Ausschlaggebend: Masern

5. Januar 2011
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Kinderkrankheiten sind weit verbreitet und bringen oftmals gerade für erwachsene Patienten einen schweren Verlauf oder Komplikationen mit sich. Wir stellen Euch die Masern vor, deren Komplikationen in manchen Fällen sogar tödlich enden.

Masern sind weltweit verbreitet und treten meist bei Kleinkindern auf. In Deutschland ist die Häufigkeit von Masern dank der Impfung in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Trotz allem ist die Erkrankung an Masern im Kindes- und Erwachsenenalter immer noch gefährlich und es kann zu schwerwiegenden Komplikationen kommen.

Masern sind eine durch das Masernvirus verursachte und akute Infektionskrankheit. Zuerst tritt ein grippeähnliches Vorstadium gefolgt von einem starken Hautausschlag auf, welcher große Teile des Körpers befallen kann. Da Masern sehr ansteckend sind, treten sie meist als Kinderkrankheit auf. Das Masernvirus hinterlässt eine lebenslange Immunität. Von entscheidender Bedeutung für den Verlauf der Erkrankung sind aber die häufig auftretenden Komplikationen, zum Beispiel die Mittelohrentzündung und die Lungenentzündung.

Der Masernvirus ist humanpathogen und löst daher nur bei Menschen die Erkrankung aus. Das Masernvirus gehört zur Gruppe des Morbillivirus und daher zur Familie der Paramyxoviridae. Das Virus befällt bevorzugt Zellen des Immun- und Nervensystems. Das Masernvirus wird vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen, insbesondere durch Husten oder Niesen.

Symptome und Krankheitsverlauf

Masern kennzeichnen sich durch typische Symptome aus. Das wichtigste Symptom der Masern ist der auffällige Hautausschlag. Bei der Kinderkrankheit werden 2 aufeinander folgende Stadien unterschieden, zum einen das mit grippeähnlichen Symptomen verlaufende Vorläuferstadium und zum anderen das durch charakteristische Hautveränderungen gekennzeichnete Stadium des Hautausschlags. Ein weiteres typisches Symptom für Masern ist ein zweimaliger Fieberanstieg im Verlauf der Erkrankung. Zuerst entsteht ein Fieberanstieg während des Vorläuferstadiums und danach ein weiterer Anstieg zu Beginn des Stadiums, in welchem der Hautausschlag letztendlich auftritt.

Sehr typisch für das Vorläuferstadium der Masern sind allgemeine Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, leichtes Fieber, Kopfschmerzen und Bauchschmerzen. Die Erkrankten haben oftmals ein aufgedunsenes Gesicht, sind empfindlich gegenüber Helligkeit und haben tränende Augen aufgrund von Bindehautinfektionen. Weitere Anzeichen von Masern sind ein trockener, bellender Husten sowie Schnupfen und Halsschmerzen. Ebenso wichtige und charakteristische Symptome sind Veränderungen an der Mundschleimhaut. Diese fallen als weißliche und fest haftende Beläge auf, welche von einem geröteten Hof umgeben sind. Nach mehreren Tagen tritt eine Rötung der übrigen Mund- und Rachenschleimhaut auf. Zu diesem Zeitpunkt steigt das Fieber erstmals stark an. Am Ende dieses Stadiums sinkt die Körpertemperatur zunächst wieder auf normale Werte.

Mit einem zweiten steilen Fieberanstieg kündigt sich das Hauptstadium der Masern an. Die Symptome des ersten Stadiums verstärken sich hierbei. Zusätzlich tritt ein dunkelroter, großfleckiger und unregelmäßig begrenzter Hautausschlag auf, welcher hinter den Ohren beginnt. Dieser Ausschlag kann sich dann über das Gesicht und den Hals ausbreiten und nach mehreren Tagen auch den Rumpf, die Arme und die Beine außer den Handflächen und Fußsohlen bedecken. Der Hautausschlag entwickelt sich durch eine virusbedingte Schädigung der Blutgefäße, welche dadurch durchlässiger werden. Wenn der Masernausschlag die Füße erreicht, sinkt das Fieber in der Regel wieder. Sobald der Hautausschlag auch abklingt, tritt eine Besserung der Symptome ein. Während der Ausschlag verblasst, wobei sich die Haut stark schuppt, bilden sich auch die übrigen Masern-Symptome langsam zurück.

Behandlung

Die Behandlung von Masern zielt nur auf die Symptome ab, denn das Masernvirus lässt sich nicht direkt behandeln. Es gibt bisher kein Medikament, welches die Ursache dieser Kinderkrankheit bekämpft. Im Vordergrund stehen daher die Linderung der Symptome durch Medikamente und viel Bettruhe.

Komplikationen

Masern-Infektionen können einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen. Der Verlauf richtet sich unter anderem nach dem Immunsystem des Infizierten und nach der Behandlung durch den jeweiligen Arzt. In manchen Fällen kann es durch Masern zu starken Komplikationen kommen, diese treten aber oft bei sehr jungen oder erwachsenen Patienten auf.

Masern verlaufen bei Erwachsenen oftmals schwerer als bei Kindern. Masern bei Erwachsenen haben zwar den gleichen typischen Krankheitsverlauf, nur schreitet der Verlauf schneller voran und auch die Komplikationen treten häufiger und natürlich heftiger auf.
Komplikationen werden durch das Masernvirus selbst ausgelöst und es können insbesondere die Atemwege und das Gehirn betroffen sein. An den Atemwegen können dadurch eine Bronchitis sowie eine Lungenentzündung entstehen.

Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die durch den Virus ausgelöste Gehirnentzündung, die sogenannte Masernenzephalitis. Sie kann sich mehrere Tage nach Auftreten des Hautausschlags entwickeln und verursacht Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, epileptische Anfälle sowie Lähmungen. Im Normalfall heilt die Masernenzephalitis wieder vollständig aus. Bei einigen Patienten, welche von Masernenzephalitis betroffen sind, bleiben jedoch dauerhafte Hirnschäden wie zum Beispiel Persönlichkeitsveränderungen oder Lähmungen zurück.

Eine äußerst seltene jedoch gefürchtete Komplikation der Masern kann zum schrittweisen Abbau des Gehirngewebes und des Rückenmarks führen. Diese sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis ist zwar sehr selten, endet jedoch immer tödlich.

Fazit

Bei den Masern ist es unerlässlich, den Patienten unabhängig vom Alter und anhand der Symptome zu behandeln, da die Krankheit bei Kindern als auch bei Erwachsenen einen schweren Verlauf nehmen kann. Eine Impfung kann helfen eventuell eine Erkrankung oder schwerwiegende Komplikationen zu verhindern.

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