Vogelgrippe: Herrchen haften für ihre Tiere

25. November 2016
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In den letzten Tagen wurden in Deutschland Ausbrüche von hochpathogener aviärer Influenza bei Geflügel und Wildvögeln registriert. Dabei stellte man einen Virus vom Subtyp H5N8 fest. Die Konsequenz: Ausgehverbot für Katzen und Leinenpflicht für Hunde in den betroffenen Gebieten.

Letzten Sonntag wurde in Hamburg bei drei Wildvögeln der H5N8-Virus bestätigt. Weitere Fälle von hochpathogener aviärer Influenza wurden in Berlin festgestellt, fünf Schwäne hatten sich mit der Gegflügelpest infiziert. Die Zahl der Meldungen steigt. Neben Stallpflicht für Geflügel in weiten Teilen des Landes gibt es nun auch temporäre Sonderregelungen für Haustiere.

Alle Vöglein sind schon krank

Über 60 tote Vögel wurden in den vergangenen Tagen bereits im zuständigen Landeslabor in Frankfurt untersucht. Dabei handelt es sich um „eine bunte Mischung mit Amsel, Krähe und Reiher“, so ein Mitglied der Berliner Senatsverwaltung für Verbraucherschutz. Trägt ein Tier das Virus in sich, wird es an das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) weitergeleitet, das die Diagnose final bestätigt.

Laut aktuellem Stand wurden in zwölf Bundesländern Fälle von Vogelgrippe gemeldet. Über 100.000 Tiere in Geflügelbetrieben mussten deshalb bereits getötet werden.

Ansteckungsgefahr für Menschen gering

Nur bei sehr innigem Kontakt mit infizierten Hühnern, Wildvögeln oder Vogelkot gab es in der Vergangenheit Fälle einer Übertragung der Virustypen H5N1 und H7N9 auf Menschen.

In der offiziellen Mitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung vom 10. November heißt es: „Infektionen des Menschen mit H5N8 sind bisher nicht bekannt. Eine Übertragung des Erregers über infizierte Lebensmittel ist theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich.“

Nach Stallpflicht auch Leinenzwang

In Niedersachsen und anderen Teilen Deutschlands gibt es bestätigte Fälle von Geflügelpest, in vielen Gebieten gilt deshalb eine Stallpflicht, um den Befall durch Wildvögel zu verhindern. Die Vogelgrippe bedeutet für viele Betriebe einen massiven wirtschaftlichen Schaden.

Seitdem stuft die Gesundheitsbehörde die Situation als gefährlich ein. In Hamburg herrscht aktuell wegen der Vogelgrippe nun auch Leinenzwang für Hunde sowie Hausarrest für Katzen. Das gilt auch für einige Bereiche in Berlin. Schalkowski, Sprecherin des FLI sagt: „Hunde und Katzen bergen ein großes Verschleppungsrisiko, indem sie mit infizierten Kadavern oder Kot in Berührung kommen, den Erreger an vielen Stellen in der Umwelt verbreiten und Gegenstände kontaminieren.“

Wer nicht spurt, zahlt – oder nicht?

Wer das Verbot ignoriert, riskiert deshalb Strafen mit Bußgeld bis zu beachtlichen 30.000 Euro. In der Theorie streng – tatsächlich wurden bisher aber noch keine Bußgelder verhängt. Leinenlose Hunde sieht man in den Beobachtungsgebieten trotzdem weiterhin.

24 Wertungen (4.21 ø)
Medizin, Veterinärmedizin

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6 Kommentare:

Gast
Gast

Alles Panikmache letztendlich müssen wir Alle früher oder später sterben und das am Besten frei, zwanglos und OHNE REGLEMENTS. Und die größte Mordwaffe hat 4 Räder ist aus Blech und stinkt. In dem Sinne lasst Euch den Spaß nicht verderben

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Gast
Gast

Hallo Hr. Münch,

ob sie es glauben oder nicht, meine Hunde gehen tatsächlich nicht ins Gestrüpp solange ich es ihnen nicht erlaube. Kadaver, Gänsekot, Pferdeäpfel, rumliegendes Essen, Menschenkot ist für uns auch zu Zeiten in dem es keine Vogelgrippe gibt absolut tabu. Genauso wie Vögel oder Gänse scheuchen. Jeder Gassigang ist ein Übungsgang. Inziwschen bin ich soweit, dass meine Hunde Vögel, Gänse, etc. komplett ignorieren. Dank jahrelanger täglicher Übungseinheiten. Genauso wie sich meine Rüde, der eine wahnsinnig gute Nase hat und viele Dinge tatsächlich erschnüffelt, sich wenn er etwas findet absetzt mich anschaut und mich dann “fragt” ob er es haben darf oder nicht. Je nachdem folgt dann das Kommando “kannst du haben” oder “tauschen”. Auch das habe ich jahrelang täglich bei jedem Gassi Gang geübt. Ich gebe aber zu, dass natürlich der Hund des Durchschnittsbesitzer durchaus zu wünschen übrig lässt, wenn es um Folgsamkeit geht. Und selbstverständlich bin ich gerade jetzt noch konsequenter. Sie dürfen nicht mehr ans Wasser, geschweige denn dass sie es trinken dürfen (zu normalen Zeiten schon) ich lasse sie nicht ins Gestrüpp, der Entfernungsradius den ich sonst dulde ist halbiert. Weil ich eben nicht zur Verbreitung beitragen will. Aber wir laufen immer noch an den selben Stellen und selbst wenn ich sie an der Leine hätte, würde dies null Unterschied machen. Denn wie bereits erwähnt, sie können viel, schweben aber noch nicht. Ich wohne nicht in Schleswig-Holstein und bei uns hier herrscht nur die “Empfehlung” den Hund anzuleinen. Wenn die Behörden konsequent wären, müssten sie für betroffen Gebiete ein vollständiges Betretungsverbot einrichten, um einer Verbreitung entgegen zu wirken. Die Polizei die hier bei uns täglich Streife und quer über die Wiesen fahren, tragen aus meiner Sicht weit mehr zur Verbreitung bei als meine Hunde das tun würden. Die fahren nämlich mit ihren Autos in Ecken, wo ich mit den Hunden nicht hinfahre. Ich stimme aber mit Ihnen dahingehend überein, dass das Phänomen Massentierhaltung und alle damit verbundenen negativen Wirkungen, u.a. resistente Keime endlich angegangen werden müsste. Nur, soweit geht der Wille der Regierung dann doch nicht. Die Bauernlobby ist mächtig, da geht es um Milliarden, mit denen will sich niemand anlegen. Da ist es dann doch einfacher nur ein Leinenverbot für Hunde aussprechen. In diesem Sinne ein gesundes Wochenende.

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Michael Münch
Michael Münch

Ich bitte kleine Fehler im u.a. anstehenden Kommentar zu entschuldigen, sie sind der Spracheingabe geschuldet

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Michael Münch
Michael Münch

Ich bewundere den Gast, der hier allen Ernstes schreibt, dass seine/ihre Hunde “abrufbar” seien und somit nicht zur Problematik beitragen würden. Auch ich neige nach den Enttäuschungen eines Lebens gelegentlich dazu, die Obrigkeit zu verteufeln, einfach nur weil sie eine solche ist. Aber hier haben sich umsichtige und erfahrene Menschen Gedanken gemacht und wissen, dass ein Hund eben schon einfach mal ins Laub geht, ins Gebüsch unten reinschaut und im Bruchteil einer Sekunde Kontakt zu einem Kadaver haben kann, der dort unsichtbar bzw. darunter liegt. Von freilaufenden Katzen, die natürlich angeschlagene Vögel als leichte Beute finden, sei an dieser Stelle gar nicht weiter zu sprechen. Die Erschaffer solcher Regeln sind nicht auf den Kopf gefallen und Tierbesitzer, die sich an diese Regeln halten, auch nicht. Es geht zu keiner Zeit darum, mit diesen Maßnahmen die Endemie weg zu zaubern, es geht schlichtweg um deren Eindämmung an allen möglichen Stellen. Und auch die erwähnten Jogger, die sich an freie Wege halten und Pärchen, die eben nicht in Gänsekot setzen, können massiv dazu beitragen. Und natürlich darf ein Fehlverhalten anderer kein Freibrief für eigenes unkluges Verhalten sei. Aber vermutlich gibt es in dieser Gesellschaft auch Leute, die nach einem kleinen Bagatellschaden ihrem Wagen noch absichtlich gegen die Wand fahren, nach dem Motto : ist ja egal , Unfall ist Unfall.
Ich habe diesen Artikel nicht in meiner Funktion als Veterinär, sondern als denkender ! und mündiger Mensch verfasst und ich möchte an dieser Stelle nicht davon ablenken, dass es genug andere Probleme auf dieser Welt gibt. Aber hier besteht eben gerade eins, welches akut unserer Aufmerksamkeit bedarf. Danach werde ich auch gerne wieder ein offenes Ohr für Feinstaubtabellen haben, deren Problematik ich nicht mit dem einfachen Anleinen meines Hundes lösen kann. Oder ich widme mich dem Gedanken, wie ich überhaupt die Entstehung solcher Kombinanten verhindern könnte, zum Beispiel, indem ich auf die verarbeitende Geflügelindustrie in den Ballungsräumen Chinas einwirken, wo durch die katastrophalen Umstände solche Erreger generiert werden. Das ist allerdings schon wesentlich anspruchsvoller, als einfach einen negativen Kommentar hin zu schleudern

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Gast
Gast

Ich frage mich tatsächlich ob die Verantwortlichen tatsächlich nachgedacht haben. Was bitte soll eine Leinenpflicht für Hunde denn nutzen? Die Tiere laufen doch trotzdem weiterhin über den Boden und schweben nicht durch die Luft. Außerdem können die Viren auch durch Jogger, Radfahrer, Autos etc. weitergetragen werden. Meiner Ansicht nach müsste es dann ein generelles Betretungsverbot für alle geben. Aber das will natürlich niemand. Wo kämen wir denn dahin wenn der Mensch sich einschränken müsste. Aber genau, der Hund ist Schuld an der Verbreitung deshalb muss er an die Leine. Aus meiner Sicht vollkommener Blödsinn. Deshalb laufen auch meine Tiere weiterhin ohne Leine. Aber sie sind jederzeit abrufbar, wälzen sich nicht in Kadavern und fressen nichts vom Boden. Außerdem lasse ich sie nicht mehr an die Uferböschung oder ins Wasser. Aus meiner Sicht völlig ausreichend. Das hätte mal jemandem dem Pärchen sagen sollen, dass gestern inmitten von Gänsekot am See zu einem Stell-Dich-Ein saßen. Das sind zwei Virenschleudern, meine Hunde nicht!

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Gast
Gast

Zu diesem Thema gibt es durchaus andere Aspekte, die weitaus plausibler erscheinen, als schon wieder mit einem ominösen Virus von den eigentlichen Schweinereien abzulenken.
Hier ein Fund aus Bayern.
Leider werden wir in ganz Deutschland besprüht.
Die Vögel, die da oben rumfliegen, haben icht wirklich eine Chance…

[Restlicher Kommentar wegen Verschwörungstheorien gelöscht.]

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