Fachschaftler: die unbekannten Wesen

15. Dezember 2010
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Die Fachschaft – Interessenvertreter der Studenten. Aber was genau macht die Fachschaft? Viele Studenten kennen nur wenige Fachschaftsmitglieder und bekommen nicht mit, was hinter den Kulissen abläuft. Wozu gibt es die Fachschaft überhaupt? Wie kann ich meinen Teil dazu beitragen?

Vielen Studenten ist die Fachschaft zwar ein Begriff, zu tun haben sie aber eher wenig mit ihr. Die Fachschaft Medizin ist die gewählte studentische Vertretung der Medizinstudierenden einer Uni. Sie soll in vielen Hinsichten als Ansprechpartner für die Studenten dienen und die Interessen der Studenten vertreten. Nicht nur bei allgemeinen Fragen zum Studium, Beschwerden über die Lehre oder bei Bedarf an Altklausuren soll sie weiterhelfen, sie ist auch an dem Wohlergehen der Studenten außerhalb der Vorlesungen und Kursen interessiert. Die Fachschaft bietet daher oft zu erschwinglichen Preisen den Verkauf von Geräten an, die man als Mediziner im Laufe des Studiums braucht. Für die Erstis organisiert die Fachschaft Kennenlerntreffen und auch für die Organisation der berühmt berüchtigten Medizinerpartys ist die Fachschaft verantwortlich. Sie ist eine Anlaufstelle für Fragen, Probleme und Sorgen was das Studium und Studentenleben angeht.

Damit sich alle Fachschaftsmitglieder auch wirklich engagieren und sich verantwortlich für eine bestimmte Aufgabe fühlen, werden die Aufgaben auf verschiedene Referate verteilt. Für ein Referat kann es einen oder mehrere Verantwortliche geben. Jede Fachschaft ist etwas anders organisiert, aber einige Referate sollen hier aufgeführt werden, um einen kleinen Einblick zu verschaffen, was die Fachschaftsmitglieder konkret machen.

Die Referate


A, B, oder C? Gibt’s auch “keine Ahnung”?

Das Altklausuren-Referat sammelt die Klausuren aus den letzten Jahrgängen, kopiert sie und ist dafür verantwortlich, dass es einen gültigen Lösungsschlüssel gibt. Vor den Klausuren können die Studenten mit diesen Altklausuren ihr gelerntes Wissen testen und herausfinden, ob sie beim Lernen die richtigen Schwerpunkte für die jeweilige Klausur gesetzt haben.

Auf und davon
Beim Austausch-Referat gibt es Informationen dazu, wie man eine Famulatur oder ein Semester im Ausland organisieren kann. Nützliche Tipps, Erfahrungsberichte und Informationsmaterial von der bvmd (Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland) stehen hier kostenlos zur Verfügung.

Riesen Wälzer oder Kurzlehrbuch?
Bei der großen Auswahl an Büchern in jedem Fach, weiß man manchmal gar nicht, für welches man sich entscheiden soll. Und aus mehreren Büchern gleichzeitig zu lernen, für bei vielen Studenten zu Verwirrungen oder Überlastung. Bei dem Referat Bücherrezensionen werden Erfahrungsberichte der Studenten über verschiedene Bücher gesammelt. (Viele hilfreiche Buchbewertungen findet Ihr auch in den DocCheck Campus Lesetipps.)

Wie war das denn damals bei dir?!
Erfahrungsberichte über Auswahlgespräche, Physikum und Hammerexamen werden gesammelt und an den Mann gebracht.

Präp-Besteck? Gibt’s das auch bei Ikea?
Handschuhe, Plastikkittel und Präp-Besteck werden für die vorklinischen Semester in der Fachschaft angeboten. Aber die klinischen Semester gehen auch nicht leer aus: das erste eigene Stethoskop, das für viele doch etwas Besonderes ist, kann auch in der Fachschaft ausprobiert und käuflich erworben werden. Diagnostikleuchten, Reflexhammer und ähnliches sind auch im Angebot.

Ärger mit den Profs?
Es kann nur etwas verändert werden, wenn man sich auch dafür einsetzt und seine Gedanken ausspricht. Im Referat „Qualität der Lehre“ nehmen die Mitglieder eventuelle Beschwerden über die Lehre oder Änderungsvorschläge entgegen und geben diese an die entsprechenden Institute weiter.

Digitalisierte Welt

Heute ist alles im Internet zu finden: Vorlesungspläne, aktuelle Infos über Kurse, Folien oder Skripte können heruntergeladen werden. Auch die Fachschaft braucht eine Internetseite, damit sich die Studenten über ihre Arbeit und aktuelle Aktionen informieren kann. Mindestens einen Computer-Kenner, braucht man also im EDV-Referat.

Money, money, money
Die Fachschaft wird vom Asta und von den Studiengebühren finanziert. Medizinerpartys, Kaffee-, Süßigkeiten- und Altklausurenverkauf sind weitere Einnahmequellen. Dann gibt es wiederum natürlich viele Ausgaben. Das Finanzreferat sollte von verantwortungsvollen Fachschaftsmitgliedern geführt werden, damit es keinen Aufstand der Studentenschaft gibt.

Was ist die FSK?
Die Fachschaftskonferenz ist die Vereinigung der Fachschaften aus jedem Fachbereich einer Universität. Zwei Vertreter aus der Fachschaft Medizin kommen dort mit den Vertretern anderer Fachbereiche bei der FSK-Sitzung einmal im Monat zusammen. Dort wird die Arbeit der verschiedenen Fachschaften und der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) besprochen. Jede Fachschaft hat eine Stimme. Auf dieser Ebene wird hochschulpolitischer Einfluss und Interessenvertretung der Studenten möglich.

Fachschaftszeitung
Die Fachschaftszeitung beinhaltet Infos für die Erstis und verschiedene Artikel über Studium und Freizeit. Auch hierfür gibt es ein Referat, das sich um Inhalt, Design und Druck kümmert.

Soziale Interaktionen- wichtiger Teil der Ausbildung zum Arzt?

Als Ausgleich zu dem relativ zeitaufwändigen und stressigen Studium ist es wichtig, schöne Dinge zu unternehmen, damit die Motivation nicht schwindet. Gerade die viel beanspruchten Medizinstudenten begrüßen es immer, entspannt zusammen zu feiern, wenn die Zeit es erlaubt. Und das geht besonders gut auf den von der Fachschaft organisierten Medizinerpartys. Diese sind übrigens auch bei Nicht-Medizinstudenten beliebt. Für die Organisation dieser sozialen Events gibt es natürlich auch ein Referat.

Infusion Koffein gefällig?
Damit kann die Fachschaft zwar nicht dienen, aber viele Fachschaften unterhalten ein Fachschaftscafé, in dem Kaffee und Süßigkeiten als Nervennahrung angeboten wurden. Im Fachschaftscafé kann man auch die Fachschaftsmitglieder und Studenten aus anderen Semestern kennenlernen.

Nach diesem Einblick in die verschiedenen Aufgabenbereiche, stellt sich nun die Frage wie man denn in die Fachschaft kommt und was man persönlich für Vorteile davon hat, sich für die anderen Studenten einzusetzen.

Die Fachschaftswahlen

Je nach Größe der Uni gibt es eine begrenzte Anzahl an Plätzen in der Fachschaft. Entscheidet man sich nun in die Fachschaft einzutreten, empfiehlt es sich vorher auch schon reinzuschnuppern und zum Beispiel an einer Fachschaftssitzung teilzunehmen. Diese findet regelmäßig statt und meist werden neugierige Nicht-Mitglieder auch gerne gesehen.
Wenn es einem dann gefallen hat, kann man sich zur Wahl aufstellen lassen. Dazu braucht man meist nur einen ausgefüllten Antrag mit persönlichen Daten und die Unterschrift von zwei Medizinstudenten abzugeben.
Bei den Fachschaftswahlen, eine Versammlung an der so viele Medizinstudenten der Uni wie möglich teilnehmen sollten, stellen sich die antretenden Studenten vor und können dann von den Studenten gewählt werden.

Ist alles gar nicht so kompliziert. Aber was springt für mich dabei raus?

Vorteile als Fachschaftsmitglied

Das Knüpfen neuer sozialer Kontakte könnte einer der Anreize zum Eintritt in die Fachschaft sein. Meist sind fast alle Semester in der Fachschaft vertreten und bei der Arbeit hat man zu vielen verschiedenen Studenten Kontakt. So kann man seine Kommilitonen auch aus anderen Semestern besser kennenlernen.
Außerdem ist es nicht schlecht, die Mitgliedschaft in der Fachschaft in seinem Lebenslauf angeben zu können. Bei vielen Arbeitgebern kommt es gut an, dass man trotz des anstrengenden Studiums Zeit und Lust hatte, sich für die Uni und die Studenten einzusetzen.
Es sollte zwar nicht der Grund des Eintretens sein, aber es ist vielleicht gut zu wissen, dass sich das Engagement auch auszahlt. Wer Fachschaftsmitglied ist, wird nämlich von den Studiengebühren befreit.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man als Fachschaftsmitglied etwas verändern kann. Oft beschwert man sich über dies und jenes, aber es bringt nix, wenn man sich nicht dafür einsetzt. In der Fachschaft hat man die Möglichkeit eigene Ideen einzubringen und an der Verbesserung von Defiziten zu arbeiten.

Fazit

Alles in einem ist es eine tolle Sache, Mitglied in der Fachschaft zu sein. Man sollte aber auch nur eintreten, wenn man auch bereit ist, einen Teil seiner Zeit zu opfern. Es gibt meist einige Pflichtstunden, die man im Monat – zusätzlich zu seinem eigenen Aufgabenbereich – im Fachschaftscafé ableisten muss. Die Anwesenheit bei den Fachschaftssitzungen wird erwartet und manchmal gibt es Aktionen bei denen man spontan noch mithelfen soll, obwohl das nicht in den Aufgabenbereich seines Referates fällt. Aber man lernt viele Menschen kennen, es macht Spaß und man kann vielen weiterhelfen und vielleicht etwas verändern. Wenn das einen anspricht, sollte man sich vom Zeitfaktor nicht zu sehr abschrecken lassen und einfach mal reinschnuppern.

16 Wertungen (3 ø)
Allgemein

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2 Kommentare:

Studentin der Humanmedizin

Ja das stimmt mein Artikel zeigt nur das Beispiel einer Fachschaft. Jede Fachschaft ist anders aufgebaut ist und ich hätte das genauer wohl angeben müssen.

#2 |
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Dieser Artikel ist mal wieder ein Paradebeispiel dafür, was DocCheck unter “Journalismus” versteht – man heuert unterbezahlte, uninformierte Studis an, um auf Teufel komm raus die Seite zu füllen.
Dass diese Artikel dann schlecht recherchiert sind (nein, man kann nicht von der eigenen Fachschaft pauschal auf alle schließen – an den süddeutschen Unis gibt’s zum Beispiel gar keine verfasste Studierendenschaft, und damit auch keine Fachschaft in dem Sinne!), sollte eigentlich keinen wundern. Ärgern tut’s mich trotzdem.

#1 |
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