Nörgelpatienten: Klagen ist ihr Hobby

30. November 2016
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Patienten sind kritischer geworden und eher geneigt, ihren Arzt zu verklagen. Wie die Statistik belegt, steigt die Anzahl vermuteter Behandlungsfehler. In der Orthopädie und der Unfallchirurgie sind die Zahlen mit bestätigten Fehlern am höchsten.

Ärzten fällt auf: Patienten werden immer kritischer und sind eher bereit, angenommene Behandlungsfehler auch klageweise geltend zu machen. Stimmt der subjektive Eindruck der Kollegen? Nimmt die Zahl der Klagen zu?

Eine Statistik zur Entwicklung von Arzthaftungsklagen ist nicht öffentlich verfügbar. Abzulesen ist aber ein Anstieg von begutachteten vermuteten Behandlungsfehlern aus den seit 2010 veröffentlichten Statistiken des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS und MDK) unter dem Titel „Behandlungsfehler-Begutachtung der MDK-Gemeinschaft“ und den seit 2006 veröffentlichten Statistiken der Bundesärztekammer (BÄK) zur Tätigkeit der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen.

Diese beiden Statistiken erscheinen jährlich, weitere systematische Erfassungen erfolgter Begutachtungen existieren nicht.

Stärkung der Patientenrechte

Um die Entwicklung kurz zu skizzieren, müssen wir zurück in die 1970er Jahre. Damals entstanden die ersten Patientenschutzverbände. Auf deren zunehmende Aktivität hin wurden 1975 an den Ärztekammern der Länder die bereits erwähnten Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen eingerichtet.

Diese Gremien haben die Aufgabe, bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Arzt und Patient weisungsunabhängig und objektiv zu klären, ob die gesundheitliche Komplikation auf einer haftungsbegründenden ärztlichen Behandlung beruht. Ziel dieser Einrichtungen ist die außergerichtliche Einigung zwischen Arzt und Patient.

Seit 1988 haben gesetzlich Versicherte zudem den Anspruch, von ihrer Krankenkasse bei der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen infolge eines Behandlungsfehlers unterstützt zu werden. 2001 wurde dieses Recht auch auf die Pflegeversicherung ausgeweitet. Die hierdurch angeregte gesellschaftspolitische Diskussion um Patientenrechte führte dazu, dass in 2000 – zunächst modellhaft – Beratungsangebote für Patienten installiert wurden und 2013 das Patientenrechtegesetz in Kraft trat.

Statistiken belegen: Anzahl der vermuteten Behandlungsfehler steigt

40.000 vermutete Behandlungsfehler pro Jahr – diese Zahl liest man immer wieder. Auch die BÄK ging zumindest 2009 von dieser ungefähren Größenordnung aus. Das folgt aus der für 2009 (11.000 Fälle) vorgelegten Statistik, in der die BÄK vermutet, dass die Ärztekammern etwa ein Viertel aller Fälle bundesweit abdecken.

In 2015 gingen bei den Ärztekammern rund 11.800 Anträge auf Begutachtungen ein. Die MDKen, die im Übrigen nur Fälle annehmen, die zuvor nicht den Ärztekammer-Gremien vorgelegt wurden, begutachteten im letzten Jahr gut 14.800 Fälle. Weitere Begutachtungen laufen über private Gutachter.

Während der MDS damit gegenüber dem Vorjahr eine leichte Zunahme aller Begutachtungen von 1,1 % verzeichnete, waren die Fälle bei den Ärztekammern rückläufig (knapp 2 % weniger).  Die Entwicklung seit 2009 zeigt die nachfolgende Tabelle.

 

MDK-
Begutachtung
Anzahl AnträgeEntwicklung % (~)Bestätigte Fehler
Absolut
Bestätigte Fehler
Relativ %
201514828+1404627
201414663+ 0,5379626
201314585+ 173687
25,3
201212483- 13932
31,5
201112686+ 0,7406832
201012600+ 22?
200910300?

Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen 
der Landesärztekammern

201511822
- 5,5177415
201412053- 1185415
201312173- 5186415
201212232+ 10188915
201111107+ 8
190117
201011016+ 4182117
200910972

 

Die Zahl der MDK-Begutachtungen stieg in den Jahren 2010 und 2013 sprunghaft um jeweils etwa 2.000 Fälle; der Anstieg in 2013 ist gewiss auch eine Folge des in diesem Jahr in Kraft getretenen Patientenrechtegesetzes. Insgesamt ist die Anzahl der Begutachtungen bei den MDKen von 2009 bis 2015 kontinuierlich um über 40 % gestiegen. Die Ärztekammer-Gutachter bekamen auch mehr Anfragen, allerdings stieg die Zahl hier nur bis 2012 um gut 11 %, sinkt seither aber wieder, sodass im Verlauf bis 2015 ein Anstieg von lediglich 8 % verbleibt.

Leicht sinkende Tendenz bei gesicherten Fehlern

Erfreulich ist, dass beide Gutachterinstitutionen im Verlauf der Jahre trotz der zunehmenden Anzahl an Begutachtungen recht stabile Zahlen bezüglich der bestätigten Fehler vermelden. Will man eine Entwicklung ablesen, dann eher eine sinkende Tendenz gesicherter Fehler als eine steigende. Bei den MDKen nahm der relative Anteil festgestellter Fehler ab von 32 % in 2011 auf 27 % in 2015. Auch absolut wurden in 2015 mit 4.046 Fehlern etwas weniger Fehler bestätigt als mit 4.068 in 2011. Dennoch wird bezüglich der MDK-Begutachtungen mitunter über ansteigende Fehlerzahlen berichtet, weil von 2013 bis 2015 eine leicht ansteigende Tendenz zu beobachten ist.

Bei den Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen sank seit 2010 der relative Anteil bestätigter Fehler von 17 auf 15 % und auch die absoluten Zahlen gingen zurück – von 1.901 auf 1.774.

Verteilung der Fehler nach Sektor und Fach

Bevor hier insbesondere auf die gute Dokumentation der MDK-Begutachtungen eingegangen wird, muss an dieser Stelle eine Warnung vor Überinterpretationen weiter gegeben werden:

Jahresstatistik 2015 – Behandlungsfehler-Begutachtung der MDK-Gemeinschaft, Einleitung, S. 6:

„Diese Ergebnisse stellen den umfangreichsten Datensatz zu Behandlungsfehlern dar, der in Deutschland aus einem aktuellen Einjahreszeitraum veröffentlicht wird. Die Ergebnisse aus der Behandlungsfehler-Begutachtung der MDK-Gemeinschaft können dennoch weder für die in Deutschland insgesamt erhobenen Behandlungsfehlervorwürfe noch für alle tatsächlich auftretenden Fehler bzw. „vermeidbaren unerwünschten Ereignisse“ in der Medizin repräsentativ sein. Jegliche Interpretationen sind vor dieser Einschränkung zu sehen und mit entsprechender Vorsicht vorzunehmen.“

MDKen und Ärztkammern melden eine Verteilung von konstant etwa zwei Dritteln stationär und ein Drittel ambulant verursachter Fehler.

Sowohl hinsichtlich der vermuteten als auch der bestätigten Fehler führen die operativen Fächer die Statistik an. Ambulant (inkl. Belegarzttätigkeiten) wie stationär steht die Orthopädie und Unfallchirurgie mit etwa 30 % bestätigter Fehler an erster Stelle beider Statistiken, hier sind es insbesondere Fehler bei Behandlungen aufgrund von Knie- und Hüftgelenksarthosen. Es folgt in der MDS-Statistik die Allgemein- und Viszeralchirurgie mit einem Fehleranteil von etwa 11 %.

Dokumentationsfehler in 80 % der Fällen nicht bestätigt

Jeweils 11 % der Fehlerfälle werden in beiden Statistiken auch der Inneren- und Allgemeinmedizin zugeordnet. Auf die Frauenheilkunde entfallen jeweils 6–7 % der Fälle. Zudem rangiert laut MDS die Zahnmedizin immer mit an vorderer Stelle.

Sowohl bei Operationen als auch bei interventionellen Therapien werden zwar zehnmal mehr Gutachten wegen vermuteter Fehler bei der technischen Durchführung durchgeführt als wegen Mängeln bei der Lagerung oder Nachsorge. Fehler bei der technischen Durchführung wurden 2015 aber nur in  17 % der Fälle bestätigt, Fehler bei der Lagerung und Nachsorge der Patienten hingegen in rund 40 % der Fälle.

Hervorgehoben werden sollen auch die Anzahl an Fehlern im Rahmen der Befunderhebung, und hier vorrangig im Zusammenhang mit bildgebenden Verfahren. Diese führen in der Statistik sowohl bezüglich der Anzahl erfolgter Begutachtungen (> 800) als auch bezüglich der Quote – fast jeder zweite Fehler wurde bestätigt. Sehr viele Fehler beruhen aber auch auf einer fehlerhaften körperlichen Untersuchung oder einer Fehldiagnose, die trotz eindeutigen Befundes gestellt wurde. Zwei fachübergreifende Bereiche fallen bezüglich der Quote „bestätigte/vermutete Fehler“ in der MDS-Statistik negativ auf:  Danach wurden 50 % bei der Aufklärung und 40 % in der Pflege bestätigt.

Das Dokumentationsfehler in 80 % der Fälle bestätigt wurden liegt vermutlich daran, dass in diesem Fall der Arzt beweisen muss, dass die Dokumentation nicht wahr ist.

Berufshaftpflichtversicherung seit 2013 verpflichtend!

Manch ein Arzt fragt sich, ob er sich gegen das durch die erhöhte Klagebereitschaft gestiegene Arzthaftungsrisikio absichern kann. Die Antwort lautet: Er kann nicht nur, er muss!

Vor dem Patientenrechtegesetz gab es für Ärzte keinen Zwang zum Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung. Das ist seit dem Patientenrechtegesetz anders. Nunmehr besteht diese Pflicht. Die neu in die Bundesärzteordnung aufgenommene Regelung des § 6 Abs. 1 Ziffer 5 soll sicherstellen, dass Ärzte eine ausreichende Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Ist dies nicht der Fall, kann das Ruhen der Approbation angeordnet werden.

Ergänzend haben inzwischen viele Länder ihre Heilberufskammergesetze geändert. Bayern reagierte noch in 2013 als erstes und verpflichtet Kammerangehörige eine Berufshaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckung abzuschließen und während ihrer Berufstätigkeit aufrechtzuerhalten sowie auf Verlangen gegenüber der Landesärztekammer nachzuweisen.

Wie hoch die Deckung der Versicherung sein muss, damit sie „hinreichend“ ist, variiert je nach Risiko des Fachbereichs. Wie oben dargelegt, betreffen die meisten bestätigten Fehler operative Fächer. Hier empfehlen sich heute Mindestdeckungssummen für Personenschäden in Höhe von 3 bis 5 Millionen Euro. Für Vermögensschäden wird eine Summe von mindestens 100.000 Euro nahegelegt (Ratzel, Lippert in Kommentar zur Musterberufsordnung, 6. Ausgabe, § 21, Rn 2).

Ausnahmen bei Versicherung von Nebentätigkeit

Angestellte Krankenhausärzte sind in der Regel umfassend über ihren Träger gegen Haftpflichtansprüche versichert und müssen nur für gelegentliche außerdienstliche Dienste Vorsorge treffen.

Ausnahmen gibt es bezüglich der Versicherung von Nebentätigkeiten und solchen, für die leitende Ärzten ein Liquidationsrecht eingeräumt ist, dem Chefarzt also das Recht zusteht, seine Leistungen unmittelbar gegenüber dem Patienten abzurechnen. Meistenteils sind sowohl die leitende Ärzte sowie das nachgeordnete Personal auch hierfür über den Träger mitversichert.

Versichert der Träger indes nur den konkreten Dienstbereich, muss der leitende Arzt für weitergehende Tätigkeiten – also für solche mit Liquidationsrecht – entsprechende Versicherungen abschließen. In der Regel verpflichtet der Träger die leitenden Ärzte dann überdies dazu, im Liquidationsbereich mit eingesetzte Ärzte in die Haftpflichtversicherung mit einzubeziehen (Ratzel, Lippert aaO, Rn 17).

Angestellte Ärzte, die in die privatärztliche Tätigkeit des Chefs eingebunden sind, sollten sich gegebenenfalls informieren, ob sie hier ausreichend versichert sind.

52 Wertungen (3.12 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

44 Kommentare:

Gast
Gast

@43 Weil sie der Redaktion nicht passen.
Halbgötter anzuzweifeln ist auf doccheck nicht erlaubt, sondern nur devotes zustimmen.

#44 |
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Gast
Gast

Warum werden offensichtlich so viele Kommentare gelöscht?

#43 |
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Werner Wöhrle
Werner Wöhrle

Trifft ein Anwalt seinen alten Kumpel aus der Studienzeit, auch Anwalt:

“Hallo Fritz, wie geht es denn”

“Ach Hans, total Scheiße…”

“Oh Gott, Fritz, warum das denn…?”

“Ach Hans, ich kann nicht klagen…”

#42 |
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Alter, echt jetzt?
Alter, echt jetzt?

http://www.duden.de/rechtschreibung/Ignoranz

Läuft bei euch allen! Ich wünsche von ganzem Herzen lebenslange Gesundheit…und,dass ihr den Unterschied zwischen Äpfeln und Birnen irgendwann versteht!

#41 |
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Gast
Gast

@Gastarzt
Sie müssen nicht Ihre eigenen Probleme auf Andere übertragen.

#40 |
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Gast
Gast

@gast x #45
“*Schluck*… ernsthaft jetzt? Invasive apparative Diagnostik nur um jemandem eine Angst zu nehmen….? Das wäre verantwortungslos! Was wäre wenn etwas schiefgeht? ”

Da werden noch ganz andere Eingriffe durchgeführt wenn die Kohle stimmt:

Siehe:
https://www.welt.de/gesundheit/article145331757/Die-beste-Entscheidung-meines-Lebens.html
https://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article110970267/30-000-Euro-fuer-die-Bombe-im-eigenen-Koerper.html

#39 |
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Gast
Gast

#44 Gastarzt
Das Wort “KLEINER Arbeiter” haben Sie in die Diskussion gebracht.
Zusammen mit Ihren “übergriffigen Ferndiagnosen” von ihnen vollkommen Fremden offenbaren Sie Ihr Menschenbild.
Mein Vater war ungelernter Arbeiter, und ich habe eine Handwerksberuf erlernt.

#38 |
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Gast X
Gast X

*Schluck*… ernsthaft jetzt? Invasive apparative Diagnostik nur um jemandem eine Angst zu nehmen….? Das wäre verantwortungslos! Was wäre wenn etwas schiefgeht? (Allergischer Schock bei Kontrastmittelunverträglichkeit usw.) Dieser Patient hätte wahrlich das Recht zu klagen….

Nein, das macht keinen Sinn Herr Bischoff, wenn alle Ärzte solche wackeligen Indikationen stellen würden und so leichtfertig mit den finanziellen und apparativen Ressourcen umgehen würden dann hätte der von Ihnen erwähnte Patient auf seine Ohrspeicheldrüsen-MRT nicht 3 Wochen warten müssen, sondern 3-6 Monate, weil vor ihm noch dutzende anderer einen Termin für eine Placebo-MRT gehabt hätten…

Das führt zu nichts, ich bin hier raus.

#37 |
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Gastarzt
Gastarzt

In erster Linie zeigt sich hier mal wieder eine ordentliche Portion Profilneurose gepaart mit dem leider unheilbaren “small-dick syndrome”.

An alle guten, geduldigen und verständnisvollen Patienten:
Sie machen wahrscheinlich den überwiegenden Teil meiner Kontakte aus und ich weiß sehr zu schätzen, dass Sie die oben genannten Attribute mitbringen. Lassen Sie sich bitte nicht durch die persönlichen Selbstwertprobleme ihrer Mitmenschen (Im Rahmen dieser Diskussion wahrscheinlich selbst Akademiker, die die Arroganz besitzen Sie als kleine Arbeiter zu bezeichnen um geheuchelt-jovial und unreflektiert zu behaupten, dass ihr sauer verdientes Geld lediglich für die Ausbildung von Ärzten verpulvert wird. Man möchte hier den Eindruck erwecken, dass Sie etwas verdient haben, was andere in ihrer realitätsfernen Sicht der Dinge aus reiner Selbstsucht einfordern) zu ignoranten, egozentrischen Miesepetern verziehen.

#36 |
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Gast X
Gast X

Ist es wirklich zuviel verlangt mitzulesen wenn man sich an einer Diskussion beteiligt? Das Beispiel mit den Rückenschmerzen stammte von Gast Nr. 25 und nicht von mir.
Und wie kommen Sie darauf dass ich nicht in der Lage wäre einen Patienten zu beruhigen oder ihm zu erklären aus welchen Gründen ich welche Maßnahme für sinnvoll erachte und welche nicht? Oder dass ich meine Patienten nicht gründlich untersuchen würde bevor ich entscheide ob und wann und welche weiterführenden Maßnahmen erforderlich sind? Wer sagt dass mir meine Patienten nicht vertrauen?

Da machen Sie sich mal keine Sorgen, mit den meisten meiner Patienten gestaltet sich die Kommunikation um einiges unkomplizierter,harmonischer und zielführender als mit einigen Diskussionsteilnehmern hier bei Doccheck.

#35 |
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Gast X
Gast X

Ohh bitte um Verzeihung, wie kam ich nur auf die Idee dass es sich bei einem (ebenfalls) anonymen Gast dessen Beiträge genauso klingen wie Ihre und auch noch mit den gleichen Links (die wir nun schon alle auswendig kennen) garniert sind wie Ihre tatsächlich um jemand anderen als Sie handeln könnte…

Falls Sie sich bisher nicht die Mühe gemacht haben sollten mitzulesen…von einer MRT mit dringlicher Indikation bei Tumorverdacht war in den Beispielen von Gast Nr. 25 und mir auch nie die Rede, es ging um wochenlang bestehende unkomplizierte Rückenschmerzen welche nicht eine Notfall-MRT zur Nachtzeit rechtfertigen (zumal in den meisten Kliniken nachts kein MRT verfügbar ist und im Notfall eine CT gemacht werden müsste, welche aufgrund der Stahlenbelastung und der eventuellen Kontrastmittelgabe bei fehlender Indikation den Tatbestand der Körperverletzung darstellt..)

Echt witzig ist, dass ausgerechnet mir vorgeworfen wird ich würde persönlich werden … ist es etwa nicht persönlich wenn Gast Nr 30 (oder wer auch immer) mir Arroganz unterstellt ohne mich zu kennen, oder wenn in Beitrag Nr 35 unterstellt wird man würde sich für “Dr. Allwissend” und seine Patienten für “doof” halten? Oder wenn Sie selbst mir meine Eignung als Arzt absprechen nur weil ich ihnen bzw. ihrem anoymen Gefolge/anonymen Alter Ego nicht nach dem Mund spreche und nicht jeden Unsinn der hier verbreitet wird unkommentiert stehen lassen möchte. Ist das etwa nicht persönlich?

#34 |
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Dr. med. Rainer tollkötterr, Ass Jur
Dr. med. Rainer tollkötterr, Ass Jur

Als alter Landarzt: Früher -vor meiner Zeit- beruhte das Verhältnis zwischen (Haus! = von der Wiege bis zur Bahre) -Arzt und Patient auf gegenseitigem Vertrauen. Leider: tempura mutantur et nos mutamur in illis.

#33 |
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Gast
Gast

Zitat:
“dieser aberwitzige Irrsinnskommentar spricht für sich… so etwas kann nur jemand sagen der von Medizin und kritischer Indikationsprüfung nicht die blasseste Ahnung hat.”

siehe:
die ersten beiden Links in #35

“wenn einer wie Sie behauptet dass das “das x-fache” von dem ist was ein “Arbeiter” (als ob ich nicht “arbeiten” würde) ist, dann müssen wir das wohl alle glauben…”

Zitat:
Niedergelassene Fachärzte weisen laut den im 4-jährigen Turnus durchgeführten Erhebungen des statistischen Bundesamtes monatliche Reinerträge zwischen rund 11.500 € (Allgemeinarzt) und ca. 25.250 Euro (Radiologe) aus

siehe:
https://gehaltsreporter.de/gehaelter-von-a-bis-z/aerzte/Arzt.html?keyword=Arzt+(m%2Fw)

Sie können sich selber ausrechnen wie lange einer mit dem Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde dafür arbeiten muss.

#32 |
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Gast X
Gast X

@ Gast Nr 30: Wie immer ein ausgesprochen gehaltvoller Beitrag Herr Bischoff, ganz besonders vor dem Hintergrund, dass Sie selbst sich hier immer wieder damit brüsten aus purer “Langeweile” heraus Psychologie studiert zu haben, aber nun nicht in diesem Bereich beruflich tätig zu sein kann ich angesichts dieses Beitrags nur noch den Kopf schütteln… (war ihr Studium etwa gratis?… hat dafür keiner bezahlt?… und wer hat nun etwas davon?)

“Wenn ich eine MRT will, dann hat man die gefälligst zu machen”… dieser aberwitzige Irrsinnskommentar spricht für sich… so etwas kann nur jemand sagen der von Medizin und kritischer Indikationsprüfung nicht die blasseste Ahnung hat.

Aber mit jemandem der einen solchen Hass auf Ärzte hat braucht man sich doch gar nicht weiter zu unterhalten… es spielt auch keine Rolle ob ich nun als Assistenzarzt gerade einmal einige hundert Euro mehr verdiene als ich zu der Zeit bekommen habe in der ich noch als Pflegekraft gearbeitet habe… wenn einer wie Sie behauptet dass das “das x-fache” von dem ist was ein “Arbeiter” (als ob ich nicht “arbeiten” würde) ist, dann müssen wir das wohl alle glauben…

Danke Gast Nr. 33

#31 |
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Gast
Gast

> Genau diese Arroganz ist es die ich meine. Wenn ich eine MRT will, dann hat man die gefälligst zu machen.

Dieser Satz trieft vor Arroganz. Wem werfen Sie das nochmal vor?

> Ich, bzw. die Krankenkasse zahlt ja auch dafür.

Die öffentlichen Krankenkassen sind aus gutem Grund gesetzlich dazu verpflichtet, nur ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Leistungen zu bezahlen. Sind Sie deswegen Privatpatient? :)

#30 |
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Gast X
Gast X

@ Gast 28: was für ein undurchdachter Kommentar… jeder Arzt zahlt, nachdem er sein Studium abgeschlossen hat, während der gesamten Arbeitszeit die ihm bleibt genauso Steuern und Sozialabgaben wie der “gemeine Arbeiter” und das nicht zu knapp. Je mehr man verdient, desto höher ist auch der Steuersatz. Und ja wir bezahlen auch selbst Kassenbeiträge und nicht alle von uns sind Privatversichert. Natürlich zahlt jemand der direkt nach der Schule erwerbstätig wird länger in die Solidargemeinschaft ein als jemand der noch mehrere Jahre studiert, aber deshalb nicht unbedingt mehr… Ausserdem ist das Risiko eines Arztes für einen vorübergehenden oder dauerhaften Ausfall durch Arbeitslosigkeit deutlich geringer. Es gibt durchaus auch einige Ärzte die in den ausserordentlichen Genuss der Studiengebühr gekommen sind und 500€ pro semester plus 75€ Verwaltungsgebühren sind für jemanden der nur studienbegleitend ein wenig nebenher kellnern kann auch nicht gerade schnell verdient.

Nein, wir wollen auch keine Halbgötter sein, aber die Arbeit die von einem Mediziner erwartet wird, geht nun einmal über die Anforderungen und die Verantwortung anderer “Dienstleistungen” weit hinaus.

Ich kann Herrn Leschik nur Recht geben > Behandlungsfehler entstehen bei hoher Arbeitsdichte. Es ist nun einmal so dass das Patientenaufkommen in den Kliniken und Arztpraxen immer weiter zunimmt. Die Arbeitsbelastung steigt. Die meisten Patienten sind auch wirklich ernsthaft krank und können nichts dafür, trotzdem muss deren Liegedauer in der Klinik immer weiter verkürzt werden, dazu zwingt uns der MDK.

Allerdings nimmt auch ganz besonders die Zahl der unnötigen Arztkontakte auch weiter zu und die Ansprüche steigen. Wenn jemand von einem Arzt eine Garantie dafür verlangt dass seine Beschwerden vollkommen harmlos sind kann er die nun einmal nicht geben… wir sind keine Hellseher! Wenn man dann aber ergänzende Untersuchungen empfiehlt heisst es schnell man wolle nur Geld machen und würde dem Patienten Unnötiges aufschwatzen… hinzu kommt dass keine Maßnahme frei von Risiken ist… andererseits den Patienten einfach wegzuschicken und ihn zu bitten abzuwarten ob die Beschwerden sich mit unterstützenden Maßnahmen zurückentwickeln birgt immer die Gefahr dass sich der Patient nicht ernstgenommen fühlt und dann einfach woanders hingeht, solange bis er das bekommt was er für richtig hält.
Wie man es auch immer macht, in diesem Beruf besteht immer das Risiko entweder zuviel zu tun oder zuwenig, schlimmstenfalls eine Untersuchung anzuordnen die eine Verdachtsdiagnose nicht bestätitgt aber Komplikationen hervorruft. Man kann es vorher nun einmal oft nicht wissen.

Insofern muss ich Gast Nummer 25 bestätigen… manche Vorstellungen sind unrealistisch und können nicht erfüllt werden, Medizin ist kein Drive-In-Schalter wo man einfach nur eine Bestellung aufgibt und dann augenblicklich genau das bekommt was man will (z.B. sofortiges MRT bei chronischen, unkomplizierten Rückenschmerzen…)

#29 |
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Gast
Gast

@gastarzt#25
Was wollen Sie den sonst sein als ein Dienstleister. Was soll daran unsachlich sein.
Es gibt Kliniken die bezeichnen sich als Dienstleister
https://www.pfalzklinikum.de/home/

Halbgott? Dafür dass Ihnen die arbeitende Bevölkerung ein Studium finanziert hat? Man hat Ihnen eine Hochschule zur Verfügung gestellt. Professoren haben Ihnen Vorlesungen und Seminare gehalten. Ihnen Prüfungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Während z.B. der Gemeine Arbeiter am Band Bleche gepresst hat und mit seinen Steuergeldern das ganze bezahlt.

#28 |
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Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke

Ah ja, also Patienten sind grundsätzlich immer böse, dumm und widerlich? Ich hoffe sehr, dass hier nicht alle Patienten in einen Topf geworfen werden. Das geht dann richtig böse für die Patienten aus, die ihr bestes versuchen.

#27 |
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Der Arztberuf mutiert leider zu einem Kaufmannsberuf, gerade bedingt hinsichtlich geführter Gesundheitspolitik; wer keinen Umsatz macht fliegt …. so gehts wohl in der Klinik.
Behandlungsfehler entstehen bei Fließbandarbeit. Das der Patient klagt wenn gepfuscht wird ist mir völlig klar.

#26 |
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Gastarzt
Gastarzt

Spätestens bei dem Kommentar zur Dienstleisterrolle des Arztes kann man die Sachlichkeit abstellen. Menschen, die unser System so betrachten, wissen meiner Meinung nach nicht zu schätzen, was da vor allem die Solidargemeinschaft für sie leistet und glauben, dass medizinisches Personal wie in der Boutique nur darauf gewartet hat durch den Kauf eines exklusiven Artikels belohnt zu werden. Natürlich gibt es schlechte Behandlung, oftmals wird aber subjektiv geurteilt und medizinisch korrekte Entscheidungen als schlechte Behandlung abgetan, weil man 2 Stunden in einer universitären Ambulanz sitzen musste um in 5 Minuten zu erfahren, dass die seit 3 Monaten bestehenden Rückenschmerzen um 22h abends sicherlich nicht direkt einem MRT zugeführt werden. Die empörte Nachbarin bestätigt es einem am nächsten Tag und die Kausalkette steht. Zweitmeinungssprechstunden werden überlaufen um zur erfragen, ob Kollegen falsch behandelt haben statt sich eine zweite Meinung zu komplexen onkologischen Sachverhalten zu holen. Dafür warten dann die echten Zweitmeinungen auf Termine. Ich könnte das hier seitenweise füllen, aber am Ende freue ich mich einfach über die dankbaren, netten und verständnisvollen Leute, die Engagement an der richtigen Stelle zu schätzen wissen und darin neben der professionellen auch die menschliche Geste erkennen- da fühlt man sich nicht mehr als Dienstleister.

#25 |
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Dr.St.Heidt
Dr.St.Heidt

Was könne wir Ärzte gegen unwahre Behauptungen unternehmen; wo ist ein Ärztestärkungsgesetz gegen Verleumdung ??? Können wir nicht auch die Patienten wegen nicht befolgen der Anordnung und damit Gefährdung der Therapie, die von der Solidargemeinschaft bezahlt wird, verklagen? Hat der Patient nicht auch eine Mitwirkungspflicht?? Hat jemand Erfahrung wegen einer Klage wegen Verleumdung durch einen Patienten???

#24 |
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Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke

Wie war nochmal die Überschrift dieses Artikels?

#23 |
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Gast
Gast

Herr Dr.Kruse: DAS erklären Sie bitte der gläubigen Muslima, die die Einnahme ihres PPIs unterlässt.

#22 |
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@16 Seit wann ist Gelatine bei Muslimen ein Behandlungsfehler? Es ist lediglich ein Verhaltensmuster, das aus der muslimischen Ideologie folgt, Schwein sei unrein!

#21 |
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Gast
Gast

Und wo wir gerade bei der Fachkompetenz der Ärzte sind: Kontrollieren Sie vierteljährig bei jedem Metamizol-Patient das Blutbild?
Die Nierenwerte bei langjähriger Diuretika-Einnahme?

#20 |
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Gast
Gast

Prof.Dr.Rasmini: Schauen Sie bitte noch mal GANZ genau in die Fachinformation: Kontraindiziert ist es tatsächlich nicht, darf aber nur nach strengster Nutzen-Risiko-Abwägung gegeben werden, die genaue Pharmakologie und warum das so ist, wissen Sie bestimmt selber.
Dass Sie sich eine halbe Stunde Zeit nehmen, ist toll und sollte so sein, das ist aber nicht die Regel, sondern die Ausnahme.
In vielen Arztpraxen bestellt die Frau das Mittel für Ihren Mann, weil das der Nachbarin so gut geholfen hat und der Doktor unterschreibt blind.
So ist die Realität.
Sie verstehen offenkundig nicht, dass wir eine gesetzliche Pflicht haben, das zu kontrollieren und bei Rückfragen Sie zu nerven, so leid es mir und uns tut.

#19 |
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Sehr geehrter Herr Gast-Apotheker,
ich muss leider bemängeln, dass es durchaus Situationen gibt, in denen das Leben eines Patienten nur aus Schmerz besteht und beispielsweise nur Novaminsulfon und Ibuprofen helfen, trotz bestehender Kontraindikation. Wenn man das also in einem halbstündigen Gespräch geklärt hat, dass die gewonnene Lebensqualität die verlorenen Monate Lebenszeit überwiegt, und der Patient dann aus der Apotheke kommt mit einer neuen Ansage von einem Apotheker, ist das sehr ärgerlich. Ich bitte da um mehr zutrauen zu den Ärzten. Anscheinend wissen Sie auch nicht, dass Novaminsulfon die Leber nicht schädigt und bei Leberinsuffizienz nicht kontraindiziert ist.

#18 |
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Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke

Ob nun Handwerker, Ärzte, Oberschullehrer, oder Haushaltshilfen. Alle verklagen Alle. Egal was passiert. Wenn ich wen treffe und er sich mir vorstellt und seinen Namen sagt, muss ich heute davon ausgehen, dass es nicht sein eigener Name ist – den darf ich aus Datenschutzgründen nicht erfahren – sondern er nennt mir den Namen seines Anwalts. Das führ schließlich dazu, dass sämtliche Bereiche des Lebens gelähmt werden, weil keiner mehr was tut, aus Angst, verklagt zu werden.

#17 |
  3
Gast
Gast

Es ist doch erfreulich, daß einige Nörgler ihrem Hobby noch nachgehen können.
http://www.bmj.com/content/353/bmj.i2139

#16 |
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Gast
Gast

Geehrter Herr Bernhard, in meiner über 20-jährigen Erfahrung als Apotheker habe ich diverse Male Patienten gerettet, weil ein pharmakologieunkundiger Doktor einem Penicillinallergiker Amoxicillin aufgeschrieben hat!
Ihr sog. “Reinpfuschen” rettet Ihnen den Hintern (von wengen Klage!) und ist unser Job, denn die Pharmazeuten sind die letzte Kontrollinstanz, ehe es zum Patienten geht.
Möchten Sie weitere Beispiele?
– Gelatine bei Muslimen
– Nitro-Spray und Sildenafil
– Clozapin in drei Stärken und Novaminsulfon
– Novaminsulfon bei einem Lebergeschädigten
– 3x 800mg Ibu bei einem Niereninsuffizienten Stadium 3
etc.etc etc.

#15 |
  4
Gast
Gast

#14
Zu 1. Ich zahle den Handwerker nicht nach Auftrag, sondern nach dem er seinen Auftrag erfolgreich ausgeführt hat.
zu 2. Wenn der Patient sich so verhält wie sie es beschreiben, dann haben Sie offensichtlich versäumt Vertrauen in Ihre Kompetenz aufzubauen.
Ich mache auch nicht alles was mein Arzt vorschlägt, das sage ich ihm dann auch, dann diskutieren wir und dann überzeugt er mich oder eben nicht.

#14 |
  2

1 Ein Handwerker wird bezahlt nicht nach Erfolg sondern nach Auftrag, wenns nicht klappt kann er nachbessern.
2 Die Gemeinheit bei behandlungsfehlern ist, dass der Patient nicht sagt was er sonst so macht. Heilpraktiker sontiger Kollege usw.. Blick in den häusl Medikamentenschrank d den Hausarzt ist schon hochinteressant. Oder der mündige Patient der nach Google Dosen abändert, nicht zu vergessen der Apotheker der in die Dosierung reinpfuscht mit Worten”das passt aber nicht für sie” (Antibiotikum nach Testung , gemerkt habe ich es erst als die Pneumonie mit Beamtmunspflicht im Krankenhaus gelandet ist)
ode das ist viel zu wenig (Ftrei nach dem Motto Niereninsuffizienz was ist das) Ich könnte kotzen.

#13 |
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Klaus-Michael Bartels
Klaus-Michael Bartels

Dokumentationsfehler bestätigt oder nicht?

#12 |
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Gast
Gast

Ein Arzt ist ein Dienstleister. Und wenn er pfuscht soll der dafür gerade stehen wie jeder andere auch und dafür z.B. auch keine Bezahlung erhalten.
Die Abschaffung dieses Selbstbedienungssystems indem der Patient nicht weiß was der Arzt abrechnet ist schon lange überfällig. Bezahlung für Leistung mit Rechnungsstellung. Ist der Patient mit Leistung zufrieden und erkennt diese an, dann zahlt die Kasse, Ist dem nicht so dann gibt es halt nichts.
Ein Handwerker wird auch nicht für seien Bemühungen bezahlt sondern für den Erfolg.

#11 |
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Gast
Gast

Vielleicht sollte man die Menschen einfach anständig behandeln, dann würden Sie sich auch nicht beschweren.

Siehe z.B:

http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-psychiatrisches-krankenhaus-emmendingen?fac_id=psycho#tabs

#10 |
  10
Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

Ich möchte hier einfach nur meinem Vorredner und besonders Herrn Prof. Dove beipflichten.

#9 |
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Dr Gregor Viethen
Dr Gregor Viethen

Ja und ja. Patienten beschweren sich öfter und eher. Oft aber nicht die, bei denen etwas “passiert” ist.

#8 |
  2
Gast
Gast

Glücklicherweise haben Patienten endlich mehr Rechte, das war schon lange an der Zeit.

#7 |
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Gaston
Gaston

Und warum ist dieser Artikel mit dieser respektlosen Überschrift tituliert? Warum werden die Patienten hier als Nörgel Patienten diffamiert? Das geht aus dem Artikel nicht hervor…

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Prof. Dr. Stefan Dove
Prof. Dr. Stefan Dove

örgelpatienten? Klagen als Hobby? Warum dieser provokante Titel für einen ansonsten sachlichen und informativen Beitrag? Natürlich sind viele Patienten, auch aufgrund von mehr oder weniger geeigneten Informationen, quasi Zweit- und Drittmeinungen, aus dem Internet kritischer geworden. Und natürlich gibt es auch Querulanten und Nörgler. Aber tatsächliche oder vermutete Behandlungsfehler sind doch in den meisten Fällen mit Leiden und mit Klagen (im nichtjuristischen Sinn) verbunden. In der Regel machen weder diese noch die Rechtsklagen Spaß und sind daher alles andere als ein Hobby.

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Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

@#1
Solange ein Arzt nachvollziebar und sauber begründen kann, warum er im Einzelfall von einer Leitlinie abgewichen ist und – wichtig – beiiteschön den Patienten darüber sowie über die möglichen Alternativen inklusive ihrer möglichen Konsequenzen und die Konsequenzen einer Nichtbehandlung aufgeklärt hat, sollte ihm kein Ungemach drohen. In anderen Fällen könnte es schon sein, dass man kritische Fragen stell, die dann eben auch ihre Berechtigung haben.

Ich habe einiges an Aufklärungsgesprächen hinter mir und mindestens die Hälfte davon wäre aus meiner Sicht formal angreifbar gewesen, weil Behandlungsalternativen verschwiegen wurden, nicht annähernd Zeit genug war, einen Aufklärungsbogen auch nur schräg zu lesen, auf schnelle Unterschrift und Einverständnis gedrängt wurde, handschriftliche Ergänzungen gemacht wurden zu Punkten, die nicht Gegenstand des Gesprächs waren ect. Ich habe keines davon angegriffen und mich auch nicht weiter geäußert, da ich mich selbst schlau gemacht hatte. Vielleicht wäre es besser gewesen die betreffenden Ärzte darauf hinzuweisen, denn eigentlich muss man solche Schlampereien nicht dulden.

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Nichtmedizinische Berufe

Ja, ich hatte auch genörgelt, weil es nach direkter und persönlicher Kontaktaufnahme und bilateral-sachlicher Gesprächsführung mit den Verantwortlichen des dementiellen OP-Teams, das den liegengelassenen Fremdkörper versenkte, dann danach doch nichts wurde.

Die dann von mir angestrengte anwaltliche Vertretung konnte mit Gutachtenanforderung + Schadenssummen-Basar dann auch so alles regeln.
Hätte es direkt funktioniert, wäre es für die Klinik günstiger ausgegangen.

Patienten pauschal als Nörgler abzustempeln, halte ich nicht für zielführend.
Vielleicht sollte sich wohl nicht nur anhand meines Falles mehr über Kompetenzen und Ängste bei Medizinern und deren Vertretern Gedanken gemacht werden.

Denn ein System von Angst und Sorge vor Behandlungsfehlern kann doch für niemanden von Interesse sein, besonders doch wohl nicht für Patienten?
Und führt ein entspanntes Arbeiten nicht erst recht zu Sorgfalt und weniger Fehlern?

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Gast
Gast

Nunja, in so gut wie jedem Beruf steht man schon als kleiner Handwerker mit einem Bein im Knast oder wird des lebens nicht mehr froh während der verantwortliche Meister über seine Versicherung eher glimpflich davon kommt. Warum können auch manche Menschen nicht einfach Fehler eingestehen und Rückgrad in der gleichen Höhe ihrer Verantwortung tragen? Das kann doch nicht so schwer sein….

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Gast
Gast

Das ist letztlich die logische Konsequenz auf das System der Evidenz- und Leitlinien gestützten Medizin. Weil genau das die juristische Grundlage von solchen Prozessen sind.

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