Mund-Rachen-Tumoren: Test schlägt Alarm

20. Juni 2013
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Der Nachweis von Antikörpern gegen Humane Papillomviren des Hochrisiko-Typs HPV 16 könnte zukünftig dazu beitragen, die Gefahr einer Tumorerkrankung im Mund-Rachen-Raum lange vor Ausbruch des Krebses aufzudecken, so zumindest das Ergebnis einer Studie.

Humane Papillomviren stehen nachweislich mit Gebärmutterhalstumoren und anderen Krebsarten des Ano-Genitalbereichs in Verbindung. In den letzten Jahren wird jedoch auch in zunehmendem Maße die Diagnose „Krebs des Mund-Rachen-Raums“ im Zusammenhang mit HPV-Infektionen gestellt – vor allem bei Männern treten diese teilweise virusbedingten Tumoren gehäuft auf. Unter den Humanen Papillomviren ist der HPV-Typ 16 als besonders gefährlich einzustufen. Sind Antikörper gegen das Protein E6 dieses Virustyps im Blut nachweisbar, besteht ein sehr hohes Risiko, infolge der Virusinfektion Tumoren des Mund-Rachen-Raums zu entwickeln.

Die Früherkennung von Krebs besitzt einen sehr hohen Stellenwert, denn je früher ein Tumor entdeckt wird, desto eher lässt er sich vollständig entfernen und damit der Patient heilen. Michael Pawlita, HPV-Forscher am Deutschen Krebsforschungszentrum, und seine Gruppe verfügen über große Expertise beim Nachweis von Antikörpern gegen Humane Papillomviren. „Unser Labor hat einen speziellen Test entwickelt und ist eine von weltweit ganz wenigen Einrichtungen, die dieses Nachweisverfahren durchführen können“, sagt Pawlita. Mit seinem Test konnten die Studienpartner prüfen, ob sich die Antikörper gegen HPV 16 als Biomarker zur Früherkennung von HPV-verursachtem Krebs des Mund-Rachen-Raums eignen. Paul Brennan, Leiter der Sektion und Gruppe für Genetische Epidemiologie der IARC und Senior-Autor der Studie, zeigt sich begeistert: „Unsere Ergebnisse sind in dieser Hinsicht sehr vielversprechend. Lange wussten wir nicht, ob Antikörper gegen HPV 16 zu einem Zeitpunkt im Blut vorkommen, zu dem noch gar keine klinischen Anzeichen der Krebserkrankung erkennbar sind. Nun haben wir nachgewiesen, dass bereits 12 Jahre vor Ausbruch von Tumoren im Mund-Rachen-Raum Antikörper im Serum auftreten.“ Bisher gab es für diese seltene Krebsart keine derartig präzise Möglichkeit der Früherkennung.

Große Anzahl an Blutproben untersucht

Eine weitere wichtige Erkenntnis der Studie betrifft die Überlebenszeit nach der Diagnose. Patienten mit Mund-Rachen-Tumoren, die Antikörper gegen das HPV 16-spezifische Protein E6 im Blut aufwiesen, haben offenbar eine bessere Prognose als Patienten, bei denen dies nicht der Fall war. Die Wahrscheinlichkeit, fünf Jahre nach der Krebsdiagnose noch am Leben zu sein, war bei den positiv getesteten Patienten dreimal so hoch.

Für den Antikörper-Nachweis untersuchten die Wissenschaftler Blutproben von knapp 2.600 Teilnehmern der EPIC-Studie (European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition), die zum Zeitpunkt der Blutentnahme noch nicht an Tumoren im Mund-Rachen-Raum litten. Die Untersuchungsergebnisse von knapp 1.000 Personen, die in den Folgejahren an dieser Krebsart erkrankten, wurden anschließend denen einer Vergleichsgruppe von rund 1.600 gesunden Individuen gegenübergestellt.

Originalpublikation:
Evaluation of Human Papillomavirus Antibodies and Risk of Subsequent Head and Neck Cancer
Paul Brennan et al. Journal of Clinical Oncology, doi: 10.1200/JCO.2012.47.2738; 2013

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Medizin, Onkologie

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1 Kommentar:

Gast
Gast

Very interesting ist, dass die Studie aus der University of Maryland, genauer gesagt aus dem u.a. von Sanofi Aventis gesponsorten Impfstoffentwicklungscenter stammt. Na sowas!
Dort hat man 2009 veröffentlicht, dass man bzgl. Sterblichkeit und Agressivität von Head and neck cancer viele einfließende Faktoren beachten muss, denn die Sterblichkeit sei bei den dunkelhäutigen Erkrankten höher und der positive Serostatus scheine einen günstigeren Krankheitsverlauf zu bedingen.

Die hier zitierte Studie spricht zunächst von 638 Teilnehmern mit head and neck cancer, davon 135 oropharynx cancers. Gesammelt hat man on average, also im Durchschnitt 6 J VOR Ausbruch der Erkrankung. Es wird eine Kontrollgruppe genannt, aber in keinster Weise, woher diese Kontrollgruppe kennzeichnet. Dann ist bei der Quote von 34,8 % plötzlich nicht die Gesamtzahl maßgeblich, sondern man bemüht nur die oropharyngeal cancers, die gerade man ein Viertel der zuvor genannten Gesamtzahl ausmachen. Aber wer ist denn dann die Kontrollgruppe?

In dem Artikel spielt jemand entweder bewusst mit der Unaufmerksamkeit der Leser, oder er ist schlecht recherchiert oder schlecht abgeschrieben.
Sowas kann ich in den Nachrichten hören, wenn die Impfstofflager zu voll werden, oder ich gehe direkt auf die Sanofi Seite. Dort weiß ich wenigstens, dass ich keine Objektivität zu erwarten habe.

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