den verschiedenen Generationen an Medizinern sind sehr spannend und aufschlussreich.

Ich selbst habe sehr mit dem Medizinstudium gehadert und kann mich größtenteils den Ausführungen von “JammernderGast” anschließen. Man kann natürlich der Meinung sein, dass der Druck auf die Studenten zur Selektion der geeigneten Fähigkeiten/Personen beiträgt und man sich damit eben der ungeeigneten “Jammerlappen” entledigt. Neben den bereits angesprochenen Aspekten stellt sich allerdings auch die Frage, ob das für das Gesundheitssystem insgesamt eine sinnvolle Herangehensweise ist. Unabhängig ob das Klagen nun berechtigt ist oder nicht, letztlich ist zu fürchten, dass die Maxime “nur die Harten kommen in den Garten” (welche sich in vielen Kliniken ja durchaus auch nach dem Studium noch größter Beliebtheit erfreut) den Medizinermangel noch weiter verschärft. Da mag man ohne Gejammere auch noch so harter Selektion standgehalten haben und das auch gut und richtig finden, die demographische Welle jedoch können die harten alleine nicht brechen – zumindest nicht ohne ihren Anspruch an eine gute Medizin fallen zu lassen.

Die Kritik an den Zuständen mag zwar auch eine Frage der Generation und des aktuellen Arbeitsmarktes sein, da man, so der O-ton meiner aktuell ins Berufsleben startenden Kommilitonen, in vielen Kliniken bereits zum Wunschkandidaten zählt, wenn man neben einer Approbation ungebrochen Hochdeutsch spricht und korrekte Interpunktion beherrscht. (Ein Schelm, wer jetzt einen Wink zu einem veterinärmedizischen Kollegen hier im Forum vermutet!) Auch konkurrieren keine 10 AiP’ler mehr um eine Stelle. Dennoch wäre ich vorsichtig, den Großteil der Studierenden pauschal als verwöhnte Jammerlappen zu denunzieren. Stattdessen würde ich auch im eigenen Interesse einmal hinzuhören, woher im Detail die Unzufriedenheit rührt. Meines Erachtens könnte bereits man durch einen didaktischen Paradigmenwechsel weg von “nur die Harten kommen in den Garten” und hin zu “Weniger ist mehr” in Kombination mit einer größeren Spezialisierungsmöglichkeit im Studium viel verbessern.

Letztlich werden nur diejenigen gute Ärzte, denen Medizin auch Spaß bereitet. Freude an der Medizin zu vermitteln ist aber auch Aufgabe der Fakultäten. Nicht zuletzt fällt dann den Studenten, die man für die Medizin begeistern kann, auch das Lernen leichter.

#54 |
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Dr. W. Spiewok
Dr. W. Spiewok

Mein Gott, was für ein Gejammere! Als ich vor 36 Jahren mein Studium begann, da wusste ich, dass es hart ist, dass ich viel lernen muss, und dass ich danach für viel Arbeit, auch nachts und am Wochenende, besch… bezahlt werde. Aber ich habe das Studium genossen und würde diesen Beruf immer wieder wählen. Wer mit dieser Belastung nicht klar kommt, sollte lieber BWL studieren…

#53 |
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JammernderGast
JammernderGast

Dr. med.vet. Öistein Gaarden- es tut mir leid, falls sie meine Ausführungen hinsichtlich der Unterschiede in der Dichte der Leistungsnachweise als ein “Prahlen” interpretiert haben. Das war keineswegs meine Intention. Ich bin sogar vielmehr der Meinung, dass Sie in Ihrem Studium für ihre ärztliche Tätigkeit höchstwahrscheinlich mehr gelernt haben, als wir- trotz mehr Leistungsnachweisen und dem Wissenszuwachs in den Life Sciences. Das meiste von letzterem ist nämlich eh lexikalischer Art, d.h. es kann nachgelesen werden. Viel wichtiger ist ja die Kompotenz, das Gelesene zu verstehen und anzuwenden. Mir ging es nur darum aufzuzeigen, dass durch die (aus meiner Sicht) schlechte Stoffeingrenzung heutzutage auch die Möglichkeiten begrenzt werden, sich im Studium menschlich und fachlich zu entwickeln. Man kann nicht mehr über den Tellerrand schauen. Ich würde gerne mal ein zusätzliches Seminar oder Wahlfach belegen- das geht aber nicht, weil kaum Zeit da ist.

Ich finde diese Einstellung, dass immer die Studierenden Schuld sein sollen, ein bisschen bedenklich. Wenn man mit Pädagogen und Psychologen über die “Didaktik” in unserem Studium spricht, erntet man eigentlich immer erstaunte und schockierte Blicke. Das Wort “rückständig” fällt in diesem Zusammenhang nicht selten. Man muss sich ja fragen, was man will: will man Ärzte gut ausbilden oder will man einfach nur mit organisatorisch minimalem Aufwand Menschen zu einem Studienabschluss verhelfen? Ich möchte den Universitäten keine Böswilligkeit unterstellen- das Problem liegt sicher auch in der Finanzierung- aber das Curriculum wirkt einfach total überladen und chaotisch. Es wirkt so als hätte sich niemand ernsthaft Gedanken darüber gemacht, auf welche Kompentenzen im Studium ein besonderer Wert gelegt werden sollte, damit man nicht nur einen Studienabschluss, sondern auch eine tatsächliche “Kompetenz” erwirbt. Die meisten meiner Kommilitonen, inkl. mir selbst, sind gewillt, fleißig zu lernen und hart zu arbeiten. Aber es ist einfach manchmal extrem schwierig eine Balance zwischen dem ständig nur abgefragtem Faktenwissen (das teilweise ad absurdum betrieben wird!) und tatsächlich, wertvollem Wissen, als Basis für die späte Tätigkeit, zu finden. In der Zeit, die man dafür aufwendet, Altklausuren zu durchforsten und Altfragen auswendig zu lernen, könnte man aus meiner Sicht besser Praktika absolvieren und/oder konkrete Handlungsalgorithmen üben, damit man später im PJ oder als frischer Arzt nicht total unroutiniert vorm Patienten steht. Meine Erfahrung ist, dass man “klinische Denken” eigentlich fast gar nicht lernt und das kritisiere ich- klinisches Denken kann man auch nur in der Klinik lernen und nicht am Schreibtisch. Da sind die Möglichkeiten einfach begrenzt. Wir lernen aus meiner Sicht vor allem, wie man möglichst viele Fakten innerhalb kürzester Zeit in sein Hirn hämmert, aber die Transferleistung kommt eigentlich immer zu kurz und wird fast nie belohnt. Belohnt werden nach meiner Erfahrungen immer diejenigen, die alles stumpf auswendig lernen. Wenn man mit Verstand und Nachhaltigkeit an die Inhalte gehen will, kommt man schnell an seine Grenzen, weil man das für die Klausuren notwendige Bulimielernen schlecht mit dem für das spätere Leben wichtige Verständnislernen kombinieren kann- die Zeit fehlt einfach. Vielleicht ist das auch uni-abhänig, aber ich hatte bisher nie das Gefühl, dass ich mir wirklich mal die Zeit nehmen kann, um ein *solides* Verständnis für die Inhalte zu entwickeln. Und die Dichte der Leistungsnachweise trägt eben auch dazu bei, dass man sich diese Zeit nicht nehmen kann. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man mit weniger Leistungsnachweisen, aber dafür mehr Nachhaltigkeit beim Lernen ein deutlich besserer Arzt werden kann. Ich habe keine Leistungsprobleme im Studium und ich bin auch sehr stressresistent, aber ich habe eben auch manchmal moralische Bedenken, wenn ich sehe, wie ich ausgebildet werde. Und das stresst mich. Ich finde, dass auch meine zukünftigen Patienten ein Recht auf einen gut ausgebildeten Arzt haben. Ich nehme mir in Eigenregie und durch ein verlängertes Studium die Zeit, die Lücken zu füllen, die sich während der Ausbildung aufgetan haben, aber ich kenne eben auch viele, die das nicht tun bzw. es nicht können und das kann ich ihnen auch nicht verübeln. Man will ja irgendwann auch mal fertig werden.

#52 |
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Gast
Gast

Doch hat es!
Schön, wenn mir eine Statistik sagt ich hätte doch objektiv 5 h Freizeit am Tag.. wenn ich die aber mit Bauchschmerzen und voller Sorgen im Bett verbringe dann bringen die mir auch nichts! Auch den eigenen Kommilitonen gegenüber darf man ein bisschen empathisch sein ;-)

#51 |
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Gast
Gast

Es hat aber nichts mit hart- oder nicht-hart-sein zu tun, das manche Behauptungen (wie: man hätte keine Freizeit mehr / keine Zeit für soziale Kontakte) objektiv einfach nicht haltbar sind, zumindest vergleichen mit der Berufstätigkeit.

#50 |
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Gast
Gast

Ich glaube einige, und damit meine ich auch Leute die hier kommentieren vergessen, dass sie hier über Menschen sprechen. Man gibt nicht am Tag seiner Immatrikulation seine
Ängste/Gefühle/Sorgen ab. Nicht jeder ist so belastbar und kommt mit dem Druck gut zurecht, manche leiden eben darunter und fühlen sich gestresst! Das ist aber OK! Nur weil hier ein paar ganz harte alles super easy fanden (meist sind es ja doch Leute, die vor 20 Jahren studiert haben) muss es nicht jedem so gehen!

#49 |
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Ich empfand es immer als eine sehr angenehme Eigenschaft unseres Berufsstandes (unangenehme gibt es auch reichlich…), nicht ständig über die Belastungen von Ausbildung und Arbeitsplatz herumzujammern. Ja, das Studium und der der Beruf sind anspruchsvoll und anstrengend. Ja, man muss viel lernen, sich anstrengen und psychisch einiges erdulden. Dafür gibt es als Lohn einen sinnvollen und lebenslang ausfüllenden Beruf mit unendlichen Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven, auch im höheren Alter noch, Vollbeschäftigung und gutem Geld. Darüber kann man sich einfach nicht ernsthaft beschweren. Liebe (junge) Kollegen, überlasst das Gejammere doch den Lehrern.

#48 |
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Gudrun Kühlen
Gudrun Kühlen

Wie naiv gehen die Leute denn ins Studium? In heutigen Zeiten hat man doch Informationsmöglichkeiten ohne Ende und mit dem für Medizin nötigen Abi-Schnitt stehen doch alle Ausbildungswege offen. Wenn es dann unbedingt Medizin sein muss (aus welchen Gründen auch immer), sollte man nachher nicht jammern.
Demotivierendes gab es auch schon vor Jahrzehnten. Als ich 1982 mein Psychologie-Studium an der Uni Düsseldorf aufnahm, erklärte uns der Statistik-Prof im Rahmen der Einführungsveranstaltung, dass wohl ca. 10 % von uns nach Studienabschluss einen adäquaten Job ergattern würden. Der Rest könne ja dann Taxi fahren mit dem guten Gefühl, ein Diplom in der Tasche zu haben.

#47 |
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Gast
Gast

…also ich kann Leipzig nur empfehlen – es ist anspruchsvoll und nicht geschenkt, aber selbst über 30 mit Kind (das ich nahezu allein versorge, da mein Partner auswärts Vollzeit arbeitet) und Nebenjob ließ sich alles gut schaffen, da die Klausuren (zumindest nach dem Physikum) dennoch human und nicht aufs “Rausprüfen” angelegt sind. Ich mußte eben lernen, mich extrem aufs Wesentliche zu konzentrieren, und Lernen durch Verständnis hat mir da viel Zeit einsparen können, da ich mir viele Dinge dann in der Klausur bei Unsicherheit auch selbst herleiten konnte. Es wird zwar aus mir wahrscheinlich kein genialer Mediziner, aber es reichte auch, um nicht auf dem Boden des Fasses gründeln zu müssen. Ich glaube aber auch, daß es sehr stark von lokalen Gegebenheiten abhängig ist, wie gut sich alles zeitlich organisieren läßt – vor dem Physikum hätte ich mir nicht vorstellen können, ein Kind zu haben, aber auch da gab es bei uns Leute, die das geschafft haben (vor denen ziehe ich auch echt den Hut)… Wie schon von einigen hier erwähnt wurde, ich glaube der Selektionsbias in dieser Umfrage ist nicht zu unterschätzen – hatte beim ersten Mal (i.e., dem Originalartikel) auch nicht mitgemacht, da für mich der Entschluß, Medizin zu studieren, noch immer zu den besten Entscheidungen meines Lebens gehört und ich damit keine Lust hatte, einen “Heulartikel” bzw. irgendwelche herunterziehenden Antwortmöglichkeiten lesen zu müssen. Und ja, es gab / gibt auch extrem stressige Phasen, aber das gehört halt irgendwie dazu, und danach ist man ja auch immer extrem erleichtert, das alles tatsächlich geschafft zu haben. Und wie auch schon jemand erwähnte – mit dem Alltag der Pflege würde ich um nichts in der Welt tauschen wollen. Selbst die Arbeitszeiten als Arzt sind da noch humaner.

#46 |
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Gast
Gast

#45: Naja also ein Meinungsbild mit einer obendrein noch relativ wenig aussagekräftigen Fragestellung als Studie zu analysieren finde ich etwas gewagt.
Zu Ihren Punkten aus meiner Sicht als Medizinstudent die gewünschte Analyse:
1. Professoren […] haben kein Interesse.
-Teils teils. Allerdings sind die Profs. bezüglich ihrer Vorlesungsthemen zumindest grob an das Curriculum gebunden, der eine setzt das eben pädagogisch wertvoller, der andere weniger gut um.
2. […] Lehrplan zu ändern und etwa überholte Theorien zu entfernen.
-Kann ich so absolut nicht bestätigen. Zumindest die Fächer, die auch klinisch arbeiten sind idR. da nah am aktuellen Stand. Das IMPP hinkt eben immer ein paar Jahre hinterher, aber es geht eigentlich auch.
3. […] keine Zeit, sich gegen die Belastung […] zu wehren, da sie lernen müssen.
-Nach Umfragen / Erhebungen verbringt der durchschnittliche Medizinstudent 38-40h/Woche mit dem Studium (alles in allem, also inkl. Lernen). Da ist immer noch so viel Freizeit drinnen wie bei einem normalen Arbeitnehmer, es ist halt nur nicht so gleichmäßig (viel Stress vor Klausuren, dann mal wieder das süße Studentenleben im Intervall). Empfinde ich persönlich auch so. Zeit zum Ausgleich bleibt mir da genug.
4. Folgende Fähigkeiten spielen keine Rolle: Empathie, Patientenkontakt, Umgang mit Menschen, Höflichkeit u.v.m.
-Stimm meiner Meinung nach so nicht. Zum einen gibt es immer wieder Seminar, Vorlesungen etc. zum Thema Gesprächsführung, Überbringen schlechter Nachrichten etc., zum zweiten hat man in all den Praktika und Famulaturen viel Möglichkeit, menschlichen Umgang zu üben. (Wenn man sich nicht gerade drückt)

#45 |
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Und niemand hat ernsthaft damit gerechnet, dass es leicht werden würde …

#44 |
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Raphupe
Raphupe

Die Studie spricht ein klares Wort. Wer mit den vorliegenden Sachverhalten ein Problem hat, der lege bitte Lösungen vor, die durchführbar und zukunftsweisend (Stichwort Fachkräftemangel) sind, anstatt zu tönen “ist ja alles kein Thema/nicht schwer/ihr seid faul”.
Viel interessanter fände ich eine zielgerichtete Analyse der Problematik. Was mir als Akademiker und Partner einer Medizinstudentin in den letzten Jahren aufgefallen ist, sind vor allem strukturelle Probleme:
– Die Professoren stehen kaum im Dialog mit den Studierenden und haben kein Interesse an ihnen.
– Das gelehrte Wissen wird mehr und verzweigter, es besteht jedoch kein Grund, deshalb etwas am Lehrplan zu ändern und etwa überholte Theorien zu entfernen oder sich bereits im Studium für eine Fachrichtung zu entscheiden.
– Die Studierenden haben keine Zeit, sich gegen die Belastung durch Stoff und Prüfungen, ausgelöst von Ehrgeiz, Willkür, Arroganz, Leistungsdruck und Tatendrang der Prüfer, zu wehren, da sie lernen müssen.
– Das Studium hat das Ziel, die Studierenden auf den knochenharten Alltag als Arzt vorzubereiten, indem man die Leute massiv auf Spur trimmt. Wer nicht hart genug ist, fliegt raus. Folgende Fähigkeiten spielen allerdings keine Rolle: Empathie, Patientenkontakt, Umgang mit Menschen, Höflichkeit uvm.
Nicht verwunderlich, dass viele Mediziner als rechte Klötze gelten, was wiederum der Esoterik/Homöopathie/usw.- Branche die Leute einbringt.
– Die Exzellenz-Elite der Mediziner-Intelligenz schreibt die Regeln: Natürlich sind Menschen mit einer guten Hochschulreife leistungswillig, aber wenn die (von den Eltern finanzierten) Überflieger die Deutungshoheit innehaben, dann zerstört das die Möglichkeit der (sozial wie notenmäßig) schlechteren, sich sinnvoll zu entfalten, bzw. mit ihren Leistungen im Studium zufrieden zu sein.
– Die Betroffenen werden hier nicht posten. Sie müssen zu Hause sitzen und Lernen, um auch nur annähernd mitzukommen. Und wenn sie das gerade nicht tun, dann weil ein Nervenzusammenbruch bevorsteht.
Diese Intensität von Vernichtung menschlicher Lebensqualität habe ich bei keinem anderen Studiengang als Medizin gesehen.

#43 |
  4
Gast
Gast

Also mir hat das Studium großen Spaß gemacht – habe in Regelstudienzeit studiert, nachdem ich über Warteliste einen Studienplatz bekommen mit 2,6er Abi.

Die praktische Arbeit jetzt ist durch die festen Zeiten, Dienste und Verantwortung in der Klinik doch deutlich anspruchsvoller. Da sehnt man sich an die gute alte Studienzeit zurück.

Ich glaube, dass vielen jungen 1er Studenten, die direkt nach dem Abi in das Studium einsteigen, einfach auch die Zeit fehlt, mal etwas anderes zu machen. Geht ins Ausland, arbeitet irgendwo, macht was anderes. Dann lernt man das Studium auch schätzen.

#42 |
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Weitere medizinische Berufe

Ja, wenn man sein Studium erfolgreich machen will, so gibt es nur die 7 Tage Woche und fast keinen Urlaub. Auswendig lernen, wie einer schreibt, passt doch in ein Studium? Was ist denn das für eine Uni?

#41 |
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Zum JAMMERNDEGAST :
Diese Gossensprache , wie Sie es nennen , habe ich von den Praktikanten gelernt . Um alles für die “Jüngeren Semester” verständlich zu machen wird diese Nomenklatur eingesetzt .
Die Arroganz mit der Sie bezüglich der Wissensmenge herumpralen sagt einiges über Sie aus ……….! Warum ist es denn eine Tatsache das so viel im PJ nicht in der Lage sind ,die sooo schwer zu absorbierende Teori, in den praktischen medizinischen Werktag umzusetzen? Es war nur eine Frage die Sie vielleicht ohne medizinische Fachbücher beantworten können .

#40 |
  13

Es war wohl noch nie ganz unbeschwert …

#39 |
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Gast
Gast

Ich studiere jetzt im Moment (den Großteil habe ich hinter mir). Geschenkt wird einem das Studium nicht, aber es ist absolut machbar.
Ein gewisser Anteil Kommilitonen fällt mir tatsächlich auf, der ständig jammert und beim dem immer irgendwer oder was Schuld ist, wenn mal was nicht so klappt – nur nie sie selbst.
Das Gros der Studenten studiert einfach, und gut ist. Es ist aber leider nicht so laut und hörbar wie die Minderheit der Meckerer.
Und diese permanente Unterstellung, man würde nur stupide auswendig lernen kann ich so überhaupt nicht nachvollziehen und finde ich ehrlichgesagt ziemlich beleidigend.
Sicherlich gibt es Dinge, die man auswendig lernen muss, aber insgesamt geht es eben sehr wohl um das Verstehen von Zusammenhängen und darum, sich einen großen Rundumblick zu verschaffen, aus dem man sich dann oft andere Dinge / Details ableiten kann (insbesondere wenn bei Klausuren wie üblich Antwortmöglichkeiten bereits vorgegeben sind).
Möglicherweise ist das Studium vielleicht dann so stressig, wenn man bücherweise auswendig lernen will anstatt mal mit ein bisschen Verständnis ranzugehen?
Ich kann nur allen Interessenten am Medizinstudium raten: überlegt es euch gut, denn es ihr müsst euch (gerade am Anfang) hinsetzen und euch erstmal an das Lernpensum gewöhnen (im Vergleich zur Schule: was dort gefordert wird ist ja eher lächerlich). Aber wenn euch das Gebiet interessiert dann macht es, egal an welcher Uni – die nehmen sich alle nicht viel. Entweder werdet ihr sehr schnell merken, dass das nichts für euch ist und in den ersten Semestern abbrechen, oder ihr werdet Arzt.

#38 |
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Frank
Frank

Jemand Erfahrung mit Lübeck?

#37 |
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R e m i d i a s C o r t e s ergänzt den fehlenden Text, der leider wiederholt nicht korrekt übernommen wurde. Danke

#36 |
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Nichtmedizinische Berufe

Witz: Prof sagt zu den Studenten: ” Lernen Sie das Telefonbuch auswendig!”
Der angehende Ingenieur fragt: “Warum soll ich das tun?”, der Medizinstudent : “Bis wann muss ich es können?”

Als Patientin sehe ich Bulimie- Lernen im Studium kritisch, würde aber bezahlte Fortbildungen für Ärzte begrüßen.

#35 |
  4

Die Kommentare werden hier nicht korrekt übernommen!!
Es fehlt immer die Hälfte Text und ich finde leider keine Korrekturmöglichkeit!!!

#34 |
  1

Man geht nun einmal leider davon aus, daß Medizinstudenten, 1,0 er Abiturienten, brave Lerner sind, die alles in sich reinpacken, was man ihnen vorsetzt. Und so sind die Ärzte nun einmal. Und aus diesem Grunde gibt es auch den niedlichen Witz: “In einem Hörsaal sitzen Medizinstudenten und Studenten der Physik. Ein Professor kommt herein und legt ein Telefonbuch auf den Tisch und spricht:
. Ein Physikstudent steht auf und fragt:
Ein Medizinstudent steht auf und fragt: Sehen Sie, so geht man mit Medizinstudenten um und so arbeitet man dann später auch. Nicht viel fragen, immer nur alles brav mit machen, so sind die Ärzte.

#33 |
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Jana Schemann
Jana Schemann

Der Lernstress im Studium und die viele Arbeit in der Klinik ist das Eine. Diese Art von Stress können die Meisten, die sich für den Arztberuf entscheiden, ganz gut händeln. Das Andere ist die teilweise unfaire Behandlung von Studenten mit guten Kontakten und wohlhabenden Eltern gegenüber “Normalos”, die ihre Praktika tatsächlich alle selbst machen und dazu Geld verdienen müssen. Und dann darf man sich im PJ von sämtlichen ärztlichen und nicht-ärztlichen Arbeitskräften anhören was das für eine Frechheit ist, dass der dumme Praktikant jetzt sogar Geld verdient (300€). Das zieht einen wirklich runter…

#32 |
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JammernderGast
JammernderGast

Interessant, dass sich die “älteren Semester” jetzt zu Wort melden und über die Jammernden jammern. Es ist doch völlig klar, dass Sie Ihr Studium damals anders empfunden haben, weil sie a) noch nichtmal einen Bruchteil der Leistungsnachweise erbringen mussten, die wir heute erbringen müssen (laut Aussage des Dekanats an unserer Uni haben sich die zu erbringenden Leistungsnachweise über die letzten Jahre mindestens verdoppelt) und b) wächst das medizinische Wissen exponenziell (bis 2020 wird es sich alle 73 Tage verdoppeln). Da Sie sich ja also so schlau und so weise präsentieren, können Sie sich ja bequem ausrechnen, wie”viel” sie damals internalisieren mussten und, wieviel Wissen heute internalisiert werden muss. Meiner Meinung nach können Sie sich absolut kein Urteil über die aktuelle Situation der Studierenden an den Unis erlauben- sie kennen das System doch gar nicht! Glauben Sie denn ernsthaft, dass uns nicht bewußt ist, dass der Klinikalltag auch stressig ist? Halten Sie uns wirklich für so verblödet? Der Psychodruck fängt doch heutzutage schon in der Schule an, ohne 1,0-Abi bekommt man nur noch schwierig eine Zulassung fürs Studium. Ich will Ihnen Ihre Intelligenz nicht absprechen, aber ich kenne viele Ärzte, die vor 10-20 Jahren studiert haben, die zwar auch ein gutes Abi brauchten, aber bei Weitem kein 1,0 Abitur. Und ich kenne keinen einzigen (!) Kommilitonen, der ein Weichei ist (à propos was für eine Gossensprache…). Ich lade alle älteren Semester herzlichst ein, mal ein Semester bei uns probe zu studieren, inklusive Klausuren. Und wenn Sie dann alle Klausuren bestanden haben immer noch der Meinung sind, dass wir nur rumjammern, dann glaube ich Ihnen das. Vorher nicht. Vorher kann ich Sie nicht ernstnehmen.

#31 |
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Gast
Gast

war das denn jetzt eine Abstimmung oder eine richtige Umfrage? Die Umfragen bei Doccheck sehen doch sonst ganz anders aus. Haben da jetzt lauter Leute abgestimmt, die gerade nen Kaffee aufhaben? Und was bedeutet das, schlägt auf die Psyche? Wenn mein Wecker morgens um 6 klingelt, schlägt mir das auch öfter auf die Psyche. ;) macht doch da lieber mal ne ordentliche Studie zu, nicht so ein Abstimmungsding, ist ja eigentlich ein interessantes Thema

#30 |
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So viele jämmernde Weicheier auf einmal habe ich nie erlebt . Und das soll die Aussagen der zukünftigen Ärzteschaft sein ? Die aufwachsende Generation Medizinstudenten ( 54 % mit psychischen Konsequenzen wegen des Studium’s )
haben die Selektion der Belastbarkeit im Leben nicht gelernt und werden es auch nie lernen . Hier schreibt ein Student : KEINE ZEIT UM URLAUB ZU MACHEN , KEINE ZEIT FÜR DIE FREUNDIN ,WEGEN DER PSYCHE LANGSAMER STUDIEREN ! Ja , hallo , gehts noch . Wer diese Einstellung hat sollte seinen Studienplatz freiwillig abgeben damit Studenten mit 1,5 – 3,5 im Abiturdurchschnitt eine Chance bekommen .
Habe selbst das Veterinärstudium mit Promotion in Minimal – zeit durchgeführt , habe eine große Kleintierklinik aufgebaut und habe die letzten Jahre durch Erfahrung mit etlichen Studenten im klinischen Praktikum DAS erlebt : EIN JAMMER,- ERSCHRECKEND . Arbeitsmoral = 0

FROHE WEIHNACHTEN!

#29 |
  33
Hebamme

Ich bin über Wartesemester zum Medizinstudium gekommen und hab vorher auch ne höhere medizinische Ausbildung gemacht, ich hab ein Kind, bin über 30 und muss deswegen mein Studium komplett selbstfinanzieren, was ich mich 20h Arbeit in der Woche noch zusätzlich mache.
Ich studiere in Rostock, ich finde es nicht einfach, aber ich finde es nicht einfach weil mir neben Kind und Arbeit und Uni oft die Zeit zum ausreichenden Lernen fehlt, ich hab mich mittlerweile damit abgefunden, dass ich eben langsamer fertig werde. Aber ich beneide alle Kommilitonen die einfach nach der Uni nach Hause gehen können, sich an den Schreibtisch setzen und lernen!
Na klar erlebt jeder mal eine ungerechte mündliche Prüfung und der Druck ist einfach das ganze Semester über groß, aber ich möchte später keine Ärztin sein, die bei den geringsten Schwierigkeiten ihren Patienten aufgibt und ich möchte auch nicht, dass mein behandelnder Arzt dies tut, sollte es mich treffen. Über die Methoden kann man sich streiten, aber es muss eben auch einfach die Spreu vom Weizen getrennt werden.

#28 |
  1
Gast
Gast

Das einzige, was ich definitiv am Studium nicht anständig finde, ist dass der Verdienst im PJ (bei uns 300€). Im ersten Lehrjahr in der Ausbildung als Krankenpfleger habe ich da schon gut das doppelte verdient.
Wenn man schon Vollzeit arbeitet, wäre ein Lohn von dem man irgendwie leben kann schon schön. (Und von 300€ dürften man selbst in den günstigsten Gegenden Deutschlands nicht annähernd leben können)
Den Rest des Studiums finde ich durchaus ok, es wird halt viel Eigenengagement gefragt.

#27 |
  1
Nichtmedizinische Berufe

Es muß doch keiner Arzt werden!
Es zwingt uns doch keiner dazu!

#26 |
  13
Nichtmedizinische Berufe

Es sollte nur Mediziner werden, der auch die Kraft und das Können vorzeigen kann! Lernen, lernen, Belastbarkeit zeigen!
Es wurde noch kein Arzt geboren! Können und lernen sind angezeigt!
Man erkennt doch schnell seine Grenzen, seine Belastbarkeit!
Schlechte Ärzte haben wir schon genug!
Es gibt doch noch viele andere Berufe! Weshalb sind also einen Beruf erlernen, der uns schnell an unsere Grenzen führt und diese aufzeigt!

Wer im Studium schon gestresst ist, hat noch nichts gelernt.
Er wird im Beruf nicht weit kommen. Lernen muß man sein ganzes Leben!
Später kommen immer wieder neue Seminare hinzu, also ein ewiges Lernen!
Nimmt man später nicht an Weiterbildungen teil, schleichen sich Fehler ein und unsere Patienten sind dann die OPFER!

#25 |
  9
Gast
Gast

Ich habe vor Medizin Psychologie studiert (und abgeschlossen) und habe einen Vergleich zwischen zwei Studiengängen, die sich mit der Heilung von Krankheiten beschäftigt. Als Psycho-Studentin habe ich nie verstanden, warum die Mediziner so arrogante Besserwisser sind. Mittlerweile verstehe ich es. Das Medizin-Studium macht einen zu einer gefühllosen Fress-Kotz-Maschine, soziale Kompetenzen spielen keine Rolle, Sozialkontakte sind unrelevant und störend, schließlich muss ich noch 20 verschiedene Formen der Konjunktivitis unterscheiden können, weil es später sicher relevant ist, ob ich den Patienten mit Verdacht auf Keratoconjuntivitis Epidemica oder wegen Conjuntivitis Simplex zum Augenarzt überweise… Als ob man später überhaupt die Möglichkeit hat, das anhand der auswendig gelernten Symptoliste festzustellen. Dummerweise verhalten sich Patienten auch nie wie im Lehrbuch geschildert und geben genau die Antworten, die man sich auswendig gemerkt hat. Was tut man dann?
Ich verbringe 300 Stunden meines Lebens damit, Nebenwirkungen und Interaktionen von 4000 Medikamenten auswendig zu können, statt an der Uni 1x zu lernen, wie man die Rote Liste verwendet und wo man Interaktionen nachschaut. Anwenden kann ich hinterher trotzdem nichts, geschweige denn, dass ich in einem halben Jahr noch weiß, ob Rituximab nun CD-20 spezifisch oder ein TNF-Blocker ist. Vor allem echt eine wichtige Information, die bestimmt auch deshalb mit Kreuzchen-Fragen abgeprüft wird.
Von Freunden bekommt man reingewürgt, dass diese und jene Krankheit vom Hausarzt wieder nicht erkannt wurde, weil Ärzte immer nur nach dem Wahrscheinlichsten vorgehen. Klar, wozu lerne ich denn die Prävalenzen jeder Krankheit auswendig. Damit ich später die 2 häufigsten noch weiß, und mir die dann einfallen. Ob’s das dann wirklich ist? Egal, im Zweifelsfall ist sind die Beschwerden des Patienten psychogen, bevor ich Unwissenheit und Fehler zugebe oder mir gar von Kollegen Rat hole. Für die “Das weiß ich nicht”-Antwort ist man schließlich in der mündlichen Prüfung durchgefallen. O-Ton des Dozenten: “Lieber erzählen Sie dem Patienten irgendwas, bevor sie Unwissenheit eingestehen.” Hätte ich doch nur mal besser auswendig gelernt.
Macht uns das zu besseren Ärzten? Helfen wir Patienten mehr, wenn wir innerhalb von 2 Minuten eine Diagnose stellen, ein Medikament hinkritzeln und ihn wieder weg schicken, statt 10 Mintensiv empatischen Kintakt aufzubauen? Ist das wirklich günstiger und hlft das wirklich?
Natürlich gibt es Krankheiten, die schnell erkannt werden müssen und wo das Wissen absolut sitzen muss. Aber wieviele Schlaganfall-Patienten sitzen 4 Stunden im Wartezimmer beim Augenarzt und werden dann ausführlich augenärztlich untersucht, bis irgendwann mal jemand auf die Idee kommt, dass es vielleicht auch was neurologische sein könnte? Daß kritische Zeitfenster ist dann längst überschritten. Unter dem ganzen Detaillwissen aus allen Fachrichtungen gehen die eigentlich wirklichen wichtigen Kompetenzen und Fähigkeiten völlig unter, und später konzentriert man sich nur noch auf sein Fach, ist aber im schlimmsten Fall noch immer der Meinung, alles andere auch zu wissen wie frisch nach dem Examen.
Das ist gefährlich und zerstört nicht nur die Studenten im Studium, sondern auch die Patienten, die später von diesen behandelt werden.

#24 |
  6
Gast
Gast

Ich habe vor vielen Jahren E-Technik studiert.
Es war auch damals schon so. Und nur die die mitgearbeitet haben sind auch weiter gekommen.
Jedem war klar angefangen haben 300, aber ab dem 4.Semester waren nur 30 Laborplätze vorhanden.
Also lernen!!! nicht weinen

#23 |
  14

Stress im Studium? Gestresst ist immer nur der, der nicht gelernt hat und nichts weiß. Im übrigen, der richtige Stress komt dann noch in Klinik und Praxis.
Dr.med.H.P.Bräcker (Examensjahrgang 1975)

#22 |
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Da haben offensichtlich eine Menge Leute, durch eine sehr gute Abiturnote verführt, das falsche Studium gewählt. Medizin ist nun mal nicht nur stures Büffelfach, sondern erfordert auch ein gerüttelt Maß an naturwissenschaftlichem Verständnis und einem Gespür für Zusammenhänge.

#21 |
  7
Gast
Gast

Mein persönlicher Eindruck nach 4 Jahren Studium in Frankfurt ist, dass vor allem die Vorklinik durch ihre Struktur mit vielen Pflichtkursen und Testaten Dauerstress bedeutete. In berüchtigten Veranstaltungen wie etwa dem Physikpraktikum war man sicher auch mal Schikanen ausgesetzt. Man hatte kaum Zeiten, wo die Uni mal nicht präsent war. Krönender Abschluss war dann noch die “Viererklausur” zum Abschluss des vierten Semesters, wo ein paar Wochen vor dem schriftlichen Physikum die Hauptfächer schon einmal abgeprüft wurden. Nur wer diese Fächer einzeln bestand, wurde zugelassen zum Physikum. Man hat sicherlich dadurch schon etwas früher angefangen zum Lernen, aber vor allem ist das der Grund für die phänomenal geringe Durchfallquote der Frankfurter im Physikum (die “Schlechtesten” wurden ja vor Prüfungsantritt schon rausgeprüft) ;)
ABER seit der Klinik fühle ich mich durchaus wohl in Frankfurt, zwei mal im Jahr gibt es durch die Semesterabschlussklausuren stressige Stoßzeiten, den Rest der Zeit zwischen Famulatur und Praktika lässt es sich auch gut nebenher arbeiten, entspannen oder Hobbies nachgehen. Die Organisation ist nicht perfekt, aber das Studium ist sicherlich nicht dauerhaft belastend.
Hätte man mich während der Vorklinik befragt, hätte ich sicherlich eine andere Antwort gegeben als heute. Mein Fazit: das Studium ist kein Zuckerschlecken, aber irgendwie bekommt man dann doch noch alles unter einen Hut. :)

#20 |
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Student der Humanmedizin

Um ehrlich zu sein ist das Medizinstudium im klinischen Abschnitt nicht so anspruchsvoll. Wenn man eine experimentelle Dokotorarbeit macht, gleicht das Studium fast einem Laborstudium, da hat man öfter mit Zellen zu tuen als mit Patienten. Wenn dann noch die ganzen tollen “Q”-Fächer dazukommen, wird das Studium eher philosophisch als medizinisch, da wird soviel rumdiskutiert. Leider wird man dadurch auch nicht schlauer, wie man einen Patienten nun richtig therapieren kann – immerhin kann man jetzt die “DRG’s” rauf und runter beten, die Schlimmeres im Klinikalltag erahnen lassen. Das Studium sollte eigentlich auf 5 Jahre gekürzt werden oder viel praktischer werden. Während der ganzen Seminare fängt man echt an zu schmunzeln wie das Studium an der Realität vorbei geht. Wann bringt mir endlich mal einer bei, wie ich Patienten versorge? In den USA wird das besser gehandhabt, indem der Student nach dem 2. Jahr fest mit in den Klinikalltag integriert ist. In Deutschland passiert es schnell, dass man während des Blockpraktikums mit 5 anderen Studenten irgendwo auf Station rumsteht. Da das Studium fast kaum was mit Medizin zu tun hat, glaub ich, dass dies der größte Faktor für den Stress unter den Kommilitonen ist, da man eigentlich nie weiß wo man steht. Spätestens im Berufsleben, wenn man als “Freshmen” dann die Intesivstation nach 2 Wochen Einarbeitungszeit übernehmen darf (weil sonst keiner da ist), weiß man, dass das Studium doch kein Witz war, sondern purer Ernst. Immerhin der panische Gesichtsausdruck des Patienten und des Arztes stimmen überein.

#19 |
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Johannes Graute
Johannes Graute

hmm sehe ich genauso, muss ehrlich sagen wenn den Studenten das Studium schon zu “hart” ist, dann haben Sie nicht den richtigen Charakter für den Job den Sie hinterher machen sollten. Den da wird noch einiges mehr abverlangt. Ob das hingegen so in Ordnung ist sei dahin gestellt.

#18 |
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GastFrankfurt92
GastFrankfurt92

Klar ist das Studium in Frankfurt nicht leicht aber so wie oben ist das schon ein bischen Überspitzt dargestellt. Ich arbeite auch nebenbei ca. 8 Stunden jede woche und fahre jedes zweite Wochenende nach Hause. Nebenbei bin ich jetzt nicht unbedingt ein Überflieger aber es ist schon machbar!

#17 |
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Gast
Gast

Zumal die Fragestellung “Schlägt das Studium auf die Psyche?” m.E. kein sinnvolles Ergebnis zulässt.
Da hätte man vermutlich etwas differenzierter fragen müssen.
Oder den Vergleichswert erheben, in dem man allgemein “Schlägt das Leben auf die Psyche?” fragt – ich unterstelle das es da auch eine Menge “Ja”-Antworten gegeben hätte.

#16 |
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Luise Schmidt
Luise Schmidt

Sicher ist im Medizinstudium (und v.a. bei den Arbeitsbedingungen in der Klinik – für alle Berufsgruppen) manches im Argen. Die Umfrage ist aber eher nicht repräsentativ, wenn nicht ganze Semester durchuntersucht werden, weil dann eher diejenigen teilnehmen, für die es ein relevantes Thema ist. Wie groß dieser Bias ist, ist aber schwierig zu sagen, insofern sind die Prozente hier nicht auswertbar.

#15 |
  1

Jeder studiert das, wofür mann sich “Berufen” fühlt.Ich habe kein verständniss
für die Studenten die sich gestresst im Studium herum plagen.
Also sofort aufhören und ein neues Studienfach entdecken ,kreiren wobei mann sich Vergnugen und Studieren kann.Dann will ich noch mal studieren!!
Dr.med dent Erdem Kutlar

#14 |
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Katrin Sasse
Katrin Sasse

Ich habe vor einem Monat mein Studium mit Staatsexamen an der Charité beendet. Meine einzige Hürde war das (schriftliche) Physikum (was es in Berlin inzwischen so nicht mehr gibt), weswegen ich eine Ehrenrunde drehen dürfte. Alle anderen Prüfungen waren sehr gut machbar – mit Lernaufwand, natürlich, aber nicht übermässigem. Unser Studium und der Lernaufwand war so gut organisiert, dass ich ohne Probleme Kurse aus höheren Semestern vorziehen konnte, sodass mein letztes Semester vor dem PJ nurnoch aus 4, anstatt 10 bzw 12 Wochen Uni bestand.
Bei weitem bin ich keine Überfliegerin, ich habe wegen schlechten NCs 11 Wartesemester gesammelt, in der Zwischenzeit eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und im Anschluss 2 Jahre Vollzeit gearbeitet. Gegen den Aufwand (bzgl. Lernen und Lebens) und den (psychischen und physischen) “Stress” während Ausbildung und Arbeit war das Studium fast lachhaft … so viel Zeit, so spätes Aufstehen, die wundervollsten Freundschaften schloss ich während des Studiums – mich dem fast schon zum Konsens gewordenen Ausspruch, dass soziale Kontakte den Bach runtergehen, sobald man Medizin studiert, kann ich mich überhaupt nicht anschließen.
Auch ich bin der Meinung, dass eine realistische Erwartungshaltung an sich selbst und das Studium wichtig sind. Wenn ich diese schlimmen Kommentare hier lesen muß, wie stark der Druck jetzt schon sei, frage ich mich, wie die Schreiber dann in Zukunft mit dem Druck der Arbeitswelt als selbstverantwortliche Ärzte umgehen wollen, wenn sie sich um eine Vielzahl an Patienten kümmern sollen und nicht nur bin in 2 Wochen 100 Altklausuren durchkreuzen und alle Antibiotikagruppen runterbeten können müssen (Achtung Ironie … -.- )!?
Euch stehen eure Probleme zu, trotzdem bin ich der Meinung, in den meisten Fällen sind sie ein Luxusproblem. Zu früh nach dem perfekten Abi gleich an die Uni, vielleicht noch weg von daheim, macht den Druck nicht kleiner.
Vielleicht ist aber auch genau DAS die Selektion für später? Wer im Studium schon so zusammenklappt (ob nun aus psychischen Gründen oder weil das Lernen nicht funktioniert etc), sollte dieser Mensch dann Arzt sein … ?

#13 |
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Nadia Chinouda
Nadia Chinouda

Ich finde es schade, dass unsere Studenten das Studium so belastet. Anlass einmal darüber nachzudenken, wie man z. B. belastende Bürokratie und Organisationszwang im Studium vereinfachen kann! Der Stoff muss patientenorientierter vermittelt werden, damit die Studenten einen Bezug zu dem Erlernten herstellen können.
Das Studium war einmal meine schönste Zeit, so sollte es eigentlich sein!
Es müssen dringend Reformen her, welche das Studieren wieder attraktiv machen. Auch sollte endlich noch viel weniger NK orientiert für das Medizinstudium ausgewählt werden!

#12 |
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Gast
Gast

Und diese ewigen “Frankfurt ist so sch****”-Schreier sollten sich doch mal zwei Fragen stellen:
1. Was für ein Licht es später auf den eigenen Abschluss wirft, wenn man jahrelang bei jeder Gelegenheit kundgetan hat, was für eine angeblich schlechte Uni man doch besucht.
2. Wieso die absolute Mehrheit der Studenten den “nicht zu schaffenden Stoff” eben sehr wohl schaffen, und Frankfurt bei den Punktzahlen im Physikum 2016 (75,3% der Punkte, Mittelwert aller Unis 74,5%) wie auch im schriftlichen SteX Herbst 2016 (77,4% der Punkte, Mittelwert aller Unis 77,5%) völlig im Durchschnitt liegt?

#11 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

#6 Veterinärmedizin überapannt einen weit größeren bereich an Fachwissen, das ist schon richtig. Aber dafür haben wir den Vorteil, daß alle großen Prüfungen mündlich sind, so daß man sich beim Lernen auf das wesentliche konzentrieren kann.

#10 |
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Gast
Gast

Ich studiere auch in Frankfurt. Arbeite nebenbei, um mich zu finanzieren, habe mein Sozialleben weiterhin.
Ich bin über die Wartezeit reingekommen und habe vorher Vollzeit gearbeitet. Das war ähnlich stressig und mehr Freizeit hatte ich auch nicht als jetzt während des Studiums.
Sicher, die geballten Lernwochen vor den Klausuren sind immer etwas unangenehm, aber auch nur einmal pro Semester, dafür gibt es aber auch immer mal ausgleichende Phasen, wo man mal hier mal dort eine Woche frei hat zwischen Praktika etc.
Ich schließe im übrigen in Regelstudienzeit ab.
Es ist denke ich alles eine Frage, wie man da rangeht – viele machen sich zu viel Stress.

#9 |
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Gast
Gast

Ich kann mich meinen Kommilitonen aus Frankfurt anschließen! Gerade in dieser Woche wurde eine Prüfung geschrieben mit katastrophalen Bedingungen:
1. Teilnehmerliste aus letztem Semester, statt aktuellen Semester
2. zu wenige Klausuren ausgedruckt
3. Detailwissen in der Klausur abgefragt, das als Facharztwissen abgestempelt wurden
4. der Kommentar vom Prof “Oh.. Alle ruhig sein! Anscheinend müssen wir jetzt improvisieren, wie SIE gleich auch (hihihi)”
5. keine einzige Altfrage, obwohl die Gruppen der letzten Semester mehrere Altfragen bekamen
6. falsche Begründung für das Nicht-anwenden der Gleitklausel

Medizin an der Uni Frankfurt = Depression im Abo!

#8 |
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Gast
Gast

Ich studiere in Rostock seit 4 Jahre und ich kann echt sagen dass das Studium mich So doll belastet hat dass ich jeden 2 Monat krank würde . Natürlich dann kommen die schöne Sprüche von den Dozenten dass man nicht stark Genug ist . Ein schlechteres Studium hätte ich mir nicht vorgestellt und dass alles macht die Uni . Unübersichtliche Kurse ohne fehlttermine ! ( na schön wenn du mal krank bist komm einfach nächstes Jahr ! ) . Wenn du etwas nicht bestehst ? Komm nächstes Jahr !!! So ist es ! Keiner kann dir helfen und keiner ist hilfsbereit . Du wirst behandelt wie der letzte dreck! Hast du was dagegen ? Durch gefallen ! Also sehr demokratisch und fair so zu sagen

#7 |
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Gast
Gast

Ich denke alle können sich einigen das es in Frankfurt wohl am beschissensten ist

#6 |
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Hans Neumann
Hans Neumann

Es geht bei weitem noch schlimmer:
Veterinärmedizin

#5 |
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Gast
Gast

Frankfurt ist der wahre Horror. ich bin letztens fast durchgedreht. Musste heulen und konnte nicht schlafen. wegen dem ganzen scheiss druck.

#4 |
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Gast
Gast

Und: Ich habe das Gefühl viele Medizinstudenten sind überbehütete rich kids aus der Elite. die beklagen sich gerne lauthals über den großen stress um sich zu profilieren. Ich habe ein FSJ in der Pflege gemacht – studieren ist ein Witz dagegen. Immer gut ausschlafen :D

#3 |
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Gast
Gast

Ich denke, das hängt von individuellen Faktoren ab: Leidenschaft an der Medizin, hat man Nebenjob, Zeitintensive hobbies? Single oder mit Partner, ein Kind gar? Wie lange ist die Schulzeit her? Habe ich gute Lerntechniken, lerne kontinuierlich und konsequent? Außerdem ist die Stichprobe zu klein. Nicht repräsentativ

#2 |
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Gast
Gast

Also ich studiere in Göttingen in der Vorklinik und durch einen guten Lehrschlüssel, kleines Semester und eine engagierte Fachschaft finde ich unser Studium zwar anspruchsvoll, aber wesentlich besser als die vielen Schauermärchen. Andererseits höre ich von einem guten Freund aus Mannheim anderes – der spricht von Dauerstress.

#1 |
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