Die krieg ich, die mach ich.

Im Schlaf Geld verdienen

5. Januar 2011

Der 5. Teil unserer Reihe "Außergewöhnliche Nebenjobs": diesmal erzählt Melissa, wie man mit Schlaf Geld verdient. In einem Schlaflabor hat sie während ihres Studiums Patienten beim Schlafen überwacht.

Melissa hat Humanmedizin in Mainz studiert und arbeitet zur Zeit als Assistenzärztin in der Unfallchirurgie am St. Johannes Krankenhaus in Varel. Während Ihres Studiums hat sie einen nicht ganz gewöhnlichen Nebenjob angenommen, von dem sie uns berichtet.

Melissa, seit wann bist Du Assistenzärztin?

Melissa: Ich habe mein Examen im Frühjahr gemacht und gehöre nun nach 6 Jahren Studium endlich zur arbeitenden Bevölkerung.

Wie hast Du Dein Studium die vergangenen 6 Jahre finanziert?

Melissa: Ich hatte das große Glück, weitgehend von meinen Eltern unterstützt zu werden; zwischendurch habe ich einen Nebenjob in einem Schlaflabor angenommen. Nicht dass ich für’s Schlafen bezahlt worden wäre – vielmehr hab ich Patienten beim Schlafen überwacht.

Erzähl doch einmal mehr über Deinen Nebenjob; wie bist Du dran gekommen; wie lange hast Du das insgesamt gemacht?

Melissa: Ich habe einen Aushang auf dem Uniklinikgelände gesehen, auf dem ein Job als Nachtwache im Schlaflabor angeboten wurde, da hab ich dann angerufen und wurde auch rasch zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Nach etwa einer Woche Überlegungsfrist wurde ich eingestellt und hab das dann etwa anderhalb Jahre gemacht.
Das Schlaflabor befindet sich im Evangelischen Krankenhaus Elisabethenstift – seit kurzem nennt es sich Agaplesion Elisabethenstift – in Darmstadt und wird in Kooperation mit einer Pneumologischen Praxis betrieben. Insgesamt können maximal 4 Patienten gleichzeitig überwacht werden.

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Und was genau war Deine Tätigkeit?

Melissa: Ich musste die Patienten begrüßen und mich um eventuell auftretende Probleme kümmern. Anschließend habe ich die Patienten verkabelt. Es wurden immer mehrere Parameter gemessen: unter anderem EEG, Augenbewegung, Sauerstoffsättigung und Muskelspannung.
Außerdem musste ich die Aufzeichnungen starten und die Patienten ab- und dann wieder angekabeln, wenn sie auf Toiliette mussten. Ansonsten habe ich die Aufzeichnungen überprüft, Besonderheiten in der jeweiligen gemessenen Kurve vermerkt; bei Patienten mit CPAP-Masken (besonderen Schlafmasken, die Apnoe-Phasen erkennen und verhindern sollen) musste hin und wieder auch der korrekte Sitz der Maske kontrolliert werden.

Wie oft musstest Du arbeiten? Wie groß war der Zeitaufwand für Vor- und Nachbereitung?

Melissa: Ich habe maximal 4 Dienste im Monat gemacht. Vor- und nachbereiten muss man nichts, allerdings hatte ich immer fast eine Stunde An- bzw. Abfahrt mit der Bahn aus Mainz.

Wie war denn die Bezahlung?

Melissa: Der Stundenlohn liegt bei knapp 10€. Grundsätzlich arbeitet man auf Lohnsteuerkarte, kommt aber eigentlich nie über 400€.

Würdest Du den Job weiterempfehlen? Hat man ruhige Nächte, kann man nebenbei lernen oder sogar schlafen?

Melissa: Mir hat es immer Spaß gemacht, genervt hat nur die Bahnfahrerei. An sich sind die Nächte sehr ruhig, man muss wie gesagt nur ab und zu mal Leute für den Toilettengang abstöpseln oder Kabel überprüfen, aber das ist nicht dramatisch. Lernen ist absolut drin, wenn man fit genug ist und das gern nachts macht, aber schlafen ist nicht drin, man muss die ganze Zeit wach sein, weil man alleine ist. Eigentlich ja auch völlig einleuchtend.

Vielen Dank, dass Du Rede und Antwort gestanden hast!

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