Schlaganfall-Therapie: Gehupft und gesprungen

20. Dezember 2016
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Eine abwechslungsreiche Umgebung hält das Hirn auch im höheren Alter jung. Forscher zeigten nun, dass körperliche Aktivität das Risiko eines Schlaganfalls nicht nur minimiert, sondern auch nach dessen Auftreten die Wandlungsfähigkeit des Gehirns unterstützt.

Ob Schlaganfallpatienten verlorene Fähigkeiten wiedererlangen können, hängt weitgehend davon ab, wie wandlungsfähig ihr Gehirn ist. Für die Entwicklung guter Therapien ist es deshalb essentiell zu verstehen, wie sich die Fähigkeit des Gehirns und der Gehirnschaltkreise, sich zu reorganisieren, vor allem im Alter und nach einem Schlaganfall verbessern lassen.

Wissenschaftler der Universität Göttingen haben nun erstmals einen direkten Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und einer erhöhten Wandlungsfähigkeit des Gehirns nach einem Schlaganfall nachgewiesen.

Positiver Einfluss auf Plastizität

Frühere Studien der Wissenschaftler der Abteilung Systemische Neurobiologie der Universität Göttingen hatten bereits gezeigt, dass Mäuse, die in einer abwechslungsreichen Umgebung aufwachsen, mit freiem Zugang zu Laufrädern und erhöhten kognitiven und sozialen Anregungen, bis ins höhere Lebensalter ein jugendlicheres Gehirn behalten.

In der neuen Studie testeten sie nun, ob körperliche Aktivität allein auch einen positiven Einfluss auf die Plastizität des Gehirns hat, und dies nicht nur im alternden Gehirn, sondern auch nach einem Schlaganfall.

„Wir konnten beobachten, dass die Mäuse mit Zugang zum Laufrad nicht nur ein jugendlicheres Gehirn bis ins hohe Alter besaßen, sondern auch vor den negativen Auswirkungen eines Schlaganfalls besser geschützt waren“, erläutert Dr. Evgenia Kalogeraki.

Körperliche Aktivität als Therapie

Ko-Autorin Dr. Justyna Pielecka-Fortuna fügt hinzu: „Selbst Mäuse ohne vorherige Laufraderfahrung zeigten eine verbesserte Erholung, auch wenn sie erst nach dem Schlaganfall mit dem Laufradlaufen begonnen haben.“

„Unsere Studie zeigt, dass körperliche Aktivität sowohl vorbeugend wirkt, als auch therapeutisch nach einem Schlaganfall eingesetzt werden kann“, fasst Abteilungsleiterin Prof. Dr. Siegrid Löwel die Ergebnisse zusammen.

Die Wissenschaftler hoffen, dass sich auf diesen Befunden einfache, aber effektive Strategien aufbauen lassen, sowohl zur Prävention für Patienten, die anfällig für einen Schlaganfall sind, als auch zur Rehabilitation von Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben.

Originalpublikation:

Physical Exercise Preserves Adult Visual Plasticity in Mice and Restores it after a Stroke in the Somatosensory Cortex
Susanne Wieschowski; Frontiers in Aging NeuroScience, doi: 10.3389/fnagi.2016.00212; 2016

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1 Kommentar:

franz laudenbach
franz laudenbach

Schlaganfall hat in gut 95% aller Fälle damit zu tun, dass;
Bluthochdruck in der Zeit des Schlafes völlig ignoriert wird.
Fast alle Schlaganfälle ereignen sich in der Zeit des Schlafes.
Problem: Bluthochdruck (essentielle Hypertonie), in der Zeit des Schlafes wird völlig ignoriert, deshalb ständig fehlbehandelt.
Fehlbehandelt, mit sogenannten ‘blutdrucksenkenden Medikamenten’!
Empfehlung: Bevor sie irgendein sogenanntes ‘blutdrucksenkenden Medikamente’ einnehmen, lassen sie Ihren Schlaf hinsichtlich Blutsauerstoffsättigung prüfen.
(Pulsoximeter, Polygraphie, Polysomnographie)!
Die Blutsauerstoffsättigung im Schlaf, darf nie unter 87% absinken.
Wobei < 90%, von den Experten schon Fragen aufwerfen.

Problem in Summe:
Schlafapnoe (Ersticken im Schlaf), sorgt für hohen Puls, für hohen Blutdruck!
Wird der hohe Blutdruck (essentielle Hypertonie) im Schlaf mit sogenannten 'blutdrucksenkenden Medikamenten' behandelt (fehl-behandelt), weil die Ursache der essentiellen Hypertonie nicht untersucht wird, werden so ziemlich alle bekannten Volkskrankheiten involviert.

[Kommentar wurde wegen werblichen Inhalts von der Redaktion gekürzt]

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