Die Energiewende: Pro-Carb statt Low-Carb

20. Dezember 2016
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Eine Ernährung mit wenig Proteinen bringt die Verbrennung von Kohlenhydraten in Schwung und steigert so den Energieverbrauch. Das zeigt eine aktuelle Studie an Mäusen. Bei fettleibigen Tieren bildeten sich unter dieser Diät sogar Insulinresistenzen zurück.

Die Zahl der übergewichtigen Menschen in Deutschland steigt immer mehr an. Mangelnde körperliche Aktivität und veränderte Ernährungsgewohnheiten gelten als Hauptursache für den Anstieg des durchschnittlichen Körpergewichts. Mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit: Insbesondere starkes Übergewicht erhöht deutlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Typ2-Diabetes. Seit vielen Jahren streiten sich Experten deshalb über die richtige Ernährungsform, mit deren Hilfe es fettleibigen Menschen gelingen könnte, das Körpergewicht dauerhaft zu verringern. War der Blick bislang meist auf die einseitige Minimierung von Fett oder Kohlenhydraten gerichtet, gerät in neuester Zeit eine möglichst ausgewogene Zusammensetzung der Ernährung aus Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen in den Mittelpunkt des Interesses.

Doch die Suche nach der optimalen Mischung gestaltet sich nicht so einfach: „Besonders, was die Proteine betrifft, gibt es widersprüchliche Hinweise“, sagt Adam Rose, Leiter einer Forschungsgruppe am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. „Einerseits gibt es Beobachtungen, dass Menschen bei proteinarmer Diät insgesamt mehr essen, um die erforderliche Eiweißmenge zu erreichen.“ Anderseits, so Rose, belegten epidemiologische Studien, dass ein hoher Proteinanteil in der Ernährung mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Diabetes einhergehe.

Proteinarme Ernährung steigert Energieverbrauch

Um herauszufinden, was eine proteinreduzierte Ernährung auf molekularer Ebene bewirkt, starteten Rose und seine Mitarbeiter eine Studie, in deren Rahmen sie Mäuse über einen Zeitraum von 16 Wochen auf unterschiedliche Weise fütterten. Wie die Forscher in einem Artikel in der Zeitschrift The Journal of Clinical Investigation schreiben, erhielt eine Hälfte der Tiere eine proteinarme Diät, bei der die Proteine fünf Prozent der Gesamtkalorien ausmachten. Die andere Hälfte der Tiere bekam dagegen normales Mäusefutter, bei dem die Proteine 20 Prozent der Gesamtkalorien ausmachten. Obwohl die Tiere unter proteinarmer Diät insgesamt etwas mehr fraßen, nahmen sie bei gleicher körperlicher Aktivität deutlich langsamer an Gewicht zu als ihre normal gefütterten Artgenossen. Die Forscher stellten fest, dass die proteinarm ernährten Mäuse ihr Futter um 40 Prozent weniger effizient verwerteten als die Kontrollmäuse. Die Tiere verbrannten mehr Fett und Kohlenhydrate und hatten so einen gesteigerten Energieverbrauch.

Nun wollte das Team um Rose wissen, ob sich der hohe Energieverbrauch günstig auf den Stoffwechsel der proteinarm ernährten Tiere ausgewirkt hatte. Als die Forscher die Blutwerte der Tiere beider Gruppen bestimmten, stellten sie deutliche Unterschiede fest: Die proteinarm ernährten Tiere hatten nicht nur weniger Cholesterin und Fett im Blut sondern auch viel weniger Insulin als die Kontrolltiere. „Trotz des höheren Konsums von Kohlenhydraten benötigen die Mäuse unter der proteinarmen Diät weniger Insulin“, berichtet Rose. „Dafür produzierten ihre Lebern mehr FGF21 – ein Protein, von dem bekannt ist, dass es die Aufnahme von Glukose in Fettzellen anregt.“

FGF21-Spiegel steigt nach Mahlzeit

Dass FGF21 eine entscheidende Rolle für den verbesserten Zuckerstoffwechsel spielt, bewiesen die Forscher um Rose mithilfe von Mäusen, die sie durch einen gentechnischen Eingriff so veränderten hatten, dass deren Leberzellen FGF21 nicht mehr herstellten konnten: Bei den Tieren hatte die proteinarme Diät keinen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel: „Sie reagierten nicht mehr auf die proteinarme Diät“, sagt Rose. „Die gentechnisch veränderten Tiere zeigten den gleichen Gewichtzuwachs wie die Tiere mit normaler FGF21-Produktion und die positiven Effekte auf den Stoffwechsel waren verschwunden.“

Der FGF21-Spiegel im Blut der Mäuse war unter der proteinarmen Diät nicht konstant: Er im schoss immer dann in die Höhe, wenn die Mäuse ihre proteinarme Futterration verzehrt hatten und fiel danach wieder ab. Verursacht wurde dieser Anstieg durch eine zentrale Stressreaktion in der Leber. Als Rose und seine Mitarbeiter die Stressreaktion pharmakologisch unterbanden, sanken die FGF21-Werte sofort.

In weiteren Experimenten fanden die Forscher zudem heraus, dass für die günstigen Auswirkungen der proteinarmen Ernährung nicht alle Proteinbausteine gleichermaßen verantwortlich sind: Vor allem der Mangel an den Aminosäuren Glutamin, Glutamat, Asparagin, Aspartat und Alanin, die der Körper alle selbst herstellen kann, erhöhte den FGF21-Spiegel. Ergänzten die Forscher die proteinarme Diät um diese Aminosäuren, kam es zu einem wesentlich geringeren Anstieg der FGF21-Werte. Die proteinarme Diät scheint auch therapeutisches Potenzial zu haben: Als Rose und sein Team fettleibige Mäuse auf diese Diät setzten, verringerte sich das Körpergewicht der Tiere nicht. Dennoch verbesserten sich ihre Blutzucker-Werte und auch zuvor bestehende Insulinresistenzen bildeten sich zurück.

Mensch und Maus reagieren ähnlich auf proteinarme Diät

Da sich Ergebnisse aus Mausversuchen nicht immer eins zu eins auf den Menschen übertragen lassen, baten Rose und seine Kollegen fünf gesunde Männer, sich sieben Tage lang proteinarm zu ernähren: Im Anschluss maßen die Forscher bei den Teilnehmern hohe FGF21-Werte, dagegen trotz erhöhter Kohlenhydratzufuhr niedrigere Blutzucker- und Insulinspiegel. „Die proteinarme Diät wirkt sich bei Menschen ähnlich aus wie bei Mäusen“, berichtet Rose. Er gibt jedoch zu, dass die kurze Dauer und die Anzahl der Probanden die Aussagekraft der Daten einschränken. Deswegen plant er eine länger gehende Folgestudie mit mehr Teilnehmern, die in Kürze beginnen soll.

Andere Experten raten zur Vorsicht: „Die neue Studie bestätigt, dass hohe FGF21-Werte den Stoffwechsel verbessern, doch diese sind auch ein Ausdruck für metabolischen Stress, der mit einem erhöhten Risiko für Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen einher geht“, sagt Andreas Pfeiffer, Leiter der Abteilung Klinische Ernährung am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam und Leiter der Abteilung für Ernährungsmedizin, Endokrinologie und Diabetes am Universitätsklinikum Benjamin Franklin in Berlin.

„Eine proteinarme Ernährung führt zu metabolischem Stress. Wenn der Körper durch die Ernährung nicht genügend Aminosäuren erhält, mobilisiert er sie durch den Abbau von Zellbestandteilen.“ Menschen, die zu wenige Proteine zu sich nähmen, so Pfeiffer, hätten eine geringere Muskelmasse, die wiederum mit Gebrechlichkeit und einer kürzeren Lebenserwartung korreliere. Nach Ansicht des Ernährungsexperten ist es deshalb fraglich, ob Menschen wirklich davon dauerhaft profitieren, wenn sie Proteine aus ihrer Ernähung weglassen und dafür mehr Kohlenhydrate und Fette essen.

Mittleres Lebensalter als therapeutisches Fenster

Doch auch eine proteinreiche Ernährung, wie sie viele Low-Carb-Diäten vorschreiben, scheint nicht nur vorteilhaft zu sein. Eine epidemiologische Studie weist darauf hin, dass junge Erwachsene, die viel Protein essen, häufiger an Krebs erkranken, was in anderen Studien nicht bestätigt wurde. Allerdings kehrt sich dieser Effekt bei älteren Menschen wohl um.

Für Pfeiffer ergibt sich aus den bisherigen Daten ein schlüssiges Szenario: In der Kindheit und im Alter könnten die schützenden Effekte einer hohen Proteinzufuhr überwiegen, im mittleren Lebensabschnitt bis zu einem Alter von ungefähr 45 Jahren dagegen die negativen Auswirkungen. Adam Rose geht deshalb davon aus, dass es in den mittleren Lebensjahren eine Art therapeutisches Fenster gibt, in dem sich eine proteinreduzierte Ernährungsform ohne zusätzliche Medikamente positiv auf die Gesundheit auswirken könnte.

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23 Kommentare:

Erich Dengler
Erich Dengler

Zur allgemeinen Aufklärung für die Diskussionsrunde zum Thema Zucker/Kohlenhydrate und Fette, insbesondere für Oecotrophologem der DGE: Über die Gefahren des süßen Zuckers, des schnell verdaulichen, scheint Einigkeit zu herrschen. Sie entstehen vor allem durch die Schwierigkeiten bei der Regulierung des chemisch aggressiven Zuckers mit Hilfe des Insulins im schnellen Auf und Ab (Mittelwert 1 Gramm Zucker pro Liter Blut = 100 mg/dl). Mit Kohlenhydraten meint man den Stärkezucker, der aus verzweigten Glukosezucker-Ketten besteht, also im Blut und in der Energiebilanz wie jeder andere Glukosezucker zählt – somit auch bei der Gewichtszunahme. Zum Beispiel bei rohen, eifreien Nudeln mit einem Kalorienanteil der Glukose von 83 %, von Eiweiß mit 14 % und Fetten mit 3 % müssten zu 100 g Trockenmasse der Kalorienträger an die 50 g konzentriertes Fett dazugegeben werden, um ein optimales Durchschnittsverhältnis mit 30 % Fett zu 50 % Zucker zu erreichen. Ähnlich liegen die Verhältnisse bei den anderen Grundnahrungsstoffen wie Brot, Reis oder Kartoffeln, den Hauptkalorienlieferanten. Am krassesten wäre der Fall zum Ausgleich bei den absolut fettarmen Kartoffeln, die sogar zur Schweinemast verwendet werden. Die Umwandlung überschüssigen Zuckers in Fett wird von der DGE fast völlig verschwiegen.
Die Frage der Sättigung spielt hierbei eine wichtige Rolle. Warum haben übergewichtige Menschen überdimensionale Mägen? Weil die Magenfüller wie Brot, Nudeln, Kartoffeln mit Massen Stärkezucker und ggf. unverdaulichen Ballaststoffen kaum sättigen, also ein voller Magen eben nicht sättigt, im Gegensatz zu der üblichen Behauptung, nur ein voller Magen würde sättigen. Weder ein voller Magen, noch Zucker sättigen deutlich erkennbar. Eine süße Nachspeise verputzen wir noch nach der üppigsten Mahlzeit. Ausreichend Fett am Darmanfang meldet dagegen unmittelbaren Stopp für den Pförtner am Magenausgang, weil die anspruchsvolle Fettverdauung nicht überfordert werden darf. Vizekanzler Sigmar Gabriel wurde von den DGE-Experten schlecht beraten, wenn er sich jetzt einer Magenverkleinerung unterzieht. Gabriel muss man nur zu den Zuckersüchtigen zählen und schon kann man gegen die Ursache seines Übergewichtes ankämpfen. Der Magen mit seinen flexiblen Wänden braucht deshalb nicht verstümmelt zu werden, was meistens nur Verdauungsschwierigkeiten nach sich zieht.
Die Folgen genereller Fettverteuflung zu Gunsten des Umsatzes der Cholesterinsenker verursachen extreme Schäden. Mit Magermilch gefütterte Säuglinge sterben. Fettarm ernährte Kindergarten-Kinder trifft es auch in unserem Wohlstandsland erstaunlich oft mit der lebensgefährlichen Lungenentzündung. Kaum zu entschuldigen ist die Ahnungslosigkeit der meisten Schwangeren-Berater(innen). Nicht nur übergewichtigen Schwangeren wird fettarme Kost empfohlen, obwohl die für das Wachstum entscheidenden langkettigen Fettsäuren in erster Linie nur über die Lymphgefäße verteilt werden. Das bedeutet, die essentiellen Fettsäuren müssen im richtigen Verhältnis unmittelbar mit der Nahrung aufgenommen werden. Wenn nicht, bleibt oft die sehr fette Muttermilch weg. Wahrscheinlich verursacht Magerkost bereits vorher Empfängnisschwierigkeiten, denn Fett, Fettsäuren sind Grundbaustoffe für jede Zelle und somit für jedes neue Leben.
Die Antwort auf die Frage, warum die Leitlinien der DGE nicht auf dem neuesten Stand sind, überlasse ich dem Publikum und wünsche frohe Festtage.

#23 |
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Dr. Helmut Maidl
Dr. Helmut Maidl

Heute so morgen so, bla, bla bla, langweilig!

#22 |
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Jetzt auf Twitter
@DocCheck Der entscheidende Unterschied: Labormäuse können nicht einkaufen gehen und sich die falschen “Lebensmittel” besorgen!
@DocCheck Labormäuse, körperlich immer aktiv, sind anders als menschliche “couch potatoes” im Medien-, TV-, EDV-, Internet-Zeitalter.

#21 |
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Studentin der Humanmedizin

Boah, bin total genervt. Schon wieder eine andere Ernährungsform!!! Warum ernähren wir uns nicht langsam mal “normal” und ausgewogen-von allem etwas also….

#20 |
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Gast
Gast

Mäuse, Mäuse – Of Mice And Man

#19 |
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Ernst Pawlowsky
Ernst Pawlowsky

@ Herr Krebs,
ja, von vorgestern, … und wieder von heute.
Als leistungsorientierter Sportler und und Dipl. Biol. halte ich mich seit über 45 Jahren bzgl. Ernährung auf dem Laufenden und habe etliches gelesen, selber ausprobiert und auf Sinnhaftigkeit überprüft.
Und, wenn Sie Brot, Nudeln usw. mit Gemüse ( ohne die stärkehaltigen Kartoffeln ) oder Nüssen und Mandeln vergleichen, sind es schon “konzentrierte” Kohlenhydrate.
Wichtiger aber ist, wieviel Kohlenhydrate wir uns in Summe zuführen, die letztlich als Glucose im Blut auftauchen und dann wieder “entsorgt” werden müssen.
Haben Sie mal gerechnet, wieviel Kohlenhydrate tatsächlich verbraucht werden? Beim Couchpotato und beim Ausdauersportler? Selbst der Ausdauersportler verbraucht bei einem intelligenten Training nur einen Teil seines Muskelgykogenvorrates, der etwa 300 bis max. 400 g ausmacht. Nehmen wir mal an, daß ein Sportler im Training tatsächlich 150 g Glykogen verbrauchen würde, dann sind das nur ca. 600 kcal und etwa 20 % oder weniger seines gesamten täglichen Kalorienbedarfes.
Sie können ja mal mit einer Nährwerttabelle überprüfen, mit wieviel Obst, Gemüse sowie Mandeln und Nüssen sie diese 150 g Kohlenhydrate wieder ergänzen können. Da braucht man kein Brot, Nudeln usw. mehr.
Ich jedenfalls verzehre täglich mehr als 1,5 kg an Gemüse, Obst sowie Mandeln und Nüssen und fahre damit sehr gut.
Außerdem habe ich dabei auch genügend Ballaststoffe und bin nicht ( mehr ) auf zweifelhafte Ballststoffe aus Getreide angewiesen ( Weickert et al. 2011 bei Dr. Jacob ).
Außerdem: die einzigen Zellen im Körper, die ausschließlich auf Kohlenhydrate angewiesen zu sein scheinen, sind die roten Blutkörperchen, und für die kann immer noch genug Zucker aus den Glycerinresten der Fette gebildet werden. Selbst dann, wenn die Kohlenhydratzufuhr ganz ausfällt, durch Fasten z. Bsp..

Selbst ein Dr. Nicolai Worm hat vor ca. 20 Jahren ein Buch zur Sportler-Ernährung geschrieben, in dem er noch voll auf die Kohlenhydrate abfuhr, nix LOGI oder so :-).
Doch muß man seine Fehler von gestern nicht bis in alle Ewigkeit wiederholen, ich jedenfalls habe den Eindruck, noch dazu lernen zu können.
Und das vielleicht etwas schneller als die DGE :-)

Und wenn Sie sich dann noch die Werke von David Perlmutter und Julia Ross zu Gemüte führen, …

Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen einen wachen Verstand und ein Gehirn ohne Energiekrisen

#18 |
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Ernährungswissenschaftler / Ökotrophologe

Herr Pawlowsky eine Proteinzufuhr von 1,5 g pro Kg Körpergewicht pro Tag ist eine Annahme, welche von “vorvorgestern” kommt, also ein uralter ernährungswissenschaftlich-medizinischer Irrtum. Etwa die Hälfte an Protein ist locker ausreichend! und muß nicht mal unbedingt aus tierischen Quellen stammen. Übrigens Brot, Nudeln usw. sind nicht per se konzentrierte Kohlenhydrate, eigentlich selbstredend.

Mit Grüßen Ch. Krebs

#17 |
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Ernährungswissenschaftlerin / Ökotrophologin

Ich finde es schade, wenn sogar unter Fachleuten eine kohlenhydratreiche Kost mit einer Ernährung reich an Mono- und Disacchariden gleichgesetzt wird. Dass der heute übliche hohe Zuckerkonsum übel ist, darin sind sich doch wohl alle einig. Deshalb muss lange noch nicht auf Brot und Nudeln verzichtet werden.

An Herrn Dengler: Die DGE widerspricht sich nicht, indem sie einen Fettanteil von 30 bis 35 Energie% vorschlägt und andererseits fettarme Milch empfiehlt. Tatsächlich kommt man in fettarmer Milch (1,5%) auf einen Fettanteil von etwa 30 Energie%. Weil Fett ja mehr als doppelt so viel Energie pro Gewichtseinheit trägt als KH und Protein.

Der Fettanteil in einer ansonsten fettarmen Mahlzeit klettert ganz schnell auf über 40/45 Energie%, wenn nur ein wenig Fett und Öl zum Braten oder Verfeinern verwendet wird. Um unsere Fett-Versorgung braucht man sich, glaube ich, wenig Sorgen zu machen.

Freundliche Grüße.

#16 |
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Erich Dengler
Erich Dengler

Hinter dieser Art Pro-Carb möchte man zu gerne die politisch unendlich erfolgreiche Zuckerlobby vermuten. In diesem Fall bedarf es jedoch nur der Aufklärung zum Zuckerstoffwechsel. Zucker zusammen mit viel Insulin ist vor allem beim jungen Menschen ein Aufputschmittel. Daraus entsteht der höhere Kalorienverbrauch. Im gesamten Stoffwechselkomplex spielen jedoch sicher ein Dutzend Faktoren eine größere Rolle. Fast bei jedem gibt es ein Zuviel und ein Zuwenig, wie bei Zucker-, Eiweiß- und Fettmenge, bei er Insulinausschüttung oder bei mindestens einem Dutzend Hormone, vor allem bei Stresshormonen.
Wie beim Alkohol führt eine gewisse Übermenge Zucker zum dicken Bauch und eine extreme Übermenge zu Magerkeit und Krankheit. Die Zuckersucht, vor allem bei Kleinkindern, erscheint leider immer noch nicht im Vokabular der Ärzteschaft, obwohl sie vermutlich die Basis für einen Großteil der späteren Süchte darstellt.
Die fehlerhafte Energieberatung durch die Ärzteschaft bezüglich Fette, führt vermutlich zu kaum weniger Gesundheitsproblemen als die Ignoranz der Schäden durch Überzucker. Die DGE widerspricht sich selbst, die einesteils einen Fettanteil von 30 bis 35 Prozent der Kalorien zulässt; aber andererseits zum Beispiel bei der Schulverpflegung zur Verwendung fettarmer Milch mit der Notengebung bei einer Zertifizierung zwingt, obwohl dann anteilig auch die wertvollen essentiellen Fette und die fettlöslichen Vitamine fehlen. Das Übergewicht des Milchzucker führt dann sogar zur Fettansammlung durch Umwandlung in Fett.
Bei der immer noch zunehmenden Abhängigkeit der medizinischen Forschung von pharmazeutischen Drittmittelspendern wird sich auch in der Zukunft kaum etwas ändern. So wird ein Artikel im Spiegel-Magazin im Jahre 1976 über die zunehmende Diabetes-Epidemie nicht nur heute noch gelten, sondern auch nochmal in den nächsten vierzig Jahren.

#15 |
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Nichtmedizinische Berufe

Zu Ernst Pawlowsky: Insgesamt alles sehr richtig. Wenn es um die reinen inhaltlichen Zusammenhänge geht, sollte man bedenken, dass den Ketonen in der Tat die wesentliche Bedeutung zu kommt. Es muss aber Vorsicht bei längerer Ernährung nach diesem Muster geboten sein. Der Kohlenhydrat-Anteil darf nie unter einen bestimmten Wert fallen, weil sonst die Gluconeogenese auf Kosten der körpereigenen Proteine aktiviert wird. Es wird dann Muskelgewebe abgebaut werden. Natürlich ist dann auch die Gewichtsabnahme stärker. Ich habe das in einigen Zeitabschnitten ausprobiert. Man kann so die Geschwindigkeit der Gewichtsabnahme steuern. Dann bewegt man sich aber in der Nähe der gesundheitlich zulässigen Grenze. Ich empfehle deshalb, die von mir beschriebene Variante aus gesundheitlichen Betrachtungen zu bevorzugen.

#14 |
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Ernst Pawlowsky
Ernst Pawlowsky

Wie schon Dr. Worm sagte: “Wer dahinter eine gezielte PR-Aktion vermutet ist ein Schelm…”
Man kann doch der Nahrungsmittelindustrie doch nicht einen ihrer drei Lieblinge ( Kohlenhydrate mit Zuckern, billige Fette und Salz ) wegnehmen, wo kämen wir denn da hin ???
Womöglich würde die Gesundheit der Bevölkerung steigen, und wer hat daran wirklich Interesse? Die Pharmaindustrie? Die Gesundheitsindustrie incl. der Krankenkassen? Die Nahrungsmittelindustrie? Die Leben doch alle davon, daß sie die Bevölkerung erst krank füttern und dann ein zweites Mal an ihr verdienen.

Eine Gemüse- und Obstreiche Ernährung mit genügend Proteinen ( ~ 1,5 g pro kg x Tag ) auch aus tierischen Quellen, ohne konzentrierte Kohlenhydrate wie Brot, Nudeln, Reis und eingeschränkt Kartoffeln scheint, wie es auch Dr. W. Miller schon gesagt hat, ideal zu sein.

Doch wie engstirnig manche Forscher sind, zeigt sich z. Bsp. in dem Buch von Achim Peters: Das egoistische Gehirn. Peters beschreibt sehr sehr gut, wie unser Gehirn reagiert, wenn es eine Energiekrise bekommt, weil nicht genug Glucose zur verfügung steht. Und plädiert dann für Nachsicht und Mitgefühl bei den Übergewichtigen, weil die gar nicht anders könnten, als sich den Wanst voll zu schlagen, damit ihr Gehirn wieder Glucose bekommt. Das gehirn der Übergewichtigen treibt sie zum Essen und nimmt dabei in Kauf, daß die Kalorienaufnahme unter dem Strich größer ist, als es für die Deckung des Energiebedarfes des Gehirns erforderlich wäre => diese überschüssige Kalorienmenge wird als Fett abgelagert. Alle sehr richtig und nachvollziehbar.
Das Problem: für Peters ist und bleibt Glucose der einzige Energielieferant für das Gehirn. Das Wort Ketonkörper scheint er nicht zu kennen.
Dabei ist das der Schlüssel zum Erfolg. Bei der Energieversorgung des Gehirns als auch des restlichen Körpers.
Mit den Ketonkörpern aus dem Fettstoffwechsel ( und Kokosfett ( vgl. den Beitrag von Dr. H. Göring ) mit seinen mittelkettigen Triglyceriden liefert besonders viel Ketonkörper ) kann das Gehirn ohne Energiekrise lange Zeiträume ( auch mehrtägiges Fasten ) problemlos bewältigen, ohne im Körper Streß zu verursachen, ohne nach “Glucose zu schreien” und ohne die Gluconeogenese zu Lasten wichtiger körpereigener Proteinreserven wie z. Bsp. die des Immunsystems oder der Muskeln anzuwerfen.
Ich selbst bin Ausdauer-Leistungssportler in der Altersklasse auf internationalem Niveau. Seitdem ich vor 3,5 Jahren von einer kohlenhydratlastigen Vollwerternährung mit viel Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Naturreis und Kartoffeln umgestiegen bin auf eine Ernährung, die diese 4 Nahrungsmittel wegläßt, geht es mir subjektiv deutlich besser. Und objektiv haben sich nicht nur alle die Punkte eingestellt, die Dr. W. Miller beschreibt, sondern auch die, die von Dr. Nicolai Worm in seinem Buch “Menschenstopfleber” beschrieben werden.
Bei Laktattests zur Charakterisierung der Leistungsfähigkeit zeigt sich, daß ich bis zu deutlich höheren Wattzahlen komme, ohne, daß Laktat ( als Indiz für einen anaeroben Kohlenhydratstoffwechsel ) ansteigt. Nicht nur mein Gehirn hat mit den Ketonkörpern eine wichtige Alternative zur Glucose, sondern auch mein Körper kann Fette in viel stärkerem Maße auch noch bei höheren körperlichen Belastungen nutzen, als es bei einer kohlenhydratreichen Ernährung der Fall ist. Das widerum ist für die Zellen sehr vorteilhaft, weil sie längst nicht so schnell “sauer” werden und weniger freie Radikale entstehen.

Meines Erachtens muß der Körper der meisten Menschen diesen pausenlos von den viel zu viel zugeführten Kohlenhydraten “entgiften”. Was ist denn Insulinrestistenz anderes als dass die Zellen sagen: “wir wollen keine Glucose mehr aufnehmen, wir haben schon mehr als genug davon”? Die wehren sich. Doch die Alternative, den Glucosespiegel im Blut weiter ansteigen zu lassen, ist für den Körper an anderer Stelle sehr nachteilig, und so setzt ein Kampf ein, mit gleichzeitig erhöhtem Blutzuckerspiegel und erhöhtem Insulinspiegel, ein Kampf, den letztlich der betroffene Mensch verliert, weil er einen Diabetes II entwickelt.

Natürlich ist es richtig, daß letztlich die aufgenommene Gesamtmenge der Kalorien wichtig ist, doch ist es unter einer kohlenhydratarmen Ernährung auch langfristig wesentlich einfacher, diese Gesamtmenge zu begrenzen.

Dass sich zusätzlich die Indizien häufen, die vermehrt verzehten Kohlenhydraten auch eine wichtige Rolle in Zusammenhang mit Krebs und Demenz zuschreiben, passt da nur ins Bild.
Warum hat unser Körper wohl nur ca. 0,4 % unserer Energiereserven als Kohlenhydrate ( Muskel- und Leberglycogen ) gespeichert und ca. 80 % als Fett? Weil wir Menschen eigentlich Fettverbrenner sind und die paar Kohlenhydrate nur in Ausnahmefällen für besondere Anstrengungen einsetzen. Warum sollten wir da dauernd viele Kohlenhydrate verzehren und diese dann bei erhöhtem und stark schwankendem Blutzuckerspiegel aufwendig mittels Insulin und evtl. auch FGF21 als Fett abspeichern?
Immer mit dem Risiko, mangels Glucose im Gehirn eine Energiekrise im Gehirn auszulösen, die eine Heißhungerattacke auslöst, und dem Risiko, an Diabetes II zu erkranken.
Nein danke, dann lieber eine kohlenhydratarme Ernährunmg mit geistiger und körperlicher Fitness auch im Alter.

#13 |
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Nichtmedizinische Berufe

Immer wieder wird empfohlen, sich ausgewogen zu ernähren. Dagegen ist nichts einzuwenden. Man müsste dann einfach weniger essen. Wenn da aber nicht das Hungergefühl kommen würde. Eine recht übergewichtige junge Frau sagte zu mir: “Alles, nur nicht hungern!” Nun wissen wir, dass Kohlenhydrate, besonders Zucker, besonders Fruktose, das Hungergefühl fördern. Dagegen wirken sich Fette sättigend aus, manche mehr, manche weniger. Da gibt es das gute Kokosfett (nicht die verfestigten Würfel in den Regalen der Supermärkte, die unliebsame Transfette enthalten).
Zum Frühstück ca. 1 Esslöffel Kokosfett, teils als Brotaufstrich, teils zum Rührei usw. ergibt ein anhaltendes Sättigungsgefühl (falls noch ungewohnt, die Menge schleichend einstellen). Sollte man im Laufe des Tages doch Appetit bekommen, weil gerade jemand ein Eis verspeist, weil man üblicherweise um diese Zeit eine Mahlzeit verzehrt oder … , auf keinem Fall zwischendurch auf Süßes zurückgreifen. Eher ein kleines Stückchen Schwarzbrot mit einer guten Messespitze Kokosfett, oder eine Priese Nüsse zu sich nehmen. Dann kann man gegen Abend ein richtiges dinner genießen (immer an etwas Kokosfett denken!)
Im Prinzip lässt es sich auch anders organisieren, z. B. mit leichtem Lunch und moderatem Abendessen. Ohne Hungergefühl und ohne “Diät-Chemikalien” habe ich mein Gewicht von 96 auf 78 kg reduziert, das ich nun schon längere Zeit halte. Nicht nur ich, auch viel meiner Verwandten und Bekannten, hier, in den USA und auch in Moskau. Es gibt überall Übergewicht! Ich weiß, dass sie Einwände haben können, z. B. “ketogene Diät”, stimmt so aber nicht. Ich schreibe hier auch kein Buch, in dem ich auf alle anstehenden Fragen eingehen könnte. Es ist nur ein Kommentar. Für mehr müsste an anderer Stelle Raum sein.

#12 |
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Der Link zum von Thorsten Braun referierten Artikel in der Zeitschrift The Journal of Clinical Investigation (JCI) ist fehlerhaft. Es handelt sich im Volltext um “A liver stress-endocrine nexus promotes metabolic integrity during dietary protein dilution” von Adriano Maida et al.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5004939/
archiviert von der US National Library of Medicine – National Institutes of Health. Adam J. Rose ist lediglich der korrespondierende Autor [“Address correspondence to: Adam J. Rose, DKFZ-A170, Im Neuenheimer Feld 280, Heidelberg, Germany, 69210. Phone: 49.6221.423588; E-mail: a.rose@dkfz.de“].

Inhaltlich ist diese Publikation eine pseudowissenschaftliche Katastrophe und sollte, wie im Text bereits angedeutet, nicht überinterpretiert werden: Im Titel findet das Wort “mice” keine Erwähnung, weil man an die Versuchsanordnung mit Labor-Mäuse-Stoffwechsel-Studien einfach fünf gesunde Männer angehängt hatte, die sich ganze sieben Tage lang proteinarm in einer Art Crash-Diät ernährten: Im Anschluss wurden bei den Teilnehmern wenig überraschend hohe FGF21-Werte und trotz erhöhter Kohlenhydratzufuhr niedrigere Blutzucker- und Insulinspiegel gemessen. Wen das wundern sollte? Es waren eben gesunde Männer, offensichtlich o h n e metabolisches Syndrom in einem Beobachtungszeitraum, der exakt dem 52. Teil eines e i n z i g e n Jahres entsprach!

Bereits in Abbildung 1 entlarvt sich das Ganze: “Figure 1 – Chronic dietary protein dilution promotes feed inefficiency, leanness, and heightened energy expenditure” heißt es dort. M. a. W. ein verringerter Protein-Nahrungsanteil fördert die Fütterungs-Ineffektivität, die Magerkeit und erhöht den Energieverbrauch!

Und genau das ist es, liebe Forscherinnen und Forscher im Elfenbeinturm der Wissenschaft, was Labormäuse, die ständig in Bewegung und voller körperlicher Aktivität sind, grundsätzlich und s u b s t a n z i e l l vom Menschen als “couch potatoe” im postindustriellen Medien-, TV-, EDV- und Internet-Zeitalter unterscheidet. Eine Proteinrestriktion bringt nichts, wenn zugleich, wie weltweit zu beobachten, spätestens ab 18 Uhr alle Pizzerien, Pasta-Läden, Pommes-Buden und andere Gastronomie-Entitäten dieser Welt mit kohlenhydratreichen Sättigungsbeilagen gleichzeitig von übergewichtigen Bewegungs- und Aktivitätsmuffeln heimgesucht werden, die mittels großer Alkoholmengen weiter zusätzliches viszerales Körperfett ansetzen wollen, um sich am nächsten Morgen mit Auto und Aufzügen wieder in ihre Bürotürme zu schleppen.

Und da dies über Jahrzehnte 52 x 7 Tage im Jahr mit prämorbidem, morbidem und multimorbidem metabolischen Syndrom stattfindet, können Sie sich, verehrte Labormäuse-Kolleginnen und -Kollegen derartige ernährungs-populistische Versuchsanordnungen mit “low-protein” statt “low-carb” schlicht und ergreifend “stecken”!

PS: Selbstverständlich bewundere und achte ich die gewissenhafte und oftmals lehrreiche Grundlagenforschung in Labor, Klinik und Uni- bzw. Firmen-Instituten. Aber manchmal denke ich, dass ein klares Wort zur rechten Zeit und zu gegebenem Anlass mehr wert ist, als affirmatives, unreflektiertes, unkritisches Bejubeln nichtsnutziger Forschungs-Ergebnisse. Meine Gegner mögen mir meine Hybris verzeihen.
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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[Kommentar wurde wegen beleidigenden Inhalts von der Redaktion gelöscht]

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Nichts Neues, nur dass die Insulinresistenz durch proteinreiche Ernährung schon längst in zahlreichen, großen und erstklassigen Humanstudien bewiesen wurde und nicht nur an Mäusen! wie z.B.
In einer Humanstudie (Weickert et al., 2011) folgten 111 übergewichtige Erwachsene mit metabolischem Syndrom entweder einer Ernährung mit reichlich Vollkorngetreide (43 g Ballaststoffe pro Tag) oder mit hohem Proteinanteil (28 % der Tagesenergie in Form von Protein). Nach sechs Wochen hatte die Vollkorn-Gruppe eine 25 % bessere Insulinsensitivität als die Gruppe mit proteinreicher Ernährung. Diese experimentellen Daten bestätigen die Korrelationen großer epidemiologischer Studien, in denen eine hohe Proteinzufuhr das Diabetes-Risiko stark erhöht, Vollkorngetreide dagegen protektiv wirkt.
Tremblay et al. (2007) thematisieren die zellphysiologischen Mechanismen der protein-induzierten Insulinresistenz und kommen zu der Schlussfolgerung, dass proteinreiche Diäten durch eine verstärkte Sättigung zwar bei einer Gewichtsreduktion helfen können, aber sehr negative Auswirkungen auf den Zuckerstoffwechsel haben, indem sie eine Insulinresistenz verursachen und die Glukoneogenese fördern.
In einer Studie der Harvard Medical School an 2422 gesunden Personen entwickelten über einen Zeitraum von 12 Jahren 201 Personen einen Diabetes mellitus Typ 2. Die initialen Blutproben von 189 der erkrankten Personen wurden auf den Gehalt von 61 Aminosäuren, Aminen und anderen Metaboliten hin untersucht und mit den Proben von 189 gesunden Kontrollpersonen verglichen. Es stellte sich heraus, dass ein erhöhter Gehalt der Aminosäuren Isoleucin, Leucin, Valin, Tyrosin und Phenylalanin mit dem ver-mehrten Auftreten einer Diabetes mellitus Typ 2-Erkrankung einherging. Eine Kombination aus drei dieser Aminosäuren gab einen Hinweis darauf, ob eine Person einen Diabetes entwickelte oder nicht. Das Risiko war dabei für Personen im höchsten Quartil 5-mal höher als im niedrigsten Quartil. Diese Studienergebnisse könnten zukünftig ein früheres Einschreiten zur Prävention einer Diabeteserkrankung ermöglichen (Wang et al., 2011). usw usw.usw. wie in meinem Buch Dr. Jacobs Weg mit über 1400 zitierten Studien.

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“Alle Wege führen nach Rom” – und Rom ist und bleibt die “gute alte Mischkost”. All die wie Pilze aus dem Boden schießenden einseitigen “Ernährungsmoden”, die ganze Lebensmittel- oder Nährstoffklassen ausschließen, mögen ja in EInzelfällen (Allergien, Krankheiten) hilfreich sein. Aber als allgemeine Empfehlung sind sie “Murks”. Letztendlich war auch alles schon mal da – ohne wirklichen Erfolg. Das große Missverständnis von Low-Carb ist ohnehin, dass es doch nicht um ein generelles KH-Bashing geht. sondern lediglich um einen vernünftigen Umgang mit jenen Mono-/Disacchariden, die den Insulinspiegel auf Berg- und Talfahrt schicken. Im Übrigen macht die alleinige Fixierung auf das Thema Ernährung wenig Sinn, wenn der übrigrige Lebsnstil so gar nicht passt. Für den Energiehaushalt sind tägliche Bewegung, Zurückhaltung beim Alkohol und Nicht-Rauchen (Viszeralfett!) ebenso relevant. Ich finde es traurig bis lächerlich, wenn ich vor dem veganen Supermarkt reichlich missionarische Weltverbesserer sehe, die mit Kippe im Mund und großfächigen (potenziell hoch toxischen) Tattoos (vegane Parolen) über die Fehler der anderen diskutieren. Ihre auf den Buach gebundenen, passiv rauchenden, wahrscheinlich bereits B12-defizitären Kinder und natürlich fleischfrei ernährten Hunde könenn einem leid tun.

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Medizinische Dokumentarin

Alles was arm an irgendwas ist, ob es sich nun um (hochwertige) Proteine, Fette oder Kohlehydrate handelt, ist genau das: arm. Die beste Diät ist immer noch die ausgewogene Ernährung und die angemessene Bewegung.

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Dr. Nicolai Worm
Dr. Nicolai Worm

Für den Beitrag bin ich verantwortlich! Nicolai Worm

Versehentlich hatte ich von einer Verlinkung aus auf die Seite zugegriffen.
Grüße,
Nicolai Worm

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Dr. Nicolai Worm
Dr. Nicolai Worm

Sehr erstaunlich, dass diese Mäusestudie seit Wochen immer wieder durch das Internet gejubelt wird. Wer dahinter eine gezielte PR-Aktion vermutet ist ein Schelm…

Die vielen Mäusestudien, die für kohlenhydratreduzierte Kost sprechen, haben so etwas noch nie geschafft. Auch nicht die vielen hervorragende Studien an lebenden Menschen, die deutlich für die Vorteile einer kohlenhydratreduzierten Kost bei unserer überwiegend fettleibigen, körperlich inaktiven Bevölkerung und der daraus folgenden mehr oder weniger stark ausgeprägten Insulinresistenz sprechen.

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Rita Haverbeck-Sances
Rita Haverbeck-Sances

so bleibt dann doch wieder mal die alte gute gesunde Mischkost / mediterrane Kost zur Empfehlung

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Weitere medizinische Berufe

und was folgt daraus?

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FGF21 – Das Überlebenshormon?

Dieser und vor einigen Wochen publizierte ähnliche Beiträge (z.B. in Cell Metabolism) versuchen, den Kohlenhydratverzehr als unverzichtbar für die Gesundheit zu proklamieren. Abgesehen davon, dass Mausmodelle eine problematische Deutung für den menschlichen Stoffwechsel zulassen ist die Erfahrung aus der niedergelassenen Praxis eine andere. Wer weitgehend auf KH verzichtet (max. 20 % der täglichen Energieaufnahme), bei einem Proteinanteil von 50%, wird zuverlässig Körpergewicht verlieren (ohne JoJo-Effekt). Alle Stoffwechselparameter (HbA1c, Chol, Triglyc, Hsr, Transaminasen) gehen in physiologische Bereiche zurück!
Zu dem vor einigen Wochen publizierten Artikel zu FGF21 hier zwei interessante Links:
https://blog.paleosophie.de/2016/10/30/koennen-mehr-kohlenhydrate-das-leben-verlaengern/

https://www.strunz.com/de/news/ein-tausendsassa.html

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Gast
Gast

Soviel zum low-carb, low-fat oder Paleo Diät mit extrem viel Proteinen.
Vielleicht sollten wir uns alle wieder darauf einigen uns ausgeglichen zu ernähren und auf die Kalorienbilanz zu achten. Gibt anscheinend kein sonstiges Patentrezept auch wenn viele sich das wünschen.
FdH klingt einfach, ist es auch.

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