Demenz: Willkommen in der WG

9. Januar 2013
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Demenz – ein Alptraum für Betroffene und deren Familie: Zu Hause pflegen oder ein Heim suchen, das waren lange Zeit die einzigen Alternativen. Jetzt machen neue Modelle Schule, etwa spezielle Wohngemeinschaften oder eigene Stadtteilquartiere für Patienten.

Bereits heute pflegen Angehörige zehn Millionen Menschen zu Hause. Davon leiden 1,4 Millionen an Demenz verschiedener Ursachen. Experten rechnen mit einem rapiden Anstieg von Patienten mit kognitiven Defiziten, bis 2050 sollen drei Millionen betroffen sein. “Durch die demografische Entwicklung wird Pflege zu einer immer größeren Herausforderung für das soziale Sicherungssystem, für die Familien und alle, die sich um eine tragfähige Infrastruktur für die Sicherung einer kompetenten und zugleich menschlichen Pflege bemühen”, sagt Professor Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Zwischen Beruf und Betreuung

Momentan tragen vor allem Frauen die Last der häuslichen Pflege, heißt es in einer Studie des Instituts für Demoskopie im Auftrag der R+V Versicherungen. Im Schnitt berichten 53 Prozent der Befragten von drei Stunden und mehr für die Unterstützung im Haushalt und für Hilfe bei der Körperpflege. Zusätzlich sind 37 Prozent der Angehörigen berufstätig. Statistiker ermittelten, dass die Pflege bei 39 Prozent zwischen einem Jahr und drei Jahren dauert, während 23 Prozent ihre Angehörigen bis zu fünf Jahren unterstützen. Viele Familien scheuen sich allerdings, für nahestehende Menschen einen Platz in Alten- oder Pflegeheimen zu suchen – nicht ohne Grund.

Pannen beim Pflege-TÜV

Zwar kontrollieren Mitarbeiter des medizinischen Diensts der Krankenkassen seit nunmehr drei Jahren alle Einrichtungen und vergeben Pflegenoten. Ein Muster ohne Wert, sagen Kritiker. Beispielsweise haben Häuser die Möglichkeit, schlechte Leistungen im Pflegesektor durch Punkte in anderen Bereichen zu kompensieren. Kein Wunder, dass viele Einrichtungen mit besten Zensuren glänzen – nicht immer zu Recht, wie ein aktueller Fall aus Augsburg (Bayern) gezeigt hat. Trotz hervorragender Bewertung vom „Pflege-TÜV“ kümmerten sich zeitenweise zwei Pflegekräfte um bis zu 30 Demenzpatienten.

Jetzt hat es sich der GKV-Spitzenverband zur Aufgabe gemacht, einzugreifen. Vertreter der Kassen fordern, pflegerische Kernkriterien stärker zu bewerten und auch Stichproben bei Vor-Ort-Terminen neu zu definieren. Diskutiert werden zudem international anerkannte Qualitätsindikatoren, etwa die Häufigkeit von Stürzen oder die Ernährungssituation. Nicht jeder ist von diesen Ideen angetan. “Da die Pflegeanbieter bisher eine schnelle, verbraucherfreundliche Veränderung blockieren, bleibt uns im Moment nur der Weg über die Schiedsstelle”, kritisiert Gernot Kiefer, Chef des GKV-Spitzenverbandes.

Willkommen in der WG

Momentan ist die Situation aber unbefriedigend. Angehörige suchen deshalb nach Alternativen wie beispielsweise Demenz-Wohngemeinschaften. Die Idee dahinter: Patienten, meist sechs bis acht an der Zahl, leben in einem sicheren Umfeld. Je nach Schwere ihrer Krankheit gestalten sie den Tagesablauf zusammen mit Leidensgenossen selbst. Sie haben ihr eigenes Reich, meist ein Zimmer. Daneben gibt es Gemeinschaftsräume, in denen gekocht, gespielt, musiziert oder gebastelt wird. Wer noch kann, geht zusammen mit Betreuern einkaufen oder macht kleine Spaziergänge. In vielen Demez-WGs spielen neben professionellen Pflegekräften und Haushaltshilfen Angehörige eine zentrale Rolle. Sie können jederzeit vorbeikommen und am Leben der Gemeinschaft teilnehmen. Viele Jüngere sind so zum festen Bestandteil des Soziallebens geworden, auch nach dem Tod ihrer Angehörigen. Besuchszeiten, feste Termine für Mahlzeiten oder für die Nachtruhe gibt es nicht. Um das Projekt finanziell tragfähig zu gestalten, sollten Bewohner zumindest Pflegestufe eins haben.

Das Dorf des Vergessens

Ärzte, Pflegekräfte und Städteplaner gingen nach dem Erfolg von Demenz-WGs noch einen Schritt weiter. Sie entwickelten ein spezielles Dorf für Demenzpatienten. Mehr als 150 Menschen leben mittlerweile im niederländischen De Hogeweyk. Die Verwaltung nennt sie Bewohner oder Klienten – aber niemals Patienten. “Das Erleben, ich bin krank, ich liege in einem Krankenhaus und es geht mir schlecht, will niemand. Darum versuchen wir, genau das zu vermeiden”, sagt Yvonne van Amerongen, Managerin des Dorfs. Vielmehr legt sie großen Wert darauf, Menschen ihre Würde zu lassen und negative Gefühle durch positives Erleben zu ersetzen. Supermarkt, Konzertsaal, Fitness-Center oder Friseur sind nur einen Katzensprung weit entfernt. Von dem Konzept profitieren Demenzpatienten nachweislich.

MAKS macht mobil

Dass eine motorische, alltagspraktische, kognitive und spirituelle Aktivierungstherapie (“MAKS aktiv”) helfen kann, lässt sich wissenschaftlich belegen. Nichtmedikamentöse Therapien nach diesem Konzept führten im Zeitraum von zwölf Monaten zu keiner weiteren Abnahme der alltagspraktischen und kognitiven Fähigkeiten, während sich bei Patienten einer Kontrollgruppe diese Parameter verschlechterten. Letztlich traten depressive Symptome oder aggressive Verhaltensweisen unter MAKS seltener auf. Das bestätigen auch Erfahrungen aus De Hogeweyk. Im Vergleich zu anderen Einrichtungen verzichten Ärzte und Pflegekräfte weitgehend auf sedierende Medikamente. Bewohner haben stattdessen die Sicherheit, dass jederzeit Hilfe zur Stelle ist. Vollzeitbetreuung, möglichst flexibel je nach den unterschiedlichen Bedürfnissen, dafür sind 240 Angestellte und 120 Ehrenamtliche zuständig. Finanziell gestaltet sich die Situation bei unseren Nachbarn jedoch einfacher: Pro Patient bekommt De Hogeweyk aus der niederländischen Pflegeversicherung knapp 5.000 Euro. Angehörige übernehmen nur Extras, etwa spezielle Hobbyangebote.

Eine Idee macht Schule

Vom Erfolg angetan, reifen in Deutschland ähnliche Pläne. In Alzey (Rheinland-Pfalz) könnte schon bald ein ähnliches Projekt für rund 120 Demenzpatienten entstehen. Bennewitz & Georgi, ein Beratungsunternehmen für Gesundheitsdienstleistungen, hat bereits konkrete Planungen zu einem 12.000 Quadratmeter großen Stadtquartier vorgelegt. Dennoch gibt es Unterschiede: Das niederländische Modell ist eine stationäre Einrichtung, Alzeys Dorf wird als Angebot zur ambulanten Versorgung konzipiert – eine Strategie der Landesregierung. Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) stellt klar, es dürfe “kein weiteres stationäres Projekt unter dem Mäntelchen des ambulanten Angebots” entstehen. Neben konzeptionellen Fragen wird auch die Kalkulation zur Mammutaufgabe: Optimale Versorgung einerseits, bezahlbare Pflegesätze andererseits – so lautet die Devise.

Inklusion oder Ghettoisierung

Alzey bleibt kein Einzelfall. Ähnliche Projekte sind im schweizerischen Wiedlisbach vorgesehen. Ein bald freiwerdendes Areal der US-Streitkräfte nahe Heidelberg käme ebenfalls infrage, hierzu gibt es erste Überlegungen. Doch sind Lebenswelten für Demenzpatienten wirklich die Lösung? Kritiker bewerten entsprechende Projekte bestenfalls als Zwischenschritt zur Inklusion. Sie fordern eine direkte Versorgung demenzkranker Menschen in kleinen Gruppen vor Ort und warnen vor “Käseglocken”.

Das Konzept von Bennewitz & Georgi will genau dieser Problematik Rechnung tragen. Eine gesellschaftliche Teilhabe könnte durch die Aufweichung von Grenzen zwischen Demenz-Dorf und Umgebung erreicht werden: Arztpraxen, Physiotherapeuten, Freizeitangebote, Cafés, eine Pension oder Einkaufsmöglichkeiten sind nicht nur für Patienten und deren Familien interessant. Andererseits lässt sich nicht jedes erfolgreiche Projekt zur Inklusion von Menschen mit Behinderung auf Demenzpatienten übertragen.

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Medizin, Neurologie

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15 Kommentare:

Altenpfleger

Nochmal etwas zu den Zahlen: In den Wohngemeinschaften, in denen ich gearbeitet habe wurden zumeist 8 Bewohner von 2 Pflegekräften pro Tagesschicht (nachts eine Pflegekraft)im 3-Schicht-Betrieb versorgt, zusätzlich an Wochentagen eine Haushaltskraft. Dies waren zumeist erfahrene und gut fortgebildete und sehr engagierte Pflegehelfer bis auf die Teamleitung also keine Fachkräfte. Da in Demenzwohngemeinschaften meist nur wenig Behandlungspflege, also medizinische Versogung anfällt ist das aus meiner Sicht auch ok. Pro Tag sind also 5 bis 6 verschiedene Plegekräfte festangestellte Pflegekräfte im Einsatz. Die Bewohner zahlen die Miete inkl. Nebenkosten an den Vermieter, der nicht der Pflegedienstleister sein darf. Die Pflegekosten werden größtenteils von der Pflegeversicherung und Krankheitskosten normal von der Krankenkasse getragen. Privat zu tragende Kosten halten sich damit am Ende im Rahmen.

#15 |
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Altenpfleger

Was hier wie der neueste Schrei diskutiert wird ist doch seit vielen Jahren bereits gängige Praxis. Hier in Berlin begannen die ersten Wohngemeinschaften für Demenzkranke vor etwa 15 (!) Jahren. Ich selber habe 6 Jahre in solchen Wohngemeinschaften gearbeitet. Und ich bin von dem Konzept bei diesem Krankheitsbild nach wie vor begeistert. Wie nirgends sonst ist innerhalb dieses Konzeptes Raum für individuell angepasste und menschenwürdige Pflege, die auch noch bezahlbar ist. Viel ist dabei abhängig vom Engagement der Pflegekräfte, des Pflegedienstes und der Angehörigen. Dort wo ich gearbeitet habe schwankte dieses Engagement manchmal. Wenn Inklusion mit demenzkranken Menschen möglich sein soll, dann nur mit kleinen Einheiten, wie diesen Wohngemeinschaften und nicht in “Alzheimerghettos”, wo wieder institutionalisierte Strukturen geschaffen werden, die schwieriger individuell angepasst werden können und die den Austausch mit anderen Bereichen der Gesellschaft erschweren.

#14 |
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Dipl. Psych. Claudia Haager
Dipl. Psych. Claudia Haager

Wenn ich an MEINE Mutter denke (mehrfacheingeschränkt: blind, dement (ansprechbar) und hörgeräteunterstützt), die ich seit gut vier Jahren pflege, dann kann ich bei diesen wieder mal konzeptuell so schön ausgedachten “Gruppenangeboten” auch nur milde lächeln. – Meine Mutter als der Kriegsgeneration entstammend hat tiefste Aversionen gegen jede Gruppensituation (resultierend aus Erlebnissen des “Reichsarbeitsdienstes” sowie mehrfachen “Einquartierungen” nach Kriegsende). Für sie wäre eine solche Lösung keine Hilfe. Ich finde nach wie vor, daß wie schon ein Vorredner schrieb, Möglichkeite der Pflege zu Hause besser unterstützt werden müßten. Ich habe oft den Eindruck, daß solche Konzepte mehr dem kollektiven schlechten Gewissen dienlich sind als der tatsächlichen Unterstützung zu Pflegender und pflegender Angehöriger.

#13 |
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Ärztin

Ich denke schon, dass das Konzept bezahlbar ist. Die im Artikel beschriebene Personenkreis deckt wohl alle Schichten in allen Arbeitsumfeldern. Sicher gibt es da noch einiges an Einsparmöglichkeiten ohne an der Qualität der Versorgung zu reduzieren.
Selbst auf der Intensivstation reicht ein Stellenschlüssel von 1 Pflegekraft auf 2 Patienten, bei leichteren Fällen 3 Patienten pro Schicht aus. Das ist sehr viel Arbeit für die Pflegekraft und trotzdem ist eine gute Versorgung noch zu schaffen
Es wurde im Artikel auch nicht darauf eingeangen welche Aufgaben die vielen Beteiligten übernehmen.
Dr Hollmann meint mit 2 Pflegenden auf 30 Patienten auch die Personen einer Schicht an einem Tag. Das sind definitiv zu wenig Pflegende in seinem Beispiel aber auf 24h trotzdem 5-6 Personen.
Aber ein Pflegeschlüssel wie auf der Intensivstation sollte für eine gute Versorgung ausreichend sein.

#12 |
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Meine Frage : Wer kann bzw. soll das bezahlen ?

#11 |
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Chris Eßer
Chris Eßer

Jürgen Mitterer, es ist immer schwer, mit dementen Menschen zusammen zu leben, und eine gute Pflege zu gewährleisten. Zudem ist eine solche Ausdrucksweise hier unerwünscht und zeugt von dem Problem, sich mit der Materie NICHT auseinanderzusetzen. Es ist ein Unding, dass in Deutschland überhaupt über die Form der besten Pflege diskutiert werden muß. Die Krankenkassen haben genug Überschuß, so dass sie rein theoretisch die Kosten ohne mit der Wimper zu zucken übernehmen könnten. Doch die Bürokratie ist wichtiger als Menschlichkeit…… wie immer.

#10 |
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Ärztin

Ein tolles Konzept das wohl noch ein bisschen reifen muss. Gekoppelt mit einer guten Kinderbetreuung könnte man sicher noch viele Mitarbeiter(innen) gewinnen, die dem Arbeitsmarkt z.Zt noch nicht vollumfänglich zur Verfügung stehen können. Ein “Dorf” mit Infrastruktur und Wohnmöglichkeiten für Angehörige und ein Konzept, das sich mit Gruppen alter und junger Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen befasst würde einer Ghettobildung vorbeugen. Bis die geburtenstarken Jahrgänge alt und dement das Gesundheitssystem fluten geht ja noch ein bisschen Zeit ins Land.
Am schönsten ist es natürlich, wenn man im Kreise seiner Angehörigen alt werden darf. Insofern freut es mich besonders, dass ein Menschen wie Herr Dr. Martin Wolkersdorfer heute noch bereit ist seine Mutter bis zu deren Tod zu pflegen.

#9 |
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Ergotherapeut

Viele Gedanken und Ansätze sind lobens-und überlegenswert,aber der Alltag zeigt uns die Realität ( angesprochene Benotung und Personalschlüssel).Ausnahmen mag es geben,aber so lange bei Führungskräften der Profit an erster Stelle steht und es an Kritikfähigkeit mangelt,wird sich auch eine Einrichtungsleitung und PDL für bessere Bedingungen erfolglos einsetzen.Und irgend wann ist die beste Motivation hin.

#8 |
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Dr. Frank Hollmann
Dr. Frank Hollmann

Im Grunde ein begrüssenswertes Modell, dass aber- wie im Artikel beschrieben- auch zu einer Ghettobildung führen könnte.
Die Ökonomen interessieren aber ja wohl nur die Zahlen:
120 Patienten = 240 Angestellte und ! 120 Ehremamtliche.Quote von 3 Pflegenden für einen Patienten.
Dagegen dann 2 Pflegende für 30 Patienten hier.
Aber wenn die niederländische Pflegekasse nur 5000 EUR für jeden Patienten gibt, die aber nur Extras bezahlen sollen, dann sind m.E. viele Extras nötig, um adäquate Gehälter für die 240 Pflegenden zu generieren. So bitter wie das ist, einer muss es auch bezahlen (können).

#7 |
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Altenpflegerin

Mit einem Zuschuss von 5000¿ kann ich meinen Angehörigen “FirstClass” zuhause Vollversorgen lassen.

#6 |
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Medizinphysiker

Ca. 150 Klienten, Bewohner in De Hogeweyk werden von 240 Angestellten und 120 Ehrenamtlichen betreut bzw. versorgt? Hab ich richtig gelesen? Unglaublich!?

#5 |
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Weitere medizinische Berufe

Der Ansatz, dass demente Menschen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben sollen ist ja schön und gut. Aber wie löst man das Problem, dass immer mehr Menschen allein leben und auch allein alt und/oder dement werden? Der Familienverbund ist nicht mehr als selbstverständlich anzusehen, vor allem in Großstädten nicht. Das Mitwohnen einer Pflegeperson ist wegen der oft beengten Wohnverhältnisse auch selten möglich. Ich finde diese “Dörfer” eine gute Idee.

#4 |
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Nichtmedizinische Berufe

Wer ist denn IHR? Und was soll die Frage? In der Betreuung/Pflege interessiert nicht die sexuelle Ausrichtung, sondern der ganze Mensch. Es regt mich auf, das Schwule immer noch eine Sonderstellung haben wollen. Das ist überhaupt nicht mehr notwendig. Mann!

#3 |
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Dr. Lucie Sahl
Dr. Lucie Sahl

diese WGs werden hier im Norden als >Betreutes Wohnen< angeboten und sind sündhaft teuer, im Grunde aber von der Organisation her eindeutig stationäre Pflege, jedoch die Pflegeversicherung zahlt nur für >ambulant< - zum großen Nachteil der Betroffenen. In einigen Häsuern wird stationäre Pflege schon abgebaut zugunsten von >Betreutem Wohnen< und solch dubiosen WGs - ganz eindeutig aus finanziellen Gründen.

#2 |
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Ich habe in meiner Familie zwei Betroffene, in meinem Beruf viele, in allen möglichen Betreuungsformen.

Ich halte die Errichtung von ganzen Dörfern für sehr problematisch.

Anstatt sich mit den Betroffenen auseinander zu setzen und einen positiven Umgang in deren Wohnung zu erarbeiten, werden die Kranken ausgesondert, entwurzelt und das verwirrt diese Mensch noch mehr, als es die Krankheit ohnehin schon tut.

Demenzkranke sollten so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben! Dazu gibt es keine Alternative.

Da das Langzeitgedächtnis meist noch gut erhalten ist, ist es in der bekannten Umgebung immer leichter, sich zu orientieren.

Jeder sollte sei Leben darauf hin ausrichten, dass er in seinem Umfeld bleiben kann. Niemand kann vorher wissen, ob er nicht schon betroffen ist. Und wenn die Krankheit erst sichtbar ist, ist sie meist schon zu weit fortgeschritten, als dass noch viel zu machen wäre.

#1 |
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