Studie: Autofahrer ignorieren Nebenwirkungen

21. Juni 2013
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Drei von vier Autofahrern setzen sich auch dann ans Steuer, wenn sie sich nicht fit genug für den Straßenverkehr fühlen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage unter 3.000 Bundesbürgern im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

58 % der befragten Autofahrer sind schon einmal selbst gefahren, obwohl sie sich wegen einer Krankheit nicht fit genug gefühlt haben. Weitere 19 % setzen sich auch dann ans Steuer, wenn sie sich durch Nebenwirkungen eines Medikaments beeinträchtigt fühlen. Insgesamt unterschätzen damit 77 % der Autofahrer den Einfluss von Krankheiten oder Nebenwirkungen auf die Fahrsicherheit.

Drittel der Bundesbürger noch nie über Thema informiert

Medikamente – egal ob verschreibungspflichtig oder rezeptfrei – können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Autofahrer sollten sich nicht ans Steuer setzen, wenn ihr Fahrverhalten durch die Nebenwirkungen eines Medikaments ungünstig beeinflusst wird. Anzeichen dafür sind u.a. Müdigkeit, Schwindel, Benommenheit, Sehstörungen oder Unruhe. „Gerade das Risiko rezeptfreier Medikamente gegen Erkältungen, Allergien oder Migräne und von Augenmedikamenten wird immer wieder unterschätzt. Ein Drittel der Bundesbürger hat sich noch nie über dieses Thema informiert“, sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA. „Deshalb widmen wir den ‚Tag der Apotheke‘ dem Thema Medikamente und Straßenverkehr.“

Werden Medikamente mit Alkohol kombiniert, sind Wechselwirkungen möglich, die sich auch auf die Fahrtüchtigkeit auswirken können. Knapp ein Drittel der Bundesbürger ignoriert das. So gaben 31 % der Bundesbürger an, schon einmal Medikamente und Alkohol kombiniert zu haben. Männer sind dabei noch unvernünftiger als Frauen (38 % vs. 25 %).

Auf Risiko aufmerksam zu machen

“Erst fragen, dann fahren!“ ist das Motto des bundesweiten ‚Tages der Apotheke‘. Unterstützt wird die Apothekenkampagne vom ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club). Dessen  Vizepräsident für Verkehr, RA Ulrich Klaus Becker, betont: „Unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten können die Fahrtüchtigkeit stark einschränken und sind nicht immer vorhersehbar. Jeder Autofahrer muss vor Fahrtantritt kritisch prüfen, ob er allen Anforderungen des Straßenverkehrs gewachsen ist. Wir unterstützen die Initiative der Apotheken um auf dieses Risiko aufmerksam zu machen“.

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Forschung, Pharmazie

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