Binge-Eating: Das große Fressen

3. Januar 2017
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Die Binge-Eating-Störung wird zunehmend als eigenes Krankheitsbild anerkannt: Die Betroffenen verschlingen große Mengen an Essen und erbrechen nicht. Häufig sind sie übergewichtig. Eine Behandlung ist deshalb wichtig, auch wegen der Gefahr körperlicher Folgeerkrankungen.

Sie ist die häufigste Essstörung und gleichzeitig die am wenigsten bekannte: Die Binge-Eating-Störung. Etwa zwei bis drei Prozent der Erwachsenen leiden daran: Sie haben immer wieder Heißhungeranfälle, bei denen sie die Kontrolle über ihr Essverhalten verlieren, hastig essen und riesige Nahrungsmengen verschlingen. Sehr häufig leiden die Betroffenen an weiteren psychischen Problemen wie Depressionen, Ängsten, Schlafstörungen oder Missbrauch von Alkohol oder anderen Substanzen.

„Im Gegensatz zu Patienten mit Bulimie ergreifen Binge Eater keine Gegenmaßnahmen, wie Erbrechen, Abführmittel einnehmen oder exzessiv Sport treiben“, erläutert Henrike Pierchalla, Psychologin beim Therapienetz Essstörung in München. Menschen mit Binge-Eating-Störung sind deshalb oft übergewichtig. Das kann zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen: Häufige Folgen sind Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates.

Lange war Binge Eating in den internationalen Klassifikationssystemen nicht als eigenes Störungsbild aufgeführt. Die Erkrankung wurde deshalb häufig übersehen und nicht angemessen behandelt. Inzwischen wird sie aber immer mehr als eigenständige Störung anerkannt: Im DSM-V wird die Binge-Eating-Störung seit 2013 als eigenes Krankheitsbild geführt, die nächste Version der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD), die ICD-11, soll 2018 nachziehen.

Essen zur Entspannung oder als Trost

Mit den Essattacken reagieren die Betroffenen auf negative Gefühle und Probleme, die sie anders nicht bewältigen können. „Das Essen dient der Ablenkung und Entspannung oder soll Bedürfnisse befriedigen, die nicht anders befriedigt werden können – es vermittelt zum Beispiel Beruhigung und Trost“, sagt Pierchalla. Auslöser der Essanfälle sind oft Stress, Ärger, Traurigkeit oder auch Langeweile. Hinterher leiden Binge Eater jedoch unter Scham- und Schuldgefühlen, Ekel und Selbstvorwürfen. Viele versuchen, die Essanfälle vor ihren Mitmenschen zu verheimlichen – auch vor engen Freunden und Familienangehörigen.

Laut DSM-V müssen die Essanfälle mindestens an zwei Tagen in der Woche über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten auftreten. Zudem ist das Essverhalten auch zwischen den Essanfällen gestört: Die Betroffenen ernähren sich unregelmäßig und wechseln zwischen stark kontrolliertem und unkontrolliertem Essen.

Typischerweise beginnt die Binge-Eating-Störung zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr. Auch im Alter zwischen 45 und 55 Jahren tritt sie häufig zum ersten Mal auf. Etwa zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen, ein Drittel Männer. Damit ist der Männeranteil deutlich höher als bei Anorexie oder Bulimie.

Übergewicht: Ärzte sollten an Essstörung denken

Binge Eating tritt zwar bei übergewichtigen Menschen häufiger auf als in der Gesamtbevölkerung – nämlich bei etwa vier bis neun Prozent. Allerdings neigen längst nicht alle Übergewichtigen zu Essanfällen. „Deshalb ist eine sorgfältige Abklärung sehr wichtig“, betont Pierchalla. Oft wenden sich Menschen mit Binge Eating zunächst an ihren Hausarzt – oder werden von diesem auf ihr Übergewicht angesprochen. „Allerdings denken die meisten Ärzte vor allem an die körperlichen Folgen des Übergewichts und raten ihren Patienten, abzunehmen“, sagt Pierchalla. „Viele denken nicht daran, dass dahinter eine Esstörung stecken könnte.“ Und da die Patienten sich für ihre Essattacken schämen, erwähnen sie diese oft auch nicht von selbst.

„Es wäre sinnvoll, wenn Ärzte zumindest ein oder zwei Screening-Fragen stellen würden – vor allem, ob große Nahrungmengen auf einmal gegessen werden“, so die Psychologin. „Denn wird die Essstörung nicht erkannt und behandelt, ist es schwierig, das Übergewicht langfristig in den Griff zu bekommen.“ Der Arzt kann den Betroffenen dann Adressen von Beratungsstellen oder Psychotherapeuten geben. „Dort kann im ersten Schritt genauer abgeklärt werden, ob wirklich eine Binge-Eating-Störung vorliegt“, sagt Pierchalla.

Schwierigkeiten mit Entscheidungen

Woher die Neigung zum exzessivem Essen kommt, ist bisher nicht genau bekannt. Es wird ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren angenommen: Psychische Aspekte, vor allem Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen, aber auch Ernährungsfaktoren wie vorangeganges Übergewicht oder Diäten können die Heißhungeranfälle auslösen. Oft spielen auch belastende Lebensumstände eine Rolle. Außerdem gibt es Hinweise auf biologische Faktoren, etwa eine gewisse genetische Prädisposition sowie Veränderungen im Stoffwechsel des Gehirns.

So hat eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig vor Kurzem gezeigt, dass die Betroffenen auch bei alltäglichen Dingen Entscheidungsschwierigkeiten haben – und dass sich dies auch in der Gehirnaktivität widerspiegelt. Die Probanden der Studie nahmen an einem Kartenspiel teil, bei dem sie ihre Entscheidungen flexibel an neue Bedingungen anpassen mussten. „Binge-Eating-Patienten testeten immer wieder die offensichtlich schlechtere Option aus, obwohl sie es bereits anderes gelernt haben“, erläutert Andrea Reiter, die Erstautorin der Studie.

Gleichzeitig waren bei den Patienten die Gehirnregionen weniger aktiv, die bei zielgerichteten Entscheidungen eine Rolle spielen oder bei Fehlern aktiv werden – und so dazu beitragen, günstige Entscheidungen zu treffen. Offenbar treffen Binge-Eating-Patienten generell ungünstigere Entscheidungen und schaffen es nicht, ihr Verhalten flexibel an neue Situationen anzupassen, folgern die Autoren – ähnlich, wie sie die negativen Folgen ihrer Essattacken kennen und es dennoch nicht schaffen, sie zu stoppen.

Regelmäßig essen und anders mit Gefühlen umgehen

Je nachdem, wie schwer die Essstörung ausgeprägt ist, kann ein unterschiedliches Vorgehen sinnvoll sein. „Bei leichterer Ausprägung ist es oft ausreichend, wenn die Betroffenen an einer Ernährungsberatung teilnehmen, mehr Sport treiben und sich eventuell einer Selbsthilfegruppe anschließen“, sagt Pierchalla. Oft sind die Betroffenen aber stark emotional belastet. Dann ist eine ambulante Psychotherapie die Behandlung der Wahl. „Bei schwer ausgeprägtem Binge Eating, starkem Übergewicht oder einer starken Depression kann auch eine vorübergehende stationäre Behandlung sinnvoll sein“, so die Psychologin.

Bei der Psychotherapie haben sich die kognitive Verhaltenstherapie und die interpersonelle Therapie als wirksam erwiesen. Das Vorgehen ähnelt dem bei der Bulimie. Unterstützend werden in manchen Fällen Antidepressiva, vor allem selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) eingesetzt. Sie können dazu beitragen, die Essanfälle zu reduzieren.

Ziel der Psychotherapie ist zum einen die Normalisierung des Essverhaltens. „Die Patienten erfahren, wie unregelmäßiges Essen oder zeitweises Fasten zu Heißhunger führen und lernen, allmählich wieder regelmäßig zu essen“, erläutert Pierchalla. Außerdem führen sie Essprotokolle und lernen so, die Auslöser ihrer Essanfälle zu erkennen und anders mit Problemen und negativen Gefühlen umzugehen.

„Bei einer Patientin traten die Essanfälle zum Beispiel oft am Mittwoch Abend auf“, berichtet die Expertin. „Ihr ist dann aufgefallen, dass das meist nach einer Teambesprechung war, die sie extrem stressig fand. In diesem Fall kann man gezielt schauen, was jemand tun kann, um Stress besser zu bewältigen.“

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58 Kommentare:

Nic. Kelling, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Nic. Kelling, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Nachdem ich mehr oder weniger alle Kommentare versucht habe zu lesen- obwohl ich als behandelnde Therapeutin von jugendlichen und jungen erwachsenen Binge-Eatern eigentlich Informationen von Kollegen/ innen zu bem Artikel generieren und auch selbst etwas dazu schreiben wollte, bin ich entsetzt über einen Teil der Kommentare und die Dynamik, die sich daraus entwickelt hat.
Ab wann und warum ging es hier um Borderline? und eine derartig -in Teilen- persönlich geführte “Diskussion” habe ich auch noch nicht hier erlebt. Das war nun auch ein persönliches Statement, fachlich mag ich mich nicht mehr äußern….

#58 |
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Ich werde in diesem Forum auch nichts mehr Schreiben, dass ist einfach nur vergebene Liebesmüh. Die einzigen die mich gut verstehen sind Künstler, die sind häufig auch verrückt. Gleich und Gleich gesellt sich eben gern. In dem Sinne wünsche ich Allen noch ein frohes, glückliches, spaßiges und kuscheliges Jahr 2017.

#57 |
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Liebe Leute in diesem Forum ,- wenn dieser Unsinn was mit BINGE- EATING- STÖRUNG was zu tun haben soll müssen EINIGE hier sich gewaltig zusammenreißen. Eine derartige EISESKÄLTE unter den Teilnehmern habe ich nie erlebt . Ich bin der Meinung das der Ton und der Inhalt an Qualität sich beträchtlich verbessern würde wenn DocCheck endlich die Anonymität der Teilnehmer verbietet . Wenn das den Sogenannten GÄSTEN nicht passen sollten ,könnten Sie ihr Unwesen in anderen Fora betreiben . Ich kenne ähnliche Fora in meinem Heimatland Norwegen ,- da tauchst du nur auf mit vollem Namen.

#56 |
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Erschwerend kommt noch dazu, dass mein Allerbester Lieblingsfreund letztes Jahr mit nur 66 Jahren und 150 kg an einem Herzinfarkt in seinem Auto verstorben ist. Er war Allgemeinmediziner und der Beste, Gutmütigste, Großzügigste Mensch den ich je kannte und hatte auch noch ein Herz für Borderline Erkrankte. Tja, und mein verheirateter Ex-Freund ist blöderweise letztes Jahr mit 78 Jahren an Parkinson im Endstadium auch Dahingerafft und der war der COOLSTE überhaupt bei dem konnte ich jegliche Spannungszustände abbauen. Jetzt muss ich mich leider irgendwie Selbst bei Laune halten und ab und an provoziere ich gerne macht irgendwie SPASS.

#55 |
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@#57 Bei Ihrer schlimmen Vorgeschichte ist Ihre Krankheitseinsicht, der Schritt, sich zu öffnen und professionelle Hilfe zu holen, eine große Leistung, die viele mit ähnlichem Schicksal gar nicht schaffen. Intellektuell machen Sie ohnehin einen völlig fitten Eindruck. Das sollte Ihnen gerade bei kognitiven Therapieeinheiten zugute kommen. Ich wünsche Ihnen viel Kraft, Ihren Weg erfolgreich weiterzugehen.
Verständnisvolle Grüße

#54 |
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@55: Ich sage es Ihnen jetzt noch einmal. Ihr jetzt so öffentlich gemachtes Schicksal tut mir aufrichtig leid. Mit meinem Anliegen, nicht anonym zu kommentieren, habe ich nie die Aufforderung verbunden, irgendwelche Details aus der persönlich Vita preiszugeben. Für mich bedeutet auf Augenhöhe zu diskutieren einzig, sich auch zu erkennen zu geben – selbstverständlich ohne biografische Angaben. Sie haben alle Ihre persönlichen Schicksalsschläge von sich aus gepostet und ich wünsche Ihnen, dass Ihnen das hilft. Dass Sie anderer Meinung als Frau Sonntag und durch Ihr Leiden schwer traumtisiert sind, ist völlig verständlich. Aber dennoch rechtfertigt es nicht eine “Fäkalsprache”, wie Sie sie im mittlerweile von der Redaktion gelöschten Beitrag gegenüber Frau Sonntag benutzt haben.
Auch, wenn Sie es mir nicht abnehmen, ich wünsche Ihnen, dass Sie Hilfe finden, um ein zufriedenes Leben führen zu können.

#53 |
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Gast

Das geht an Frau Sonntag, ich habe mich NICHT Selbst Krank gemacht, ich bin krank gemacht worden. Die Borderline Störung habe ich von meinem Opa geerbt wäre aber Nie so zum Tragen gekommen wenn meine familiären Umstände Nicht so chaotisch gewesen wären plus sexueller Missbrauch als Teenager. Und bemitleiden tue ich mich schon mal gar nicht , ich bin Einzelkämpfer und lasse mich auch nicht Maßregeln wie ich mich zu verhalten habe. Seien Sie froh Herr Dr. Graf, dass Sie Nicht von einer Sexsüchtigen, Kranken Tante als unschuldiger Teenager nächtelang missbraucht worden sind, vielleicht wären Sie dann auch ein wenig traumatisiert .

#52 |
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@Gast #50: Es darf natürlich auf keinen Fall so sein, dass nicht richtig aufgeklärten Übergewichtigen “eine solche Operation aufgeschwätzt” wird und wirtschaftliche Aspekte über die Wahl einer Therapie entscheiden. Inwieweit das in der Praxis der bariatrischen Chirurgie so läuft, kann ich als Biologe nicht beurteilen. Vielleicht haben Sie da berufsbedingt bessere Einblicke als ich.
Ich sehe mich auch keinesfalls als “Apologeten” der bariatrischen Chirurgie, dazu fehlt mir die Fachkompetenz. Auf dem Viszeralmedizin-Kongress im Sept. 2016 in Hamburg wurde die Adipositaschirurgie als “einzig wirksame Option bei extremem Übergewicht” vorgestellt. Als Indikation wurde gemäß “nationaler und internationaler Leitlinien für bariatrische Operationen” eine “morbide Adipositas (BMI über 40 kg/m² oder 35 kg/m² mit relevanter
Adipositas-assoziierter Morbidität)” genannt. Als neutraler Zuhörer hatte ich nicht den Eindruck, dass einem der referierenden Chirurgen “das Skalpell sehr locker sitzt” und eine Adipositas-OP als erste Option empfohlen wird, sondern wirklich nur in Fällen extremer, morbider Adipositas. Wie das in der realen Praxis umgesetzt wird, kann ich, wie gesagt, nicht burteilen.
Mittlerweile sind nach “NCD Risk Factor Collaboration, Lancet, 2016” (http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2816%2930054-X/fulltext) weltweit mehr Menschen adipös als unterernährt. Dieser Entwicklung ist mit Chirurgie ganz sicher nicht beizukommen.

#51 |
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[quote=”Dr. rer.nat. Stefan Graf”]Wie soll man diesen Menschen helfen, wenn sämtliche konservativen, diätetischen, psychologischen oder sonstigen Versuche erfolglos sind? Bleibt da nicht nur der operative Weg als Ultima Ratio? Selbst wenn das massive Übergewicht durch sog. “Disziplinlosigkeit” oder psychische Störungen bedingt ist und damit gerechnet werden muss, dass postoperative Verhaltensänderungen schwierig werden, kann man die Betroffenen doch nicht sich selbst überlassen. Das widerspräche doch dem ärztlichen Ethos. Es muss postoperativ sicher eine längerfristige ernährungsmedizinische und gegebenenfalls psychatrische/psychologische Nachbetreuung erfolgen.[/quote]

Das Problem ist, das wir damit leben müssen das Menschen ein Leben lang sehr dick sein können. Raucher bis zum Ende ertragen wir ja auch!
Weiterhin ist es eben nicht wahr das man alle Möglichkeiten ausschöpft. Wer heute dick ist, dem wird oft als erstes eine solche Operation aufgeschwätzt. Man braucht die Auslastung. Es wird zu wenig gefragt ob das die Leute wollen und wer nicht will gilt als störrisch. Es ist kein Nutzen für die Medizin und kein Ruhm Menschen zu verstümmeln und – allegorisch gesprochen – ein Leben lang in den Kerker zu sperren bei Wasser und Brot.

Beim weiter unten angeführten Thema ADHS. Wieviele Ärzte machen das? Wo gibts eine Differenzialdiagnostik dazu? Das ist nicht mal im Fachbereich der Psychiatrie allgemein durchgedrungen, geschweige denn in der Adipositasmedizin.

Manchmal muss die Medizin einfach akzeptieren das einigen wenigen nicht geholfen werden kann. Wobei ich durchaus verstehe wenn unbeeinflusste gut aufgeklärte Patienten am Ende sich doch dafür entscheiden oder in eng definierten Fällen eine Notfallchirurgie stattfindet, bei jenen, die bmi 50+ hätten. Das kann man aber nicht immer am BMI alleine fest machen. Es gibt gesunde Dicke und kranke Dünne. Da muss man die Kirche mal im Dorf lassen.
Was mich stört ist das diese Art der Behandlung vom Notfallexperiment im Einzelfall sich zu einer gängigen Praxis im Falle von Übergewicht mausert.

Das wird mehr Opfer und Nebenwirkungen produzieren als Nutzen bringen. Vieles liegt hier im Argen. Alleine schon das Opfer der bariatrischen Operationen statistisch oft nicht an der Operation und den Nebenwirkungen dieser versterben, sondern am Übergewicht wie es hinterher gerne heißt.
Die Einflussnahme in die Kreise gehirnwäscheartiger “Selbsthilfegruppen”, in welche Operationsopfer gesteckt werden und deren Widerstände oft von ach so fürsorglichen Ärzten niedergeredet werden. Es werden falsche Hoffnungen vermittelt und Kontraindikationen nach Möglichkeit ignoriert. Viele Ärzte glauben das der Zweck – die Verschlankung des Patienten – die Mittel heiligt. Ärzte sind auch Menschen und viele von diesen rekrutieren sich aus der oberen Mittelschicht & Oberschicht. Da hat man den ganzen Rattenschwanz an Vorurteilen gegen Übergewichtige (Bildungsferne, Unterschicht, Asozial, Arm) bei vielen Ärzten und Eigeninteresse hinzukommend dicht gefolgt von der beruflichen Fortbildungs-Echokammer.

Sprechen Sie mit Betroffenen, es gibt größere Dickenforen, die Reklame für diese Operationen verweigern. Lassen Sie sich die Art und Vorgehensweise von den selbstbewußteren Dicken erklären, die dies ablehnen. Das Erleben mag oft subjektiv eingefärbt sein, trotzdem stehen einem die Haare zu Berge wenn man solche Fallberichte liest oder von Operationen trotz eindeutiger Kontraindikationen hört und Menschen, die hinterher verzweifeln und alleine gelassen werden. Denn die Nachsorge ist von weniger Interesse getragen als die Operationswilligen unters Messer zu bekommen.

Man kann auch Dick alt werden. Alt werden heißt auch krank werden und das hat nicht viel mit dem Gewicht zu tun.

BTW
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/versichern-und-schuetzen/interview-mit-jens-baas-chef-der-techniker-krankenkasse-14472241.html?printPagedArticle=true

Die Datenlage der Medizin in Deutschland sollte man auch mal auf den Prüfstand bringen, genauso wie die Interpretationsebenen, die oft das Übergewicht zum Sündenbock machen. Übergewicht ist und bleibt oft nur eine Korrelation und Symptom. Symptome zu kurieren macht keinen Menschen gesünder.

#50 |
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Gast
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@Herr Dr. Graf : D’accord, man kann jemanden in derart schwieriger Lage nicht alleine lassen, jedoch muss klar sein, dass Verhaltensänderungen zwar angebahnt und unterstützt werden können, aber nicht mühelos, unmerklich und ganz von alleine -quasi magisch- stattfinden! In diesem Punkt stimme ich Frau Sonntag von weiter unten zu, es läuft nicht ohne Disziplin, wie alles andere im Leben auch. Es wird doch z.B. auch ganz selbstverständlich von uns erwartet, dass wir unseren Frust beherrschen und umlenken. Auch gesunde Ess- und andere Gewohnheiten müssen als Fähigkeiten herausgebildet werden, wenn es dort ein Defizit gibt. 50x zum Psychologen und das auch noch flatrate ohne Kosten und Mühen, so läuft das nicht. Nicht mit Verhaltenstherapie und nicht mit Hypnose. Zur Unterstützung der eigenen Bemühungen -ja-, so weiter leben wie bisher wird auch das selbe Ergebnis produzieren, wie schon mehrfach unten angemerkt wurde.
MfG Gast 47

#49 |
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@Gast #44: Ich glaube, dass es bei der Frage nach dem Sinn oder auch der Notwendigkeit einer bariatrischen OP nicht vorrangig um Menschen mit einem BMI moderat über 30 geht. Um sich mal ein Bild zu machen, wäre das z. B. ein 1,80 großer Mensch mit 100kg (BMI 30,9). Ich weiß nicht, wie viele (in Ihren Worten “misanthrope”) Viszeralchirurgen in solchen Fällen zur OP raten. Aber wie sieht es bei der zunehmenden Zahl extrem adipöser Menschen mit BMI-Werten > 50 (z. B 1,80m, 170kg) aus. Hier ist die Studienlage in Bezug auf deutlich erhöhte Risiken für orthopädische, kardio-vaskuläre und einige Krebserkrankungen eindeutig. Wie soll man diesen Menschen helfen, wenn sämtliche konservativen, diätetischen, psychologischen oder sonstigen Versuche erfolglos sind? Bleibt da nicht nur der operative Weg als Ultima Ratio? Selbst wenn das massive Übergewicht durch sog. “Disziplinlosigkeit” oder psychische Störungen bedingt ist und damit gerechnet werden muss, dass postoperative Verhaltensänderungen schwierig werden, kann man die Betroffenen doch nicht sich selbst überlassen. Das widerspräche doch dem ärztlichen Ethos. Es muss postoperativ sicher eine längerfristige ernährungsmedizinische und gegebenenfalls psychatrische/psychologische Nachbetreuung erfolgen.
MfG

#48 |
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Natürlich gibt es individuell abweichende Stoffwechselaktivitäten, aber gar so weit liegen diese i.d.R. nicht vom Durchschnitt entfernt. Das größere Gewicht haben doch eindeutig die Eßgewohnheiten, und diese werden in der Kindheit gelegt. Niemand wäre vor einigen Jahrzehnten auf die Idee gekommen, ein ganzes Glas Nutella, eine komplette Tafel Schokolade oder eine ganze Tüte Chips -und das auch noch in einer Schulpause!- in sich hinein zu stopfen. Heute ist es doch gesellschaftlich akzeptiert, in Massen, und nicht in Maßen zu konsumieren. Kinder werden mit Pausenbroten und Süßgetränken versorgt, als ginge es auf eine 3tägige Exkusion und nicht in die Schulpause; wenn sie überhaupt noch Selbstgemachtes mitbekommen und nicht gleich mit Geld für Fertigsnacks ab-ge-speist werden. Ins Kino schummelt man sich nicht ein paar kleine Gummibärchen, nein, es werden Rieseneimer Popcorn mit ebenso riesigen Eimern Colagetränk herunter gespült und danach geht’s noch zum Burgerbräter um den Abend ausklingen zu lassen.
Kleine Anekdote gefällig?
Bei uns am Frühstückstisch saß mal ein 11jähriger Kumpel meines Sohnes, der uns mit wichtigem Blick erklärte, seine Mutter wünscht, dass er bei Tisch die ganze Zeit redet und viel zum Essen trinkt, damit er nicht weiter zunähme. Währenddessen verputzte er die Familienration Lachs (ok, eine Scheibe habe ich todesmutig für mich gerettet…), fast einen Liter Milch mit einer großzügigen Dosis Kakaopulver und 3,5 Brötchen, die -als der Lachs aufgebraucht war- mit oben genanntem Schokoaufstrich bespachtelt wurde, nachdem mit Butter vorher die Brötchenoberfläche nivelliert worden war.
Dies ist jetzt schon einige Jahre her. Was meinen Sie:
Ist der kleine Pummel inzwischen zu einem schlanken, sportlichen und ausgeglichenen jungen Mann herangewachsen?

#47 |
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Jeder Mensch hat einen individuellen Metabolismus, manche können soviel Essen wie sie wollen und nehmen kein Gramm zu andere wiederum brauchen ein Stück Kuchen nur anzuschauen und werden dick. Wir müssen uns eben Alle so akzeptieren wie wir sind

#46 |
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Mit den Schreibfehlern ist genauso gewollt, bin BORDI-Exentriker, ich habe meine eigene individuelle Schreibweise, Herr Dr. Graf

#45 |
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Zitat: “Dr. rer.nat. Stefan Graf
Biologe
Vermutlich sind ab einer gewissen Übergewichtsdimension bariatrische Ops der einzig gangbare Weg. Aber mit dem Erschlanken wiechen natürlich nicht automatische alle psychischen Beeinträchtigungen – insbesondere, wenn diese Auslöser der adipösen Entwicklung waren. ”

Psychische Probleme bzw. zwanghaftes Kompensationsessen sind Kontraindikationen für Magenops.

Was nutzt einem Patienten eine Op, wenn er danach zwanghaft weiter äße? Er würde unter Umständen sein Leben riskieren.

Bariatrische Operationen lösen überhaupt nichts. Sie geben vor allem den Ärzten das Gefühl das möglichste getan zu haben, sind ein guter Nischenmarkt für die beteiligte Medizin-Industrie.
Nach der Operation geht für die Menschen erstmal ein neues Leiden los. Nicht mehr Essen können, Zwangsfasten und Co.

Tatsache ist, das bariatrische Operationen die Menschen für ihr gesamtes weiteres Leben krank machen. Der moderne Aderlass zur Verschlankung der Gesellschaft.

Wenn jemand bariatrische Operationen ab BMI 30 empfiehlt ist er ein Misanthrop und hasst pummelige Menschen, anders ist dieser Wahrnehmungsstörung der tatsächlichen Risikolage nicht zu erklären. Die Datenlage jedenfalls gibt eine solch extreme Behandlung bei dem geringen Gesundheitsrisiko unter BMI 40+ nicht her. Es sei denn man läßt Essgestörte und verdeckt vom Schlankheitswahn befallene die Ernährungspseudowissenschaften und medizinische Leitlinien bestimmen.

Man muss einfach aufhören das Übergewicht zum Sündenbock jedweder Krankheit, die einen dicken Menschen im Laufe des Lebens ereilt und Ernährungs”fehler” zum Sündenbock des Übergewichts zu machen,dann hören auch solche hahnebüchenen Ideen auf, Menschen ab BMI 30 zu verstümmeln.

Leider müssen dann einige Kapazitäten auf diesem Gebiet wieder etwas anderes arbeiten und sich andere Leiber zum beackern suchen und Kliniken die teuer eingerichteten dann jedoch defizitären Behandlungszentren schließen.

#44 |
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@#39 Lieber Herr Dr. Staudenmaier,
bei BMI 35 bin ich genau wie Sie skeptisch und auch erstaunt – bei wiederholter Betrachtung der Leibesfülle des Herrn G. würde ich auf 40 erhöhen ;). Tatsächlich gibt es aber inzwischen Kollegen, u.a. einen führenden britischen Diabetologen, die genau das fordern, wohl sogar bis BMI 30, deshalb habe ich es in die Debatte geworfen. Dabei geht es aber nur um Patienten mit schwer einstellbarem Diabetes, nicht um alle.
Es werden übrigens weltweit, selbst in den operationsfreudigeren und darin schon viel erfahreneren USA, wohl weit unter 1% der in Frage kommenden Patienten operiert.

#43 |
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Bei Essstörungen muss an ADHS gedacht werden.

Die mit der ADHS einhergehenden Störungen der exekutiven Funktionen sowie Störungen des Belohnungssystems, werden einfach oft völlig fehl interpretiert und dem Übergewicht angelastet, obwohl es Ursächlich auf die ADHS zurückgeht.

Die Lern- bzw. Umsetzungsprobleme von Erkenntnissprozessen im Kontext mit ADHS wird hier ja aufgezeigt und die Störung der emotionalen Regulation ist auch nachvollziehbar.

Nicht alle dicken haben ADHS und nicht alle ADHSler sind dick. Nicht immer ist der dicke ADHSler Binge Eater, sehr häufig finden sich aber Esstörungen, die einmal durch überzogene Essensmengen den bekannten Dopaminmangel kompensieren möchten oder im Bereich der Magersüchtigen denselben Effekt mit einer Hungerkur erreichen. Es gibt viele ADHSler, die ihren speziellen Defiziten mit einer zwanghaften Lebensphilosophie begegnen. Daraus rekrutieren sich die vielen – meist Mädchen und Frauen – die sich von anderen Magersüchtigen durchaus unterscheiden. Diesen kann mit einer adäquaten ADHS Therapie oft gut geholfen werden.
Die anderen ADHSler, die von Essstörungen betroffen sind, neigen dazu ihre Unruhe mit Essen zu bekämpfen. Besonders auffällig dürfte sein, das diese Betroffenen eben gerade nicht in Einzelmomenten extrem viel Essen, obwohl dies durchaus vorkommen kann. Sie planen auch m.E. nicht Essanfälle sondern neigen dazu ständig zuviel zu essen.

Es sollten also Fachleute diesen Bereich abdecken. Einige der auch im Beitrag angeführten Auffälligkeiten können sehr gut über ADHS erklärt werden. Voraussetzung ist natürlich das die beteiligten Wissenschaftler selbst über ADHS informiert sind und das auch mal endlich in die Denkwelten dieser Berufsgruppen einzug hält: ADHS ist eine Differenzialdiagnose bei Essstörungen!

BTW:
Magenops bei ADHSlern sind absolut kontraindiziert. Wenn die Betroffenen adäquate ADHS-Therapie bekommen, sind viele durchaus in der Lage eine Gewichtsreduktion einzuleiten. Dafür haben viele von ihnen ausreichend Energie und profitieren vielschichtig von Bewegungsprogrammen. Nur in der Planung, Umsetzung und alltäglichen Ressourcenverteilung hapert es bei Betroffenen oft erheblich.
Unter anderem auch weil zu wenig Hilfen für Betroffene existieren. Es scheint ja wichtiger für viele Mediziner einen Glaubenskrieg über ADHS und seine Auswirkungen zu führen, anstelle Betroffenen weiter zu helfen. Erschwerend kommt hinzu, das unstrukturiertes Essverhalten – wie es logischerweise bei ADHSlern oft vorkommt – am ehesten mit Trainings für einen Ernährungsplan bekämpft werden. Skilltraining ist bei ADHS aber sinnlos und führt in der Regel zu überhaupt nichts ausser Zeit und Mittelvergeudung.

Deshalb ist die richtige Diagnose bei Übergewicht auch so wichtig. Damit hat der Beitrag absolut Recht.

#42 |
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@#40: Danke für diesen sehr differenzierten Beitrag. Darin kommt ja die wichtige Kausalitätsfrage zum Ausdrdruck: Waren schwere psychische Probleme Ursache der Übergewichtsentwicklung oder entwickelrten sich psychische Beeiträchtiungen durch die Adipositas. Vermutlich sind ab einer gewissen Übergewichtsdimension bariatrische Ops der einzig gangbare Weg. Aber mit dem Erschlanken wiechen natürlich nicht automatische alle psychischen Beeinträchtigungen – insbesondere, wenn diese Auslöser der adipösen Entwicklung waren. Auf jeden Fall scheint mir eine enge Kooperation zwischen Psychosomatik und Chirurgie (prä- u. postoperativ) sehr wichtig.
Um den “Fall Gabriel” zu beurteilen, fehlen uns allen doch seriöse Hintergrundinformatinen. Und diejenigen, die sie haben, dürfen sie (zu Recht) nicht preisgeben.

#41 |
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Gast
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Ich kenne eine Reihe Patienten, die nach einem Magen-Eingriff zwar abgenommen haben und deren Diabetes besser wurde, die aber plötzlich mit Depressionen und Alkoholproblemen zu kämpfen hatten. Die angst- und spannungsmildernde Funktion des übermässigen Essens, das nach dem Eingriff zunächst so nicht mehr möglich ist, ist nicht zu unterschätzen. Dass vor einem Eingriff eine saubere psychiatrische Untersuchung zum Ausschluss einer Ess-Stöerung/psych. Erkrankung durchgeführt wurde, bezweifle ich trotz der Richtlinien, angesichts der vielen psychischen Probleme, die oft nach der Op eintreffen. Und bei vielen Patienten geht das Gewicht nach etwa 5 Jahren wieder nach oben – die Ess-Störung lebt nämlich weiter und findet ihre Wege.
Bei zum heutigen Zeitpunkt unübersehbaren Risiken für Langzeitfolgen (GI-Tumore?) dieser Op und der Tatsache, dass die ursprünglichen Probleme eben nicht gelöst werden, sehe ich die bariatische Chirurgie wirklich als erhebliches Problem.
Dass der Ausdruck von psychiatrischen Erkrankungen auch kontextabhängig ist (wie bei vielen anderen Erkrankungen übrigens auch), bedeutet nicht, dass es sich um “Charakterschwäche” oder etwas anderes als eine Krankheit handelt, übrigens mit oft sehr hohem Leidensdruck. Sicher gibt es in “hungernden” Gesellschaften oder Kriegszeiten weniger Übergewicht oder Ess-Störungen – da gibt es dann andere destruktive oder dysfunktionale Verhaltensweisen zur Angst- oder Spannungsmilderung.
Laut einer aktuellen Studie ist die Gesellschaft am glücklichsten, in der es am wenigsten psychische/psychiatrische Problem gibt.
Warum nicht endlich am richtigen Ende anfangen und investieren?

#40 |
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Medizinphysiker

@36. Sehr geehrter Herr Dr. Hopmann,

danke, jetzt weiß ich mehr!
Aber Übergewicht ist entweder tatsächlich mit Krankheitswert verknüpft oder könnte womöglich doch auch mit einer psychischen Komponente (z.B. Charakterschwäche) zu tun haben.

Vermutlich gibt es beides und auch Übergänge dazwischen und ich habe mich
ohne genauere Informationen zu haben bei Herrn G. einfach mal zum Fenster hinausgelehnt, mich als Schiedsrichter auf die Seite der Charakterschwäche begeben, sozusagen die Schuldfrage bedient, Sie nennen das maliziös.
Ich nehme die Aussage zurück!

Und er Diabetes des Herrn G. ist eher die Folge des Übergewichtes und nicht primär! Und einen Diabetes bei einem von Ihnen geschätzten BMI von 35 chirurgisch anzugehen, das ist vorsichtig gesagt, zumindest nicht die Regel.

Aber nichts für ungut!

#39 |
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Nichtmedizinische Berufe

Frau Sonntag, Sie scheinen den Krankheitswert von Essstörungen nicht zu verstehen. Binge Eating ist keinesfalls mit maßlosem Schlemmen oder freiwilligem Gainen ( ja so was gibt es auch) zu verwechseln, sondern eine psychische Störungen. Genauso wie bei Anorektikerinnen, Bulimikerinnen etc. geht es im Kern um ganz andere Fragen, besonders der Autonomie, die sich als Verhaltenssucht im Essen ausdrückt ( eine Alternative wären Drogen, Alkohol , andere Verhaltenssüchte, aber Essen ist schnell verfügbar UND legal). Es ist sozusagen die Droge der angepassten, “braven” Mädchen….
Sie haben Recht, dass in ursprünglichen Gesellschaften Essstörungen seltener vorkommen. Allerdings ist meine Erfahrung, dass je mehr diese Gesellschaften verwestlichen, auch hier Esstörungen zunehmen. In Kolumbien und Brasilien gibt es mittlerweile sehr viele magersüchtigen Mädchen, auf Südseeinseln wurde die Zunahme mit dem Eintreffen des westlichen Schönheitsideals beobachtet. http://www.zeit.de/2007/43/Fis-Bulimie
Ob ein Krieg das geeignete Mittel ist, gesellschaftliche Problematiken zu bekämpfen? Es ist richtig, dass es im 2. Weltkrieg und danach wohl kaum Anorexie gab. Auch weniger Depressionen etc. Aber dieser Preis ist hoch gewesen, oder?
Wie wäre es stattdessen mit dem Aufbau einer zivilisierten Gesellschaft, in der sich jeder nach seinen Fähigkeiten entfalten und zufrieden sein kann – auch mit psychologischer und pädagogischer Unterstützung.

#38 |
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Nichtmedizinische Berufe

Danke,
Dr. rer.nat. Stefan Graf , für die Auskunft über Non-purging-Bulimie und Binge-Eating.

#37 |
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@#24. Sehr geehrter Herr Dr. Staudenmaier,
das weicht vom Thema der Diskussion ab. Hier ging es nicht um Versicherungsstatus eines Politikers, im obigen Artikel geht es nicht mal um die bariatrische Chirurgie. Übrigens genehmigen die gesetzlichen Krankenkassen selbstverständlich solche Eingriffe, schauen sich aber vernünftigerweise vorher sehr genau an, ob die Voraussetzungen (siehe u.a. S3- Leitlinie) erfüllt sind und alle anderen Behandlungsmöglichkeiten, z.B. Bewegungsprogramm, ausgeschöpft wurden. Ich habe Ihren Beitrag aber so interpretiert, dass aus dem Übergewicht des Herrn Gabriel eine Binge eating- Problematik angedeutet werden sollte, die wiederum seine politischen Entscheidungen negativ beeinflusse und das fand ich maliziös.
Als Begründung für den Eingriff hat Herr Gabriel, dessen BMI ich auf ca. 35 schätzen würde, einen schwer einstellbaren Diabetes mellitus verlauten lassen, was medizinisch absolut nachvollziehbar sein kann. Die Studienergebnisse hierzu sind ziemlich spektakulär (siehe z.B.:
Bariatric Surgery for Type 2 Diabetes: Getting Closer to the Long-term Goal. JAMA 2016;315(12):1276-1277).

#36 |
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Gast
Gast

Sehr geehrte Frau Sonntag, mit diesem Beitrag stimme ich Ihnen zu, trotzdem möchte ich nicht auf meinen Psychologen verzichten

#35 |
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Antje Sonntag
Antje Sonntag

Sehr geehrter Herr Dr. Graf,
vielen Dank für Ihre Bemühungen. Aber lassen Sie nur, Herr GAST hat uns ja schon sehr detailliert mitgeteilt, dass er krank ist….
Vielen Dank, Frau Bauhaus, für Ihre Ausführungen, besonders am Ende Ihres Kommentars. Denn genau das meinte ich, dass vieles des ‘zu Vielem’ aus unserer Wohlstandsgesellschaft herrührt und Problemchen zu Problemen werden. Ich begegene oft be meiner Arbeit Menschen, deren Tagesinhalt ihre psychische Erkrankung ist und alles ist ganz schlimm. Mag ja sein, aber aus meiner Sicht wären sie weniger krank, wenn sie einmal den Fokus auf die positiven Dinge im Leben legen würden. Und da gibt es täglich jede Menge. Man muss sie nur sehen!!!
Und: Hat eine allein erziehende Mutter mit 3-5 Kindern nach dem Weltkrieg ohne Mikrowelle, Geschirrspüler, Waschmaschine, Papierwindeln, Alte/Milupa, deren Mann aus dem Krieg nicht wiederkam, ohne Dach über dem Kopf und etwas zu essen, vermutlich noch mit Verlust von 1-3 Kindern aus frühem Kindestod, jemals Zeit gehabt eine ‘posttraumatische Belastungsstörung’ zu haben?? Die hatte ganz andere Sorgen. Mich hat mein Leben auch stark geprägt, auch ich habe ‘zu mir selbst finden müssen/dürfen’. Daher sehe ich viele Dinge auch kritischer. Ich hoffe nur, dass es eines Tages außer Hartz IV und (Dauer-)Kranken noch Menschen gibt, die den Lebensunterhalt für alle verdienen. Und offensichtlich bin ich hier einigen Psychologen zu nahe getreten. Aber ich kann es nicht ändern, wenn sich diejenigen den Schuh anziehen sollten, der ihnen vielleicht gar nicht passt…
Und nun können Sie wieder den Kommentar zerpflücken!

#34 |
  6
Gast
Gast

Welche Strafe sollte ich erhalten für meine verunglückte Wortwahl. Bitte, Herr Dr. Graf sagen Sie es mir , ich stehe auf Bestrafungen

#33 |
  3
Gast
Gast

Tja, Herr Dr. Graf, helfen Sie Frau Sonntag bei ihren Spannungszuständen oder anderen Ausfallerscheinungen. Jeden Tag eine gute Tat. In meinem Fall, kann ich nur sagen: Ist der Ruf erstmal ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Keep Calm und COOL

#32 |
  4

@#28: Liebe Frau Bauhaus: Danke für ihre interessanten Erfahrungen. Nur an einem Punkt irren Sie sich meines Wissens. Sie schreiben, das Berufsbild des “Psychologen” sei nicht geschützt. Zimindest Diplom-Psychologen müssen ein Psychologie-Studium absolviert haben. Es gibt aber noch so etwas wie einen psychologischen Therapeuten und im Bereich der Naturheilpraxis auch eine psychologische Zusatzbezeichnung. Da ist es wohl etwas schwammig mit dem Schutz der Berufsbezeichnung. Aber entscheidend ist natürlich die Behandlungsqualität – das haben Sie ja schhön ausgeführt.
Freundliche Grüße

#31 |
  0

Liebe DocCheck-Redaktion – es wird Ihnen sicher möglich sein, über die IP-Adresse den Absender/die Absenderin von #30 auszumachen. Eine derartige Wortwahl ist sogar justiziabel und darf wohl nur eine Konsequenz haben.
Die immer wieder gleichen Schreibfehler (groß-klein) sollten die Identifizierung jener Person erleichtern.

#30 |
  28
Gast
Gast

Ich plädiere für das Rudel-Kuscheln auf Krankenschein

#29 |
  5

#20 Frau A. Sonntag: puuuh!
Da haben Sie aber etwas über die Stränge geschlagen….
Als in mehreren medizinischen Berufen mit einer erteilten Approbation und viel Berufserfahrung und zusätzlichen Ausbildungen versehene Leserin ist mir stellenweise ein wenig der Hals geschwollen. Weil Sie überhaupt nicht differenzieren!
Erst einmal ist ein guter Psychiater Gold wert, und nicht mit einem Psychologen zu verwechseln, da es zwei verschiedene sich zwar überschneidende, aber verschiedene Berufe sind!
Der Psychiater hat eine Facharztausbildung, logisch mit jahrelangem Med. Studium durchlaufen, und dann den FA gemacht.
Psychologe kann sich tatsächlich jeder nennen, weil dieses Berufsbild nicht geschützt ist!
Trotzdem gibt es (eigene Erfahrungen) sehr gute Psychologen mit langem und offenbar erfolgreichem Studium, die den Betroffenen auch wirklich helfen.
Auf der anderen Seite ist es wahr, dass unsere degenerierte “Wohlstandsgesellschaft” sich ihre Krankheiten selbst zusammen “bastelt”! Aber die Betroffenen sind ja dadurch nicht weniger krank und brauchen dann eben auch fachlich kompetente Hilfe.
Sie sind ziemlich menschenverachtend und empathielos, Frau Sonntag!
Da hoffe ich doch mal für Sie, dass Sie nicht durch irgendwelche schlimme persönliche Schicksalsschläge, Hormonschwankungen etc. selbst mal ein Opfer dieser Erkrankungen werden. Das würde allerdings Ihre Meinung sicherlich deutlich verändern.
Meine Freunde in asiatischen und afrikanischen Ländern brauchen allerdings sehr selten psychosoziale Behandlung und Unterstützung, werden nicht fett und überfressen sich nicht, einmal, weil die menschlich sehr viel mehr Herz und Wärme untereinander und gegenseitige Hilfe bekommen und zweitens, weil sie gar nicht die finanziellen Möglichkeiten haben, sich vor Trauer, Depression oder Ängsten dermassen zu überfressen, dass es in eine Krankheit ausartet.
Darüber könnte ich mich noch länger auslassen, aber ändern würde es nichts. Also: demnächst bitte differenzierter!

#28 |
  1
Gast
Gast

Hallo Frau Zöller, und Sie sind jetzt der Massstab Aller Dinge? Bei Spannungszuständen hilft nicht nur Holzhacken sondern auch??? Frau Zöller hat bestimmt die richtige Antwort parat?

#27 |
  4
Gast
Gast

Weshalb werden hier Beiträge gelöscht???

#26 |
  0
Gast
Gast

Hallo Frau Sonntag, wissen Sie überhaupt was eine Borderline Störung ist??? Eine sehr schwere psychische Erkrankung, dass hat mir sogar mein Lieblingschirurg Dr. M gesagt. Ich lebe oder besser gesagt überlebe mit dieser Horrorkrankheit seid 40 Jahren immer am Abgrund zwischen Leben und TOD. Und NEIN, dass ist KEINE Modeerscheinung wenn Sie absolut Null Ahnung von psychischen Erkrankungen haben, dann lassen Sie Ihre unsensiblen Kommentare .

#25 |
  23
Medizinphysiker

@Gast 6:
Schön dass Sie erkannt haben, wen ich gemeint habe.
Glauben Sie ernsthaft, dass dieser Politiker die S3-Leitlinie durchlaufen musste?
Glauben Sie auch, dass ein Kassenpatient und Herr G. gleich behandelt werden?
Ich nicht!

#24 |
  2
Gast
Gast

Wäre schön wenn Alle etwas lockerer werden und die Dinge mit mehr Humor nehmen. Ein Hoch auf die Chirurgen, die letzte Instanz, wenn gar nichts mehr geht muss eben operiert werden. Buddha Sei Dank, dass es Euch gibt. Liebe Grüße. N.D.

#23 |
  2
Antje Sonntag
Antje Sonntag

#23: Ein bisschen mehr Toleranz in der freien Meinungsäußerung bitte, Herr GAST!! Ich erwarte nicht, dass Sie meine Meinung teilen…

#22 |
  26
Gast
Gast

Frau Sonntag, für Ihren empathielosen und undifferenziert polemischen Beitrag sollten Sie sich schämen. Ich bin nach dem Lesen angewidert.

#21 |
  30
Antje Sonntag
Antje Sonntag

Und nun zum Thema: für mich gehört Binge-Eating in die Kategorie der Wohlstandserkrankungen. Ein immer größer werdende Teil unserer Gesellschaft neigt ja leider dazu, sich durch (Fertig-)Nahrung oder inhaltliche Zusätze mehr oder weniger selbst zu vergiften. Alles, was mit ‘zu’ anfängt, war schon immer ungesund. Also auch zu viel essen. Früher sind die Menschen körperlich arbeiten (Holz hacken ;-) ) gegangen, um emotionale Staus, welcher Art auch immer, abzubauen. Heute wird jede Disziplinlosigkeit mit dem ‘Krankheitsmäntelchen’ bedeckt, und schon ist der disziplinlose, unsoziale Mensch das unschuldige Opfer. Das höchste Gut, die Gesundheit und Gesunderhaltungsmöglichkeit in unseren westlichen Ländern wird durch Disziplinlosigkeit mit Füßen getreten. Der weg zum Psychiater ist aus meiner Sicht in den wenigeren Fällen Erfolg versprechend. Das liegt sicher auch daran, dass mir noch kein guter Psychiater (sorry, heute heißt das ja Psychologe und ist ‘in’) genannt wurde. Es werden aus meiner Sicht ständig neue Krankheiten ‘kreiert’, und sobald sie einen Namen haben, sind sie ganz wichtig. Kein Psychologe kann und wird an seinem Erfolg gemessen (geht ja auch gar nicht). Ich erlebe nur im Alltag, dass die Psychologen-Kunden zum großen Teil lernen, sich und die ‘Symptome’ zu wichtig zu nehmen und sich selbst zu bemitleiden. Für mich sind Binge Vater, wie auch andere höchst disziplinlose Menschen unserer Gesellschaft, ziemlich unsozial in ihrem Verhalten. Sie nehmen ärztliche Leistungen und Arzthonorare im Übermaß in Anspruch, die andere Patienten mit nicht selbst verschuldeten Krankheiten nicht gewährt bekommen, da Psycho heute ‘in’ ist und diese Patienten fast einen ‘Behandlung-Freibrief’ genießen. Unser gesellschaftliches Zusammenleben funktioniert nun einmal nicht ohne gegenseitige Rücksichtnahme, Verantwortungsbewusstsein und DISZIPLIN!!!
(kleine Provokation: oder bieten wir Rauchern demnächst auch Händeamputationen an, damit sie mit dem Rauchen aufhören können??)

#20 |
  57
Antje Sonntag
Antje Sonntag

Ich würde solche Kommentare doch einfach ignorieren und mich nicht provozieren lassen! Diese ‘Gäste’ stellen sich doch durch derartige Kommentare ihr eigenes Zeugnis aus!

#19 |
  41
Ulrike Zöller
Ulrike Zöller

Das Niveau sinkt weit unter die Nullinie. Das verbitte ich mir. Guß Ulrike Zöller

#18 |
  53
Gast
Gast

Buddha Sei Dank, brauche ich mich vor Nichts und Niemanden verstecken , bin von Natur aus ein sehr offener Mensch. Borderline-Exzentriker eben und Liebe das Drama. Von mir aus kann man mich auch billig nennen, mir völlig egal. Ich weiß wer ich bin und was ich kann, Hauptsache Authentisch und Originell

#17 |
  20
Gast
Gast

Ok, ich bin Nastassja Davidoff und habe 10 Jahre in den USA gelebt und dort Psychologie, Soziologie und Theaterwissenschaften studiert. Mein verstorbener Lebensgefährte war Allgemeinmediziner aus Köln von dem habe ich auch das Insider Wissen. Seid 5 Jahren beschäftige ich mich mit meinen inneren Organen weil in meinem Bauch so einiges falsch läuft was nicht Psychosomatisch erklärbar ist. Wenn Chirurgen nicht ein wenig gerne Schneiden würden, dann hätten sie eine andere Fachrichtung der Medizin gewählt. Außerdem wollte ich niemanden diffamieren sondern es war eher als Bewunderung gemeint.

#16 |
  4

#12 Gast: Warum werden Sie so unsachlich? Ihr Leiden tut mir ehrlich leid. Aber ich habe Sie um keinerlei Details Ihrer Vita oder Ihrer Krankengeschichte gebeten. “Anonymos” heißt nichts weiter als “ohne Namen”. Was jemand postet, ist allein seine Sache. Also hören Sie mit der unsinnigen Übertreibung (“Biografie”, “wie hätten Sie es gern”) auf und stellen Sie es nicht so dar, als wolle ich Sie durchleuchten. Sie bestätigen genau das was ich moniert habe. Sie kippen Öl ins Feuer, aber immer schön anonym. Es ist ein Gebot der Höflichkeit und Fairness, sich namentlich zu erkennen zu geben, bevor man austeilt.

#15 |
  42
Gast
Gast

Chirurgen haben die staatliche Lizenz zum Schneiden, COOLER geht’s Nicht

#14 |
  3

@#11: Hallo Frau Cortes: Soviel ich weiß, besteht der Unterschied darin, dass Binge Eating-Patienten keinerlei kompensatorische Maßnahmen für ihre Essanfälle ergreifen. Bulimiker vom Non-Purging-Typ erbrechen zwar nicht und nehmen auch keine Abführmittel (Purging-Typ), ergreifen aber zumindest gelegentlich Maßnahmen wie Fasten oder Diäten, um gegenzusteuern. Aber bitte genießen Sie diese Erklärung mit Vorsicht. Wirklich sicher bin ich mir nicht! Vieleicht meldet sich ja noch ein Experte zu Wort.

#13 |
  1
Gast
Gast

Sehr geehrter Herr Dr. Graf, wer oder was ich bin ist Absolut irrelevant. Soll ich Ihnen eine Biografie meines Lebens schreiben oder wie hätten Sie es gerne??? Unter anderem habe ich auch eine Borderline Personality Disorder und eine schwerwiegende Magen-Darm Erkrankrankung unklarer Genese. Mein Super netter behandelnder Chirurg will mich aber nicht operieren, ich soll weiterhin mit EXTREM StARKEN Bauchschmerzen durch die Lande ziehen. Der gute Dr. Denkt nämlich, die Sache wäre Psychosomatisch und ich hätte Spaß daran aufgeschnitten zu werden. Irren ist menschlich, dieser Chirurg ist wirklich sehr nett und freundlich aber in meinem Fall hat er Null Ahnung.

#12 |
  14
Nichtmedizinische Berufe

Noch eine Frage: Was genau ist der Unterschied zwischen Binge eating und einer “non-purging-Bulimie”? Ich frage das, weil ich letzteres als Diagnose bekommen habe, ich finde mich aber durchaus auch in der Beschreibung der Binge-Eaterinnen wieder.

#11 |
  0
Gast
Gast

Ich Plage mich seid 5 Jahren mit starken Bauchschmerzen herum, fühlt sich an wie ein Subileus. Kein Hungergefühl, Übelkeit

#10 |
  1

@Gast #7: Wenn Sie “aus Erfahrung und Insiderwissen” sprechen und Ihren Kommentar #3 nicht als Diffamierung der Chirurgen verstanden wissen möchten, warum verstecken Sie sich dann in der Anonymität?
Von den anonymen Pöbeleien und Fake-News bei Facebook, Twitter etc. hören wir täglich. Warum nicht wenigstens die DocCheck-Verantworlichen dem anomymen Kommentieren einen Riegel vorschieben, entzieht sich meinem Verständnis. Entweder stehe ich zu meiner Meinung mit allen Konsequenzen oder behalte sie für mich.

#9 |
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Bürgerin Marina Bausmer
Bürgerin Marina Bausmer

Ernährung sucht auch Ausgleich bei starker emotionaler Anstrengung aber auch bei Kopfarbeit , wie bei körperlicher Arbeit auch. Wir essen also alle mal bing und sowohl als auch bei saisonaler Wetterlage, Hormonhhaushalt, Lebensalter und Zustand der Vorräte und ect.

#8 |
  1
Gast
Gast

Sehr geehrter Herr Dr. Hopmann, meinen Kommentar zu den Aufschneider Chirurgen haben Sie leider völlig falsch verstanden. Ein gewisser Narzissmus gerhört zum Chirurgentum dazu. Ich spreche aus Erfahrung und Insiderwissen. Wünsche Ihnen Alles Liebe und Gute für das Jahr 2017

#7 |
  9

@post 1-5. Nachdem ich die bariatrische Chirurgie in den letzten Jahren aus der Nähe kennengelernt habe (ich bin kein Chirurg), hat sich meine Meinung dazu geändert. Die Sicht auf diese Behandlung, die in den Beiträgen durchscheint, halte ich für doch etwas sehr schlicht. Insbesondere finde ich den Seitenhieb auf Herrn Gabriel unangebracht, ebenso diese billige Diffamierung von Chirurgen als “Aufschneider”. Es lohnt sich, sich die vielen Daten zu dieser Behandlung aus Jahrzehnten Erfahrung genauer anzuschauen, man wundert sich an mancher Stelle. Insbesondere bezüglich des Diabetes mellitus sind die Ergebnisse bemerkenswert.
Die Adipositaschirurgie hat sehr klare Richtlinien (S3- Leitlinie):
Eine operative Maßnahme zur Gewichtsreduktion erfordert eine vorhergehende
interdisziplinäre Stellungnahme. ⇑⇑
In diesem Zusammenhang sollte eine Vorstellung bei einem in der konservativen Adipositas-Therapie erfahrenen Arzt erfolgen. ⇑
Bereits präoperativ sollen die Patienten von einer Ernährungsfachkraft mitbetreut werden. ⇑⇑
In Abhängigkeit der Komorbidität des adipösen Patienten sollen weitere
Fachdisziplinen und Experten hinzugezogen werden. ⇑⇑
Insbesondere sollte bei allen Patienten die Konsultation eines möglichst in der
Therapie der Adipositas tätigen klinischen Psychologen, Psychosomatikers oder
Psychiaters in Betracht gezogen werden. ⇑
Große Oberbaucheingriffe wie die bariatrischen Operationen bedürfen einer
umfassenden Vorbereitung mit gründlicher Anamneseerhebung unter Erfassung
und Dokumentation aller Begleiterkrankungen, der aktuellen Medikation,
Beschwerden und Symptome. ⇑⇑
Eine Ösophagogastroduodenoskopie soll im Vorfeld bariatrischer Operationen
durchgeführt werden. ⇑⇑
Sekundäre Ursachen der Adipositas sind vor einer bariatrischen Maßnahme
auszuschließen. Generell trifft das für die Hypothyreose zu, bei klinischen
Anzeichen auch für andere. ⇑⇑
http://www.adipositas-gesellschaft.de/fileadmin/PDF/Leitlinien/ADIP-6-2010.pdf

#6 |
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Weitere medizinische Berufe

Interessante Beiträge der Gäste – aber haben Sie sich mal überlegt, wie lange es dauert, einen Termin bei einem Psychologen zu bekommen? Bei einem Chirurgen geht es wesentlich schneller, vor allem muss man sich bei ihm wohl auch nicht schämen oder sich seine Schwierigkeiten eingestehen, wie das beim Psychologen (in einer vernünftigen Therapie) der Fall wäre.

#5 |
  3
Medizinphysiker

Hat nicht eben ein bekannter Politiker, von dem manche sagen, er hätte Entscheidungsschwierigkeiten oder träfe auch falsche Entscheidungen den Chirurgen aufgesucht?

#4 |
  6
Gast
Gast

Na, ja, auch Chirurgen möchten weiterhin Spaß am Leben haben und zwar am Aufschneiden.

#3 |
  16
Gast
Gast

stimmt

#2 |
  1
Gast
Gast

Wichtiger Artikel! Interessant wäre, wie viele Gastric-Bypass-Kandidaten eigentlich unter einer Binge-Eating-Problematik leiden und deshalb vielleicht besser beim Psychiater als beim Chirurgen aufgehoben wären?

#1 |
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