Seitenwechsel: Dozent werden

12. Januar 2011
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Viele Medizinstudenten sehen eine Stelle als Hochschuldozent als interessante Alternative zur Arbeit im Krankenhaus an. Doch die Karriere an einer Hochschule ist nicht unbedingt einfacher und angehende Dozenten müssen schon während des Studiums einiges beachten.

Für viele Studenten ist die Arbeit an einer Hochschule der absolute Traumberuf. Hier überschneiden sich Forschung und Lehre: zum einen an interessanten Themen forschen und Publikationen dazu verfassen, zum anderen sein Wissen an Studenten weitervermitteln, Vorlesungen halten und Seminare leiten. Doch der Weg dorthin kann sehr schwierig sein und es empfiehlt sich, schon während des Studiums Vorarbeit zu leisten.

Der Aufgabenbereich

Die Arbeit der Hochschuldozenten ist sehr vielseitig. Sie planen und organisieren Forschungsvorhaben unter anderem in der Grundlagen- oder Auftragsforschung. Dabei leisten sie eigene Beiträge zur Entwicklung des von ihnen vertretenen Faches mit dem Ziel, in noch unentdecktes fachliches Neuland vorzustoßen und diese Ergebnisse zu veröffentlichen. Die Dozenten arbeiten mit wissenschaftlichen Assistenten und oft auch mit Wissenschaftlern aus anderen Fachgebieten zusammen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Neueste Forschungsergebnisse werden im Rahmen von Publikationen und Kongressen veröffentlicht.

Vorarbeit

Voraussetzung für den Zugang zur Tätigkeit als Hochschuldozent ist ein entsprechendes abgeschlossenes Hochschulstudium. Wichtig ist dabei ein guter Studienabschluss im jeweiligen Fachbereich. Weitere Voraussetzung sind unter anderem eine nachgewiesene pädagogische Eignung und eine besondere Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit, welche unter anderem durch die Qualität einer Doktorarbeit nachgewiesen wird. Oftmals werden auch weitere wissenschaftliche Leistungen gefordert oder es wird erwartet, diese im Laufe der Jahre zu erwerben. Besondere Leistungen müssen außerdem bei der Anwendung oder Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden in einer mindestens fünfjährigen beruflichen Praxis, von der oftmals drei Jahre außerhalb des Hochschulbereiches ausgeübt werden müssen, bewiesen werden.
Besonders im Bereich der Medizin ist in der Regel eine fachspezifische praktische Tätigkeit von mindestens dreijähriger Dauer nach Erhalt der Approbation nachzuweisen. Diese muss dann auch nicht unbedingt an der Hochschule absolviert werden, sondern am besten auch außerhalb in einem Krankenhaus oder in der Forschung.

Während des Studiums Erfahrungen sammeln

Zunächst einmal sollte sich jeder interessierte Student ernsthaft Gedanken über das Berufsfeld Hochschule machen und sich mit seinem Fach richtig auseinandersetzen. Erst so kann man einschätzen, ob dieses Berufsfeld überhaupt passt oder nicht. Der erste Schritt, sinnvolle und lehrreiche Erfahrungen in der Richtung zu machen, ist ein Nebenjob als Tutor oder Hilfskraft in einem bestimmten Fachbereich, in dem man sich vorstellen könnte, später zu arbeiten. So sammelt man wichtige Erfahrungen in Umgang mit Studenten und natürlich auch in den Bereichen Forschung und Lehre.

Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium ist die wichtigste Einstiegsposition und der zweite Schritt Richtung Dozent eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiter. Auf dem Arbeitsmarkt sind diese in der Regel auch sehr gefragt. Allerdings bekommt man dabei lediglich Zeitverträge, denn in dieser Position darf der jeweilige Mitarbeiter nur zwölf Jahre arbeiten. Hat man danach noch keine feste Stelle gefunden, so darf man nicht mehr an einer Universität arbeiten. Nach einer Promotion gibt es die Möglichkeit, weitere zwei bis vier Jahre eine Stelle in der sogenannten Post-Doc-Phase zu besetzen. Der nächste Schritt ist dann die Habilitation, möglich ist aber auch eine Juniorprofessur oder eine Nachwuchs-Gruppenleiterstelle.

Fazit

Trotz vielseitiger Aufgabenbereiche ist die Karriere an einer Hochschule nicht ohne Risiken. Viele Nachwuchswissenschaftler sind meist schon Anfang 40, wenn sie wissen, ob es mit einer Professur auch wirklich klappt. Wenn es nicht klappen sollte, kann es für viele schwierig werden, auf dem Arbeitsmarkt noch Fuß zu fassen. Wichtig ist aber, sich frühzeitig und am besten schon während des Studiums zu informieren und alle Vor-und Nachteile abzuwägen.

50 Wertungen (3.5 ø)
Allgemein

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5 Kommentare:

Studentin der Humanmedizin

Siehste mal.
Da bin ich aber mal gespannt, ob das jetzt nicht Ironie pur war.

#5 |
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Studentin der Humanmedizin

Ich rede mich hier nicht um Kopf und Kragen, sondern äußere mich lediglich zu den Kommentaren, das ist doch nichts Negatives. Andere Autoren machen dies doch auch, da ist doch nichts dabei.
Und ich hab mir bestimmt nicht selbst die vielen Bewertungen gegeben, da müsste ich ja dauernd am Laptop sitzen und alles mitverfolgen.

#4 |
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Studentin der Humanmedizin

In diesem Artikel sind ja auch keine eigenen Vorstellungen bzw. Vorurteile von mir zusammengefasst worden, auf solch einer Grundlage würde ich auch niemals einen Artikel verfassen.
Ich habe mich beim Schreiben definitiv über alles informiert und mehrere Quellen etc. herangezogen, auch Artikel von Unis, in denen das Thema behandelt wurde, daher denke ich, dass ich ganz gut beuteilen kann, was an den Haaren herbeigezogen wurde und was nicht.

#3 |
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Ich muss dem ersten Kommentar zustimmen, das Zusammenschreiben eigener Vorstellungen und – schlimmer noch! – Vorurteile macht noch lange keinen guten Artikel aus.
Ich war selbst länger Mitglied der Habilitationskommission (Habilitation = venia legendi = Erlaubnis zu Lehren!) meiner Fakultät, ganz so “an den Haaren herbeigezogen” kann die Kritik also nicht sein…

#2 |
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Studentin der Humanmedizin

Nun ja, dann wurde der Artikel meiner Meinung nach nicht richtig gelesen, denn das steht doch drin:
“Voraussetzung für den Zugang zur Tätigkeit als Hochschuldozent ist ein entsprechendes abgeschlossenes Hochschulstudium. Wichtig ist dabei ein guter Studienabschluss im jeweiligen Fachbereich. Weitere Voraussetzung sind unter anderem eine nachgewiesene pädagogische Eignung und eine besondere Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit, welche unter anderem durch die Qualität einer Doktorarbeit nachgewiesen wird. Oftmals werden auch weitere wissenschaftliche Leistungen gefordert oder es wird erwartet, diese im Laufe der Jahre zu erwerben. Besondere Leistungen müssen außerdem bei der Anwendung oder Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden in einer mindestens fünfjährigen beruflichen Praxis, von der oftmals drei Jahre außerhalb des Hochschulbereiches ausgeübt werden müssen, bewiesen werden.
Besonders im Bereich der Medizin ist in der Regel eine fachspezifische praktische Tätigkeit von mindestens dreijähriger Dauer nach Erhalt der Approbation nachzuweisen. Diese muss dann auch nicht unbedingt an der Hochschule absolviert werden, sondern am besten auch außerhalb in einem Krankenhaus oder in der Forschung.”

“Hochschuldozent” ist aber immer noch eine von vielen Bezeichnungen, aber was damit gemeint sit, sollte wohl jedem klar sein. Und was an meinem Einleitungssatz so falsch sein soll, verstehe ich leider nicht. Meine eigene Meinung ist es nicht, denn ich habe schon oft gehört, dass viele Medizinstudenten gerne eine Karriere an der Hochschule absolvieren würden. Die Kritik ist daher etwas an den Haaren herbeigezogen finde ich. Und dieser Meinung sind nicht nur Studenten an meiner Uni, sondern ist eine generelle Meinung.

#1 |
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